Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1825 (15.3.1924)
- Date
- 1924-03-15
- Page
- Seite 5 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m. tsss Men. TamZbvg Wiener 15. Marz 1924 Seite 6 pälirffchen Großindustrie Grabitznowski, die Vertvrtor des Zentralverbandes der polnischen Industrie Graf Sagall jo und Biedermann (Lodz), der Präsident der Austro-polniischen Handelskammer Twardowski, die Se>ktionschofs des Hamdelsministeviums Bergmann und Mort h, Generalpostdirektor Hoheisl und die Ministerialräte Dr Fuchs und Dahlen, der Präsident der Messe-A.-G. Kommerzialrat Hochmuts der Vizepräsident des Hauptverbandcs der Industrie S'ktionschef Erhärt und das Präsidium des Gremiums der Wiener Kaufmannschaift. Namens des Zm.tralverbandes der polnischen Industrie, des Bergbaues, der Finanzen und des Handels dankte Pros. Stanislaus O k o l s k i für den Empfang. Die Kenntnis der oft rreichischen Wirtschafisverhältnssse wie der Besuch der Internationalen Messe in Wien, habe die Delegation übsr^-ugt, daß sine Zusammenarbeit der österreichischen und polnischen Wirffchaftskreise nicht allein eine Folge der Verstärkung freumdschastl-lcher Beziehungen fei. sondern vor allem auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit darstelle. Der Präsident der Austro-polnischen Handelskammer. Exzellenz Dr. von Twardowski, begrüßte die Znfammenknnst der Polnischen Delegation mit der östervc-ichischen Kaufrncvnnschaft crlS Mittel zur Hebung des gegenseitigen Ber- 'tranens und hebt hervor, -daß die diplomatischen Vertreter, die Gesandten Minister Post und L a s o c k i, sich in dieser Hinsicht große Verdienste um die Forderung des beiderseitigen Verkehrs erworben haben. Pornographie oder Srrlensaniernng. Seitz kontra Seipel. Mit ebenso grobem Geschütz, wie der Bundeskanzler gegen das Wiener Rathaus auffuhr. um dem Bürgermeister Seitz in Angelegenheit des aufgehobenen Kolportagedecbotes der Zeitschrift „Er und Sie" den Standpunkt klarzumacheu, antwortete Seitz gestern im Budgetausschuß, wo das Kapitel „Soziale Verwaltung" zur Verhandlung stand. Seipel habe, wie der Bürgermeister aussiihrte, seine sittlich? Entrüstung zu einer Kapnzinade gegen die zweitstärkste Partei des Nationalrates benützt. Gewiß habe der Bürgermeister als Landeshauptmann und Ches der Schulverwaltung und der Jugendfürsorge bis zu einem gewissen Grade das Am: eines Zensors, aber gegenüber Ausschreitungen der Presse sollen administrative Maßnahmen zur Abwehr nicht getroffen werden. Dazu seien d i e ordentlichen Gerichte b e r u f e n. der § 516 des Strafgesetzes bestimmt ausdrücklich, daß etnv öffentliches Aergernis erregende Verletzung der Sittlichkeit oder Schamhaftdgifett zu bestrafen sei, und es haben daher die Staatsanwälte, die dem Bundeskanzler als dem Chef der Justizverwaltung -unterstehen, in solchen Fällen einzuschreiten und die ordentlichen Gerichte zu judizieren. Das Preßgesetz schließt eine Verfolgung durch die administrativen Behörden grundsätzlich aus; es mach: nur in einem Falle eine Ausnahme, das ist im § 12, wonach auf Antrag einer Unterrichtsbehörde oder eines Jugendamtes bestimmte Druckwerke, die durch Ausnützung der jugendlichen Triebe das sittliche Wohl der Jugend gefährden, von der Verbreitung an Personen unter 18 Jahren auszuschließen und ihr Vertrieb durch Straßenverkauf oder Zeitungsverschleiß zu untersagen sei. Ich mutzte mir die Frage vorlegen, ob es besser sei, diese