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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-05 · Heft 1815 (5.3.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1815 (5.3.1924)
Date
1924-03-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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mateüiu mqpMHWfWSPMUpp ...WJ.-.-W,.-,! ttejfe,8_ Men, Mckvo'ch ""_ Wiener Warenbörse. Myenbericht der „Meiner Morgeuzeitung".) Die deutschen C^cirtifaltenntärftc waren ruliiq. Actznatron tzar stärker gesücbt, gefordert tonrde 7.95 pro 100 Kilogramm, Alkali kostet 54 Goldmark pro 100 Kilogramm. Kalilauge wurde reichlich angeboten zu 28 bis 29 Goldmark pro 100 Kilogramm. Der Absatz vom Soda kalziniert blieb gering. Die Forderungen lauteten ans 8/25 Dollar. Kristallisierie Ware lag äußerst ruhig bei 9.50 bi? 9.75 Goldmark. Bleimennige, Zinkweiß und Litbopone wurden Tebooft gehandelt. ES notierten Bleimennige 94 Goldmark, Zinkweiß 95 Goldmark und Litbopone 48 Goldmark. Die sonst große Nachfrage in Essigsäure lies; nach. ^Dic Forderungen lauteten auf 148 Mark pro 100 Kilogramm. Salmiak fein krist. notiert 48 Goldmark. In Wasserglas blieben die Umsätze gering. An der h i e s i g e n W a r e n b ö r s e herrschte lebhafter Derkehr bei behaupteter Tendenz in Chemikalien. Zum Ausgedote gelangten Antiblor krist. zu 3500 K. transit Wien, Ehromalaun zu 8000 K. Wien, E'sigsiiure 80°/, für Gennßzwecke zu 20.000 K. ab Wien, Fonnaldehnd 40% m 26.500 ab Wien, Karbolsäure krist. zu 72 englische Pfund transit Bassan, Kupfervitriol 98/99 zu 8200 K., Minium Bleiberger zu 18.500 5k., Naphthalin Schuvpen weiß zu 2.50 tichech. K. ab tschechische Werke, Pottasche 96/98 zu 8500 K. ab Wien. Floristella zu 2800 K., Braunstein 80/85 zu 21.10 Liere transit. Oele und F e t t e. Bei mäßigem Geschäfte blieb die Grundsnmmung behauptet. Es notieren uordamerikanisches Schweinefett pure lard TierceS 81.80 Dollar pro 100 Wogramm transit Wien, in Kisten 23.600 K. ab Wien, FasbackS (Niickenspeck) 12/14 27.25 Dollar waggonfrei Triest. Kolonialwaren. Tee, Kakao, Kondens-Magermilch, Pflaumen und Sardinen blieben unverändert. 5k a f f e e stieg neuerdings mit 500 bis 1000 K. Es notieren Santos Prime 48.000 K., Santos suprrior 46.000 K. ab Wien, Santos Prime 105 Schilling, Santos suverior 101 Sch lling 6 Pence pro 50 Kilogramm cif Triest. Rio VII blieb unverändert. 0) e w ü r z e tendierten, gleichfalls fester, die Preise stiegen um 25V bis 500 K. Es notieren Cassia lignea 48.500 K., Pfeffer Singapore schwarz 37.500 K., Piment 30.500 K., Kümmel blieb unverändert. Reis Burma II 25V* Bruch pro 50 Kilogramm stieg auf 16 Schilling 3 Pence pro April-Mai cif Triest. Zucker schwächte sich um 5 Punkte, resv. um 100 K. ab. Es notieren: Kristall 4.40 lichcch. K. pro März, Würfel 4.75 tschech. K. ab Grenze sowie 12.000, reip. 18.000 K. ab Lager Wien. Zum öffentlichen Verkauf gelangen am 6. d., 11 llhr, Schafwollston'e. __ MehMrkte In St. Marx. lEigcndienst der „Wiener Morgenzeitung".) Borftenviebmarkt. Angemeldet wurden für Len gestrigen Markt 3591 Schweine, allein zu Beginn desselben waren bloß 3111 Stück, darunter 1039 Fleisch- und 2072 Feitschweine aufgetrieben. Der