Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1803 (22.2.1924)
- Date
- 1924-02-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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gcHt 10 Men, Tfteiteg ' ~ ' Zödffche Frauenarbeit in Palästina. Seit einiger Zeit besieht eine allweltliche Organisation zionistischer Frauen (Histavruth ola mit lanafchim zionvth), welche bereits in verschiedenen Ländern Ziveigstellen besitzt. T-qs Programm dieser Organisation sieht die Arbeit auf jenen Gebieten vor. welche in erster Reihe Frauensache sind, wie Mädchenerziehung, Hygienemaßnahmen und Krnderfürsorge. Die Leistungen des Verbandes der zionistischen Frauen sind bisher recht bescheiden, es sind erst Anfänge, weil die Mittel noch nicht groß sind, welche die junge Organisation bisher aufgebracht hat. Aber es sind wichtige urrd von gutem getragene Arbeiten, und selbst mit geringen Mitteln ist bisher manches Schöne und Zukunftsverheißende vollbracht worden. Es unterliegt jedenfalls keinem Zweifel, daß sich hier der Jnitiattve der jüdischen Frauen ein weites Feld darbietet, dessen Bearbeitung mit größter Energie angegangen werde» müßte. Aus dem Budget des Verbandes wird die Müdchenfarm in Nahalal erhalten, welche die Aufgabe hat, die für die Zukünftige landwirtschaftliche Besiedlung Palästinas überaus nötige jüdische Landwirtin zu erziehen, deren Fehlen bei der bisherigen Arbeit im Lande sehr schmerzlich zu fühlen war. Es hat — wieder infolge von Geldmangel — ungeheure Mühen gekostet, die Mädchenfarm zu schaffen, welche unter der fachmännischen Leitung von Frau Dr. Meisel-Schochat sicht, und vor kurzem hat ein Brand eine Baracks eine gesamte Zücheneinrichtung und zahlreiches Inventar zerstört. Der Bau der Kuh- und.Hühnerställe sieht vor der Vollendung die Baumschule besitzt gegenivärtig bereits 60.000 bis 70.000 Setzlinge — sie wird von 12 Mädchen bearbeitet — und außerdem zu ihrer Ausdehnung 55 Duturnt tiefgepslügten Boden. Die landwirtschaftliche Frauenschule wird eröffnet werden können, wen» sie die nötigen Wirtschafts- 'und Wohngebäude und eine ge- «Dßk»d entwickelte Wirtschaft besitzen wird. Auch für den Anßtzng einer Milchwirtschaft ist gesorgt. Dem Berichte der Leiterin ist zu e tnchn en, daß die e'nzel^e r Ma'.er'al'en sowie Hudgetpvsten von de» versch'edensten Stellen beigestellt werde» müssen» ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, dem ein Ende gesetzt werden muß. Es wird Ausgabe der jüdischen Frauen sein, der Anstalt ein festes monatliches Minrmalbudget von 100Pfund zur Ver- Ä-llng zu stellen, wenngleich sich die Organisation in Karlsbad vertzflkchtet hat, binnen zwei Jahren für die landtvirtschafAiche Frauenschule zirka 10.000 Pfund auferbringen. Die segensreiche Tätigkeit der jüd'schen Frauenarbeit bk Palästina wird aus der Darstellung über bi* Mutter» und SSrrgttngs-FürsorgejtrUt» LFDBch, die vir dem letzten Berichte entnehinen: Dtz MutteP- «nd Sänglings-Fursorgestellen sind end- Äk'esv; tzvpuläre Institutionen in Palästina geworden. Es iiMVTWm eine Mutter im weiten Umkreis die vW €tm ständige Besucherin der Fürsorgestelle ihres Be- Krked geworden ist. Die Arbeit wächst täglich und die Notvendigkeit der Errichtung neuer Stellen macht sich mehr and mehr fühlbar. Im folgenden zitieren wir ein paar Atelleu. aus dem Br'e'e unserer Oberschwester: „. . . Die Pachtende Zahl von Neuankömmlingen in unseren Fürkvrgestellen ist höchst interessant. Tie Mütter kommen bei ihrem ersten Ausgang zu uns; obivohl