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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-20 · Heft 1861 (20.4.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1861 (20.4.1924)
Date
1924-04-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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finiBtmnmtierKUOÖ Wien: Zum Abholen in der Expedition, tUTähorstr. 1-3, oder meiner Verschleisstelle fTrafflel monatl.', K, 35.000 . Strassenverkauf in Vien > durchdie, Kolporteureder ‘ Firma Go!d«chtniedt,I.Bez^ . Wbtlzeilej.il. Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 35.000 Ts chech o-S lowakei: Moni KM 8." lu?oslawien: -Man. Dinar 60. Po I e n: Mon. 3*/t Zloty,.; Deut *e hl and: Mon. Goldmark 4, Franks .Belgien* Mon. Frca. 12 W1 ■teuer liiüWifi mmm WW^ Niebi«hivDtr*B U4I bei PrrfnerbShuBteo ■ Vorbehalte» Italien: Monatl. 12 Lire, Ru m a n i e n Mon. 130 Lei Bulgarien Mon. 80 Lewa. Schwei z und daa übrigt Ausland monatlich Pres. 4 Redaktion u. Administration) Wien, n.,Tahorstrassel—3 Telenhone: 44-0-38,43-3-19, ah 6 Uhr ahds. 19-483.25-282 IX. Untversltätsstri 6-—$i (Druckerei Stelnmann) Oesterreichisehes Postspar* . kaesen - K1 ento Nr. 150.698j Nr. 1861 Men. Sonntag. Lll. April 1SS4 8. Mrgang wIHI- WVI5M1V*! pvmtimv (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 19. Apvrl. In Dort H'elt Premi>erm-rmster Mac Donald inmeiner Versammlung der Labcur Party eine Rede, worin er seine Geuu!gtuu>n>q darüber ausfprach, daß das g a n z e L a n d seine Auffassung teile, dsß der Bericht der Sachverständigen in seiner Gesamtheit genommen werden muffe. Es göbe fn dem Bericht Dinge, die er nicht gerne sehe, und andere Dinge, die ihm gefallen. Wenn aber alle Welt sich derart mit den Mnzelheiten dieser Frage befaffen werde, werde, man. schließlich genau an derselben Stelle sein wie am An-, fang.. Selbst , -wenn unter d'esen Umstanden ein Ueibereinkommen erzielt würde. wüvde man niemals den guten W tI l e n hinter dem Uebevemkommen' fm^den. Ich hoffe, sagte. Mac Donald, daß -der Bericht der Sachverständigen tm ganzen und unverzüglich zur Durchführung gebracht werden wird. Es fft nach hem Bericht vollständig . Kar, daß man, wenn durch zwei.weitere Jahre diebereits. seit zwei oder drei Jahren 'befolgte. P o l i t i k s o rtg «setzt wird/ kerne. Hoffnung auf W i ederau fr i chtung, aus W i eve rgüt ma ch ung oder auf SüWrheit des Friedens hegen kann. Mae Donald erklärte weiter, erwerbe sich bemühen, in diesem Geiste A arbeiten. Wenn mau ' Deutschland in de» BMerbnnd y-ntreten laffe, werde man diese Organisat-M,. ans die er gerne den Frieden Europas Winden.möchte, vervollständigen. Die Tätigte it der Ultra nationalen in Deutschland betrachte er als eine schwere und gefährliche Drohung für Europa und als sehr 'beklagenswert für Deutschland. Die Politik der Alliierte n, sagte der Premierminister, war m hohem Maße für dieses Aufflamme» des deutschen Nationalismus verantwortlich.. Ich -Halde es für dringend notwendig, daß die.Alliierten das von Deutschland gegebene Wort an nehmen. Die größte Gefahr, die Deutschland für Europa darstellt, ist nicht die feiner Waffen, sie liegt vielmehr auf industriellem Gebiet. . Mac Donald kam sodann auf die Lage der A rbeiterregierung zu sprechen und erklärte, hie jetzige Regierung bestche auch nur aus Menschen; sie habe Fehler gemacht und'werde noch Fehler machen. Und selbst wenn sie ihr Amt in..zwei Wochen niederlegensollte, würde sie doch der Geschichte der Arbeiterbewegung ihren Stempel ausgedrückt ha'ben. Der Pre-miermmister trat in diesem Zusammenhänge den Presseberichten über eine angebliche Spaltung in der Arbeit.erPartei sowie der Auffassung entgegen, daß die Arlbeiterregierung