Zeitschrift, die in den Tabaktrafiken ausgehäugt ist und auf der ersten Seite gewisse Bilder aufweist, die Nuditäten darstellen, gemäß § 12 zu verfolgen oder ob es nicht besser wäre, die Herausgeber zu veranlassen, daß sie solche Nuditäten im Aushängetitel überhaupt, nicht mchr bringen. Die Herausgeber haben mrr vor dem Landrsamtsdirektor ihre Bereitwilligkeit zu Protokoll gegeben, künftighin von solchen Bildern an der Spitze des Blattes abzusehen. Damit hat man hoffentlich praktisch, das erreicht, was man erreichen wollte. Sollten aber die Herausgeber des Blattes ihr Versprechen nicht halten, dann stehen noch immer alle im Gesetz, insbesondere im § 12 des Preßgesetzes vorgesehenen Mittel zu Gebote. Gegenüber diesem Sachverhalt ist es klar? daß Professor Seipel durchaus nicht ausgezogen ist, um die öffentliche Sittlichkeit oder etwa gar die Fugend vor gewissen Ausschreitungen der Presse zu schützen, sondern, wie sich aus der ganzen Rede ergibt, um den . Kulturkampf gegen eine große Partei und gegen die große Mehrheit der Wiener Bevölkerung zu eröffnen. Es gibt auch nicht ein-en Sozialdemokraten, der nicht den Mut hätte, diesen Kanchf aufzunehmen, wenn der Bundeskanzler ihn wünscht. Wir wünschen und wollen, daß unsere Jugend von allen Beeinflussungen, die ihre Sittlichkeit gefährden können, bewahrt werde, und wir haben zu diesem Zweck den § 12 des Preßgesetzes beantragt. Aber wir werden niemals d u l d e n, daß dieser Paragraph etwa dazu benützt wird, um die Preßfreiheit und die Freiheit der Literatur und Kunst überhaupt zu gefährden. der MMardenscheckbetrng an der Rationaldank. Der Hochstapler Licbergcsell verhaftet. Wie noch erinnerlich, war im Monat November ein betrug in der Höhe von einer Milliarde Kronen durch einen gefälschten Scheck bei der Nationalbank ausgeführt worden, indem der Betrüger einen auf eine Million lautenden Scheck mrch geschickte Korrektur in den Betrag von einer Milliarde unwandelte und den Betrag durch den Gehilfen des Portiers «es Grabenhotels, in dem sich der Schwindler einquartierte, «cheben ließ. Als der eigentliche Täter war Gustav Ka bat sch »erhaftet worden, bei dem eine Viertelmilliarde vorgesunden vurde. Als die beiden anderen Täter wurden Anton Wagner und der wegen Betruges bereits zu zwei Jahren Kerker verurteilt gewesene Hochstapler Gustav L i e b e r g e s e l l ermittelt. Nun wird dem Wiener Sicherheitsbureou vom V e r liner Polizeipräsidium mitgeteilt, daß Liobergesell dort verhaftet wurde. Kein Streik der kaufmännischen Angestellten. Die Lohnverhandlungen zwischen den Delegierten des Zentralvereins der kaufmännischen Angestellten und denen der Vereinigung der kaufmännischen Betriebe Wiens wurden nach langwierigen Beratungen beendet Es wurde eine ncun- bis vierzehnprozentige Erhöhung der Gehälter vereinbart. Die Beschlüsse bedürfen noch zu ihrer Gültigkeit der Genehmigung durch die Vollversammlung der beiden Organisationen, die voraussichtlich bald erfolgen wird. ReIemonstration der Mediziner unterblieben. Die Hörer der medizinischen Fakultät beabsichtigten, gestern eine Demonstration zu veranstalten, da wegen Leichenmangel der Studienbetrieb im anatomischen Institut zu stocken droht. Infolge Zusage des Bundeskanzlers Dr. Seipel, den Vertrag mit der vom Minister Schmrtz bisher protegierten Leichenbestattungsunternchmung Schmutzer überprüfen zu lassen und die Forderungen der Studenten zu erfüllen, unterblieb die Kundgebung. In der von den Studenten in einer Versammlung gestern gefaßten Resolution wird erklärt, daß die öffcrttltd>c Kundgebung vorläufig deshalb zurück gestellt wurde, weil der Bundeskanzler folgende Richtlinien anerkannt habe: 1. Die Revision der schädigenden Verträge. 