Provenienz nach waren 725 ungarische, 795 jugoslawische, 769 dänische und 822 niederländische. Außer Markt wurden 126 Schweine bezogen. Da die Großmarkthalle infolge des konstant gesteigerten Importes, namentlich ans Dänemark mit Schweinen überfüllt ist, die infolge der warmen Witterung rasch abgesetzt werden müssen, war die Tendenz auf dem gestrigen Lebendmarkte eine flaue. Fettschweine haben gegenüber der Vorwoche um 1500 bis 2000 K. und Fleischschweine stellenweise um 500 K. pro Kilogramm im Preise nachgegeben. ES notierten: Fettschweine prima 26.000 bis 27.000 K., mittelschwere 24.500 bis 26.000 K., Bauernschweine 23.000 liS 26.000 K., alte Schweine 23.000 bis 24.000 K.. alte dänische 20.000 bis 21.000 K. und Fleischschtmine 28.000 bis 26.009 K. (26.500 K.) pro Kilogramm Lebendgewicht. Pferde markt. Zum gestrigen Markte wurden 994 Schlächter- und 431 Gebrauchspferde gebracht. Bei sehr lebhaftem Verkehr notierten: Zugpferde leicht« 4,000.000 bis 10,000.000 K., schwere 8,000.000 bis 16.000.000 K., Kutschpferde 6,000.000 M8 12,000.000 K., Pferde für Schlachtzwecke 6000 bis 12.500 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. AaumwollmaNt. Aew-Pork» 8. März. Baumwollzufuhren in den atlant. und Golfhäfen 8000. im Innern 3000. Ausfuhr nach Großbritannien —.—, nach dem Kontinent 1000. Wiener Mövgdnzelkutts. Lokalmarkt middling: 28.50 (letzt. KlttS 28.25). Tendenz : Stetig. — Termine r Februar —, März 28.12, Avril Mai 28.46, Juni Juli 27.77, August 26.75, Sevtember 25.90. Oktober 25.20, November Dezember 24.75, Jänner 24.40. Berliner Börse. Berlin, 4. Mär,;. Boi außerordentlicher Geschäft sstille, welche -auf die Ungewißheit der Entwicklung der inuerpolitischcn Lage und ferner in der Hauptsache auf die Unmöglichkeit weiter Kreise sich bei dn hohen Spesen am, Börsengeschäfte zu ktdn#.'u, zurückzuführen ist, nahm die Börse heute wuder einen schwachen Verlauf. Die vorhandcne Mißstimmung wurde fatrrf) Glattstelümgcn für die in ZahlunaMerlegeuheit geratene, allerdings unbcdeuüonde Börsenfrrma Meyer, erhöht. Die Rückgänge betrugen durchschnittlich 1 bis 2 und für die schweren Moiltauwerte bis zu 5 Billionen Prozent. Am Geldmarkt ist die Lago unverändert. Aut Devisenmarkt kam der Rückgang des französischen Franken erneut pn Durchbruch. (Alles in Billionen von Mark.) S ch l u ß k lt r f c: Türkische Lose 26.1, Oesterr. StaatSbalm 39.—, Nordd. Llovd 8.375, Ver. Elbeschiffahrt 5.3. Berliner Handelsgesellschaft 50.—, Kommerz. Privatbank 7.—, Darmstädter Bank 13.75, Deutsche Bank 13.9, Diskonto- Kommandit 17.125, Dresdner Bank 8.25, Nationalbank fitr Deutschland —, Oesterr. Kredit 0.5, Oesterr. Länderbank —, Reichsbank 39.6, Wiener Bankverein 0.425, Wr. Unionbank 0.5. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 12.75, Bochumer Gußstahl 62.—, Daimler Motoren 4.75, Deutsch-Luxemburger 54.—, Deutsche Maschinen 8.5, Dhnmnit Nobel 9.25, Felten u. Guilleaume 27.—, Gelsenkirchener Berg. 61.—, Th. Goldschmidt 16.25, Harpener Bergbau 80.5, Hirsch Kupfer 38.5, Höchster Farben 16.75, Hohenlohe-Werke 39.—, Laurahütte 19.5, ManneSmannröhren 44.—, Phönix Bergbau 39.25, Schuckert u. Eo. 50.