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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-02 · Heft 1843 (2.4.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1843 (2.4.1924)
Date
1924-04-02
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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'All"!P>,M,,«1, 1) V,,1-,^!^ H'JH-yMIJ^Ill! . »U^V! l . AM M 'ff.'. KW'V Men, Mittwoch fl*HttO>ms eines nesen Heiue-Lenkmals in Hamburg. Der Hamburger Vertrner der „Bossischen Ieiumss' meldet seinem Blatte: Aus Beranlasiung der Hamburger Ziterarischen Gesellschaft ist nunmehr das H e i n e - D e n f m a I von Lederer, das latfl&e Zeit im Melier bcä Künstlers lagerte, nach Hamburg überfichrt worden und soll im Trepperch.ius Lex »Iten Kunsthalle Aufstellung finden. Ursprünglich hatten, die Hamburger die Absicht, das Wert im Stadtpark auf- Melle«. Aber man hat inzwischen die Erfahrung mit einem anderen Heine-Denkmal gemocht. Jenes Denkmal, das Wilhelm 7:r Zweite aus Korfu aus gewiesen hatte, fand bekanntlich in .Hamburg h i n t e r de m G e f ch ä s t 8 g e tr i e b : derMönckSbergstraße eine Zuflucht in einer schwer auffindbaren Nische. Aber das Denkmal war mir rote r Farbe besudelt. Es war lein anderer Schutz möglich, als ras Denkmal mit Brettern $n umnageln. Nun wagt man es '.mmsrifin das bronzene Heine-Denkmal Lederers in der Knn'rhasle als MuseumsgegeNstand aufzustellcn. Adh-Feier. Sonntag den 36. Marz fand zum Gedenken des jung dahingegangenen ungarischen Lyrikers Andreas Ady im Kleinen Musikvereins'saal eine Feier statt, welche 'wir den in Wien lebenden ungarischen Emigranten sehr stark besuch: war. Herr Ludwig H a t v a n y hielt die Gedenkrede und oe fr rach Adys Bedeutung als Lyriker:. Fräulein Rosette A n d a y. Mitglied der Staarsoper. saug einige von Beta R e i n i tz vertonte Lieder des Dichters mit großem Verständnis: der Komponist begleitete am Klavier. Glanzpunk der Veranstaltung war -Oskar Beregn, welcher mit Schwung und Wucht eine Auswahl der schämten.Gedichte Aoys in ungarischer Sprache rezitierte. Das Publikum dankte stürmisch. Kindervorstellung. -Sonntag den 6. d., 3 Uhr nachmittags, sind.: üu Eradlissement R o n a ch e r eine interessante Kindervorstellung starr. Das Märchenspiel >„I sl i nd e" von Helene Scheu-Risß, Musik von Kleuau. wird zugunsten des Vereines Fcr-.euheim (Präsident Grünfeld) unter persönlicher Leitung das Komponisten aufgeführt. Das Spiel wird nur von Kinder:: dargestellr, die tanzen, sprechen und singen wenden. Karten im Verein F r'anheim. 9. Bez., Türkeustraßc 17. Tol. 11-1-63, Papierhandlung „zur Oper", Walter Deutsch, 1. Bez., Kärntner-- ring i. Tel. '1-1-51. Melly Weist. 7. Be;., Burqqasse 22. Tel. Ein Josef Jsraels-Gederrkzimmer im Museum -zu Groningen. J...T A. berichtet: Bei der Ausstellung der Werke Josef Israels anläßlich seiner hundertjährigen Geburtstagsfc.ici, waren auch mehrere sehr wertvolle Stücke des Meisters I vern-eten. -di.