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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-22 · Heft 1832 (22.3.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1832 (22.3.1924)
Date
1924-03-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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t ElnzeIiramtnerK12CQ Wien 7.um Ahhoien m» der Expedition; Un Tabor st*. 1 -3, oder in einet Verschleimt eile (Trafik» monatl. 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ciold«chmledt,l.Bez., Wollzeile 11. Mit Poatversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 35.000 Tschecho*Slowakei: Mon. K1R. lu^oslawien: Mot>. DinaröO. Polen: Mon. 3 */, Zloty, Deutschland Mcb Goldmark 4, F r a n k »•., Belgien M«n. Frea. 12 HP N«ch?»h iinren TBP bei Preiierböbunven vorbeb aHe» Nr. 1832 Wiener Wien. Samstag, 22. Mn 1924 ka'8Nipo!v.M 350-000 Italien: Monat1.12 l.ire, Rumänien Mon. 1301 ei, Bulgarien Mon. 80 l.ewa, Schwei* nn4 das übrige Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien. II.. Tahorstrasse 1 —3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr ahd*. 19-483,25-282 Tel.* Adr.^Merweuzertung** Wien Oesterr eichiachea Postspar* ka«*en * ^onto Mr 150.693 mm ß. Kafiwnnn 6in Schiedsgerichtsübereinkommen zwischen Amerika und Sefterreich. Die Regierung der Vereinigten Staaten van Amerika Hat durch ihren Wiener Gesandten Washburn der österreichisch,en Regierung den Entwlff eines Schiedsgerichtsübereinkommcns übermittelt, auf Grund dessen über die öffentlichen und Privaten amerikanischen Forderungen gemäß den Bestimmungen de- Vertrages von S1. Germain entschieden werden soll. Die Bestimmungen dieses Entwurfes sind im wesentlicher» gleichlautend mit denen der zwischen den Revolution in Persien. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitimz".) London, 21. Marz. In den Straßen Teherans ist es zu. einem regelrechten Kampfe zwischen Republikanern und Royalisten gekommen. Auf beiden Seiten gab es T o t e und Verletzte. Doch gelang es der Polizei, die Ordnung wieder herzustellen. In der Stadt gcht das Gerücht, daß den Hofdamen geraten wurde, den Königspalast zu verlassen. Stinnes kandidiert nicht. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 21. März. Hugo Stinnes kandidiert für feit neuen Reichstag nicht wieder. Begründet wird dieß mit seiner vor kurzem gemeldeten Erkrankung, die es ihm nicht ermögliche, sich parlamentarisch zu befassen. Das Interesse Stinnes für den Reichstag ist nie sonderlich groß gewesen, er war im Reichstag ein selten gesehener Gast. Wegen seines Gallenleidens hatte sich Stinnes einer außerordentlichen schweren Operation unterziehen müssen. Fritz v. Unruh — republikanischer Kandidat. Frankfurt, 21. Märg. (Tel. der ,Wiener Movgenzertung".) Der Dichter Fritz v. Unruh wird aus der Spitze der Reichstagswahlliste der neu,gegründeten republikanischen Partei kandidieren. Er spricht in den nächsten Tagen in Berlin in einer großen Bollvevsmumlung der republikanischen Partei. Prag, 21. März. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Das „Prager Taoblatt" verzeichnet das Gerücht, daß die Mahlen in Karpathorußland, die bekanntlich einen überwältigenden Sieg der Krinmu nisten gebracht haben, u ng ül t ig eMärt werden sollen, und zwar deshalb, weil die Wählerschaft durch gefälschte Regierungs'sir'kulare und ähnliche unlautere Mittel vollko>>nmen irregeführt worden sei. Sofia, 21. Marz. In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten legte der Minister des Aenßern den Stand der äußeren Politik Bulgariens dar. Bei Besprechung der Beziel)ungen zu Jugoslawien hob der Minister die m den letzten Tagen eingetretene Entspannung und Besserung hervor. Die Regierung sei entschlossen, in der Zukunft im selben.Geiste, der Versöhnung und des Einvernehmens vorzugehen. Er sei überzeugt, daß durch gemeinsame Bemühungen di/ guten Beziehungen zwischen den beiden benachbarten Ländern werden gefestigt werden. Vereinigten Staaten und Deutschland abgesch^"men Konvention. Ge^nwärt'a wird der Entwurf von den beteiligten österreichischen Ministerien geprüft. Die Inkraftsetzung eines solchen Ueberein kommens ist die Voraussetzung für die Regelung der Frage der sequestrierten Aktiven österreichischer Staatsbürger in den Ve'- einigen Staaten. Das Expose des Ministers Duca. ti« Bukarest, 20. März. (Orient-Radio.) In der Kammer hielt in Beantwortung einer Interpellation des Abgeordneten Lupu Mmister des Aenßern Duca ein ausKhvliches Espose über die gesamte auswärtige Politik Rumäniens während d.