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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-16 · Heft 1826 (16.3.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1826 (16.3.1924)
Date
1924-03-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Clazslnnmner R1400 Wien- 7um Ahhoten >n der Expedition,!l„Tabor*tr. 1*3, oder?n einer Veraeble!«*telle (Trafik' monatl. K 35.nOO Strassenverkanf in Wien durch die Koloort eure der Firma GoM«ebnvedt,I. Rez„ Wollicile 11. Mit Postvernaed für Wien u, Oeslerr. rnonatl. K 35.000 Wiener Tscheche -Rtowalcei: Mon. K 18. *«n-oalawien: M<pv n?na»60.P.olen:Mon. S*/» Zloty, f'eti'scMand Mon Goldmarlc 4, F r a n W Belgien ^nn. Pro». 12 N a e h ■» n ti i ii b? e n 4M! bei PreinerhSliiniwen Vorbehalte» , Fox-Film NERO 10 Akte WWWWWWWI1WIWM IWDIimiJRJW Rr. 11^26 Wien» Sonnla«, 16» Win 1924 Po'empolnJK 350 000 Italien: ^^onal-' 12 1.Ire, Rumänien Won. 1301 ei, Bulgarien Mon. ^0 I .ewa, S c li w e i 7 und Ha*: übrige Ansland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administration Wien. 1I„ Taborstrasse 1 —3 Teleohone: 44-f'-3^,43*3-19, ab 6 UHr abds. 19-483,25*282 Tel.» Adr.^Morerenzeitung“ Wien Oesterreichisehes Postspar* - ^’nntii Nr. 1 50.t>®o 6. ünfiumttji Sie“/* V“ in der Expertenkommission. Goldschatz und ReparatiomMungeu. — Bmöserms des Berichts. (Eigendieust der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 15. März. Das erste Expertenkomibe hat heute ein« Vollsitzung abgehalten. Die Ilnterkommissi-on für das Bankwesen tagte den 11 bis 1 UHr. Man glaubt in amerikanischen Kreisen, daß die Ueberreichung des Berichtes sich möglicherweise noch weiter h i n a u s z i e h e n könnte «und diese Meinung scheint dadurch an Wahrscheinlichkeit zu gewinnen, daß der Präsident der deutschen Reichsbank, Dr. Schacht, in der nächsten Woche wieder nach Paris kommen wird. In Experteukreisen verlandet, daß die Arbeiten w cniger ras ch fortschre iten a!"s man ursprümglich angenvmmen und daß insbesondere die Einzelheiten des Statuts der deutschen Notenbank noch im unklaren sind, so daß heute dieses Statut noch wicht als feststchenld betrachtet werden kann. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, die Reparationszahlungen in dieses Statut der deutschen Marx und Sttesemann komme» nach Wien. 18. März. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) tz« hiesige» politischen Kreisen ist die Meldung verbreitet, daß sich Reichskanzler Dr. Marx in Begle'tnng des Außenministers Dr. Strefemann in den nächste» Tagen nach Wien begeben werde. ' Anläßlich dieses Besuches sollen handelspolitisch« Fragen sowie die Finalisierung des neue» Handelsvertrages erörtert werden. Schweden anerkennt Sowietrußland. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeidung".) Stockholm, 15. März. Die schwedische Regierung hat beschlössen, Sowjetrußland de iure anmerlennen. Hicrvr wird amtlich mitaeteilt, daß heute ein W i rt schaftsvertrag zwischen Schweden und Sowjetrußland unterzeichnet worden ist. Der Vertrag gründet sich auf das Prinzip der Meistbegünstigung. m türkischer Gesandter tür Sesterreich. Baldige Wiedernufnastme direkter politischer Beziehungen zwischen der Türkei und Oesterreich. Wie wir von unterrichteter Stelle ers ihren, beabsichtigt die Anaora - Negierung, so rasch als möglich die diplomatischen Be'ichunaen mit Oesterreich auszunehmen und zu diesem Zwecke die Gesandtschaft in W'en neu zu besehen. Mustafa Ke mal hat für diesen Posten den Obersten HußrevBeiin Aussicht genommen und für ihn bereits um das Agrement anresncht. Hns rcv Bei soll, in Wien residierend, gleichzeitig auch die türkische Republik in Ungarn vertreten. Vmbildvm des Kabinetts Palmare? lEigendienst der „Wiener Morgenzeitunst") Paris. 