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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-22 · Heft 1832 (22.3.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1832 (22.3.1924)
Date
1924-03-22
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1832 Wien, Sauistaa Häuser in Irytschland VV^ir übernehmen üen 8cbutr cle» in veutircklanli (Insbesonctere 8erlm> erworbenen Orunclbenltres in bezug auf Verwaltung, Instandsetzung; it Verkauf zu kulanten Bedingungen. Beste Referenzen dortselbst. Zuschrilten fl B C R L I Nerbeten an ■ ASfflMOi Schtineberg Akastenstrasse 29, Telephons Stefan VIS BRESLAU 2 2, Goethestrasse 171, Telephon 50-3 62 nähme um 1082 Milliarden, Dagegen sind die sofort fälligen Verpflichtungen um GG4 Milliarden gestiegen, so das; sich bei der Gesamtzirkulation per'Saldo eine Abnahme um rund 418 Milliarden ergibt. Ihr entsprechen aus der Aktivseite De-, Visenausgänge aus dem Barschatzc infolge der R ü ck l i e f ernng von Her ein ah men während des Streiks im Werte von 388 Milliarden und eine Abnahme des Eskompteportesenilleftandes uni 80 Milliarden. Kapitalsvermehrungen. Elrktro - Omo -> A.-G. Erhöhung von 9 Millionen ans 50 Millionen Kronen. — G. Rumpel, Aktiengesellschaft für Baunntern-chmung. Erhöhung von 20 Millionen auf 50 Millionen Kronen. Bezugsrecht: Auf je zwei olle Aktien eine neue Aktie. Bezugspreis: 120.000 K. pro Stück tel quel. Bezugssrist vom 22. bis 29. d. Bezugsfristverlängerung. Die Ber-Knigte Eloktrizitäts- 8'.Itiengesellschaft verlängert das Bezugsrccht bis einschließlich 24. d. Der Wiener Geldmarkt. Bei der Prolongation, die ge-- stern allerdings erst in ihren Anfängen zu übersehen war, zeigte sich Geld ein wenig knapper. Der Zinssatz erhöhte sich auf 0,62 bis 0,75 Prozent. Dabei war das Angebot vermindert. Letztere Tatsache wurde nicht empfunden, weil dex Geldbedarf der Börse sich durch große Entlastungsverkänse, die in der letzten Zeit stattgesunden haben, wesentlich vermindert hat. Wiener Börsenkammer. Dienstag den 25. d. (Maria Verkündigung) sind die Amtsräume d-er Wiener Börsenkammer und der Schüdsgrichte der Wiener Börse für den Parteienverkehr bis 2 Uhr nachmittags geöffnet. Das Prager Devisenabkommen ungünstig ausgenommen. Zn Wiener Finanzkreisen wurde das veröffentlichte Protokoll über die Vereinbarung der österreichischen Devisenzentrale mit dem Prager Bankamt einer ungünstigen Kritik unterzogen und erklärt, daß sich darin der Wille des Prager Bankamtes zeige, an den ursprünglichen Absichten der Stützung der eigenen Währung ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der österreichischen Wirtschaft unbedingt festzuhalten. Es wurde weiter in den Besprechungen der Plan der Repressalien in Erwägung gezogen und der Ansicht Ausdruck gegeben, daß sich Oesterreichs Wirtschaftsfaktoren zu einer entschiedenen Sprache gegenüber den Nachbarn aufraffen müsse. Cs ist nicht ausgeschlossen, daß in der letzten Zeit der formelle Antrag an das Finanzministerium gestellt werden wird, die Prager Guthaben in Wien unbedingt bis ans die Dauer der tschechischen Maßnahmen zu sperren. Der Handel in SüdhahNprioritäten. Zn der am 20. d. ab gehaltenen Plenarsitzung der Wiener Börsenkammer wurde zur Verein idrmg von Mißverständnissen neuerlich zur Kenntnis gebracht, daß bezüglich des Handels in Südbahnprioritäten kerne Aenderung in den schon früher gefaßten Beschlüssen einzutveten hat. Es werden demnach vom 24. d. angefangen die Juli- und April-Südbahnobligationen ex Coupon für 1919 bis 1922 und mit einem Kursabschlag von 30.000 K. gehandelt werden. Dadurch tritt vollständiae Gleichwertigkeit zwischen den verschiedenen