Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1859 (18.4.1924)
- Date
- 1924-04-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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EtazelnmmnerK1200 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborstr.l-3, oder in einer Verschleisatelle (Trafik) monatl. K 35.000 otrassenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt,I.Bez* Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 85.000 leitet Ts ch e ch o-S 1 owak e i: Mon. K18. Jugoslawien: M on. DinaröO. Polen: Mon. 31/« Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F rankr^ Belgien: Mon. Fres. 12 MF* NrehzahInsf“Wtl bei Preiierhöhunyen Vorbehalte« Polenrpoto.BU50.00 Italien: Monatl. 12 Lir« Rumänien Mon. ISO Lu Bulgarien Mon. 80 Lew« Schweix und das übrig' Ausland monatlich Frcs., 1 Redaktion u. Administratio Wien, II., Taborstrassei— Telephone: 44-0-38,43-3-19' ab 6 Uhr abds. 19-483,25-28' . IX. Uni versitäts8tr. 6—1 (Druckerei Steinniäriit Oesterreichisches Postspar kassen- Konto Nr. 150.691 ffiflR Nr. 1859 Wien. Freitag. IS.Atzril 1924 3m Senat nochmals angenommen. — Sapanifche Berftimmnng. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Washington, 17. April. Der Gesetzesarükel, der die japanische Einwanderung sozusagen verbietet, ist dsm Senat neuerdings zur AbftinmMng nntechreitet und zum zweitenmal mit 71 gegen 4 Stimmen bestätigt worden. Der Antrag, die Einwanderung überhaupt für fünf Jahre zu sperr en, wurde'abgelehnt., Der Protest Japan». London, 10. April. Das Reutersche Bureau berichtet aus Tokio, in Japan werde bedauert, daß die Wendung „ernste Folgen", die vom japanischenBotschafter in seinem Schreiben an den Staatssekretär Hughes gebraucht wurde, in Washington nicht verstanden worden sei. Der Botschafter habe darunter'verstanden, daß beim japanischen Volk eine Stimmung gegenüber Amerika entstehen würde, die von der Regierung würde kontrolliert werden müssen. Eine andere Reuter-Meldung gibt die Aeußerung des japanischen Blattes „Jiji Schimpo" wieder, das amerikanische Repräsentantenhaus habe alle Forderungen international er Höflichkeit und M o r a l außer acht gelassen. Erklärungen des japanischen Ministerpräsidenten. London, >17., April. .Nach, einer Tokioter Meldung erhärte der, japanische Miuisterpräsident,. könpe Amerika das Recht, seine eigene EinwanLievu.ng frei zu regeln, nicht bestreiten. Die bisherige Freundschaft sei durch das neue Gesetz getrübt, aber nicht gebrochen worden. Japan werde niemals vergessen, welche große moralische und finanzielle Unterstützung es von den Bereinigten Staaten in der Zeit dergrüßten Krise in der japanischen Geschichte erhalten.'habe. Auch Kanada will sich abschließen. London, 17. April. Kanada will,das Beispiel der Vereinigten Staaten nachahmen. Staatssekretär Neil forderte Parlament und Regiemng auf, die EinwÄnderung sb es chränt ungen für Chinesen auch auf Japaner auszudehnen. Japan müsse begreifen, daß Kanada die Einwanderung von Menschen des niedrigsten Lebensstandards ebenso verhindern wolle wie Japan die chinesische und , koreanische Erniwanderung. Sturz der sapanischen Papiere. London, 17. April. Die japanischen, Papiere einschließlich der letzten Anleihe sind infolge der Abstimmung im amerikanischen Senat an der NewHorker Börse sehr st a r k g e f a l l e n. Die japanische Anleihe fiel auf 90.67. Der Jen sicht, unter 41 Cents, also der niedrigste Kurs seit. langem. Die Beschlüsse der ReparationrlornrvWon. Schleunigste Vorlage der deutschen Verfügungen. Paris, 17. April. (Havas.) Die Repa-rationskommision hat einstimmig beschlossen: 1. Von der Antwort der deutschen Regierung, d i e 'ich d e n S ch l u ß f o l g e r u n g e n der Sa chv ertön di ge nanschließt, Kenntnis zu nehmen. 