Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1854 (13.4.1924)
- Date
- 1924-04-13
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980937--18554-3005631- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»TW9MT Wett, SvnMg Wiener Morgenzertung. Wsinlügen ruhig einen Schwarzen trinken, ohne sich dadurch dez^HttSW..^W^bLrgMKLN^Mre,.auWLtzÄt, oder eine Versammlung seiner Gläubiger herbeizuführen. Also die fünf Wagen bleiben stehen. Es stellt sich heraus, daß es Möbelwagen f^Mer;MMMiM.: ab ^.und kommen ins Kaffeehaus. ES M^EM^fiA>G^i^^.shwere'-BürschttU'-Auf einmal geht der RttWel' los. ÄM werten gerückt, Tische gchöben,' Emrichtttttgsgegenstände verschwinden. Bitte, es war keine okkultistische SecM/ Wenn auch die Sache sehr geheimnisvoll a-ussah. Dann beginnt man die "Luster abzumontieren. Den Besuchern wird anD und bange,'sie müssen das Lokal verlästert. Alles um sieben-Uhr ahetch8..Man konnte sich zunächst das ganze nicht erklären. „Erne Fjlmaufnahme!" „Nein, Hakenkreuzler!" „Die Steuerbehörde!". „Wg, der Breituer!!" hieß es im Kreise. Ich dachte, es sei am'Tage eine Börsenhausse gewesen, jemand habe das döka! nachwittags gekaüft und wolle es unverzüglich für BMMcke adaptieren. Ich weiß Heute noch nicht genau, was der Grund war, angeblich Differenzen zwischen dem Eigenthrner;Mtd .dewtz Pachter des. Kaffeehauses, der seinen Ber- MchttMen sticht kmchr nachkoumien konnte, feine Kaution gelangte und die „Evakuierung" selbst veranlaßt haben soll. Jetzt ist das Kaffeehaus wieder geöffnet.. Mt dem Konzert ist es vorbei, es wird bürgerlich" geführt. Es ist dort wieder seht gemütlich,, nur.die-Lampen wackeln noch ein bißchen, aber sonst fff es schr anheimelnd. Kourmen Sie hin! Daß Sie nicht vor der Zeit hinausgeworfen werden, dafür kann ich natürlich nicht garantieren. a. s. Schwerer «feilbahnungM in Berlin. ' 'Ms Berlin tmvd uns gemeldet: In der gestvigett Nacht ' hat sich' auf dem Lehrter Bahnhof, ein schweres Eisen'bahnunglück - ereignet. Das Un- Mck forderte vier Menschen!eben. Es handelt sich um einen Betriebsunfall. Der oberschlesische Strell beendet. Barsch«,, 12. April. (P. T.Ä.) D-r Streik der BergarbeiiLer in Polnisch-Oberschlesien ist beend e t. We die Blatter melden, haben die rnr Streckgebiet de's Dombwwaer Kohlenbeckens zwischen den Industriellen und den toeitem geführten Berhandlungen A einer Verständigung geführt.Dre Wiederaufnahme , der Arbeit wird rm Lauft des heutigen Tages erwartet, > Sie Srtzerstreikr. In BndapA i 12. Apvrl. (Del. der. Mr.. Morgenzeirung") morgens D die. erste Mrmmer des von den Ärbeitgebern hmMsgoj^benen'Blattes „MagyLr Sajto" (Ungarische Presse) exMenen, und zwar mit sechs Seiten in un'gärrscher und zwei Seiten in deutscher Sprache. In einer Mitteilung an das PubslHm wird darauf verwiesen, daß mit Ausnahme der Blätter -und >,Nch" sämtliche Budapester Tagesblätter ihr - Erscheinen solange ein stellen, bis die Verletzung, des KollekiivöertraHes gutgemacht sein wird. .. >' v Ki ,^Esti Hivek" Znftilge beträgt die. Zahl der vom BuchdrDerstpeL' betrWnen Bettiebe in- Budapest und Umgchung Infolge des Streiks sind 4M Arbeiter und Angestellte des dHdruckergewevbes arbeitslos. ft; In «Suchest. '; Wstche». 