Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1857 (16.4.1924)
- Date
- 1924-04-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ElozslnnmmeT K1200 Wien: Zum Abholen in der Expedition, Ü^T aborstr.1-3, oder, in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt,I.Bez* Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 35.000 Ts ch e c h o-S 1 owa k e i: Mon. K 18. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Polen: Mon. 3*/« Zloty, Deutschland: Mon.Goldmark4, FrankrH Belgien: Mon. Fraa, 12 lener MM Po!en:poM.850.00G Italien: Monatl. 12 Eire, Rumänien Mon. 130 Lei* Bulgarien Mon. 80 Lewa, S c h w e i z und das übrige Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ah 6 Uhr abds. 19-4R?,25-282 IX. Universitätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann) nr N»oh*«hiu»r«i» bei PreieerbobuBjen vorbenalte» Oesterr eichisches Postspar• kassen-Konto Nr. 150.698 Nr. 1857 Wim. Mittwoch. IK.Aprll 1824 k. ZoHrgang Mal' Mahnung an Aeutschland. Ln dem ZachversiSndigengntachte« darf nichts geändert werden. — Ae englische Mgiemm unterstützt den Man. — Sine BerUndigung der Mierten. London, 15. April. (Wolfs.) In ©ttoi&emtttg auf eine . Anfrage Baldwins i>m Uuierhauls'e, ob bk Regierung irgend eine Erklärung Wer die Berichte -er Sachv e r st ä n d i g e n abgeben könne, sagte Mae Donald, die Regierung habe von der einmütigen Unterzeichnung -er Berichte durch alle Sachverständigen mit der größten -Befriedigung Kenntnis genommen. Die Berichte stellten nach Ansicht der Regierung ein unparteiisches, sorgfältig erwogenes Bemühen dar, -den beteiligten Regierungen bei der Ausgabe zu Helsen, eine' Regelung dieses vitalen, lange Zeit schwebenden Problems zustande zu bringen. Der praktische Wert und die Anwendbarkeit der Schlußfolgerungen der Sachverständigen und der von ihnen empfohlenen Methoden hätten überdies dadurch eine schnelle Anerkennung gesunden, daß die Neparativnskonimissivn am 11. d. den Bericht einstimmig angenommen habe, und zwar unter der Bedingung, 'daß die deutsche Regierung sich bereit erkläre, bei ihrer Ausführung m i t z u w i r! e n. Die Regierung sei der Meinung, daß von. solcher Autorität gestützte Berichte allen Anspruch aus allgemeine Zustimmung haben und daß der allgemeine Wunsch bestehen wurde, die Gelegenheit,; die derartige autoritative Dokumente böten, zu 'benützen, um dem infolge der bisher JiMMermMs Waruuug. Gefährdung der Auslaudskredite. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 15. April. Reuter meldet aus Wien: Die Intervention der Banken an der Wiener Börse erfolgte über Warnung des Generalkommissärs Dr. Zimmerman gegenüber der österreichischen Negierung und den Wiener Bankenkreisen. Dr. Zimmerman begründete diese Warnung mit der Tatsache, daß ein weiterer Rückgang der Effekten an der Wiener Börse Oesterreichs Auslandskrcdite ernstlich gefährden konnte. Skztznrkl - polnischer VMerbmddeleMrter. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 16. April. In der Morgigen Sitzung des Minisierrates wird Außenminister Z a m o y s k i mit dem Anträge der Ernennung des ehemaligen Ministers Skrghnski zum Delegierten Polens beim Völkerbund auftreten. idltitt des ReWMtirmiMers. Berlin, 15. April. (Wolfs.) Neichssustizminister Ent m inger hat, den Reichspräsidenten um ENitz e b n n g von s e i n e m P o st e n gebeten. Der Reichspräsident ha t ^dem Ersuchen entsprochen und ’ den Staatssekretär im Justizministerium Dr. Joel mit der Führnng der Geschäfte des Reichs-justizministers beanftragt. . Deutschlands 3a. Berlin, 15. April. (Wolff.) In UeLereinstimmnug mit ocr Stellungnahme, der Staats- und Ministerpräsidenten der Länder hat heute das Reichskabinett beschlossen, die Anfrage der Repa rat i o n skomn t i ssi on über die Sachverständigengutachten bejahend zu beantworten. Der Reichskanzler hatte gestern abends, wie