2. Die Regelung der Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Ministerien für soziale Verwaltung und Unterricht. 3. Verziehung der Bundesländer zur Materialversorgung. Bundeskanzler folgende Richtlinien anerkannt habe: 1. Die Revision der schädigenden Verträge. 2. Die Regelung der Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Ministerien für soziale Verwaltung und Unterricht. 3. Verziehung der Bundesländer zur Materialversorgung. nvs bv erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners & B, Ekrenfetd, Mattersdorf Re Invaliden wollen ambulante KaffeehSnler errichten. Die Espresso-Automatengefellfchast. Die Gesellschaft, die, wie bereits mitgeteilt, Esprcsso- Kaffee-Automaten einführen will, hat sich schon mit einem Kapital von 16*Millronen gebildet. Sie heißt, wie das Amtsblatt zur „Wiener Zeitung" bekannt gibt, „Espresso- Auto m a t e n g e s e l l s ch a f t m. b. H." und wird sich mit der Verwertung der Espresso-Automaten, Kaffeemaschinen nsw. in zu diesem Zwecke errichteten festen und ambulanten Verabreich!! ngs statten befassen. Einer der beiden Geschäftsführer ist der Sekretär des Zenlralverbandes der Kriegsinvaliden. Ein Beschluß des gemeiuderätlichen Ausschusses über die Vergebung von Standplätzen besagt zwar, daß neue Stände nicht mehr bewilligt werden, doch wo es sich um 5kriegsbeschädigte handelt, werden Ausnahmen gemacht, so daß die Z u w e i s u n F von Standplätzen im Interesse der Kriegsbeschädigten g e n.e h m i g t werden dürfte, Frost. Das Wetter ist in Oesterreich heiter und kalt. Morgens herrschte starker Frost, mittags stieg die Temperatur nur wenig über null Grad. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur in Wien war in Wien unlernormal und das heutige wird noch tiefer sein. Voraussage: Heiter, kalt, vorwiegend frost. Re Lebemmtttelmstrkte. Obwohl in der Großmarkthalle gestern 19 Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen eingelangt sind, gingen die Preise für Kälber und Schweine im Großhandel der Großmarkthalle um 1006 K. und mehr pro Kilogramm in die Höhe. Auf den Geflügelmärkten sind die Preise fast für alle Arten von Geflügel um 1006 bis 2009 K. pro Kilogramm gestiegen Lebende Karpfen haben sich gleichfalls um 2000 K. pro Kilogramm verteuert und kosten bis 44.000 K. pro Kilogramm. Dagegen stellen sich Seefische bis 4000 K. pro Kilogramm billiger. Kabeljau kosteteten 14.000 K., Seelachs 12.000 K. pro Kilogramm. Die Beschickung der Grüllwarenmärkte leidet außerordentlich unter der kalten Witterung. Trotzdem gab es Gemüse, Kartoffeln, Butter und Eier in genügender Menge. Frische Eier kosten auf den Märkten 1800 bis 2000 K., für geleuchtete steirische Eier werden 2100 K. pro Stück verlangt. W i e n. 15. März. * Einberufung des zionistischen Parteirates. Das Zionistische Landeskornitee teilt mit: Sonntag den 30. d., 3 Uhl nachmittags, findet im Saale der Hakoah (AtlashoJ, 1. Bez.. Wiesingerstraße 6, die Sitzung des ordentlichen Parteirates statt. Die Delegierten, die ihrer Keren Haiessod-Pflicht nicht nachgekmnmen sind, werden aufmerksam gemacht, daß sie das Recht auf die Teilnahme am Parteirate verwirken werden, wenn sie nicht vor der