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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-09 · Heft 1819 (9.3.1924) · p. Seite 19

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1819 (9.3.1924)
Date
1924-03-09
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Stk, 'ttßn MStt. Vonnkass Sie Möbelbranche und die Messe. Don Gottlieb Eisenhammer, Chef deö Möbelhauses „Glafauerhof". Die Möbelbranche hat den Nebergang z -r Stabilität vollzogen. Sie bildet einen tvertvollen Zweig des öfter reicht schen Wirtschaftslebens, ist ziemlich beschäftigt urrd blickt der Zukunft optimistisch entgegen. Die Scheiukonstmktnr in der Zeit der Kronenentivertung hatte eine üppige Hausso der Möbelbranche hccbeigesührt, an btr auch neue Gelegenheitselemente profitierten. In diesem Zeichen standen auch die ersten vier Messen. Es nmrlxn damals große. Abschlüsse getätigt, di« aber n.u-gen der unsicher«-: Kalkulation infolge unseresinkenden Geldkurses nicht elngchalteu tocrdeu konnten und mit Verlust, meistens a^r durch Ausgleich, endeten. Seit der Staoilisierung unserer Wahrung ist eine gewisse Berechnungsbasis gegeben. Der solide, konservative Hendel dominiert wieder, das Inland selbst bildet den grüßten Teil des Absatzgebietes, und die Belebung d«r Bautätigkeit, -namentlich in den Industriegebieten der Provinz, macht sich bereits wohltuend fühlbar. Was den Export ankangt, kommen hiesür hailvssip'^ lich die Tsch^cho-Slowalei, Jugoslawien uich Rumänien in Betracht, wahrend Ungarn wegen Zitier unkonsolidierten Verhältnisse derzeit ganz wegfällt. Auch in Belgien und Holland ist ein gewisses Interesse für österreichische Möbel vorhanden. Es ist bemerkenRvech daß Nicht die Preiskonvenienz unserer Erzeugnisse, die ja durch Schutzzölle hinreichend behindert wird, das Interesse des Auslandes bestimmt, sondern ausschlaggebend ist der verfeinerte Wiener Geschmack und die bei der jetzt beliebten Rachahmurg historischer Stttr-rten besonder künstlerische Architektur unserer Möbel. Die letzte Messe, die schon auf Grundlage der Sanierung ausgebaut war, brachte ein rnittleres Geschäft. Die Aussichten der heurigen Frühjahrsmesse find ungewiß. Das Geschäft ist mehr von der inländischen Provinz zu erwarten, wo über tausend Tischler und Händler in Betracht kommen. Das Kreditwesen und Ratengeschäft sind wieder zum Teile usuell geworden, doch die Bankkredit- Verhältnisse erschweren den Handel. Die Erzeugung von Möbeln nimmt sehr lange Zeit in Anspruch; hiezu werden große Summen benötigt, weshalb nur eine grürchliche Aenderung des Zinsfußes der ganzen Branche, wie natürlich, auch anderen Erwerbszweigen, kräftige Impulse geben könnte. Gerade in der MSbelbranche lassen sich Mcsseerfolge nicht gleich überblicken. Es ist schon vorgekommen, daß Fremde nach Jahren unter dem Eindruck des seinerzeit Gesehenen bei aktuellem Bedarf Bestellungen gemacht haben. Alles kann auch nicht ausgestellt werden, wenn auch diesmal der Ausstellungsraum in der Rotunde bedeutend vergrößert wurde. Die Interessenten pflegen zur Messezeit natürlich auch die Stadtgeschäfte der Branche zu besichtigen. Unsere Hauptabnehmer aus den Sukzessionsstaaten dürften sich erst im Herbste einstellen, da sie vorwiegend Landwirte sind, die nach der Ernte am ehesten über Geld verfügen. Die Messe hat natürlich eine große Propagandabeteutung. Ihr Besuch und Ersol2 Hänger: aber auch von verschiedenen, außerhalb unseres Einflusses liegenden Momenten ab. D.