Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1824 (14.3.1924)
- Date
- 1924-03-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite G Wteirei» e^*e1tnnq Nr. 1884 Dien, fti.iwg ^traßenverkauf oder Zei, tunasyersch! -? ißer überhaupt untorsagt. Im R e k u r S w e g e hat der Herr D ü i fl < t m c i* ftct alS Landeshauptmann diese 'Verfügung aufgehoben, so daß der Vertrieb dieser Wochenschrift nunmehr an keinerlei Beschränkung gebunden ist. Bundeskanzler Tr. Seipel, der von dieser Verfügung lX'ö Herrn Seih schon geraume Zen Krurrtms Ixittcj nahm vorgestern in einer christlichsozialen Versammlung Gelegenheit, wogendem Stattgebung dc« Rekurses V.^nr des höchsten Tadels auszujprechen. Es tvcrde eine einige Fror« hcrgestell» werden müssen, da ndkm einen großen Kampf mit beit Sozialdemokraten "ch schon jetzt vorbereiren selxe. Bei diesem Kampf handelt es sich um die Gesundung der Seelen. Ans den verschiedenen Grftllschaftsschichten, nicht nur aus den katholischen Kreisen, kommen mir Zuschriften zu. in denen über die Schweinerei i« Zeitschriften ustv. lebhafte ÄKkc geführt wird. Die Polizei verbiete: die Verbreitung derartiger Schmntzjchriften und die lllnffichrung deranigor Theaterstücke, aber b«uut wird n o n b? n ■^ct’.'tu l m Rathaus ein jedes s o lch c s E : ns ch r e i« ren wieder aufgehoben. Man will das Volk verderben, man will es moralisch zugrunde richten, man will mir der letzten Wuryel ansrortcn, was in der Bevölkerung an Sitte und Anstand — von Religiosität gar nicht zu reden — noch drirmen ist. Das ist aber der Punkt, wo w i r C b r i >t l i ch s o z: a l e n am a llerernpfindlichsten sind. Und :ch, der so wnttg sür den wilden Krieg unter den Parteien ttr. muß sagen: Da gibt es eine Grenze und über diese hinaus können wir nicht zuschauen. Es, bleibt gar nichts anderer übrig, als daß jeder Wiener und jede Wienerin, die nickt im ärgsten Schmutz ihre Freude finbcn und ft!bst schon im Versinken im Sumpf sind, schließlich sagen: Jetzt alle anderen Fragen beift iw gc schoben, jede Klassen frage, jede Srandcssrage und jede 'Geldfrage; e i n e P a r r e. i i m R a r h a u S. d i e e! w a s d e rartiges schützt und tl u t e r st ü tz btt u n s > c m Wiener Boden nichts zu suche n. Die Aufregung Dr. Seipels erschein! o rilgermaßcn umangebrachk, da dock dre Möglichkeit b'stchr, pornographische Druckwerke durch deu Pressestaatsanroa-lr, dessen Aufgabe dies sic. heschlagnalpueu zu lassen, ja sogar. die Veriioer derartiger Schwx'inereren vor- Gericht zu zitieren. 8!« verwegener ZV-UMionen-LIetstnhl. bi.'stern mittags wurde im Kassenramn der Zeutrchibank dü-utscher Sparkassen am Hof ein kührrcr Diebstahl voll rühr:. Dem Täler freien 50 Millionen in die .Hände, die der Skonttst Kurt 2: e i n Hauser der Darenkomm iss ions A.