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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-12 · Heft 1853 (12.4.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1853 (12.4.1924)
Date
1924-04-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Gefe f Wien, VavWtz Wiener Mornenfteitung. IS. April im Nr. 1868 M 0.M ihnen zustehenden Bezügen pensionierte und mcht mehr ersetzte. Dies wäre gewiß hart gewesen, hätte ybtt den Vorteil gehabt, daß sich hie Parteien doch etwas stärker hätten anstrengen müssen, hie Pexussumschichtung durchtzusühren, für St?llendermittlu ug. und für die Absorption der ardchssähigen und. arbeitsfreuoigen Elemente in Industrie, Handel, Gewerbe unh Landwirt* fchqst di? Eigneten V^ßnahmen zu treffen- Mer dieser Mchns, den als einziger der damalige Abgeordnete' Stricker im Nattonalrat empfahl, wurde verworfen. Sozialdemokraten und Ehristlichioziale fürchteten sich, die Anregung eines jüdischen Aogeordneten anzunehmen und die Großdeutschen schlossen sich 'den Vorrednern an. So ist aus der urfpriinglich einfachen Angelegenheit eine Lawine geworden, die als ständige Gefahr das Budget, dW Staat rnch die Sanierung bedroht. Hugo Stinnes. (Eigendienst der „Wiener Morgegzeitung".) Berlin, 11. April, Ueber die letzten Stunden vor dem Ableben Hugo Stinnes' und über die Anordnungen, die er noch traf, berichtet der ,Lokalanzeiger": Schon am Vormittag hatte er gefühlt, daß sein Zustand hoffnungslos sei und 'den ihn umgebenden Aerzten erklärt, haß sie sich keinen JlKrsionien über seinen Zustand wehr Hingaben dürften. Sr verlangte nach seinen vier Söhnen, um von ihnen Abschied zu nehmen. Tann rief er feine Gattin und seine drei Töchter wieder zu sich. Diese weilten an seinem Lager, bis der Tod eintvat. Unter anderem hatte Sttnnes auf dem Krankenlager zu feiner Umgebung geäußert, daß unter der Nachwirkung des Krieges die Krankenbehandlung in Deutschland sehr gelitten habe und daß er beabsichtige, nach feiner Genesung in Berlin ein Krankenhaus mit allen modernen Einrichtungen zu schaffen, Ex erklärte, dgß es sein Wunsch sei, ein möglichst einfaches Begräbnis zu haben. Hebet di« Beisetzung wurden noch keime Bestimmungen getroffen. Vermutlich wird eine Uebevführung nach Mühlheim nicht erfolgen, sondern die Deiche wird voraussichtlich in Berlin eingeäschert werdeir. Die. Nachfolge Hugo Stinnes' wird auf den ältesten Sohn, den 29jährigen Dr. Edmund Stinnes, übergehen, der bereits seit dem Ausscheiden des früheren Generaldirektors dessen Funktionen übernommen hat und dem Parteikreis L u d e n d o r f f s nahesteht. Der um drei Jahre jüngere Hugo Stinnes ist als Chef der Hamburger Reedereien bereits mehrfach in die Qeffeutlichkeit getreten. Der dritte Sohn ist Student, -der vierte noch Die Leichenfeier;. Berlj«, 11. April. Die Deiche Hugo Gtinnes' ist heM nachts rm WestsangtorriM m einem besonderen Raume mxfgebahrt worden. In hen Bormittagssturi-den erfolgte dann dl« ElNsargnug Heute Mittags wurde die Leiche nach Grüne Wald in dve Villg d?s hekanOen Autoyeistnrchuftvvsllen Dnnlvp, dem Schwager des Verstorbenen, überführt, Dl? Tvauerfeiex M Kränatoynim in Wilmersdorf findet Wontag' mittags statt. An der Ein- Ächerung werden außer den nächsten Verwandten NN? di? Vertreter der Reichs? und der preußischen RegieWng