Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1827 (17.3.1924)
- Date
- 1924-03-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980910--18205-3005255- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
EtflzelnummerfttfUtt Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborstr.1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma GoIdschmiedt,I.B«E., Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 35.000 Tschecho-Slowakei: Mob. K 18. jngoslawien: M on. Dinar60. Polen: Mon. 31/, Zloty, Deotschland: Mob. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Pros. 12 RS9* Naeh * «h I u n *• » *W h«i PreI*«rhöhunjrio Yorbehallen teuer W-\ rA \a NERO •T3I? mBBMBlHMMHKI Dir. 1827 Wik«. Montag. 17. Miirz 1924 Italien: Mooatl.lß lir* Rn manien Mon. lIOID Bulgarien Mon. 80 Leitoi, Sehwetz mddasQbgibo , Anstand monatlieh Frae/4 Redaktion a. Administration Wien, 1!., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Öhr abds. 19-483,25-282 : Te!.-Adr.:„Mcrjrenzeihin;" Wien Oesterreiehieehsa Postspsr* kassen- Konto Nr. 150.693 9. Jahrgang Poimares öelbfthtzpvose. Scharfe englische KM an der letzten Senatsrede. — PeffiMiMns ln England. London, IT. März. (Del. d. „Wiener Morgenzeitung".) Die gesnmte Oeffentlich-- keit steht unter dem Eindruck der großen Senatsrede Poineares. Alle parlamentarischen Kreise und die gesamte Presse besprechen diesen neuen Vorstoß des französischen Ministerpräsidenten naturgemäß unter dem Gesichtswinkel des an Frankreich zugestandenen Kredits. Geradezu empört ist man über jenen Passus der Rede Poineares, worin er erklärt, daß er nicht im entferntesten daran denke, auch nur um einen kleinen Schritt von seiner bisherigen Politik abzugehen. Am lebhaftesten ist das Erstaunen über seine Erklärung, daß keiner der Alliierten daran denke, von Frankreich die Räumung des Ruhrgebietes zu fordern. Dieser Ausspruch wird von den Blättern einer sehr scharfen Krittk unterzogen. So schreibt „Daily Telegraph", daß diese irrtümliche Meinung Poineares nur darauf zurückgeführt werden könne, daß einer der Sachverständigen in anscheinend „gehobener Sttmmung" Poineare und den Vorsitzenden der Reparationskommifsion, B a r t h o u, zu der R u h r L e s e tz u n g beglückwünscht habe, welche sehr willkommene Gelegenheit Poineare benützt habe, um seine Position im Senat zn retten. A t h e n, 16. März. (Agenee d'Athenrs.) Wie die Blätter melden, haben die Besprechungen mit den royalistischen Führern zu einem Entwurf eines Abkommens geführt, worin die freiwillige Llbdanknng des Königs Georg unter Zuerkennung des Königstitels auf Lebenszeit vorgesehen ist. Ferner sollen dem König vier Fünftel vergegenwärtige nZivilli st e sowie das freie Versügungsrecht über die Krondomänen zugestanden werden mit Ausnahme von Tatoi, das vom Staate angekauft würde. Schließlich hätten sämtliche Mitglieder der Dynastie aus die Nachfolgerechte zu verzichten. Der innere Friede in Griechenland soll unter folgenden Bedingungen zustande kommen: Allgemeine Amnestie, Wiedereinsetzung der Offiziere des Heeres und der Flotte sowie der Beamten nach Maßgabe der Möglichkeit, Ausrufung der Republik durch die Nationalversammlung nnd Ratifizierung durch eine Volksabstimmung, Wahl von Z a i m i s oder eines anderen allgemein genehmen Politikers zum Präsidenten, Schaffung einer ersten Kammer, in der die Royalisten mit zwei Fünfteln vertreten wären, Durchführung der Parlamentswahlen durch eine neutrale Negierung. Im übrigen aber fragt man sich in maßgebenden Kreisen, was sich noch alles ereignen müsse, damit Poineare aus der Selb st Hypnose, in der er sich befinde, erwache. Da er nicht einmal die Bedeutung der Frankenkrise verstanden habe, werde er noch viel weniger die endgültige Stellungnahme der Sachve«ständigen erfassen. Ans dieser Sachlage heraus ist es daher auch nicht verwunderlich, daß in England bezüglich der Reformen, die sich an den Bericht der Ausschüsse knüpfen könnten, Pessimismus herrscht, ebenso wie bereits offen das Bedauern über die amerikanischenglische Rettungsaktion für den Franken altsgesprochen wird, die i n d i r e k t auch zu einer Rettung Poineares geworden fei. Sie amerikanische Anleihe. London, 16. März. Das Reutersche Bureau meldet aus Washington, man glaube, daß das Staatsdepartement die Anleihe für Frankreich bewilligen werde, da diese Anleihe mit der Politik und der Haltung des Präsidenten Harding, die auch die Eoclidges sei> in'Einklang sWe. royalistischen Parteiführern nach Bukarest abgekommen und die Regierung habe die Bedingungen des Abkommens dem griechischen Gesandten in Bukarest telegraphisch übermittelt, damit er sie dem König Georg zur Kenntnis bringe. Der