Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1859 (18.4.1924)
- Date
- 1924-04-18
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«WWW MW H - - ßxM — ' ..- --r-- --- tzepkenten Systemrsierung der BvamtenschLft gerichtet, der tm stüÄsten Gegensätze zu den Aeußernngen des Bundeskanzlers sieht, daßdde Regelung der Bezüge eine Gehaltserhöhung mit sich dringen werde. In dem uns vorliegenden Erlasse heißt eS vielmehr: Das Finanzministerium ibetont ausdrücklich, daß die geplante Sh sie misierung nach dem Beschlüsse des Minister rat es keine Erhöhung der Bezüge in sich beg re ist, sondern Mehrkosten aus der Reform rmr insoweit erwachsen dürfen, als dies unvermeidlich notwendig ist. Aus den unteren Kategorien werden höhere Rangsklassen aufgebaut werden, die im Wege der freien Ernennung, ein Avancement finden, während die unteren Kategorien der Zeitvorrückung unterliegen. Aus diesen Bemerkungen des Erlasses ergibt sich, daß das Leistungsprinzip in diesen Fällen fallengelassen wird, so daß sehr leicht an dessen Stelle das „Protektionsprinzi p" treten kann. Eine Versammlung der Technischen Uriion. Gestern hielt die Technische Union in der Volkshalle des Rathauses eine Versammlung ab, in.der die Forderung nach einer Gehaltserhöhung oder zumiNd^tvns nach einem- Vorschüsse^ vorgelegt wurde. Nationalrat Zelenka hob hervor, die. Haltung der Negierung ein Beweis dafür, daß sie nur Zeit gewinne n^wolle, weil die Suspendierung des Index' Mit dem 1. Mai befristet sei. Sie wolle nur einen Keil zwischen die oberen urch unteren Beamtenkategorien treiben. Das Ziel der Regierung sei dadurch erreicht, daß sie eine Organisation gegen die andere aus- Oberwerkmeifter Werner erklärte: Wir stehen Gewehr hei Fuß und warten ans den Augenblick, wo wir mit vereinten Kräften der Regierung zurufen: Bi's hierher und nicht -weiter! Der Vorschuß wird bereits für die nächste Woche verlangt und für den Fall der Nichtgewährung die Anwendung gewerkschaftlicher Mittel angedroht. -Die Versammlung nahm schließlich folgende R es olution an: „Die Vollversammlung beauftragt die Verbandsleitung von der Regierung energisch zu verlangen, daß die Verhandlungen endlich zu einem böftiebigMden Abschlüsse gebracht werden. Die Versammlung ist nicht gewillt, weiter zuzusehen, wie die Regierung die OrganisationSvertveter Zimmer nur mit leeren Worten abspeist, ohne ihnen zu sagen, was eigentlich an 'Materieller BesserstMrng anläßlich der Befobdungsreform geboten werden soll. Die Verbandsleitung wird beauftragt, bis Ende dieses Monats zu trachten, die Frage der Erhöhung der Wirtschaftspramien zum Abchlusse zu bringen, der MitgKsdfchaft zu berichten und sodann falls nötig, alle Mittel in Anspruch zu nehmen, um den Kampf zu einem günstigen Abschlüsse zu bringen. Unterbrechung der Handelsiettragsverhandlangen. Infolge der O st e r f e i e r t a g e ist in den Handelsvertragsverhandlungen mit dem Deutschen Reich und mit der tschecho-slowakischen Republik ein« kurze Pause eingetreten. Die Verhandlungen werden nach Ostern, und zwar anfangs Mai mit dem Deutschen Reich und Mitte Mai mit der tschecho-slowakischen Republik fortgesetzt werden. Sefterrelch und Belgien. Brüssel, 17. April. Der österreichische Geschäftsträger Dr. Dufsek hat heute seine Beglaubigungsschreiben überreicht. _ 1; 41 Tschechische Kritik an der Sanierung. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Prag, 17. ApvA. In Berücksichtigung des tschechostowaikischen Anteiles an der internationalen Sanierungsanleihe für.Oesterreich kommentiert der „Benkov", das Organ des Ministerpräsidenten Svehla, an der Hand einer Reihe von Berichten des Bölkeribundkommissars Zimmer man die wirtschaftliche Situation der österreichischen Republik und leitet aus diesen Taten den Schluß ab, daß die Voraussetzungen der Sanievungsaktion nicht erfüllt wurden. Das Blatt verweist insbesondere auf die Zunahme der österreichischen Staatseinnahmen, die seiner Ansicht nach auf den heimischen Märkten die Kaufkraft der österreichischen Krone herabdrücke nutz die auffallende Steigerung her Passivität der österreichischen Handelsbilanz verschulde. Die optimistischen Berichte der österreichischen Regierung über den Fortschritt des Sanierungswerkes hätten zwar einen Ueberfchuß von 51 Millionen Dollar angekündigt und den Mjchluß des Saniemnigswerkes mit Epde dieses Jahres in Aussicht gestelst. Hmje aber könne man schwer sagen, welchen Ausgang die ganze Angelegenheit nehmen und wie sin eventueller Uo'bevschuß Herde verwerfet werden. Auch die Folgen der unglückseligen Frankenfpeknla* tivn seien in ihxen ätzten Phasen unsicher. Me dürften ernftex.Wechen, als map heute ge-Mnhin annchme, Die wirtschaftliche'Sanierung Oelstevreichs exsordeve das erhöhte Interesse der Dschechy-Alptygkei als GsläN/higk; MHiefemnt» U-O dies HsMers jetzt, wo daß MnikWMWeÄ in dg§ Schlnßshchmm^Hete gch pir TWWGlMaksi UWN WichtWn HandelsvKrtmg mit der österreichischen RePMik alÜMießen wolle. mmmm ’4358BP ft WvÄ im y?r. im Erstklassige Wiener sowie die bestbekannte erste original orientalische KÜCHE Tto TXoyriyO noen in1? während te PESSACH-FEIERTAGE Sederabende unter dem Vorsitz des Oberkantors Herrn JAKOS WAHR MANN (n^ VDO) Anmeldungen täglich von 12 bis 3 Uhr im Restaurant „NATIONAL“ iüj Wien, >1. Taborstr. IS ,Ea?Ähao“ Feinste, inu. ausländ. Qualitäts- Weine, Sliwowitz und Meth WSn d d n 3 n bw Tagesbericht. Jas Schachturnier m New-Dork. (Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung") New-Jork, 17. April. Beide Hängepartien, welche I anowski auszutragen hatte, wurden bereits erledigt. I anowski verlor gegen Bogoljubow und remisierte mit Eduard Lasker. Somit ergibt sich nach' der vorletzten Runde folgender Stand: Dr. Emanuel Lasker 15, Capablanca 13,5, Aljechin 11,6, Marshall 11, Botz oljubow, Reti je 9,6, Maroczy 9, Dr. Tartakower 7,5, Aates 7, Eduard Lasker 6,5, Ianowski 5. Die letzte (22.) Runde bringt folgende Paarung: Dr. Emanuel Lasker—Marshall, Capablanca—Bogoljubow, Aljechin—Tartakower, Reti—Ianowski, Maroczy—Dates. Eduard Lasker ist spielfrei. Die Träger des ersten und beS zweiten Preises stehen bereits fest: Dr. Lasker ist erster Preisträger, Capablanca gewinnt den zweiten Preis; jeder von beiden hat aber nach gegen starke Gegner zu spielen. Marshall, der in der zweiten Hälfte des Turniers seine Form stark verbessert hat und in unmittelbare Nähe des heute an dritter Stelle stehenden russischen Großmeisters Aljechin gerückt ist, hat nur dann Chancen, Aljechin zu überholen, wenn er (waS allerdings wenig wahrscheinlich ist), seine Partie mit Doktor Emanuel Lasker gewinnt und wenn Atzechin sein Spiel gegen Tartakower verliert. Jedenfalls kommen für den dritten und vierten Preis nur Aljechin und Marshall in Betracht, da zwischen Marshall und Reti, beziehungsweise Bogoljubow, 1,5 Zähler liegen. Wer von den beiden letztgenannten den fünften (letzten) Preis im Turnier gewinnen, beziehungsweise ob Maroczy noch für diesen Preis in Betracht zu ziehen ist, hängt vom Verlauf der letzten Runde ab. Raffenhaß auch in Holland. Haag, 17. Aprill. Auf. einem in Löwen alhgehaltemen großen niederländischen Studsntenkongreß gerieten flämische und wallonische Studenten in Streit mit dem Endergebnis, daß ein Wallone seinen Browning zog und den Flämen Niederschoß. Auf dem Polizeirevier erklärte der Wallone, aus Rassenhaß gehandelt zu halben. Ser 200, Geburtstag Kants. Königsberg, 17. April. (Del.