- Herr I. C. I. Drucker aus London speziell ein.gefa.ndt hat. So waren unter anderem auch Studien in Oelt'arba und Kreide zu dem bekannten „David und Saul". Wie jäy: mitgcterlt. wird. hak Herr Drucker diese Werke dem Muse uni zu Groningen (der Geburtsstadt Israels) für das speziell - dort eingerichtete Josef I s r a e l - G e d e n k z i mm c r ül'.'rlasjkn. Freilust-Oper in New-Iork. In New-Uork har sich dieser Tage, , wie uns von dort berichtet wird, unter dem Namen ..Eivic opera association" eine Gesellschaft gegründet, die sich die Veranstaltung von Freilustopernvorstellungen zum Ziele setzt. Die Gesellschaft hat sich für diesen Zweck bereits das awßc Spielfeld des größten Baseballvereins von Ncw-Nork gesichert. In New-Aorker Musikerkreisen sieht man diesen Veranstaltungen mit großem Interesse entgegen. Die Blätter 'erinnert: bei diesem Anlaß daran, daß gerade in den letzten Jahren wiederholt neuerbaute. Operntheater, nachdem sich ihre Artistik für Ausführung von Opern als zu schlecht erwiesen hatte, für andere Zwecke verwendet werden mußten und sie werfen wie Frage auf, welche Rolle die Frage der Akustik , bei Freiluftoper spielen werde. Ein Bach-Beethoven-Fest in Paris. Im Rahmen der diesjährigen olyurtzstchen Spiele in Paris ist als besondere musikalische Verunstaltung ein Bach-Beeth: ven - Fe st Vovgeschen.-das vom 18. bis zum *25. Mai dauern wird. Unter anderem sollen die ..Matthäus-Passion" und die „Neunte Symphonie" zur Aufführung gelangen. Ausfuhrende sind das E on cu<\ebouW-Orchesier mtb der Toonkunst-Chor aus Amsterdam unter Leitung von Wilhem Men gelb erg. . Die südamerikanische Theatertournee. Di« Differenzen, di: zwi'chen der füdamerikanil chen Tbeatertour-nee (Leo Fall-- Tou.nes) unfo dem österreichischen Bühnenverein bestanden haben, sind beroiüi'gt. Die Sicherheiten, welche von der Untern-ehmUi:g den Bühnen angestellten gsgsben werden, bestehen in d:r -Vorausbezahlung von 25 Tagesgagen (die ganze Tournee wll nur drei Monate dauern) und in der Vorlage der TranSvonvett.räge für die Rückbeförderung der Mitglieder. Die Touire-t wird am 15. d. Wien verlassen und sich am 17. d. in Genua rinschiffen.. ' - Bemerkenswert« Opernpremieren im Ausland«. In E: c m o n a hat dieser Tage die Ershauifftchnm-g einer nachgelassenen. Oper-Donizetbis „Rita" stattgefunden. — An der Brüssel,er,Größen Oper fand die. Uraufführung der Oper .K addara" ftgtt, deren Text von dein dänischen Romancier Normann' H a n s e n stammt, während die Musik ein Wer- Hakon -Bä% r.tlf e>s ist. Die Oper hat besonders durch Shr . exotisches.Milieu die füiff Bilder spielen in Grönland -7 interessiert. I , Aus den Aeatem. B.u r g th pu t e r. Morgen, 7 Uhr abends, l a n ch % E c 11 rt e". A k ade m i e t heater. Morgen, */,8 Uhr abends, „T a-s K 0 ng e r t". B 0 l k S o p.e. r. Heute Mittwoch, „T a n n h L u s e r > Rcorzeu Donnerstsg' „Cavalleriarnatieana* und „D e r B a j a \ % 0". Die Erstaufführung von Mozarts „C 0 , i f a n ' tu tte": unter szenischer und musikalischer Leitung deS . Direktors Felix, Weingartner findet Freitag den 4. d. statt. Im ..Deutsche« BolkStheater gelangt SamSt'atz den 5. h. Rudolf EgerS neue breiaktige Komödie „D i e -W e g e n a ch Rom" zur UrauMhmna. Regie'! Dr. Ächulbaur. Der Verfasser, der gegenwärtig in Wien weist, wohnt djM Prohen bei. Ä In hen' K a m m e r s p i e l e n findet Freitag den 4. j»., die ExftauffMrmtg deS dreiaktigen Lustspiels „Domino" (Os qus ttmws vsuyvon Etienne Reh uns Alfted Savoir, deutsch von Berta Zuckerkandl, statt. Die männliche Hauptrolle spielt Ralph Axtur Roberts, der auch die Juszenierung dtzS Werkes besorgt. - .Morgen gebt im Rabmen der Nachtvorstellung LouiS VerneuilS Mtspiel" ^DerFrechdachS" (?our auo» ^ckrisvoy) z«« ersten Male in Szene. 