Entwurf ist auch dem General Metaxas, der in Brindisi angekommen ist, mitgeteilt worden, mit dem Ersuchen, bis Dienstag zu antworten. Die gesamte ernste Presse, selbst ein Teil der royalistischen, begrüßt den Gedanken der Versöhnung, die die innere Zwietracht in Griechenland endgültig ans der Welt schaffen werde. Rückkehr Lr. Nmmermans «nd Dr. Grünbergers nach Wie«. Minister des Aeußern Dr. Grünberger und Sektionschef Dr. Schüller sind gestern früh in Wien angekommen und haben im Laufe des Vormittags dem Bundeskanzler und dem Bundesminister für Finanzen Bericht erstattet. Generalkommissär Dr. Z immerman traf nachmittags in Wien ein. " Dentfchlandr Antritt in den BAkerdnnd. Eine Erklärung Dr. Benesch'. Paris, 16. März. (Wolfs.) Der tschechoslowakische Minister des Aeußern Dr. Benesch erklärte dem Genfer Korrespondenten des „Petit Parisien" zur Frage des Eintrittes Deutschlands in den Völkerbund, das PrMem stelle sich in immer akuterer Form dar. Im Interest« des europäischen Friedens und des Völkerbundes sei eS wünschenswert, daß Deutschland im Völkerbund vertreten sei, aber davon könne nicht die Rede sein, bevor die beiden Hindernisse, auf die inan zurzeit immer wieder stoße, endgültig überwunden seien. Es müsse zu einer umfassenden, worin auch vorläufigen Regelung der Reparativ nsfra g e kommen und dann di« durch den Ruhrkonflikt geschaffene Lage liquidiert werden. ' E r ft dann könne an einen Eintritt Deutschlands gedacht werden. Jedes andere Borgehen würde, weit entfernt, den europäischen Frieden rascher herbeizuführen, den gegenwärtigen Stand der Dinge noch verschlimmern. Me iluzMaglichkeit der «Merbnndes. Eine Wahlrede Churchills. London, 16. März. (Wölfs.) Wie die Blätter melden, erklärte Churchill in einer Wahlrede, trenn man-die Gefahr von Kriegen beseitigen wolle,, müsse vollständiger Aufschluß über die Rüstungen durch eine internationale Körperschaft erfolgen. Die Schwäche des Völkerbundes liege darin, daß er sich nur ans den siegrei chen Nationen zusamrnensetze. Churchill sagte, er trete für den Einschluß aller Nationen, 'darunter auch Deutschlands und Rußlands, ein. Vor allem aber müßten Anstrengungen unternommen wecken, um den Beitritt Amerikas, zu : erreichen. Es dürste sich für den Völkerbund lohnen, gewisse Aendernugen in seiner Verfassung vorzuuehmen. um es den Bereinigten Staaten, zu ermöglichen, ihren. Platz im Völkerbund eiMUnehmen. Der BölkeröuM werde jedoch' me diu leitender Faktor m der Welt seän, bevor nicht «nutze «wirklichen' Versuch, die StreitiAeiten der - HerMgüchest> zusammengebracht worden seien. Churchill totes, auf die alte Fehde zwischen Dentschkr-uid und Frankreich hin und erklärte, es sei Großbritanniens Aufgabe, zu versuchen, sie herzu legen. General PeA gestorben. Toulon, 16. März. (Havas.) Der ehemalig Oberkommissär in Konstantinopel General Pellä ist gestorben. Pell6 war bekanntlich auch Generalstabsches der tschecho-slowakischen Armee. Schwere SMlafionskatastrophe in Stallen. 23 Todesopfer. Mailand, 16. März. In der Zündholz fabrik Rocca Cmwvese bei Turin hat sich gestern ein schweres Explofionsunglück ereignet, das 23 Menschenleben forderte. Außerdem wurden 5 Personen verwundet- Die Fabrik beschäftigte etwa 100 Personen. 33 Arbeiter lebendig verbrannt. Paris, 16. März. (Haväs.) Nach den nomsten ^Meldungen sind bei der Explosion 33 Arbeit e rleb e u d i g verbrannt und zahlr.ei che Personen verletzt. Die ffrmordnng der Kaffeefiederin Koch. Die Tat eines Homosexuellen. Das Sicherheitsbureau der Wiener Polizeibehörde ist, wie berichtet, einem Raubmord auf die Spur gekommen, der im Mai vorigen Jahres an der ehemaligell Besitzerin des „Cafe Sportplatz", der 45jahrigen Frau K a r o l i n e Koch, verübt wurde. Als Täter befinden sich der frühere Kompagnon der Ermordeten, der 34jährige Delikatessenhändler Lorenz Wald und dessen „Ziehsohn", der 20jährige Kellner Othmar Fuchs in Haft. Der erste, der zu einem Geständnis schritt, war der junge Bursche, der nach stundenlangem Verhör am Samstag Mittag bekannte, daß Wald die unglückliche Frau bei Deuts ch- Altenburg in die Donau geworfen habe, nachdem er ihr daS Hantdtäschchen geraubt hatte, in dem sich viele Millionen — zwanzig oder dreißig — bem ENGLISCHE STOFFE Regenmäntel, Herren- und Damenwäsche, Wolljacken und Jumper, ferner alle Sorten von Chiffon, Web* und Leinenwaren, alles erstklassig und billigst Im Warenhaus! Schiffmann II. Taborstraße 48 Telenhon 47-1-79 En gros, En detail Ser der Ausrufung der griMcheu Republik. Schaffung eines Aebereinkammens zwischen Republikanern «nd Ratzalisten. — Der König dankt ab. Wie die Blätter weiter melden, sei mon von dem Gedanken der Entsendung von zwei