Südbahnobligationen ein, welche dann gleichmäßig als „alte Sndbahnobligationen, diverse Stücke ex Coupon 1919 bis 1922" zu handeln sein werden. Neuregelung der ungarischen Ausfuhrgebühren. Die Austro-Nngarische Handelskammer teilt mit, daß nach den kürzlich erschienenen finanzminifteriellen Bestimmungen wesentliche Aenderungen der Ausfuhrgebühren eingetveten sind. Im Sinne dieser Bestimmungen werden solche Gebühren nnnmchr bei der Ausfuhr von Pferden, Fellen und Häuten, einigen Feinmehlgattungen, Eiern. Gold, Silber, entfetteten Knochen, Glasscherben, Papierabfällen, endlich von Kunst- und .Kunstgewerbegegenständen zu entrichten sein. Im Reiseverkehr und bei der Ausfuhr von Mehl in geringerer Menge als einen Meterzentner ist auch der Nachweis der Naturalabgabe nicht mehr erforderlich. Copyrigth 19S3 by Nachdruck verboten. Deutsch-Oesterreichischer Verlag, Wien. 51. Fortsetzung. » Ire Heimatlosen. Von Wilma Vukelich. Immer leise gestikulierend, murmelnd, wie Beethoben, wenn er sein Haupt den jungen Winden des Wiener Waldes prcisgcgeben und göttliche Melodien empfangen hatte aus seimin Sausen und Brausen. So ging auch Benitz ly durch die Straßen Budapests und man machte ihm ehrfürchtig Platz. Cr war kein Beethoven, aber er war einer der Großen jener 9lation, die wie keine andere ihre Größen und Pseudegrößen zu ehren versteht. Gegen Benitzky war nichts auszurichten. Schrittbreit verteidigte er sein Kanipffeld. Wich um kein Jota zurück, wenn es seiner musikalischen Uebcrzeugung galt. Alfred aber kämpfte ohne jeden Elan. Er fühlte täglich, >o:e er müder wurde. Anfangs, wenn Benitzky sich vergriff an seinem Werke, das er ans Effektwirkung herausarbeitete... mit Glanzpunkten, zartesten Pianiffimi, einem blendenden Forte, Tempiwechsel und eingeschmuggelten Orchesteressetteu ... da lvar ihm, als ob man ein Stück seines Herzens mißhandelt hätte. Die Philharmoniker, die ganz in Benitztys Hand waren, die ihm gehorchten wie seine fünf Finger, lächelten nachsichtig über die Bemühungen des jungen. Komponisten, der es versuchte, seine Auffassung gegen die Benitztys durchzusetzen, der doch ein gewiegter alter Praktikus war und sein Publikum sozusagen in der Tasche hatte. Und tatsächlich ließ Alfred nach; denn je fremder ihm sein Werk wurde, um so gleichgültiger war ihm die ganze Sache. Er selber spielte seinen Part, ein süßes, sehnsüchtiges Geigensolo, mit völliger seelischer Abwesenheit, eher wie ein Somnambule, der dem Mond nachtaunielt und den ein einziger Anruf hinabstürzt tu den Alzgrund. und spielte dennoch wundervoll. Verirr sich beim fite«, Ä-wi&a der Geiaamit der Sicherheit der. Suggestion Wiener Morgenzeituna< Einstellung des Paketverkehrs Uber Hamburg und Bremen. Wegen Hafenarbeiterstreiks ist der Postpaket- und. Postfrachtstückverkehr über Hamburg und Brünen bis auf, weiteres eingestellt. G ' ' . Wiener BWe. Neuerlich abgeschwächt. Die Tendenz der gestrigen Börse war ebenso wie die des; Vortages eine gedrückte. Die Kurse bröckelten -neuerdings ab. Doch kann trotz alledem nicht von einem drängenden Aufgebot die Rede sein. Es scheint, daß mit dem gestrigen Tage die Kurse der meisten Papiere schon Boden gefunden haben. Die Kontermine wagte sich nicht ernstlich hervor. Es waren mehr lokale Abgaben schwächerer Elemente, die ihre Engagements lösten. Die beunrichigenden Gerüchte, welche in den Vortagen im Börsensaale nmherschwirrten, machten gestern einer ruhigeren Auffassung der Situation Platz. Namentlich wirkte nachbörslich die Nachricht günstiger, daß das Finanzministerium sich nicht den Argumenten der Borsenkreise der-; schlossen habe und doch ernstlich an eine