-ru gehören vor allem die internationalen Valutaschwankungen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Wetterlage. Jedenfalls kann die Möbelbranche aus der heurigen Frühjahrsmesse nur gut abschueiden. Sporlartikel md Messe. Von Artur Baar, Inhaber des Dporthawses „Stadion". Der große Aufschwung, den alle Sportzwerge, vor allen: baS Fußballspiel, genommen haben, hat auch eine eusspr-chende Sportartikelerzeuauna und damit einen neuen Erwerdsiweig in Oesterreich geschaffen. Vor dem Kriege beschränkte sich das Interesse für den Sport nur auf einzelne Kreise, weshalb die zum Sportbetriebe notwendigen Utensilien zum überwiegenden Teile ans dem Mntterlande des Sportes, ans England, be^ zogen wurden. Durch die lange Dauer des Krieges wurden schon beim Militär gewisse Sportzweioe kultivier, Nach dem Umsturz aber begann der imposante Siegeszug des Sportes. Der Fußballsport eroberte die Massen, deren sportliche Vereinsgrnndnngen auch anS parteipolitischen Momenten gerne gefordert wurden, doch auch alle Zweige deS Korpcrspories fanden große Verbreitung. Der Bedarf nach Sport-artikeln steigerte sich riesig. Ein mächtiger Anstoß für Erzeugung nnd Hande! war gegeben. Der Sport benötigt zu seiner Ausübung Sportbekleidung und Sportgeräte. Bekanntlich wurde Wien m.ch dem Umsturz zu einen: Handelszentrum besonders für die Laurer Osten?, in denen der Sport ebenfalls seinen Einzug hielt. Der Hunger nach Eportwareu war d»ber groß. Tie östlichen Länder hatten überhaupt nichts und dir Vorräte in Wien waren bald verbraucht. Es setzte daher eine starke Erzeugung ein. Die in der Zeit des Kronenverfalls abgehaltenen Messen brachten viele Käufer. Die Sportartikel waren ebenso wie andere Waren Spekulationsgegenstände. Außer dem Osten tvanderte-u österreichische Sportartikel auch m westliche Lander. Rur einigen Firmen ist es gelungen, auch heute noch in Sportschuhen und Lederbällen im Westen mit der englischen Ware erfolgreich zu konkurrieren. Sonst aber hat sich die solide Erzeugung hauptsächlich aus den Inlandsbtdars eingestellt. Der überwiegende Teil der Sportbekleidung und der Geräte wird hier erzeugt, nur in feineren Trikotwaren beherrscht Deutschland mit Chemnitz der: Markt. Die Strickerindnstrie steht ober bekanntlich auch bei uns auf hoher Stufe und erzeugt beispielsweise sehr gute Stutzen nnd Sweater. Die ballerzeugung liegt in Sattler- Härchen, während Futzbati:-.w:he von den Keinen Schuhmachern _Wien er M »witucltmtfo hergestellt werden. Der maschinell verfertigte Fußballschuh entspricht nicht den Anforderungen. Bergschuhe bilden die Spezialerzengung alpenländischer Betriebe. Die für den in großem Aufschwung befindlichen Wintersport erforderlichen Geräte stannncn mit Ausnahme gewisser deutscher und finnischer Produkte, ausnahmslos aus Oesterreich. Die letzte Messe tvar nach den: Ausderkaiff der vorauSgogamgenen Kronenentwertungskonjunktur von vorbereiterlder Bedeutung. Die heurige Frühjahrsmesse dürste unsere östlichen Interessenten als Gäste sehen, denen wir derzeit infolge der Teuerung in Deutschland speziell in K mmerzw.-.r?n der Sportbekleidung günstige Preiskonvenienzeir bieten können. Ae Kurfichte« der MeR§r Messe. Dm: Dr. Michael Snsi^c. Es ist schrwer, im WirvschaftM-ben Progn-okstiVa stellen. Noch schwerer ist cs m cinc-nt speziellen Falle ttrie bei der Messe, einen solch«» Versuch zu macherc. Die Wic-- ner Kaufmannschaft blickt mit Zuversicht a u s s i e. Aus den vevaan^nen drei Messen, welche erst ttbmchoslten wurden, icr Köw.