-G. in der Wisaberhstraße kurz vorher beim Schalter behoben hatte. Steinhäuser zählrc das Geld auf einem Putte nach, das vor cruem Pfeiler stand. Er harte die BanÄwten bereits sortiert, a:s plöniich ein Herr auf ihm zutra-r und ihn darauf aufmerksam machte, daß ihm anscheinend zwei 10.000-Kronen-Noten auf den Boden gefallen seien. Dtemhaufer bückte sich unter das Pult und hob die Banknoten auf, die, wie er erkannte, gar -nicht ihur fehlten. Au seinem Schrecken war ein Bankuo-tenbiündel von 100 Stück öOOOOO-Kronen--Noren dom Pult« verschwunden. Derm-uvlich hat nicht der Mann, der den Dkontilten auftnrrksan; machte, das Geld gesto-hlcn, sondern «in Kolnplice, der wahrscheinlich hinter dem Pfeiler verborgen roarrere. Dia polizEchen Erhebungen stellten fest, daß in dem K«sfentaum zur kritischen Zei: ein Mann ausgefallen war, der -?ine Z'.garett« rauchte. Er wird beschrieben als zirka 35 bis Jahre ad, mittelgroß, mir dunklem Dintcrrock mit Pelzkragen, st-usem Hur und dunklen Haaren. Die deutsche Sprache gebrauch ft er mit fremdländischem Mzcnt. Die Nachforlschningen 'ocrdcn eifrig sorigeftrhrt. Wien, H. März 1924. Probevvrtrage. Heute um 6 Uhr abends und morgen m halb 9 Uhr vormittags finden im großen LcopoldstÄtter Tempel, 2. Bep, Tempelgasse 0, Probevorträge de? Herrn Kantors Rafael R n w i n s k y statt. * Tod im Bezirksgericht. Gestern vormittags stürzte der Kaufmann Ignaz Schlirrer, Dlmdengasse 33,' im Bezirks- ^richr in der Schiffamtsgasie anläßlich des Besuches seines dort in Haft befindlichen Sohnes infolge Herrsch! ages bcN'ttßtlos zusammen und verschied bald daruf. * Capablanka erkrankt. C o p a b l a n k a ist, wie aus Newfjork gemeldet wird, an Influenza erkrankt. Es ist zweifelhaft, ob «r ick.nc Meisterschaft bei dem bevorstehenden Schachturnier verteidigen wird. * Rabbi Castro in Tunis tödlich verunglückt. An den Folgen de: bei einem Autounfall erhcrnen-en Verletzungen starb der frühere Vorsitzende der jüdischen Gemeinde von Tunis, Rabbi Abraham Castro, der sich nur die jüdischen Inslitn'tionen in Tunis sehr verdient gemacht hat. Rabbi Castro ist Verfasser einer Anzahl gelehrter Werke und hat auch ein jüdisches Wörter b u ch hercnrsaegeben. (I. T. A.) * „Jüdische Wochenschrift." Die nächste Nummer der .Jüdischen Wochenschrift" erscheint am Mittwoch den 16. d. als P u t i m - Doppelnummer. Aus diesem Grunde entfällt Ke dicswöchige Ausgabe des Blattes. - Tonzinstitut Hermann Braun, 14.Bez.,Reindorfaofl>' 43. (Entgeltl'.ch.) Berrme, Aortröge und Versammlungen. Freie Bereinigung für technische Volksbildung. Samstag. '/,5 Uhr. im Elektrotechnischen Institut der Technischen Hochschule, Hörlaa! ttl, 4. Be,.. Gußbausüraste 2b, „Sägeindustrie in Oesterreich" von Hoftat Professor I. Marchet. — H e b r a i s ch e r K l >r b, 1 5. B e z., herklotzgasse 2 1. Morgen, präzise 8 Uhr abends, Vortrag Ungarfeld. Hebräisch Sprechende willkommen! Hebräische Leitungen des gesamten Auslandes liegen i'.n Klubzimmer auf. — Z t o u i st i s ch e B e z i r k S s e k r t ' - D Ü b l i n g. Montag den 17. d., '/g9 Uhr abends, im Ec blingrrhof, 19. l^ez., Zillrockstraße, findet ein Vortrag des Vrofessors Wilhelm Stein über „Volkstum, Rasse und ftzud!.,st-?t^ L e o p o l d st ä d t t r 23 o l f!s i> t i nt, 2. Bez., Zirkusjasie 