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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-09 · Heft 1850 (9.4.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1850 (9.4.1924)
Date
1924-04-09
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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Nr. 1856 Seite 8 Wim, Mittwoch Für jebe Währung und für jeden Termin ist ein besonderer Bogen zu verwenden. 1 Die Anfgabebogcn sind firmenmäßig, bezw. eigenhändig zu fertigen. Dir gchörig ausgefüllten Bogen sind dis längstens Freitag den 11. April 19 2 4, 12 Uhr mittags, bei der Wiener Börsenkammer verschlossen mit dem Vermerke „zu eigenen Händen des General-Sekretärs" einzureichen. Das Material wird unter strengster Geheimhaltung zunächst zu einer Gesamtübersicht verarbeitet werden. Wien, am 8. April 1921. Wiener Börsenkammer. die Krmäbignug der Mslagenzinrsubes. I« der gestrigen Sitzung des Budgetausschusses kam Kmangminister Dr. Kienböck auf den Einlagenzmsfuß der Danken und Sparkassen zu sprechen und appellierte an die MitwiÄwng aller Parteien. Ein bei der Nationalbank tagendes Komitee bemühe sich seit einiger Zeit, den Einlagenzmsfuß in klarer Weise zu regeln. Gegenwärtig sei der Zustand der, daß die verschiedenen Institute in der Bewilligung hoher Einlagen» zinSfüße mite man der wetteifern. Es geht nicht cm, daß Banken und Bankfilialen auf der einen Seite, Sparkassen und Genossenschaften auf der anderen Seite, einander in der Hohe des Einlagenzinsfußes zu übexbieten suchen, um sich Einleger zuzuführen. Dieses Wetteifers in dem Steigern des EmlagenzinsfußeL muß dazu beitragen, den allgemeinen Zinsfuß hochzuhalten, und es muß daher das Bestreben aller sein, unter Mitwirkung der in Betracht kommenden Institute und Anstalten ein vernünftiges Abkommen zu treffen, um nicht die Situation schlechter zu gestalten als sie sein müßte. KapitÄsvermehruugen. Stadlauer Oe!« und che. mische Werke A.-G. Erhöhung von 240 Millionen auf 540 Millionen Kronen. Verwendung des Gegenwertes der Aktien zur Zeichmlng und zum Erwerb von Aktien der in Gründung befindlichen Asbest- und Gummiwerke Josef Danek A.-G., Prag. — Erste Brünner Maschinenf a d r i k s - A.-G. Erhöhung van 80 Millionen auf 88 Millionen tschech. Kronen zum Zweck« der Fusionierung mit der Aktiengesellschaft für Maschinenbau vorm. Brand u. Lhuillier. Svjahriges Dienstjubiläum. Am 6. d. feierte Herr Jakob Kindler, Generaldirektor der Ostbank in Czernowitz und Vater unseres Freundes Dr. Friedrich Kindler, im Vollbesitze seiner physischen mid geistigen Kräfte das seltene Fest des 50jährigen Dienstjubvlämns. Der Jubilar begann in jungen Jahren seine Laufbahn als Praktikant der Galizischen Aktienhypothekenbank, des ältesten Finanzmstituts der Bukowina, und lenkte bald durch seine Begabung, seinen Fleiß und seine Pflichttreue die Aufmerksamkeit der Direktion auf sich. Er arbeitete nach und nach in allen Fächern der Bank und wurde nach Errichtung der Warenabteilung deren Vorstand. Als solcher hat er es verstanden, nicht nur seine Abteilung, sondern die ganze Bank zur Blüte zu bringen. Seine Stellung brachte ihn mit allen Kreisen des .Handels, der Industrie, der Landwirtschaft und des Gewerbes in rege Berührung. Er ist Vorstandsmitglied der Frucht- und Produktenbörse, Handelstammrrvat, war Vizepräsident und Präsident der Czernowitzer Börse. Auch der öffentlichen Betätigung entzog er sich nicht, er war Gemeinderat und als solcher sehr oft Budgetreferent der Gemeinde Czernowitz. Für seine kluge Voraussicht spricht der Umstand, daß er noch im Kriege als einer der ersten daran gedacht hatte, daß die