Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1822 (12.3.1924)
- Date
- 1924-03-12
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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-Ö5ÖB ENENl, jttaA Teresia luweiß 64/68* 90 Goldmark (höhere Grädigkeiten entsprechend) pro 100 SWro brutto für netto verzollt ab Lager München. HönK mrd Leder. Stimmung und damit verbunden auch die Preise; Eben gegenüber der letzten Woche unverändert. ES notieren: Sohlenleder Bacheledergarnitnren pro Kilogramm 49.000 bis ' b 1.000 K.. DacheledercrouponS I. Qualität 70.000 bis 76.000 A., Hälse 35.000 bis 88.000 K. Afern (schwer) 26.000 bis 28.000 St.,; Oberleder Boxkalf I. Qualität 21.000 bis 22.000 K., II. Qualität :l 8.000 bis 19.000 K., färbige Boxkalf I. Qualität 25.000 bis 28.000 K., II. Qualität 23 000 biS 26.000 K. N o h h ä u t e. Kalbfelle ohne Kopf pro Kilogramm 36.000 K., Rindshäute pro Kilogramm 17.500 K., Roßhäute pro Stück 240.000 K., Schaffelle pro Stück 42.000 bis 43.000 K., Schafblößen 32.000 K., Jährlinge 28.000 K., Ziegenfelle 62.000 bis 53.000 K., Winter-Hasenfelle 18.000 St., Sommer-Rehfelle •48.000 bis 50.000 St., Winter-Rehfelle 30.000 K., Hirschfelle pro Kilogramm 48.000 bi» 60.000 Gemsenfelle pro Stück 56.000 St. Am deutschen Häute- und Fellmarkt wurde ziemlich lebhaft : gekauft, soweit es bt« einzelnen Abnehmer zuließen. Man notierte! für schwarzes Rindsboxleder etwa 1,25 bis 1,75 Goldmark, fttr ■ farbige Ware etwa 1,70 bis 2,25 Goldmark pro Ouadratfuß. Was an schwarzem Doxkalfleder im Handel war, bewertete man mit i etwa 2,46 bis 2,60 Goldmark, farbige Ware bis zu 2,80 Gold- : mark hinaus für gleiche Menge. Die Preise fttr schwarzes Roßchevreauleder schwankten zwischen etwa 0,90 und 1,20 Goldmark pro Ouadratfuß. Für Sohlenleder gemischter Gerbung in Hälften wurden etwa 3,90 bis 4,26 Goldmark, für eichenlohgegervtes : Sohlenleder in Hälften etwa 4.40 bis 5,30 Goldmark pro Kilo- - gramm verlangt. Der Einkauf m Sattlerleder ist etwas ruhiger eworden. Blankleber wurde regelmäßiger gekauft, und es brachten ie jüngsten Uebergange in brauner Ware etwa 6 bis 6 Goldmark pro Kilogramm je nach Qualität der Ware. Die Leder» Warenfabriken klagen über trägen Verkanf ihrer Erzeugnisse nach dem Ausland und haben infolge ihrer dadurch schwächeren Beschäftigung keinen großen Bedarf an Leder. Seide. Auf dem Lyoner Seidenmarkt war das Geschäft ruhig. Die Umsätze sind auf 86.024 Kilogramm znrückgegangen. Die GeschäftSstille dauert bereits mehrere Tage an, zumal die AuslandSi aufträge der ftanzSstschen Seidenfabrikanten, soweit es sich um - hochvalutarische Lander handelt, sehr gering sind. Ein wesentlicher Tendenzumschwung wird vor Erholung des französischen Franken als wenig wahrscheinlich betrachtet. In Mailand war daS Geschäft durch deu Rückgang der amerikanischen Nachfrage beeinträchtigt. Auch die ostafiatischen Markte verzeichnen ein sehr ruhiges Geschäft bei etwas niedrigeren Notierungen. ES notieren in Lyon r GregeS Cevennes extra 9/11 420 Franken, Piemont nnd Messina extra 11/13 425 Franken, Italien I. Order 9/li 410 bis 415 Franken, Italien extra 20/22 425 Franken. Wiener Warenbörse. (Eilgenber^ht der „Wiener Morgvwzoitturg".) Die