48. Beginn der Sommerhalvjahres mit folgenden Kursen r k Uhr: 9mht> Atztt, B«fa8»us<« k«e «wchäischeu Lt«chm, Nittelluvse« am dem PubMvm ParfTsmerie „LORR/lIM^ Savonnerie Führende Marken: Eau de Colognc Russe E»u de Coloffne Chypre Cre.ne Lorgnon Crfme Loriffnon* Chypre Lorrain-Tollctteseil'e, ßadeseife, Speikseife Alltlnersearer der C A (S ATf\ A** R«^ier»ellen in Stangen bestbekannteti ntlli1! und Würfel* Wien, XX Taborstrasse Nr. 98 Kaisertum und Papsttum, DaS Märcken irr der Weliliteratur, Bildende Kunst des Altertums mit Urbunoen. Harmonielehre, Emtwicklungöoeschschte des Menschen, Französisch, Psychologische Lektüre. Algebra M. H Uhr: Angewandte Harmonielehre. Unser Milchstrastensvsiem, Bausteine der menschlichen Körpers, Englisch für Anfänger. Technisches Museum. SamStag. 3 Uhr nachmittags, Fühnrnqs'wrtraq von Vorstand Ingenieur E. Stelzer r „Die moderne Popierrrreuaung". Sonntag. 19 Ubr vonnittagtz, im grasten Hörsaal Lichtbiloervortraq von Kustos Ingenieur A. Doroevic: „Die Radio-Groststation". t- Dir Beschlüsse des 13. Ziorristentsngresfes. in einer Broschüre zusammengefastt, in deutscher und hebräiiaftr Sprache, sind beim Zionistischen LcmLeSkomiter, 2. Be?., Tnborstraste 20 n, zu baden. Ji!m des Jüdischen Nationalsouds. Der vrclnt ,.D a s n e n e j ü d i s ch r Palästina" wird am Sonntag den 16. d., 10 Ubr vormittags, im Zentnrlkino. 2. Bez., Todorstraste Nr. 8, aufgefübrt. Einleitender Vortrag: Dr. Ebaim Tartakower Karten von 5000 K. bis 15.000 K. beim Jüdischen NkliionalfondS, 2. Bez., Zirkusgo.fle 85:, täglich mit Ausnahme von SamSrag von 6 bis 5 Ulr und bei der Zionistischen Bezirkstekiion Prater, täglich von Hft8 Ubr bis '/,10 Ubr abends, mit Ausnahme von ilsiittwock rmd Sarnstag. Mkine und Kunst. Französische Impressionisten in Men. Eine kleine Kollektion bet Würthle. Sonderbar, daß die ganz große Kunst nach Ablaus einer verlsÄtnismäßlg kurzen Zcü aus den: Rahmen der kmrsthistorischen EinschachieUmg hersuSsPringt r'.nd sie manchmal sogar Lügen straft? Was har dcnspktSw.ttft R e n o r r tz ^Dame in Rot" und Courbets „Steinftopfcr" iwch mr: Impressionismus zu ran? Was Coroes — nebenbei dem^rkt — schwächlich gerarcne zwei Kanchagnailandschafren odcr gar Toulouse-Lautrecs Pastestzcichrurargen oder Far M'a n c t s ,/P.re Lathuille" mit den Schl-agtvöwern, die Paris in den Achtzigerjahren über T-surschland geschüttet hatte? Dein Auge, das sich die Mühe asnammen hatte, die Entwicklung der modernen Malerei sich scsW Ztl demonstrieren, bietet sich nichts aufregend Neues. Daß eine ssteihe mitLleure>pä?scher Maler ein halbes Jahrhundert Malerei verschlafen hat, ist ein anderes Kapitel WaS die kleine AnÄvahl dei W ü r t h k e präsentiert, sind Typen, nicht sehr charafterilstisch: demr die klastischen Werke der ftcmzösischen Jnipv'stionistenepoche lasten sich aus degrerflichen Gründen nicht Hieherbringen. Aber ftl'bst das Wenige und Zweitrangige zeugt von eurer außerovdercklichen Kultur, läßt bravouröses HandgÄenkSmalen erkennen: der Franzose mtflt