Rückkehr nach der Bukowina eine ganz andera Organisation des Bankwesens erfordern würde, und noch während des Krieges erwarb er die ÄonKession für die Ost«ank, die auch im Jahre 1918 gegründet wurde. Mit Mut und Energie, aber auch mit den soliden Grundsätzen des seriösen BcmkmanMs fichrte er das junge Institut über die Fährnisse der Umsturzzeit und die Schwankungen der nächsten Jahre bis zu Copyrigth bj 19S3 Nachdruck verboten. Lnttsch-Lesterrttchilchkr Verlag. Wien. 66. Fortlrtzung. Die Heimatlosen. Von Wilma Bitkelich. Trotzdem versäumte sie es -nicht, dem -Schicksal gewisse Konzessionen, zu machen. In diskreter Anspielung auf die erlittene Enttäuschung und ans ihren mütterlichen Gram ergraute sie nämlich. Sozusagen über Nacht. Sie hielt das für äußerst stilvoll und den Ereignissen angemessen. Eine kleine pikante lieöerraschung für ihre Budapester Freunde. Und es stand ihr ausgezeichnet. Gab ihrer Haut einen neuen lebhaften Schimmer. Ihre Lippen schienen röter zu leuchten, ihre Augen dunkler zu strahlen unter der wundervoll üppigen schneeweißen .Haarkrone, die ihre Stirne krönte wie ein Diadem. Me das Diadem ihres großen, niemals zu stillenden Mutterschmerzes. Wenn sie das geahnt hätte! Welche Wirkungen 'hätte sic schon seit länger als zehn Jahren mit dieser .Haarkrone erzielen können! Und daun kam der Kommerzienrat hiiiHU, ein Titel, den Herr Görgei um gewisser legendärer Verdienste erwarb. Keiner -mußte sicher weshalb. Man lachte sogar ein wenig. Das aber war offenbar Noch und Bosheit. Frau Kommerzienrat klang gnt, und die neuen Toiletten wurden dem neuen Titel angcpaßt, auf vornehme Wirkung eingestellt. Violett und Purpur. Die leuchtende Farbenglut des sterbenden .Herbstes, der nochmals seine gauHe Pracht in einem Brennpunkte sammelt. Und ein. herrlicher Zobelmantcl kam hinzu. Ein lange unerfüllbar gebliebener Wmnsch. Er schien an sich schon ein Adelsdiplom zu fein, wie Frau Marianne meinte. Und nun war sie ganz getröstet. Denm diesem Prachtstücke würde auch das spöttischeste Lächeln der guten Freundinnen nicht standhalten ttnuten. Er wog schon halb Frau Mariannens Niederes« «if. _Wiener MorgenzeitunK-__ jciu-r hochgeachteten Stellung, die die Oftbank heute im Finanzleben der Bukowina mit Recht inneha-t. Der Jubilar war an seinen! Festtage Gegenstand ganz besonderer Elirungcn. Die Kapitalserhöhung der Berg- und Hüttcnwerksgcsellschüft. Die Berg- und Hüttenwerksgoscllschaft beruft für den 8. Mai ihre 18. ordentliche Generawevsammlung ein, auf deren Programm unter anderem folgende Anträge stshenz Antrag auf Erhöhung des Aktienkapitals von 80 auf 90 Millionen tschechischer Kronen, durch Emifsion von 25.000 Stück neuer Aktien zu 400 tschech. K. Nominale. Antrag auf Fusion der Gesellschaft mit der Qstrciner Bergwerks A.-G. vormals Fürst Salm, ferner mit der Mährisch-Oftrauer Steinkohlengcüocrkschaft Marie-Anne. Der BerwaltungSrat soll zur Festsetzung der Zeit und der Modalität der Emission sowie des Emisisronskuvses und zur Durchführung der infolge der Fusion erforderlichen Statutenänderungen ermächtigt werden. Wiener Börse. Ruhig bei fester Grundtendenz. Zni Gegensatz zu ihrer Vorgängerin bekundete die gestrige Börse eine ruhige Haltung. De Umsätze waren geringer, da sich die Spekulation Reserve anferlegte und Aufträge seitens der Provinz nur in spärlichen! Maße eingelaufen sind. Die Kurse erfuhren jedoch nur geringe Verschiebungen und bewegten sich zumeist auf dem letztgomvldcten Niveau. In Uebereinstimmung mit Prag waren tschechische Werte gefragt und höher, wogegen die Effekten ungarischer Provenienz in nicht einheitlicher Richtung