-Kvmp.) Zu der während der Osterfeiertage stattftndenden Kant-Feier hat sich auch eine größere Anzahl ausländischer Gelehrter angemeldet, darunter solche aus Argentinien und Japan. Im ganzen werden mehr als 300 auswärtige Besucher erscheinen. Die 28 deutsche,n Universitäten werden zumeist durch ihre Rektoren vertreten sein. Ebenso wird eine Reihe Verleger großer philosophischer Merke an den Feierlichkeiten ter-lnehmen, Munitionsexbiosion in Bulgarien. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Sofia, 17. April. Eine Eskadron des Garderelgiments begann heute gerade seine Hebungen, als guf der Straße von Dervenstza ein Zusawmc usto ß zweier Pulver w a g e n erfolgte. Es 'fahr zu einer starken G x p l g? sion. Die Wagen wurden vollständig zsxtrstm? wert. Die Führer der Wagen blühen t o t auf hem Platze, einige Soldaten tvnrden verwundet. Neuerlicher Eetzerftreii in Budapest.! Budapest, 17. -April. Heute ist in Budapest neuerlich ein Streik hex Dvucker und Setzer ausgebroch-W, dg W seif WiedeMrfnaihme der Arbeit am Diegstag Ppfl-Mnen huverhandlungen -zu keinem Ergebnisse Gfühxj Men. /ic Arbeiter verlangten eine außeroMntliche Mprozentige Erhöhung ihrer geAenwaptig'en Löhne hßi AnfrßchjffrhalftuH des ^stdexshstöms. Da die Uniernchnrer die EOMm-tz^sex .Forderungen verweigerten, legten sämtliche Arbeiter aller Budav-ester Drirckereien heut« vornnttags die Arbeit nieder. Di« sofort eingeleiteten Ginigungsvw Handlungen dauerten bis Mitternacht, ohne jedoch zu einem Resultate, zu sichren. Me völkische Physik. Aus Berlin -wird dem ,^erl. Tageblatt" geschriebene - Wer Gelegenheit hat, die Gedcmkengänge der ,/Völkischen"' kennen zu lernen, der weiß, daß in ihren kriegerischen Vorstellungm eine Hoffnung immer stärker und allmählich zur Idee wird. Es ist die, daß die > eutsche p h h s i k a l isch« W i ss e n s ch a f t so weit sei, oder binnen kurzem so weit sein werde, feindliche 'Flugzeugemit H e r tz s ch e n Wellen nach Wunsch aus der Luft herabzuholen und unschädlich zu machen. Daß der große Physiker Heinrich Hertz Jude war, stört die VöÜischen in!>iesem Falle nicht. Geschichten über geheimnißvolle Vorgänge gehen von Mund zu Mund und werden als Beweisgründe gegen die Leute ins Feld geführt, die das Heil Europas von einer friedlichen Verständigung der Völker erwarten. Man wiegt sich auf solche Weise in Träume ein, die denen während des Weltkrieges gleichen, als der preußische Staatsminister Hergt, der jetzige Vorsitzende der deutschnationalen Bolkspartei, am 16. Jänner 1918 int Abgeordnetenhaus über die amerikanische Gefahr erklärte: „Die 'große/Armee über dem Wasser kann nicht schwimmendste kann nicht fliegen, sie wird nicht kommen." Einem Pazifisten, der ihn in dieser Angelegenheit um eine gutachtliche Aeußerung bat, hat nun Pof-essor Otto Lumme r in Breslau, eine der ersten Autoritäten Europas aus dem Gebiet,der Physik, folgendes, mit der Erlaubnis, es zu veröffentlichen, erklärt: „Die hohe Meinung von der deutschen Phvsik ehrt uns Physiker. Aber leider müssen wir dies hohe Vertrauen bescheiden oblchnen. -Hier ist der Wunsch der Vater der Gedanken. Wenn nicht der Feind so dumm und unwissend ist, was er -wirklich nicht ist. und es absichtlich so einrichtet, daß me chm z-ugesandte elektrische Energie zum Zünden eines Mloiwnsstosfes verwandt wird, ist es absolut ausgeschlossen, mit Hilfe der e'bektromagnetischen Wellen (Herrsche Wellen) ein seiMiches Flugzeug „aus der