16. Mörz. In hiesigen politischen Kreisen erhält sich di>? '?'ujid)t über die Möglichkeit einer Umbildung des Kabinetts Po in ca re. Poinccwe würde die zur Durchführung der Ersparnisse v"rliehenen Vollmachten dazu benützen, nm zunächst eine Reihe min isteri-eller Dienststellen anfzngeben. Man hat in diesem Zusammenhang von einer Aufhebung der II n t erst-aä t 8se k i c t S r c gek-vrochen. Auch einige Ministerien sollen zn sa m menge legt Notenbank aufzunelmen, wobei sich die weitere Schwierigkeit ergibt, die von Deutschland auf Konto der Reparutionskomnr.ssion zu erlegenden B a r b e t r äg e an die betreffenden Gläubigerstaaten zu girieren. Wenn Deutschland bei der Notenbank größere Zahlungen ans das Konto der Reparationskommission giriert und dafür den Gläubigerstaaten entsprechende. Schecks auf die deutsche Notenbank ausstellt, so ergibt sich folgendes Dilemma: Entweder zahlt d'e deutsche Reichsbank die betreffenden Schecks nicht rn Gold'aßluug aus, dann verlieren die Zablumgen infolge des Disagios, das natürlich von einer Währung zur anderen entsteht, an Wert, oder aber dir Reichsba.nk steht auf dem Standpunkt der Bar'-ablungen in Gold, dann wird wenigstens 'N den ersten Jahren der gesamte Goldbestand an die Gläubigerstaaten a^gelietert werden und die Reichsbank wird ohne Mrtalldeckung dastehen. werden. Der Kolonialminister Farant Iv ückde, wenn diese KombiMioa durchgeführt werden soll'«, den Botschafter in Waschtngton, Ja.»sserand, /ersetzen, von dessen Rücktritt schon mehrmals die Redewar. , Polvrarrs Sieg im Senat. Paris, 15. März. (Havas.) Ter Senat hat in feiner heutigen Nachtsitzung, nachdem Ministerpräsident Poinc a r e die Vertrauensfrage gestellt hatte die von der Finanzkommission des Senats beantragte Fassung des Artikels 1 der Finanzgesetze — entsprechend dem Verlangen der Regierung — mit 154 gegen 141 Stimmen abgelehnt und hieraus den Paragraphen, der die Ermächtigung der Regierung zur Durchführung den Crsparungsinäßnahmen i m Verordnungswege beinhaltet, mit 154 gegen 139 Stimmen angenommen. Der ganze Artikel 1 wurde scdan-n mit 161 gegen 128 Stimmen genehmigt. Paris, 15. Marz. In Anbetracht der künftigen Wahlen ist eS interessant, die Zusammensetzung der gestern erzielten Regierungsmehrheit im Senat zu untersuchen Bei der gestrigen Nach!sitzung stimmten für di- Regierung 21 Senatoren der demokratischen und der raMalsoz'ialistlschen Linken 31 Mitglieder der republikanischen Linken, unter denen Senator Lubersac, der seinerzeit das Abkommen mit Stinnes abgeschlossen ha'te, 88 Mitglieder der repnblikani chen Union, unter ihnen die Senatoren H e n e s s y und D u p n y. der Besitzer des „Petit Parisien" 10 Mitglieder der Rechten und vier Senatoren, die keiner Gruppe angchöreu. Gegen die Regierung stimmten 132 Mitglieder der demokratischen und radialen sozialistischen Linken, unter ihnen die Senatoren Jouvene! und Monzie, 12 Senatoren der republikanischen Union, darunter der Senator Doumergue, und drei Senatoren, die keiner Grrrppe angehören. 10 Senatoren haben sich überhaupt der Abstimmung enthalten. Aus dem Abstimmungsergebnis ist die Tatsache zu konstatieren, daß sowohl die radikalsozialistischen Senatoren als auch die republikani'che Union, die sich bei der Abstimmung geteilt haben, teils für, teils gegen die Regierung Stellung nahmen. Paris, 15. März. Der Senat hat heute die Spezialdebatte über die finanziellen Gesrtzeniwürfe fortgesetzt und den Artikel 2 betreffend die Einstellung der Schäftung neuer Dienst- Posten angenommen. Sodann wurde der Artikel 3 betreffend die Lvprozentige Steuererhöhung in Beratung gezogen und ebenfalls. angenommen. Po in ca re erklärte, daß dir Regierung alles mögliche tun'werde, um die Dessert! ichkeü über die Auswirkungen der neve« Steuern aufzuklären und betonte, man werde.eventuell im Wege st r a f r e ch t l i ch c r Verfolgung gegen die Zwischenhändler.unv die K a nsleure, welche übertriebene Preise fordern sollten, Vorgehen müssen. Die Debatte wurde sodeun ans morgens n-achnü'tags vertagt. Aus dem Inhalt der heutigen Nummer: Die Ursache» der Erdbeben von Unib.