und Reichstages sowie der deutschen BvWpartßj Wd hex Verwaltung der Stiinue's-Petrieh? teilnehmen. Dem letzten Wunsche Stinnes' zufolge soll die Feier sich in der denkbar einfachsten Weis? PyWehen, Df? Ästhe h?s V?rstovh?n?n wich nach MühHesm gebracht werden, Die Sttesmann-Partei gesprengt. (Eigeudienst der „Wiener Morgenzeitung".) Bsrliy, 10. Apvil, Die Spaltung der denffchen BoW- Paqchi, die sich Mt der Bildung der MtisuMbevalm Vereinigung durch den rechstn Mügel der Partei yoche-- rMte, 'ist nMMhr zur Tatsache geworden. Die natioM- Kfietcf« Bereinigung hat beschsosien, Ms der deutschen VMpMei a u 's z u t x e t e n und gleichzeitig ihren Anhängern empfohlen, bei den Wahlen f n r d i e D e u t s ch-- ngtionalen zu stimmen. Der Vorstand der deutschen BMspartei hat mitgeteilt, daß alle Mitglieder der msto« nMdßvtzlen BereMgung automatisch Ws d?r Volks- VgM Mscheiden, Monarchlftlscher Rummel in AreMu. BWlau, 11. WM. (Tel. der „Wr. MoMenzeituug".1 Bei «n«m von den vereinigten Reichswshvkapellen Schlesiens zugunsten der n-otileidenden Bepölkerung veranstalteten Konzert kam es zu. großen monarchistischen Kuudge-- bunHsn. Ms der ExkronPrinz mit feiMr Gemahlin Än KanzevtsaE? erschien, brachen die Konzertbesuchex in- Mvmische Hochrufe Ws. An den Pausen defilierten ehemalige Offiziere und Anhänger der Monarch fftifchsn BswegWg an dem Kronpvinzenpaar povüber. Die republikanische Presse erhobt schärfsten Protest gegen diese Kundgebungen und droht fftr hon FM ihrer WiedechM-W mit energischen Mvchpnüchuahmey Wh ' '' „ Wgendieust der „Wiener Woxgenzeitung".) Dresden, 11. Nprst. Die hiesigen Buchdrucker haben DWn MehKUNß Mer LohrffordeMngen seitens der PerlMr tzeyt? pormfttags die Icheft rrrchspgKgt. Ä? Wherch- WWr MWn daK Nicht mehr erscheine^ gegen Lndendorff. Sie völkischen Parasiten. (Mßendienst der „Wiener Worgenzeitny^.) München, 11. April. Mit einer MseuyersaWmlunH Whm der Zentralausschuß der Katholiken Münchens Stell! Krug gegen' di? AusfühntNgen, hie im Hochverrat s- Prozeß über die 'katholische Kirche, den Papst Wd den Kardinal Faulhaber gemacht worden waren. Reichstagsabgeordneter Rauch erklärte, mit Ekel und Entrüstung habe inan die ganze verworsene Hetze der vergangenen Monat? gegen R o m, d i e Kirche, d e u K a r d i n a st die Jesuiten usw. miterleben müssen. Die gegen den Kardinal erhobenen Vorwürfe wurden vom Redner einzeln erörtert und als unwürdige Verkeuimdungen bezeichnet. In seiner Zurückweisung der Angriffe gegen den Papst und di? KM? hob der Redner unter stürmischem Peisall hervox. dgß General Ludendorff ohne die Intervention des Heiligen Gtnhl?s heut? nicht mehr auf deutschem Poen wandeln wüxde, denn das alleinige Verdienst des letzten Papstes Wh hetz Kardinalstaatssettetärs sei e's gewesen, daß die Entente auf die Auslieferung d e s S x k a i s e r s nutz der deutschen Heerführer verzichtet häbe. Der Rtzdner ging dann auch noch aus die vöWsche Bewegung ein, deren gesunden ■ Kern Parasiten in ihre Gewalt bekommen haben. Die Versarmnlung nahm ein? GnWließung an, in der schärfst? Verwah- «Wg dMggn ving?l?gt wsch, daß durch di? Kreise, M sich völkisch nenn?N, feit einsgrn Wo>nat?n gegen die katholische Kirche, den Papst und den Kardinal systematische Angri^fst werden. Kardinal Faulhaber hielt unter tosender Zusti!mnmng