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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-15 · Heft 1856 (15.4.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1856 (15.4.1924)
Date
1924-04-15
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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m iBBS wie«, WEs ' Im Schränken war der Verkehr im fließenden Ham ' Hel ttstgSstellt und itt dWn WiteN» wie btt den archttest Wektestgattungen, Ntiv erst ^chtüßtuLS Ndtiött. Die (Sittä* vwng war ebenso M in m MrlMs wtsestÄch bKuhitzst Pester ungarische Kömistevzialbank verloren 78.000 K-, Niederösterreichische EsrvMpMMschilft 10.M K.» NvrMhn ÜOO.OOO K., Golleschauer 80.000 K-, Pilsner Brau 300.000 $;> Brosche 130.000 K.» Dynamit Met 660.000 K., IustgLunzkduer 700.000 K., Berg Ui Hütten 260.000 K-, Nordböhmische Kohle 100-000 K., Ungarische allgemeine Kohle 11Ö.00Ö K-, BrM u. BevgMeistsr 120.000 K.. Heinr-ichsthaler 90.600.- und Fanto 100.060 K. Hingegen stiegen PetlMooser NM 100.000 K., Westböhmische Caolin um 75.000 &«, SchetdeMandl um 70.000 K.» Drauland Holz um 30.000 K., MuNdutz UM 30.000 K., Veitscher Magnesit um 206.000 K.» Br-ttfeld-Danek um 63.000 K. und Färberei um 30.006 K- Bezugsrechtdt Handels-A.-G. 1566. Aus dem Anläge^arkt lägen sowohl österreichische als au?^ Ungarische Renten schwächer. Von den Exoten notierten: Essest 20.000. Mraznica 68.000 bis 63.066. Tchege 53.666 dis 67.000! . Universale 81.000 bis 35.000. Wiener Waffen 16.000. Die Warenmörtte. (Eigenbericht der „Wiener Morgestzeftmrg".) Chemikalien. Die Geschäftslage am ChemikälieNMürkt ist ausgesprochen schwach und lustlos und die Auswirkungen der schwierigen finan- «ellett Situation machen sich naturgemäß auch im Ch'emikalieNhandel bemerkbar» der vor allem unter cmßerster Geldknappheit zu leiden hat. Die Situation erfordert auch entgegen dev bisher ganz allgemein geübten Kreditgewährungen äußerste Zurückhaltung. da Ueberraschungen auch in der Chemikalienvtanche nicht als ausgeschlossen gelten können. Dadurch wird das Geschäft derzeit sehr erschwert, wozu noch kommt, daß ganz allgemein die Nachfrage für eine Reihe von Artikeln nachgelassen hat, für die die Industrie wieder derzeit stur sehr schwach als Käufer auftritt. In Paraffin haben sich die letzten Notierungen, wenig verändert. Die Preise liegen unverändert fest, . doch ist von schwachen Händen gegen prompte Kassa gegen starke Untergebote Ware zu gedrückteren Preisen zu erhalten» wodurch der Markt etwas ungünstiger beeinflußt wird. Die vörhüstdesten Bestände scheinen nicht sehr bedeutend zu sein. Cer es ine liegen unverändert hoch im Preise, sehr gut gefragt bei steigenden Preisen ist Bienenwachs. Der Markt in Carnaubawachs hat sich beruhigt, dügegeü weisen die Notierungen von Jqpanwachs bei seht reger Nachfrage eine sehr stark steigende Tendenz auf. Die Forderungen für Montanwachs liegen unverändert und scheinen sich.die Preise bei dem zuletzt erreichten hohen Stande vorläufig zu stabilisieren. Das Geschäft in Terpentinölen leidet stark durch die schlechten