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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-24 · Heft 1834 (24.3.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1834 (24.3.1924)
Date
1924-03-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Elnzelmunm er K1200 Wien: Znm Abho’en in der Expedition, II., Taborstr. 1 -3, oder meiner Verschleißteile (Trafik) monatl. K 35.^00 atrassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold««chrniedt,I.Bez., Wollzoile 11. Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 35.000 Tschecho-Slowakei: Mon. K 13. lijr»oslaw?en: Mon. Dinar60. Polen: Mon. 3V» Zloty, Deutschland Mon. Gold mark 4. F r a n k *•., Belgien- Mon. Frcs. 12 Wiener Nr. 1834_Men. Montag, 24. März 1924 ' NiehrthIu n?en "tt# Pre!*erh?tiim',en vorheh alten Po'etJipolü.Ht 350 000 Italien: Monatl. 12 l.ire, Rumänien Mon. 1301 ei, Bulgarien Mon. 80 I .ewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien, II„ Taborstrasse 1—3 Teleohone: 44-0-38,43.3.19, ab6Uhrabds. 19-483,25-282 Tel- Adr. :„Morsrenzeitiing* Wien Oesterreichisches Postspar* Wao«(»n-^onto Nr. 150.693 8. VTnhrsanß Wahlreden Ir. Marx'und Ir. Strefemanns. Der Reichskanzler für die krMungrvolttik. — Strefemann gegen die Rechtsradikalen. Elberfeld, 23. März. Reichskanzler Dr. Marx, den die Zentrumspartei des Wahlkreises Düsseldorf-Ost als Spitzenkandidat ausgestellt hat, hielt heute in einer von mehr als 6000 Personen besuchten Versammlung eine Wahlrede, worin er sich unter anderem gegen die Behauptung der alleinigen KriegsschuldDeutschlands -wandte, -die durch eine objektive wissenschaftliche Forschung bereits Lügen gestraft sei. Er iwavnte vor einer Auflehnung gegen die Besti-mmnngen des Vertvaiaes von Versailles und erklärte, so sehr es verständlich sei, daß gegen die zahlreichen nationalen Demütigungen Deutschlands der Wille zur nationalen Freiheit sich anfbäume, sei es doch notwendig, mit kühlem, nüchternen Verstand den opfervollen Weg der Erfüllung der imabwendbaren, harten Verpflichtungen zu gehen. Das sei weit eher Befreiungsals Erfüllungspolitik, j Der Reichskanzler sprach die Hosfmmg auS, daß.der «ent Reichstag in seiner Mehrheit entschlossen sein werde, die Reparationsfrage endgültig zu erledigen, um durch materielle Opfer zur nationalen^ kulturellen und wirtschaftlichen Freiheit zu gelangen. Dieses Ziel müsse in der allernächsten Zeit erreicht werden, wenn Deutschland und Europa wieder ein würdiges Dasein führen sollen. Redner -betonte, daß die Reichseinheit auf dem Boden der Weimarer Verfassung - gesichert werden müsse und fügt hinzu, die Treue des Zentrums zur deutschen Republik sei dadurch erwiesen, daß es ihr immer feine Männer zur Verfügung gestellt habe. Bei der Erwähnung seines Besuches in Wien sagte der Reichskanzler, er wolle die heutige Gel-ggenheit seines ersten öffentlichen Auftretens nern benützen, nnt den österreichischen Brüdern von dieser Stelle aus die herzlichsten Grüße zu senden und ihnen für den überaus herzlichen und warnten Empfang, den Dr. Stvesemarrn und er sow 'V in RegiemngZkre-i'en wie auch bei der gesamten Einwohnerschaft Wiens gefunden haben, öffentlich zu danken. Darnrstadt, 23. März. Außenminister Dr. Strefemann hielt heute feine erste Wahlrede, in der er in kookidge ßeaen eine AbrOstuiMkonferenr. Paris, 23. Mürz. (Havas.) „New Noll Herold" meldet aus Washington: Im Zusammenhang mit der vorgestrigen Abstimmung im Nepräsentantenhans wird in dieser Mittei» lung des Weißen Hauses erklärt, daß Präsident Coolidze die Einbernsung einer Abrüstungskonferenz für inopportun halte. Ein neuer Mndal In Amerika. Staatsbeamte als Banknoteufälscher. A'ashingL'-n, 24. Mürz. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung") Die Erregung der Oesseutlichkeit über die letzten Enthüllungen im O-elskandal hat sich noch nicht gelegt, und nun wird wieder ein neuer Skandal bekannt. Diesmal handelt es sich um eine B a n k n o t e n f ä l s ch e r a f f ä r e, deren Urheber zwei Millionen falsche Dollarnoten in Umlauf gesetzt haben. Darunter sollen sich auch drei Beamte des staatlichen Gravierbure ans befinden, die den Fälschern die Gravierplatten geliesert haben. Auch mehrere Angestellte einer Provinzfiliale der Föderal Reserve- Bank sollen kompromittiert sein. Sas französische Finanzgesetz angenommen. Paris, 23. März. (Havas) Die Kammer b.t in der gestrigen Naättsitzung das Fmanzgrsetz nnt dem vom Senat vo genommenen Abänderungen mit Ausnahme von drei die Stkuerhinlerz^ehung belrrff.-nden Artikeln, deren großen Zügen ein Bild feiner Politik als Kanzler und als Außenminister zeichnete, wobei er sich gegen jene Kritiker verteidigte, die ihm nach'agen, er suche lediglich eine Verständigung mit Frankreich und zerschneide die Fä-den nach England hin. Gegenüber diesem Vorwurf wies er auf di-? Erfolge hin, die in letzter Zeit in beZug auf England erzielt worden seien, so insbesondere die Verringerung dr" Ausfuhrab-Zabe von 26 auf 5 Prozent sewve die Zusage &• Bank von England hinsichtlich eines erheblichen Kreditfür die Gol-dnotenbank. Sehr scharf rechnete Dr. Stresemann mit der re dikalen Rechten, namentlich mit dem Helfferich Flügel, ab, der ein Zerreißen des Versailler Vertrag:-: als einzige Rettung bezeichne. Deutschland könne an der artiges nicht denken. Tor. Gedanke, mit irgend wer Krieg zu führen, bedeute, dem Volke verbrecherische Illusionen borzugawkeln, hie in den 'e rst e n 2 4 S t'ü n d e n vergehe müßten. Wenn das deutsche Voll auch «waffenlos sei, so sei «s nicht wehrlos. Es habe die große moralische Wehr der nationalen Einheit. Auch in der Schuldsraze sei die Regierung nicht untätig gewesen. Der Kampf »m die RrichHrWentenschast. Berlin, 24. Mürz. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Fast jede der in den Reichstag kandidierenden Parteien stellt nun auch einen eigenen Kandidaten für die Reichspräsidentschaft auf. Die Sozialdemokraten, a-ber auch ein großer Teil der Demokraten sowie auch Zentrumsleute sind für Ebert. Die Kommunisten kandidieren Max Holz, der wegen seiner Räubereien bekanntlich derzeit eine mehrjährige Kerkerstrase abbiißt. Nun ist auch zwischen den vaterländischen Verbänden und den Dentschnationalen eine heftige Fehde entstanden. Während die Deutschnationalen als neuen Reichspräsidenten den ehemaligen Reichskanzler C u n o gewählt haben mochten, haben die vaterländischen Verbände beschlossen, den Admiral v. Tirp itz für die Reichsprvstdentschatfskandidatur vorzuschlagen. Text wiederhergestcllt* wurde, mit 370 gegen 172 Stimmen angenommen. Der Senat hat hierauf diesen n'iien Text mit 146 gegen 12 Summen genehmigt und somit das Finanz« gesetz endgültig votiert. Lusan Tod. Berlin, .24. März. (Tel. d. „Wiener Movgenzeitnng".). Die Trauersei er für den verstorbenen tschecho-slowakischen Gesandten Tusar findet Dienstag nachmittags rm Palais der tschecho-slowakischen Gesandtschaft statt. Die Leiche wird im Laufe der Woche nach Prag überführt und dort beigesetzt werden. HMtz und seine Semliten. Budapest, 23. März. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Eine der letzten Nummern des ungarischen Amtsblattes teilt mit, daß Seine Durchlaucht der Neichsverlveiser geruht habe, dem Direktor-Stellvertreter der staatlichen Maschinenfabrik Alexander Stein sowie -dem Generaldirektor der Ungarisch m Borstenviehmast- und Jleischindustrie-A.