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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-23 · Heft 1833 (23.3.1924) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1833 (23.3.1924)
Date
1924-03-23
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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WMUUW Serke Wien, Gchttitag Kaffee. In der in tfnöc gellenden Bertchtsmoche bedielt die feste Tendenz die Oderiwu-/ die Preise blieben cmf letztem Stande, Rio VII Zobnston weist sogar gegen Vorwoche eine Erhöhung von 1000 K. auf. Es notieren: Santo8 primes 48.000 K., SontoS superior 46.500 K., Rio VII Iohnston 42.000 K. ab Wien, Santo? primes 105 Schilling pro 50 Kilogramm, SantoS snperior 102 Schilling 6 Pence, Rio VII 80 Schilling cif Triest. Da? Geschäft anr Hamburger Markte nahm in de» letzten zwei Tagen mittleren Umfang an. Sautos snperior war zu 90 vis 101 Schilling, vrime? zn 107 bis 110 Schilling und extra primes zu 114 bis 118 Schilling angeboten lost transit. Im sonstigen Auslande war die Tendenz fest. Brasilien verlangt für v'ollbeschriebenen Superior-Kaffee schon über 100 Schilling pro 50 Kiloramm. Tic Preissteigerung hat ihren Grund in den fortgesetzten großen Käufen der Bereinigten Staaten, wo sich infolge des Älroholverbots der Kaffeekonsum verdoppelt bat. Amerika konsumier! setzt zirka eine Million Sack pro Monat, demnach also bereits die Hälfte der gesamten Weltproduktion. Die Kaffeernte in Brasilien hat durch ungünstige Witterung, insbesondere durch eine heftige Regenperiode, gelitten. Das Ergebnis ist um drei Millionen Sack hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Die Wellproduktion ait Kaffee wird in. diesem Jahre daher für den Weltkmrsum kaum ausrcichen. was bereits in der starken Verminderung der Weltvorräte zum Ausdruck kommt. Diese waren Ende des Jahres 1923 4.3 Millionen Sack, Vas ist tun 3,5 Millionen Sack weniger als im Vorjahre. Es ist dies der niedrigste Vorrätesro.nch der seit dern Jahre 1807 zu verzeichnen ist. Dem ist hin- -.uzusttgen, daß der Weirkonsum damals nur 12,5 Millionen San' betrug, während er jetzt auf zirka 21,5 Millionen Sack angestiegen ist. SiUMwoLmaM. 2'ev'--kporb. 21. 9K<h:s. Baumwollzmubreu tu den atlant. und Gotsbäfen 7000, im Innern 3^00, Ausfuhr uach Groß» britaunieu —, nach dem Kontinent 8000. Lclalmarkt wiZ^Iirie: 28.90 (letzt. Kurs 29.—). Tendenz: Stetig. — Terrnine: Märr 28 60. Avrll . Mai 28.90, Juni —.— Juli 28.83. August 27.10. September 2«l45 Oktober 25.75, November —.—, Tezmwrr 25.38, Jänner 25. ffe Seöifenlurfe. Zürich, 22. März. (Devisenkurse von 12.15 Ulw. — Von der Schweizerischen Kreditanstalt mitaeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde Holland 213.60 (214.15). New-York 578.12 (578.50'. London 24.87 (24.90), Paris 30.60 (3«>.->, Mailand 24.90 (24.80), Brüssel 24.35 (24.05), Kopenhagen 90.50 (90.60), Stockholm 152.50 (152.50), Ehristiania 80.— l79.60), Madrid 74.10 (74.60), Buenos Aires 194.— <194 50), Prag 16.77-/, (16.76-/,), Budapest 0.0085 (0.0085). Bukarest 3.05 (3.05), Belgrad 7.10 (7.10), Sofia 4.22(4.15), Warschau—.