Witterungsverbältnisse, da dadurch die ziemlich belangreichen Vorräte nicht im üblichen Maße zum Verbrauch gelangen können;,trotzdem besteht für einzelne Terpentinsorten btt steigenden Preisen ziemliche Nachfrage, was. besonders infolge knappet Bestände.fiit Neustädter Terpentinöl zutrifft. Die Notierungen für amerikanisches und französisches Terpentinöl in österreichischen Kronen sind ziemlich stark gestiegen» trotzdem sind aber besonders die Förderungen füt französisches Terpentinöl, in Anbetracht des enorm gestiegenen französischen Franken zumeist ausgesprochene Verlustpreise. . In russischem Terpentinöl hat sich der Markt etwas beruhigt. Infolge der starken Eindellungen der Händler und Verbraucherkreise, hat die Nachfrage bei uirverändextest Preisen etwas Nachgelassen, wobei aber die auf den polnischen Bahnen eingetretene Frachterhöhung ab 8. April von zirka 30 Prozent sich'erst auswirken Muß. Keine einheitliche Tendenz weist der Harzmarkt aus und es werden die Notierungen hier speziell durch die verschiedenartige Abdeckung des französischen Franken beeinflußt, die zum Teil hohe, zum Teil außergewöhnlich niedrige Notierungen hervorbringen. Der Schelläckmavkt liegt ziemlich unverändert. SÜÖlette* MüHtten-eiMnür sich befestigt! EssiasäÜrK uck ». Kali.gelbblaüsaUres ÜÄ.1006 Kvus ta lOÖ K. M HvM Bic; M B. B. UM Im Oochensauf' 8600 K. äüf 20.066 | SBiÖOÖ 'Sfy Sodck. bie« § 200 K. aüf L4O0 K« . ...... Mgsschwächt hsben sich WvMllliM um 5ÖÖ K. auf 7500. K., Glyzerin 28 Be..chemisch ryin nm 600 K. auf 28.600 K.» Mistimst Bleiberger um 600 K« auf 18-606 K« MehmSMe in St. Marx. (Eigenbericht der „Wi'ener Morgenzeitung".) Rittdekckärkt. Der gestvlge Äustrkeb belief sich äüf 876 Stück iuländi- Wes.932 Stück ungarisches, 10 Stück tschecho-slowakisch es. 339 Stück jugoslawisches und 75 Stück rumänisches, zusannnen .W7 Stück- Wortmter. stch.2317 Stück Mast- und 200 Stück Bttnlvieh befänden.. Der. Gattung nach waren 1726 Ochse.lt, 113 Stiere Wd 138 Kühe. Tußer^.m Wachen noch 60. Stück ÄN'gemeMt, die int Banfe des Vormittags einlangten. Bei unwesentlich verMnderteM ÄUftvieb erössnete der Markt .in ruhiger HälMttg. Späterhin lNächte sich bessere Nachfrage bemerkbar, allein in den. Preisen ist gegenüber der Vorwoche Wiste Nennenswerte Berästderüng zu.konstatieren, da der Rindsleischkonsum während dev Vorwoche , ein beriniNderter. ist. Stiere tendietten flauer NNd haben sich im Pveise ernrätzigt. Es nötievteNt Ochsen Primä 16.000 bis 17.060 K.! extrem bis 19.6M K., Sekunda 13.566 bis 11.500 K., Tertia 12.000 bis 13.200 K., Stiere 11.500 bis 16.600 (16.600) K.. Kühe 11.000 bis 11.600 (17.000) K. .. und Beinlvieh 8000 bis 11.600 pro Kilogramm Lebendgewicht. Bürstenvitzhckarkt. Laut vorliegenden Aüs>ladüngest und Anmeldungen dürste sich der Austrieb ans zirka 4Ö0Ö Schweine belaufen. BaumwaAmarkt. 8?eW-T?vrk> 12 April. Bäunnvollzufußten in den atlavt und Golshäfen 6000, im Innern 3000 AUsftibr nach Großbritannien —. nach dem Kontinent 1000. Lokalmarkt miäNtina r 31.50 (letzt. Kurs 31.35». Tendenz Stetig. . Terinine: Ävril ÄM 61.17. IuW . lluli 29.68, Anguit 27.50 September 26 35 Sstober 25.68, «November —.