Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1825 (15.3.1924)
- Date
- 1924-03-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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41 Wien; Zorn Abholen In der Expedition, Tl^Tahorstr. 1-3, oder meine» Verschleißteile (Trafikt monatl. K 35.000 Strassen verkant m Wien durch die Kolporteure der Firma OoId^chnnedt.I.Bez,, Wollrells 11. Mit Postversand für Wien n. Oeaterr. monatl. K 35.000 Tfehecho-Slowakei: Mon. K 13. fn<roslaw*en: Mon, Dinar 60. Po len: Mon. 3*/* Zloty, Deutschland Mon Gold mark 4, F r a n h r., Belgien* Mon. Frc». 12 UW* NtthtihiDPten '•41 bei Preiperhöhnnrea wW»atte* Wiener Po’en:poIn.Mk 350-001 Italien: Monat!. 12 I .ire Rumänien '^on. 1301 ei Bulgarien Mon. p0 I.ewa Schweiz und das uhrijjf Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion ». Administration Wien,!I„ Tabnrstrasse 1 —3 rnitlHWWfWWIW.lPP.W)m^>»*ro4P.irfr[iiB|Wii|||| III^I ||MW|p|i|p|ii|i ||||| 1,11,111 piipinipm. mmp Wr. 1825 Wien, enmstoa, 15. Mn 1934 Telenhone: 44*0.3«,43-3-19, ah 6 Uhr abds. 19-483,25-282 Tel.- Adr.^Morgenzeitung* Wien Oesterreichisches Postspar? kassen-^onto Nr. 150.698 6. Kahrgans Sie Reichstagswahlen am 4. Mai. Beginn des Wahlkampfes. — Ne kandidierenden Parteien. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 14. Mäig. Der Reichspräsident Hat heute ömch eine Verordnung auf Grund des § 6 des Reichswahlgesehes die Haupt wähl zum Reichstag für den 4. Mai angefetzt. Wegen der Durchführung der Wahlen und der Sicherstellung der Wahlfrei heit im besetzten Gebiet find sofort die nötigen diplomatischen Maßnahmen elngeleitet worden. Zum Reichswahlleiter ist der geschastsführende Präsident des statistischen Ne'chsamtcs, Ministerialrat Professor Dr. Wagemann, ernannt worden. * Berlin, 14. März. Mit der Ausschreibung des Wahltermins ist die Wahlkampagne eingeleitet worden. An dem Ringen um die Mandate beteiligen sich nicht nur vollzählig die bisherigen Parteien des Reichstages, sondern es versuchen auch zahlreiche Gruppen und Grüppchen, ihre Sonderintevessrn durch Kandidaten für die Reichstags- Wahlen vertraten zu lassen. V"n rechts nach links im heutigen Reichstag beteiligen sich auch a,n den Wahlkampagne: die D e u t s ch v ö l k i s ch e n, die bisher drei Mandate rnne hatten und mindestens 50 zu erreichen hoffen, die Deutsch nationalen, von denen man Hort, daß sie in gleicher Stärke wiederzukommen hoffen, die deutsche Volks Partei, die vielleicht das Schicksal erfährt,- im Wahlkampf durch die ans ihren Reihen neu gebildete national liberale Partei "behindert zu werden,, ferner das Z e n t r u m. die bayris che Völk sp a x t c t„ der bayrische Bauernb u n d. die Hannoveraner. die Demokraten und die stark zersplitterten sozialistischen Gruppen, unter . ihnen vor allem die vereinigte sozialdemokratische Partei, dann auch die beinahe schon in Vergessenheit geratene unabhängige Partei und die'kommunistische Partei, die ebenso wie die deutschvölkisch'e Freiheitspartei mit den größten Hoffnungen in den Kampf zieht. Auch die aus der unabhängigen Partei vor kurzem ausgeschlossenen Abgeordneten Ledebour und Weg mann werden separat versuchen, ihren Platz im nächsten Reichstag wieder einzunehmen. Die wollen für eine ganze Reihe unzufriedener Unabhängiger ein Sondergrnppe bilden, die der offiziellen uliabhängigen Partei Konkurrenz machen soll. Als neue Partei sind bei den letzten Wahlen in Mecklenburg bereits die Republikaner in Erscheinung getreten. Zu ihnen stößt in Berlin eine Partei der Arbeitnehmc r, die von bestimmten Gewerkschaftsleuten geführt wird. Dazu kommen nun noch die zahlreichen kleineren Gruppen, die bereits bei den Wahlen zu dem aufgelösten Reichstag in Erscheinung getreten sind, aber nicht dnrchdvingen konnten. So werden auftreten: die Mittelständler, die Wirtschaftsparteiler, christlichseziale und deutschnatiouale Gruppen. Auch die Pol e u werden, soweit sie noch im Rahmen der Deutschen Reiches leben, versuchen, ihre Interessen durch Aufstellung eines Kandidaten für den Reichstag