12.. April.. (Del. der Mr', Morgenzeitung".) Last technische Persmral der Münchener Buchdruckereien hat mster ÄchiachtUUg. dex tarisarischen Vereinbarungen in gestern' »bends abgchallenen Versammlungen den Streik beschlossen. Infolgedessen sind, heute die Münch an er Tag e s.z e i t u ngest nicht erschienen. Z« audtte« deutschett Städte«. Berlk», 12. April. (Del. d. „Wr. MovgrnzSitMg".) Lrotzde-m , das ReichsavbettsmiiristLvruUr geistern den Schiedsspruch für 4ws Buchdmckevgewevbe aÄ verbvMich ^rMart hat, sind heute nicht nur in München Md B r e s l a u, sondern auch in z a h l r e r ch e n anderen Städten, lvre zum Beispiel Dresden, Eisenach, Ä o r 11 tz und H a l l e, die Buchdrucker in Ausstand getve-- ‘m, fo ärß die ZeMngen nicht evschsinen konnte^ ..... ' ilr Ser Wettersturz. 4. bis 11. Mai 1924 Denket mt die heroischen Leistungen den Pioniere in Erez Israel! Stärket die Arhettchfrende, die ZuversiiO: unserer heevlichen valäftinenstschen Jugend durch wahrhaftige Opferfreude! Sie bauen Straßen, entsuyrpfen das Land, bestellen den Acker, errichten Städte. Gebt ihnen Mittel für Saatgut und landwirtschaftliche Geräte, für Ginwandererheime und Spitäler und lasset die Lehrer ihrer Kinder nicht darben! Sorgt durch eine ungeheure Kraftanftrengung in dieser einzigen kurzen Woche, daß endlich auch die österreichische Judenschaft ihre Pflicht gegenüber Palästina erfüllt und nach dem 11. Mai 1924 nicht so beschämend weit hinter der Jndenheit der meisten anderen Länder zurücksteht! Bringet Opfer »nd veranlaßt alle, auf die ihr Einfluß habt, Opfer zu bringen! Das ungünstige Wetter zeigte gestern abends Äne övrübepgehende Neigung zur Beffernng. Gestern hat e's in Wien geschneit und alle Berichte von auswärts sprechen bW reichlichen'Niederschlägen. In Wien sind infolge des Regens in zahlreichen Häusern mehrfache Baug e'b r e ch e n entstanden und Ne Wiemr Feuerwehr hatte harte Arbeit zu leisten, um die Gebrechen zu beheben. Sie umßte Freitag fiebzehumal ausrücken. Die amtliche Wettervoraussage für heute besagt: Zunächst etwas besseres, aber unsichle-res Wetter. Aus dem Auslande sind folgende Mtdungen über Neberschwemmuingen und MGerschläge öingelangt: . Riederfchläge in Ungarn. ' Aus B u d a Pest wird uns 'bevichtet: Ms ga«g Ungarn werden Niederschlage Md medrige Temperaturen bis 1 Grad Celsius gemelhrs. In Oedenburg, Beszpvim und in der Plattenseegegend Die Ü>evepschwemmungrn in Jugoslawien. Aus Belgrad wiÄ berichtet: Aus ganz Jugoslawien tmffen Nachrichtm über den verheerenden Umfang det U^b«rfchwe mmüng e« ein, die besonders "im .GMie ' der Drnna- Bösna, Brve und. Theiß katastrophale AovnWn a.lrgenv.mwen haben. Die' Hochwasserschäden sind Kältewelle in England. Aus London wird gemeldet: Nach einer.urchrwöchigen Schönwetterperiode' ist in London WO im ga'nzen südlichen England eine Käl.tew ell.e Hingebrochep. In.der Grafschaft Survey liegt der Schnee fünf. Zentimeter hoch. Auch in London schneite es gestern den ganzen Tag. - ., Furchtbare Hitze in Indien. Aus London wird weiters gemeldet: Wie die ^mres" aus Kalkutta berichten, herrscht in -ganz Nordindien seit Wochen Muntetbvochen die furchtbarste Hitze und D ürre. Die tttdische Baumwollernte gilt als. vsrloren. - Außerdem bestcht infolge der wocheMugen Hitzewelle die Gefahr von Epidemien, insbesoMre Eholiera, in Kalkutta und anderen Städten. Die Gefahr einer Hungersnot ist vorläufig noch nicht aktmll, doch nmß auch mit dieser Möglichkeit gerechnet werden, wenn die Hitze und Trockenheit andauert. Eine Hungersnot hätte, wie die „Times" hmzufügen, in Anbetracht der allgemeinen Unruhe der indischen Bevölkerung, auch schwerwiegende Mitische Bevwickliungen zur FolM. Schneefall irr Obersleiernrark. Aus Graz wird berichtet: In gaiH ObersLeiernrark ist neuerlich Schneefall eingetreten. Im- EwnStal liegt der Schnee stellenweise bis zu 15 Zentimeter hoch. In Graz hat sich in der Nacht von gestem auf heute eim empfindliche Abkühlung eiMstellt, so daß das Thermometer in der Früh —5 Grad zeigte. Die höheren Berge der Umgebung, so der Schöcksl, sind frisch beschneit. - LelegraphierteAklM. London, '12.. April. Mel.