verkehrten. Mit dem Fortschreiten des Verkehrs verminderten sich die Urnsätze auf der ganzen Linie, wonrit eine leichte Abbröckellung des Kursnivcaus verbunden war. Gegen Schluß verursachten private Käufe eine Besserung der Tendenz, die namentlich den Bankcnwerten auf Grund von günstigen BilanZschätzungen zugute kam. Auch tschechische Werte kamen ins Fahrwasser der Besserung, so daß das Endergebnis in ziemlich fteundlicher Haltung erfolgte. Ungarische Kredit wurden um 6000 K., Depositenbank um 2000 K>, Unionbrnk um 11.000 K., Poldihütte um 22.000 K., Skoda um 34.000 K., ungar. Hofherr um 16.000 K. und Karpathen Petroleum um 7000 K. höher gehalten. Hingegen verloren Anglobcmk 6000 K.. Felten 23.000 K.. Krupp 15.000 K., Rima 12.000 K., Waagner 14.000 K. Im Schranken überwogen die KurSerhohungen, doch waren die Umsätze geringer als am Vortage. Von den fließenden Schrankenwerten gewannen Berg- und Hütten 100 000 K., Prager Eisen 50.000 K., Oberungarische Hütten 20.000 K., Schönpriesener 40.000 K. und ungar. Zucker 45.000 K. Dagegen büßten Dampfschiff 10.000 K., Allgemeine Ban 20.000 K., Leykam- JosefSthaler 17.000 K., Fanto 90.000 K. ein. Von den zu Einheitskursen gehandelten Effekten profitierten Perlmooser 180.000 Kronen, Nußdorfer Brau 50.000 K., Jnnybunzlauer 300.000 §., Brüxer Kohlen 70.000 K., Veitscher Magnesit 1,000.000 K., Galicia 100.000. K. Bezugsrechte: Wienerberger Ziegel 60.000, Oberösterreichische Wasserkraft 40, Rikola 320. Auf dem Anlagemarkt ergaben sich nur geringe Veränderungen. Von den E x o t e n notierten: EoS 2000 bis 2800, Holzverband 20.000 bis 22.000, Mraznica 90.000 bis 95.000, Tepege 64.000 bis 67.000, Universale 44.000 bis 47.500. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der ,Wien er Morgen zeitung".) An der gestrigen Warenbörse machte sich für einige Chemikaliengattungen Interesse geltend, wie z. B. Bleiglätte, Bleiweiß und Schwefelnatrium, die angelegten Preise waren aber derart gedrückt, so daß eS zu keinem Abschlüsse führen konnte. DaS Angebot war äußerst schwach und erhältlich waren nur Chlorkalk zu 2300 K., chlorsanres Kali zu 23 Pfund pro 100 Kilogramm transit Regensburg, Essigsäure 80°/, für Genußzwecke zu 24.000 K., Gummi cord, zu 19.000 K., inländisches Harz F. G. zu 4800 K., Kupfervitriol 98/99 zu 8100 K., Salzsäure 20/22 technisch zu 1150 K. O e l e u n d F e t t e. Die Stimmung blieb im allgemeinen preishallend, nordamerikanisches Schweinefett (pure lurck) Tierces notiert 30 Dollar pro 100 Kilogramm transit Wien, erhältlich war Medizinallebertran zu 22'/-, Dollar ab Hamburg. Und dann flogen ein paar anmutige Skandalgeschichtchen Budapester Ursprungs durch die stillen Hallen Guggenheims. Sie erregten die Anwesenden ans das heftigste und irmrden fieberhaft besprochen. Eine kleine Eheirrnng im Kreise der oberen Zehntausend, die die pikantesten Alkovendetails enthüllte. Ein großer Bankkrach, der ein wenig den Atem stocken machte. Denn man fühlte sich irgendwie mit «bedroht und die Stimmung wurde gespannt. Man sprach in den Winkeln, mit halber Stimme, man hatte seine geheimen Informationen, die man den Intimsten zum besten gab. Der Matsch blühte. Die Lust war erfüllt von Zündstoff... Budapester Lokalkolorit. . . H-eimatstimmung färbte die Stunde. Frau Marianne aber fand den Momenit gekommen, ihren Wiedereintritt in die Gesellschaft mibe mer kt zu vollziehen. Denn Budapest war beschäftigt und abgelenkt. Ihr eigener Fall offenbar erledigt und beiseite getan. So Packte sie ihre Koffer und reiste ab. Acht Tage später gab sic ihre erste Soiree, um den Kommerzienrat gebührend 311 feiern. Und gang Budapest feierte