— Wien 0.008150 (0.008150). Terlin, 22. Marz. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von New-Aork und London für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten.) Amsterdam 155.61 (155.61/. Belgien 17 50(17.46-, Ehristiania 57.85 (57.851, Kovenhaaen 65.59 (65.59), Stockholm 110.72 (110.72), Italienische 18.05 (17.96-, London 18.055 (18.055>. Rew-?'ork 4.19 (4.19). Parts 22.14 (21.75>. Schweiz 72.62 (72.62), Spanien 54.61 (54.11), Wien 6.18 (6.18), Prag 12.21 (12.21), Budapest 5.98 (5.98), Sofia 3.14 ,3.09). Belgrad 5.48 (5.48). Berlin, 22 März. (Rote,Kurie.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichifche für 100.000 Einheiten und polnische für 1 Million Einheiten.' — Boten: Dollnr 4.19 (4.21«, Pfund 18.05 (18.05), Italienische 19.10 (19.—), Sesterreichische 6.18 (6.08), Polnische 4.54 (4.55), Tschecho-slowakische 12.21 (12.21). Duötipest, 22. Marz. (Kurie der Devrienzentrale.) — Amsterdam 29.200 bis 30.070, Bukarest 415.— bis 430.—, Kopenhagen 12.360 bis 12.730 Ehristiania 10930 bis 11260, London 339.800 bis 349.800, Berlin bis —. Italien 3400.- bis 3505.-. Paris 41L0.- bis4310.—,Prag 2290.— bis 2360.—, Stockholm 20.830 bis 21.450, Zürich 13.665 bis 14.065, Wien 1.1135 bis 1.1465, Soiia 5/70.— bis 595.—, Agram 970.— bis 1000. New-Bork 79.000 bis 81.200, Warschau —.— bis —. Brüssel 3325.- biZ 3425.—. Marschau, 22. März. (Devisen.) Berlin , London 39,750000. Aew-Bork 9,250.000. Praa 264.000. Wien 130. Copvrigth 1323 hy Nackdruck verboten. T:u:sch-Ocstcrreichiiche- Verlag, Wien. 52. Fortsetzung. Von Wilma Vukelich. Das weibliche Geschlecht war daher auch in seiner Eiito oerireten. Vom Backfisch mit der schicken Lockenfrifur und dem Tabylleid bis;ur Frau in jenem zweideutigen Alter, das um so gefährlicher wird, je mehr es an Gefährlichkeit embüßt. Toiletten — übet jede .Kritik und Beschreibung. Forbenorgien. Alles was leuchtet und Wert hat. Gold und Brillauwn. Perlen an schneeweißen Nacken und üppigen Armer'. Parfüm. Puder und der heiße, verwirre-nde Dwft des emb ößten Fleisches, welkende Rosen, deren Blättchen wie Schnee über das Parkett rieseln. Oder wie Blutstropfen. Lachtöne, die jede Skala durchlaufen. Blicke, die jede Leidenschaft kennen. Worte, die hin und her blitzen, .'./tragen von einem luchten und müßigen Geist. Bjßgrer- ::r,, die sich ein bohren, einhaken in das Fleisch. Die noch tu ehr entblößen. Die jeden Reiz zerstören. Die frühen //.lUen und den welken Zug in Kinn und Wangen graben.' U; -> die Gier nach mehr, nach immer mehr, die niemals : 'ch. Ter Neid, der das zerstört, was ihm am besten geiiilll. Verborgene Laster in den Augenwinkeln. Kleine Lauer. Die geduldeten umd gehätschelten Schwächen d»er so- -g-euarnrren guten Gesellschaft, die meist nur eine Umkehrung der Tugend sind. Die Gleichgültigkeit, die Ghrfurchtslosigleit. die Trägheit. Und der Egoismus, der alle Lie-besfähigieii und alle Gesühlsrefte vor ihrem letzten Verlöschen im Brennpunkte des eigenen Ich sammelt... Ein. Tuscheln Hirt und her. Ein Fächerrauschen. Die schärten Frauen lächelp. Zwischen schwellenden Lippen hervor gdug.u '.acht uud verlenweitz die glitzernden Raubiiev- Wenev Movfteinrreltunü. W. März 192i Ux. 3838 ~t-.