Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1833 (23.3.1924)
- Date
- 1924-03-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Hr. 1839 Dien, ©onntog Wiener Morslenzeitung Seite T 23. Mär.; 1924 Me Rowosad-Leute sreigesprochrn! Hakeukreuzsturmrug %. 1 Bor dem Einzelrichter Hofvai Dr. Hotter hatten sich gestern zehn Mitglieder der unter der Leitung des für geisteskrank erklärten Mörders Rudolf Nowosad gestanvenen geheimen Gesellschaft T. T. (Trutz- oder Terrortruppe) wegen Be-r-gchens der Teilnahme an einer geheimen Gesellschaft zu verantworten. Der von Staatsanwalt Dr. K r a l i ik vertretene Strafantrag legt ihnen zur Lost, das; sie cm Zusammenkünften des Geheimbundes teiluahinen, zu diesen Zulammenlkünften ihre Wohnung zur Verfügung stellten, bei vier Angeklagten auch, daß sie eine zweite geheime Gesellschaft, den „Viererrat", stifteten. Die Angeklagten wurden von Dr. Robert G r u b e r, Dr. Berne •!, Dr. Heindl, Dr. Alfred Kramer, Dr. Kämpf, Dr. Maurer und Dr. L e h n e r verteidigt. Die Angeklagten sind: Der 23jährige Bankbeamte Julius Brunne^ 'der 35jährige Bundesbeamte Johann Wenzina, der 31;ährige Hochschüler Anton Sauer, der 21jährigc Gymnasiast Anton Lertner, der 24jährige, nach Bremen zuständige^ Schiffskellner Heinrich Freund, der ILjähriae Gymnasiast Karl Jugend fein, der Sohn des vorgestern bei einer polizeilichen Einvernahme vom Schlage gerührten Arztes; ferner der 26jährige Techniker Gustav Mar k, der 17jä'hrige Abiturient Raoul Zahradka und sein 23jähriger Bruder Egon, ein Hochschüler, beide Sühne des Primarius der Irrenanstalt von Sarajewo, schließlich der 2»jährige Hochschüler Fritz Hotwagner. Sämtliche Augeklagten waren im Sommer 1923 einen Monat lang m Haft gewe'en, und mir Ausnahme des Freund wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Freund blieb von Juli dis November in Hast, wurde rm Jänner dieses Jahres wieder aus vierzehn Tage in Untersuchungshaft genommen, abermals entlassen und befindet sich seit 5. März neuer!ich in Untersn chu ngshaft. Dev Angeklagte Sauer ist außer ivegeu Geheimbündelei auch wegen Übertretung gegen die körperliche Sicherheit augeklagt. Sauer war mit Wenzina und einem dritten Kameraden im Sommer vorigen Jahres von emci Sonnwendfeier heimgekehrt. Sie machten in der Gentzgasse einen großen Randal und traten dann ans einen dichtbetsetzten Straßenbahnzrtig zu, wobei sie einen Passagier fragten, ob er auch Hakenkrenzler sei. Dieser antwortete, er wolle mit der Gesellschaft nichts zu tun haben. Daraufhin schlug Sauer mit seinem Stock aus den Mann los, verletzte obor einen zweiten Fahrgcsit. Sauer verantwortete sich mit Notwehr, da er von den Fahrgästen als „Hakenkreuzler-Laus bub" beschimpft wurde und einige Leute vom Wagen heruntersprangen nud mit echobenem Arm auf ihn losgingen. Der Angeklagte Julius Brunner bekennt sich nichtschuldig. Er hat der naiionalsozialistffchen Partei angehört und war auch Mitglied der Ordnergruppe. Ausgabe dieser Gruppe war es, fozialdemokvatvche Störungen von Versammlungen zu vermeiden. Führer dieser Ordnergruppe war Oberleutnant Sauer, und es wurden draußen in der Nähe der Endstation der Tramwayhaltestellen mAitärische Uebungen im Freien iu g eschlossenen Formationen veranstaltet. Das war notwendig, sagt Brunner, da die meisten nicht heim Militär gedient hatten. Richter: Und dann kamen sie auch bei Ihnen in zwanglosen Zusammenkünften zusammen? Angakl.: Ja, es waren die Kameraden der Sturmtruppe, die Sauer aufgestellt