den Blättern mitgeteilt wird, eine Besprechung mit den De utschnationalen und wird heute nachmittags zuerst mit' den Führern der K o a l i t i o n s p a rt e i c n und sodann mit den Sozialdemokraten konferieren. noch nicht erreichten Regelung bestehendem Zustande e i n Endt zu bereiten. Mae Donald erklärte weiters, die Regierung sei der Meinung, daß ein Punkt, der besondere Bedeutung verdiene, in dem Bericht des ersten Konritee's unzweideutig ausgesprochen sei, nämlich, daß der Bericht ein unteilbares Ganzes sei und daß die Unterzeichner jede Verantwortung ablehnen würden, wenn einige ihrer Empfehlungen angenommen, andere aber verworfen würden. Die Regierung messe den vereinbarten Empfehlungen, die sofort ausgeführt werden könnten, so hohe Bedeutung bei, daß sie bereit sei, den Plan in seiner Gesamtheit zu unterstützen, vorausgesetzt, daß alle anderen Parteien bereit seien, dasselbe .Verfahren einzuschlagen. Am 10. d. habe sie diese Ansicht den beteiligten Regierungen, die Vereinigten Staaten ein geschlossen, mitge teilt. Baldwin fragte dann, ob der Premierminister wisse, daß er bei der von ihm eingenommenen Haltung die einmütige Unterstützung des britischen Volkes ihabe. (Beifall.) Mac Donald erwiderte: Ich dachte mir, daß es so sein würde, aber ich bin Baldwin außerordentlich verpflichtet, daß er dies fetz; ausgesprochen hat. Geheime MrbmMU i« besetzten Gebiet. Koblenz, 15. April. (Havas.) Da die französische Sicherheitspolizei jüngst das Bestehen neuer geheimer Organisationen aufgedeckt hat, die.dazu bestimmt sind, Werbungen für die R e i ch s w e h r, die durch den Vertrag von Versailles in formeller Weise verboten sind, zu veranlassen, hat die Rheinlandkommission im Einvernehmen mit den Konnnandanten der englischen, französischen und. belgischen Besatzungsarmeen eine Verordnung erlassen, worin das Verbot in Erinnerung gebracht wird und strenge Strafen gegen jeden Bewohner der besetzten Gebiete vorgesehen werden, der an irgendwelchen militärischen Hebungen teilnchmen oder diesen Organisationen angehören sollte. Die Strafbestimntungen sehen auch 'die Ausweisung aus den besetzten Gebieten vor. Eine Rede Wncotes. Paris, 15. April. Ministerpräsident Poincare hielt heute bei einem repMikauffch-demokratischen Festmahl eine Rede, worin er erklärte, das; Frankreich den Frieden wolle, aber wünsche, daß der Friede reich sei an wohltätigen Ergebnissen. Wir haben den Schatten des Friedens oft kommen sehen und ein Recht, vorsichtig zu sein. Die Berichte der Sachverständigen beweisen, daß Deutschland trotz f.^er Ablengmrngen sich nur dem Scheine nach arm gemacht hat und fähig i st z n z a h Ie n. Prozeß gegen die Stoßtruppr Hitlers. (Eigendionst der „Wiener Morgenzeitung".) München, 15. April. Am 23. d. Pt. beginnt vor dem hiesigen Bolksgericht der Prozeß gegen °38 Angeklagte der Stoßtonppe Hitlers wegen Vergehens der Beihilfe zu einent Verbrechen des Hochverrates. Es handelt sich hier um den seinerzeitigen Ne verfall auf das Gebäude und die Redaktion der sostaldemokratischen „Münchener Post" sowie um die Entführung als Geisel des Oberbürgermeisters Schmid und einiger Stadträte gelegentlich des Hitler-Putsches am 8. und 9. November 1923. Bor den deutschen Wahlen. ~y. Wien. 16. April. Die Gutachten der Experten werden von allen an den Reparationen interessierten Regierungen als die geeignete Grundlage für VerhaMungen akzeptiert. Dys ist ein erfreulicher Umstand. Die Sachverständigen hatten sich bemüht, die heikle Frage aus dem Dorngestrüpp der Haßpolitik wieder auf das Gebiet der Wirtschaft zu bringen und sie soweit dies unter den gegenlvärtigen Verhältnissen möglich ist, als einen zwischen Gläubigern und Schuldnern spielenden Streit an zu fassen. Sie hatten nicht die Aufgabe, das Prinzip der Angelegenheit. zu prüfen und auf die Frage einzugehen, ob nicht, der Versailler