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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-25 · Heft 1835 (25.3.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1835 (25.3.1924)
Date
1924-03-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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J tafoimmer 11200 . V i e p: Znm Abholen m der &cpeditton,H.,Taborstr. 1*3, »der in einer Versehleisstelle jTrafHcl monatl. K 35.000 strassenverkauf in Wien ferch die Kolporteure der Firma Goldsehmiedt,l.B«c., Wolheile 14. Mit Pottversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 85,000 rpeheche-Slowalcei: Mob. K18, Invoilawien: Von. Oinir60. Polen: Mon, 57» Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r, Belgien' Mon. Frei. 12 er Nielitihlua PraiaMiMthiintreii Vorbehaltes W/HbAYÖ *ao*5¥i Ir'T.i'-:, ko'BiüpMM 350-001 Italien: Monatl. 12 l .ire Rnmanien Mon. 130 lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa S c HSv e i x und das übrig« Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u. Administratio« Wien, n^Tahorstrassel—3 Telenhone: 44-0-38,43-3*19, ab 6 Uhr abds. 19483,25-282 Tel* Adr.^Morgenxettung“ Wien Oesterreiehiaehes Poatapar* kasspn-Konto Nr. 150.698 Sr. 1835 Men. Menstag. SS. März 1924 üatzrgan» Vertagung der Slutzschtius. — Pakt lall ein Koaütiauslabiuett bilde«. fEigendiensi der „Wiener Morgenzeilung".) Me SlupMna vertagt. Belgrad, 24. März.. Heute vormittags sind ungefähr 30 Abgeordnete der R a d i c - P a r t e i in Belgrad eingetroffen, darunter 17, deren Mandate schon verifiziert sind. Sie begaben sich in die Skupschtina, wo jene, deren Mandate bereits verifiziert worden sind, den E i d auf die Verfassung und den König ablegten. Hierauf wurde die Spezialdebaite über das Budget abgebrochen und die Sitzung aufgehoben. Ministerpräsident P a s i c begab sich um halb 1 Uhr mittags zum K ö n ig, dem er die Demission der Regierung unterbreitete. Der König nahm den Rücktritt des Kabinetts an. Mittags wurde d'e Sitzung der Skupschtina wieder eröffnst. -Präsident Ljuba Jovanovic verlas ein Schreiben des Ministerpräsidenten, worin er dem Hause die Demission der Regierung mitteilt. (Ruse bei /der Opposition: „Hoch Pasic!") Hierauf wurde das Parlameirt bis zur Bildung der neuen Regierung vertagt. In den Kreisen des oppositionellen Blocks herrscht großer Optimismus. Die Radikalen hoffen, daß die Bildung der neuen Regierung 'wiederum Pasic werde übertragen werden. Pasic wieder mit der Kabinettsbildung betraut. Belgrad, 24. März (TI. T.-K.-B.) Nach Beendigung der heutigen Vormittagssitzung der Skupschtina, in der bw Regierung ihre Demission iankündigte, begaben sich der Präsident der Skuptschtina, Jovanovic und Pasic zum König. Jovanovic berichtete dem König über die Kräfteverhältnisse im Parlament und empfahl, Pasic wieder mit der Kabinettsbildung zu betrauen. Der König hat Pasic abermals mit der Bildung eines auf der Koalitionsgrundlage beru heu den Arbe itskab ine 1 ts - betraut. Pasic hat die Führer der oppositchnellen Parteien Davidovic Korosec, Spaho und Safte für morgen vormittag.' zu einer Beratung zu sich geladen. Es verlautet, daß Pasic mit ber Pribicevic - G t u p p e der demokratischen Partei die neue Regierung bilden werde. Pasic.soll bis | morgen mittags über das Ergebnis feiner Befatungen Bericht erstatten. Der Giftpfeil. —y. Sie«, 25. März. Der französische Senat und die Kammer haben die von der Regierung verlangten Finanzgesetze ohne die generelle Ermächtigung angenommen. Dies stellt ein Kompromiß dar, mit dem beide Teile sich einstweilen zufriedengeben, dies um so leichter, als der Fransen -auf seiner Erholung wieder am Ausgangspunkt der im