Lust ^raibwu. holen." Die Wahrheit über die Sintflut. Zur Zeit der Hochwasserkatastrophen wird in unserem Ge> dächtnis jedes Mal wid>er die Erinnerung wach an die Arche Noah, und die S i n t f I u t. Diese ist nicht etwa nur ein biblisches Gleichnis,^ eine Sage, sondern verdankt tatsächlich ihren Ursprung einer wirklichen Begebenheit. In den Ruinen der alten assyrischen Städte hat man Inschriften in Keilschrift gefunden, die von der historischen Sintflut eiu lebhaftes Bist) entwerfen. So fand man bei den Ausgrabungen in Ninive ein auf einen Ziegelstein geschriebenes Epos, das-Jzdubar-Lied, das in einem seiner Teile das Lied des assyrischen Noah enthält, der. hier den Namen Hassis-Adra führt. Hassis-Mra wohnte in der alten Stadt Surippat, in der Nähe der Mündung des Euphrat. Wie in der Bibel, erhielt er auch dem Epos zufolge die göttliche Weisung, ein Schiff zu bauen, mit Tieren und Lebensmitteln zu bemannen und sich mit seiner Familie hineinzubegeben. Sechs Tage und sieben Nächte dauerte die Sintflut. Als sich daS Wasser wieder verlief, strandete das Schiff an den Höhen von N i z t r, am Rande der mefopotamifchen Ebene. ES ist anzunehmm, daß die biblische Darstellung auf dieses assyrische Urbild zurückgeht. Wie ist nun jene Katastrophe entstanden? Sind es die Flüsse gewesen, die diese gewaltige Ueberschwemmung hervorgerufen haben? ES scheint, daß man diese Frage verneinen muß. Ein Hochwasser der Flüsse hätte die Arche zweifellos in das Meer hinausgetvagen, statt sie weiter landeinwärts am Gebirge stranden zu lasten. Man wich die Ursache der Sintflut daher in einem-gewaltigen Erdbeben suchen müssen, das unter dem Meeresboden derart auf das Wasser des Meeres einwirkte, daß es in einer gewaltigen Springflut den Strand überschwemmte und in die verhältnismäßig tief gelegene mesopotamische Ebene eindrang, sie völlig überspülend und zerstörend. Ein ähnliches Unglück, nämlich eine gewaltige Springflut, hat im Herbst des Jahres 1876 in Indien die Wasser des Brahmaputra über das Land getrieben, so daß gegen hunderttausend Menschen in den Fluten umkamen Klagemauem in gemsalem. Neben der uralten Klagemauer tat Jerusalem, vor welcher dte Ju.den Glanz und Größe ihrer Vergangenheit beklagen, gibt es dort noch eine Unzahl von Mauern, die s el bst "" kla gen und anklagen ... An einer Dalmudschule rn der Altstadt wurden vor Jahren die Balkons pon Arabern durch Bomben zerstört, em Stiftungshaus beim Damaskus-Tor ebenfalls von Arabern halb demoliert, zm Stgdtpürtel Mah Sheaxim ist ein. Teil der Mauer des großen jüdischen Lehrhauses em gestürzt, die 5. und 7. Station her Vra Dolorosa sind inarg bäufälflgem Zustande ... seit Jahren wßrd-M uit AuÄande fromme Spenden für die AnsbessßkMg hWx Whäude gesammelt, aber, man beläßt sie W ihrem risiNÄi'hstfteu klagenden und beklagenswerten stände, hßjm ßß haben den praUMn Zweck, daß sie forli^ svährenh hm zn wsitaren Sammlungen geben, f§0 WM auch seit Jahren die Mauern eines halb-' se -tft.tzn G p i (Vh s, eiM gxpsM Waisenhauses, einer Kapelle auf dem Oelberge empor Md auch drese Mauern klagen allen Touristen hier und frommen Spendern im Auslands, daß ftm' Wh hg sei, um dm Bau zu beenden. Auffallend -groß ist auch Re Zahl der unfertigen prrvat-ßn Häuser, an denhn seit Jahren nicht weiter-- WarhffjU mixh- Wese unjerhrachßnen Hautan mit thxen fe Sic Augenhöhlen von Totenschädeln glotzenden rahmen-- lysßu Fenst-ffW, erhöhen den rnm mH asten Emdr-nck eijizelnkr Ztadtprmktss. Auch ite klagkn über zusammeirgebrochem' Existenzen und verkrachte Bauspekulationcn. . . Heber 11 r genz der Pro Ierus alein - Gese l ls chaft (Siedl-