gestrige Warenbörse wie» lebhaften Verkehr auf, da auch auswärtige Interessenten anwesend waren. Gesucht waren gelbblauscmreS Kali, CarrrcnibawachS, Soda bic., Salpeter und Kriftallfoda ad Ebenste. Ausgeboten wurde«: Aetznatrou za 6600 K. transit Budapest, Magnesium carb. z« 1000 St. (mittelschwere Ware), Bittersalz zu 900 St., chlorsaures Kali zu 6400 K. ab Innsbruck, Glyzerin technisch zu 19.000 K. transit, französisches Harz W. W. zu 7200 K. ab Wien. Bleiglätte zu 13.300 K.. Bleiweiß chemisch rein' zu 15.000 K., EfltgsSure 80*/» für Genußzwecke pro 1000 Kilogramm zu 45 Pfund 10 Schilling transit Passau, Karbolsäure kristallisiert pro 1000 Kilogramm zu 73 Pfund transit Passau, Minium Bleiberger zu 13.700 K„ Naphthalin Schuppe» weiß pro 1000 Kilogramm zu 16 Pfund 5 Schilling tranfit Pasta«, Salzfäurtz 19/21 technisch zu 5 Pfund transit Passau. Oele undFette. Zum Ansgebote gelangten I. holl. Leinöl zu 16.000 K. pro Mai-August ab Wien, nordamerikanifche» Schweinefett (pure»!»rä) Tierces pro 100 Kilogramm zu 31 Dollar transit Wien, in Kisten zu 23.800 K. ab Wien, Fatbacks (RÜckenspeck) 12/14 zu 27.76 Dollar mtb Clear BellicS pro 100 Kilogramm zu 28.50 Dollar waggonftei Triest. Kolonialwaren. Die Artikel Lee und Gewürze dlteben unverändert. Kaffee. Rio VII Johnston befestigte sich um 1000 K. auf 42.000 K. ab Wien und Rio VN pro 50 Kilo- _ mmr Mö«W«zrttims._ gramm auf 80 Schilling cif Triest. Kakao ist um 500 8k. höher, inländischer notiert 31.000 K., holländischer 34.500 K. Italienischer Reis befestigte sich «m 60 St., Splenber ff. notiert 6900 K. uud 6a 6700 K. Zucker ist um 6 Punkte schwächer, Kristall notiert 4.36 tschech. K., Würfel 4.65 tschech. K. ab Grenze, ferner 11.900 K., respektive 12.700 St. ab Lager Wien. Lekwar befestigte sich um 200 K. auf 8900 K. und bosnische Pflaumen in Kisten 95/100 unt 600 K. auf 11.500 St. Zum öffentlichen Verkaufe gelangten laut Art. 311 des H.-G.-B. 90 Ton? Jaborziner Steinkohle (Würfel, Nuß) zn 625 St. pro Kilogramm ab Wien. Mehmörkte in Ä. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgsn-eitnng".) L o r st e n v i e h m a r k t. Angemeldet wurden für der: gestrigen Markt 4049 Schweine, allein zu Beginn derselben waren bloß 3289 Stück, darunter 1701 Fleisch- und 1588 Fettschweine aufgetrieben. Der Provenienz nach waren 531 ungarische, 649 jugoslawische, 578 dänische und 1489 niederländische und 42 schwedische. Bei ruhigem Verkehr haben Fettschweine gegenüber der Vorwoche 500 K. und Fleischschweine 1000 K. pro Kilogramm im Preist nachgegeben. ES notierten: Fettschweine prima 25.000 bis 26.500 K., mittelschwere 24.000 bis 25.500 K., Bauernschweine 22.500 bis 25.500 K., alte Schweine 22.000 bis 23.500 K.. alte dänische 18.000 bi, 20.000 K. und Fleischschweine 22.500 bis 25.506 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Pferdemarkt. Zum gestrigen Markte wurden 243 Schlächter- und 390 Gebrauchspferde gebracht. Bei lebhaftem Verkehr notierten: Zugpferde leichte 4,000.000 bis 10,000.000 St., schwere 8,000.000 bis 16.000.000 St., Kutschpferde 6,000.000 bis 12,000.000 K., Pferde für Schlachtzwecke 6600 -i, 12.500 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Aaumwollmarkt. Rew-Dork. 10. März. Baumwollzufuhreu in bttt atlant. Mtb Golfhosen 8000, im Innern 3000. Ausfuhr nach Großbritannien , nach dem Kontinent 6000. Lokalmarkt middling r 28.55 (letzt. Kurs 28.30). Tendenz r Stetig. — Termine: Februar —. März 28.26, Avril-.