durchs Auge. DaS grübftri>sck-e, gedankliche Element, daS die deutsche Malerei derselben Epoche zu. über-' wuchern scheint, ist vollständig außgeschalr«. Lunftmstik hat Kr<orrstischeS verdrängt. Auch das graphische Werk (18 Blatter von Manet, Matisse, Renoir, Milet, Corot, Pistaro, Gauguin, Rodm, Earriere, Guys) gefällt sich in Bravour ohne jene Diese, die den deutschen und nordischen Graphiker auSzeichnet, drei Blätter von Delacroix ernüchternd akademisch, hingegen blend.nü eine Federzeichnung von Theodor Rousseau, besten vibrierender Strich die gute Barbizoner Schule erkennen läßt. Stikbildeivd und noch immer jung P-ilsaros farbenzcvlegcnde S-lrichrupftechnick im großen Landschastsbild rmd im Aquarell, rasfinirrtz-primitw Radi ns fiemiirrte Bleitstifttzeichnungcn, vcrafter und enttäuschend orruge Pinsel- Zeichnungen. Im übrigen eine Quelle, aus der man überall, wo man. Sehnsucht nach malerischer Kultur HMe, vier Ja-hMhuer geschöpft hcrt. Und es ist mch-: daß rem Mai!« rische, das uns diese Epm!)c wert rnacht, sondern die kiirrstterstche Revoftttion, deren erste Tafte von den srauzosis<j>en Impressionisten gespieft rvutzden. Oskar Rosen selb. Elisabetb Berarrer am Raimund-Theater. Ciisabech Bergner hat rh-e Vervslichtungen gegenüber dem Derttscheu Volksi'fcm auf gütlichem Vene gelöst und wird vom 22. April bis 15. Mai am Raimnud-Tbea'er aastieren. linier anderem wird dir Künstlerin Fräulvin Julie und die weibliche Hauptrolle in „Je t'aime" spielen. StrindbergS ..Erich der Vierzehnte" im Volkstheater. Tie Pvemiere dieser Historie, von Strindberg findet Sam?raq den 22. d. statt. Die Regie sühn Direktor Bernau. Dft Hauptrollen spielen Foldhannn-er und Forest. Friedrich E. Koch har eine drrialiigc Oper „Die Himmelsschule" vollendet. Das Buch, «'ne altkaihnlstche Legende. behandelt eine Dorfgeschichte aus der hohen Eifel. Tos den Theaiern. Burgtheater. Morgen um 7 Uhr „F a l ch i n ft“. Wegen Erkrankung der Frau Wilbrandi-BaudiuS gelangt Sonntag nachmittags statt „R a t h a n d e r W e i s e“ Grillparzers „Weh dem, der lüg t" zur Ausführung. Akademiethcater. Wegen Erkrankung der Frau W i l b r a u d t beute statt „Die F a h r t t n 8 B l a u e“ ,2)et Raub der S a b i n e r i n n r n". Morgen um f Hz8 Uhr „D i e kleine Konditorei“. V o l k 8 o p t t. Heute „L o h e n tz r i Morgen (Samstag) „A i d a". D e u l l ch e tz V o l k s i h e o 11 r. Die heutige Aufführung der .Ätnnödie o x a V4 von Ludwig X t) n tn a mit Dr. Smhalf Tyrr> lr als Stadtral Beermann besinnt um 7 Wv. 14. Mürz 1924 K a m ui e r i p i e l e. Für Donnerstag den 27. d. um 10 Ulir abends wird die erste der vier geschossenen Vorstellungen von Webekinds ,S o n n e n s p e 11 r « nt" vorbereitet. Dieses Werk, das bisher nur in Berlin zur Aufführung gelangte, wird von Ralvh Artur NoberrS inszeniert, der selbst: den Eoban spielt. Das Schneew'ttchen wird von Maria O r s k r dargestellt. Vorder wird Wedekinds „Der Kammersänger" gegeben. Einladungen zu allen vier Abenden sind in begrenzter Anzahl tägttÄ in der