^NberMr, der Lyoner Und Ixri Leipziger Nkesse. läßt sich schwer ein Urteil für Wien fällen, da die Verhältnisse doch in jeder Hinsicht verschieden sind. Königsberg hat ein schlechtes AuslandsgeschAft, dafür ein gutes Jvila-ndsyelschLft gemacht. Leipzig hmgegen hat ein gutes Auslandsaber ein nicht so gutes Jwlan'dÄgcfchäst hinter sich. I-n Lyra: stockten die Geschäftsabschlüsse lnifolge der Ungewißheit über die Äestalrung der WühruiwZ. Das Ausland war in Deutschland bei den letzten Messen zienAich zurückhaltend, weil gewisse Waren im Ausland viel billiger erhältlich waren als in Deutschland selbst. Die deutsche Industrie produziert jetzt zu teuer. Vielleicht wirkt auch die J-nslationskrr.se in Frankreich mit. tvelche 'bewirkt, daß dorr noch einzelne Bearen unter der Weltmarktparität gehandelt werden. Trotz alledem kam: auch in Frankreich lein g'rtes Geschäft gemacht werden. Der französisehe Jrvdustrielle hat doch man-! ches aius den Erfahrungen >der Injlativnsländer gelernt und versucht, feine Produkte rasch den WcltrnarkLprersen auzuipassen. Er ist jetzt zögernd in GcschafMbschlüssen. An°- dcverseits ist aber auch ein Teil derjenigen Waren, welche, billiger A?k<mft werden konnten, in Frankreich ausverkaus t. Es ban'dslt sich nicht nur um Wem, sondern auch i-rm Seide und andere Textil- und Bixon-teriewaren, welche letzt wohl billiger aber fast gar nicht evhÄtlich sind. Frankreich gilt jetzt wohl als schwerer Konkurrent aus dem Weltmärkte. Dies macht sich in sämtlichen Ländern 1 fühlbar. Vielleicht war dies -mit ein Grund, weswegen die Leipziger Messe trotz ihres Rekordbesuches nicht die Erfo-lge gebracht hat. >welche erwartet wurden und daß viele ArrEnder zum &ei5c noch vor Abschli'.ß der Messe weggcsahren sind. Unter diesen Umstäniden ist es wirklich schwer, vorarrszusagon', wie sich das Schicksal der Wiener Frühjahrsmesse gestalten wird. Trotz alledem ist die Ursache zu. vollem Optim: s m u S Vorhände n. S weit Anzeichen bisher Vorlieben, sprechen all« Umstände für einen hübschen Erfolg. Mgesehen davon, daß schon alle Hotels für die ganze Woche belegt sind und es schtver ist, noch ein Zimmer zu bekommen, abgesehen von den zahlreichen ausländischen Gesellschaften, welche der Wiener Messe ihren Besuch angekündigt haben, ist auch sonst auf dem Balkan großes \ Interesse für dieselbe vorhanden. Dir Wiener Messe hat j trotz ihrer Iwgmd eine solche Entwicklung genommen, daß s si« schon ein notwendiger Faktor im Handel > mit Südosteuropa geworden ist. Ter jugoslaw'sch?, bulgarische, türkische und griechisch-italienische Konsument rechnet schon mit ihr ebenso wie der tschecho-slowakische. und deutsche Produzent. Dabei darf nicht vergessen werden, daß die Wiener Messe ihren Charakter als Handelsmesse in jeder Hinsicht stärker gewahrt hat als die meisten anderen Messen, toelcfa mehr die Produkte ihres eignen Landes in erster Reihe feilbieten. Auch die österreichischen Produkte sind immer in vieler Hiirsichi billiger als die deutsch?::. Es ist kein Wum der, daß die österre'chischen Aussteller in Lechzig sehr gut abgeschnitten baden. Der österreichische Verkäufer har mehr der Mentalität dcS Ausländers ent'prochon. So ist es auch rvahrscheinlich, daß auch in Wien die österreichischen Aussteller ausgezeichnet abschließen werden. Aber