Vertrag, die Ursprungstelle -der . Reparationen, nicht in der Kostenberechnung des Prozeßverfahrens weit Bibers Ziel geschossen hat. Demgemäß haben sie ihr Gut-, achten abgegeben, das sich einfach auf die ihnen vorgewiesenen Belege stützt und das, wie Keynes sagt, sich als die Sprache von Vernünftigen in einem Irrenhaus an-, hört. Es konnte nicht ausbleiben, daßsich sofort inj Frankreich der Lärm der Straßenpresse erhob, auD denst man das „Unannehmbar" heraushörte. Die Regierung hat dieses Wort nicht ausgesprochen. Sie liebt sicherlich^ das radikale Geschrei der von ihr inspirierten Blätter.! Wer diesmal nur im Hinblick auf die kommenden'Wahlen, für die eine schöne Geste immer eüvas Gutes'ist. Nach außen hin muß Poincare eine andere Haltung , zeigen. Denn er steht diesmal der englischest Pleiter--5. regierung gegenüber, deren Einfluß sich in den Berichten; der Sachverständigen deutlich zeigt, obzwar eine.schrWe Einwirkung unteMieben ist. Dies konnte nicht geschehen, * da ja England knapp vor -den Handelsvertvagsvechand-; lungen mit Rußland stand(di.e inzwischen freilich tn:. wenig hoffnungsvoller Weise ihren WsaWWymMest.. haben)'und deshalb sich nicht mit Konflikten in her Em - testte belasten konnte, dann aber auch deshalb, weil Eng-. land nicht die deutsche Reaktion ermutigest will, die ohnehin von sich aus alles tut, uw die Entpolitisierung der Streitfragen zu hintertreiben. Sie erklärt die Vorschläge , der Experten für ruinös und da das Ausland, dank der Apathie der deutschen demokratischen Parteiest, , mit einem Wahlsieg der Nationalisten rechnet, ist die Position Deutschlands schon jetzt, noch ehe die meritorischen VerhaMungen begonnen haben, schwer gefährdet und. das Endziel der englischen. Bemühungen, zu einer Weltkonserenz über den Versailler Frieden zu gelangen, schon jetzt in Frage gestellt. Es ist zwar sicher, daß auch eine Rechtsregierung in Deutschland verhandeln müßte und daß sie, selbst wenn sie aus dem Triumvirat Ludendorsf, Helfferich und Hitler bestünde, durch die Logik der Sanktionen in das Konferenzzimmer gezwungen würde, aber für die Wahlen ist die Versammlungsphrase von der räuberischen Entente sehr gut zu verwenden. Zumal ja durch ekn Urteil des Münchener Landgerichtes —- es muß wiederholt werden, des Münchener Landgerichtes — die französische Subventionierung der Hakenkreuzlerei festgestellt worden ist. Woraus sich ergibt, welche Bewandtnis es mit dem chauvinistischen Programm der Mivpolitik hat. Es ist ein Schwindel, der gut bezahlt wird und seinen Mann nährt. Alle Führer dieser Bewegung, die so stolz auf ihren antikapitakistischen Grundcharakter hmzeigen, sind durch die Bank schwerreiche Männer, die den Franzmann nicht leiden mögen, doch seine Weine gerne trinken. Und vielleicht erklären sich auch auf diese Weise Zwanglos die ungehenerlichen Geldmittel fiir die Agitation der Rechtsparteien in dem Wahlkampf, der sich in einer Weise vollzieht, wie man sie frül)er in Deutschland nie für denkbar gehalten hätte. Es ist. ein unverhüllter, barbarischer Terrorismus, der im ganzen Reich betrieben wird. Studentische. Rollkommandos sprengen mit Bomben, Revolvern und rohester Gewalt alle gegnerischen Versammlungen, wobei freilich auch Nationalsozialisten gegen Deutschnationale wüten, die im Geruch des Judensoldes stehen. Diesem Schrecken beugen sich alle Behörden. Alle Machtmittel der Republik sind im Dienste des völkischen Radikalismus, der überhaupt keine .Ideen zur Diskussion bringt, sondern nur sinnlosestes, wüstestes Radaugebrüll, das bei den Juden beginnt und bei ihnen endet,-dessen , ewige Grundlage die „Geheimnisse der Weisen von Teppiche Herren- und Damen Wäsche, Regenmäntel, engl. Wollstoffe, ferner Bettzeug u. Webwaren, alles erstklassig und billigst im Warenhaus RSchiffmann II. Taborstrafie 48 Talentiert 47-1-79 En gros En tfetall 8