Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1830 (20.3.1924)
- Date
- 1924-03-20
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. I5S0 ' Wrerx,. Domre-vstag In der Kulisse wurden -die meisten Rückgänge des Vortages wieder wettgamacht. Alle B-aukwe-rte waren höher. Es befsericin sich Bankverein um 11800 K., Britisch->üngarische mn 7000 österr. Kredit um 16.000 $., nnigar. 'Kredit mw 11.000 $., Dspositenbalnk um 3500 $., Ainiglobank um 83.000 ^Kronen, Uwonbank um 23.000 Zivnostenska Banka um 16.000 K. Bon -den Jndustriewerten der Kulisse Prositiorten Alpine 30.000 K., Felten 46.000 Kru-pp 39.000 $.,'Poldt 37.OOO K-, Rima 20.000 Skoda 37.OO0 $., A. E. G. 8000 Kronen, Siemens 18600 $., Sa'lgo 30.000 $., Triifailer 81.000 Brunner Maschinen 98.600 österr. HoHerr 9OOO K., Karpathen 2-1OOO $., Setnperit 24.OOO K. D-ie .Kulisse schloß zu den höchsten Tageskursen. ■' ' Im Schranken waren die StaigernngLN noch - dedeutender als in der Kulisse. Es zeigle sich hier das um gekehrte Bild des Vortages. Eine Reiche von Werten war "mit dem Pluszeichen aufgezogen. Von dieser Steigerung wurden sowohl österreichische wie auch ungarische und tschechische Werte bedacht. Im fließenden Schrankenhandel waren B-c-rg und Hütten um 860.000 K., Prager Eisen um 7O.OOO Jnwa'ld um 2O-OOO $., Slavonia um 9000 Galizische Montan um 23.O00 K., oberungar. Hütten nur 70.000 Ungar. Kohle lftn 180.000 K., Sigl Lokomotiv um 3O.O0O K., Zielimiewski um -- 18.000.$., Lehkam um 74.000.$., Fanto um 150.000 Schüller Zucker um 41O.OOO kroatischer Zuller um 110.006 K. : Bon den anderem Schrankenwvrten stiegen von!den Petroleumwerten Galizia um 7O.OOO Naphtha um 65.OO0 Kronen, Schodnica um 10.000 $. Von Transportwerten waren Nordbahnaktien um 1,300.000 $., Dampfschiff amt 120.000 $. höher. Bon den Spirituswerten stiegen Brosche, mm 310.000. ^Kronen, Koliner um 6O.OOO K. Von den Bauwerten profitier-, ten Perlmooser 200.000 K , Ziag 31.000 K. Bezugs rechte: Bauunternehmung 5OOO Wiener Ziegel. 16.OÖ0 K>, Finze 31.OO0 $., Greinitz 3000 Verrinigte Elektrische 1000 $., Guttmann 700.000 $., .Holzverwertung 600 Zlrmaturen 6000 $., Fiat 14.000 $., Vernäh 1800 $., Schodnica 40.000 $., umigar. Zucker 30.0OO K. Auf dem Aula gemarkt waren Silberpri oritäten gesucht. Bon dm Exoten notieren: ...... Zwiag 235.000 bis 259.000 $., Hotzverband 23.000 bis 05.000 $., Mraznica 145.000 bis 160.000 $., Tepege 77.000 bis 80.000 K., Universale 57.000 bis 61.000 $., Wiener Waffen 19.000 K. Re WaremnöMe. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) . . Wein. Die „Wemzeiitimg" meldet' über die Situ.atio.-u auf dem WeinM'arkt: 5litf dem österreichischen Weimnarki ist eine Stockung eingetreten, die einerseits auf die Geldknappheit, andererseits ans den Rückgang des Konsums,, der gegen Ende des Faschings alljährlich eintritt. zurückzuführen ist.'Verglichen, mit der Geschästslosigkeit in Wien, kann der Absatz in den österreichischen Weinproduktionsgebicten als ziemlich., besriedi-. gend bezeichnet werden. '.Von einem Preisrückgang ist weder in Wien noch am stachen Lande etwas zu Merken,' im Gegenteil, in den österreichischen