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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-24 · Heft 1805 (24.2.1924) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1805 (24.2.1924)
Date
1924-02-24
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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errw 12 'Dien. Sonntag Wlenev 24. Februar 1924 Nr. 1388 n 0 P [ B f R I ( H T Das Modemonogramm. Nene Verwendungsarten, Es ist nicht zu verwundern^ daß man das Monooramln bisher vernachlässigt hat; denn es ist ein unscheinbares Dim;, das eng geknüpft ist. an die Persönlichkeit des Monvgrammträgcrs, und es verlangt eine Diskredition. die in sich schon begründet ist. Als Teil eines Namens, der in Abbreviatur wieder.gegebeu Ast, hat .es n-cmals eine besondere Hervorhebung beansprucht, es ist im Verborgenen geblieben wie das Siegel, die Petschaft, die erst sehr' spät aus dem eng begrenzten Kreis der Watzpenträger herausgetrewn ist. Aber die Künstler verwendeten es sehr gerne als Signum: Besonders charakteristisch bei^p elsweise Alürecht Dürers Zeichen auf seinen B'ldern und in jüngster Zeit das karikaturistisch anmutcnde Signum des populären S::nvliZissilnus-Zeichners Thomas Theodor Heine. Das Entscheidende bleibt stets der Zweck des Monogramms. Als Exlibris, als Besitzzeichen auf Gegenständen, als Firmenmarke, wird es seinen Rang als äußerst praktisches Erkennungsmerkmal ausfülleu. Die Entwicklung hat ihm weite Wege vorgeschrieben, die Mode hat sich seiner bemächtigt. Man kennt eine Menge Stilarten entsprechend dem Stil der Zeit, entsprechend dem persönlichen Geschmack und Ausdruckswillen der Träger. Aber das Grundprinzip ist dasselbe geblieben: Das Jueinanderverschlingen von zwei oder mehreren Buchstaben, das Gegenüberstesten derselben, das Betonen des tzauptbuchstaben, die Abgeschlossenheit des Figuralen im Raum; erst später kommt die Verschnörkelung, die im Barock und im Altdeutschen leider noch inrmer beliebt ist. Tie Moderne hat solcher Verballhornung c-n Ende gernacht. Das moderne Monogramm ist einfach, streng in der Linie, zweckmäßig,, ohne nüchtern zu sein. Hier hat die neuzeitliche Richtung des K u n st g e w e r b e s reinigend gewirkt und damit zugleich auch das Reich der Verwendurzgsinöglich'eiteir wesentlich erweitert. Das Modemonogramm führt kein verstecktes Dasein mehr, es wird auch als-d ekorat i v e r Aufputz verwendet und hat dadurch, wie aus der rechtsstehenden Monogrammtafel ersichtlich ist, den intimen Charakter verloren. Auf der Wäsche wird es wie bisher überall verwendet; beim Taschentuch findet sich die neue Abart in Schwarz- Weiß. Sehr reich sind die Verwendungsarten bei der Bluse: Die Tr otteurbluse trägt es vorne als große, lebendig ausgestattete Brosche oder auch links an der Brustwite an Stelle der Tasche, die Sportbluse oder der Jumper auf dem linken Arm, die N ach mittag s b l u s e aus dem langen, zwischen Ellbogen und Knöchel gebauschten Aermel. Nicht minder vielfältig erscheint es aus dem Kleid. .Höchst originell erscheint es vorne am Sl’lTZKI! & MARKUS' II. HOLLANDSTRASSE 1 ATELIER feine e&gliscbe Herren?arderobe vornehmsten Genres für vornehme Damenmot?« Kostüme, Abendu. Strassen-Kleider in feinster Ausführung r £efcte pariser Neubeit. Bunte Jäckchen A 325.000 I. Rozenberg, 6. B.'zirk, Mariahilferstraßo /,tz (Hotel rNüncbnerbofs Filiale: 4. Bezirk, Favoritenstraße 27 Grösste Auswahl im Wir kwaren-Spexialhaus ,ZUM LÖWEN4, IX. Porzellang'asse 52, Tel. 5088/11. \n n (JVCenJ. .Wildpreimarht Zj w Kl tJHs°zJHaw£feiüit JRvbes. Mos lumcs, JtUmteaua^ {eagomns et Sfounurea {Telefon 2) ie neuesten Modelle in grossen Ulbend- und Stilkleidern!