eine Schlußansprache. Mt ätzender Bitterkeit erklärte er: Wx fordern heute, baß wir nicht bloß die Gnade von Menschen bekommen, für das Vaterland zu stechen, ssudexn daß wir auch ein Recht haben, für unser Vater!and als ebenbürtige Bürger zu lehen. Wenn, wgs Gott ver- HMn möge, tzi-e Gtunb? kommt, w o m a n wieder hu p d e r i t a u 's? n b? b raucht 'z u m T ut s ch i e ß e n, bann wird man wieder mit den Katholiken »Frieden rnach?" Hitler in Landsbe^g. (Eigeudienst der „Wiener Movgeuzeitnng''.) München, 11. Aprff. Das vielfach hier und auch nach auswärts mitgetmlte Gerücht, es sei versucht worden, Hitler in Landsberg, wo er seine Festungshaft abbüßt, zu befxeien, wird von der Münchner Polizei als unwahr zurückgewiesen. vummsmsm (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) 11. April, Ministerpräsident Thc u » i s gab gestern in der belgischen Karn.in?r Erklärungen über die Ruhrbesetzung und über die Expertenbe* schlüsse ab: „Es handle sich bei dex Ruhrhesitzung dgMlm," sagt? Dheums, „Deutschland begreiflich zu machen, dgß es YM zuzsihen sei, zu bezahlen, als sich W der Wrgel'pgOn zu lassen. Di? Ughrbe-sttzung Hot wsnen anderen Zweck nÄ der ist auch e r r e i ch t worden. Die Experten haben Ähre Beschlüsse vorgelegt, di? hoffeMch hie Grundlage?incf. LUgÜlttHell U? b? r? inko m Mens in hex Frag? dex RepgrqtiöWN bllden werden." Der Ministerpräsident schloß: „Wir werden fest^ maßvoll und.zielbewußt bleiben/ und ich vertrete auch wetter-- hW hie( MherzMupg, die ich bisher vertreten Sin fwnka-knmSnWer Jefensivyrktrag. (Wgenhienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Paris, 11. April. „Daily Mail^ glaubt zu wissen, daß anläßlich des Besuches des runräm,scheu Königs Paares in Paris sin sxanzösisch-rumäuischer Alliguzvertrag nach dem' Vorbilds des französisch-tschechischen Abkommens abgeschlossen werben wirh. Der Vertrag werde rein defensiven Charakter haben, Ke beitzen Staaten werden sich verpflichten, sich für di? Durchführung des Fried?nspertrages gegenseitigen Beistand zu gewähren. Frankreich werde die Aufgab? übernehmen, di? rumänische Armee zu reorganisieren. FVatrkrefch schützt NumäniM. Papis, 11. Apvvl, Zwischen Frankreich und RUMÜNMU ist eine ganze Reihe von politischen Fragen KU befpvechen, % .Kategorie von Problemen, di? jedenfalls besprochen werden MÜsstN, gibt der „Temps^ heuf? aherchs auk Uy dem Tage, an dem h?r F r i e d e Osteuropas gefähMt würde, köWt? die Astion her Mächte, di? den Omg 'tz?VhMidern wollen, sich Mr über RumänienH Gchiet gelhewd machen. Wenn Polen mit hem Gesten UW durch di? unsicheren und bchrohteu Straßen von Danzig und Me? m e f verbunden wäre, welchen Ue'berraschungetz könnte tzgiW der europäische KontiMNt gusgesetzt sem? Die Una'Wn- Mst-it und Sicherheit Rumäniens ist unerläßlich, damit die Feind? des Friiedeüs ihre Absichten WßgMn. Lfterferie» des englischen Parlaments« (Elgendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 11, April. Nach einer Anfmd ElyM^s antwortet? Ma? D onald, daß das Parlament am Mit st woch di? Osterferien antritt. Am?9, d. wird sodann has Parlament sofort di? Beratung hes Budgets aufnehmen. Die Arbeitslosenversicherung wurde gesteW W ParlaMNtsausschuß m der dritten Lesung angenommen. Sine Navserei im Unterhaus. (Eigendienst per „Wiener