£TOSirUM IM M Hakoah in Berlin. Die Wiener spielen 3:3 Unentschieden. (Drahtbericht der „Wiener Morgenzeitung") Die Hakoah spielte gestern vor 12.000 Zuschauern gegen Tennis Borussia 3:3 unentschieden, nachdem bis zur Pause ein 1:1-Resultat erreicht worden war. Die Hakoahner traten in folgender Aufstellung an: Dnldi-g; Gold, Pollakt Wortmann 1, Guttmann, Fried; Ing. Sluzky, Wortmann 2, Häusler, Schwarz, Neufeld. Das Resultat entsprach keineswegs dem Kräfteverhältnis, da die Wiener ständig weit überlegen waren. Insbesondere im Angriffsspiel der beiden M '' ,masten bestand mehr, als ein Klassenunterschied. Das ehrenvolle Resultat vcrdaitken die Berliner, die einige Verstärkungen herangezogen batten, ausschließlich den ^elenden Bodenverhältnissen. Das Spielfeld war holperig und glich eher einem „Krautacker", als einem Fußballplatz. Tie Berliner, die das Cick- und Nush-Svstem pflegten, kamen durch Schnitzer der Wiener Verteidigung, die den 'aufspringenden Ball verfehlten, zu ihren Treffern. Die Stürmer der Hakoah hatten überdies mit ihren Schüssen Pech. Diese Ilmstände bewirkten, daß die Berliner, die überaus fair spielten, derart glimpflich drvonkamett. Bei den Wienern zeichnete sich insbesondere der Angriff aus, der mustergültiges Kombinationsspiel vorführte. Nur Ing. Sluzky siel aus dem Rahmen. In der Deckung fand der vorzüglich spielende Guttmann durch Wortmann 1 tatkräftige Unterstützung. Weit weniger konnte Fried befriedigen. In der Verteidigung leistete nur Gold ganze Arbeit. Politik hatte einen ganz schwarzen Tag. Duldigs Leistung war wieder unausgeglichen. Das Spiel fand in Herrn K'opchel einen ausgezeichneten Schiedsrichter. Die Hakoah ist vom Spielbeginn an klar überlegen und Schwarz erzielt in der 20. Minute nach einem Zuspiel von Neilfetd das erste Tor. Knapp vor der Pause gelangen die Berliner zum Ausgleich. Nach Seitenwechsel haben die Wiener alles vom Spiel. Häusler verschafft ihnen die Führung und Wortmann 2 bringt den Stand aus 3 :1. Die Berliner spielen uneutmutigt weiter. Sie sehen auch ihre Bemühungen nach schweren Fehlern Pollaks durch zwei Treffer belohnt. ,Tas letzte Tor erzielten die Einheimischen in der letzten Spielminute bei vollkommener Dunkelheit. Die Hakoah hinterließ in Berlin durch ihr faires und ansgezeichnetes Spiel den denkbar besten Eindruck. Gestern um halb 10 Uhr abends reisten sie nach Leipzig weiter. Das Jubiläumsturnier des S. C. Slovan. Die Festlichkeiten anläßlich des Lffähriaon Bestandes des S, C. Slovan wurden gestern mit einem Rundspicl aus der Hohen Wart« eröffnet. Infolge des ungünstigen Weckers war der Besuch ein fthr schwacher. Es hatten sich nur zwei- bis dreitausend Zuschauer eingefunden. Der tiefe Boden und der Regen 'beeinträchtigten die Leistungen aller Mannschaften, dennoch war besonders das gute Können des Bvünner Sportklubs Zidekrize unverkennbar. Die Spiele nahmen folgenden Verlauf: Zidenice