Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1851 (10.4.1924)
- Date
- 1924-04-10
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 1861 Mm, DmmerStag Wiener Morgenzeitung. 10. AM 1SS4 ©ei* » inachthalle. ftorff Rudolf und Otto, Hutmacher, Wien, 20. Bez., DreSdnerstraße 182. Krvtzl AloiS, ObstvettvertungS- und WemhandelSges. m. b. H., Wien. 16. Btt., Wichtelgasse 17-19. Künzl Zoses md Therese, Private, Wien, S. Be-., Wäliringerstraße 68. Markstein Friedrich, Schneidermeister. Wien, 9. Bez., Mülluergasse 22. PohorilleS Josef, Schnh-- und Wirkwaren, Wien, 20. Bez., Klosterneuburgerstraße 41. Sachsenberg Josef, Kaufmann, Wien, L. Bez., Am Hund Sturm 4. Schwarz Alfred, Tischlermeister, Wien. 6. Bez., Hirschengaffe 10. Stillner Johann, tarfumeriewaren, Wien, 81. Bez., Brünnerstraße 43. Ton HanS, eifenerzeuger, Wien, 7. Bez., Kaiserstraße 44. WMnger Isidor, Handelsagent, Wien. 17. Bez., Hernalser Hauptstraße 203. Zahrap Paul, Kaufinann, Stein a. d. Donau. Schubert Friedrich, Kaufmann, Eibenstein, Post Drosendorf. Kallus Josef, Kaufmann, Wr.-Neustadt. Pissaritsch u. Oetzelt, Kaufleute, Himmelberg. Eckinger HanS, Kaufmann, Pernitz. Strobl Josef, Krämer, Langstögen Nr. 6, Gern. Prambachkirchen. Klampfl Alexander, Fleischhauer, Teipl bei Lannach. Absenger Emma, GastwirtschastSpächterln, Graz, Hahdngaffe 111 Obber Heinrich, Sägewerkspächter, Klein-Semmering. Großer Wilhelmine, Handelsftau, Eisenerz. Bergmann F., Holzhänbler, Klagenfurt. Höfel Rudolf. Kaufmann, Klagenfutt. Tschecho-Slowaketr Fischer Viktor, Handelsmann, Brünn. Panacek Karl, Kaufmann, Troppau. Popper Bertbold, NähniaickinerigestMcmdlung. Praa. Klinger OSkar, GlaSraffineur, Arnsdorf. Schäfer Franz, Modewarenhändler, Brünn-Turas. Pick Leonhard, Tischler, Brünn. Cervenka Josef, techn. Bedarfsartikel, Eerhowitz bei Horowitz. Neubauer Ludwig, Uhrmacher, Haid. Zelinka Ottokar, GlqSschleiferei, Hoch- Weselt). Kundratka Ferdinand, Schuhwarenerzeuger, Holleschau. Buchmann Adolf, Schlossermeister, Jglau. Panic Ferdinand und Franz Neswadba, Installateure, Kremsier. Kindl Malter Wenzel. Kürschner, Leitmeritz. Weiß Armin, Kaufmann, Lucenee. Töplik Karl, Schuhmacher, Luditz. Pospisil Beatrix, Prag-Weinberge. Polivka Ottokar, Handelsmann, Prag-Zizkov. Eiukaufscienosienschaft der Kaufleute von Nochlitz, reg. Een. n». b. H., Rochlitz. Tust Franz, Kolonialwaren- und Schmt!Warenhandlung, Saar. Grolich Wilhelm, Hutmacher, 'Trebttsch. Mahner Erwin, Kaufmann, Tyrnau. Jasek Josef, .Kaufmann, Ture. Szt. Marion. Slavik Wenzel, Materialwaren, Turna«. Kutalek Franz, Schuhmacher, Ung.-Brod. Erste schles. Bürsten- und Pinselfabrik Karl Gold, Jägerndorf. Buchmann Emil. Gemischtwarenhandlung, Schwarzwasser 126. (Schlest). Slezak M., Bäckermeister, Witkowitz. Ungarn: Frtedmann Ignaz & Sohne, Kaufleute, Debrezin. —-Jugoslawien: Kollenz Rudolf, Glaser. Celje. Kosntic Marko, Weinbauer, Belgrad, Pungartar & Zupancic, Kaufleute, BiLnji gori. Mibelic Juras, Kaufinann, Statt Trg bei Cernovlje. FieglmÜller Adolf, Kaufmann, Znpelovac bei Brezice. Jakovljevic Alexander, Kaufinann, Sarajevo. Städtische Sparkasse, Vrsac. — Der Konkurs wurde verhängt: -Oesterreich; Mach Heinrich und Ehristine, Kaufleute, Wien, 14. Bez., Märzstraße 64. Schlesinger Julius, Kaufmann, Wien, 1. Bez., Bauernmarkt 19. WaaS Stephan, Drogist, Wien, 8. Bez., Lerchenfelderstraße 4. Naffelsberger Rudolf, Antounternebmer, Grünau O.