-G. Wilhelm Kramer und dem' ©j>e$ebmer Dampfmühlenbesitzer Bernhard v. Back den Titel einer Oberregierungsrates zu verleihen. Da sage man noch, daß es in Ungarn etwas wie Antisemitismus pebe und daß es den Inden unter der schützenden Hand Horthyß nicht glanzend geht. Ile Verordnung über die Romanisiermg. Budapest, 23. März. (I. T. Ach Wir die Zeitung „Universul" berichte:, hat die Regierung auf Grund des einmütigen Protestes der beßarabischen Juden, der von einigen liberalen Deputierten unterstützt wird, die Romanisierungsverordnung betreffend die jüdischen Schulen Beßarabiens vorläufig zurückgezogen. Die beßaräbischen Juden bereiten ein neues Memoran-- dum vor, in welchem gegen die Schließung jüdischer Schulen sowie gegen die Auslösung des jüdischen Sch «Komitees protestiert wir-. Der neue britische politische Seleeiüt bt Snrasiotfmnlen. Jerusalem, 19. März. (I. T. A ) Wie -der Palästincilstschen TelegraphenagentUC offiziell Mitgeteilt wird, wurde der Gouverneur von Nablus.Kolonei Charles H. F. Cox 'um britischen politischen Beamten bei -der t r a n s j o rd a i: iche n Rogierring an St-ell-r des Majors St. John Philby, essen Rücktritt am 1. FeL-rnar gemeldet wurde, ernannt. (fine fteanttenspttin tnenen viersachen Rorder vertzaftrk. Berlin, 23. März. Die Kriminalpolizei ist einem ungeheuerlichen Verbrechen aus di« i-pur gekommen. Die 32jährige Frau eines Geer!chtsob ersekr e t ärs wurde unter dem dringenden ^erdachte vierfachen Mordes, des Meineides)' der Dyk»- AentenfÜsschung und Preistreiberei verhaftet... Die-Ver- '^stete ist eine frühere Krankenschwester und wird be- 'chuldigt, ihren erste« Ehemann, dessen Brüder und dessen Mutter vergiftet und ihren zweiten Ehemann erschossen zu haben. Alle d'ese Verbrechen beging sie, um Erbschaften ihrer Opstr an sich zu brirogen. ßin betrügerischer Autotzöndler. In der letzen Zeit hat der 30j ihrige Autvbändler und Garagebesitzsr.. Anton A m o n, Märzstraße 48. bei Leuten vorgeiprochen, um Gelddarlehen auszunekimen. Es gelang ihm, insgesamt zirka 506 Millionen Kronen herauszuschwindeln, indem er den Leuten seine Automobile. die er in der Garage in der Hollergasse eingestellt hatte, zum Pfand gab. Als die Gläubiger in Erfahrung brachten, daß der Händler diese Auws, die nicht rein Eigentum waren, nur znm kommission-weisen Verkaufe übernommen batte, erstatteten sie die Anzeige. Das Poiizeikomm.ssariüt Schmelz leitete sofort Erh billigen em, die ergaben, daß der Betrüger bereits ans Wien verschwunden war. Die ibm zi'M Verlause übergebenen Autos hatte er weitergegcb n und war somit mit einem Betrag von zirka 600 bis 800 Millionen Kronen geflüchtet. Amon wird be-chrieben als mitelgroß, mit blondem Haar, rundem glattrasierten Gesicht und sebr elegant gekleidet. Seine Veriolgung ist eingeleitet. Weitere Geschädigte werden aufgeiordert, sich beim Polizeikommissariat Schmelz, Referat 5, zu melden. Der Sottemnorb beim KeRkchnbof. Der Gattenmörder hat sich der Polizei gestellt. Wie berichtet, hat am Samstag abends der Moment. Johann Waezek, Rotemühlgasse 24 wohnhaft, seine ge» .chiedene Gattin, die 26jährige Prostituierte Thew^ Waezek, geborene Wehl, in der Löhrgasse im 15. Bezirk durch einen Messerstich, der die Hauptschlagader am Hülse durchtrennt hatte, derart schwer verletzt, daß die Unglückliche binnen wenigen Minuten verschied. Waezek hatte die Tat verübt, weil sich seine Gattin geweigert hatte, den gemeinsamen Haushalt mit ihm wieder aufzunehmcn. Naai der Tat war Waczek geflüchtet. Während man nun nach dem Totschläger forschw, erschien dieser selbst gegen 4 Uhr früh im Polizeigefangeubause ans der Roßau-erlände mit der Erklärung, „er sei der Mann, der seine Frau am 2lbend auf der Scheelerstochen habe". Johann Waczek, ein mittelgroßer, robuster Mann, wurde sofort dem Hauskommissariat über- | stellt. Er gab zu, seine Frau erstochen zn haben, behauptete STOFFE na Ret,enmärlel. Herren- und Dame^wäeolie, Well-ackeo und Jumper, forncr alle Soren von Chiffon, Web* und elnsnwaren, nies eratkliMlfl and billigst im Warenhaus MeSchiffmann II. TaborstraSs 48 47-1-79 En gro s En d«t*U

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