— Dezember 2565. Jänner 24.78, Febrnar —, März 24.75. Berliner Börse. Berlin, 1l. April. Die Börse zeigt.' heute ein entschieden freundlicheres Ansichett. wobei Deckungen und.teilweise auch Rückkäufe eine wesentliche Ralle spielten. In der Hauptsache wurde d.r Tendengumschwung von der Erwartung mitbestimMt. daß Mit der Annahme des Sachverstän1>:aen-ä,rtachten8 durch die Revatationsk'MtmWoN die Retparationssrage für Deiitschland einer ertragbaren Erledimma entgegen ae<he. Auch die Einigung in den MicumverhandlUngen» bei welchen nach den. votlicyrnden Nachrichten der Standpunkt der dentichen Industrie etwas mehr Beachtung zu finden.scheint, wurde als Ursgche für die feste Stimmung erwähnt.. Dazu kam noch eine gewisse Erleichterung des Geldmarktes sowie der Umstand, daß dü täglichen Gerüchte über ZahlunasverlegeNhl'iten 'und Insolvenzen verstummt sind. Der Kursstand hat sich üm durchschnittlich 1 bis 2 Billionen und die führenden Werte um 3 bis vereinzelt 5 Billionen Prozent erhöht, womit gleichzeitig eine leichte Geschästsbelebung verbunden, war. Später ließen allerdings die Umsätze wieder Nach UNd die Kurse konnten nicht überall ihre Gewinns aufrtchter-hcklten. Bei den'zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren erfolgten ebenfalls aus den gleichen Gründen .überwiegende Kursst't.-igerunqen in ungefähr gleichem Ausmaß, . Der Rentenmarkt lag bei wenig verändörten Kursen still. Im Deviscngeschälft sind die Ansorde- Lungen etwas geringer geworden, so daß in den Notierungen rm-d Zuteilungen Veränderungen von Bedeutung nicht eingetreten sind. (Alles tn Billwnen von Mark.) Schlußkurier Türkische Lose 22.—, Oeiterr. .StaätSbabn 32.-, Nordb,. Lloyd 6.12. Per. Elbeschiffabrt 3.25, Berliner Handelsgesellschaft 35.2, Kommerz. Privatbank 5.26, Tarmstädter Bank 9.—. Deutsche Bank 9.3, Diskonto- Kommandit 10.62, Dresdner Bank 6.—. Nationalbank für Deutschland —, . Sesterr. Kredit 0.42-5, Oesterr. Üänderbank —. Reichsbank 28.—, Wiener Bankverein 0.326» Wr. Unionbank 0.35, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 9.05, Bochumer Gußstabl 48.—,: Daimler Motoren 4.—, Dentich-Lüremburger 16. April 1924_ Seile 0 li.i, Deutsche Maschinen 7.12» Dy'nanrit Robe 6-87. Helten, u. , Guilleaume. 87.—, Gelfenkirchener Berg 46.5, Tb. Goldschmibt 13.12. Härpener Bergbau 59.— Hirsch Ktwfer 31.6.. Höchster Farben 13.76. HohrnloheMerk« 27.5. Lanrabmte 12.—, Mannesman.nröbren 62-8, Phöni» Bergbäü 28.3, Schnckert tz. Co- 33.75, Siemens p. Hnlske 88.- Ttzlephön Berliner 4.25, Dollarschatzantveisungbn 82-80. Prager Börse. Prag, 14. April. Die erhoffte Besserung der heutigen Börse hat sich nicht einMellt» wüs hauptsächlich durch die Ab. wvsenheit, des breiteren Publikums verursacht wurde. Die Befestigung des Franken wirkte drückend auf den Wwne- Marik-t. dessen Einfluß an der. hiesigen Börse zu erkennen war. ÄrVltragepapiere sMvie heincrfche Werte erlitten größere Verluste. Schiwmytendierten Chemische und TeMwerte sowie österreichische . Hütten-.