—. Mai 28.58. Juni —. Juli 28.08, August 27.05, September 26.20. Oktober 25.49, November —, Dezember 26,12, Jänner 24.80. Berliner Börse. Berlin, 11. März. Nach der gestrigen starken Lerslamurg trat heute bei Beginn des Effektenverkehres eine leichte Erholung ein. Die Verhältnisse am Geldmarkt haben sich gebessert. Geld war zn einem Achtelprozent und darunter arrgeboten. Jnfolgedeflen erfolgten Rückkäufe, namenttich auf dem Montanmarkte, wo KurSbesierungen im Ausmaße von 1,5 bis 3 Billionen Prozent für vie schweren Werte zutage traten. Ans den anderen Gebieten trat gleichfalls eine vorübergehende Aufbesserung der Kurse in Erscheinung. Von Elektrizitmswerten gewann Siemens 2 Billionen Prozent. Maschinenaktien blieben bei sehr ruhigem Geschäfte ziemlich unverändert. Auch Bankmtb Schvftahrtsaktien behaupteten ungefähr ihren gestrigen Kursstand. Deutsche Anleihen schwächten sich weiter ab? Nach Erledigung der anfangs vorliegenden Kaufamsträge fiel der Verkehr wieder der aöwohltten Lustlosigkeit anheim. Nur bei oberschlesischen Jndustriewerten erholte sich die Kauflust bei etwas anziehenden Kursen. (Alles in Billionen von Mark.) Schlnßknrse: Türkische Lost 21.1, Oesterr. StaatSbahn 38.—, Nordd. Lloyd 7.—, Ver. Elbefchiffahrt 4.375, Berliner Handelsgesellschaft 41.5, Kontmerz. Privatbank 5.875, Darutstädter Bank 10.8, Deutsche Bank 12—, Diskonto- Kommandit 19.5, Dresdner Bank 7.—. -Nationalbank für Dentschland —, Oesterr. Kredit 0.575, Oesterr. Länderbank Reichsbank 32.5, Wiener Bankverein 0.4, Wr. Unionbank 0.6, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 10.75, Bochumer Gußstahl 60.—, Daimler Motoren 4.—, Deutsch-Luxemburger 50.5, Deutsche Maschinen 7.25, Dynamit Nobel 8.5. Felten u. Guilleaume 28.—, Gelsenkirchener Berg. 55.76, Th. Goldschmidt 15.25, Harpeuer Bergbau 72.5, Hirsch Krrpfer 98.—. Höchster Farben 14.75, Hohenlohe-Werke 31.—, Laurahütte 16.75, MauneSmanurÜhren 41.9, Phönix Bergbau 34.6, Schuckert u. Co. 40.—, (Siemens u. Halske 41.—, Telephon Berliner 8.375, Dollarschatzanweifungen 87.25. _12. MSq tm 6e«t« «l Prager Börse. Prag, 11. März. Die bisherigen Baiffemomente fände« i«r schwachen Verlauf der Wiener Börse eine Unterstützung, so daß es zu einer weiteren Abschtvächung auf allen Marktgebieten kanr. Im weiteren Verlaufe griff die Abschwächung immer mehr Platz und zum Schluß notierten fast alle Effekten zu den tiefsten Tageskursen. Die Deckungskäufe wurden in der Mehrzahl bereits gestern erledigt. Die Käufer waren sehr zurückhaltend und di« Nealisationslüst stieg mit den immer größer werdenden Geldntangel. Sehr schwach waren Eisen-, Zucker-, Chemische- und Maschinenwerte. Auch Arbitragepapieve' senkten sich stäiwig mW schlossen zu den niedrigsten Tageskursen. Branpaprere waren einem größeren Drucke wusgesetzt. An der Kulisse herrschte bei Rückgängen flauer Verkehr. Verkehrswertc mrd Bankaktien schlossen sich ebenfalls der rückläufigen Bewegung an. Aus dem Anlagemarkte kam es nur bei durchwegs schwächeren Kursen zu Umsätzen. Am Exotermiarkt konzentrierte sich aiffangs die Nachfrage nach Bulgaren. Die Schlußtendenz war schwach. S ch l u ß k u r s e: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —.—, Böhm. Nnioirbank 480.—, Böhm. ESkomptebank 448.—, Böhm. Jnbusirialbank 468.—, Zivuosteuska Banka 442,50. Anglobank 167.60, Oesterr. Kredit 133.—, Wiener Unionvanl 134.25. Wiener Bankverein 60.—, Buschtiehrader Eisenbahn Lit. A . Lit. B Ferdinands-Nordbabn 8170.-. Prag-Duxer 212.—, Anssig-Teplitzer Eisenbahn —, Nestomitzer Znckerindustrke 1755.—, Bereinigte Elektrizität Wien 191.—, Brosche 1480.-, Koliner SpintuS 1290.-, KünigShofer Zement 1200.—, Breitfeld-Danek 567.50, Rinzboffer 775.—, Simmerlnger 159.—, Rotbkosteletzer Textil 384.—, Alpine Montan 323.—, Poldthütte 326.—, Prager Eisen 942.—, Oesterr. Berg n» Hütten 2680—, Skoda 606.—, Jnwald 455,—. Bndajiester Börse. Budapest. 11. März. Die Kaufaufträge, die heute in größeren Posten bet den Bartken einliefen, verursachten zu Beginn der Börse eine feste Tendenz und zogen Kurssteigerungen im Ausrnaße bis zu 6 Prozent nach sich. Im weiteren Verlaufe brachten aber oie höherer: Kurse viel Ware aus den Markt und die Anfnahmsfähigkeit desselven' ließ fast ganz nach, so daß wiedevmn eine langsame Abbröckelung eintrat, die bis §um Schlüsse anhielt. Tie nngiinstige Haltung wurde auch durch die Wiener flauen Berichte verstärkt. Die Erhöhung des Wochengeldes bis auf 4,75 Prozent bewog die Spekulation zu Realisationen. Die Schlußtendenz war flau und der Verkehr gering. (Alles in Tcntfenden von Kronen.) Schlußkurse: Britisch-Ung. Bank 152.—, klug. Kredit 980, Oesterr. Kredit 335, Salgo Kohlen 1090, Rirnammanyer 240, Südbahn 133, StaatSbahn 765-, Anglobank —. Grau- Szaszvarer 680, Oberrutg. Bergu. Hütten 12j)0.—, Dräsche Ziegel 530, llng. allg. Kohleu 4975, Nrikany Kohlen 1400, Koburg 95, Spodium 415, Clotilde chem. Fabrik 205, Uug. Eisenbahnverkehr 500, Verein. Holz —.—, Adria 2550. Sie Devisenlücke. Zürich, 11. März. (Devisenkurse von 12.10 Uhr. — Bon der Schweirecischen Kreditanstalt ntitgeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde (-.-), Holland 214.70 (214.75), New-York 581.25 (580.501 London 24.79 (24.80), Paris 21- (21.50), Mailand 23.85 24.30». Brüssel 18.45 (18.80), Kopenhagen 88.75 (90.25), Stockholm 152.- (151.-), Christiania 77.25 (78.50), Madrid 71.30 (69.75), Buenos Aires 197.- (196.-), Prag 16.777, (16.777,.V Budapest 0.0080 (0.0087), Bukarest 8.02 (3.05), Belgrad 7.15 (7.25), Sofia 4.15 (4.16), Warschau (-.-), Wien 0.008187 (0.008175). Berlin, 11. März. (Devisenkurse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von New-Dork, und London, fitr 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten.) 2ln:sterdan> 156.11 (156.61), Belgien 13.47 (13.97), Christiania 56.06 (56.56), Kopenhagen 64.84 (66.34), Stockholm 109.72 (109.33), Italienische 17.46 (17.76), London 17.955 (17.955), Netv-Nork 4.19 (4.19), Paris 15.46 (15.76), Schweiz 72.42 (72.42), Spanien 51.37 (50.87), Wien 6.18 (6.18), Prag 12.21 (12.21;, Budapest 5.88 (6.18), Sofia 3.09 (3.09), Belgrad 5.48 (5.48). Berlin» 11. Marz. (Noteuknrse.) (Ju Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pstmd fttr 1 Einheit, öster- Gopyrigth 198S by Nachdruck verbott«. Devtsch-Oeflerreichischer Verlag, Wie». 