begeistert mit. -i- Die Freunde mußten es sich eingestehen: der „Bund" -lvar zerfallen. Die Richtung seiner Bekenner strebte auseinander. Tihamer war endgültig wegge'blieben. Tibor in die Heimat zurückgekehrt. Lachs kam Wohl noch manchmal, aber er verfolgte längst nur seine eigenen Ziele. Stand im Mittelpunkt einer bauten iGffchäftigkeit als Molks-- redner, Demagog und Organisator, der an sich selber glaubt und an die Kraft seines Wortes und feines Willens. Ter dem zögernden Vorwärtstasten der Freunde ein geringschätziges Lächeln, ihren Ideen aber ein völliges Unverständnis 'entgegensetzte. Daniel aber verankerte sich im Berns. Am Krankenlager vergaß er seine letzten Zweifel. Und nur das unmittelbar Gegebne bestand. Helfen, wo Hilfe nottat. Trösten, wo man des Trostes bedurfte. Forschen und arbeiten, um immer mehr Mittel TrML Md der Mfe zu MMen» 9. Apvil 1924 Kolonialwaren. Tee, Gewürze, Reis und Pflaumen blieben unverändert. Kaffee Santos primes notiert 102 Schilling, Santos snperior 96 Schilling, Rio VII 84 Schilling pro 60 Kilogramm eit Triest. Holländischer Kakao befestigte sich nm 1000 K. auf 36.500 K. Zucker ist nm 5 bis 10 Punkte schwächer, Kristall notiert 3.85 tschech. K., Würfel 4.20 tschech. K. ab Grenze. Zum öffentlichen Verkaufe gelangten laut Art. 311 des H.-G.-B. 2000 Kilogramm Feigenkaffee zu 5600 K., 1600 Kilogramm Cichorienkaffee zu 1000 K. pro Kilogramm. Exekutiv wurden verkauft 60 Kisten portugiesische Sardinen ’/< Club 8 Fische zu 29 Schilling 6 Pence Parität Triest, sowie 150 Kisten Corned beef zu “8.000 K. pro Kiff» ä 24 Dosen ab Wien. Zum öffentlichen Verkaufe gelangen am 11. d., 1 Uhr, Leder nnd Käft. am 12. d., 11 Uhr, Fichtenholz und am 14. d., 11 Uhr 12.000 Stück Sensen. Viehmärkte in St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Borstenviebmarkt. Anpemeldet wurden für den gestrigen Markt 3727 Schweine, allein zu Beginn desselben waren bloß 3307 Stück, darunter 1928 Fleischnnd 1397 Fettschweine aufgetrieben. Der Provenienz nach waren 59 inländische, 857 ungarische, 538 iugoslawische. 550 dänische und 1303 niederländische. Außer Markt wurden 244 Schweine bezogen. Angesichts des verminderten Angebotes und des merklich abnehmenden Importes in geschlachteten Schweinen, war die Tendenz eine festere. Sowohl Fleischwie auch Fettschweine haben gegenüber der Vorwoche bis zu 2000 K. pro Kilogramm im Preie angezogen. Es notierten: Fettschweine prima 26.000 bis 26.000 K., mittelschwer» 24.600 bis 25.500 K., Dauernschweine 24.000 bis 26.000 K., alte Schweine 23.000 bis 24.000 K.. alte dänische 22.000 K. und Fleischschweine 24.000 bis 26.500 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Pferdemarkt. Zum gestrigen Markte wurden 170 Schlächter- und 343 Gebrauchspferde gebracht. Bei lebhaftem Verkehr notierten: Zugpferde leichte 4,000.000 bis 12,000.000 K., schwere 8,000.000 bi» 18.000.000 K., Kutschpferde 6.000.000 bi, 12,000.000 K., Pferde für Schlachtzwecke 8000 bi» 14.000 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Baumwollmarkt. Rew-Dvrft, 7. April. Baumwollzufnhren in den atlant. und Golfhäfen 11.000, im Innern 5000. Ausfuhr nach Großbritannien 6000. nach dem Kontinent 7000. Lokalmarkt middling:: 29.75 (letzt. Kurs 30.651 Tendenz: Stetig. — Termine: April Mai 29.48, Juni —, Juli 28.34, August 26.69, September 25.65. Oktober 24.90, November —.— Dezember 24.45, Jänner 24.07, Februar —, März 24.05. Berliner Börse. Berlin, 8. April. Die Rückkäufe fanden an der heutigen Effektenbörse ihrer: Fortgang. Den Ursprung sollen sie in den außerordentlich gespannten Geldmarktvevhältnissen haben. Die gestern umlaufenden Jnsolvenzgerüchte entbehrten' jeglicher Grundlage. Das Kursniveau am Montanmarkt senkte sich wiederum bedeutend. 