-Oe). Ziegler Antoirsuu., Lederhofenerzeuger, Wien, 18. Bez., Haus Sachsgasse 21. Suschnig Hans. Tischlermeister, Klagensurt. Pollak Rudolf, Kaufmann, 5klein-Hoflein (Burgenland). Krenn Josef, Holz- und Kohlenhändler, Linz. Hofer Karl, Holzhändler, Obervellach (Klagenstrrt). — Tschecho-Slowakei: Tuma AloiS, Kaufmann, Hotttz. Csillag Eebttider, Kaufmann, Uzhorod. Kadlec Josef, Delikatessenhändler. Bohdanetsch. Weschinzer Jar. Anton, Kaustnann, Gablonz. Preclik Gott., Handelsmann, Jungwozitz. Rind Paul, Inh. Karl Rind, Kaufmann, Kuklena. Ctmera & Barta, Karossetteerzeugung, Prag-Wrschowitz. Vo.'ovecky Anton, Handelsmann, Wotitz. — Außerdem meldet der Gläubigerschutzbund Oesterreichs folgende Zahlungseinstellungen: Gerste & Bacquier, Wirkwaren, Cette. Diamant M., Stockholm. Manssou Sam,, Damenkonfektion, KarlSkrona. Fix Thore W. Holst, Tttkotwarenerzeuger, P'almö. Gustaffon Henning, Manufakturwarenhandlang, Norköp ng. M. C. Mogensen, Modewarenhändler, AarhuS. Chr. Sten. Micgeusen, Kürschner, AarhuS. Sr. I. Knudsen, Trikotwarenerzeugnng, Kopenhagen. Baird John, Mäntelerzeugnug, London. Friedberg Mark, London. D. Lanon, London. Wenzel Arthur, Neustadt (Sa chsen). Müggenburg & DebeS, Barmen. Max Baumann, Memel. _ Wiener Börse. Großbanken waren derart gering, daß dtsseLben keinen Gegendmck mrSPiütbeu vermochten. Jim wetteren Verlaufe des Verkehrs lag der Markt fast ganz wmstatzboS, der AbbnöckkrngSpro-zeß machte weiter« Fortschritt« und man Motz, zumal noch Verkäufe der Provinz zur Ausführung gelangten, zu den tiefsten Tageskursen. ES •Mtefc kein Effekt von der Abschwächung verschont. Stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden ungarische Werte. So verloren Britisch-ungarische Bank 15.000 K., österreichische Kredit 14.000 K., ungarische Kredit 84.500 K., Depositenbank 4600 K., Anglobank 4000 K., Länderbank 18.000 K., Unionbank 22.000 K., Staatsbahn 43.000 K., Alpine 19.000 K., Felten 81.000 K.. Knipp 24.000 K., Poldihütte 28.000 ft.' Rima 10.000 K., Skoda 24.000 K., Waagner 20.000 ft., A. E. G. Union 16.000 K, Siemens 14.000 9., Salgo Kohlen 60.000 K., Brünner Maschinen 36.000 K., nrichische Hofherr 11.000 K., ungattsche Hoftrrr 17.000 K., 5(armthen Petroleum 27.000 K. und Sempettt 28.600 K. Im Schranken war ebenfalls Abgabelust vorherrschend und die Kurse gegenüber dem Vortage wesentlich schwächer. Von den fließenden Schrankenwetten büßten Dampfschiff 105.000 K., Allgemeine Bau 19.000 ft., Aussig chemische 70.000 ft., Berg u. Hütten 130.000 ft., ungarische allgem. Kohlen 125.000 ft., Fanto 180.000 ft., Schoeller Zucker 150.000 ft., Schönprieserrer 120.000 ft., ungarische Zucker 280000 ft. und österreichische Eisenbahnverkehr 50.000 K. ein. Von den zu Einheitskursen gehandelten Wette verloren Adtta 90.000 ft., Nordbahn 700.0^0 K., Navigazione 105.000 ft., Perlmooser Zement 260.000 ft., Golleschauer 145.000 K., Pilsner 100.000 ft., Jungbunzlauer 300.000 ft.,Scheidemandl 400.000 ft., Brüxer Kohlen 190.000 ft. Bezugsrechte Jnnerffadter Sparkasse 2800 ft., Wienerberger Ziegel 55.000 ft., Oberösterr. Wasserkraft 40 K., Rikola 320 K. Auf dem Anlagemarkt waren Rückgänge zu verzeichnen. Von den Exote« notterten: Eos 2100 bis 2700 ft., Holzverband 20.000 bis 21.500 ft., Knolbloch 13.000 bis 15.000 ft., Mraznica 81.000 bis 88.000 ft., Tepege 6^.000 bis 66.000 ft., Universale 40.000 bis 44.000 K. Ire Warenmärkte. (Eigenbericht der „Wiener MorgeuMtung".)