-r letzten Zeit. Er erklärte, Rumänien verfolge eine aufrichtig' und tief friedliche Politik auf der Grundlage der Aufrechterhaltwng des durch den Friedens- Vertrag geschaffenen Gleichgewichtes. Die vollkommene Gem-.insamkeit der Anschauungen mit den Ländern der kleinen Entente sei in den periodischen Konferenzen klar zutage getreten, deren letzte in Belgrad stattgefunden und die Solidarität der d r e i S1 a al e n int Hinblick auf die Aufrechterhältung der Ordnung,In Mittel-, europa bewiesen habe. Gegenwärtig^ werde daran gearbeitet, die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Tschecho-Slow r k e i auszubauen und das Schuluud Kirchenwesen der Rumänen im serbischen Banat befviediigend zu reget«. Zu den ne utralen Mächten bestehen die gleichen herzlichen Beziehungen. Rumänien mrde sich niemals in die inner« Politik Griechenlands einmifchen. Auch mit Bulgarien werden frcnnd'chöstlich? Beziehungen, unterhalten, unter der Voraussetzung der Achtung der Verträge ltatfe des Friedens auf dem Balkan. Gut -nachbarliche Bezi-ehlmgen werden mit Ungarn hergestellt werden unter der Bedingung, daß es sich der irrenden t ist ischen Propaganda enthalte uud die Verträge achte. Die diplomatischen Bezii Hungen mit der Türkei feien noch vorder Ratifizierung des Vertrages von Lausanne wieder ausgenommen worden, was die Freundschaft zwischen den beiden Ländern beweise. Die Reise des Bundeskanzlers Dr. Seipel nach Bukarest habe die ausgezeichneten Absichten der beiden Regierungen bewiesen, die durch die Kommission, die Ende der Woche nach Wien ab reisen werde, um die aus dem Vertrage von Saint-Germain sich ergebenden Fragen zu behandeln, in die Tat werden umgefetzt werden. Rumänien wünsche eine Besserung der Beziehungen zu Deutschland, was sedoch von ehrr befriedigenden Lösung der Reparationsfrage abhänge. Die Beziehungen zu Rußland seien n o ch n i ch t normal, trotz des Wunsches der rumänischen Regierung. Die Sowjetrogierung kenne die durch die Notwendigkeit der Sicherheit und der territorialen Integrität gebotenen Grundlagen für die bevorstehenden Verhandlungen, und darin sei die gesamte öffeu.tTicf)c Meinung Rumäniens eines Sinnes. Bezüglich der Minoritäten verfolge die Regierung eine liberal!-? Politik, müsse sedoch betonen, daß die Minoritäten nicht bloß Re ch t e haben, sondern auch di? P rli ch t, loyale Bürger der Nation, zu sein. Me Irische Ann-e. London, 21. März. Wie das Reutersche Bureau meldet, bleibe die Lage in Irland unklar. Dies beweise am deutlichsten die Mitteilung, die der Minister des Aenßern im irischen Parlament abgegeben hat. Danach sei das Heer in Parteien, Organisationen u nd Vereinigungen gespalt e n, was in einem gutdisziplinierten Heere unzulässig sei. Die Lage im Heere sei schon seit langem ungesund. Präsident '"rsqrawe, habe mit Genehmigung des Parlaments das Amt des L a n d e 8 v e r t c id igun gsministers übernommen. Die irische Regierung fordert die Entlassung verschiedener höherer Militärs Die mittlere Linie bankrott. Kr. Wien, 22. März. Die Politik der mittleren Linie, die Graf Bethlen nach der Rückkehr von seiner großen Auslandsreise als Ergebnis seiner Erfahrungen in denHauptstädten Europas, aber auch als Kompromißsormel zum Ausstrich der Differenzen in der eigenen. Einheitspartei verkündet hat, kann bereits als gescheitert angesehen verden. Diese Tatsache