Verifizierung der Mandate durch da? Parteigericht ihre Keren Hajessod-Pflicht erfüllen. * Zionistisches Lokalk"mitee. Das zionistische Lokalkomite« teilt mit: Sonntag um 11 Uhr vormittags findet eine wichtige Sitzung des Lokalkomitees statt. * Der Millionendiel'ftahl in der Zentralbank deutscher Sparsamen. Zn dem Diebstahl von 50 Millionen Kronen in der Zentralbank deutscher Sparkassen wird dem Poltteikommissrriat Innere Stadl mitgeteilt, daß noch der Tat zwei junge Leute, auf die die Personsbeschress'Uirg der zwei verdächtigen Personen pas't, die im Bankhause zur Zeit der Tat gesehen wurden, vom Antomobilstandplatz beim Opernring eine Fa'brt nach Baden angetreten haben. Die Polizei verfolgt nun diese Spur. * Rückgang der Tuberkulosesterblichkeit in Wien. Gestern hielt die Landeszentrale Wien zur Bekämpfung der Tuberknlost ihre Bollvevsammlung ab, die vom Bürgermeister Seit; begrüßt wu'de. Oberstadtphysi-kus Dr. Böhm verich cte über die Tätigkeit der Landeszentrale: Die Tuberkulviesterblichkeu ist in Wien, der Stadt der Tuberkulose, seit den Kriegssabrer in Abnahme begriffen. Im Jahre 1920 starben noch 740! Personen an Tuberkulose aller Art. Im Jahre 1921 sank dies: Zahl aus 5265, stieg wiederum im Jahre 1922 aut 5552 uvti sank im Jahre 1923 neuerdings, und zwar aus 4630. ^Dissc Zahl stell« die geringste Tuberkulosesterblichfcit sei: 1867 dar Von 10.000 Lebenden starben demnach in den angeführte» Jahnen 41. 28, 30 und 24 Personen. Es sprachen noch Professor Dr. M oll. Dr. Lazar, Nanonglrot W idho! z. Fra» Lettner und amtsführender Stad'rat Professor Tandler der darauf verwies, daß die Gemeinde Wien im Jahre 102c fast 21 Milliarden Kronen für die Bekämpfung ^ci Tuberkulös: aus ergeben hat. Auch im Jahre 1924 wird eine n-.ch weit arößere Summe verausgab^ werden. Nach der Genehmimu^ des Kassenberichtes und der Wahl des Bollznosanssthnsies 'chlos Bürgermeister Seih mit Dankesworten die Versammlung. * Ein Schmuggler von der Finanzwache erschossen^ Aus S a n e rbru n u wird uns gemeldet: Vor einigen _ Tagen mittaas bemerkte die FinanzwachpatrouWe aus M^i kitsch. best hend aus den Revisoren Gustav Lederer und 'Solomon, an der Staatsgrenze fri'che Spuren von Schmugglern, die ne bis in die Klein-Wararsdorfer Weinbewc verfolgten. Dort hielten sie die Schmuggler. acht an der Zahl, an. Diese ergriffen unter Znrücklassuna von acht Behältern mit Wein die Flacht und blieben troß wiederholten Anrufes nicht stehen, weshalb die Patrouille 13 Schuss..' nach ihnen ab gab. Hierbei wurde der .Neinhäusler Ludwig Zwitkowitz ans Klein-Warasdori durch einen Schuß sehr schwer verlebt und blieb am Platze liegen. Er wurde nach Anlegung eines Notvevbandes durch ein? Gendarmeviepatro-uille nach Klein-Warasdorf in feine Wohnung überführt, ist aber während des Transportes gestorben. * Ungarische Grenzsoldaten. Aus S a n e r b r u n n wird uns unterm 12. d. berichtet: Erst jetzt wird die Nachricht von unerhörten Uebergriffen ungarischer Grenzsoldaten bekannt, die sich folgendermaßen abspi lten. Am^ 29. Fobrnar waren fünf Burschen aus St. Kaihrein, die Landtvirtesöhnc Johann und Joses Schneider, Paul und Ignaz Csonos i t s und Stephan W a l l n e r, in Steinamanger beim Großgrundbesitzer Jvnö Geist, um von diesem einen Baum nn Kathreiner Walde zum Blockziehen zu erbitten. Als sie bei der Rückkehr zu der an der Straße Pernan-Höll ansg-stellten Wachhütte des ungarischen Grenrpostens kamen, hielt sie der