^. und InwÄld-Mien. Auch Zückerwerte gaben nach. Heimische Banken, von denen eine größere Anzahl ex Coupon gehandelt wurde» konnten sich ziemlich gut behaupten, während Wicner dnrchiweas schiwächer lagen. Don Berkehrswerten .waren Nortbahn-Mtien stärker . . rückgängig. Kullssewerte lägen zum großen Teil.behauptet. Aus dem Anlagemarkte hielt die. Besserung an. Von Exoten besserten sich nur Bulgaren. Der Schluß war schwach. S cb l u ß k u r \ c: Türk. Eisenbahn-Anleibe 400 Frauken —, Böhm. Unionbank 461.— Böhm. Eskomvtebänk 434.—, Böbm. Industrialbauk 469.—, Zivnostenska Banka 429.50 ex. Anglobank 131.50, Oesterr. Kredit 100.—, Wiener Unionbank 98.—, Wiener. Bankverein 71.50, Buscktiebrader Eisenbahn Lit. A —, Lit. B, Ferdinands-Nordbabn 6050.— Mrüg-Dnxer 181.—, Aussig-Teplitzer Eisenbahn —, Restomitzer Znckeriudnstrie 1ll60.—, Vereinigte Elektrizität Wien —.—, Broscke 1310.—, Koliner Spiritus 1185.—, KonigShofer ZdrUeni. 1180.-.. Breitield-DänLk 559.50, Ringhoffer 730.-, Simmerinoer 135.—, Röihkosteletzer Textil 323.—, Alpine Motztan 244.—, Pvldihütte 294.—, Prager Eilen 940.—, Oesterr. Berg ii. Hjittek 2480.-. Skoda 587.-. Intvald 318.-. Budavefter Börse. Budapest, 14. April. Der Geschäftsga>ng der heutigen Börs' war wiederum trälge und die Stimmung flau. Da aber die Banken später Interventionen Vornahmen, trat eine leichte Besserung ein. so daß es z'.l Kurssteigerungen bis zu 3 Prozent kam. Das billigere Wochengeld trug gleichfalls zutc besserest Stiinmung. bei- In dev zweiten Pörsenhälft? verstaute das Geschäft wiederum und der Verkehr bewegte sich bis zum Schluß in recht engen Grenzen. lAlles in Tausenden von Krönen.) Sch i n ß kn r s ei Britikch-Uüg. Bank 84.—, Nng. Kredit 663, Oesterr. Kredits 230, Salgo Köhlen 760, Rimamüranher 150. Südbabu 83.—. Staatsbaßn 575.—. Anglobank —. Gran- Szcszvarer. 450, Obenwo. Berg- Hütten 635.—, -Drasches )'iege' 315, stng. alla. Kohlen 3360. Ilrikanv Koblen 925, Kobura. 65, Spodinm 242, Elotilde chem. Fabrik 158- Ung. Eisenbahnverkehr 260 ex. Verein. Holz 48.—, Adria 1825. Die Devisenkurse. Zürich, 14. April. (Devisenkurse von 12.10 Uhr, — Von der Schweizerischen Kreditanstalt mitatteilte Mittelkurse.) Berlin vro Milliarde —(-.-), Holland 212.50 (212150), New-Uork 569.50 (570.—^, London 24.70 (24.71), Paris 34.45 (34.15), Mailand 25.32 (25.26), Brüssel 29.20 (28190), Köpenhageii 94.50 (95.—), Stöckbolm 160.50 (150.25), Christiänia 78.60. 78.50), Madrid 76.75 (76.40), Buenos Aires (M.-), Brätz 16.90 (16.90), Budapest 0.0080 (0.0078), Bukarest 2.97' l3.-)» Belgrad 7.07‘A, (7.10), Costa 4.12'/. (4.15), Warschau . Wien 0.008025 (0.008037). Berlin, 14. April. ^Devisenkurse.) (In Goldmark für 10E Einheiten mit Ausnahme von Buenos, New-Uork, London,Japan und Rio für 1 Einheit; Wien und Budapest für 100.000 Einheiten? Amsterdam 166.11 (156.61), Belgien 2165 (21.25), Ehristiania 57.61 (57.61), Kopenhagen 69.33 (69.58), Stockbolw 110.72 (110.72), Italien 18.65 (18.55-, London 18.205 (18.205), NewBork 4.19 (4-19), Parts 25.44 (25.04), Schweiz.