-Komp.) Wie die Londoner Blätter berichten, soll dem Ingenieur I. Baird eine bemerkenswerte Gründung auf dom Gebiete der drahtlosen Telegraphie gelungen sein. Bmvd will einen Apparat, konstmiert haben, mit.dessen Hilfe, es möglich sein Wird, Kinofilms im Wege der drahtlosen.Telegwphie durch den Raum zu senden Md an beliebigen Orten auf/ die, Leinwand zu pvojWeren. Seren HaMod'Propaganda durch Radio. Am 19. März wurden in Amerika zmn ersten Ndale zionistische Propaganda reden durch eine amerikanische Radiostation verbreitet. Es waren dies die Rüden des Ehairman des ameribamschen Keren Hajessüd- Direktortums Morris Rothenberg und eine Rede von Rabbi Goldst ein, denen amerikanische und Wische Bol k s l i ed e r folgten.' Weitere Propagandareden wurden am 27. März durch Radio verbreitet,' u»td Kvar Bericht Rabbi S i l v e r m a n ns - Mr "feine MArücke M ' . .j•• . . lg. April 1WI Se!k« 8in Raubmord in der Zosesstadt. Zwei unbekannte Burschen -er Lat per» -ächtig. In den frühen Morgenstunden ist >man güstern timi. grauenvollen Verbrechen auf die Spur gekorninen, übe; dessen Motive noch vollkomurenes DnE herrscht. In den. Hause Florianigasse 57 wurde der 6Whvrge Mechaniker Franz Pacholik, der in einem im Souterrain gelegenen, von der Straße zugänglichen Lokale seine Werkstätte 'hat, ermordet ausgefunden. Der patvouillierende Wachnranr. bemerkte Freitag gegen Wb 11 nachts Licht in der Werkstatt. Nach der WacheaAösung kam gegen halb 2 Uhr frlch der neue ZMousPvsten vor der Werkstatt vorbei unv -da er noch immer Licht im Gewölbe benrerkte, ttat er mit einem rasch herbeigeholten 'Wachmann durch die unversperrtt Eingangstür in die Wech'tatt.' Knapp vor dem Eingang in das Comptoir lag. links neben einer großen HoMste der Mechaniker, die Hände vor dem Körper tzpngebengt und etwas znslammengekauevt, auf die rechte Seite gewendet mit einer schweren Verletzung am Kopfe in einer großen Blutlache, die sich in einem dicken Streifen über den Boden hmzog. Er war durch wuchtige Hiebe -mit einem H a m m e r, der r« der Ecke der Werfftatte gefunden wurde, auf dm Köpf erschlagen worden. Dm: Erschlagenen, der als ein außevst fleißiger Mensch geschildert wird, war augenscheiMch, als er Medersiel, die Bttlle, die er stets 'bei der Arbeit zu tragen pflegte, herabgefallen, und die Arbeitskleidung, die er trüg, 'war vollkommen mit Blnt dnrchträM. Gestern gegen 6 Uhr abends war noch sein Schwager, der Kaufmann ReiinhoD Enge, 'hei -dem Mechaniker §u Besuch,, entfernte sich jedoch gleich. Die Hausbesorgerin gab an, daß sie gestern in!