Morgenzastnng") Lopdon, 11, April. Die Schlägerei Mischen Mj Mge* ordneten im Unterhaus gcvh pW Sprecher Anlaß zu tziM ernsten Warnung an das Haus. Cr betonte, das Haus fönn? nicht gls Boxring benützt werden Wh klgM Mex hj? wachsende Neigung der Wgeopdmten, sich mit SchiMMörtern M bgmbardjexefl, Er werde so Owas nicht mehr Massen, son* MH M Zukunft jeden, hex Schstnpfwör!?r gebraucht, sysyrt gus tzaui??sttf?rn?n lgsf?u. Nach hißstr Mahq mmg dr» leisteten die aDaeovdnoteu ^ucha«»»^ der den Wgeordneten Am ery ein Schwein aus der Gosse genannt hatite, rmd A m e r v, der dies mit einem F a u st s ch l a g beantwortet hatte, einander Mbtztte und versöhnten sich unter lauten Hurra-Rufen des Hauses. Die Streitbewegung in England. London, 11. April. (Reuter.) Die Bergarbeiter haben die Vorschläge der Bergwerksbesitzer mit einer Mehrheft pon 16,258 Stimmen ab gelehnt. Man rechnet indessen nicht iflit einer unmittelbar bevorstehenden Krise. Die Aussperrung der Arbeiterauf den W e rfwsyd heute abenhs durch gef Ährt. des AationalttStenkommiffarillt» in Rußland. MqßkW, 11« Appl, Ms PvWiWl hes.ZentmstVrÄn tipausschusies genehruigte mit. Wcksicht auf die Aendevuwg der Verfassungsänderung einen . Antrag auf Liquidierung des Nanonattiätenkommisfariats. Dadurch werben auch die PestzMWen h?x gWWMW WpwWen uud Territorien beim NationslitätenktzMnffsäriat oMeMen. den Saint- (P, T.M.) D?p Senat hat Pen VettM vtzn «SamtsGerMu Mfiziexf, Me sranzöflsche Anleihe für Polen. Warschau, 11. Apxft. (P, T.-A.) Der Sejm hat m dMex Lösung das Gesetz angeugmnren, womit die RGierung ermächtigt wich, hi< hei der ftMöstschen Re. gi?runß kontrahierte MNHe zu garantieren, Nie Memelfrage. WgvschM, 11. April, Per SßjUWOschnß M auswärtige AngolegeuheftLn hat fochend? Entschließung aug^ nvWNn; Die NygieMg wird ansgefardert, u-ppeWOich Schritte zu Mstpachmen, tz-Mit di? Rechte Polens in Memek gchyghrt Mben. Desgleichen wird di? Ren giexung aufgefochert, Pohen einen freien u>nd sicheren Zugantz zum Meexe sicherstellen. Der Wss'chnß für Mswärtige Angelegenheiten lenst zugleich di? Aufmerksaimkeit der Regierung auf die Gefahr, die aus der Dahsache resultiert, daß di? Gtauffche Regierung ständig betont, Litauen befinde sich im Kriegszustände mit Polen, wodurch die RsiOchr zu nyvmalen PechUdniffen und der Wirtschafftiche Wiodevaüsban Osteuropas Mmögikich gemacht werde. (Eigechlölfft per „Wieg?x Morgenzeit)lng".) W-kschiNZg 11, April, Wie Ahr Korrespondent berichten kgWtß, tzgj hiü WiM MM m Krakgu bei dem nationMemMgtischßn MytePhrer Ohsgmowiez ein MWß HpVßMffffMM Mheßt, (Durch gewisse Korre- -sPSMWN WiO hex NgM tzes BiMbeubesitzers als „A'b ra m c> w i k f WMsMgehW und so der Auschsin erimA, daß ßs sich m tziiM Anden handle; wälMnid m MMWeit Ohln-mswiez m waschechter polnischer NatVmDeMfNt ist, Kie M.) NunMhr Wnche in Warschau hej tziM MMan in dem Mensmiftel- Mchäst ÄßZ MM W o j ei ß ch y w s ki in einem abge- MtssMn MM m Äßex pW B Vom Heu entdeckst von denen hie meisten französischen Fabrikats find und sßhp starfß KxPlflsiPNqst HMn, M Bomben wgren in sipem Koch versteckt und mit Nummern der tzkOßK, MjeiechowU, sein« Frau .. ..ep MckW siMWMWM D?x Mann W ftmr AnMnchW, dgß n M mW wich di» AlMÄr« An Kaormrr ETMMrn Mn. Gr habe, als

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