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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-23 · Heft 1833 (23.3.1924) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1833 (23.3.1924)
Date
1924-03-23
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Wien. Sonntag Wiener Modenzeitung. To. Mörz 19^4 »er. ißoo . * * n o p t bi r i < n t * * * R I ( H T Der verspätete Frühling. Pariser Randbemerkungen. Paris ist noch immer das .Zauberwort für die inrer- -.Kttionale mondäne Gesellschaft. Ader gerade im heurigen vorfrüÄirig möge man nicht mit dem Aufenthalc .n Paris orotzeu — denn es verdürben sich mit diesem anmutigen Legriss die minder anmutigen, wie „billig!" oder wie .>Frankenspcknlatr?n!" Aber sucht man denn hier das Billige? Nein, höchstens das G u t c, N euc. A Parte, Xis weder mit dcm Billigen, noch mit der Frante'ncowe-?.nng etwas zu tun hat. Und dieses Neue und Aparte iinder man hier überall, wohin nian bückt, in einer Stadt, )ie unermüdlich ist im Erfinden von schönen Dingen für »ic Frau, die ihre ganze Phantasie für das Phan'asicwort ^Frau" einsetzt... Tie Tradition, nach Paris zu p'^;crn, wird noch viele Generationen übe-d.rwern, ja sie scheint — jrteit die A! ode in Betracht kommt — un^ sterblich zu sein. Die-'e ist ganz auf Luxus <lng stellt, auf Sen äußersten.Zierat des Lebens, auf das Allcrlctzte in Schönheit und Verschwendung. Schon die Wäsche... pikant in Schnitt und Farbe, jitr'ö Auge berechnet, während diefts^ Genre ans Qualität erst bei uns in Wien umgestellt wird! Die Ztrumpfe immer noch fleischfarben rder mit bunt gesätem Zwickel... ein Kapitel für sich das S ch u h w e r t, rariabel entsprechend dem Kleid, noch immer in favorisierter Buntheit; Engländerinnen und Airierikarierinmii bevorzugen noch für den Nachmittag den niedrigen Absatz, einzelne wählen ihn sogar mrm Brokatschuh, chne darum diese Eigenart durchsetzen zu können. Das T r o t t e u r k oft n m nimmt fe bstverftändl'ch »iel Aufmerksamkeit in Anspruch. Es ist fast immer d.eit-ei-lig, farbig, saKeartig, der Rock 'ehr eng und sehr kurz, V daß eine überraschend pikante Silhouette entsteht. Als Älaterial bleibt der beliebte Ripsstoff, eine Neuerung be- Zeutet ein lüsterartiges Gewebe, das d:m Betzürfnis nach gleißender Pracht entgcgeukommt. Der Trotteurmanrel soll zum Kostüm passe-nd fern in fleicher Farbe, zum Reisekrstum weit, fast capeartig, zum Stadtkrstüm enger anliegend, konform der dominierenden schlanken Linie. Kleiderinterm-ozzi: znm Sport die Bluse, rls angenehme Abwechüluing, das Kleid ersetz:nd, der lange llasak, je nach Stimmung, Milieu und Laune. Das Nachmittagskleid präsentiert sich in ünem scharf ausgeprägten Typ, der zwei Silhouetten ermöglicht: die ganp gerade, hemdartige Linie, oder eine solche, die unterhalb der Taille oder in der Kniegeoend )urch einen Glockenvolant unterbrochen wird. Man sieht Mz lange, «schmale, durch Ausbauschungen unterbrochene »der ganz kurze Aermsl; sehr diel Kn"pfputz; vorwiegend müden Halsausschnitt; immer noch in verschiedenen reuen Varianten den reizenden Gaminkragen! Die Tanzfeste werden in den Frichiling, in den Sommer hinein fortgesetzt, darum kann das große A b o n d k l e i d seine thronende Stellung nicht einbüß nt. Zch habe schon im Fasching die Vermutung ausgesprochen, -aß Weiß sich zum Frühjahr durchsetzen werde. Das ist tatsächlich eingetr-eken. In der geschlossenen Gesellschaft, im Lanzlokrl, im Theater find sehr viel weiße Abendkleider zu