Herabsetzung des Zinsfußes denke. Die Bndapester Kontermine war gestern wieder rühriger. In der Kulisse wareü die meisten Werte rückgängig. Von den Bankwerten verloren: Bankverein 4000 K., Britisch- . ungarische 11.000 K., Oesterr. Zentralboden 3000 K., Oesterr. Kredit 7000 K., Ung. Kredit 26.000 K., Depositenbank 4000 St., Anglobauk 5000 K., Länderbank 10.000 K. Unionbank 21.000 K. Von den Jndnstriewerten der Kulisse senkten sich Alpine um 28.000 K., Felten um 19i000 K., Krupp um 17.000 St, Poldi um 35.000 K., Rima um 8000 K., Skoda um 45.00.0 K., Union um 9000 K., Timber um 60.000 K., Salgo um 35,000 K., Trisailer um 25.000 K., Brünner Maschinen um 36.000 K., Ung. Hofherr um 12.000 K., galizifche Karpathen um 33.000 K. und Semperit um 16.000 K Im fließenden Schranken war das Geschäft beschränkt, doch sind auch hier stärkere Rückgänge zn verzeichnen. Es senkten sich Donau-Dampf um 59.000 Ä., Allgemeine Ban um 65.000 K., Berg und Hütten um 35.000 K., Prager Eisen um 20.000 K., Galizifche Montan um 11.000 K-, Sigl Lokomotiv um 20.000 K., Fanto um 100.000 K., hingegen war Schoeller Zucker um 40.000 K. höher. Bei .den übrigen Schrankenwerten sind zumeist Rückgänge festznstellen. Bon den Petroleumwerten büßten Galicia 200.000 K., Schodnica 50.000 K., Naphtha 24.000 K. und Wien-Floridsdorser 10.000 K. ein. Von den Verkehrswerten waren Nardbahn um 400.000 K., Graz-Köflacher um 10.000 K., Lernberz-Czernowitzer um 12.000 K. und Leoben-Vordernberger um 20.000 K. niedriger. Von den Bauwerten verloren Unionban 20.000 K., Unionbaumäterialien 60.000 K., die Golleschauer waren, um 100.000 K., Perlmooser um 143.000 St-, Wiener Ziegel um. 50.000 K. und . Wienerberger iim ,200,000 K niedriger. Die Mäschinenwerte waren fast durchwegs niedriger. Bezugsrech te: Greinitz 2500 -K., Ver. Elektrische 1000 K. . . . . Aus dem Aula ge mar kt war die Geschäftstätigkeit gering. Von den Exoten notierten: Eos 2500 bis 2600 K., Effeff 38.000 K., Jriag. 220.000 bis 234.000 K., Holzverband 23.000 bis 24.500 K., Mraznica 135.000 bis 138.000 St, Tepege 60.000 bis 68.000 K., Universale 55.000 bis 58.000 K-, . Wiener Waffen 14.000 bis 16.000 K. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Die deutschen Märkte verkehrten in fester Haltung. In. Aetznatron belebte sich das Geschäft merklich, gefordert und begehrt wurde 7.80 bis 7.85 pro 100 Kilogramm, Aetzkali notierte 56 Goldmark pro 100 Kilogramm ab Hamburger Lager. In Kalilauge wurden geringe Posten mit 30 bis 31 Goldmark aus dem Markt genommen. Pottasche lag unverändert fest, greifin sein Motiv, das über dem Stimmgebraus des Orchesters immer' wieder auftönte. Jene einsame und verlorene' Stimme, die ihn selber ntit sortriß. Er sah nichts. Vergaß vor allem sich selber. Tönte nur. Und diese Verlorenheit gab seinem Spiel geheime Inbrunst und tragische Tiefe. -Und seine eigene tiefe Selbstverlorenheit übertrug sich ans die anderen. . ' ' Er tönte und die anderen tönten mit. Seine letzte Hoffnung blieb das Publikum. In einer gehei'M.en Spannung von Unruhe dachte er an dieses/Ick, er würde versuchen, einen geheirnen Kontakt herzustellen. - Er würde sich jene auswählen, für die es sich lohnte, zu spielen; denn auch solche mußte cs gehen in dieser großen, lauten, vielfarbigen Stadt. Es mußte Menschen in ihr geben, die ebenso einsam waren, ebenso 'heimatsehusüchtig und zusammenhanglos im letzten Sinne wie er selbst. Alan müßte sie nur zu finden wissen, diese Menschen. In; ihre Herzen sich singen. Ihren Herzschlag auf einen Augenblick zum Stillstehen bringen. Daß der Vorhang zerreiße,, der sie vom Allerhöchsten trennt. Und sie sehend werden,, einen