Produktionsgebicten ist eher ein mäßiges Anziehen der Preise zu konstatieren, obwohl der Absatz auch hier viel zu wünschen übrig läßt. Die Festigkeit der Preise ist hauptsächlich darauf zumllzusühren, daß die Neuweinvorräte ziemlich gering sind urrd sich ausschließlich in festen Händen befinden. In Wien sind die Preise bei schlechtem Geschäftsgang unverändert. Im Engrosverkehr notieren: lOprozentige Altweine 85OO $., Ilprozentige 9000- $., 13prozentige 12.000 auf 12 Prozent aufgebesserte. Nenwcinc 8200 bis 8500 K. pro Liter. Ungarweine werden von 5500 K. aufwärts pro Liter unverzollt und unverstcnert ausgeboten. Ueber Wiener Morgenzeituttg. 20. März 1924 Seite 8 übernehmen den Schutz des ln Deutschland (insbesondere Berlin) erworbenen Grundbesitzes in bezug auf Verwaltung, Instandsetzung £ V u Ü. 2likulttll*en Bedingungen. Beste Referenzendortselbst. ^’^lsnmobilien-Schutg.lc^b1.", _*v,**,on*tiles8e 20, 'Teilephon« Stefan 915 BRESLAU 23, Goetheetraese I7li Telephon 50-3-62 1innÜ0;'CÄlllt?'c ^Mebliche Original.Ungarweim wurden auch zu tx t!und unversteuert ausgeboten. Es kann gch bei diesen uute-chreisigeu. Aüsge'boten nlicht um reguläre .Weine gehandelt haben, zumal der Preis, den der ungarische'. Produzent für über 13prozentiM Weine verlangt, heute im- - Mahr 6000. nng. $. pro Liter beträgt. Infolge des Rück- ' der. .llngarkrone -steigen.die-.Weinpve-ift in .Ungarn, .r-crpld. .Die-Produzenten sind äußerst , reserviert, .weil sie mit weiteren Preiöstoigerungen rechnen. Die fetzigen Prodüktions- - kosten sind vergleichslos teurer als die vorjährigen, so daß die. 1924er'Ernte weitaus höhere Weinprerse zeitigen dürfte. Mmdergrädigch Weine notieren je nach Qualität 2500 bis '3300 ung.' K. pro Liter. Diese Preise nähern" sich' bor>et1S der Wcizenparität. lieber 13Prozentige Wente wurden zu 6000 -p. $. pro Liter gerne gekauft, und es ist arrzuNehmeil, daß die Vorräte an 'diesen Exportweinen in vier bis. fünf Wochen gänzlich gelichtet sein werden. Der Inlandskonsum ist befriedigend., weil Wein noch immer als billiges Genuß-- mittel bezeichnet werden muß. In Jugoslawien ist der Weinmarkt unverändert. Infolge mangelnden Exportes finden nur kleiwere Abschlüsse statt. Die inländischen Konsumverforger bevorzugen die billigen Werschetzer Weine, weil -sie qn denselben mehr verdienen können. In DZerschetz und Umgebung notieren. Neuweine.3.bis 4 Dinar, pro^Liter. Der'Weinmarkt in Triest, ist ziemlich belebt,^hochgrädige SizilianerweiM .werden nnverändert zu 9,75 ibis 10 Lirepro Hektoliter. ausgeboten. Die Haltung der italienischen Weiumärkte ist. andauernd..flau. Der Export nÄh. Frankreich ist auch '.für -die. besten Qualitäten zurückgeg<Mgen..'i In - Frankreich hat die frühere' Lebhaftigkeit des Weingeschäftes.- auffallendnachgelassen, trotzdun - sind die Preise sehr fest auf der 'Basis von 1& Frankenpro Grad, Wiener Holzbörse. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wie-ner Morgenzeitung".) Zum öffentlichen Verkauf gelangen beute, 11 Uhr, Porzellan morgen, 1.1 Uhr, Stoffe und um 1 Uhr Leder. Börse Kr landwirtschaftliche ProdnNe. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Die Grundtendenz des Wien-er Marktes neigt wieder de^ st'laue:'. Richtung zn. Weizen ist absolut geschästslos,^ da da" Geschäft in 'WcizenMhleii gegenwärtig Unmöglich ist. Die zweite-Hand verfügt über reiche Vorräte, die sie von solbst hinunteÄizitiert.. ohne damr den geringsten Erfolg zu - erztel-'n. Der -Grü-nd der schon lange wahrenden Einkaussres.'rve drtz Konsums ist darin zu suchet: daß der Konsum sich vor dem Inkr-afttrÄen der iverdopve-ltrn Waretnrms-atzsteuer ausgiebig -versorgt har und noch derzeit wt 'der-Lage ist, sein Auskommen;a:t§ eigenen Vorräten tristen zu können. Die Roggentendenz, -ist ziemlich chüiauptet, die Mühlen versorgen Anschaffungen, zumal der Absatz in R-oMNmehlen. beinahe als normal «bezeichnet tvrrden kann. Die Gersteten-denz spricht sich in der Sl-vwakei -ruhiger ans, hier störst'der Absatz in - flotväkischer .Ware, so daß die Notierungen als nominell unverändert zu bezeichnen -sind. Oeste-rreichische Fnttergerste erzielte 3625 K. -ab .Station. Hafer ist vc.rnach«lässigt, dagegen fanden in Mais Wme Umsätze in runläni-schen -und sugoslavischen Prtwenien-' ßen statt, wobei der Wertstand des. Artikels ,keiner besonderen Aenderung utrterworfen war. Die Zufuhr in 'Nnuhfui'tcr ist imverändert gering, vermag aber die bescheidene Nachfrage: voll zu decken .! Es notieren pro Kilogramm ab Wien exklusive der Pauichalwaremunsatzsteuer: Weizen inländischer 3250 bis 3350 jugoslawischer 3575 bis 3625 rumänischer 3500 bis 3550 K., Roggen 2925 bis 3025 K.. Gerste inländische 3500 bis 3750 St., tschecho-slowakische 3750 K. bis 4050 'K.. 1.80 bis 1.-95 tschech. K. ab Marchegg, Futtergerste -- 2900 bis 3000 K., Mais 2850 bis 2950 $., Cinguautin 3200 bis 3300 K.. Hafer 2600 bis 2700 K., Weizengrieß inländischer 6100 bis 6260 K., Weizenmehl?iuller inländisches 5600 bis 5700 K., ungarisches 510 t bis 5400 ST., amerikanisclie's Vollpatent 5700 bis 6100 K., Brotmehl 4109 bis 4200 Futtermehl Ia 2500 bis 2600 $., Roggenmebl la 4500 bis 4600 K.. Weizenkleie 1800 bis 1850 K.» -Roggenkleie 1750 bis 1800 K. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitu-ng".) Au der gestrigen Holzbörse waren verschiedene Holzgattungen gesucht, wie z. B. Bloche 4. bis 6 Meter, Linde, , Grubenholz. Eichenftiesen, Kiefer. Etlernndholz. Ab'ornrundhol). . Staffeln und Pfosten. Die geschäftlichen Transaktionen waren jedoch nur mäßigt trotzdem sprach sich die Teüdenz fest aus. Das Exportgeschäft hielt ' sich gleichfalls in.ben engsten Rahmen. Zum A u s g e b o t e gelangten : B r e n n h o l z trocketr zu 3,700.000 K. ab Wien, trocken hart Schlägenmg 1923 zu . 3,350.000 K.-> Wien (pro Waggon . .h 10. Donnenh «'von L a u bbol z.-.S chm i-L tm a.-t e ri a l Birn ungedämpft ak 1,000.000-; Kronenad oberöfterreichischer Station, nngevämpfte-Buche. 50 bis; 60 MMmetep zu'- 550,000 K. ab ' niederösterreichischer Statiou, Erle r'usiischg 20 bis. 50 Millimeter 3 bis-. 6 Meter, sägefallend zu. : 1,250.000 K:' ab Wien, Escheppfosten-zähe von 53 MMmetkr ans» - wärts' 3t bktz g Meter zu 1M0.000 $., rumänische- Kirsche von 54 bis 80 Millimeter zu 1,600.000 K., släwonische. Linde. All -1,600.000 K., von L a u b h o l z - N u n d h o l z- Escho von . 