- 73.52 (73.52), Spanien 55 96 (55.96), Wien 6.08 k6.08), Prag 12.46 (12.46^, Budapest 6.08 (6.08), Sofia 3.29 (3.29), Belgrad' 5.63 (5.63). Berlin^ 14. April. (Nötenkurse.) (In Göldmark für 100 Ein- ■ heften mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, oster-- Cowrigth by 1983 Nachdrüä.berliotett. Deutsch-Oesterreichischcr Verlag, Wien. 71. Fortsetzung. Die Heimatlosen. Voll Wilma Vukelich. Du wirst mun sagen: Christus unh Spinoza gingen weit über den Begriff des Judentüws hinaus. Das aber ist unsere Seligkeit, die gleichzeitig unsere Tragik ist. Dertt Beweglichen in uns, bas mit der Kraft des forschenden Geistes elvig über sich selbst hinaus brWici, steht jeües .wuchtige und wortgetreue Beharren gegenüber. In uns. Um uns. Im eigenen Mythos und im Mythos des ganzen Volkes. Daran mußten wir biAher scheitern. Daran zerbrach jahrhundertelang unser Glaube und Üttseve Sehnsucht. . Nun aber wollen wir weiter. Und wollen es ÄüI ganzer Kraft. Und wenn wir Gott suchen, suchen wir doch zületzt inuuer nur ulls selber. Unseren Ausgleich mit den letzten Dingen. Und suchen ihn im Glück ünd im Leid, int Schlafe, im Wachen und in der Beschaulichkeit. Und fragen schließlich verzweifelnd: wo ist jener jüdische Gott» den ich zu lieben sticht vermag? Zu dem ich längst kein Verhältnis habe? Ich aber frage: haben wir denn zum Judentum in uns selber das richtige Verhältnis? Und w-ollen Gott finden, ehe wir uns als Juden richtig empfinde n lernten? Che' wir das eigene Rätsel aüfgelöst? Ehe wir die Sprache des Blutes in unseren Adern verstehen gelernt und endlich begriffen haben, wohin dieses Blut Nns drängt?" Alfred sah zögernd vor sich hin. Noch begviff Lt nicht ganz. Sich als Jude fühlen? Sich als Jude Äkenntzst? Er hatte niemals daran gedacht. Das alles tag so ferne von seinen Zielen. Ttotzdem lauschte er'MsPaüNt Ustd fein Auge suchte das Auge des Freundes. Die beiden Sänger säßen noch imnter zusämnrengekauert in ihrem WiMl. Mit vorgeftreckwn, schmerzlich gcfpantltcu Gesichtern und schienen in eine, Leere zü läuscl'.en. Dann Hub der eine an zu singem Dei: andere begleitete ihn ans einem wi'.tzigeii SaitewitistlstmeNt,' Läs einer Gitarre ähnelte, Und mm strömte dve Stimme Voller, tiefer, leidgetvagen. Rang sich los aus sich selber, sammelte sich in einem großen, tiefen Gefühl, schwoll an in einer schweren und getragenen Melodie, und die Laute, die -he formte, >waren die alten Tempelgesänge, die Alfred oft fchon gehört hatte, aber niemals so . . . fö offen und verstehend . . . ihrem Wesen hingegeben, von ihreur Inhalt überwältigt. Alles verstummte in dem kleinen Zimmer. Und lauschte. Und die Stimme breitete sich äus Und wurde Leben. Ein Leben, das irgendwo hinabgesunken. Das irgendwo verlorengegangen. Und es war das schmerzliche Drängen des Blutes nach seinem Ursprung. Es war die Sehnsucht det^ Verwaisten,. die sich äussingt in diesen Lauten. Das letzte, wäs uus geblieben. Mas völlig nufer ist... „Suchtz!" Me DäMl und seine Stimnie bebte. „Suche und lernd dich selber Perstehen. Ringe mit deinem Gott, der ein trotziger Goit der Gewalt ist. Und eines Morgens wirst dU erwachen üud w!vft seine