—, Siemens u. Halske 47.875, Telephon Berliner 6.875, Dollarschatzanweisnngen 91.4. Prager Börse. Prag. 4. März. Die Steigerung der österreichischen Krone und damit zuianunenhäugeude Arbitragekäufe beeinflußten die BöZeneröffimng. Obwohl die Arbrtragekäufe keinen >bedoutendou Umfang aunahmen. vermochte sich doch das Kursrriveau zu erhöhen. Gleichfalls konnten sich >die hiesigen führenden Werte bcföstige-n. Das Interesse für Zuckerwerte ging zurück, lvogegen Solo- und Chemische-Aktien im Vordergründe des Interesses standen. Sehr schwach tendierten Kaffeeersatz, Weltbrän und erste Pilsener. Von Ar'bitragewerten zogen Oesterr. Hütten, Nestomitzer, Alpine und Kosmanos ziemlich stark im Kurse an. In der Kulisse erholten sich Poldiuud Skoda-Aktieri. Nordbahnaktien gewannen 50 Kronen. Heimische Banken waren mäßig gebessert, Wiener behauptet. Aus dem Anlagemarkte war die St.rnnmmg unrcgÄmäßig. In Exoten befestigten sich Bulgaren, wärend Ipar schwächer Waren. Die Schlußtendcnz war befestigt. S ch l u ß k u r s e: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —.—, Böbm. Ilnion mnk 480.—. Böhm. Eskomptebank 452.—, Böhm. Jndnstrialdank 477.—, ZivnostenSka Banka 452.50, Anglobank 163.50, Oesterr. Kredit 138.—, Wiener Unionbank 144.—, Wiener Bankverein 93.75, Bnschtiehrader Eisenbahn Lit. A Sit. B —, Ferdinands-Nordbahn 8200.—, Prag-Duxer 212.—, Aussig-Teplitzer Eisenbahn 1270.—, Nestomitzer Zuckeriudustrie 1795.—, Vereinigte Elektrizität Wien 202.-, Brosche 1510.-, Koliner Spiritus 1363.—, Königshofer Zement 1250.—, Breitfeld-Dauek 581.50, Ringhoffer 790.—, Simmeringer 169.—, Nothkosteletzer Textil 388.—, Alpine Montan 337.—, Poldihütte 341.—, Prager Eisen 996.—, Oesterr. Berg u. Hutten 2760.—, Skoda 625.—. Jirwald 468.—. Budavester Börse. Budapest, 4. März. Da an der hm'tigen Börse die Realisationslust vorherrschend war, eröffnet« sie in allgemein zurückhaltender Stimmung und sämtliche Ansangskurse wiesen gegen gestern 2- bis Zprozentige Kmsrückgänge aus. Die Tendenz-war jedoch nicht eiicheitlich, da auch in einigen Werten Kursbesisruugen zum Vorschein kamen. Die vollständige Geschäft slosigkeit der W-iener Börse trug Wr allgemeinen Zurückhaltung wesentlich bei. In ArMragewevten kam fast überhaupt kein Geschäft zustande. W^ochongM notierte mit 3 Prozent. Der Schluff war abwavtcnd, der Verkehr gering. 8. Märtz 1924 Nr. im (Alles in Tausenden von Kronen.) SchlußkurserBritisch-Ung. Bank 141.—, Ung.Kredit 918, Oesterr. Kredit 285, Salgo Kohlen 928, Rimamuranyer 208, Südbabn 124, Staatsbahn 697.—, Anglobank —, Gran- SzaSzvarer! 650, Obmmg. Bergu. Hütten —.—, Dräsche Ziegel 450, Ung. allg. Kohlen 4525, Urikant, Kohlen 1810, Koburg 80, Spodium 407, Clotilbe chem. Fabrik 183, Unft Eisenbahnverkehr 410, Verein. Holz 66, Adria 1500. Lle Settifenltttfe. Zürich. 4. März. (Devisenktlrse von 12.10 Uhr. — Von der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilte Mittelkurse.) Berlin pro Milliarde (-.-), Holland 215.20 (215.50), New-Pork 578.— (577.50). London 24.82 (24.84), Paris 23.45 (24.25), Mailand 24.75 '24.85), Brüssel 20.50 (21.05), Kopenhagen 91.25 (91.50), Stockholm 151.- (-.-), Christiania 77.87 (76.50), Madrid 71.87 (72.50), Buenos Aires 198.- (-.