3m Corltheater wird die Bittnersche Opere« „Li es i l-b e r - e Tänzerin" nur noch bis etnschließi» lich Freitag den 4. d. gegeben. Ab SermStag den b. d. gelangt allabendlich die Gflhertsche Operette „D i e Ä i n 0 k S n i g i st* mit Mzzi Freihardt in der Titelrolle, neu einstudiert, zur Auf» filbrüns. Wie««« 9l0«A(«ielfutt6. t?n.KAI S E RSTRAS SE-111 -113*115 % km rin GROSSE 1IODELL.OKKASION eleganter Ball-,Tanz-u.Strassenfclelder Gerichtssaal. Sie Hansmeiftrrin als Kupplerin. Anfangs Jänner dieses Jahres brachten mehrere Parteien ver Häuser Sobieskygasse 5 und 7 durch ihre Vertrauerrsmänner bei der BezirkSvertretung Msergrund eine Reihe von Beschwerden über das Treiben der Hausbesorgerin Marie Horvath vor. Nach Inhalt dieser Beschwerden soll es >m der Wohnung der Hausbesorgerin, die beide Häuser zu überwachen lpt. bis in die srühen Morgenstunden sehr lustig zugegangen sein, wobei oft derart gelärmt wurde, daß die Hausparteien im Schlafe gestört wurden. Nach Inhalt der Beschwerde soll «in der Wohnung der Hausbesorgerin, insbesondere zur Nachtzeit, ein reger Verkehr von Personen beiderlei Geschlechts gewesen sein und soll die Hausbesorgerin der Kuppelei um!d Hehlerei Vorschub geleistet haben. In der Beschwerde hieß es auch, daß die Parteien des Hauses mit Rücksicht auf den regen Berkchr von Personen zweifelhaften Rufes in der Wohnung der Hausbesorgerin Angst haben, ihre Wohnungen zu verlassen, weil sie mit Recht einen Einbruch befürchten. Insbesondere sollen die Vorfälle, die sich in der Wohnung der Hausbesorgerin abfpielten und wovon in der ganzen Gasse die R^e war, eine große s i t tliche Gefahr für die Kinder bilden. Der Vorsteher des Bezirkes, Josef Schober, leitete die Beschwerde der Parteien mit einem ausführlichen Bericht an das Polizeilommissariat Alsergrund mit der Bitte, der Sache schleuarigst nachzugehen und ehestens Abhilfe zu schaffen. Es wurden seitens der Polizei, bei der gleichfalls eine Reihe von' Anzeigen über di>e Vorgänge in der Wohnung der Hausmeisterin eingelangt war, eingehende Erhebungen gepflogen, die dazu führten, daß gegen die Hausbesorgerin Marie Horvath beim Strafbezirksgericht die Anklage tpegen Gelegenheitsmocherei, wegen Uebertxetung der Meldevorschriften und wegen Anstiftung eines Untermieters zu einem Diebstahl erhoben wurde. Den Erhebungen zufolge hatte Marie Horvath einer Reihe von leichtsinnigen Mädchen Unterstand in ihrer Wohnung gewährt und sie a ngeeifert, einen liederlichen Lebenswandel foxtzusetzen. So hatte sie einem Mädchen, welches. bsi ihr wohnte und über Geldnot klagte, gesagt: „Blödes Mensch, mach dir keine Sorgen, wenn du kein Geld hast, warte auf den Steurrbeamten, der zu mir kommt, da kannst du leicht Geld ver die ne ».".Tatsächlich ließ sich eine Reihe von Mädchen durch die Horvath verleiten, in ihrer Wohnung Herrenbesuche zu empfangen. ' In der vor dem Bezirksrichber, Dr. I e l l i n e k stattgehabten Verhandlung erklärt« di« Angeklagte, daß . es in ihrer Wohnung manchmal lvstig zugegangen sei, wenn ihre Verwandten bei ihr zu Besuch waren, daß sie jedoch niemals den Berlehp zwischen Mädchen und Herren vermittelt oder in ihrer Wohnung geduldet habe. Auf Grund eines sehr umfangreichen und die Angeklagte sehr belastenden Beweisverfghrens verurteilttz der Richter die Horvath zu drei Monaten strengen Arrests. __ . Sin HanpelrlammersekretSr beschimpft Pie Wischen Kmlfteute. Als vor zwei Jahren der Seidenindustrrelle Wilhem Steiner starb, kam es im Laufe der Verhandlungen über Pen Nachlaß, der auf 16 Millionen Schweizer Franken