zwar im Amte fei, jedoch kx-ine Macht 'besitze, und .erklärte, wer an der Macht fei, habe Gelegenheit und Gelegenheit bedeute Macht. Die Regierung - habe Ruß l a n d a n e r k a n nt (Befall), in London tage eine. Konferenz mit Vertretern Rußlands nach Jahren des Mißverständniffes, des Unheils und einer Politik, die k e i n e m G l ä u b i g e r R u ß l a n d s e i n e n r o t e n H e l l e r oingebracht habe. Mac Donald kam weiters, auf Indien zu sprechen, woibei er sagte, die, Regierung kenne -di« Lage in Indien und wolle sie verbessern. Das ihr vorschwebende Ideal sei der Domrmon-Status für Indien. Zum Schluffe erklärte der Premierminister. er -halte es für seine Pflicht, die Regierung des Landes fortzuf ühren. und Neuwahlen-; die niemand wolle und die, wenn sie kamen,; nichts andern würden, f e r n z u h a l t e n. Er sehe keinen. Grund, wes-. heW das Land in den nächsten-Zwei oder drei Jahren mit Neuwahlen - belastet weckten sollte. Es wüvde mindestens diese Zeit dauern>>M WMi 4men- ' .;> dauernden Wiche«; ■ . V. : zu bringen und einigermaßen normale imdurstvielle Berhaltnisie wiedechergustellen. Frankreichs Reparatlonsfordenmgen und Ans« landsschulde«. Paris, 19. April. „Matin" präzisiert die Haltung der französischen Regierung gegenüber dem Expertenbericht wie folgt: Die französische Regierung sei. nach wie vor bereit, ihre Forderung auf 2 6 M i l l i a r d e n herabzusetzen, unter der ausdrücklichen Bedingung, daß ihre Schulden gegenüber England und den Bereinigten Staaten annulliert werden. Andernfalls müßte die französische Regierung einen Teil ihrer Forderungen an Deutschland über 26 Milliarden hinaus aufrecht erhalten im Ausmaß, ihrer Verbindlichkeiten diesen alliierten Staaten gegenüber. Mas die Sanktionsfrage betrifft, so werde Frankreich keines der Mittel aus der Hand geben, die es derzeit besitze, es sei denn, daß die Miierten diese Mittel durch anderweitige Garantien ersetzen werden, die automatisch im Falle der versuchten Nichterfüllung Deutschlands, in Kraft treten könnten. Poimare will die Ruhrbesetzung reduzieren. Berlin, 19. April. Die Blatter melden aus London: Mmisterprä-sident P o -i n c a r e teilte durch Vermittlung des - englischen Botschafters in Paris, Lord Crew e, die Absicht mit, die Ruhrpfänder für- Frankreich; während der UebergangsM von zwei-Jahren aufrecht zu erhalten. Sollte Inzwischen sich der gute Wille Deutschlands erwiesen Wen,, würden die Ruhrpfänder mit den vou -den Sachverständigen vorgoschlagenen Pfändern' verschmolzen werden. An slunzösisch-rumklnisches Militärbündnis? ' (Eigevdienst der „Wiener Morgenzeitung".) PariS^ 19. April. Wie „Jntransigeant" meldet,, wird ein f r a n k o -rumänischer B e r t r ä g vorbereitet, - der keine Kopie des tschecho-flowaki scheu ' Vertrages .' sein, sondern eher dem mit Polen abgeschlossenen Vertrag gleichen wird. Der Vertrag soll insbesondere nach der militärischen Seite hin wichtig. sein. Die Allianz, welche Frankreich mit Rumänen eingehen wird, soll in Zukunft sehr aktiv zum Ausdruck kommen. Dar franzSflsch'iugoslawische Bündnis. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Agram, 19. April. „Riste" glaubt zu wissen, daß der Bündnisvertrag mit Frankreich, der.anläßlich des im Mai statiifrndenden Besuches des jugcslawiiischen - Konigspaaves im Paris,abgeschlossen werden soll, keinen neuen Vertragi darstellen'wird, .sondern nur ein« zeitgemäße Erneu erung des alten noch jetzt in Kraft stehenden Bündnisses zwischen -Seobien und Frankreich.Däs neue Bündnis zwischen-Fraukreich, und dem S. H. S.-Königreiche werde rein, defensiver Matur sein und die Sichemng. des Friedens, nnd der - durch die' Fviedensverträge ^geschaffenen Zustände' z.u!m.Ziel^.haben..