hatte. Richte«: Ist eS in Ihrer Wohnung nicht einmal auch zu Zusammenkünften gekommen, bei denen N-owoisckd anwesend war? Angekl.: Ja, den ich von der Otdnevgruppe her kannte, meinte, daß die Ordnertruppe einer strafferen Ausbildung bedürfe. Er hat phantastische Pläne gehabt. So wollte ex bei Linz zwei Donaumonüore besetze«, sich Waffen und Munition aus Kaiser-Gbersdorf holen und dann hatten wir nach Ungarn gehen sollen. Richter: Was hatten Sie dort tu,, sollen? AngeK. (den norddeutschen Dialekt nachahmend): „Das werden wir mal sehen," sagte er, ,/wenu wir unten sind." Wr hatten einen Hatenkreuzsturmzug T. T. (terroristische Gruppe). Mit der Aufstellung der Gruppe bezweckten wir die W e h r h a f t m a ch u n g des Volkes, venu man muß vom Kleinen aus gehen, wenn man -das Große will. Richter: Aber was hat Rvowofad bezweckt? Angekl.: Attentate auf Persönlichkeiten. Eine ehrenwörtliche Verpflichtung zum Stillschweigen will der Angeklagte dem No-wolad nicht gegeben haben. Uobrigens habe Nolvofad in öffentlichen Lokalen s o l a u t h e r u m g e s ch r i e n, daß auch jeder Fremde von dem Gegenstand der Besprechung Horm konnte, auch gegnerische Kreise und die Polizei. Richter: Wenn die Polizei das gewußt hätte, dann hätte sie. ja den guten Nowosad reck) tzeitig abg esang e n und ihn: das Handwerk gelegt. Auch der Angeklagte W e n z i n a bekennt sich nichtschuldig. Er gchört seil Jänner 1983 der nationalsozialistischen Partei' an, war auch Mitglied ihrer Ordnertruppe, will sich aber auf die rein formelle Mitgliedschaft beschränkt haben. Eines Tages wurde er in einem Kaffeehaus dem No wofad vorgchellt, der sich als preußischer Offizier ausgeben ließ. Es war ihm von der nationalsozialistischen Partei die Aufgabe übertragen worden, die Ordnertruppe zu disziplinieren, da sie ,,.ein Haufe von Kindern" sei, der nicht einmal marschieren -könne.' Auch der von Nowosad ermordete Karger mar bei dieser Besprechung. Bei dieser Besprechung habe sich Nowofad höchst. eigentümlich benommen, sich als „P r ä s ident" aufgespielt und die phantastischesten Pläne entwickelt. So habe Nowosad an der Hand einer Karte die Fahrt nach Grein besprochen, wo man den Nationalrat Dr. Deutsch Wiener Jüdi*cher Ce-sangTerein bakORh*Orchei(t«‘r Heute 1f2^ Uhr abends 78so Purim-Redoute in jämtlichen Räumen der Olympia-Säle, I. Rotgasse ■NT lUrteji IMG „erledigen" sollte. Dabei zeigte es. sich, daß sich Nowosad auf der Karte gar nicht auskannte, weshalb Wenzina damals sagte: „Der kann nicht einmal Karten lesen, das muß ein Trottel sein." Der Angeklagte fügt hinzu: „Herr Hofrat, entschuldigen Sie dm Ausdruck, über Trottel war übechaupt die offizielle Bezeichnung für 'Nowosad." Der Richter hält dcm Artgeklagten vor, daß er in der Voruntersuchung ausdrücklich seine Mittvirkung an einem B i e r e r r a t einbekanrt, weiter, daß er in die Hand des Mitangeklagten Heinrich Freund einen Eid abgelegt habe. Der Angeklagte bestreitet das. Wir haben ,,e i n S Pi onagesystein einführen, nufere j&cute in die Arbeiterwehren hineinbriltgcn wollert, damit sie uns Wer die Vorgänge auf dem laufenden erhalten" Beim Aufruf des Angeklagten Alfred H o i w a g n e r erklärt dieser, das; bezüglich seiner Person eine Verwechslung vorliege. Die Sache gehe eigentlich seinen Bruder Fritz Hotwagner an, der sich im Zuschauerraum befindet. (Heiterkeit.) Richter°. So, da tonnen Sie ja gleich Platz wechseln. Fritz Hotwanger mög> hierherkommen. Die er verläßt'nun -den Zuschaucrranm und tritt vor