einzigen kurzen Herzschlag lang. Ja, so. würde ex spielen, Für jene, die ihn verstanden.. Er würde spielen, einsam und ans sich selbst heraus. Trotz Benitzky und seiner. Meisterposen, trotz seiner Mutter und ihres Apparates, der dam. Bndapester Snob galt. Dem Pvemieren-publikum. der Leopoldstadt. Am 12. Dezember schneite i es schön am frühen Morgen. Die Donau war mit dünnem bläulichen Ei's bedeckt. Langsam web unbeirrt ließen sich die großen weißen Flocken niederfälleu wie. tveiche, weiße Wintervögel, die ihre cisglitzernden SchlMugen ausbreijen und leiseleise nirderg letten. Auch die Stadt war weiß und königlich. War nicht dieselbe iu ihrem schimmernden Schneekleidei 'Alle Gegensätze waren verwischt. Alle Härten ansgestrichru. Weiß in Weiß' stieg sie empor 'wie .Alfreds' Luftgebilde. Wie eilt Tempellau. Wie feine Sehnsucht, die Musik geworden. ivar. Und eine namenlos« Freude erfüllte Alfred. 32. März 1924 Seite 9 bare Partien waren nicht unter 43 bi« 44 Goldmark erhältlich. . Die Soda-Interessenten beklaaten sich über unzureichende Belieferung seitens der deutschen Werke. Importware wurde schlank 'mit 14 Goldiiicirk pro 100 Kilogramm aufgenomineu. Die Rösti erungen in Essigsäure gingen zurück, trotzdem blieb der Umsatz gering. An der gestrigen , Warenbörse war gut belebter Verkehr, jedoch erfolaten nur geringe Abschlüsse. Die Tendenz blieb in den meisten Gattungen behauptet. Zinn Angebote gelangten kaukasischer -Braunstein rob zn 9400 K., gemahlen und gekörnt zu 4600 K., Flußspat gemahlen .zu 1250 K. pro Kilogramm, Aetzkali zu 11.100 K. transit Wien, Antichlor zu 3200 K. transit Wien, Bittersalz in Fässern pro 1000 Kilogramm zn 21 Pfund 10 Schilling transit Passau, Bleiglätte zu 18.250 St, Vleiweiß zn 14.000 K., Borax krist. zu 8900 K., Eblorbarimn krist. 98/100 pro 100 Kilogramm zu 520 Dollar.transit Passau, Chlorcalcimn geschm. 70/75 pro 1000 Kilogramm zu 4 engl. Pfund transit Passau, Eissgsänrc- 80% für Gennßzwecke zu 20.000 K. Wien, Naphthalin Schuppen weiß zu 6950 K. Wien, Oxalsäure zn 14.300 K., Salzsäure 20/22 techn. zu 1200 K. ab Wien, Weinsteinsäure krist. zu 38.000 K. ab niederösterreichischer Fabrik, Pottasche 96/98 zu 8500 St Oe l e und Fette blieben unveranbert. Nordamerikanisches Schweinefett pors lard in Stiften kostet 23.000 K. ab Wien, erhältlich waren noch Fatbacks lRückenspeck) 12/14 zu. 27 Dollar. Clear Belics (Bauchspeck) zu 27,75 Dollar pro 100 Kilogramm eis Triest. Kolonialwaren. Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Pflaumen blieben unverändert. Italienischer Reis ist um. 100 K. höher, italienischer Splender ff notiert 7000 K. und 6 a 6800 K. Zucker lag matt, die Preise ließen um 10 bis 25 Punkte nach. Es notieren Kristall 4.15 tschech. 51., Würfel 4.25 tschech. K. ab Grenze sowie 11.500 51. resp. 12.250 5t. ab Lager Wien. Erhältlich war noch Obstbranntwein 60% zu 44.000 K. pro Liter. Exekutiv viurden verkauft 200 Kisten Sardinen (Clirb koloriert) zu 29 Schilling 6 Pence. Leder blieb unverändert, dagegen erfuhren einige Gattungen Rohhante nicht unbedeutende Erhöbungen. Kalbfelle notieren 43.500 bis 44.000 K. (+ 1500 K.), Schaffelle 48.000 bis 50.000 K. (4-1000 bis 2000 St.), Schafblöße« 40.000 K. (+ 2000 K.). Ziegenselle 58.000 bis 60.000 K. (+ 6000 bis 7000 K.h Winter-Hasenselle 19.500 5k. (+ 520 SB.). Bunt öffentlichen Verkaufe gelangten laut Art. 311 des -v.-G.-B. 27 Stück Riemen, Croupons 628 Kilogramm zu 24.000 K. Zum öffentlichen Verkauf gelangt. am 24. d. um 10 Uhr vormittags ein Waggon Böhler-Stahl in Stäben. Baumwollmarv. Rew-Bork» 20. März. Bautulvollzuftlhren in den atlant. und Golfhäfen 9000, im Innern 3000, Ansftchr nach Großbritannien —, tlach dem Kontinent 3000. Lokalmarkt middling: 29.05 (letzt. Kurs 29.05). Tendenz: Stetig. — Termine: März 28.68. Avril —, Mai 28.90, Juni Juli 28.33, August 27.18, Septeniber 26.43. Oktober 25.75, November —.