Stimme gehört, haben. Ustd wiust sie den MtzNischen bringen in deiner Musik. Jeder wird sie vernähmen, der dein dermmänt. So wirst du ihn finden, wie btt dich selßer findest. Und wirst ihn lieben lernest, wie dst Ach selber liebst -.." Den Hbirstweg letzte 'Mfred, rin,Hä.rmahs Seise zurück, wahrend Daniel ins Spital zurückEehrte, uni feinest Dienst Wieder auszuMMest. Häststah aber sprach 'MMr nur von Dackel Ustd M Mrkitz es gar nicht. Denn, nichts schien chr natürlicher, Üls Dackel zu lieben, Mt immer wieder Bilder heraüfzubefchwKren» ist denen er die Hauptrolle spielte. Äkß stiller» duldender Held. Als Retter an Krankenbetten. Als PsäVWevser. Als Äpostel des Wortes. Sie selber hospitierte an dem gleichen Spitale. Auch sie wollte Aerztin weMn. Aber Ms alles lüg noch fern. Und indessen würde Daniel stach Palästina gehen. Man sah sich Iahte nicht« Es war natürlich. Ja. Aber es war doch schwer zu ertraW/ ilstd sie seufzte lW. Und sprach davon, daß sie cs immerhin als Tragik in ihret beiden Lebest empfinde, daß so vieles M Rege perforengegangen , »* „Sie staunen, nicht wahr? Si>e können das mit all döm Vorhergesagtest nicht in Einklang bringen? Sie wissen, wie sehr ich glühe für die Idee. Und doch. . . inir ist so battg. So namenlos bange ist mir um unsere Gegenwart. Das Leben rollt vorüber. . Zaghaft und fragend blickte sie empor zu Alfred, der iw Dunkeln nur die schattenhaften Umrisse ihres Gesichtes sah. Und nicht das schmerzliche, Beben ihres Mstndes. „Ja. Um die Gegenwart ist mir bange", w'^ederholte sie. „Urid ich frage mich oft: ist es richtig, ein lachendes Lebensgebilde eistet Theorie äufzüopsern, wie,-Dcmiel es mit Lydia tät, die Nichts Besseres verlangte, als von ihm geliebt zst werden. . « stark Und natürlich. . . wie wir alle es im Gründe verlaugeir . . .?" Und dann setzte sie nach einem kürzen Zögern und mit einem leisest Klagelaut in Wort und Stimme fort: »>Uud nun leidet er. Trotz der Milde seines Wesens. Niemals verschnierzt er sie. Keine astdere ersetzt sie ihm. Keine. UW niMäls liebt er wieder, wie er Lydia geliebt hat.... ." Und wiederholte dann schättenhast leise und schmerzlich: „Niemals!" Alfred schwieg. Er fühlte, daß sie für sich sprach. Daß sie sich vor ihm enthüllte. Viel zu viel verriiet. Und er WoW verschwinden, um sie klagen zu lasten. Um sie ungkstört ihren Weg entlang tasten zu lasten. Er wußte: sie wirb sich wiebtzr finden. Und schwieg, weil er ihr die SWin ersparen wollte, Zeugä ihrer lauten Gedanken zri sein... Und sie setzte weiter fort, mit einem leichtrn AusatMst, ustd HW den Kopf zu Alfred entpör: »»Es ist so: Das sind wir, die neue jildische Jugend. Wenn wir uns mit den anderen vergleichen, daun erst wir recht, wäs. ust's fehlt: die Frische. Das rechte- Zugreifen. Wir grübeln zu viel und so lange, bis wir uns den Duft von den realen Dingen weggegrübelt haben. Und hMW ütts dätän gewöhnt» das .Leben so zu erlebeil. Durch das Medium dtt Gödanken. DAtch ein Bild. Weil wir .ft!e unser Uchrckjal haben . . ." .(Fortsetzung folgt)

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