ihnen d'e Hebammen taten, die Kleinen mindestens sech- Wochen im Zimmer zu haken, erscheinen sie meist schon in der zweiter Woche mit dem Baby. Wir sind natürlich froh, denn es ist leichter, die Kinder in den ersten Wochen an bestimmte Regeln zu gewöhnen. Es zeigt sich klar und deutlich, daß wir eine anerkannte Institution geworden sind. Die Besucherzahl wächst täglich. Was w ir t u n werden, wenn noch mehr Mütter kommen, wissen wir nicht. Es ist unmöglich, jeder Mutter und je'^m Kinde die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Die Arbeit ist unerwartet schnell gewachsen und zeigt alle Zeichen einer noch größeren Entwicklung. Nebenbei: Ich glaube, unsere Arbeit wird dazu beitragen, ekrren Zweig der Landwirtschaft zu envvickeln, der bis jetzt sehr vernachlässigt wurde. Wir empfehlen für die Kleinen Gemüse, und d'eses erscheint jetzt an Orten^ wo es früher fast unbekannt w ar." UeÜer den ge^e:wärtigen Stand der M ä dch e n f a r m wird, folgendes berichtet: /f. . . Die Aussaat bat begonnen und wir versuchen, mit den verschiedenen Dungarten den größten Gewinn auS dem Boden zu erreichen. Die Fruchtbaumschule ist angelegt und wir verkaufen schon Setzlinge an die umliegenden Kolonien. Auch mit dem Gemü'ebau haben wir begonnen; wir wollen den Bedarf der Schule vollkommen decken, und dabei lernen die Mädchen gleich diesen Zweig der Landwirtschaft. Die amerikanischen Brutmaschinen sind mit Eiern gefüllt und man sieht mit Spannung den ersten Nahal-Kücken entgegen. Einer der erfahrensten Geflügelfachmänner Palästina?, der feit Jahren im Lande lebt, hat sich in Nahalal anges.edelt, und es ist uns gelungen, ihn als Lehrer für die Schule zu gewinnen. Außerdem wird er alljährlich in unserer Schule einen Geflügelzuchtku rs für die Genossen der verschiedenen landwirtschaftlichen Siedlungen abhalten. Da die Vorarbeiten sich mehren und langsam in den geregelten Schulgang übergehen, so ergibt sich d'e Notwendigkeit neuer Arbeitskräfte. In einer gemeinsamen Sitzung mit unseren Mädchen baten sie mich, der schweren Lage der arbeitslosen Mädchen einerseits und den vielen Arbeiten^ die sie bald nicht mehr bewältigen Können, andererseits, Rechnung zu tragen, und die Zahl der Mädchen auf Kosten der Schulwirtschast zu vergrößern. Ich habe es ihnen versprochen, fettt die Mädchen wünschen, daß alles, was der straft »nd sfttette* -7' — - , -s •‘mnHWfn — 1MIIM—MM* den Fähigkeiten der Frau entspricht, in Nahalal auch von Frauenhänden geschaffen werden soll. Die Mädchen haben bis jetzt in Zelte» gewchttl. Seit Mi Monate» habe» sie nun die Zelte verlassen und wohnen in einer großen Baracke, während in einer kleineren Baracke die Küche und daS Eßzimmer unterbracht waren. Da, nun aber die kleine Baracke ffir den Brutmaschinenraum akzeptiert wurde, haben wir eine Blechbaracke für Küche und Brotbackraum ausgestellt, die große Wohnbarocke als Eß- »nd Wohnzimmer eingerichtet und die Mädchen wanderten — züm allgemeine» Hallo — in die Kückenställe aus, wo sie so lauge bleiben werden, bis die Kückd» ans den Eiern geschlüpft sind. Dann werden sie ein paar Wochen in die Hühnerställe ziehen, wv sie aber wieder nach kurzer Zeit von den dann zu Hühnem ausgewachsenen Kücken verdrängt werden werden. Dann wird wohl schon Sommer in Emek sein und wir werden wieder die Zelte herausholen, aber — hoffentlich zumi letzten Male. Denn bis zue nächste« Regenzeit sollen die Wohn- und Schulhäuser in Nahalal fertig dastehen und die Anstalt ihrem Zwecke übergeben