2 bis 3 Billionen Prozent.Verluste bildeten bei den schweren Papieren die Regel. Hugo Stinnes- und Riebeck Montan-Aktien büßten sogar 4 Billionen Prozent ein. Unter Berücksichtigung des niedrigeren Kursstandes wurden die übrigen Jndüstriepapiere ziemlich in gleichem Umfange von der Abgabeneignng in Mitleidenschaft gezogen. Auch Schiffahrts- und Bankaktien setzten niedriger ein. Hamburg- Südamerika verlor 4 Billionen Prozent. Die rückläustge Bewegung übertrug sich auch auf die ausländischen Renten. Zu dem ermäßigten Kursstand fand sich ausreichende Ausnahmsfähigkeit, so daß die angebotene Ware glatt untergebracht werden konnte. Es hieß, daß die Banken intervenieren; darauf konnte eine vorübergehende Erholung Platz greifen. Am Devisenmarkt hat sich wiederum nichts geändert. (Alles in Billionen von Mark.) S ch l n ß k u r s e: Türkische Lose 23.6, Oesterr Staatsbahn 93.5, Nordd. Lloyd 5.4, Der. Elbeschiffahrt 3.4. Berliner Handelsgesellschaft 82.—, Kommerz. Privatbank 4.75, Darmstädter Bank 8.12, Deutsche Bank 8.8, Diskonto- Kommandit 10.—, Dresdner Bank 6.—, Nationalbank für Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 0.45, Oesterr. Länderbank —, Neichsbank 22.—, Wiener Bankverein 0.35. Wr. Unionbank 0.45. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 8.75, Bochumer Gnßstahl 43.5, Daimler Motoren 3.9, Deutsch-Luxemburger 35.75, Deutsche Maschinen 6.25, Dynamit Nobel 6,3. Felten u. Gnilleaunre 21.5, Gelsenkirchener Berg. 40.1, Th. Goldschmtdt 12.—, Harpener Bergbau 55.1, Hirsch Kupfer 27.—. Höchster Farben 11.6. Hohenlobe-Werke Er assistierte an der Augenabteil-nng des jüdischen Spitals. Und es war feine erste Sorge gewesen, den alten blinden Großvater nach Budapest zu bringen, um zu versuchen, dem Greis wenigstens eilten Teck seiner verlorenen Sehkraft zurückgnerobern. Trotzdem ließ er keinen Augenblick das große Ziel seines Lebens aus den Augen. Nur war der Moment noch nicht gegeben. Er mußte warten und dem Ziele Vorarbeiten. Den Boden deverten und die Saat. Aus daß der Santen keimen könne. Schon war es ihm gelungen, ein kleines Häuflein Gleichgesinnter um sich zu scharen. Er erzählte Alfred davon und nannte die kleine Gemeinde den „Neuen Bund". Und er entdeckte staunend, daß viele an dem gleichen Leiden litten wie er selbst nnd zu den gleichen Schlüssen gelangten; nur daß jeder seinen eigenen Gcdankenlveg zurücklegte, je nach dem Ausgangspunkte, den er gennommen. Auch Alfred suchte wie Daniel. Nur war er viel, viel weiter vom Ziel entfernt. Ja, er ahnte noch nichts von einem bestinunten Ziel. Suchte nur in dent einfachen Bedürfnis Wurzel zu fassen. Sich selber zu gehören. Daniel aber suchte dieses Ziel dem Freunde na be zu - bringen, indem er ihm vorerst von den kleinen charakteristischen Momenten des Tages sprach, von beit vielen Wunden, welche die Gegenwart barg und die sich vor allem dem Auge des Arztes enthüllen. Ja, er zeigte ihm das große Leid der Menschheit. Ihre Gebreste. Ihre Krankheiten. Das Anrecht, das sich auf die Häupter der Aerntsten und Leidendsten häuft und für das es keine Heilung gibt, nur Betäubung. Nur Linderung von Fall M Fall. Und er erzählte vom Leide des jüdischen Volkes, >das ihn am tiefsten ergriff, und seine Wange färbte sich, sein Auge glommi Oft wurde seine Erregung überstark, und er konnte nicht mehr weiter. Dann saßen die beiden Freunde in dem kleinen weißen Sprtalgimmer unter der flackernden Lampe und schwiegen. (Fortsetzuna friat)

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