den Richter. Er vAmim seinen Platz ein, den sein Bruder bisher okktlpier: hat, während Alfred den Znschauerrairm aufsucht. Der nächsl-e Angoclagte Anton Salier war ZugskomnlLndant der ö r d u n n gs gr-upPe des 20. Hez i rl-e s. Ais Nowosad zu sinn tarn, glaubte er, cs wirtlich inn. einem preußischen Off'per zu tun zn habcm Nowosad uioiutc, die militärische AnSbild,,in der O., T. (Ordtuurgsnuppe) müsse oedessert werben, und er erklärte, einen tzlusirag von OberLeutnLnl Schallet zu haben. die Leitung einer Stururtruppe zu üöerueheucn. Am Fronlei ch n a rn stag wurde in einem Gasch ans iu der Lercheugass-e die S-uruUr.-pd-.- gegründet. Sie stand unter dem Kommando Sauers, üiowesad ha: immer in Sitzungen. _ wo über militärische Belange gesprochen wnrde, mir phantastischen Plänen aufgetve.rter. Es har sich aber niemand mchr um ihn gekümmert. Richter: Wann ist Freund in Ihre G"sellschgsi gelvmuio'nd Augeti.: Ich lei'.ne ihn nur snichiia. Fch habe gehör!, daß er eine Abteilung airf-gefteilr habe, die sich Lch!>agrt!cL-Britzr-e nannte. Warfür einen Zweck sic gehabt hat, weiß ich nicht. Richter: Hat Nowo'ad auch über Karger gesprochen? Äugetl.: Ja, er hat gesagt, daß er ein Verräter an der Partei sei nud beseitigt werd'u soll. Ich habe gemeint, das; das noch kein G und sei, den Menschen aus dem Wege zu räumen. Der Angeklagte Anton Lettner erklärt sich für nichtschuldig und gibt an, er sei der sogenannten Ordnungstruppe nur beigetreten, weil Nowosad ihm versprochen 'habe, dadurch eine Stelle zu bekomnt-cn. Lcrtner Fvzählte auch von -einem N a ch t m a n ö v e r, -bei dem seine eirrzige Hose kaput gemacht wurde. Nowosad habe im Gespräch immer sehr groß . getan und auch von einer Spionageabteiluna gesprochen, dir alle Mitglieder der nationalsMalistis-chen Parte? überwache. Der nächste Awpeklagte Karl Jugend fein «gibt zu, daß e.r an militärischen Uebungen 'teibge-nommen und auch am Versa-mmlungsfchutz sich betätigt habe. In >der Sache selbst fühle er sich aber schivMos. Besonders bezeichn!md sind die Aussagen des Angeklagten Gustav Mark, der -erzählt, daß er bei den Zuisammenikimften mit Nowosad die Empfindung hatte, sich in einem Irrenhauf-e zu befinden. Nowosad hat mich, erklärte der Angeklagte, auch über daS Schicksal Kavgers orientiert. DamÄs ist es auch zmn Femgericht km Cafe Sommerbauer geko-mnien, worüber die Zeitungen ansfühÄich berichtet haben, der sogenannte Vieeerrat kam auf diese Weise Msiande, daß sich Nowosad einfach die nächstbesten drei Leute aus der Gesellschaft herausgckhält hatte. Ich habe sofort Noirwsad erklärt, daß ich in der Sache Karger nicht mitmache. Nowosad hat uns nämlich erzählt, Karger sei ein Verräter und müsse erledigt werden. Darauf habe ^ich entgegnet: Wir siickd keine Mörder. Nowosad mtgegennete. sein Urteil sei g^allen. Zur Ansfüihrunq brauchte er niemaach. er mache es allein. Der -Angeklagte gibt damr nv-ch an. daß Nowosad ihn zum Chef der chemischen Gruppe ernannt habe. Der Angeklagte Heinrich Freund, der sich als einziger in Hast befindet, weil er AnSilÄrdee ist, sagt aus. daß Nowosad sich ihn als preußischer Offizier vorstelltze. Er habe sich unter der geplanten Gcheimorganisation etwas Achnliches vorgestellt wie die Sabotage-Organisation im Richrgebiet C8 -.K' gegen die Franzosen. Richter: Diese Leute sollten also hinauSfa-hren? — Angeklagter: Jawohl. — Richter: Die Organisation sollte aber die Tendenz verfolgen, politische -Schädlinge aus der Wo-tt zu schaffen. — Angek-l.: Darunter habe