werden." Wir benötigen bis zum Herbst dieses Jahres eine Summe von zirka 10.000 Pfund, deren größere Hälfte für die Schule in Nahalal verlvendet werden soll. Wir haben in Karlsbad jedes Land mit einer gemssen Minimalsumme eingeschätzt und treten mm an alle unsere Gruppen mit der Bitte heran, sich über die Möglichkeiten der Auß- Lringung des Budgets zu Sichern, damit wir unsere Dispositionen treffen können. Sie Fiuauzsebarmig der zionWschen PMstina-ßMltive Lktobtt^vezembrr 1811. Der Finanzbericht der palästinensisch-zionistischen Exe» kuttve über die ersten drei Monate des neuen Finanzjahres (Oktober bis Dezember 1923) weist die folgende Verwendung der Keren Hajessod-Gelder aus: Aegyp. Pfund Landwirtschaftliche Kolonisation . . . 65,289.258 Einwanderung .......... 7,850.886 Arbeit. 11,247.339 Erziehung. 15.000.000 Medizinische Arbeit Hadaffah.... 0,818.530 Landwirtschaftliche VersuchM.Ui-n 5,239.258 Handel und Jndnürie. 1,587.029 Nationalbibliot'ml. . 353.500 Technische S6u>'' 567.388 MiSrachiarbeit . . ....... 3,778.997 Diverse. 1,345773 Adminlstratisnslpefru .... . . . 4,600.687 Summe. . 129,178.530 Zu dieser Summe hat der Keren H a j e s s o d beigetragen 75.499 ägyptische Pfund so daß das Mauko durch eine Reihe von Anleihen gedeckt werden mußte, welche hauptsächlich für landwirtschaftliche Kolonisation verwendet wurden. Die AuAabrn für Landwirtschaft vetteileu sich wie folgt: Argyp. Pfund Kooperative Farmen ....... 5,344.357 Kleine Siedlungen ...... 14,287.845 Große kooperative Siedlungen , . . 10,297.836 Neue Kolonisation . . 3,609,809 Anleihen: Arbeiierbank. 10,821.760 Konsumgenossenschaft Hamaschbir . . 888.995 Iüd. koover. Arbeiterorganisation . . 13,888.500 Viehkauf .. 2/105.500 Hiram. 1,365.225 Diverie. 3,123.318 Kredite an einzelne und Kwuzoth. . 8,290.196 Ileberfükrunq von Chaluzim zur Landwittichan - 1,484.115 Stützung der Jemenit en-Siedlungen. 346.000 Agrikulturunierricht. 2,767.786 Landwirtschaftliches Mnsem .... 415.134 Diverse. 1,770.965 Aufforstung ....... . . . 794,411 Summe. . 75,001.753 Einwanderung. Für die Einwandererhäuser in Jaffa, Haifa, Jerusalem sowie für Einwanderung in Tiberias wurden 5,259.819, an Anleihen für neue Einwanderer 1,985.328 ausgrgeben, die Palästina-Aemter in verschiedenen Ländern kosteten 705.436 (Wien allein 106.924) ägyptische Pfund. Unter dem Konto A r b e i t sind die wichtigsten Posten Krankenversicherung 1,448.900 und Anleihen 6,932.752 ägyptische Pfund. Aus diesem Bericht geht hervor, daß nur zirka 60Prozentdes Bedarfes durch die Eingänge des K e r e n H a j e s s o d gedeckt werden konnten, so paß man zu Anleihen greifen mußte, um die notwendigste Arbeit sicherzustellen. Dies erwies sich darum notwendig, weil die Landwirtschaft zu Beginn der Kampagne im Herbst genügend alimentiert werden muß, wenn nicht der Ertrag eines kostbaren ArbertsjcchreS leiden soll- Gebessert« ArbritSverhältniffr. Aus Jaffa meldet man uns: Die Arbeitslosigkeit hat in der letzten Zeit beträchtlich abgenommen, da in Tel-Awiw die Bautaligke« eingesetzt hat. ES werden neue Straßen/ ein Wasserturm und eine Volksschule gebaut. Gegen Pessach soll mit den KanalisierungSarbeiten in Tel- Awiw begonnen weichen und es ist zu hoffen, daß dann die Arbeitslosigkeit völlig aufhören wird. Die Zahl der Arbeitslosen in Tel-Awiw dürste noch gegen 500 betragen. (Offizielle Daten stehen noch aus; die Arbeitslosen in Tel-Awiw beliefen sich in den verflossenen Monaten auf 1200 bis 1300.) Gegen Pessach soll