wahvznnehmen. Gründung einer separntiitisch-reakiionSren bayrischen Arbeitsgemeinschaft. München, 14. Marz. Anläßlich der bevorstehenden Wahlen haben sich die bayrische Mittelpartei, die bayrische Volkspartei, die nationalliberale Landespartei Bayerns, eine Reihe vaterländischer ^Verbände, darunter der Ausschuß deutschnationaler Industrieller; der bayrische Mx bayrische christliche Bauernverein uüd'mehrccökatholsschc' Vereine zu einer Arbeitsgemeinschaft aus folgender Grundlage gemeinsam den Kämpf zu führen, zusammengeschlosstn: Volksentscheid, Reichsgedanke auf föderalrst iischer Grundlage, Rückgewinnung der bundesftaaLli chen Rechte Bayerns, deutsches Volkstum aus christlicher Slaatsgrundlage, gerechte Bewertung der Arbeit, Wiedergewinnung der Wehrhaftigkeit nnd Erhaltung des monarchistischen Gedankens, Erhaltung einer bodenständigen Kultur nnd des Mittelstandes, Kampf gegen eine neue Inflation sowie gegen den Internationalismus. . Französische Kmmrmkmhlen noch vor ßnde Mai. Der Senat billigt Pviueares Außenpolitik. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung^.) Paris, 14. März. Ter Senat hat heute vormittags hie Verhandlung der finanziellen G.setzentiwürfe fortgesetzt. Sämtliche Redner, selbst jene, die an den vorgeschlagenen Maßnahmen Kritik übten, billigten die auswärtige Politik des. Ministerpräsidenten. In der Nachm: ttagssitzmig des Senats wurde die Generaldebatte über die Finanzgesetze zu Ende geführt. Der ehemalige Jinanzminister D o u m e r, der die Finanzpolitik der Regierung kritisierte, sprach sich, obgleich er Fraktionsgeirosfe Poincares ist, gegen das Ermächtlgnngsgesetz aus. Ministerpräsident P o i n c a r e erklärte auf eine Anfrage de Iouven els, daß vor Ende Mai allgemeine Wahlen stattfinden würden, und fügte hinzu, daß die Regierung bereits erklärt habe, daß es et ne unerträgliche Verletzung des Grund atzes des allgemeinen Wahlrechtes wäre, wenn man die Mandatsdauer einer gewählten Versammlung verlängern würde. Senator de Jouvenel erklärte unter dem Beifall des Hauses: Der Franken ist immer gestiegen, wenn der Friede gesichert war, und er ist immer gefallen, wenn man den Frieden, gefährdet glaubte, und richtet schließlich an den Ministerpräsidenten den Appell: „E r w c ick e r n Sie Ihren Horizont, Herr Ministerpräsident! U n > e r st ü tz e n S i e den Völkerbund, der uns allein eine dauernde Lösung aller entscheidenden Fragen bringen kann. Ergreifen Sie die Initiative zu Verhandlungen!" Hierauf wurde die Abhalinng einer Nachlfitzung beschlossen. Pmim-Veilase fcet „SBiettet Morsenzeitung". Die Gefamtaustage unseres heutigen Blattes enthalt. die mehrfach angekiindigte Purim-Beilage, „Hamans Flucht", ein Spiel Itt fünf Bildern von Sammy Gronemann. Ae Konservativen für Mar Donald. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 13. März. Das Unterhaus hat eine zum Heeresvoran'ch'ag eingebrachtc Resolution betreffend die O s f i z i c r s p e n s i o n e n mit 220 gegen 201 Stimmen ab ge lehnt. Mehrere Mitglieder der Arbeite rpa ct e i stimmten gegen die Negierung, doch entging diese dank der Unterstützung der Konservativen einer zweiten Niederlage. Der Pavst ersucht Mac Donald nm Fnterdmtion in Morkan. London, 14. März. (Tol. der „Wiener Morgenzeituug".) In politischen Kreisen verlautet, daß der Papst Ramsay Mac Donald ersucht habe, bei der Sowsetvegievung zu intervenieren, um die Freilassung des Erzbischofs von Petersburg, S z c p l a k, zu erwirken. Der mesopotanilsche JuftlzmIMer ermordet. London, 14. März. (Reuter ) Die Blätter veröffentlichen eine telegraphische Meldung aus A n g o r ci, wonach der Justizminister im mesopmamischen Kabinett Tansik Pascha e rmordet worden sei. Die deutsche Republik. —Wien. 16. Marz. Der wirre Parteilärm, mit dem die deutsche Presse die Auflösung des Reichstages aufmmmt, läßt den Unterton des unbehaglichen Gefühls deutlich heraustreten. Trotz aller Ankündigungen lebte doch in den Herren der Volksvertreter die leise Hoffnung, daß die Regierung das Anflösungsdekret in der Mappe behalten nnd das