Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1833 (23.3.1924)
- Date
- 1924-03-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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EtozelirafrinerKUOO Wien Zum Ablio'en :n der Expeditionill.,Taborsti. 1 -3, o'der in einer Verschleißteile (Trafik' rwonatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold«chmiedt, I. Bvt„ Wollzeile 1t. Mit Postversand für Wieno. Oesterr. monatl. K 35.000 Tschecho-Slowakei: Mon.KIR, lu?oslawien: Mop. DinntöO. Polen:Mon. 3 V* Zloty, Heut sch land Mon Goldmark 4, F r a n W r Belgien ^on. Fr cs. 12 Q4T Nachzahlungen bai Prei*erhS1iim»*eii Vorbehalten Wiener Pofen!poln.!P 350000 Italien: MonaM. 12 l.ire, Rumänien Mon. 1301 ei, Bulgarien Mon. 30 Lewa, Schwei* und das ubrijje Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien. 11.. Tahorstrasse 1 —3 Teleohone: 44-0-3S,43*3-19, ah 6 Uhr ahds. 19-433,25-282 Tel.- Adr-t^Morsrenzeitunp-** Wien Oesterreiehisehes Pastspar* ka*sep . onto Nr. 150.698 Nr. 1833 Wien. Sonntag, 23. MSn 1924 6. stalikyan« Uberschuß m . . Die Fmanzgebatung im letzten Quartal 1823. Aus dem Anhalt der heittige« Nummer: Die moralische Krise in Japan. Die amtlid-en Datenüber dle Finanzqebarung der Mona'.e Oktober, November und Dezember 1923, welche nach der endgültigen Ermittlung soeben verössentl'cht werden, ergeben die erfrei'l'che Tatsache, daß an Stelle des Defizits welches noch im Oktober 106 Milliarden Papierkronen betrage» hatte, in den folgenden zwei Monaten ein UeVerschutz getreten ist. Ebetrug im November 44,8 Milliarden und im Dezember 36,4 Milliarden. In diesen Monaten betnraen die Gesamtausgabe» des Bundes: im Oktober 650 Milliarden, im November 564 Milliarden und im Dezember 1923 652 M Liarden. Die Einnahmen in d'eser Ouarta'sperrode e^öklen sich von 543,7 M'lliarden im Oktober auf 608,8 M'lliarden im November und 688,7 Milliarden im Dezember. An den Neue framSM-englische Besprechungen. London, 22. März. (Havas.) Wie man glaubt, wurde seitens der französischen Reg'ernng bei der b r i t i. scheu Regierung Fühlung gesucht, ob vor der Ueberreick'Ung der Sachverstandigenberichic B e s p r e ch u u g e n opportun: waren. Die am Montag zwischen dem französischen Botschafter Saint-Aulairc und dem Premierminister Mae Donald stattfindende Besprechung wird einen vorläufigen Meinungsaustausch'hauptsächlich i» der Frage der Sicherheit zum Gegenstände haben. In britischen Kreisen wird die Ansicht zum Ausdruck gebracht, daß das Kabinett die Mitteilungen der französische« Regierung mit der größten Sympathie entgegennchmcn werde. Schweden anerkennt Sowietrußland. Stockholm, 22. März. Die Regierung hat in der Kammer den .Handelsvertrag mit Scwjetrußland einge- 'bvacht Außer dem Vertrag haben die russische-schwedischen Ver'haMun'gen Gelegewh-eit zu Erklärungen gegeben, worin alle Forderungen und Schulden der vertragsschließenden Parteien aufrecht erhalten sind, und worin vorgesehen ist, daß eine Regelung derselben nicht weniger günstig sein Me als die Regelung der entsprechenden Schulden der anderen Länder. Die Erklärung teilt die de j u r e -A n e rke n n u ng der SowjetregierUng mit. Schließlich enthält die Erklärung einen Vorbehalt der schwedischen Delegierten bezüglich der Sowjetgesetze über die Nationalisierung des Eigentums und der Privatgüter schwedischer Staatsangehöriger. WahlvorbMitnnaen der deutschen Schwerindustrie. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 22. Märiz. Innerhalb des nationalparteilichen Konzerns werden die Vorbereitungen für den Wahlkampf eifrig betrieben, nachdem von den S ch w e r i n d u st r i e lle n die nötigen Gelder bereits eingetvoffen sind. Dabei ist von Wert, festzustellen, daß diese Gelder sowohl der d e u i, s chv ölkischen wie auch der de u ts ch n a t i onalen Partei zufließen. In nächster Zeit ist mit.einer N e u g r ü u d u n g d e u t s ch v ö l k i s ch e r Zeitung c r zu rechnen. So beabsichtigen die Teutschnatioualen, in aller Kürze in N o r d w e st d e u t s ch l a n d mit großen Mitteln eine Tageszeitung herauszugeben, die die Politik des Stinnes-Flügels der deutschnationalen Volkspartei vertritt. Nach außen hin werden zwar die völkischen und deutschngtionalen Blätter in Konkurrenz gegeneinander auftreten, die Tatsache aber, daß sie aus denselben Fonds gespeist werden, zeigt am deutlichsten die Absicht der finanziellen Hintermänner. Erhöhungen der Einnahmen haben vorwiegend die direkten Steuern Anteil, die im Dezember 256,1 M'lliarden gegen 133.8 Milliarden im Oktober betrugen, ferner die B e r b r a u ch s st e u e r n, die im Dezember 82,4 Milliarden gegen 61,3 M'll'arden im Oktober abwarsen, und das Tabakmonopol, das 104 Milliarden im Dezember gegen 88,1 M'lliarden im Oktoter ergab. Auch das Salzmonopol hat zirka zwe» Milliarden höhere Einkünfte im Dezember als im Oktober zu verzeichnen. Diese Emebnisie der Finanzgebarung im letzten Onartal des Jahres 1923 zeigen, daß bei im we'entlichen unverminderten Ausgaben der staatlichen Verwaltung d'e erhöhten direkten «np indirekten Steuern und die d";-ch die Preiserhöhungen gesteigerten E'nnabmen der Monopole es sind, welche das günstige Gebarungsergebnis herbeiführen. Re Terrorbuben freigesprotbe»! Die aestriae Gerichisverhandluna aeaen die Kumvane des Mörders Nowosad endete mit dem Freispruch sämtlicher Arigeklaateri. da der Richter j„ merkwürdig milder Auffassung des Gesetzes den Nachweis der Geheimbün-elei nicht für gegeben fand. Die KaliflttMmvfe. Aegypten gegen Huffein. — Die Jüden fük die Dirkei. London, 22. März. (Tel. der „Wr. Morgenzertung".) Nach einer Reuter-Meldung aus Kairo lehnt die' öffentliche Meinung in Aegypten ein Kalifat Hussein ab und wünscht vielfach' ein Kalifat Abdul Medsch id. Amtlich« Kreise seien für König Fuad. Der Name Fuad soll in Zukunft bei Gebeten in den ägyptischen . Moscheen an Stelle des Namens des vormaligen Kalifon genannt werden. In einer von der bengalischen Kalifatskmvftrenz angenommenen Entschließung wird gefordert, daß die Türkei der Sitz des Kalifats bleiben soll. Es wird ferner erklärt, daß die indischen Muselmanen nicht geneigt seien, di« Entscheidung irgendeiner Gruppe von Muselmanen bezüglich des Kalifats ohne vorherige Befragung der Muselmanen aller Länder anzunehmen. Qnldde enthaftet. München, 22. März. (Wolfs.) Der kürzlich verhaftete Pazifist Professor Quidde ist, da keine Fluchtgefahr vorliegt, heute wieder in Freiheit gesetzt worden. Das Verfahren gegen ihn nimmt seinen Fortgang. Ans Schießerei in Jaffa. Iaffa, 22. Erz. (Havas.) Bei einem Zusammenstoß wmden zwei Jude n und dreiAraber durch Schüsie verwundet. Ein Araber und ein Jude sind ihren Wunden erlegen. Ttzchon und Sevllak amnestiert. Der Erfolg der Mac Donaldschen Intervention. Moskau, 22. März. (Wolfs.)) Das Präsidium du Zentralexekutive der Sowjetunion hat heute beschlossen, das Gerichtsverfahren gegen der Expatriarchen Thchon und die drei mit ihm angeklagten Geistlichen Fenomenow, Gnrew und Stadnicki niederzufchlagen. Eine weitere Entscheidung der Zentralexekutive ersetzt die gegen den Erzbischof C e p l i a k verhängte Strafe von 10 Jahren Gefängnis durch A u s- Weisung aus i>em Gebiet der Sowjetunion. Die irisihen Sffiriere freigelaffen. London, 22. März. Wie das: Reutersche Bureau aus Dublin meldet, find die am Dienstag gefangen genommenen a ch t. O f f i z i e r e auf Ehrenwort f r e r g e! a s s e n worden, nachdem sie die gestellten Bedingungen, darunter die Rückgabe der Weggefährten Waffen, angenommen haben. Die Entdecker des Eros von