-), Prag 16.70 (16.75), Budapest 0.011 (0.0125), Bukarest 8.05 (3.05), Belgrad 7.86 (7.25), Sofia 4.27 (4.27), Warschau (-.-), Wien 0.008162 (0.008162). Berlin, 4. März. (Devisenkurse.)*) Amsterdam 1,566.100 (1.566.100) , Belgien 149.600 (153.600), Christiania 573.600 (561.100) , Kopenhagen 663.300 (663.300), Stockholm 1,097.200 (1,097.200), Italienisch« 181.500 (181.500), London 18,055.000 (18,055.000), New-Pork 4,190.000 (4,190.000), Pari» 171.600 (176.600), Schweiz 728.200 (728.200), Spanien 624.700 (526.700), Wien 63 800 (62-800), Prag 122.100 (122.100;, Budapest 74.800 (74.800), Sofia 33.900 (83.900), Belgrad 56.800 (56.800). *) In Millionen von Mark. Berlin, 4. Marz. (Notenkurse.)*) — Noten: Dollar 4,190.000 (4,190.000), Pffmd 18,050.000 (18,050.000),-Italienische 196.500 (196.500), Polnische 462.000 (462.000), Tschecheslowakische 122.200 (122.100). *) In Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Prag, 4. März. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tschecho-slowakifchen Finanzministeriums.) — Berlin*) 7.75 (7.74'/»). Zürich 609.50 (603.60), Paris 142.87»/, (146.75), London 150.17»/, (150.92'/,). New-Vork 35.10 (35.10), Belgrad 44.- (44.-). Bukarest 18.20 (18.10), Wien 4.89 (4.88), Warschaus) 3.45 (3.42'/,), Agram (-.-), Budapest 5.- (5.87'/,), Jugoslawische 43.75 (44.—), Oesterreichische gestempelte Krone 4.91 (4.88), Polnisches) 3.10 (8.30), Ungarische 4.75 (5.-). *) pro Billion, ff) pro Million. Budapest» 4. März. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 25.550 bis 26.200, Bukarest 368.— bis 378.—, Kopenhagen 10.830 bis 11.105, Christiania 9230 bis 9465, London 294.600 bis 802.100, Berlin -.- bis —Italien 2935.- bis 3016.—. Paris 2785.- bis 2855.-, Prag 1980.- bis 2035.—, Stockholm 17.925 bis 18.380, Zürich 11.870 bis 12.170, Wien 0.9685 bis 0.9930, Sofia 507.— bis 520.—, Agram 866.— bis 888.—, New-Vork 68.550 bis 70.285, Warschau —bis —, Brüssel 2430.— bis 2495.-. Belgrad, 4. Marz. (Devisenkurse.) London 344.25 bis , Paris 326.— bis , New-York 7950.- bis Genf 1379.— bis Saloniki —bis —. Mailand 343.— bis —Prag 231.75 bis ' Berlin bis —, Wien 0.1128 bis —, Bukarest —bis Sofia —bis . Budapest —bis —.—, Brüssel bis —, Amsterdam 2960.— bis Warschau —.— bis—.—. Agram, 4. März. (Devisen.) Wien 0.111865 bis— Berlin —bis —, Budapest —.— bis . Bukarest 40.55 bis —Italien 841.- bis —London 341.- bis New-Dork 79.80 bis , Paris 823.10 bis —.—, Prag 229.60 bis Sofia bis Schweiz 1378.- biS Brüssel 283.60 bis Warschau bis Amsterdam —bis —.—, Stockholm bis —. Warschau, 4. März. (Devisen.) Berlin —, London 39,790.000, New-Aork 9,225.000, Prag 264.460, Wien 130.-. New'Norl», 3. März. (Devisen.) London 429.75. Paris 410.60, Berlin 0.22 für 1 Billion, Mailand 429.75. Zürich 1783.—, Kopenhagen 1584.—, Stockholm 2619.—, Christiania 1346.-, Amsterdam 3728.-. Prag 290-, Wien 0.14125, Budapest 0.22, Bukarest 62.75, Warschau , Madrid 1246.-, Helsingfors 251.5, Brüssel 360.6, Kanada unter pari, Brasilien —, Argentinien —. Belgrad 126.