natürliche Ende des Reichstages abwarten werde. Mer die Situation war für die endgültige Entscheidung über die Ermächtigungsgesetze reif geworden und die Regierung wagte nicht, es in dem gegenwärtigen heiklen Stadium der außenpolitischen Verhandlungen auf ein Mißtrauensvotum ankommen zu lassen. Die Demission des Reichskabinetts wäre die nächste Notwendigkeit gewesen und das demokratisch-republikanische Deutschland hat seine Reserve an regierungsfähigen Persönlichkeiten fast schon aufgezehrt. Auch das Kabinett Marx war unter schweren Wehen zustandegekommen und man wäre jetzt vor der unmöglichen Ausgabe gestanden, die große Koalition vom Zentrum bis zur Sozialdemokratie neu einzurichten. Die Reichsregierung entschied sich, einer Abstimmung zuvorzukommen und vor die Wähler zu gehen. Sie tat dies im Einvernehmen mit den großen Parteien, dem Zentrum, der Bolksportei und den Sozialdemokraten, die alle trüben Auges ihre Zustimmung geben mußten, da sie nun einmal die Genevalvollmachtverlängerung nicht auf sich nehmen konnten. Die legale Diktatur wollten sie nicht bewilligen; vielleicht wäre die Folge eines Mißtrauensvotums die illegale Diktatur, das im Hitler-Prozeß so stark erwähnte nationale DlrÄLVrinm, gewesen.' In diesem Dilemma gab die Ausschreibung der Neuwahlen als das kleinste Uebel den Ausschlag. ■ Die Prognosen für den Ausfall der Wahlen, die am 4. Mai stattfinden' werden, lauten übereinstimmend auf eine Stärkung der extremen Parteien, wobei in der Schätzung die Nationalisten und Kommunisten fast gleich abschneiden. Bei Wahlen ist freilich jede Voraussage ein gewagtes Unternehmen. Aber die Einheitlichkeit der Auffassung ist doch eine auffällige Erscheinung. Sie zeigt, daß die Anhänger der demokratischen Republik sich sehr schwach fühlen und daß sie ohne Elan in den I Kampf gehen. Sie haben das Vertrauen zu ihrer Sache verloren und -glauben, das Abwandern ihrer Wähler nicht mehr hindern zu können. Die Arbeit dieser Parteien ist schon seit der Verschärfung des Reparationskonfliktes, die unmittelbar nach der Ermordung Rathenaus einsetzte, von einem unheilvollen Fatalisnms beherrscht und sie haben keinen ernsten Versuch zur Verteidigung der Aepublik unternommen. Sie sind über Proteste nicht hinweggekommen und den Ankündigungen des schärfsten Kampfes gegen den Weißen Terror folgte stets nur eine gesteigerte Aktivität der Offiziere und Zeitfreiwilligen, die wußten, daß ihnen kein Willen und keine Macht gegenüberstand. Die Republik mußte sich in den Schutz des Belagerungszustandes retten und sie vertraute sich dem General Seeckt an, der in sehr kritischer Zeit, in den Tagen der bayrischen Meuterei, sich höchst zweideutig benahm. In dem Münchener Prozeß sind Mitteilungen über seine direkten Verhandlungen mit den Putschisten gemacht worden, die aber durch den Vorsitzenden am Ausreisen verhindert wurden. Das Gesetz zum Schutze der Republik wurde langsam zu einem lächerlichen Fetzen Papier, den die Rechtsrcaktion zerriß, zumal sie ja in solchen Dingen llebnng hat. Gegen sie organisierten die Kommunisten ihre bewaffneten Schutzverbände. Zwischen dem Terror von rechts und dem von links schwankten die Parteien, verzettelten ihre Zeit nnd schließlich die Geduld des Volkes. Der Münchener Putsch, der d'.e organisatorische und politische Unfähigkeit der Vatessändler genau so wie der Kapp-Streich enthüllte, schien die Lethargie zu bannen. Aber m den hohen Reichsämtern faßen die Freunde und-Hintermänner der Verschwörung und sie sorgten durch einen weise ersonnenen Abbau der Revolution^ beamten dafür, daß nichts geschah. In ihren Händen liegt die tatsächliche Macht, die sie jetzt auf das Votum der Volksmehrheit zu stützen hoffen. Gelingt ihnen dies — und es hat ganz den Anse ein —, dann werden si< sich auf dem rnnerpolitischen Gebiet so ausznleben ver Damenwäsche Englische Stoffe für Herrenu. Dimenkl* 5der, Jacken u. Jumper aus Wo.ie u. Seide, Regenmäntel u Textilwaren', alles erstklassig «. billigst im Warenhaus Akf Schiffmann!!., Taborstraüe 48 Tetenhon 47-1-79 En gros En delaü