Kanzlei der Kamnlrrspiele erhältlich. Raimund-Theater. Die heute stattstnderlde Erstauffübrunq des Schauspiels „Michael Kramer" von Gerbart Hauptmann, mit Eugen K l ö p f e r in ber Titelrolle, beginnt pünktlich um 7 Ubr. Morgen um S Uhr nachmittaggeht als Schülervorstellung bei kleinen Preisen Grillparzers Trauerspiel „S a p p h o" in Szene. B ü r g e r t h e a t e r. In der Sonntag um 3 Nhr nachmittags stattfindenden Anffühnmq von Ferdinand Bonns Schm,, spiel „Der junge Fritz" spielt Hans Marr die <, Wilhelm Klitsch innegehabte Rolle August biZ Stark«. Gerichtssaal. 6in ReNglonsstreit. Aus Naqb wird uns berichtet: Vor eimgen Tagen fand hier vor dem EtrafgerichrShof die Hauptverhandluwg in einem (Hveubeleidigun.gäprozeß statt, in welchem es siö) um die Äirei'!- ftagc handelre, wel^c Rsligian die werivovkre sei, die römischkatholische oder die protestantische. Ter Streit war zwischen dem Kurator des evangelischen Kircheudisirrfts von Raab. Dr. Juliutz Fische r, und dem kcrcholischrn Pfarrer dau Bagyog, Julius N a g Y, auöigobrocheu;md ar:elc daun in gegenseit igelt Besch impsiurgen in der Raaber Presse aus. Beide Parteien dehaupveterr, daß ihre Religio« die wertvollere sei unv trotzdem von den Vmrerern der anderen Religion herabgewürdrgt werde. Kuvawr Dr. F i s ch e t warf überdies den Vertretern der katholischen Krvche Fanatismus, Jruoleranz mtd bewllßte Stövimg des konfessionellen FricdniS vor. Als Pfarrer Nagh in einem der vielen Artikel dem Dr. Fischer vorchielt. daß er den Weg der Rechtlichkeit verlassen habe, klagte dieser seinen Beleidiger, worauf Pfarrer Nagn die Gegenklage eiwbrachte. Der Richter versuchte vergeblich, borde Paneien zu emom AuSgfleich zu veranlassen ivnL berief sich hierbei auf die Lehren des Stifters der rlmistlichen Religion, der die Siebe ver>Wn>dct habe, aber sowohl der Protestant als auch der Kcvcholl? le-hnien jede Ehvenerklärrnrg ab. Der katholische Pfarrer erklärte, daß der Gefühilsinhalt der protestantischen Glaubenslehre nichts anderes sei, als der Rsi>d über die Erfolge der Äathobrken. der Haß und die Hetze geger: den Aatholizismus. Die Protestanten b'ifcxn eine gegenseitige Versorgumgsgesellschaft, protegieren ern-ander in die bestbezahlten Positionen und verderben U ngarn und die ungarische Rasse schon seit '.nehrereir Jahrhunderten. Der Proiestant wieder wies nach, daß der Katholizismus gegen jeden anderen Glauben mtduldsanr und fanatisch vorgchtz) -nrd jede aridere Konftstion herabseye. Nach den Plaidopers des öffentlichen Anklägers uard der Ber leidiger fand das Gericht beide Angerlagtr der Ehrenb^leidigmeg schiüdia und verurieHlra den katholischen GeMchen Julvus Nagy <zu einer Geldstrafe von 600.000 K. und den prorchianttschen Kurator zu einer Geldstrafe von M0-000 Kurrd bcioe Zur BeröffenÄichung des Urteils in ernom R-auber Bl-oi-le. Wen« Dienstmänner Zeit haben. Die beiden Dienstnrännkr Amon Erl und Johann Hödl standen früher zu-- sanrnren mit stur zwei Kollegen beim Westbahnhof uu-d hatten weniger Zeit -zum Schnitpftn. Das konnten sie ansgi «big nach-- holen, als sich die Zahl der idollcizen -am Bohnh.