—. Ooj)yrigthh>r 1023 Nachdruck verbolrn Leutsch-Oefterreichiicher Verlag, Wien. Sö. Fortsthu«-. Die Heimatlose«. Von Wilma Vukelich. Und sie fühlte: in all diesen Worten war ein Unterton, der ihr durch und durch ging. Da war ein Vibrierendes, das aus dem Pulsen geheimer Lebensquellen zu kommen schien und das sie selber vibrieren ließ. Nichts Perverses. Nur Glut. Sie fühlte: der Rausch ihres Körpers, ihrer Schönheit, die sie selber wie ein Heiliges genoß, hatte den anderen ergriffen, der Künstler war und Mann. Und wie sie sich selber genoß, ihr Gehen, ihr Lachen, die ganze beherrschte Mechanik ihres Körpers, diesen wundervollen Aufbau aus Muskeln, Nerven und Willen, diese feine l^oldharrt, unter der das rosige Blut in silbernem f^cäber kreiste, glühte, anschwoll und verebbte in eine Ruhe, die schon wieder neue Wirbel, nette siölut in sich barg: so genoß auch der andere sie. Nur stärker, bemnßter. 2am er war Mann und glühte diesem Körper, dett er als Künstler vergötterte, atlch als Mann eutgegert. 11 nb Lydia schien es, daß sie ihm ein kostbares Gefäß entgegen trage, als sie nach einigem Zaudern, nach einer kleinen Aenastlichkeit, die ihr sonst fremd war, dennoch der Stimntin'.g folgte und in Geros Atelier ging. Was >var dabei? . . . fragte sie sich selber mit gefräuici :eit Lippen. Man geht doch oft zu Vialern. Das ist nicht so, als ob man zu einem anderen Manne ginge. Man interessiert sich doch für so ein Atelier . . . will alles s-ehen und erfahren . . . und H-erö, der so unglaublich spannend zu sprechen mußte, der immer Dinge erzählte, die einem das Blut in die Wangen trieben, Gero war doch ein Gentleman, ein uttgarischer Kavalier . . . und war sie nicht schließlich au.ch zu Tairiel gegangen? Kurz, sie hatte Lust, und wenn Lydia Lust hatte, so hielt sie keiner. Am letzten hielt sie sich selber zurück . . . und schließlich lvar doch wirklich nicht das geringste dabei zu sinden. Sie interessierie sich eben unbändig für die Kilust. Es lvar Lydias neuester Spleen und damit Punktmn. Lydia ging . . . trotz dieser tapferen Gedanken . . . ein^ bißchen zögernd. Nicht ganz die alte Lydia, die so undekü-mmspt und sicher alles tot£ MK W j$uj KÜW, AM stand an der Türe, die Kliicke in der Hand, mit einem ungeschickten, kleinen Zaudern und lächelte wie ein Kind. Wie sie lächelte! Ihre ganze törichte Neugievde und die Lust an sich selber war in diesem Lächeln. Ihre Begier, das Leben in die schmalen, kleinen Kinderhände zu nehmen, es zu besehen von allen Seiten, wie man ein exotisches und befremdendes Kunstwerk besieht: ein bißchen verwundert, ein bißchen ängstlich. Itotb mit der ganzen Lüsternheit, die am Experiment ihre Freude hat. Wie sie sich nur zu kleiden verstand! Alles war Geschmack an ihr, ein Geschmack, der so natürlich wirkte wie das Kleid des Paradiesvogels. Ein Geschmack, der sich aus Neigung und Art, ja auS der Sehnsucht nach Vollkommenheit entwickelt 'hatte. Ihr Kleid war in tiefer Harmonie mit ihrem Körper, dessen Farben es vertiefte, dessen Linien es hob. Ihr Hut war nichts als ein Rahmen aus dunklem Samt, der dem Leuchten ihres Haares zur Unterlage diente. Ihr Schllh ein kleines Kunstwerk. Ihr Strumpf ein Gedicht, das das Geheimste und Süßeste entblößte und verhüllte. Den: Maler aber lvar ihre Scheu geläuftg. Ihre Lüsternheit vertraut. Er war so fein, so voller Vorsicht. Gairz Weltmann, ja sogar ein wettig Kamerad, schlicht geradezu