30 Zentimeter .aufwärts zu. 800.000 $., Ulme (Rüste) von 30 Zentimeter ausüiAts . .zu 600 000 K'. ab . niederosterreichischer... . Station,. .. pon . N a d e l.h o l z 'S -ch n i-t-.t m a t e r r a l Tischle'rware . 26 Millimeter ' von 1^ Zentimeter auswärts zu . 750.000 K. Wien,. 13 Millimeter Kürzungswaxe von 1 bis 2 Meter - 89 Millimeter zu 450.000 '$ sägefallend faul- und bruchftci, 6 bis 7 .Millimeter Sv altwäre von 18 Zentimeter '.aufwärts zu 1.100.000 K. -ab niederösterreichischgr Station, 8 bis 9 Millimeter Spaltware von-18 Zentimeter aufwärts zu 1,000.000 K. ab niederöstLnelchischer Station, Exp o r t,w a-r e sägefalleNd Müdri'ers zu ^73- Schweizer Franken, - 24- Millimeter Breitwnre Oualitat - normalzu 63 Schiveizer Franken cifatlantischer ' Hasen.' ppn, Rüde! hol z - R u n d b o l z Langholz von 20 Zentimeter aufwärts zu :24y.900 K:, Blochholz-. 4 bis 6 Meter lmtg-zu -280.000 K. ab-niederösterreichischer 'Station. . ‘ Baumwollmarlt. Äew-2Zork» 18. Marz. Daumwollzufubren in den atlaut. und Golfhäfen 10.000, im Inueru 4000. .NnSftthr nach Großbritanuien nach dem Kontinent —. Lokalmarkt middling: 29.10 tletzt. Kurs 29.10). Tendenz: Stetig, — Ternnne: März 28.82, Ilvril —. Mai 29.09. Juni Juli 28.50, August 27.35, September 26.47. Oktober 25.83, November —, Dezember 25.40 Jänner 24.98. __ Berlriler Börse. : Berlin.' 1-9. März. Da in Rückwirknng der bisherigen Äbschwächung mn-Ei-feckte-nmarkte neue -Berkaufs-aufträge, wenn - auch geringeren, Umfanges, aus' den -Kreisen des^Privatpubli- - kums .Vorlagen, und auch von Wien und. Frankfurt die. 'Abgaben 'inch'i-men, 'erfuhr der'-Kursstand für fast alle Divideuden-- '.PapierelÄ ganz belanglosen Ausnahmen eine weitere Senknu-g von emigetz Billionen Prozenten und 'bis zum HLchstansmäß von vier Billionen Prozent für einzelne.schwere Werte. Die "Umsätze, hielten sich überall, also auch einschließlich der Renten- -uu'b Äassnpaviere wieder in den denkbar enosten Grettzen. 2lm Geld- Und Devisenmarkt hat sich'nichts geändert. Die Nachfrage nach Devisen war etwas geringer. (Alles in Billionen von Mark.) S ch l n ß k n r sie: Türkische Lose 24.5, Oesterr. - Staatsb'ahu' 30.75, Nordd. Llovd 6,7.- Wer. 'Elbeschrffghrt 4.4, ' Berliner .Handelsaesellschaft' 37—. Kommerz. Privatbank. 5.62, Tannstädter Bank 10.5. Deutsche Bank 10.75. Tiskonto- Kommandit 12.8, .Dresdner Bank 6.75,' Nationalbauk für Deutschland Oesterr. Kredit 0;45, Oesterr. Länderbank —. Neicbsbank 30.25, Wiener Bankverein 0.35, Wr. Unionbank 0.425, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 10.12, Bochumer Gußstabl 54.—, Daimler Motoren 4.—, Deutsch-Luxemburger CopyriRth 1928 by Äiacbdruck verboten. Deulsch-OesterrcichUcher Brrlaq, Wien. 49. Fortjctzung. Die HZiMKtlVsM. Von Wilma Vukelich. In seiner Avvei-t war logifchler Ä'Usda-u. Er wußte) ivas er wollte. Streng' und Kar hop er die Form -heraus, ohne F-los'k-el und Schnörkel, einfach weiß im weiß.