auch m Ier «salem eine starke Bautatigkett eimetzen, «nd zwar, soll mit dem Bau des. Handclsvrertels (Merkuö Mischari) «nd privater Häuser auf den vom griechischen Patriarchat erworbenen Boden der P. L. D. C. begonnen werden; auch der Ban einer nwdernen Markthalle ist beabsichtigt. §3. Febril« 1924 ' M. 1800 ------ , r- ■ »^>- — -7 — --r -_ Sie Preirbewegung in BaMm int Sezembei 1923. Die nachstehende Tabelle gibt die Jndexzablen der Groß, Handelspreise für Lebens- und Heizmittel im Dezember IWr Wieder (Basis 1922 --100-/.): Zahl dn Sou.« D *.« Lb. DurchlchnM»- 0<uenocrttK«8tn Indrx Index nahm, indcx 1V20 k. Zerealien mtb Fleisch . . . n. Andere Lebens¬ 13 68,0 82,2 0.8 66,0 mittel und Obst 84 65,3 63,2 3,1 ' 85,1. M. Httzmatettalieu. 11 86,6 84,8 1,8 81,8 Generalindex . . . 58 84,9 83,4 1.8 84,8 Im Gegensatz zu den allgemeinen Preissteigerungen to Europa, besonderfür Textil-, Leder- und Kolonialwaren usw.. sind in Palästina die Großhandelspreise int letzten Vierteljahr 1923 ziemlich st a r k gefallen, und zwar infolge der zu niedrigen Prellen angehänften großen Warenlager. Durchschnittlich haben sich die Preise insgesamt im Jahr« 1923 um 1&7V, gegenüber dem Jahre 1933 und u« 63,6*/» gegenüber dem Jahre 1921 gesenkt. Die Lage in Zerealien hat sich letzthin entschieden gebessert, so daß den Produzenten und Expotteuren lohnende Preise mit Sicherheit in Aussicht stehen. Im Einklang mit den allgemeinen VreiSsteiaerungen stiegen auch im Lande diePreise, da der Markt durch Regenmangel i« November und anfangs Dezember beeinflußt wurde. In diesem Vkettelsahr fände» starkeExporte statt, und ztvar: 976 Tonnen Bohnen, 956 Tonnen Weizen, 645 Tonnen Selam, 422 Tonnen Lupinen, 393 Tonnen Linstn, 301 Tonnen Durrha, 220 Tonnen Erbsen zu einem Gesamtbettage von ungefähr 48.000 Pfund Sterling. Die Gruppe Zerealien stieg durchschnittlich um 6°/,, Milch- «ub Fleischprodukte infolge der zeitweisen Knappheit um 5, resp. 8*/,; Ende des Monats fingen sie hingegen wieder an, zu finken. Vegetabilien, mit Ausnahme von Zwiebeln, find im allgemeinen billiger, ebenso Dörrobst, Mandeln und Wein. Leicht nachgegeben haben Brennholz und Holzkohle, während Steinkohle, Kerosin und Benzin unverändett blieben. WaS die KleinhandelSvreiie betrifft, so find sie ständig g e st i e g e n nnd mit ihnen entsprechend d i » Indexzahl um 1.6°/o, die damit seit April 1923 den höchsten Stand erreicht hat. Die Durchschnittsinderzahl für dar Jahr 1923 war gegenüber Jänner 1922 um 24,2V» kleiner nnd gegenüber dem Durchschnittsindex von 1922 um 11,6"/» niedriger. Die Gesellschaft Bajit w'gan in Jaffa. Die Gesellschaft Bajir w'gan hat m der Nähe von Jaffa weitere 250 Dunmn gekauft. Jnsgesarnt wurden von ihr bisher 1400 Dunam erworben. Im Laufe des lebten Iuhres hat sie von ihren Mitgliedern 6000 Pfund Sterling eingezogen und diöse den Boden- Verkäufern ausgefolgt. 60 Plätze von Mitgliedern, dir mit ihren Recken,lahlunaen im Rückstände geblieben waren, wurden werterverkauft. Jetzt stehen zum Verkaufe nur mchr 26 Bauplätze zur Verfügung. Profeffor Mead, die bekannte Autorität auf den: Gebiete lLndwirtsck)aftlilher Kolonisation, der bekanntlich über Einlainmg der Zioilistischen Exekutive in Palästina tveilte, um ein fachmännisches Gutachten zu erstatten, hat sich in kalifornischen Blätter,', über die zionistische .Kolonrsation in Palästina sehr günstig geäußert. Palästina trete in eine neue Aera der Blüte ein. welche eine Wohltat für die gefaulte Welt bedeut«»: werde. Die