Ä Gürtel statt einer Schnalle als Abschluß einer an der Seite herunter lausenden Treßborte in der Form eines Siegels, das rund oder eckig mannigfache Monogrammformen gestattet. Bei der in Herrenfasson gearbeiteten Sportjacke wird es auf dem oberen Teil des Aermels angebracht, ist der Schal angearbcitet, dann auf diesem. Auch den Hut hat sich das Monogramm erobert. Man sieht es vorne auf dem Band über der Srirn als kräftiges Motiv, wobei man der Farbenzusammenstellung seine Aufmerksamkeit zuwendet, und beispielsweise ein schwarzes Band mit einem Monogramm in modernem Iris-Rot belebt. Auf dem jetzt beliebten Stulphandschuh wirkt es besonders pikant. Eine Neuheit stellt die Verwendung des Monogramms aus dem Handgelenk dar, indem ein schmales Moireeband durch eine silbergetriebene Monogrammschnalle durchgezogen wird. Ganz apart und nur für den extravagantesten Geschmack bestimmt erscheint es auf dem Schuh in Form einer Schnalle, eine Neuerur(g allerdings, die sich bisher nicht durchgesetzt hat, immerhin aber gewisse Wirkungsmöglichkeiten betet. Wie man sieht, ist der Feldzug des Modemonogramms siegreich gewesen. Aber die elegante, geschmackvolle Dame wird hier Maß halten müssen und sich vor allzu überladenem Gebrauch hüten. R. Menczel. Opernakadrmie-Redoute. Es ist nicht die erste Modeenttäuschung, die wir bt heurigen Fasching erlebt haben. Eine allgemeine Müdigkeit scheint Platz gegriffen zu haben, und des auf allen Sittfcitl beim Publikum, beim Modeschöpfer, bei 'den vorführenden Elementen. Diesmal l'eß auch das Arrangement manches zu wünschen übrig: Die Modeschau rollte allzu rasch ab. so daß man den Zusammenhang des Ganzen nicht recht verstehen konnte, worunter die P r 0 p a g a n d a für die Firmen überaus litt. An sehenswerten Stücken gab es nur erstklassiges Pelz werk: Chinchillamäntel in geschmackvollster Zusammense^ung: Hermelinumhang, ausgezeichnet durch Qualität und Schnitt, und nicht zu vergessen einen Fee-Mantel, der mit jedem E^clvelz siegreich konkurrieren konnte, ein Beweis, daß das Wiener Modegewerbe sveziell in der Pelzvera r b e i t u n g sich mit den führenden Pariser Häusern messen kann. Nicht umsonst steht die Firma Horovitz u. C 0. an der Spitze der führenden Pelzmodemarken. An Kleidern war nichts besonders Bemerkenswertes zu sehen. Nur eine Reche von Svortkostümen fand Beachtung, darunter einige avarke Stücke, w'e: Grüne Jacke mit grün karriertem Rock, Orangejacke mit dazu passendem oranae geftce-stem Rock, weiße Jacke mit ebenfalls weiß gestreiftem Rock. Der Schuhkasten des Schuhmodellhauses F r a n k l i tt wirkte überaus originell, wozu natürlich die darin befindlichen aparten Modelle v'el beitrugen. r. m. Ein neuer Frauenberuf. Ein neues Betätiaungsfrld für Frauen wurde in England entdeckt. Wir lesen darüber in einem ausländischen Blatt das diese (Hcfeimmci halb ernst, halb parodistisch wertet und die Ausüberin des seltsamen Berufes folaendermaßen lvreckien läßt: ,.Man sagt von kleinen HilfSkränen. die bei Behörden Akten und Papiere für höhere Beamte sortieren, ne „teufeln" fiir sie. Ich mache etwas ähnliches für die Dame n. die in Gesellschaft über alles mstsprcchen möchten, obne sich °eit nnd MuH? in nehmen, sich ein eigenes Nr^il zu bilden. Ich lese die neuesten Romane, sehe mir die letzten Stücke an. studiere Kawloae und Kritiken der letzten Ausstelluna-n. höre Varlamentsredcn. informiere mich über neue Erfindungen. Katastrophen, Sensationen, sammle Anekdoten und den aktuellen Tratsch, hierauf behebe rch mich zu meinen WonnenKnn"n und versora» sie mit Geist. Wissen, Urteil. Richtung und Anlchauuna — für einen Tao. eine Woche, ein Sonver. einen Emviana aber für den täglichen Hansgc-- branch. ie nackid"m. wie es r-wüch-n uns vereinbart wurde. Das nenue ich ..wuseln" für d^ese Damen. Ich erboste so viele Briefe und Anrraa-n v"n Frauen, die ein-n lukrativen Beruf svcknn als Sekretärin. Vorleserin. Gesellschafterin usw. Warmn nicht dieses eiaenart'^e Nene v^rsirch-n?" Wir überbau-m es unseren Leserinnen, sich über dieses echt angelsächsische Operationsfeld ernste oder heitere Gedanken zu machen. C. BOJKO ABEND- U. BALLKLEIDER TEEKLEIDER, KOSTÜME WIEN, L KARNTNERSTRASSE Nr. 34 Eingang Maysedergasse 12s nur im Stock (Lift) » . 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