- Und diese Form erfüllte si-ch in der Strenge ihres eigenen Gesetzes, und vor dieser Iegischen GefetzÄchkeit träten GeMhe und Geda-ncken des Schöpfers zurück. Diese Reinheit der Lin-ie sollte Alfred die Geivähr der Wahrheit geben. Er wollte glauben an sein Werk, wie er an die Illusion -der Heimat glaubte. Und leicht und fröhlich war ihm jurmi-te, je mehr er sich von der bunt-' fchillernd-m Lüge seines bisherigen Lebens entfernte. So verv-oMommnete er sich tagsüber im Technischen.^ Er beherrschte jede Schwierigkeit des Instruments, er spielte . . . Frau Marianne konnte überhaupt nicht -mehr ohne Tränen von Alfreds Spiel berichten. Nein. Das hatte sie nicht erwartet. In ihren kühnsten Träumen nicht. Er war ein Künstler, das wußte sie nun, wußte es auch ohne d-en Zuspruch Benitzkys, der Alfreds Meister war und der behauptete, sein letztes Wort gesprochen zu haben. Alfred wäre eine Künstlevgröße, - berufen, die Welt zn ' -erobern, berufen, eine neue Aera im Ku>nstleben^ Ungarns eiugnleiten. Und -Frau Marianne schluchzte, war fassungslos, pries ihre mütterliche Voraussicht, zählte ihre Der-' dienste nm dieses Genie auf, ldas sie nicht nur u ovren, sondern sozusagen schon in seinem frühesten Keimen erkannt, gefördert und entfaltet habe. Was war sie stvlz aus den Sohn und wie üppig wucherten ihre Zntunlft'spläne! Ja, das war ein Feld für Frau Mariannens Tätigkeit. Elivas, -das ihrer ganzen Veranlagung lag: - Protegieren, fördern, organ-i-sieren . . . den Erfö-Ig -organisieren . . . das heißt, ihn machen; denn Erfolge werden gemacht. Wer sich einibilde-t, daß ein Erfolg v-o-n selber kommen könne, der ist schön auf dem Holzwege. Da -müssen tausend Beziehungen ang-eknüpft, tausend Möglichkeiten erwogen werden. Eine galiz-e Clique Muß mobilisiert, der Kritik | vorgearbeiket und ' dem h Pnibliküm entoegengekomMen. werden.- - - - - -' . ..; - ’ ' - Frau Marianne verjüngte sich bei ast diesen'Aussichten. Ihre Bctriebfawbeit steigerte sich ins Maßlo-se.' Nur.Alfred' bevschonte sie vorläufig noch, mit jener Scho-nung^ welche man auch eiuMkäfigten Bestien gewährt, die -man vor -der - Gaiavo-rstellurg nicht reizt,' um sie bei Kraft-zu erhalten. Und außerdem — Frau - Marianne. hatte ihre ühlen Erfahrungen mit . dem Sohne gemacht. Sie wußte, hast ihm gegenüber 'Vorsicht geboten war. Drum arbeitete sie die T-e!M-ls ihres -umfassenden -Programms 'lieber'' allein aus - -oder mit.Bemtz-ky,'der sich' ihr gL-genuber völlig Widerstands- ' los fühlte.. Denn -obwohl seine Zelt als. ausübender Künstler vorüber war, sein Männerherz glühte in ewiger ' Jugend. Auch war es Benitzly ltzicht zuletzt um hie Neklanie zu. tun., Der Schüler war fetufen, den Glanz des alternden M-eisters zu erneuern. . Fra-u Marianne gab Soireen, von denen alles sprach, ivas iniB-U'da'Pest zur Creme gehörte. Soireen, -wie sie selbst in.Budapest selten -dagewestn Ivareu-. Und lud alles ein, was sich nur irgend ei-n'laden ließ und tvas dazüg-ehöröe-, -wo -sich nur 'im. geringsten lM-.Zusammenhang, mit', dam ' Erfoilg wittern ließ, den si-s für -ihren Sohn zu schutieden.. tvünfchle.'