konstatieren heute nicht nur die cundsätzliche Opposition in Ungarn und im Auslände, Indern auch jene Kreise in Europa, die sich, wie die Londoner „Times", von den Freunden Bethlens ihre .olitischen und diplomatischen Jnformatwnen zu holen ewöhnt sind. Die „Times" müssen in einem großen Artikel zugeben, daß es mit dem Schlagwort „Nieder nit den Juden" nicht mehr weiter gehe, und daß man n Ungarn sich dazu bequemen müsse, das Augenmerk mehr der Bodenreform und den Latifundien der Magnaten, die hierbei die wichtigste Rolle spielen, ' zuzuwenden. Die „Times" beurteilen die Lage in Ungartt von dem Standpunkte des Fernstehenden. In Ungarn selbst jedoch vollzieht sich eine immer offenkundiger zutage tretende Bewegung gegen die. von Haus aus unehrlich verkündete Formel der mittleren Linie. In Budapest weilen gegenwärtig die Delegierten des Völkerbundes, um sich über die wirtschaftliche Lage und die Leistungsfähigkeit Ungarns aus eigener Anschauung ein Bild zu machen. Man kann dieser Delegation, wahrhaftig nicht vorwerfen, daß sie nicht von. dem größten Wohlwollen für Ungarn erfüllt an die Arbeit gegangen wäre. Aber die ungarischen Rasse'nschützler . wollen die - Konsoli-. Vierung des Landes nicht, sie brauchen den Wirrwarr, die Unruhe und den Unfrieden, weil sie von einer Konsolidierung der Verhältnisse früher oder später auch Äas große Strafgericht fürchten, das über sie, die Urheber und die Verbrecher in all dem Unglück, das von allen ehrlichen Menschen erwartete Urteil zu fällen haben wird. Nur in Ungarn und höchstens noch bei den gleichgesinnten völkischen Deutschen ist es denkbar und möglich, daß ausländische Gäste des Landes, die zur Sanierung des Landes in die Hauptstadt gekommen sind, von einem Blatt, das seit fünf Jahren von der Regierung buchstäblich ausgehalten und gegen jede noch so berechtigte Verfolgung geschützt wird, in betharischester Weise angeflegelt werden, weil der Präsident der Völkerbunddelegation jüdischer Abstammung ist und ein AMitglied der Delegation die tschecho-slowakische Republik vertritt. Nur in einem Lande, in dem gerichtlich übersiihrte Mörder und Movdansüfter zu den intimen Freunden und Mitwissern des Landesoberhauptcs gehören und die wirkliche Macht in der Hand haben, kann es geschehen, daß, während der Ministerpräsident mit den Delegierten des Völkerbundes verhandelt und ihnen Vorteile für das Land förmlich abbettelt, in der Nationalversammlung Menschen vom Kaliber eines Lehner- Lendvay die Völkerbunddelegation als „eine verjndete Theatertruppe mit dem jüdischen Truppenleiter Ben Strakosch" beschimpfen und das Delegationsmitglied Pospischil zusammen, mit dem Präsidenten der tschechoslowakischen Republik in unflätiger Weise zu besudeln wagen. Dieser Lchner-Lendvay, der noch bis vor kurzem die Gunst Bethlens genoß, konnte diese unglaubliche Rede unter tosendem Beifall nicht nur seiner engsten Gesinnungsgenossen, sondern auch eines Teiles der Einheitspartei der Regierung zu Ende führen, und erst als die Beschimpfungen verklungen waren, bequentte sich der Präsident der Nationalversammlung dazu, bc.it Redner zu ersuchen, das Staatsoberhaupt eines fremden Staates nicht in die Debatte zu ziehen. .In Verselbett Sitzung der Nütionalversämmlnng haben der Münster des Innern und der Wohlfahrtsminister gegen die nulllere Linie Bethlens offen.frondiert, indem sie unzweideutige Hetzreden gegen die Juden und die Sozialdemotraten hielten. Auch die Horthy-Richter wollen von der versöhnenden mittleren Linie Bethlens nichts wissen, weil sie nicht an die Ehrlichkeit dieser Politik glauben können. Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht ein Redakteur irgendeines Arbeiterblattes zu empfindlicher Freiheitstteri-en- und Damen w ä setz?. Regenmäntel, engl. Wollstoffe, ferner Bettzeug u.Webvvaren, alles erstklassig und billigst im Warenhaus il. ia&orstraßs 48 Telenhon 47-1-79 En gros En cietali

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