arabischen Rbethoden des Ackerbaues bedeuten Raubbau für das Land, für welches die Drainage, Bttväfferung und Aufforstung besoudeve Probleme bilden. Die Tätiigkeir auf diesen drei Gebieten veginue jedoch schon ihre Frücht zu zeitigen. Kredite des amerikanischen B'nai B'rith für Häuserba» in Jerusalem. Die amerikanische B^nai B'rith-Lcge hat die Jerusalemer Loge von ihrer Bereittvilligkeit für Gewährung größerer Kredits für d-n: Hä'.rserbau in der Umgebung Jerusalems verständigt irnd gleichzeitig chm: namhaften Betrag cnrgcichickt. Die Lage in der Landwirtschaft. Die landwirtschaftliche Ar-> beit nimmt sowohl in den alten als n: den neu errichteten^ Siedlungen einen befriedigenden Fortgang. Nahezu überall ist man mit dem Pflügen und Säen rechtzeitig fertig geworden. Die Regenzeit hat sich Heuer sehr spat eingestellt, doch darf man bisher auf günstige Ernteergebmffe hoffen. Bieheinfuhr. Im November wurden auf Kosten des Keren Hajessod50StückholländischesV:eh nach Palästina'bezogen, welches in guter Verfassung anlangte. Das Handels- und Jndustriedepartement der palästinensischen Zionistischen Exekutive, das vom Keren Hajefsod unterhalten wird, hat folgende Anleihen im^De^ember 1923 zur Entwicklung kleinerer Industrien gewährt (:n Pfunden): 20 der Organisation jüdischer Führer, 85 einer Weberei in Jaffa, 60 einer Zimmerwerkstatt, 25 einer Orangenkistenfabrik, 10 einer Töpfere:, 25 einer Schnürsenkelfabrik, 6 einer Firmenschilderfabrik, 71 der kleinen Handwerkerorganisation zwecks Eröffnung eines kooperativen Mobelmagazins für die von ihren Mitgliedern hergestellten Möbel. Ein neues Privatsanatorlum in Jerusalem. Der Hamburger Chirurg Dr. D a n z i g e r hat vor kurzem^ iü Jerusalem ein völlig modern eingerichtetes Sanatorium eröffnet: die gesamte technische nnd sanitäre Einrichtung, ebenso die Krankenschwestern brachte Dr. Danziger mit. Das Sanatorium findet starken Zuspruch, in einzelnen Fällen sogar aus Alexairorien. Neben dem Leiter arbeiten acht jüdische Fachärzte an der Anstalt. Die Unterrichtssprache des Haisaer Technikums. In einer Sitzung deS Londcnrer Kuratoriums für das Technikum in Haifokwurde der Beschluß ge'aßr', die Klausel, die Hebräisch als einzige Unterrichtssprache am Technikum bestimmt, zu streichen und Hebrä: ch lediglich als die normale Un>errichtssprache zu erklären neben die eventuell auch eine a n d e r t treten soll. Dieser Beschluß hat in der jüdstchen Bevölkerung Palästinas Aergernis erregt. Die Organisation jüdischer Lehrer wie eine vom Gdnd meginej hasafah (Sprachschutztrnppe) einberufene Polksversammlnng faßten entsprechende Pr.^st-- resolutionen. Di« Jännereiugange des Palästina-Aufbaufonds in Dentschland. Die Sammeltätigkeit ’ für den Palästina-AnfbaufondS (Keren Hajefsod) in Deutschland war im abgelousenen Jänner besönoers erfolgreich. In diesem Monat sind 10 2.0 0 0 G o! d m a r k bar eingegangen. Unter den Zeichnungen fi:ck)et sich die Verpflichtung eines Nichtzionister: auf 10.000 Dollar. Infolge dieser günstigen Ergebniffe hat daS Direktorium des Keren Hajefsod zugestimmt, daß. monatlich 3000 Mark für die Ausbildung oer in Deutschland ansznbildenden Chalnzim verwendet werden. Ein« Palästina-Woch« in England. Aus der an: 4. d. in London stattgefundenen Sitzung des Exekutwe-Councils der englischen zionistischen Föoeration wurde der Beschluß gefaßt, vom 9. bis 16. März eine, P.a lä stina- Woche emzurichten, in welcher eine intensive Kampagne füs die Chalnzim dvrchgesührt tverden soll.