S. Meisel». Depression von Dr. Michael Sussan. Der Amtsschimmel im Wohnungsamt. Die sieben Kssttage (5) von Jakob Kraus;. Wie die MenMeit schreibe« lernte von Rudolf Hundt. Der Freispruch. —y, Wien. 23. Marz. Die zehn Kumpane des Nowosad sind freigH. sprachen worden. Begründung: Das in den Angaben der Angeklagten liegende Beweismaterial reiche nicht aus, um anzunehmen,, daß tatsächlich eine Geheimgesellschaft mit strafwürdigen Zwecken existierte. Nun hatten die zehn Leute, einer nach dem arideren, ihre Zugehörigkeit zu dem Sturmzug T. T. (Terror-Truppe) zugegeben und sie hatten mitgeteilt, daß dort von der Erledigung mißliebiger Politiker, eines.Finanzmannes und einiger Journalisten, die Rede war.. Bei diesen Besprechungen, bei denen viel Rmn konsumiert wurde, hat auch ein Fläschchen mit Zyankali unter den Anwesenden zirkuliert, , Dieses. Fläschchen wurde von der Polizei beschlagnahmt, ist also kein Phantasieprodukt, und immerhin l.eiu, Keweis.dastr^daUT^-M-B^NndunH aus schwachen Wßen. steht. Ein noch stärkerer Beweis liegt darin, daß aus diesen Besprechungen eine.Tat hervorging, die sich nicht bestreiten und nicht wegdementieren läßt, nämlich die Ermordung des Karger im Neulengbacher Wald. Allerdings ist der Mörder nicht vor Gericht gestellt worden. Die Geschworenen sind nicht in die Lage gekommen, über ihn ihr Verdikt zu sprechen, die Tat, ihre Vorgeschichte und ihr politischer Hintergrund sind durch ein psychiatrisches Gutachten verdeckt worden. Nowosad ist ins Irrenhaus gebracht worden und damit gibt sich das Rechtsgefühl der, herrschenden Schichten zufrieden. Ihnen ist ja aus den Erhebungen der Polizei alles Notwendige bekannt, sie kennen die Verbindungen der Sturmtrupps mit den agierenden politischen Kräften. Diese Kenntnisse auch der Oeffentlichkeit zu vermitteln halten sie für unnötig. Aber trotz Irrenhaus und trotz Freispruch hat diese gestrige Verhandlung genug Material zutage gefördert, mn. die, Verlmnpung des. öffentlichen Lebens auch denen vor Augen zu führen, die man. mit Vertuschung und Stillschweigen einZulullen bestrebt ist. Was da bei den Verhören der zehn Sturmvögel ans Licht kam, sieht wie ein Roman aus dem 17. Jahrhundert aus. Nach dem dreißigjährigen Krieg hatten sich Banden aus entlassenen Soldaten, verlumpten Studenten und entlaufenen Lohnknechten gebildet, die die spärlichen Bewohner der mitteleuropäischen Wüste brandschatzten und in einem permanenten Schrecken hielten. Das wiederholte sich während der Kriege Friedrichs des Großen, dann der Napoleonischen Feldzüge und wir sehen die gleichen Dinge, nur zeitgerecht modifiziert und idealisch verklärt. Damals wurde einfach geplündert. Heute hat die Sache politischen Inhalt. Sie gilt den völkischen Hochzielen: Rache an der Revolution, Pogrom an den Juden, Niederwerfung des Marxismus, Wiederaufbau der Kaserne. Es ist klar, daß dieses Programm auf die romantische Phantasie der tatendurstigen Gyiunasiasten und Schiffskellner stärker wirkt als etlva die Reden des Räuberhauptmannes Grafel oder des Rozsa Sanbot. Und es ist zu begreifen, daß die Jungen s, denen das Soldatenspielen noch immer gefallen hat, zumal es ihnen im Turnsaale in den Grundelementcn angedrillt wird, in hellen Scharen herbeiströmten, voll Begier, auch etwas Großes , für das von Juden, Freimaurern und Sozis überfallene deutsche Volk zu tun. Sie hielten Uebungen, knallten aus Revolvern, machten Schützenlinie, sprengten Versammlungen und sangen schöne HU STOFFE Reeentaär.tel. Herren- und Damenwäsche, Vieltjacke* und QamelMii Ä® — 5iBUBuja-mL!!. TSÖOrströSS 48 Jumper, ferner alle Soren von ChlffonrWeb- und leinen- EOl ehÜ Telonhon 47-9-7» waren, ales erstklassin und billigst Im Warenhaus yfiylll&a sdSr^wi 9 B.S ®;B ü la .Blofosa “ Ssfa o En gros En dciaSfi 048823