2. Innerhalb der Grenzen ihrer Befugnisse die Schlußfolgerungen der Sachverständigen zugenehm ijen und die in den Berichten angeführten Methoden aumnehmen. ' 3. Die Berichte offiziell den beteiligten Regierungen nt übermitteln und ihnen die Schlußfolgerungen, die hren Zuständigkeitsbereich berühren, zu empfehlen, )amit die v o l l e W i r k u n g de r Vorschläge beschleunigt werde. . 4. Von der deutschen Regierung zu verlangen, der lleparationskommission in kürzester Frist die Entdürfe der Gesetzte und Verordnungen vorule gen, die die vollständige Durchführung der Pläne garantieren, und ihre Vertreter in den Organisationsvmitees für bic Eisenbahnen und die I n d u st r i e- 1 y p o t h e k e n namhaft zu machen. 6. Rasch die im Dawes-Bericht vorgeseheen verchiedenen Organisationsausschüsse zu betellen. 6. Jene Maßnahmen vorznbereiten, deren Präziierung der Dawes-Bericht der Reparationskommission iberlassen hat. kr. Marx über de« SachtzerftSndige»- bericht. London, 17. April. (Tel. der „Wiener Morgen- ,eitung".) Reistskanzler Dr. Marx hat dem Berliner Korrespondenten der „United Preß" ein Interview genährt, in dem er erklärte, daß der Sachverständigenllan der beste Versuch zur Lösung der Reparationsfrage sei. Durch ihn würde der politischen Atmosphäre die Spannung und das Gift genommen, mit dent sie bisher geladen war. Das bedeute eine W o h l t a t nicht nur für Europa sondern für die ganze Welt. Der Plan fordere zwar harte Garantien, Deutschland sei aber bereit, diese zu gewähren. Es könne jedoch unter diesen Umständen nicht übertrieben sein, wenn Deutschland nun auch seinerseits Garantien dafür verlange, daß sein Gebiet in Zukunft nicht mehr von militärischen Interventionen bedroht würde. Das deutsche Volk würde trotz 'der schweren Lasten, die der Sachverständigenplan ihm anferlegt, diesen Weg beschreiten, weil er Garantien für eine freie Entwicklung Deutschlands biete und dem deutschen Volke den Frieden gebe, den es so sehr bedürfe. Italien stimmt dem Gutachten zu. Rom, 17. April. Wie offiziös verlautbart wird, hat, die italienische Regievwng dieser Tage das Gutachten der Experten über die Reparativnsfvage geprüft und mit Befriedigung festgestellt, daß es i-m Wesen die italienischen Richtlinien bestätigt. Die italienische Regierung werde daher, trachten, daß die innerhalb der Experten erzielte Einigung praktische Ergebnisse zeitige, die von der raschen Lösung jener Fragen zu schaffen sind, betreffs deren die Experten keine Vollmachten hatten. Eine UMrierte Beilage der „Wiener Margemeitung". „Der Ausbau Palästinas." Der gesamten Jnlandsauflage der „Wiener Morgenzeitung" vom 20. d. wird eine reich illustrierte So n derb ei läge beigeschlossen, welche von der Oesterreichischen Keren Hajcssod-Kommission veranstaltet ist. Diese bemerkenswerte Publikation weist folgenden Inhalt auf: „Drei Jahre Keren Hajessod-Arbeit" von Mols Böhm, „Die jüdische Heimstätte in Palästina" von Namsay Mae Donald, „Die jüdische Ansbauarbeit in Palästina" von Professor M e a d, „Fehlurteile über Palästina" von Kommerzialrat Max Klein, „Die Gesellschaft der Freunde des Palästina-Aufbaues" von Anitia Müller-Cohen. Die Beilage enthält ferner ausführliche Berichte über die Arbeit des Keren Hajessod in Palästina und detaillierte Mitteilungen über die Verwendung der Keren Hajessod-Gelder in Evez Israel. Weiß und Gelb. t—v. Wien. 19. April. Der internationale Chauvinismus, diese an. steckendste Entartung der weißen Welt, hat wieder ch. Konfliktsproblem erzeugt, dessen Klärung geraume Zei/ in Anspruch nehmen dürfte. Die amerikanischen' Vertretungskörper haben eine Einschränkung der Einwan derung beschlossen — das Johnsonsche Gesetz, das' wn in der „Wiener Morgenzeitung" am 26. .März besprochen haben — und damit den Appell des vereinigter Nationalitätenkomitees verworfen. Der Beschluß ist