lmgarische Zugssührrer Joses In ha cs an nnd fragte sie, was sie m Sleinamanger geuracht haben. Ohne faden Anlaß begann er, sie K o m m u n i st e n und Spione zu beschimpfen und sie mit dem Gewehrkolben zu'stoßen und zu schlagen. Dann triob er die Burschen in die dlbteilnugskauzlei in Pernau und übergab sie d'nr Zngsführer S a m s o n. Während Juhacs den Abteilungskommandanten, Oberleutnant Pohl, holte, schärfte Samson dem blutig geschlagenen Joses Schneider ein, daß er vor dem Oberlentnartt sagen müsse, er sei gefallen. Als vor Obirleutnentt nun .den Schneider tatsächlich fragte und dieser schwieg, sagte der Bruder des Verletzten, daß Jnhacs ihn mit dem Gewehrkoliben geschlagen habe. Daraufhin sprang dcr Oberlsntnant Pohl auf Johann Schneider zu und ohrfeigte ihn. Wahrend sich der Offizier für einen Moment entfernte, urißhandelte Juhacs den Johann Schneider mit dem Gewehrkol-ben. Die fünf Burschen wurden nach Steinamauger überstM, wo sie der Stuhlrichter wegen unbefugt,en Grenzübertrittes zu drei Tagen Arrest und zu je 20.000 ung. K. Geldstrafe verurteilte. Sie mußten aber vier Tagen sitzen und wurde:: dann durch zwar Gendarmen der österreichischen Zollwache übergeben. 9 Ein polnischer Offizier schießt aus einen Inden. Aus Lemberg wird uns berichtet: Der Parketienfabrikant Adolf L i n s k e r aus Zkoczow wurde, als er im Zuge Lemberg—Podwoloczyska den von Passagieren gefüllten Gang passierte, um in sein Maggonabteil zu gelangen, von o'nvem Leuttrant mit den Worten angehalten: „Wenn wir stehen können, kairirst du auch stehen." Als er sich diese Redeweise verbat, rief ihn: der Leutnant zu: „Halt's Maul. Jud!" Linsker erwiderte, der Leutnant scheine der Ansicht zu sein, daß er einen Rekr-ute»r vor sich habe. Daraufhin versetzte ihm dieser eine Ohrfeige, die Linsker mit gleich?r Münze quittierte. Der Leutnant zog seinen Revolver und s ä) oß auf Linsker. . Dieser wurde durch euren Bauchschuß schwer verwundet. Die polnischen Blätter verdrehen den Tatbestand in ihren Berichten so, als ob der Inda den Leutnant attackiert hätte. Von einer Untersuchung ist nichtsbekannt geworden. * Neue jüdische Frauenorganisationen. In Saloniki ist, wie I- T. A. borichtet, soeben der erste jüdische Frauenverband unter den sephard isch en Juden gegründet worden. Der Verband trägt den Romen Jüdische Frauenliga in Griechenland. — In Czer-nowitz erfolgte die Gründung einer Landesorganffation zionistischer Frauen der Bukowina, die in allen Städten Lokalkomrtees einrichtet. * Räubertransvestiten. Wie Universal Telegraph Agency meldet, hat. eine Affäre, welche die New-Forker Sicheryeiisbehörden durch Wochen in Atem hielt, eine sensationelle Aufklärung gefunden. Es handelt sich um den weiblichen Banditen „Die schöne Helena von New-Dork". Eine schv"e, junge Frau mit charaktcristischenl blmrden Lockenkopf erschien wiederholt überraschend in ihrem Auto vor Geschäften, trat mit ihren! Chauffeur in das Lokal und zwang mit vorgehaltenem Rvolver die Anwesenden, die Hände hockzühatten, worauf ihr Komplice die Kassen und die anwesenden Personen ausraubtc. Zuletzt waren 150 Detektivs von der Polizei rn Brooklyn aufgebotcn, um des. weiblichen Banditen habhaft zu werden. Es gelang bei einem Uebersall, die beiden fcstzunehmen. Zur allgemeinen Ueberraschung entpuppte sich die Frau als ein Student der Hochschule von Brooklyn namens Elarence Wilson und sein Komplice als ein zweiter HochichÄer namens Fitz-Martin.