-se ihrer Meinung nach unverhstlrnismößig erhöhte. Wenn man so Zeit hat, rutschen einem Worte, wie: „gekaufte Juden" und otzdn b e n", le.ichl heraus. Damit meinten sie die ^beiden Borst her der Genossenschaft, -welche die St-andpiätze durch Ko-nkurremcn verinohn hätten, von denen sie nach der Annah nie der Herren Erl und Hödl bestochen worden seien. Beim Bezirksgerichte Fünfhaus gab es >.in W-ftdersecheu. Doch die Dieitstniä'imer von Wien sind bekanntlich die letzten Vertreter des „goldenerr Wiener Herzens" und im allgeine-men die Genmtlichkoit ftllstt Der eine Vorst-chcr kam zur Vechanidlung überl^aupt M spät und der andere. Herr Schweinburg, regte selbst einen Vergleich an. Die Gegner schieden versöhnt. Das Oberlandesgericht gegen die Valorisierung von Kleinreuten. In eiltet Klage der Kleimrenmer Katt! und DÄhelnrine Reiter gegen eine Gesellschcrsi auf Daloriisi-exuing ihrer -in ein:r Hypothek angelegten Ersparnisse von 31.000 K. auf den Betrag von 100 Millionen Kronen hatte das ZivMandesgerichl das Balor>isierungsbegehren abgewiesen mit der Begvünduinig, Zahlung in Gold zu fordern, sei auch in Friedens,zeiten nur derienige berechtigt gewesen. der eine solche Rückzahlung sich ausdrücklich ausbcki-ungen habe. Die Berufun-a der Kläger wies das Oberl-anidesgencht a b und bestätig-te das Urteil der ersten Instanz. In der Begründung wurde ausgesührt, daß der BailorisierunaL - stau-dpu-nkt der Kläger' vom Gesichtspunkte der künftigen Gesctzgeibung höchst -beach^nswert sei, d rzeit jedoch -die Boüzugs^ antve.isung vorn 25. März 1919 über die gchetzlichc Zahlkraft der dmtschösterreichischen gestempelien B-anlnoden maßgebend sei. wenn nicht die Lerstu-wg in andcv.n Zcchlungsmittäln bedungen worden sei. Nachträgliche Entlassung wegen passiver Resisten, ist «nstatchaft! Im Oktober 1923 hatten die Beaurten der Karosseriefabrik der Oosterreichischen Waffeufabrik Forderungen wegen G haltsechöhungen und Einführnng eines Mittags!isches -im Betriebe gestellt, und,- da die Verhandlungen ungünstig verliefen, angekürtdigt. daß sie vom 6. Novenrber an ihre Arbeiten mit teilwoiser Passiver RMteng versehen werden Die Unternehntung stellte am 1. Novoniber den Betrieb ein Die Arbeiter wurden entlassen, den Beamten wurde mitgebN, daß die Gesellschaft sich Schritte wegen der passiven Rösistenzdrohu-ng vocbchaftc. Am 35. November hatte die Beomteuschofit die Ärbott beendigt. Abends fanden fünf Beamte zu Hause die MÄtcrlung, daß sie wogen passiver Rssisteru von der Unteruobmung entlassen seien. Die Botrosftueu klagtchi auf ZcchöMtg der Kümdiguugsfrist und Äbftvtiguugsentschaidigungen beim Gewerbegericht, welches der Klage stattgab mit tzor Berftündung, daß seitens der Uniern.hmnng doL Recht auf foforlige Entftssuug verwirkt worden sei. Das Zivillandesgericht als ge» torrbogerichtttcke Berufrulgsluftanz erkamke die Uir!---r:reh>nunz gleichfalls i ch u l -d i g, die Kün-digungsur"> '?-7iao berrägo m be-ah!«n.