auch die an» deren Ausländer dürften hier sehr güust^e Erfolge aufweisen. Hier kann sich ber Weltmarkt günstiger entfalten, weil er nicht einen so schweren Konkurrenten wie die deutsche Industrie in ihrem eigenen Lande ->,n befürchten hat. Der Käufer hat die Gelegenheit, zu tvählcn, und hnfttgedessen darf jeder Käufer das wählen. N>as ihm am -ehesten konvemert. So wird das Messegeschäft als solches sch. n an und für sich in W^n em sehr reges lverd'n. Der Bedarf Sibd-ntour-opas. für welche die Wiener Messe doch in erster Reihe in Betracht kommt, ist m der letzten Zeit ziemlich gewa-chs-en. Ein Teil der Baökan-dedlstn pst gestie-gen. Damit ist auch die Konst:n^fähitzleit dieser Gcsenden gestiegen. Sie ha-ben sich nur deswegen aus den früheren Messen, nicht eingod.'ckt, weil ihnen manches nicht cn..sprach. Men ist a'ber an die Bedürfnisse dieser Gebiet« m jeder Hinsicht angepaßt. Der Levantiner bleitzt aus mannigsachen Gründen lieber in Wien als anderswo und schließt hier mit um fv größerer Hereiiwilligkeit seine Ge-- schäste' ab. D:es ist der Vorteil für Wiens Messe im allgemeinen und für bi c jetzige Fc ühjah : s messe im besonderen. Das in der letzten Zeit zurückgedrängt« Ka-ufbedürfniS des BalkanS, das i -r Leipzig n i ch t b e f r i e d i g t weiden konnte, w i r d z u m T i i ( in Wren seine Sättigung finden. __9. Mürz 1924 Seite 19 Ter Sicner Kaufma^ü: isi fW vieler Hinsicht gsschickter Cr w'i7!» infolge seiner raschen Auffassu-ng deö Geschäftet sehr -bald sich der: Bedürfnissen der Messedesucher atlomo dreien und gewisse Konzessionen machen, die das Geschafi erici-chdern werden. Der deutsche Kaustnanin hat die Sta> billsterungMtien erst zu kurze Zeit nritge-'.nacht, um sick schon dun W<ckimarAipre:fen aarpassen zu können. Ganz anders der Wierser Aussteller, der eine mehr a<ls ^njährrg» E.'ahmitg in dieser Hinsicht hirtter sich hat Er ver.fb'ht es st in« Produkte konkurvewMüg Kn gosttvlten. Das ift der DorteL für di« Wiener Mcsse. Es soll hier nicht das eine oder ander« Gebiet hervov g-eboben werden, welches mehr oder weniger Erwarrungcr an die Messe stellt. Es öst wahrscheinlich, daß das M « s s e» gejchäft in seiner Gesamtheit einen ausge. ^e'chneten Erfolg haben wird. Nach den Krise* der letzwn Monat« ist dies gerne zu gönnen. Me die Vovl-g« Messe geholten hat. di« damalige Kr ist zu üöerwmden, s, dünste auch die jetzig« Messe den Ansporn zur Wieder, erweckung des österreichiischen W-irsschvftslebens dem Zustande der Stagnation -düden. Vordefvch h der Messe. Der erste Eindruck der Ausstellung in der Rotunde itz der des Unfertigen, llelerav wird fieberhaft gearbeitet, vieleist erst halbsertig und staunend hört nmn die Mitteilung» baß hu Laufe bcs Abends nnd der Nacht alles ferti-ggestellt sein wird. Einzeln« Ausstellungsteile präsentieren sich bereits jetzt vorzüglich, jo die M a s ch i r: c n a b t e i l u n g, die Möbel» und Auic>mobilgruppe. Hier sind die bedeutendsten Firmen vertreten, die ein wahrhaf: imponierendes Bild der industriellen Schaffenskraft Oesterreichs bieten. Auch die Le» d « n 8 m i t t e l a b t e i l u n g, di« sich schon in W vorigen Messe sehr schön repräsentiert hat, macht einen äußerst günsti» gen Eindruck. In d"r Hauptavenue sind neue Pavillons erstanden; sehr schön nimmt sich der Pavillon der Tabak, regle aut!, der sich zu Begiri-n der Avenue befindet und auü einem Maschinenraum besteht, in dem ein