sBriinn)—Kinizsi A. C. 10:2 (4:1). Zidenice: Plichta; Mafek, Holas; Kuchar. Earvcm, Kern; Ianhuber, Nowak 1 und 2. Lastovicka, Rohlicrk. Kinizsi: Ritter; Vogel, Rech; Fennhvessi, Hütter Rößlers Tänzer, Frech 1. Noufeld, Zellinka, Frech 2. Äe Brunner hatten ihre stärkste Mannschaft nach Wien gebracht und wurden, was Technik und Taktik aubelangt, ihrem guten Rufe vollkommen gerecht. Weniger Günstiges wäre von ihrem ifhort'lichen oder, besser gesagt, unsportlichen Verhalten zu berichten. Lastovicka wurde sogar wegen einer groben Unsportlichkeit ausgeschlossen. Der beste Teil ■ der Mannschaft ist die Angriffsreihe, die ein ganz 'hervorrägendes 'Spiel lieferte. Die Brüder NMak und Lastovicka bilden ein ausgezeichnetes, durchschlagskräftiges Innentrio, dem ' sich Ianhüber würdig anreiht. Die Deckung besitzt in Cavvan einen Mittslmanir, wie ihn Wien gegenwärtig kau-m auDuweisen hat. Fast ebensogut ist Kuchar. Die Verteidigung hatte wenig Gelegenheit, sich anszuzeichnen. zÄhne. Sie find Kulturblüken, diese Frauen. Eine Auslese an Schönheit und Geschmack. Die schönen ungarischen Jüdinnen, die die Mehrzahl des PremierenPubMu-ms ausmachen. Uebrigens . . . sie sind kaum zu unterscheiden von den Budapester Geburisaristokratinnen. Sind rassig, brünett und üppig wie diese. Sind wirklich assintiliert. Glänzend angepaßt. Versuchen es wundervoll, sich zu kleiden. Voller Anmut und Elastizität zu schreiten. Perlend zu lachen. Vielleicht um einen Schatten zu bewußt. Um ein paar Linien über den Rahmen der ganz großen Dame hinaus, die sie sich nachzuahmen Hemühen. Irgendwie lacht in ihrem Lachen auch noch die erste und z-weite Generation mit, jene Generationen, die noch keinen so entwickelten Sinn für Dörnehmheit besessen. Die nur die Grundlage geschaffen, aus der diese Vornehmheit erblühen konnte. Und man slpürt die R-atschheit ihrer Entwicklung. In der Größe der Juwelen. In den gewagten Farbenmischungen. Und die Männer erst! Sie sind ein Kapitel für sich. Sie verstanden es nicht gang, Schritt zu halten. Sie hatten keine Zeit, sich zu kultivieren. Denn sie mußten Geld verdienen. Wohl sind sie Hofräte und Kommerzienräte und knüpfen bunte Bändchen diskret in ihr Knc«pflcch. Trotzdem verderben 'sie die Gesamtwirk-ung und werden in vielen Fällen zu' Verrätern, wo sich die Gnädige nichts, aber auch gar nichts anmerken läßt. DE sie mauscheln diskret und sprechen von Kursen und Konjunkturen selbst im Konzertisaale. - Man kennt einander w diesen Kreisen. Hat seine Cliquen, und der Kastengeist ist auf das strengste ausgebl'ldet. In die oberste Kaste gehört die Bollblutaristokratie. Sie füllt die ersten Reihen. Barone im zweiten und dritten Geschlecht. Die H-eltay-Meiß und die Wortmanns. Familie Schönberger vou Püspökfalu und der Seitenzweig der Fa-, mil'ie, die Schonberger Edlen von Schünberg. die sich für noch vornehmer halten, weil sie bereits vor dem Achtündvierzigerjahr in Ungarn naturalisiert waren, und weil sie mit den Kavolyis verschwägert sind, durch eine Nichte, die Der Temesvarec Bereiit war in seiner gestrigen Der« sasstntg kein Gegner