ich Foch, Poincare nud Millerand verstanden. Staatsanwalt: Es hieß aber, daß in der nächsten Zusam.lnenkM>st beschlossen werden sollte, vorderhand Lebensgewohnheiten von Basel, Austerlitz und Dr. Deutsch auszuforschen, um sie späterhin erledigen zu können. Das schaut nicht -sehr nach Sabotage gegen die Franzosen ans. Der Angeklagte Mark erklärt über Vorhalt des Richters, Freund habe geglaubt, das; er hier mit Sabotage so wirtschaften könne tvie int Reich draußen. Wir haben ihm mit Mühe beigebracht, daß das in Wien zwecklos ist. Richter: Er sagte auch, daß beschlossen ivurde, Nowosad fallen zu lassen und' einen neuen Bund zu gründen, der vollkonrmen gchenn zu halten gewesen iväre, und die Tendenz verfolgen sollte, politische' Schädlinge aus der M>elt zu schaffen. Mark: Das sind Hirngefipinste. Ich bin der einzige, der über diese Gespräche Auskunft geben kann, weil ich -er einzige Nüchterne war. Wenzina hat geschlafen und Brunner war meist nicht im Zimmer, weil ihm schlecht war. Freund hat stundenlang von seinen Erlebnissen -erzählt. Zwei Zeugen, die über die Geheimbün-delei vernommen werden, sagen nur belanglose Dinge ans. Nach kurzer Panse wurde das Urteil verkündet. Sämtliche Angeklagte werden von der Anklage wegen Geheimbiindeler freigesprochen. Sauer wird wegen versuchter Körperverletzung und GeyMl'-drW. dex. Krperlichen Sichechzit zu e i nep Woche dli rest verurteilt und die Strafe als durch die Unter« fuchmdgLha-ft verbüßt erklärt. J-u der Begründung des Nrtriles wird-ausges-ühri, daß das ganze Beweismaterial in der Angaben der Angeklagieu. selbst bestand -und diese Angaben nicht a-usreichen, um a-nzuwchmen, daß eine g-eheim, Gesellschaft nt i i strafwürdigen Zwecke» existiere. Obzwar die Aussagen vor dem Untersuchungsrichter -nicht ganz mit denen vor Gericht überei-nstimmeu mußte sich das Gericht wegen des Mangels au Zenge n damit zufriedvngcben. Das Gericht gelangte zur Uebe-Wngullg, daß die Angeklagtett eine Stur rngruppe gründen wollten, die der nationaffpziallstifchek Partei angegliedert war. Sie wurde auch bei der Polizei gemelde t, war also nicht geheim. Außerdem haben S>u Besprechungen in öfsentlicheu Lokalen stattgefmtden oder irder Wohnung des einen oder des anderen Angeklagten, sie:; in Anwesenheit anderer Personen. Daher werden die "Angeklagten von der Anklage tvegen Teilnahme einer geheimem Gesellschaft freigesprochen. HakeMreuzbübeieien. Die Wiener Hakenkreu-zbubeu halben die truppweise^ Kafsechausbesuche, welche sie eittgestellt hatten, seit sie im vaeigen Herbst im Cafe Habsbur,g verprügelt und obendrein eingesperrt worden waren, wieder ausgenommen. Gestern in später Abendstunde erschieneir, wie uns nachts gemeldet wird. etwa io offenbar übermäßig alkoholisierte Burschen mit roten hakenlreuMschmückten Arnl'oirrdeil -im Cafe Sille-r om Kai. wo sie in dem bei t'neipseligen Jungen üblichen Gänsemarsch einzogen urtd sich an einige Tische setzten. Die überraschten Gäste flüchteten aus dem Lokal. Nachdem den Brrben dieser „Streich" gelungen war, zog der Trupp wagemutig ins. K ristallease auf dcm Äspernplatz, wo dasselbe Manöver aufgefü-hrt wurde. Ein großer Teil -der Gäste lies; auch hier die HÄenkreuKuiben „unter sich". Sie verhielten sich ruhig und .zogen nach eitriger Zeit gegen den Ring ab, wahrscheinlich, um die „Hetz" in ein paar anderen Kaffeehäusern fort» zusetzcn. Die Polizei, die sich vor dem Äristalloase bereiigesteNt hatl-e, fand feinen Anlaß, eirtzuschretten. Es wird wohl wieder ausgiebiger