42. yvrtfthm»,. Die Heimatlose«. Von Wilma vukelich. Uwd wenn Lchos M seinen Meditatvown so weit >g«- komtmtzn war, damv wemie er, mb Idve kleine Terrke sprang Hm an den 'Ms und itvemte auch, denn sie war «ibenfalls betrunken und ihre großmächtige Pbvuretyse wippte majestntisch auf und ab. Dibor aber wuivda noch einmal so iiefssiwnig wie gewöhMch rrnd wagte es eMvch, mach TerikeS wppeiitlichen Aeinen Paffchhärrdchetr zu taftem, Svoamch ihn schon den ganzen Abend gelüstete, mä) dies« duldete Wädig den schüchternen Dmck seiner marKioferv .Hand; denn sie fa-wd Tibor schr interessant nud geva-deM aufregend in seiner großen Häßlichkeit, und sie hätte sicher auch wehr geduldet, wenn Tidor sich nur geiva-ut Hätte. Denn Lajos großartig imb nnKbertrosien m feinem -RedeschümMg, in der Liede aber ziemlich schlvach. So ^behauptete wenigstens Tevrke — und die mnßie es doch wisserr. Und Lasos gewähnte sich eiu DoPpelläbeu an, das hm und her pendelte zwischeil sollerr und unissen, das heißt »wWen dem sanften Schwulst, -deu or für das Aipgeütche StaNüNtpMikn.m des „Morgens" pslichtgentöß zurechtmachte . . . all-es leicht, fließend, schillernd au der Oberfläche, in evuent angeuehmen Prickeln, ohne jedoch jemals in die Tmst zu schürfen . . . nnd den Brandartiketn, die cr hinter dem Rücken stin-er Bvotgchbcr für die „Rote fl-ä'hue" braute, in denen er zuin Kwinips gegen jene bürge rlicl)e Welt aufries, die er zehnnlail mu mnsovmte, bis sie ein tvahves Paradies darstellte, das eine geistig und sittlich wislikonmreue Nieuschhrlt 'beherbergte. Da'ber erleichterte er sich ^gründlich. Nls; die LüvgeMche Presse herunter nnd alle Instituti-onen,!deuen sie diente. Wie wohl das tat >uach all der Berlogenheit nnd .Heuchelei! >Wenri man Kornitzer so seine Hän^de Lekanr, ihn ausipießen konnte auf die in l'nfl und Galle getau-chto Felder. 'Ihn zur Kvr'ckatltr -veri;cYrc*n-, ynn sck)tagenden Typus umsonueu durste, in km lieh d-:e .'au;e r G st NU''--l-osi.üeit eiu.'r Kaste und einer Zcu Ein wenig ängstlich war ihm doch zumute bei diesem Doppelspiel, und er nrivd Korurtzer, soviel er konnte. Eines Abends ü'bcr, nach Redaktionsschluß, ließ i'hn dieser auf sein Buvean Mtsen. War zuckersüß, ihe-vablasfend nnd doch Kornitzer vom Scheitel bis zur Sohle. Dem der Kneifer am ifchwaMn Seidenbande d^e besondere Miede verlieh. Und das wußte er selber, denn er war keineswegs kurz- oder wertsichtyA, schielte nur etwas, nnd dies hatte den großen Vorteil, daß er selber alles sah, wogegen 'der andere nie- »nals wußte, wohin er eigentlich Wckte. Mit einem gnädigen MM seiner fetten Grübchenha>nd hieß er Lajos Platz nehmen im Allecheiligsten und schleppte die große ZigarvenWe herbei mit den ganz Extrafeinen für besonidere Gelegenheiten. Bog den Mund tzum Rüsiel aus nnd schmauchte »md sog ge-nwchlich, indes er Lajos däte-rlich mi'ftmmterte. ,/Bedienen Sie sich, junger Mann, nut ohne Genie reu. So was tzüwdet W)reZgleichen fdwie-so nicht alle Tage an. 