^r Zeit zwischen halb 8 und HM 9 U'hr ahends einen jungen Burschen beobachtet hat, als sie eben die Inster ' ihrer gleichfalls im Souterrain gelegenen und auf die : Straße führenden Wohnung winigte, der zwei Fahrrädsr auf die Straße -führte Md augenscheinlich aus dem Geschäft des Mchan-Mrs gekommen war und davongrug. Auf eurem. Pulte, das in donr sogemnuten Cornptoir steht, wurden Zwei RechMngen gefunden, die über augenscheinlich verkaufte Fahrräder ausgeftM waren, und rröben chnen eins 100.000-KronerEotL sowie ein« 6M.000-KranienMote in eiMm Kuvert. Es wurde ftstgeftM, daß aus dem Geschäft z w e « Fahrräder, ein ne.ues und ein altes, Vevschwuw den sind. Das verschwundene neue Rad ist ein Rad mit der Marke ,Kosmos", Bom Sicherheitslbureau würde Wetters feftgestellt, daß am vergangenen Samstag zwei Burschen bei Pacholik erschiene«, um ein Fahrrad zu kaufen,.und erklärten, sie würden zu Beginn,der Woche komme «.Sie zeigten sich jedoch nicht mehr 4m Geschäft, lda- Mw wurden sie auhechalb des Geschäftes Mshen, Flmhwersach eines Raffeueiubrrchers. M der Pistole i« der Hand. - / Vorgestern hatte sich tm Gebäude des Landesgerichtts Ms dem HevnalsevgürtÄ eine unge-mM «rftegende Szene abgespielt. Seit dem NeujahrStag dieses Jahres saß dort der wiederholt vorbestrafte KaanmachergchLfe Josef Frey wegen nreh'rfacher .Kasseneinbrüche in UntersuchnngShast. Bovgestem vormittags gegen 9 Uhr kam seine Schwester mit ihrem vier- ' jährigen Kinde ins Gerichtsgebäude, um den Bruder zu sprechen; daS wurde ihm bewilligt uivd Fvey wurde gegen ^tb 9 Uhr in das kt Erdgeschoß gelegene Sprechzimmer geführt. Dort war noch der Untersuchungshästling Hs'mrich Beer anwesettd, der eben eine Besprechung mit seiner Frau hatte. Plötzlich bückte sich Fvey, erhob sich abee gleich danach wieder und hielt den Arm hoch,in der Hand eine Steyrerpistole haltend. Ohm gegen etne Person zu zielen, rief er aus: „Nicht rühren! Ich geh' fort. ..!" Mt diesen Worten riß ec die Tür auf und eilte mit erhobenem Revolver, auf den Gang. Dort war eine große Anzchl von Parteien versammelt, bei denen das Erscheinen des Mannes mit der Pistole Aufvrguug hervorrief. Mit dom Rufe: „Geht's mir keiner in die Nähe oder ich schieße!" raste der Mann über die Stisge gegen das Ausgangswr. Der Gefängnisaufseher konnte den Frey noch vor dem Tor ststnehmen, wahrend ihm ein Häftling, der chm gleichfalls nachge-eilt war» die mit. sechs scharfen Patwnrn göladene, unversicherte Pistole entriß. Frez wurde in eine Eingelzelle gebracht. Bei seiner spateren Einvernahme gab er an, er habe die Pistole vor etwa acht Tagen in feintet: Zelle im . Stohsack gesunden. Er bchaupt-ete ferner, de» Fluchtversuch nur deshalb unternommen'zu haben, um sich vor dem Gerichts^- bände zu erschießen, da er wegen seiner Kassencinbrüche em-e schwere Kerkerstrafe zu gewärtigen habe.,Daß ihm die Schwester bei der Besprechung die Pistole zugesteckt haben konnte, ist durch die Erhebungen als unmöglich erwiesen worden. ... Vt,* Sie LebevsmwelmSMe. -Das schlechte.Wetter hatte Linen Einfluß auf di» Beschickung der Märkte^ es ntachte sich nirgends Mangel wr irgendeinem Artikel fühlbar, doch lttt der Besuch ziemlich^ stark, abgesehen davon, daß viele Hausfrauen mit Rücksicht auf die kommmde Karwoche ihren Bedarf möglichst einschränken, trm zu den Feiertagen größere Einkäufe machen zu können. In der Großmarkthalle setzte erst iit den späteren Vormittagsstunden etwas lebhafterer Verkehr ein. Im Vergleich zur Vorwoche hatten sich mindere Sorten von Rind - fleisch und Schweinefleisch um 2000 Kronen, Speck und Filz um IMst Kronen pro . Kilogramm .im Detailhandel veri wuerL, sonst. waren: die * Preise so --ziemlich - die glerchen. geblÄbM. . - i r- ■; - Auf den 'GtüMvarenmärkLen und namentluh auf dLUt ^OaAmarkL waren die Zufuhren von.WM und. Witptel*