geschätzt wurde, zwischen den Hinterbliebenen zu Streitigkeiten, da man den Sohn Geovg Steiner, der vom Vater zum Leiter des Wiener Unternehmens bestimmt worden war, verdrängen wollte und dabei nicht einmal vor dem Versuch scheute, ihn für irrsinnig erklären zu lassen. DaS treibende Moment hierbei war der Schwager Steiners,, der Spirttusindustriell« .August Le« derer. Auf sein Betreiben wurde zum Kurator der Nachlassenschaft der Sekretär der Handelskammer, Regierungspai Dr. Becker, bestellt, der alles tat, um den jungen Steiner mürbe zu machen. Gelegentlich eines Wortwechsels ließ der Regieruugsxat die für eine« Sekretär der Hondslskammer wohl nicht ytissende Aeußerung „jüdisch« Franz-JosefS- Kai-Taktik" fallen. Steiner klagte daraufhin. den Regierungsrat Dr. Becker wegen Ehrenbeleidigung. Uebev diese Klage 1 tqnb gestern die Verhandlung statt. Sie endet« mit einer um- 1 April 1924 Nr. ISIS ■irrr.ii E l) r e u erklärung cv» Dr. Becker, der dw, '!ru,^r:ulg zugab, im übrigen aber versicherte, daß ihm jede' ^lbsicht serngelegen sei, den Klä-ger zu beleidigen. Dr. Becker wird von nun cm mit derlei Aeußerungen wohl vorsichtiger fei».! Bettug mit migedeiltril Schecks. Die Geschäfte einer lleiue« Bank. Zuur zweitenmal hatte sich gestern ein Schöffensenat unter dem Vorsitze des Hofrates Dr. Schneeweiß mit einer Be» trugsaffäre zu befassen, die in der Handels- und Geschäftswelt ziemliches Aufsehen erregte. Als Angeklagte erscheinen der., 32jährige Kaufmann Maximilian Freund, der 84jährige ehe», malige Advokaturskonzipient Dr. Ernst Schneck, der 33jährige Kaufmann Emil Johann Karl Horvitz und der 32jährige Privatbeamte Johann Rabl. Der ursprünglich, Mitangeklagte Privatbeamte Artur Loughini ist flüchtig, es wurde sohin das Verfahren gegen ihn ausgeschieden. Nach Darstellung der Anklage wurde Mitte November 1922 das Bank- und Wechselgeschäft Emll Eigner u. Co infolge ungünstiger Börsenspekulationen mit Verlusten von einer halben Milliarde zahlungsunfähig. Dr. Schneck macht« den Kaufmann Freund auf die günstige Gelegenheit, daS Bankhaus zu erwerben, aufmerksam. Freund hatte seinerzeit ein Briefmarkengeschäft, dann besaß er bi- 1821 einen Kohlenbergbau und ein Kohlengeschäft in der Gumpendorferstraße. Freund übernahm das Bankhaus Eigner mit allen Verbindlichkeiten bis zum Höchstbetrage von 620 Millionen. Faktischer Leiter des Unternehmens wurde Dr. Schneck. Freund besaß nur ganz geringe Mittel und ein Kohlenbergwerk mit minderwertiger Braunkohle. Man half sich über die Schwierigkeiten damit hinweg, daß ungedeckte Schecks anSgegebe» wurden, ohne die Hoffnung zu haben, sie je einlösen zu können. Freund trat, mit dem durch den „Seifen-Trebitsch-Prozeß" bekannten Präsidenten der Volksbank, Karl Tr»-, bitsch, in Verbindung, und verpflichtete sich, für die Volksbank 500 Millionen aufzubringen. Hierbei wurde Trebitsch um ungefähr 78 Millionen geschädigt. Dr. Schneck bot' weiters dem Kaufmann Astay vordatierte Schecks an. Mit Hilfe des Horvitz wurde di« Ausstellung von ungedeckte» Schecks gewerbsmäßig betrieben. Dem Bankhaus« Hajos u. Cie. wurden Schecks von 600 Millionen vorgelegt und darauf ein Darlehen von 400 Millionen verlangt Freund gab, um das Darlehen zu erhalten, an, daß dos Bankhaus Eigner 650 Stück Alpine Montanaktien, 600 Krupp- Aktien usw. im Besitz habe. Die Bank hatte einen ständige»' Fiaker und Freund fuhr nur im Automobil. Freund erklärte sich bei seinem