Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1830 (20.3.1924)
- Date
- 1924-03-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980913--18236-3005289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
HnzelnmerKtfOO Wien 7.iim AWWen :n Her Expedition, 11„ Taborstr. 1 -3, oder meiner Verschleißteile STrafikt mnnatl. K 35.^00 trassenverkauf io Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I.Bez« Wollzeile 11. Mit Postversaml für Wien o. Oesterr. monatl. K 35.000 Tsctiecho-Slovrakei: Mon. K 18. iu«ro«law!ent Mon. DinaröO. Polen: Mon. 37, Zloty, OeatscMand Mon Goldmark 4. Frank 5., Belgien VW Fres. 12 N«ch> »h 1 oo f «* bei Preiterbnbunwea vorbebattee NEROF°”Ffl- 10 Akte 91t. 1830 Wien. Donnerstag, 20. Mün 1924 Po'ennoU 350-001 Italien: Monat*. 12 I -Ire P u m S n i e n Mon/130 Lei B«I«rarlen Men. BO Lewa Schwei? und das ührijjt Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion n. Administrativ» Wien,!I.,TatioT*traasel— J Teleohone: 44-0-38,43-3-19, ab6Uhr abds. 19-483.25-28! Tel- Adr.:„Mor$renzeitang* Wien O esterreich »ehe« Postspar' traaaen - Vonto Nr. 150.692 ^M«WA»VWWW» 0. siaOrgang Zer Mrgan-Kredtt an Frankreich. Besinn der amerikanischen gnleressenvahme in tzurova? (Von unserem Grazer Korrespondenten.) London, 19. März. Der Mashiugtc.ner Berichterstatter kt „Morning P o st" schreibtnach der dort /Herrscherin Ansicht, ebne die Morgan-Anle'che an Frankreich den Deg 7iir eine Reihe internationalerKonerenzen, an deren d'e Vereinigten Staaten ei-lnehmen würden. Bevor die Mitteilung Wer den Kredit an Frankreich erfolgt sei, lzabe Morga-n eine Kcnstrenz mit Hughes gehabt. Es wird berichtet, daß Morgan! Hughes mitgeteilt habe, er habe Grund M der Annahme, oaß die französische Regierung die E -m p f e >h l u u g e n d e s D a w e s - A u s s ch u. s s e s a nnehmen werde. Seit mehr als einem Jahve se'en einflußreiche Kreise das-ür eingetreien. daß eine Krnserenz zur Erwägung der wirtschaftlichen Fragen wie a---ch der Möglichkeiten für eine ivoitere Verminiderumg der RWuw-en zur See. auf der d:e Bereinigten Staaten esfrz'ell vertreten wären, unvermeidlich sei. Wenn nun der Berich' des Tawes-Ausschilsses angewommen werde und eine Anleihe für Deutschland vereinbart werden könnte, würde nach Ansicht jener Kreise eine solche Konferenz sicher zustandekommen. Der Berilhtrvstatter d'r „T i m e s" in Washington bestätigt, daß die amerikanische Regierung Kenntnis gehabt Ae englW'MUche Konferenz. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 19. März. Die engttsch-russisch,.' Konferenz prird in der e rste n Apr i lwo che in London eröffnet werden. Sie w'vd. nach dem „Manchester G'-'ard an" zum live,st v i e r W o ch e n dauern. Die erste Sitzung wird unter dem B. ritze Mac Donalds stattflr.iden. sodann wird sich die Konferenz in zwei Delegationen sch.' «den, deren eine die politischen, die andere die wirtschaftlichen Beratursen pflegen wird. Echt gegen Schttrß der Konsereni' w'rd die Frage der Konsularvertreter geregelt werden. Großbritannien wird durch 12 Delegierte vertreten sein. Gregory vom Auswärtigen Amt w'rd die politisch? Setten, ShatMa n die wirtschaftliche Sektion leiten. Tie russische De-stgation wird ecken-salls aus 12 ■ M'wl'edem bchtchen. Ts ch i t s che r i n wird nickt erwartet, Rakovsky wird Präsident der russischen Delegation sein. HMMMrsUche Verhandlmgen. Berlin, 10. März. (Tel. der „Wr. Morgrni-ei-tung".) Hier ist eine holländische Koumüssim eingetrossen, um Verhandlungen wegen des Abschusses eines holländischruss'schen Handelsabkommens aitzüknüpsen. Die Besprechungen mit dem russischen Botschafter in Berlin Krest inst y, wurden bereits ausgenommen. Zer «atikan «egen RMand. Keine Wiederaufnahme der Beziehungen. Rom, 19- März. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Wie „Osservatore Romano" aus vatikanischen Kreisen erfährt, fci au eine Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Rußland und dem Vatikan nicht zu denken, solange Rußland feine ganze Politik gegenüber der Kirche nicht ändert. haben nmsse von b e sti m m te n politischen Augestand nissen Frankreichs in der Reparativ n s f r a g e. Sie Habe sich - >daher entschlossen, zum ersten Male seit zwei Jahren nicht gegen ein Kreditansuchen einer ausländischen Macht zu inte rventeren. Die „Woftminster Gazette" h-eftätiat. daß Poineare die Z u f a g e gegeben habe, die Vorschläge der S a chver ständige na usfchüsse an nehmen zu woll e n. Ans Grund dieser Brvschläge dürfte der Versuch gemacht werden, ein-c Anleihe von einer Milliarde Gold mark für Deutschland aufzulegen, w-rvon Frankreich und Belgien einen ergiebigen Anteil erhalten , werden. Eine neue Abrüstungskonferenz. London, 19. März. Die Blätter berichten aus Washington über eine neue Konferenz, die einen weiteren Schritt auf dem Wege der maritimen Abrüstung bedeuten würde und von Amerika einberusen werden soll.,Vorher müßten aber die rein europäischen Angelegenheiten eine weitere Klärung erfahren haben/ wozu der erste Schritt durch die Exp e r t e n in P a r i s getan werden wird. Sieg Mac Analdr Aber die Liberalen. London, 19. März. (Havas.) Das Unterhaus hat einen Antrag der Liberalen, worin erklärt wich, daß der Bau von fünf Kreuzern ungerechtfertigt sei, mit 304 gegen 114 Stimmen verworfen. Die Einnahmen aus dem Ruhrgebiet. London, 19. März. Auf eine Anfrage im Unterlaufe erklärte Premierminister Mae Donald, Frankreich und Belgien seien der Ansicht, sie mußten sämtliche Einnahmen aus dem Ruhrg^biete unter Abzug der Einhebungskoften aus allgemeine R-cchnung der Alliier'en buchen. England | stimme der fmuz-DschÄe^iischnt Ansicht von der Gesetzmäßigkeit der ergriffenen Maßnahmen ur.d dem Recht zum Abzug der Einhebang-'kosten nicht zu. Fn Erwartung der Prüfung der genauen Frage durch d'e Roparati »nsk-omimrssiou halbe keine Regelung erfolgen können. Eine Welttsnserevr der Mo« hMMdMer. London. 19. März. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".1" Nack einer Meldung aus Jerusalem bat König Hnsiein beschlossen, eine Weltkonferenz der Mohammedaner eimuberufem um die gegenwärtigen lnohammedanischen Probleme zu prüfen. __ Bene fifltifdnMe VuMreitunse» in Kllwsenbms. (Eigendicnst der „Wiener Morgertzeitung".) Die Universität wird von der Polizei geräumt. Bukarest, 19. März. In Klausenburg fanden neuerliche StU'dentenu-nruhen und antisemitische Ausschreitungen statt. Die Univevsität mußte von der Polizei geräumt werden. Polnisch-rMche Bsrhandlmgen. Warschau, 19. März. (P. T. A.) Wie die Blätter melde», sollen in nächster Zeit in Moskau Verhandlungen über "ine polnisch-russische Konsiilarkorwention beginnen. Jas Kriegrtetlnehmrgesetz in Amrrtta. (Cigendienst der „Wiener Morgenzeittmg".) Washington, 19. Märg. Das Repräfeniantenhans hak mit 355 geg>en 54 Stimmen die sogenannte B o n u s b i l l angenommen, d. i. 'das Gesetz, wonach den früheren Kriegs« teilnehrnern je 50 Dollar ansbezahlt werden sollen. Die berliner Enthüllungen. —y. Wien. 19. März. Irr mühseliger, von tausend Schwierigkeiten und Mißverständnissen immer wieder gestörter Täti'gk-eit arbeitet die englische Regierung an der Beruhigung der politischen Attnosphäre. Sie hat sckon einiges erreicht, was Hoffnung auf ein langsames - Abklingen der . Koni flikte erweckt. Sie hat . Rußland dem übrigen Europa näher gebracht und in Frankreich und Belgien eine mindere Betrachtung der deutschen Dinge, erzielt.' /Sehr ' zum Mißvergnügen der in allen Ländern; auch in England, dicht geljäten Kriegspolitiker, der Generale, der Ge-- heimhiplomaten und der Munikionsfabrikanton. Es ist ' verständlich, daß die Ar'beiterregierung