. Damen der' Gesellschaft, die überall dabe-i sind-, wp sich ein Saisonereignis abfpielt.. Männer, «deren Mille - di« Kursedirigiert, und die . mit Geld alles kaufen zu können' vermeinen. .Erfolg« und Mißerfolge. -Gunst und Mißgunst des. Publikums. Vor allem-aber lud sie'die' Kritiker ein- und fütterte die Schickfatsgiötter der Kimst mi-t den Lockspeisen,, hie ihr zu Gebote.standen; je nach-' dem sie sich Wirkung versprach, . spendete sie ..dem einen' mehr geistige, Idem. M-deven -mchv. ikörperliche Nahrung. . Und war in jeder Beziehung liebenswürdig und zugänglich. Niemals, hafte ihr- Geist Heller geleuchtetz niemals waren ihre Küche, die Zigaretten, und Weine exquisikr. griw'ösert/.'nie-nralS '-war 'ihr Dekollete.f-o 'ausgiebig- Md', verführerisch. Jedem das seine, sagten sie, und Sixrren war niaimM ihre Sache gewesen. Schließlich,' was tut die Mutterliebe -nicht? Sie, die zum letzten Opfer fähig, tzst, . wenn es sich um. Wohl.und. -Wehe - dar Brut hand^lt.- - - >- Also zauderte und Müller« Frau Mavianne, behau«! ldelte Gesicht und Nacken 'mit Dampf und Elektrizität 4l.nd machte eine energische AbmagerungsAr' durch. Nur jetzt . als Weib. auf. der Höhe bleiben, wo alles davon abh-irrg. Macht über die Geinüter zu behalten, den einzelnen und -den Massen die nötige Illusion zu gebe:.. Auch Alfred -wollte sie bereden, den Sommer mit ihr in der Tatra z-ü der bringen. „Schau," -sagte-sie, „das kann dir aus diätetischen Gründen nur gut tu-n.. Du hältst eine leichte Kaltwasserkur, ein-e leichte Mastkur, machst mäßige Bewegung bei kl-rimn . Touren, spielst etwas Tennis, nicht zuviel' von alle dom . . . . immer im Bewußtsein des Zweckes, den du verfolgst. Schließlich findet' sich .immer ein netter Flirt, den -du in aller Harm-l-eisigEeit imvb ohne jede Aufregung ein paar Wochen la-ng pflegen lannst. Glau^be mir, das beruhigt die Nerven am besten. Gleichzeitig ruhst du dich ans und 'kräftigst dich, und wenn du -da-nn im H-erbst nach Buda- ' Pest zurückkchrst,-bist d-u gerade - in der rechten Verfassung, dein erstes Konzert vorzubereiten. Dabei mußt du vor allem - den richtigen- Moment eriwischen, den Zeitpunkt, der die günstigsten Chancen bietet. Nicht zu früh und nicht z-u spät -darfst du spielen. Dudasw-st -muß noch ganz im Taumel der ' Saison sein, aber ja noch nicht -müde und übersatt. Das .alles muß .berechnet und ausgeklügelt werden. Uebrigens, -da bannst du -dich-ruhig ans mich verlassen. Ich kenne die Heute. Weiß, was sie nötig haben und auch mein Programm ist fertig: ich absolviere Mariewbad urtd nehnic die Tatra als Nachkur wie jedes Jahr. Im Herbst aber arbeite ich für -dich!" - Diesmal wollte Alfred mitbü-n. Er ivnßte: einmal muß -die'Scheu vor dem Publikum überlvumden werden. Also stM.Herbst Gut. Auch diese Brücke mußte geschlagen werden. Diese Angst mt-d Abhängigkeit vor den Menschen, die ihn lähmte, -endlich überwunden werden. Und er sagte sich: ich muß zu ihnen sprechen. Sie sollen mich hören. Sie sollen hören, was ich ihnen zu sagen l)abe. Vielleicht findet sich eine . Seele, die mitschwing-t. Eine, die sehnsüchtig ist wie ich und um die Heimat ringt wie ich. Um dieser einen willen werde ich spielen. Diese eine rechtfertigt mich,. wenn ich dey Narremanz -mittan-e, den meine Ddurter arrangiert. ' iploü