für die hochklassigen Tschechen und wäre wohl von jeder Wiener zweitklasisigrn Mannschaft geschlagen worden. Die Rumänen können zur EntschtssdiguN'g anftihren, daß sie mit vier Ersatzleuten ature'cu mußten, doch ist das ganze: von ihnen gepflegte Spi h'ystem wenig zweckmäßig. ■Sie’ sind vor dom Tor? äußerst unentschlossen, außerdem langsam und weich. Erstklassigen Ansprüchen konnten nur der rechte Außenstürmer Tänzer, der Verteidiger Vogel und der Tormann Ritter entsprechen. Die Tschechen erzielten in der fünften Minute durch Nowak 1 den führenden Treffer. Eine ViertÄstnudc später ist Ianhriber erfolgreich. Dann stehen Frech und Ne-ufeid unbehindert vor dem Tor d.:r Brünner, kennen aber den Ball nicht hineiubringeu. In der 32. Minute schießt Nowak 1 ein Tor, sieben Minuten später verringert Tänzer den Vovilprung der Gegner, doch stell; wenige Minuten darauf Ianb'.rber das alte Verhältnis wi der her. Nach der Panse erhöhen Lastovicka und Iauhnber in der zehnten Minute durch zwei Treffer das Ergebnis. Acht Minuten später schießt Nowak 1. vier Minuten darauf Nowak 2 ein Tor. In der 27. Minute wi-rld Lastovicka, der ainom Gegner über das halb- Feld nachläuft und von rückwärts über die Füße tritt, ausgeschlossen. In der 33. Minute drückt Iauhnber einen von der Stange zurückspringenden Ball ins Netz. Drei Miunteu später holt Zelenka nach einer schönen .Kombinat'ivu einen Treffer auf und sieben Minuten vor Schluß stell: Nowak 1 das Endergebnis her. Schiedsrichter Neubauer. Tlodan (Wiens-Iugoslavisa (Belgrad) 3:2 (3:1). Slovan: Hlousek; Po'ar 1. Mitzineh; Pojar 2, Paar, Popeck; Eck l, Bulla. Hanel, Listopat, Gruber. I u g o s l a v i' a: Nemes; Swkie, Pe'rovic; Markovic, Mache k, Martic; Sckulic. Petkovrc, Lubuzic, Iovanov'.e, Diuric. Die Gäste aus Jugoslawien hi'ckerlicßen bei ihrem Ersteuftreten in Wien 'Gtuen ausgezeichneten Eindruck. Die Mannschaft spielte ootzbildlich fair, dabi im entscheidenden Nkontent sehr wuchtig, und verfügt über ein sehr gutes Zusam-mrnspies. Ihr einziger Dehler ist eine manchmal geradezu beängstigende Langsamkeit. Eine Glanzleistuttg bot Nemes, der die nr..chaüblickften Bälle hielt. Die Verteidiger waren sehr gut. Die ganze Deckung verdient nicht die Bezächnnug „evstklassig". da sie sich nur auf die Verteidigung beiübränkt und den Angriff überhaupt rticht unterstützt. Die An^riftsar^beit ist ganz auf die beiden allerdings sehr guten Verbindungsstiirmer zuge- .'chnitten. Petko-vic ist ein unaeanein idurchMagskr-äftiger Stürmer, der sich ruhig mit Nridil in dessen Gllmzzeit vergleichen kann. Iovawovic ist fast ebenso gut. Slsvan führte sein gewvhu-tiches ruhiges, fla-ckes Kombinationsspiel vor. Hlousek im Tor gcrb seinem Gegenüber nur wenig nach. Die schn lle Vereidigung verhinderte die umständlichen serbischen Stürmer fast immer am Schießen. In der Deckung war Pofar 2 der beste Mann im Angriff gefielen Hanol und Bulla am besten. Die zahlreich erschienene .Wiener serbische Kolonie überreichte ihren Belgrader Landsleuten vor Beginn des Spieles zwei prächtige Mrrengescheuke. Der Kamps beginnt