^ Spirituose«. Bei einigen Umsätzen in den verschiedendsten Gattungen Spirituosen und Likören blieb die Tendenz behauptet, allerdings muß betont werden, daß der Konsum nur zur Deckung des dringendsten - Bedarfes fchtttt. Es notieren: Jnlanderrmn 40%;ge Ware 21.000 K., Stanislauer 70% 84.000 ft., Slibowitz je nach Qualität 70.000 bis 85.000 ft. pro Liter absolut, Weindesttllat je nach Qualität 75 000 hi8 105.000 ft., Jcnnaikarum Original zirka 70% 130.000 bis 160.000 ft., Kognak 40°/« offen 35.000 bis 40.000 ft., in Flaschen Bout. 38.000 bis 45.000 ft., % Baut. 22.000 bis 25.000 ft., Liköre in Flaschen je nach Qualität 45.000 bis 75.000 ft., offen 88.000 bis 68.000 ft., Himbeersaft 16.000 bis 17.000 K. pro Kilogramm, Zitronensaft 15.000 bis 16.000 K. mmm»,»»»«mm»»«»»>»»»»»»»»»»»»»«»»»» » Unterhaltend, leicht verständlich, äusserst billig S ■ Monatlich nur 2 Goldmark ■ Matt. Hervorgevirfen durch di« neuerliche Steigerung des französischen Franken, eröffne te die gestrige Bors« in gedrückter Haltung. Nebst EntlastungSabgaben der Spekulation fanden auch Verkäufe W Koutermme, statt, welche, obgleich die Abgaben nur ganz geringen Umfang hatten, einen empfindlichen Druck aus das KurZmveau ausübten, da der Markt säst gar keim Aufnahmsfähigleit bekundete. Di« Jnterventionskäufe der Die weltbekannten auf beispiellose Erfolge surückblickenden Original- Unterrichtsbriefe naoh der Methode Toussaint-Langenscheidt liegen jetxt auch für Hebräisch vor. Erschienen ist soeben: Kursus I (Brief 1—18 und zwei Gratisbeilagen). Jeder Brief 1 Goldtnark, der vollständige erste Kursus in Karton und Decke ■ » « B BBDBOBB 18 Goldmark. Zu besnehen durch jede Buchhandlung. Probelektion Heb. 35 versendet kostenlos und portofrei der Verlag Langen* scheidtsche Verlagsbuchhandlung (Prof G? Lansrenscneidt), Berlin* Schöneberg, Verlag der Sprach* Unterrichtsbriefe nach der weit* bekannten 10^06 Tonssaint'Langenscheidt ■ BBBBIBBIIB1IBI Copyrlgth by i»tä Nach druck verboten. D««tsch--Oesterreichisihcr Verlag, Wien. 67. Fortsetzung. Die Heimatlosen. Von Wilma Bukrlich. Oft erzächlte Daniel von „Zion", der Stadt, und daß feine Sehnsucht weit über diese Stadt hinansgehe. Daß e>r ein Menschentum erstrebe mit neuen Inhalten. Eine ethische Umformung, einen neuen Zufammeirhang, einen neuen Stolg. Nicht um den Judenstaat allein handle es sich, sondern um das Judentum. Um feine Neug'estaltung. Um feine Wiedergeburt. Und er fragte Alfred, ob er sich die Wiederaufrichlnng! des Reiches mit Mensjchen vorstellen könne, die es gelernt hätten, sich widerspruchslos in das Fve-mde einzuft'lgen. Die sich an das Exil gewöhnt hätten, ohne feine Laster zu merken, -ohne seine .Krancheits-- fy!usttom.c schmerzlich zu empfinden. „Uebrigens sollst du unsere Jungen