eir - feindseliger Akt gegen alle Staaten und Völker, er steh im stärksten Widerspruch zu der Geschichte der' Ver>, einigten Staaten und er liefert in Ertropa viele Tan sende von Menschen, die im Gegensatz zu den herrschen, den gesellschaftlichen Verhältnissen stehen, dem politischen und sozialen Radikalismus aus. Die Regierung - der Vereinigten Staaten kannte diese Beschwerde, dir. von der gesamten öffentlichen Meinung schon im Vorbereitungsstadium dieser Reform erhoben worden war, ihr lagen Proteste verschiedener Regierungen und Gesellschaften vor. Aber da Amerika vor Neuwahlen zur Präsidentschaft steht, so mußte die Regierung den pa> triotischkn Bollblutparteien eine Konzession,' ,äw Kosten der moralischen Autorität zugestehen. Sie, Hai? sich dem Gesetz nicht so scharr entgegenstellen ckonner ,, oder wollen, wie das von ihr. veylangt worden war, u nt f ist außerdem durch eine üngUWche TeMrung eiM Bestimmung der Bill, in einen, StrÄt mi. Japäsi geraten. Da diese betreffende Stelle die Einwänderuuc aller Personen untersagt, die nach den geltenden Ge-..> setzen das '.amerikanische Bürgerrecht. nichts erlängeü. können, so .fühlt sich Japan Rasse betroffen, auf deren Angehörige dieses -Vepbos.iwerster- Linie zutrifst. Die! japanische, Regierung testiert, aber zwei Tage-nach. ihrW-.EmWrüch-haj Senat in nochmaliger Abstimmung das Gesetz. unverändert angenommen. Es ist ein legislativer Akt geschehen, der kaum rückgängig gemacht werden kann. Die japanische Regierung Hai die Kabinette^ der Entente von ihrem Protest unterrichtet' und-wahrscheinlich eine diplomatische Intervention vorgeschlagen Japan kann im Augenblick nichts anderes tun. Durch die Erdbebenkatastrophe hat es sehr schwere Verluste an Menschen und Gut erlitten, die ihm eine bewaffnete Austragung des Streites fiir absehbare Zeit verbieten. Aber auch Japan verfügt über starke chauvinistische Strömungen, die jetzt ausgepeitscht werden und alle Mittel zur Retorsion suchen. Es -gibt in dem amerikanischen Besitz im Süllen Ozean wunde Punkte,^ an denen der japanische Erpansionsdranq der Patrioten ansetzeu hm, um sich Amerika in peinlichster Weist fühlbar zu machen, und zudem streben starke, auch offiziell gestützte Tendenzen nach der Festsetzung Japans m der sibirisch-mongolischen Grenzzone, bekanntlich einem wichtigen Teil der amerikanischen Interessensphäre. Japanische Emissäre sind in dem ganzen, von den europäischen ' Kolonialstaaten besetzten Gebiet sieberhast tätig, um eine panasiatische Willensbildung herberzusühren, und sie treffen ans dienm Gebiet mit den bvlschewisüschen, indischen und panislamitü^en Propagandisten zusammen. So viele üefe Verschiedenheiten alle diese Elemente auch voneinander trennen, so glüht doch in allen ein fanatischer Haß gegen Europa, und es wird den japanischen Agitatoren nicht s^wer fallen, sich diese vorerst noch ohnmächtige. rein aefuhlsmaßtge Anüpathie zunutze zu machen. Japan ist die einzige Macht, die den Orient organisieren kann. Es wird seine Empfindungen einstweilen aufs Eis legen, aber subkutan sehr schmerzhafte Injektionen geben, die^ den. Körper der Weißen Rasse, ihr'Auseben und ,ihre wirtschaftliche Macht sehr empfindlich treffen. .. , Es steht Chauvinismus gegen Chauvinismus. Aber es muß festgestellt werden, daß'der Anstosi von amerikanischen Parteien ausgegangen rst, Die hterm wie in dielen anderen schlinn 'en Dingen sich Schüler der europäischen Verlotterung erweisen. Es tz. weiter festzuhalten, daß die Reduktion der Ernwanderunasauote die europäischen Auswanderungslander weit höherem Maße drückt als Japan. Der Sinn des Teppiche Herren-und Damenwäsche, Regenmäntel» engl. Wollstoffe, ferner Bettzeugu. webwaren, alles erstklassig und billigst im Warenhaus Schiffmann II. TaborstraBMß Telephon 47-1-7^ En gro* En dnlall wm