—, Dezember 25.42, Jänner 25.03. _i_ Berliuer Börse. Berlin, 21. Mäxz. Auch heute ist in der zurückhaltenden, lnstlosen und daher äußerst geschäftssMen Haltung an der Bör.se keine Veränderung eingetreten. Die Rcalisatiortcn, die diesmal hauptsächlich von Frankfurt ansgegangen sein sollen und immer zur Beschaffung von Mitteln zur Bezahlung von Differenzen aus den Baisse-Engagements in der Franken- Währung dienen, setzten sich fort und bewirkten eine erneute Senkung des Kursstandes um drirchschnittlich . eine Billion Prozent und vereinzelt darüber. Immerhinzei^gte sich später gsgen weitere Rückgänge im Zusammenhang mit Deckungen zunl Wochenschluß Widerstandskraft. In den Verhältnisseu am Geld- und Devisenmarkt, hat sich wieder nichts von Bedentuug geändert. (Alles in Billionen von Mark.) Schlußkurse: Türkische Lose 24.5, Oesterr. Staatsbahn 38.—, Nordd. Llohd 6.375, Ver. Elbeschiffahrt 4,1, Berliner Handelsgesellschaft 34—, Kommerz. Privatbank 5.25, Tarmstädter Bank 9.7. Deutsche Bank 10.—, Diskonto- Kommandit 11.1, Dresdner Bank 6. —, Nationalbaitk für Deutschland —, Oesterr. Skredit 0.475, Oesterr. Länderbauk —, Reichsbank 29.—/Wiener Bankverein 0.375, Wr. Unioubank 0.4, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 9.5, Bochmner Gußstahl 51.—, Daimler Motoren 3.8, Deutsch-Luxemburger 43.75, Deutschs Maschinen 6.25, Dvuamit Nobel 7.25, Felten u. Guilleaume 25.3, Gelseukirchener Berg. Er 'hatte am letzten Tage die Probe abgelehnt. Es klappte olles großartig. Das Orchester arbeitete mit unvergleichlicher Präzision. In jedem Takt, in jeder scharf herausgemeißelten Wendung war Benitzkys Meisterhand zu verspüren. Und Alfred hatte bei der letzten gemeinsamen Probe gespielt wie noch nie. Er war über sich selber hinausgewachsen an jenem Nachmittage, hatte sich in Uneu.dlichletten verloren. Sein Ton war glockenrein und lauter empovgeftiegen, ^während draußen die Flocken llrurlos niedevfielen. Eine Freudileit lvar in diesem Tott gewesen, ein seltener Aufschwung, der die Seele mitriß. Benitzky drückte ihm immer und immer wieder die Hand und seine weiten Nasenflügel bebten wie in starker Rührung. Fran Marianne aber zerrieb das batistene Schnupftüchlein an ihren sanft geröteten Angen und weinte Tränen, wirkliche Muttertränen und sagte: „Was du nur ^hast? Du spielst wie ein Gott! ... So wie du noch nie gespielt hast . . Alfred aber zuckte die Achsel und dachte an die lönig- -liche weiße Stadt und an seine gehemie Hoffnung. Und schwieg. Was hatte er zu sagen? Er spielte. Spiel war alles und ein Gescheut der Stunde. Der Saal begann sich langsam zu füllen. Der Erfolg schien sicher, wie Frau Marianne es erwartet hatte. Die Presse hatte ihre Pflicht getan. Sie hatte das Publiknnr in jene. Spannung gebracht, die dem Erfolg vorausgehen muß. Hatte rührende Geschichten aus Alfreds Leben verbreitet. Seine Kindheit, die Schule, Alfreds besondere Art uud Richtung besprochen. Und die Reklame hatte dafür gesorgt, daß Alfreds Name leuchtend von allen Straßenecken herunterschrie. Daß sein Bild in allen Schaufenstern hing, die schlanke Gestalt mit dem - feinen, blorrden Künstlevkopf, der geschaffen schien, backfischliche Schwärmereien ans.zu'lösen. Und die erfahrenen Budapesterinuen versprach.''- sich inehr von diesem interessanten Neuling als mr-stka jry-e Sensationen. > .(Fortsetzung folgt.)

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