kennen fernen. Die das alles bereits in ihr Blut ausgenommen haben. Du wirst zu uns kommen und wirst mich dann besser verstehen. Du wirst es lebendig sehen in seinen lebendigen Vertretern. In Haunah, die die beste von uns allen ist. Die Freundin und das Vorbild aller. Du wirst sehen, wie stark mau wird, wenn die Idee zur lebendigen. Triebkraft im Denken un>d Handeln eines Menschen gewurden. Und du wirft selber einer der Unseren werden. Jeder wird es, der die Wahrheit erkennt." Alfred lächelte zweifelnd. S-o nahe der Freund ihm stand, so ferne lag ihm dessen Gedaukengang. Doch er wollte kommen. Daniel zuliebe ... Am nächsten Verainstage schon. Auch Hannah würde reden an diesem Abend, Dgniel sagte es mit eigener tiefer Betonu.ng und sah dem Freunde mit seinem stillen Lächeln in die Augen. . . Ms Alfred das kleine schlecht beleuchtete Lokal betrat, war die Versammlung bereits in vollem Gang. Uebrigens schien^ ihm dieses Vereinshüblikum nicht jüdischer zu sein als iebe'3 andere, nur daß der typische Vereinssnob einmal ausnahmsweise fehlte. Denn es zahlte sich vorläufig noch gar nicht aus, zu den Bekenneru zu zählen. Man war nur lächerlich, aber durchaus nicht interessant. Und es fehlte auch die sogenannte gesellschastliche Elite . . . Assimilanten im Sm>oking ... die sich um diese Abendstunde in Bars und gemischtrassigen Klnblolälen von ihren. chrisMchen Freunden dulden ließen. Vorläufig bestanden also hie nicht sehr zahlreichen Bekennier des Neuen Bundes an's ein paar scharf umrissenen Persönlichkeiten, die durch ein typisches Jndenschicksal, das ihnen ansua'hms'weise zum Bewußtsein gekommen war, aus den neuen Weg ge>wiesen wurden. Ein paar Schwärmer und Idealisten, di« allwöchentlich zusammenkamen, um die Frage zu erörtern, die sie am meisten hsschäftigte. Und da es sich nm lauter Individualitäten handelte. , . und da einerlei Wahrheit viielerlei Deutungen zuläßt, so prallten die Päcinungen auch hier aneinander, die jungen Köpfe glühten, und es war wunderbar, aus dem Feuer der Debatten die eigene Meinung strahlender, geläuterter und gehärteter zurückznempsangen. Sich selber' wieder zu empfangen, stärker und überzeugter. Und indem man die Heimat ausbaute, indem man sie vorerle-bte in tausend Brldew, ein Stück schlummernden Orients in sich zu entdecken: Die Mcirchensehntsucht, die Sonnensehn sucht, den Mythos eines Lebens, das sich bilderreich ausdichtet. Das nütten in der Gebundeicheit, dom kühlen Rationalismus, den die Not der SeWerhaltnng den Gemütern aufgezwungeu, ein Stück Morgenland geblieben war. Die Empfmdungswelt, die Phantasie, das Pathos des -Orientalen. In einem Winfel an einem niedrigen Tische saßen zwei und sangen. Und wiegten sich hin und her, und in ihren Augeq M-x hie Spannung einer Dual, die sich ift Demd klingenden Worten und Lauten zu erlösen suchte. Die Muskeln auf ihrem Halse spannten sich. Schwer und seltsam kamen die gutturalen Laute aus ihren Kehlen. Ein tragischer Singsang, den sie mit grotesken Grimassen be- «ffigsSme. Die HolzverkohlungS - Industrie - Aktiengesellschaft hat di>. Essigsäureprttse ab 1. Apttl erhöht. Infolgedessen normierte der Verband der Efftgsäurebändler ab 1. April folgende