-Pr«s. Franz S- Schaffer. Das Debakel der Frankenspekulation von Dr. Michael S u s s a n. Theater-Mißbrauch von Klara Mautner. D*e sieben Kosttacc (4.) von Jakob KrauSz. Die wirtschaftliche Entwicklung Polens. Vivisektion an Juden. Aus Maxim Gorkis Tagebüchern. EhauvinisMS mb Wirtschaft. —y. W i e n. 1 (>. März. Ein hervorragendes Mitglied der polnischen Gesellschaft, der gewesene Handelsminister Honczia,. hm gestern in einer Ansprache an die Vertreter der Wiener Presse sich in scharfen Morten gegen den nationalen Chauvinismus gewendet. Die wirtschaftlichen Kreise Polens, sagte er, bekämpfen diese Entartung, weil sie wissen, wie sehr sie der Entwicklung der Völker schadet und noch schaden wird, ehe sie nicht mit Stumpf und Stiel ausgerottei sein wird. Es ist begrüßenswert, daß solche gesunde Ansichten von einem Manne geäußert werden, der vermöge seiner Stellung die wirtschaftlichen Verhältnisie in einem leider zu wenig bekannten Teile Europas kennt und der mit so vielen anderen der heißen Hoffnung lebt, daß auch dieses Gebiet zu der ihm gebührenden Wertschätzung in der öffentlichen Meinung der Welt gelangt. Herr Honczia hat tausendmal recht, wenn er die Sünden des Chauvinismus unterstreicht und sie dafür verantwortlich macht, daß der geistige Frieden noch immer nicht erreicht ist. Er hat darauf hin'gewiesen, eine wie schwere Ausgabe die der Bildung eines neuen Staatswesens ist und wie sie alle positiven Kräfte der Bevölkerung erfordert. Fünf Jahre sind im Leben der Völker eine sehr geringe Spanne Zeit und wenn wir überdenken, wie im Laufe des vierjährigen Krieges große, wohl organisierte Staaten ihre Bolkskrast erschöpft haben, dann ist es Wohl zu verstel)en, daß die Gründung^ eines neuen staatlichen Gebildes, an dessen Rändern die staatsrechtlichen und gesellschaftlichen Traditionen dreier. verschiedener Organismen ineinander fließen und mit einander zu neuem schöpferischen Dasein verschmolzen werden sollen, unter ungeheuerlicben Schwierigkeiten vor sich geht. Um so größer werden diese Komplikationen, wenn es sich um die Verbindung verschiedener nationaler Elemente handelt, um ein Problem, das schon, vor dem Kriege die Staatsmänner beschäftigt hat und das von keinem gelöst werden konnte. In der unseligen Erbschaft der vom Krieg hinterlassenen Probleme liegt auch diese Frage und ihre Klärung absorbiert weiter werwolle Kräfte der Nationen, die zum Schaden der politischen und sozialen Befreiung gebunden bleiben. Die Minoritätssrage, die auch Polens politische Kreise in Atem hält, erfordert zu ihrer Losung viel Staatsklugheit, viel Verständnis der Mehrheit, vor allen: aber Geduld und Einsicht in die psychologische Struktur der in den Staat inkorporierten Nationen. Die Volksmehrbeit hat nach dem Krieg ihr nationales Ziel, ihre Freiheit und Unabhängigkeit, verwirrlicht. Dieselbe Fügung der Geschichte bat aber anderen Völkern viel Leid znaefügt, sie aus alten, lieb und vertraut .gewordenen Zusammenhängen gerissen und in neue gezwungen, an die sich ihre Seele erst gcwöhnen^ muß. Jeder Zwang rührt an wunde Nerven, erschließt, immer neue Quellen des Widerstandes und verhindert das Einfühlen in die ungewohnten Verhältnisse. Jedes Volk hatneben dein Ideal der nationalen Konzentration auch noch das Streben nach Bildung eines homogenen Wirtschastskörpers, der sich nach seinen eigenen Gesetzci: gemäß der nationalen Eigenart entwickeln soll. Auch zu diesem Ziel ist für die Minoritätsvölker der Weg unterbrochen und diesen Schmerz kann nur die vorsichtigste und wohlwollendste Staatspolitik der Mehrheitsnation lindern. Der Chauvinismus, die überhitzte .uttb phantastisch übertriebene Wertung der eigenen Nationalität, tobt sich aber gerade auf drescm Gebiete ENGLISCHE STOFFE Rtuenmä'tel He-re«- urd Dame-wasche, tvoll'aoke* und Jump»«*, ferner aile So-r en von Chiffon, Web* und einen, waten, a! es eMklassh und liiligst int Warenhaus ü Schiffmann!!. Taiwrsiraße 48 Te'wuhon 47»1*79 En gros En detail 212622

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