Dezember begonnenen Bewegung an gekommen ist. Die Regierung erhält nun wieder volle Äktionsfreiheit für ihre auswärtigen Verhandlungen und sie kann sich hierbei aus wiederholte und solenne Vertrauensvoten der Bertretungskörper stützen. Viel - zu diesem Stand hat die Haltung der englischen Regierung beigetragen, deren mehrmalige Freundschaftsbezeigungen dem Ministerpräsidenten eine wertvolle Stütze waren und ihm zweifellos auch bei den nun beginnenden Verhandlungen über die Reparatwnsfrage zustatten 'ommen werden. In engster Verbindung damit steht . sie von Frankreich verlangte Politische Garantie der hm in dem Versailler Vertrag gesicherten Stellung. 2ies ist eine Forderung, die bisher von jedem franzosichen Mnisterium ausgestellt und auch von der Kammer bestätigt Ivutde. Das Ansteigen der rechlsreaktionären Quecksilbersäule in Deutschland hat es bewirkt, daß die Garantiefvage von Paris aus immer energischer berührt wuibe. Ans . dieselbe Ursache ist es znrückznsü'hren, daß die öffentliche Meinung Englands und der Bereinigten'Staaten sich aus die Seite Frank- ' reichs stellte und immer deutlicher die Exzesse des ftän- Mschen Imperialismus nur als Reslexerscheinungen - auf die nationalistischen.. Provokationen anzusohen be- ' reit war. Die WechselveMndung zwischen beiden war immer geschickt kaschiert. Tritt nunmehr die. Garantieftage scharfer m den ' Vordergrund, so geschieht dies unter Bchingnngen, die für die Stellung Deutschlands sonngünstig als nur ' möglich sind, und diese Bedingungen wurde wieder einmal von Deutschland selbst geschaffen. Die Auflösung des deutschen Reichstages uiw die AusschvöLbung der Neuwahlen war vom Gesichtspunkte der inneren Situation, wie sich schon jetzt herausstellt, em außerordentlich schwerer Fehler, öet sich aber immerhin aus der Unmöglichkeit erklären läßt, die Parteien zur Unterstützung der „legalen Diktatur" zu bewogen. Außenpolitisch war dies aber das schlechteste Auskunftsmittel. Mit einer Wahlkampagne im Rücken, deren Ausgang so unsicher als nur irgend etwas ist, kann keine Regierung zu ernsten Vorschlägen an den Verhandlungspartner gelangen. Sie weiß ja nickt, inwieweit ihre Projekte aus. die Wahlagitation ihrer heimischen poetischen Gegner abfächen uttb sie ist jederzeit vom Meuchelmord -bedroht. Die letzthin publizierten Geheimvertrüge des „Berliner Tageblatt" sind ein solcher Akt. Ihre Unwahrheit ist heute bereits evident, aber in den wenigen Stunden zwischen Veröffentlichung und Fälschungsnachweis ist zur Genüge klar geworden, wie vergiftet der Partherpfeil lvar, den das internationale Hakenkreuztum demdemokratischen Organ auf den Bogen legte. Jede Aktion, die die deutsche Regierung unternimmt, stößt jetzt aus das konzentrierteste Mißtrauen der ganzen Welt, vor allem aber jener Stellen^ an deren Wohlwollen Deutschland gelegen sein muß. Wer das Interesse daran hatte, diese neuerliche politische Isolierung Deutschlands herbeizusi'lhren um) auf das stets bereite Pulversaß auch noch Dynamit zu legen, ist unschwer zu erraten. Es ist sehr zu hoffen, daß die deutsche Regierung nicht die Notwendigkeit übersieht, ihr Stillschweigen zu brechen und sich zu der Affäre zu äußern, die zu einem Welt-- skandal ausgewachsen ist. Es ist bereits zu konstatieren, daß infolge dieser Attentatsversuches, noch mehr aber infolge der inertwürdigen Resultate des Hitler-Prozesses die von Mac Donald bereits erreichte deutschfreundliche Stimmung wieder im Abflauen ist. Man kann sogar ans der neuerlichen Verzögerung des Sachverständigenberichtes aus eine Wendung zum Schlimmeren schließen was sich auch schon darin äußert, daß die bisher sc hochgemute Schwerindustrie deutliche Zeichen von .1 Paris, 24. März. > (Havas.) Die Reparationskommission teilt die Verteilung der von ihr bis zum 31. Dezember 1923 bewirkten Einnahmen mit. Danach haben von der Gesamtsumme im Betrage von 5.692,246.000 Gowmark, davon 1.903,544.000 in bar, 3.420,190.000 in Naturalien und 368,512.000 in Gütern erhalten: England 1.318,882.000, Frankreich 1.804,192.000, Italien 397,932.000, Belgien 1.732,756.000 Japan 68,368.000, Serbien 262,500.000, Griechenland 20,574.000, Polen 15,120.000, Rumänien 33,914.000, Tschechoslowakei 23,153.000 und Portugal 14,855.000. Mit beut Gesamtbeträge der nicht verteilten Summen im Betrage von 2.719,093.000 beläuft sich die Gesamtsumme der von Deutschland geleisteten Zahlung ans 8.411,339.000 Goldmark. Rom, 23. März. Die Blätter melden aus London, baß die britische Regierung die Einladung der italienischen Regierung angenommen habe, zu den Mahlen in Italien zwei Zuseher zu entsenden, um sich von deren normalem Verlauf zu überzeugen. Ter eine Vertreter soll Abgeordneter S n e l l, der ander« ein Vertreter der T" ade n i o n § feiiti. Ein italienisches Dementi. Nom, 24. März. Die Agenzia Stefan: dementiert dis gestrige Meldung des „MassaiMvo" von einer Einladung der italienischen Negierung an die englische zur Entsendung von Beobachtern zu den italienischen Wahlen und erklärt diese Meldung für eine Erfindung der ftciitbe des Faszismus. Ein Dementi der tschecho-slolvakischen Gesandtschaft. Berlin, 24. März. (Wolfs.) Die tschecho-slowakische Gesandtschaft ersucht das Wolffsche Bureau, mitzuteilen, die Nachricht, daß ein Gehe iuwertvag zwischen Polen und der Tschecho-Slowakei besiehe, ensipveche ebensciwmig den Tatsachen wie die früheren Nachrichten von einem Gehe-inrvertrag zwischen Frankreich und der Tschecho-Slowakei. London, 24. Mär-z. (Havas.) Die Unterredung zwischen dom Premierminister M a c D o n a l d' und dem französischen Botschafter Saint Aula ire, die einen herzlichen Charakter trug, bezog sich auf.die Fragen der Repa r a t i o n e n, der Pfalz, der Untersuchung der 'Sachverständigenkomitees und der Sicherheit. Sie hielt sich in allgemeinen Linien, doch kann man in gewissen Punkten sine Annäherung des enolisclM und französischen Standpunktes seststellen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 24. März. Die Frage des BerkehrsstreÄs in London hat sich insofern gebessert^ als die Regierung. für morgen im Unterhaus ein Gesetz angMudigt hat, das die Regelung des gchamten Londoner Verkehrs durchfuhren soll. 'Vermutlich sollen die Löhnungen automatisch erhöht werden. Moskau, 23. März. (Wolfst) Der Zentraldcllzugsaüsschuß der Sowjetunion hat, -wie die „Jswestisa" meldet, die Dienstzeit für die Marine und für die Staatspolizeitruppen mit vier Jahren, für die Meg-erspezialisten mit drei Jahren und für die übrigen Truppenteile sowie für den Stab und die Militärbehörden m i t z w ei Jahren festgesetzt. Ter Vizepräsident des revolutionären Kriegsrates, Frunse, begründete eingehend die Notwendigkeit der Erhöhung der gegenwärtigen anderthalbjährigen Dienstzeit aus zwei Jahre. Budapest, 24. März. (Tel.-Komp.) Die Brüder Johann und Georg P i roska, die Anstifter des Csong r a d e r Bombenattentates, wurden heute, wie „Az Est" aus Szegedin meldet, aus dem dortigen Stern- Gefängnis entlassen, nachdem die königliche Tafel die Berufung der Szegodiner.Staatsanwaltschaft gegen die Freilassung der beiden Piroska verworfen hatte. Englische MofFe für Herren-u. Damenkl Stier, Jacken u. Jumper aus Wo.le u. Selür, Rer cnmäntel u Textilwaren, alles erstk.assig u. bMigst im Warenhaus II. TaborstraBe 48 Te'onhow 47-1-73 En gros En detal|

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