Berkanfspreise: Bei Abnahme von mindestens 250 Kilogramm und aufwärts 29.000 ft. (letzter Preis 21.800 ft.) ab Liesing, von mindestens 100 Kilogramm 29.500 ft. (23.000 ft.), bei 50 Kilogramm 80.000 ft. (23.500 ft.), unter 50 Kilogramm 82.000 ft. (24.600 ft.) franko aller österreichischen Stationen. An der Wiener Warenbörse lautete die Notierung am letzten VerkehrStage (8. d.) 24.000 K. für 80%ige Ware zu Genußzwecken. Seide. Auf dem Mailänder Markte hat die Nachfrage nach Rohseide nachgelassen. Besonders wenig Interesse wurde für Zwimgregen auf lange Lieferung (pro Juu-Aüaust) gezeigt. Infolge des rapiden Anziehens deS ftanzöstschen Franken sind die asiatischen Gregen und insbesondere die Kantongregen in L p o n mehr gefragt. Da beim Fernbleiben der amerikanischen Nachfrage der größte Teil der italienischen Seiden nach Lyon geht, beeinflußte natürlich die völlige Gelchäftsrulie dieses Platzes «uch den Mailänder Markt. Die erste Folge war, daß die Kokons mehr offerier! sind. Es wurden Verkäufe zn 83 Lire pro Kilogramm real! d'Jtalia gemeldet. Die Gregen haben bis jetzt nur sehr wenig eingebüßt. Recht gut behaupten sich noch die Organziue, insbesondere die feineren Titres 19/21 und 20/22. Pro Jult-Septemb« find auch einige Abschlüsie gemeldet worden. Wese M KndwirtschMlche Brsduktr. (Eigenberichl der „Wumer Morgenzeitung".) Die Grundstinrnny des Wiener Marktes neigt eher bei schwächeren Richtung zu. Größere Prei5abschläa>e sind mdes m keineni Artikel zu verzeichnen, Hw das Angebot keineswegs belangreiche Mengen umfaßt. Die Stagnation im Wcizenmchlhcmdel hält an und dürft« wohl n^och einige Zeit in Geltun-g bleiben, da seitens des ungarischen Handels fovtges-etzt billige Offerten in Weizenrmchlen zur Verfügung stehen, für welche «ine witt,mute Ausnahme schon aus dem Grunde nicht vorhanden sein kann, weil der Konsum noch immer über Vorräte verfügt. Die bevorstehenden Feiertage dürsten kaum eine Aen- <derung, bcziehungsweiise Besserung der Geschäftslage bewirken. Roggenmehle tendierten freundlicher bei fast normalem Bäckerbedars. Futtermehle und Kleie sind preis-haltend. Vom Brotgetreide blieb Weizen Lokoverkehr Wetter vernachlässigt (nach Twr Tschecho-Slowakei konnten kleinere Abschlüsse in rumänischer Ware getätigt werden). Roggen tendierte eher fveundlich, wurde verschiedentlich in ungarischer, österreichischer aber auch in rumänischer Provenienz zum Umsatz gebracht. Die Bedarfsjwge für Hafer war außerordentlich rege, di« Offerten beschränkten sich auf den Besitz der ersten Hand, Preise und Tendenz sind fest behaivptet. Mais spricht sich schwächer aus und konnte zu billigeren Preisen erstanden werden. In der Gerstetendenz ist nach keiner Richtung hin eine Aenderung eingctreten, zumal auch die Umsätze durch ein Mindestmaß beschränk wurden. Rauhsutter ist bei mäßigem Absatz preishaltend. Es notieren pro Kilogramm av Wien inklusive der Wareuumsatzsteuer: Weizen inländischer 3250 bis 3350 K^, sugoslawischer 3550 bis 3600 K., rumänischer 3500 bis 3550 K., Roggen inländischer 8070 bis 3150 K., ungattscher 8050 bis 3070 ft..mmänischer 2625 bis 2850 K., Gerste inländische 3460 Lis 3600 tschecho-slowakische 3600 bis 3900 ft., 1.70 bis 1.80 