- ■ i; - Die heutige Rümmer ift 28 Seile« stark und enthält u. a. folgende BeittSge: Zum 200. Geburtstag Kants. Bon Dr. Ernst Müller, Der Wendepunkt der Krise. Bon Dr. Michael Süss an. Der Brand von Pera. Bon Armin T. Wegner..' Ueberschreitung (Zeichnung und Gedicht). Von Utk* Birnbaum. Cäsarea. Bon Dr. Samuel R a p p a P o r 1. Sind die Falaschas Juden? Von Universitatsprosessotz Dr. Scheftelowitz (Köln). . Palästina-Politik und -Wirtschaft. Bon Adolf Bohm. Der Japaner. Von Ludwig B i r o. Das Beispiel. Von David Rothblum. George Grosz. Von Oskar R o s e n s e l d. Das Bielitz-Bialaer Industriegebiet. Von Dr. Fritz - Geister. '' Fahrendes Volk. 4. Von Jakob Krausz. Die Krise unseres Konzertlebens^ Von Erwin F el b er. Der Glasschleifer von Warmbrunn. Bon Artur Silbergleit. Die „Marseillaise. Von Leouid Audrejew. Dem Kältetod entgegen? eine illustrierte?e«age. Der Jnlandsauflage dieser Nummer ist. die reich illustr'erte Beilage „D e r A u f b a u Pal a st i n a s" beigeschloffen, welche von der österreichischen Keren Hajeffod« Kommission zusammengestellt ist. UMrÄMdes Mts. ’ 20. AM •': ■ Das MrgeÄiche Jcchr dev Müffhen Welt schließt. Cs warmit vielen ^^sMngen'chegrüßtworden undes scheidet, ohne sie erfüllt, abev aüch ohne' sie enttäuscht zu haben. Das ist immerhin ein Gutes. Das jüdische Volk ist nicht verwöhnt und es bescheidet sich gerne, wenn ihmeinmal ein Jahr ohne schwerere Erschütterungen dahingeht. Es weiß, daß es ein Teil der Menslbheit ist/ und daß es jedem Volk unmöglich ist, ein von allen Beziehungen und Einwirkungen der anderen Völker lo^, gelöstes Dasein zu führen. Zwar enrpfindet das Juden-. Volk diese äußeren Einsüsse weitaus stärker, gibt sich ihnen, wenn sie mit freundlicher Miene kommen, sogar' gerne gefangen. Freilich ist die FreuMichkeit. selten, und seÄst wenn sie sich zeigt, ist sie niemals ehrlich und ernstlich. Sie ist stets geneigt, die Katzenkralle zu zeigen und das jüdische Volkstum dortzu packen, wo es der«, wundbar ist. Und welche Stelle an diesem von der Wanderschaft, vom Exil-und von der Ruhelosigkeit ermüdeten Körper wäre nicht verwundbar? Die Jahr« kommen und gehen. Sie bringen immer neue Kämpfe' um die alte Frage der Existenz dieses Volkes, das, in tausend verschiedenen Formen angegriffen, tausendmal' seine Widerstandskraft erproben muß. ’ Dieser harte Zwang ist die stete, nie versiegende Quelle seiner Lebensfähigkeit und gibt ihm den nie verjährenden Anspruch auf die Erfüllung seiner Forderungen. Dieser Lebenswille glomm manchmal' nur .düster. Während des größten Teiles der Verbannung, äußert-e er sich in dem Bestreben, au dem Leben der anderen Völker in ihren- Reihenteilzunehmen. Aber, das Volk wurde nur zu einem Diener fremder Zwecke. Sklaven waren wir in Aegypten und die Wanderung durch die Wüste hat durch Jahrtausende gedauert, ehe das Volk als. solches sich seines Helotentums bewußt wurde. Es hat die Wiiste noch nicht verlaffen, aber es sieht bereits das Land der Freiheit. Es ist ein merkwürdiges Schicksal: Dieses geknech-- tete Volk wird überall als ein' Volk der 'Herrschsucht vernffen. Ihm dieses Stigma aufzubrennen ist ein Kampfmittel in dem großen Krieg gegen das jüdische Volk geworden. Die Gegner des Judentums sind Feinde jeder freien Regung, die Nutznießer der Verhetzung. Das; Maß, in. dem sie die Stimmung ihrer Oeffentlichkeit beherrschen, das Verhältnis der Völker zu der jüdischen; Minderheit ist zugleich ein Kriterium für das Verhältnis- Herren- und Damen w ä sehe, Regenmäntel engl. Wollstoffe, ferner Bettzeug u. Webwaren, alles erstldassig und billigst im Warenhaus II. Taborstraße 48 Telenhon 47.1-79 En gros En detail

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