sehen, allerdings bisweilen durch kräftige Farben töne rnterörochen, wie zum Beispiel durch ein Plötzlich anftauchendes Bleu Royal oder. Krebsrot, bisweilen durch ttne bunte Perllenstickerei belebt. Noch z'ttern Erinnerungen an dem verflossenen Karneval durch: Kle'.derphanta- 'ren orientalischen Charakters, der sich auch im Schnitt dokumentiert, das große AbendNeid mit langer schmaler Schleppe, die mehr für die hohen exotischen Erscheinungen ber Ausländerinnen als für die kleine graziöse Pariserin paßt. Beim großen DecAlete finden wir nach wie vor die schmalen Ach'elspangen, der Rücken bleibt wie bisher ziemlich frei. Der U m h a n g zum großen Abendkleid? Ein weiter Mantel aus dem neuartigen Stoff Alpaka, der lnvmer mit einem farbenkräftigen Qualitätsstoff gefüttert ist und solcherart auf beiden Seiten getragen werden kann. Die geschmackvolle Pariserin ist zum einfachen Hut zuvückgekehrt. Für den kurzgeschnittenen Kopf bildet tat reizendsten Rahmen ein Keines, einfaches Hütchen; als Material verwendet man sehr viel Gros-g-ratn oder gang -mnnes Pedalstroh. Das Phantastematerial wird immer mchr in den Hintergrund gedrängt; man liebt nicht mo'hr sie verschiedenartigen Aufputzmittel, wählt fast ausschließlich den einfachen Baudaufputz, der sich in bunter Farbe oder keckem Arrangement ansleben kann. Gkutß vereinzelte Modelle lassen Blumen- und Früchteaufputz sehen. Bei der H a n d s ch u h m o d e hat sich nicht viel vev* ändert, da sie ja zunächst den rein Praktischen Anforderun- .M genügen muß. Noch immer ist der Stülphandschuh r» Vogue; die SMPe erscheint tambourievt, durchlöchert, zezackt, eventuell auf der Linken mit einem großen, gradnnigen Monogramm verziert. Keine Farbe ist verpönt, es sei denn, daß sie die Kleidsarbe nicht harmonisch ergänzt. Die Sonne läßt auf sich warten, der Frühling ist noch nicht erwacht, der Fee mäntel als Frühjahrsoelzmantel zum großen Abendkleid hat schei-nbar noch lange Zeit fei::: d.n.'ll-are Ausgabe zu erfüllen R. M : neze l. Ronachrr-Revur: „Rlles in Radio". Mode und Phantasiemode. Nun hat sich auch bei uns di-' große Revue durchgesetzt, ein Genre, dessen besondere Attraktion ir einer Modeschau besteht, die blenden und faszinieren muß. Obwohl diesbezüglich das Wiener Bubliknm schon verwöhnt wurde, ist eS von der neuen Nonacher-Revuc dennoch überrascht worden. Im Mittelpunkt die schöne Iran, die große, blonde Cwude France, welche die heikle und doch dankbare An'gabe übernommen hat, die wtlndervollen Toiletten zur Geltung zu bringet:, was ihr in höchstem Maße gelingt: auch dazu gehört Talent. Ein Sommerkleid: Halbstilkleid aus Rosa-Gazestoff mit großen Millefleur-Blnineu, daztt ein mit Rosen gepulter Florentinerhut, der seltsamerweise seitwärts aufgeschlagen ist, so daß der Nosem'chmnck vorteilhafter sich ausprägt; ein reizvoll passendes Kostüm für die Pointe des Entreeliedes, als Umhana ein Lame-Cape mit Bleu Royal gefüttert. Eine für das Wiener Auge besonders liebenswürdige Szene: Die M^deschan in der Freudenau, innerhalb welcher der Chor der Manequins und selbstverständlich auch La grande Dame erscheinet:. Hier präsentiert sich die genannte Künstlerin in einem Terrakotta-Kasakkl eid, das mit großen indischen Motiven in GKd bestickt ist, wobei der Estelt durch ein großes Cape in der gleichen Farbe mit einer in eine Goldquaste endenden Goldfchtmr gehalten, erhöht wird. Stilgerecht eine Heilte, schwarze Toque mit zwei großen Buschen Kronenreihern schwarz-terrakoita. Ein