Prügel bedürfeat, um -l'-eu Belästigungen der Hakenkretlzstüritter ein Ende zu setzen. Ter KaM gegen Berlin. Die Plaidoyers im Hitler-Prozeß. (Eigendienst der „Wiener Morgenzertung".) München, 22. AArrz. Am zweiten Tage der Plaidoyer) ergriff der Verteidiger Dr. Webers, Dr. Holl, das Wort. Der' Hauptgrund zu den Ereignissen am. 8. November sieh' Dr. Holl in dem Vertrage von Versailles. Der Ben leidiger bestreitet mit Nachdruck, daß der wahre Grund -Kr di> Errichtung des Staatskommissariats ein angeblicher Putsch de» National-soZialisten gewesen sei. Bei der Errichlnng bc§ Gcneralstaatskommissariats habe cs sich um die große Ab' rechnnng mit den Novemberverbrechern gchandellt, nm dii Aufnahme des Kampfes gegen Berlin, in desm Verlauf General Lossow zum Meuterer wurde. Mit der Durchführung dieses Kampfes wurtze auch die Raichsversassung in Bayern und von Bayern zerschla. gen und damit sei überhaupt ein Hochverrat gegen dies« Reichsverfassung begrWich in Bayern gar rtichi mchr denk bar. Nach Erörterung des Lossowscheu Planes einer Angora-Diktatur, -betont der Verteidiger, daß der Kampfbund bereit war. sick nicht nur hinter, sondern sogar vor Kahr zu stellen, sobaD er sich pm Marsch nach Berlin entschlossen hätte. Die Kampfbundfilhver nahmen aus der Belsprechung vom 6. November die U-ebsizeugnug mit, daß die führenden Märtner den endgültigen Willen zum Handeln -nicht aufbrachten. Dir Rede Kchrs im Bürgerbräukeller stellte den politischen A-uftak zu den kommenden politischen Ereigtrissen dar. Es sei mv richtig, daß die Vorgänge -im Dürgwbränkeller von langer Hand -vorbereitet gewesen Mn, Weiters erklärt der Verteidiger, die Angeklagten hätten keine Schuld an dom Blutvergießen. Srhätten Verständigung gesucht. Das Gefühl des Volkes straube sich dagegen, daß dir Tat der Angeklagten Hochver.ro: -sein solle. Auf jeden Fall war am 8. Novencher die sttllschwei, gende Duldung der Reichsvevfasinng Kr Bayern ratlos zurück geuonvmen. Eine Verfassungsänderung sei «rbechaupi nicht vorgenontmen worden. Cs wurde lediglich versucht, gegenüber dem Reiche f eine Persorrenveränderung heckbeiAuMren. Schließlich fchle das notwendige TatbestandKnmEmoil: das der Gewaltanwendung. Die Sitzung wurde darauf auf Montag vormittags vertagt. km kisenbahnunW bei Krems. Acht Leichtverletzte. Aie«, 22. März. Am 22. d.. mn 8 Uhr 60 Minuten, sind bei Zug Nr. 316 der Linie Grein—Bad Kreuzen—Krems a. D nächst der Haltestelle St. Nikola-Struden infolge Fels-- sturzes die Lokomotive, der Dienst- und zwei Personenwager entgleist. Acht Reisende wurden leicht verletzt Von Krems a. D. ist ein Hilfszug abgegangen. Umsteigverkehi wurde eingerichtet. Durch die -sofort eingeleiteten Räummrgsarbeiten wird die Strecke voraussichtlich noch heute freigcmacht sein. * Sie AoW in Schwierigkeiten. Angeblich 1^ Milliarden Passiven. Die Reichsorganisation der Hausfrauen Oesterretch^ (Rohö) befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten. Die Passiver! sollen sich auf 1,5 Milliarden bel-aufen. Eine Mäubigerver sammlung hat beschlossen, einen Ausgleich durchzuführen, so das- -der Weiterbestand der Rohö nicht gefährdet ist. Bekanntlich stand di« Rohö mit der Mitor-Warengüsellschasi ursprünglich in Verbindung, doch ist deren Direktor Schreier I» „JÜDISCHE JUGEND“! (MONATSSCHRIFT); «rschelnt an 1. Nissan 5684 (5. April 1924) Abonnement für ein Jahr« 40.000 Kronen Inland I 0*75 Dollar Ausland 7176 Redaktion und Administration: Wien, 81. LasBtngielthneppl. 2/5 Tel« 47-1-22