'Amevikkamscher Import. Extramarke, die mein spezieller IFreuard, der Konsul von Nikamgna, für mich aus erster Onelle ibezieht." Mach schneller! Allste Lajos, Gewissen sich «m-e-1'de.te. Daß dich der Te-usol hole! Ohne Ursache inachst du dir diese besoudereu Unlstande sicher nicht «mit mir. Und willst natürlich etivas . . . sonst ävÄrst du nicht so zuckersüß. Also heraus mit der Sprache! Aber di-eß dachte Laijois nur, ludes seine Halturtg devot Rieb und seine Ntteue gleichgüliig. Nur in den Augen lag der 'lästernde- Zug, der 'den Reporter verriet. „Sie -haben geheime Beziehungen zur' „Roten stahue'?" sagte 'Kornitzer und sein seitwärts gerichteter Blick wurde plötzlich scharf und stechend. „Pst! Eveflerir Sie sich nicht! Sie sehen, daß ich infovmiert bi>u. Ue.bri.geuS gefallen mir- Ihre Braudarttkel tzutsch-ibdeu besser als der Schund, den Sie für Nwi>n Blatt zusammenschutieren. Schimpfen ist etzert, mehr -Ahr -Fall ... ist auch entschieden daukba-rer als, Begeisteru-ng." Lajos ivar sprachlos. Aber cr hielt sich. Weu-u er schon fliegen sollte, daun 'wenigstens unt Würde. Bon solche;« -.u-?- r-it- V;"'vi"‘ n!/u'eu . . . u-eitt! „Also, Sie haben -Ihre Bezichungen zur Gegenpartei. Das sicht einmal fest. Wie iveit diese reichen, ist Ihre Pvivatsckche. Hoffentlich sitzen Sie bei der Parteileitung fest i-m Sattel?" Henckfle-r! tobte es innerlich in Lajos' ausgewAhltem Brffeir. Bandit! Willst du mich von hinten ermorden? Mer er lächelte verbindlich, hielt die Havanna elegant Avischen den gespreizten Fingern und antwortete von oben herab, kl'chl, mit englischem Phl'egma: „P rivatangelegenheiteu, Herr C-heifve>dakteur. Hat mit meinem W-ibßen an Ihrenr Blatte nicht das geringste zu tun. Sie zahlen inrmi-e Feder, nicht aber ineine Ueiberzeugung." „Das ist es, was ich wissen wollte", sagte Kornitzer >mit jovialer nnd ti-estönender Bruststimnre. Wobei er Lajos väterlich ans die Schulter schlug, so daß diese>m vor Ueberraschnng die Iigarre ans den Fingern siel. „Solche Leute, -deren Ueberzeugung von ihrer Feder unabhängig ist, brauchen wir gerade. Kurz n.ud gut, Sie werden uns Dienste leisten, und wiv werden Sie dafür bezahlen." Wer „w i r"" tvaren, sprach er uiernals aus. Ließ nur ahn-tu, daß es die herrschende Strönrung war, jeu-e Macht, die denr Lande Gesetze gab, die Nlinister stürzte und hob. die über Krieg und Frieden entschied. Wir... Kmuitzer und Koufsorten . . . die öffentliche M-eiuung, die immer die Ällnjorität in ihrenr Schlepptau hat. Plötzlich ging Lajos eiu Licht aus. Also so standeu die Aktien? Er wrrrde gebraucht, seine besonderer! Fähigkeiten wurden! in -Anspruch gen.onuncn! Das ärtderte die Sachlage ru-it einem Schlage. Un-a mH tbcm 'besonderen Frrskinkt des Hasardeurs wußte er sofort: der große Augenblick war da. Die Ghanec, aus die -er gewa-Aet hatte. Und seine Naseusiügel blähten! sich. Er sah sein Leben vor sich in der Spa>nnc eines HerH'schlggs: Demütigung, Haß, alte, -uwdrige Kleider und die bittere Kost der Freilische, die er voller Ekel hinabgewürgt. U-nd diese große Gier, emporFiikonimen. Dieser Nttsiillbare Hunger, llllacht zu haben über viele. Herr zu sein, vor -dem die änderen sttteru. Äiasfeu zu beherrschen durch die Gewakl dec- Wiiwuo. durch die Krasl des danke ne', durch ta, : '•.tV': 'iv-'V!.