pikantes Tableau: Die Modepuppe — ein ganz mit Perlen besticktes Kleid, abschattiert vwl Ziegelrot bis Silberweiß, als Ilmhang ein auffallend gr"ß"s Cape, apart dadurch, daß die FarbeZ'ich von: hellsten Frieder bis ins dunkelste Violett steigert, besonders estcktvcll das aus Marabu zusammengesetzte Material, desgleichen der große, weastehende Kragen und das Futter aus Silberlame, das ganze Bild ins Phantastische, gesteigert durch einen mächtigen Federnfächer. Ein einfaches, aber stilvolles Gesellschaftskleid ans weißgesticktem Crepe Georgette, an der linken Seite schwarze gestickte Blumen; ein ponrpöses R e n a i s s a n e e - K l e i d, stilgerecht auch im Kopfpütz; ferner eine Art Stilkleid ans Siwerlame, reich appuzrert mit mächtigen Vhantasieblumen in Rot und Gold; bemerkenswert ein originelles Pyjama. Im Frcndenauer Bild ein Silberkleid — kleine, lose Jacke in Blau, Hut und Schirm in gleicher Farbe, dos Ganze mit Rosen besät; eine lose schwarze Jacke mit Rotuttd Silbernrotiven bestickt, mit weißem Pelzkragen, der dunkelrote Rock reich plissiert; ein Weißes Kleid aus Wollrivs. dazu ein großes Cape, Kleid und Cape in großen, roten Carreanx gesteppt. Unter den Revuekostnmen fallen besonders dte aparten Biedermeier-, Phantasiekostüme und die kostümierten Pyantasiepuppen auf. Der junge Ladislaus C * c 11 c I war diesmal als K"stümkünstler besonders erfinderisch. Und die Wiener Modekunst hat sich aufs neue in glänzendster Weise bewährt. Das elegante Briefpapier ist ebenso der Mode unterworfen wie das Kleid. Es bedarf eines 'besonders fein ausgebildeten Geschmackes, um dieser Modenart gerecht zu werden; denn das Briefpapier ist wie die Visitenkarte, die man auf den Schr rbtifch legen laßt unk die den Betsucher sehr sicher zu charakterwsi. ren vermag. Das elegante Damenbriefpapier ist in eine apart geformte Kassette gebettet. die einen altenglischen Stich in Faksimile auf der Vorderseite zeigt. Gegenwärtig bolibt ist das länglich große Ob'l ong-Fövmat, der Brief wird der Breite nach in das mit einem Sackverschluß versehene Kuvert geschoben. Das Monogramm hält sich Ton in Ton mit der Farbe des Papier. S. , Das Briffpapür Ides vornehmen Herren ha» nach wie vor die weiße Farbe und dos große Format, das Material kräftig in sogenannter Parchmentqualität, entweder mit vollem Namen und Adresse oder auch mit der Adresse des Brttsschreibers allein. Das Kuvert zeigt Spihvcrschluß und ist innen mit grauem Seiderpapier gefüttert. Die österreichische Papierkonfektion hat auf diesem Gebiet Mustergültiges geleistet. or. MPDENPAIAIS^ . ■KFÜUPNIK vornehmer Kleider, VHKAISERSTRASSE UM13>U* «. , _ , TELEPHON ss*4>62 Kostüme u. Mantel n eu esten Frühjahrs i/ßTOC« VD.5UUGG.5 CfCNCKS OEM t£lftX>€« vCUitVWÄS. Zum Sakkoanzug der elegante Brogue-Schüh LETZI’« PARISER KREATIONEN V ^WIEN, I. BEZIRK ) ' JOHANNGSOASSE ' MODELL- HÜTE □ Q D Modevorfü runge Dienstag 25. d., 12 Uhr mittag, Mittwocii,: 6. ck. 5 Uhr nachm. TUCHHAUSzumHIRSCHEN HODESTOFFE LETZTE PARISER NEUHEITEN II. TABORSTRASSE 17b l. ADLERGASSE 5 SPITZER & MARKUS II. HOLLANDSTRASSE 1 ATELIER Iflr feine englische vornehm«Namenmode Herrenrardorobe Kostnme> Abendvornehmsten Genres u. Strassen-Kleider in feinster AnsfQhrnng rurts CDamenhüic 1, Mahlerstrasse tä Grösste Auswahl tm Wirkwaren-Spezialhaus ,ZUMLÖWEN*, IX, Porzellangasse 52, Tel, 5488/IL % 'JVienJ. JVildpr&tmarkt 4 eJHodeleSf *Mls°2JttaWc£eiwt ffiehes. 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