alle Berufsminierer ausgescheucht hat, die es sich seit dem Weltkrieg unter den Segnungen des Versailler briedens so wohl hatten gehen lassen und die ihr Geschäft bedroht sehen, wenn ihnen die Volksstimmung' entgleitet. Es fst verstäMich,. daß von dieser Seite immer wieder - die Patriotische Pauke geschlagen und immer neue Lügen erfunden-werden, um den Haß Mvschen den Völkern nicht ' einschlafen zu - lassen. Es ist weiter' verständlich, daß die Zentren-der vom Nachkriegselend in besonderem Aiaße - betroffenen Länder gleichzeitig auch Agitationszentraleu diches lichtscheuen Treibens find, daß .sich überall die -in-; den Massen lebende Enttäuschung,' ihre- Rachemstmkte - zunutze macht und mit ihnen, operiert^.. . Eine der betriebsamsten iOrgamsatiöuen dieser Art' i hat ihr Laaer in Deutschland aufgeschlagen' und versorgt ' nicht bloß dje deutsche-BevölkeMng'' mit Hgßgesängen, sondern sie denkt auch wit weistM. Altruismus mi; die übrige Welt. - Sie hat mit unleugbarem Talent; eine mächtige antijüdische. Strömung. erzeugt, mit; Propagandamaterial und Reiseagenten ausgestattet; sie hat politische Verbindungen-zu allen unzufriedenen Völkern hevgestellt und eine Vereinigung aller internationalen Schubjäke ins Leben gerufen, deren Spuren man durch ganz Europa und sogar durch die Vereinigten Staaten Verfölgen kann. Wo es irgendeinen wurmstichigen Haderlumpen 'gibt, dort streckt-sicherlich irgendeine Filiale der München-BerlineriAlleÄveltsfteunde die Hand nach ühm aus. Wo es eine Sensationspresse gibt,- 'dort gerät sie sicherlich früher oder später in den -Aktionskreis dilkscs- Gelichters und wird Zwecken dienstbar gemacht, die sie . vielleicht selbst nicht kennt und nicht ahm. So ist jetzt das „Berliner Tageblatt", eine bekannt vorsichtige Zeittmg, von einer Stelle mißbraucht worden, die man mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent ‘ innerhalb der chauvinistischen deutschen Verbände finden wird, wenngleich die Verbindung zu demweit verbreite- ten urb angesehenen „Fudenblatt" noch unbekannt ist. Das Berliner demokratische Organ druckt Gehenndokumente zu dem französisch-tschechischen Bündnisvertrag ab, in.' denen es von Bedrohungen Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, Polens nur so wimmelt. In jeder-Zeile kommt der Krieg vor. Der tschechische Außenminister hat die Enthüllungen als lächerlich und dumm bezeichnet, aber seinem, schroffen Dementi die Frage nach dem Zweck und den Zielen dieser Publikation angesügt. Man kann dem „Berliner Tageblatt" nicht nachsagen, daß es gegen den Frieden arbeitet, obwohl seine Stellungnahme im ZlnhrkonsW viel Schaden angericktet hat. Aber man hat doch eilt Recht, zu verlangen, daß ein so bedeutendes Organ sich die Dokumente, die ihv angetragen wurden (und die das „Prager Tagblatt" vorher gesehen, gelvogetl. und zu leicht befunden hatte), genauer besicht rurd nsbeu der Frage der Echtheit auch noch die der Wirkung prüft. Es ist kaum anznneh'men, daß die Tokumenie authentisch'sind. Aber selbst wenn ihre Wahrheit unterstellt wird, was soll die Veröfferitlichung gerade in diesem Augenblick bezwecken? Es ist bekannt, daß der Gedanke . der Weltkonferenz, wie ihn Mac Dwrald lanciert, in den -letzten Wochen weiter gekommen ist, daß die Stützung . des französischen Franken durch -das engliscl)e und amerikaursche Kapital von sehr bedeutsamen Konzessionen Frankreichs begleitet war, und daß die amerikanischen Regierrtngskreist nicht mehr so starr aus dem Standpunkt des absoluten Desinteressements in den europäisck-e-n Fragen beharren. Diese Entwicklung ist. auch in Deutsch- Teppiche mamu Herren-und Damenwäsche, Regenmäntel, engl. Wollstoffe, ferner Bettzeug u. Webwaren, alles erstklassig sind billigst im Warenhaus Schiffmann!I. Taborstraße 48 To‘r»nho« 47-1-79 En cjs-^-s En Ä ©4al