mit ein m Vorstoß der Wiener, der erst von Nemes aufge,halten wird. In der 7. Minute schießt Pctkovic den führenden Treffer für die Gäste. Ze'bn Minuten später gleicht Hanel durch einen flachen Schuß in die Ecke aus. Sechs Minuten später jaat Bulla aus einer klaren Off-stde- Stellnng den Ball ins Tor; der Treffer findet aber die schiedsrichterliche Anerkennung. In der 21. Minute verwertet Posar 2 einen Eckstoß .zum drütert Treffer. Bald nod? der Paus? verursacht Petrovie durch ein an Eckel bogangenes Foul einen ,,Elfer", der aber von Pofar 1 verschossen wirb?ü der 22. Minute gelingt Petkovre ein Borstoß. Sein sck,arfer Schuß wird zuerst von Hloustk gehalten, jüdoch findet der Ball bei dom dararvf folaenden Gedränge den Weg ins Netz. Schiedsrichter Dr. Gvünbanm. __ Die heutigen Spiele. Auf der Hohen Worte wird das Iubiläumslurr/er des S. C. Slovan fortgesetzt. Um 2 1U)r spielt Zidc-nce gergnr Ingos.'avifa. Die Brünner müssen nach ihrer gestrigen ausg genbneten Leistung als die voraussichtlichen Sieger bezetchnet weres für ihre Ehrenpflicht gehalten, einen jungen, verschuldeten ungarischen Edelmann vor dem Untergang zu retten. Im übrigen lebten diese Familien exklusiv und in einsamen Höhen. Mit wem auch sollten sie verkehren? Gab es ihresgleichen? Der christliche Adel hielt sich zurück, was gänzlich unberftändlich war, und die ganz Vernehmen waren gezwungen, unter sich zu bleiben — ein paar Familien untereinander, die sich immer wieder verschwägerten — oder ledig zu sterben; denn Mesallianzen waren in diesen Kreisen mehr gefürchtet als flotte, kleine Abenteuer. Zum Glück erfolgt der Austausch ziemlich rasch. Di« Generationen drängen sich vor mit wachsenden Vermögen; und werden auch adelig, erwerben selbst die Baronie, trenn es notwendig ist. Oder verbNffen durch den Glanz ihrer Vermögen, wie die Fchervavis zmn Beispiel, deren Millionen -ein mythischer Begriff geworden waren, an den sich die rührendsten Legenden kn-üpsten. Man sprach von der Tüchtigkeit, dem Fleiß, der Sparsamkeit der Väter, die es zu solchem Vermögen gebracht. Ma-n pries die Genialität des Fehervarischon Fa-milienoberhauptes, der den Namen und das Ansehen Ungarns hob durch den Glanz seines Namens und seiner Unternehmungen. Und Papa Fehervari warf sich in die Brust. Ein schlichter Ehrenmann. Ter füglich auf den Glanz der Titel verzichten konnte. Von den Kriegsgewinnen, die die Firma während der Balkarrkriege gemacht, von den Riesentransa.ktionen mit Rußland während des russisch-japanischen Krieges, bei denen Fehervari u. Komp, mit unglaublichen Summen beteiligt war, davon wollte keiner etwas Näheres wissen. Davon munkelte man nur. Um so leiser, je reicher Fehervari u. Komp, mit den Jahren wurde. Und seitdem Papa Fehervari in der ersten Reihe saß, neben den übrigen Adelsfamilien jüdischer Konfession, schwieg auch der letzte Zweifel. Er sah wie ein Lord aus, sprach langsani, geräuschlos und mit vollendeter Würde lauter Weisheiten, goldene Worte aus dem Buche des Lebens. (Fortsetzung folgt.)

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