gestrigen Verhör vollkommen unschuldig, während Dr. Schneck zugab^ einige der ihm zur Last gelegten Tathandlungen begangen z» haben. Die Schecks habe er im Glauben ausgestellt, daß reiche liche Deckung vorhanden sei. ES seien ungedeckte vordatierte Schecks ausgegeben worden, doch habe man ihm gesagt, daß binnen 14 Tagen Geld durch den Verkauf zweier Häuser oder durch Kapital eines neuen Gesellschafters einfließen werde. Er gibt zu, Bankanweisungen gemeinsam mit Horvitz gefälscht zu haben, bestritt jedoch die Schädigungsabsicht, da die An-, Weisungen bestimmt emgelöst worden wären, wenn nicht früher die Katastrophe eingetreten wäre. Der Staatsanwalt bemängelte das Fehle« jeder geordneten Buchführung. Horvitz gab dem ihm zur Last gelegte» Tatbestand zu, bestritt jedoch gleichfalls die Schädigungsabsichten. Er sei beauftragt worden, für das Bankhaus «inen Kredit in der Höhe von zwei Milliarden zu verschaffe», wofür ihm eine Provision von 100 Millionen in Effekte» zugesichert wurde, die er jedoch nicht erhielt. Der Vorschlag, Schecks zu falschen,^ stamme von Freund. Dr. Schneck habe sich an der Fälschung der Schecks beteiligt. Der Angeklagte gab zu, 14 Millionen erhalten zu haben, angeblich als Darlehen. Beim Rechtsanwalt Dr. S ch a j o w i c z sein eine Information ausgenommen worden, der zufolge ein fingierter Italiener mit Namen Garnielli sich an dem Bankhause beteiligen wolle. Der Angeklagte hatte die Absicht, ein Projekt zu verwirklichen, wonach Tramwaywartehäuschen an de» belebten Straßenbahnkreuzungspunkten in Wien in Bankexposituren umzubauen wären. Das Stadtbauamt der Gemeinde Wien und die Straßenbahndirektion seien bereits einverstanden gewesen. Das Bankhaus Bosel habe die Beteiligung bei der Bildung des Syndikats zu ge sagt. Der vierte Angeklagte, Rabl, ist geständig, bei der Einkassierung der gefälschten Schecks in der Unionbank geholfen zu haben. Der Prozeß wird drei Tage dcmer». Der Oberleutnaut als Hausmeister. Wegen Ehrc! . , igung hat-e sich avsteru der 26jährige Ferdinand R. zu vcca:uwarten. Der Beschuldigte ist jetzt Hausbesorger. Er war a ktiver Oberleutnant und wurde dann Oberinspektor einer Versicherungsgesellschaft. Er reinig: die Stiegen und Gang e selbst. Die Anklage wuvoe von der Hausb siherin Frau Julie I u n g echoben. Sie laute: dahin, daß der BeschulNgte, als er die -Aliege:: remigie. sie beschimpft habe: „Sie Sau, Sie Drecksau! Sie gehören nach Steinhof in die Gummizeile, ich werde dasür sorgen, daß Sie dahin kommen. Sie wolle:: e.i n e H a u s s r a u s p i e l e n?" Zu seiner Verantwortung gab er an: „Ich habe die Treppen und das Stiegenhaus gercininr, als di, Hausfrau ihre WcchnungÄür öffnete und den ganzen!» ihrer Wohnung zusamengekehrteu Mist « n d S t aü b m i; auf den Kopf und ins Gesicht kehrte. Das hat sic nicht einmal, sondern schr oft getan. Ein so>!ches Bovgchen e:u spricht nicht dem eines geistig normalen Menschen. Die von der Klägerin inkrimlnievten Aeußerrmgen habe ich in dieser Form nicht gemacht." Die von den Zeugen . gemachkit Aussagen lauteren für die Klägerin nicht sehr schm.lche-lhaft; sie wirb als >b»shaft und sekkant geschildert. Dem Vorschläge des Richters sich mit ein.r Entschuldigung Zufrieden zu geben, setzte die Hausfrau ein starres „uetn" entgegen. Der Richter verurteilte den Beschuldigten zu einer Geldstraf, v o n 10 0.0 0 0 Ä r o n e n.

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