tschech. K. ab Marchegg. Juttergerste 2900 bis 3050 K., Mais 2800 bis 2876 ft., Cinquautin 3800 bis 3400 ft., Hafer 2750 bis 2900 ft., Weizengrieß inländischer 6100 bis 6200 K., Weizenmehl Nuller inländisches 5700 bis 5800 ft., ungarisches 5200 bis 5400 ft., Brotmehl inländisches Ia 4100 bis 4200 ft., Futtermehl Ia 2700 bis 2800 ft., Roggenmehl inländisches Ia 4600 bis 4700 ft., Weizenkleie 2100 bis 2200 K., Roggenkleis 2, 00 bis 2050 K. Wiener WarenbSrse. (Eigenbericht der „Wiener Morgsnzsit>ung".) Zum öffentlichen Vettaufe gelangen heute den 10. d., 11 Uhe, Oelkannen, Sägeschärfscheiben Staufferbüchsen und Boschkerzen, um 12 Uhr, 20.000 Kubikmeter Holzbestand, Puchenstnben-Gösmg, am 11. d., l/,12 Uhr, 23 Pelzmäntel und eine größere Post Felke, mn 1 Uhr Lackleder. Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitimg'".) Der Verkehr an der gestrigen Holzbörse gestaltete sich mastig und nur unbedeutende Umsätze kamen zustande. Interesse machtesich geltend für Rüste Bundholz, Bauware 20 Millimeter 23 Zentimeter aufwärts, Hobler Schiffböden Kantholz geschnitten, Pfosten" Lärche bis 53 Millimeter und Kiefer besäumt 16 Zentimeter anfgleiteten. Und fcatwt lachten ft«, ein sonderbares, tiefes^ und fremdes Lachen. Jchve Geeichter waren lang und falti'g. Ganz ohne Jugend. Dann aber blitzte ein Etwas in ihren j Augen auf. Der Strahl eines bitteren Wissens. Die Lippen spitzten sich in den weißen, melancholischen Gesichtern, die Lider kniffen sich zusammen zu einem schmalen Spalt, die. Löckchen an chren Schläfen zitterten leicht. Immer heftiger wieglön sie den schmalen un>d vorgeneigten Körper hin und her. Zogen die Schultern hoch und sangen Scherzlieder, Jüdische Volkslieder. In einem Jargon, der Alfred bisher nur wie eine Verspottung seiner selbst erschienen «war. Nun hörte er diese Laute von Lippen fallen, die gewohnt warten, Tiefstes in ihnen auszudrücken. Sehnsucht, Schmerz, Entzücken. Er sah die beweglichen Gesichter und hörte die Töne, die eins mit den Lauten der Sprache, eins mit den harten, abgerissenen, schmerzlichen Gesten wurde. Und er vevstand. Ein seltsames Wissen stieg in ihm empor, ehe auch nur einer gefpvo>chen hatte. Ein Wissen, das über fvdsr Theorie stand. Das in dem Klopsen seiner Pulse sich fühlbar machte und in -dem brennenden Druck, der auf seinem Herzen lastete. Eine verloren gegangene Welt schien sich in diesen Lauten zu erschließen. Etwas laug Gesuchtes. And als er näher trat und den beiden Steltsanwu in die Augen sah, merkte er erst: sie waren jung, ganz jung. Knaben fast. Und saugen vor sich hin, wie einer atmet oder träumt oder weint — und weiß es wicht. Und Alfred spürte: Judentum. Und jüdische Lieder. Und fragte sich staunend: gab. es :das? Ein Uebersließeu in diese Musik, die den Rhythmus fUitb die Sehnsucht und das Wollen jüdischen Lebens hatte. Und jüdischer. Nerven. Und daß man das so verstaird! Er staunte. Und setzte sich nahe an die beiden, die über plötzlich verstummten. Mit einem W bösen Blick. Sie schlossen btc Lippen und bl'icnm stumm. Nur die Körper behielten den wiegenden Nhvthmüs bei. Und in den Augen zitterte der d'unkle c'.: :r Sehnsucht nach. Und Alfred fa>nn. (Fortsetzung folgt.- 8884