und vertraueneriveckend. Und Lydia überwand die Scheu überraschend schnell, und es Meb nur die Lüsternheit, die sich an den seinen Weinen und süßen Likören berauschte, die oit dem Backwerk knabberte und nach noch mehr Süßigkeit verlangte, von allem kosten wollte, gedankenlos und mit der Spitze der Zunge bloß . . . nicht mit dem Verständnis des Gourmards, sondern mit der Genäschigkeit des kleinen Mädchens. Melcher Geschmack in diesen Räumen, der strenger war als Lydia es geträunrt hatte. Dunkel in der Farbe der Stoffe und des Holzes. Nur von dem niatten verblaßten Farbenmosaik der Perserteppiche belebt. Und von dem weißen Marmor der Figuren, die Kalte verbreiteten. Denn sie gaben lticht lebendige Schönheit wieder. Sie iwaren erstarrte Schönheit. Abstmktione-n. Nur die Bilder strvhlten wie Ampeln, die Glut in die Tempel strahlen. Sie strahltien die Herrlichkeit des Fleisches in den toten Raum. | Da mären Leiber, die lebten, die rangen miteinander. Fiber W NMM.LW» W tzck Goßd die ROy. knospen der Brüste hevabvollt. Da war das Schlangenauge der Sphinx. Gero aber plauderte. Er schuf Paris vor Lydias Augen. Anders leuchteten die Farben. Anders färbte sich das Wort. Frauen schweben vorbei, die ihre Leichtigkeit in lauter Grazie ve vwa ndellten. Und ihren Geist i n das Glühen des Fleisches. Ein Genießen war da, das kultivi-ert ist. Eine Kultur, die lauter Le'bensgenuß i>st. Lydias Augen ilenchteten seltsam verstehend. Sie fühlte Quellen enipovspringen in ihwm Inwvn und Knoispen aufbrechen. O, wie sie begriff, wie, sonderbar intuitiv sie all dies nachlebte, nachfühlte. Und wie unter dam Banne einer Suggestion strahlte auch ihr Leib, dieser Leib einer assyrischen Königstochter, mit einem Male gallische Gmzie aus. Ihr Sitzen wurde freier und zeigte den sein! beschuhten Fuß, den zarten Knöchel und ein Stück des überschsanken, unendlich fein modellierten Beines. Der schmiegsame Stoff ihres Kleides .zog Linie um Linie mch. Sie saß Modell. Da neigte sich Gero zu ihrent Ohr nnid flüsterte. Und seine Stinrme klang heiß. Sein« Worte überstürzten sich: ,/Ich nruß Sie sehen! . . . Lydia, Sie sind kein klein-Ä Büvgermädche.n ans gutem Hanse. Nur das nicht. Lydia! Sie muffen mich Vevstehen ohne selbes weiü're Wort. Und, nicht wahrj, Sie verstehen mich, Sie kommen mir nicht mit Argumenten der Philisternr^Äl, So Mr kann ich mich nicht in Ihnen getärffcht haben! Denn wer so schön ist, gehört nicht nur sich selbst an u>nd jenem, der sich das Recht aus diese Schönheit am Traualtar kauft. Er gehört jedermann, der die Fähigkeit hat, sich an dieser göttlichen Schönheit göttliche Räusche zu holen ... er gehört beim Künstler vor allem . . .! ... Versiehst du das, kleine Lydia, die du ein Mädchen aus guter Gesellschaft bist und eiinie, ausgezeichnete Partie, mib >das heißt soviel, bu selber mit deiner Schönheit und mit allem, was du zu bieten hast, wirst an den besten Käitfer verschachert ivevdeit, wie das so Sitte ist in euren Kreisen. Du wirst wie ein Posten Ware an dein Meistbietenden abgegeben iverden, und dies ist Tatsache . . . alles krause drum und dvcrn nuv Floskel und Beiwerk IM) II «i'i »rW| n

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