Universal'Z'rgaretten» Maschine und eine Derpackungsmaschinc täglich werden vovgeführt werden, daneben eine eigene Verschleißabteilung und die Nebenräume für den Betrieb. Wohin man kommt, herrscht ein Durcheinander von Hammerschlwpen und Rufen, ein Lärm der Motoren, ein Kommen und Gehen, das den ganzen Ta-g anhalten wird. Und heute wird sich die Ausstellung bereits voll, kommen fertig präsentieren, und erst dann «in genaues Bild dessen, was neu dazu gekommen ist, gewähren. Die Wagen der Straßenbahn werden von heute an bis zur Rotunde verkehren. Bor der Rotunde war gestern das Passieren infoüge des Schlammes sehr erschwert. Hoffentlich wird dieser Uebelstand heute ab^stellt sein. Auch in den anderen Messehäusern wurde gestern die lefrtc Hand angelegt, um di« InnenauSschmöckung und die Aufstellung der Schaustücke wirkungsvoll durchzuführen. Rudi» auf der Wiener Messe. Die Radiovorträge werden wahrend der Messe in m> hohtem Tfonfowsw wieder ausgenommen. Die Radio-Sende-. statio« „Radio-Hekaphon" gibt bekannt, daß sie während der Messe Sonntag von halb 11 bis 12 Uhr mittags, Montag, Dienstag und Mittwoch von halb 5 bis halb 6 Uhr abends, senden wird. Für die folgenden Tage werden die Sendezeiten radiotelephonffch bckanntgegeben. Sie 6r5ffnuitA de» russischen Pavillon» aus der Meaer Messe. Gestern vormittags fand die' feierliche Eröffnung des Messrpavillons der Union der russischen Sowjetrepubliken statt. Dieser Pavillon war bereits gestern vollkommen fertig, während viele andere erst im Laufe des Abends fertiggestellt wurden. Der Pavillon befindet sich gleich beim Eingang des Maschinenparkes. Der Bkrtreter Rußlands Lewickij hielt an den Handelsminifter D-. S ch ü r f f und die erschienenen Gäste eine Ansprache, worin er seiner Freude über die Beteiligung Rußlands an der Wiener Messe als einen Schritt zur weiteren Befestigung der wirtschaftlichen und kutturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern Ausdruck gab. Die Beteiligung Rußlands an der Wiener Messe wird den wirtschaftlichen Kontakt beider Lärder intensiver gestalten. Die Sowjetunion mit ihren Naturschätzen urck» Oesterreich mit seinen Jndustriepradukten reichen sich hier die Hände, um gemeinsam am Wiederaufbau der Wirtschaften beider Staaten zu arbeiten. Handelsminister Dr. Schnrfj bezeichnet es in seiner Erwiderung als Pflicht der Regierungen jedes Staates, den wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Wenn die llnwn der Sowjetrepubliken Rußlands dazu beitragen will, begrüße er dies vom Standpunkte Oesterreichs. Die Beteiligung Rußlands an der Wiener Messe werde nicht nur der wirtschaftlichen Entwicklung beider Völker dienen, sondern auch dir Beziehungen zwischen beide« Staaten sefllgen, die die Freiheit ihrer Bevölkerung zum Ziele haben. Hierauf wurde der Pavillon, der in sechs Räuvnn eine Ausstellung der Produkte Rußlands enthält, unter Führung der Vertreter Rußlands einer Besichtigung unterzogen. Kostbare Pelze verhängen di« Wände und vor allem fallen die prachtvollen Lederstücke aus, die auf den Tischen liegen. Holzschnitzerei und Kindcrspielzeug, Proben von Schläuchen und PneuS, von Naphtha und Benzin füllen die kleinen Räume und geben einen Einblick in daS, was Rußland bietet. Die Ausstellung machte aus die Gäste, unter denen sich die diplomatischen Vertreter Deutschlands und Englands befanden, einen äußerst aünst-. Ei

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