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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-21 · Heft 1802 (21.2.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1802 (21.2.1924)
Date
1924-02-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ur. KM ' ''" Men. DUnerZkag ist — wenn er auch für den Stadtbahti'oerkehr ^snüg^nr» war — für den Fernverkehr durchaus ungenügend; so bietet z. B. der Warterauin kaum für 15 bis 20 Port« synen Play. Schwere Unzukömmlichkeiten sind auch im F r a ch t e n v e r k e h r zu befürchten. Daher wird die Anfrage gestellt: Ist der Herr Landeshauptmann geneigt, -ei der Generaldirektion der Bundesbahnen ehestens Bor-- stellungen zu erheben, daß der Versuch der Zentralisierung d«S Verkehres im Nordbahnhof und am Praterstern wieder aufgehoben und der Nordwestbahnhof wieder »»öffnet werde? _' Sie LebenrmItte!miMe. Die Markte waren gestern — durch die schlechte Witt«' wng beeinflußt — nicht günstig, doch reichten die Vorräte aus allen Marktgebrtten zur Deckung de- Bedarfes. Im Großandel der Großmarkthalle zeigte sich die Tendenz, die Fleischpreise wieder zu erhöhen, doch konnten die erhöhten Forderungen nicht durchgcsetzt werden. Auf den Grünwarenmärkten Rieben für alle Sorten von Gemüse die letzten hohen Preise in Geltung. Eier haben etwas angezogen. . Wien, 21. Februar. * Sterbefall. In Brünn findet beute di? Beisetzung der vor einigen Tagen dort verstorbenen Mutter unseres Freundes Oberbanrat Robert Stricker statt. Die alte Dame, die im 81. Lebensjahre stand, erfreute sich wogen ihrer Vornehmheit und Hettensgüte der Verehrung aller, die sie kannten. * Ich bin für den Generalstreik! Lieblich klingt das traute Wort Streik neben den sanften Aufbauscholmeien. Steuern, Lohnforderungen, Demonstration und Streik bilden das ständige Staatsringelspiel und das ganze heißt Sanierung. Hie und da bringt noch der Hakenkreuzspuk ein bißchen „kulturelles" Leben;it die prosaische Bude. Ich bin durch Einheirat kein Bank- -irskior geworden, mein« Aktien bestehen aus hundert Kronen Kriegsanleihe, durch die ich mir beim Militär einen kleinen Urlaub herausgeschlagen habe und nur ein altes Postsparkassen buch mit der Einlage von einer Krone stellt meine Bank- Beziehungen her. Ja, und dann noch das Fräulein Pipsi von >er Großbank: „Ich geh' nicht, ich nehm'" wegen ihrer schönen, blauen Augen. Sie l,it jetzt sehr viel Zeit und ich sehr wenig Geld. Und dabei spielt man gerade jetzt die herrlichsten Kinolück«. Wir beide gehen so gerne ins Kino! Sie unterhält sich Hstlich und ich Pflege dort zu schlafen. Auch Konditoreien und ihnliche Luxnslokcile besucht das Bankfräulein ganz gerne, sticht, daß sie einmal auch streiken würden und kein Geld rehmen möchten. Keine Spur! Der Bankenstreik geht mir deshalb doch schon auf die Nerven! Die blauen Augen des Fräulem isiipst sind sehr schön, o ja. aber noch schöner, wenn sie tags» über im Banlburcau leuchten. Ich sehe ein. der Streik ist 'einen Schuß Pulver wert. Für einen anderen Generalstreik allerdings wäre ich sehr eingenommen und könnte für ihn sogar Freudenschüsse abgeben, wenn nämlich schon endlich einmal in der ganzen Welt die Generäle endgültig streiken würden. Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) , ♦ Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Neindorfgaffe 4L. Zerrte moderne Perfektion. Beginn '^7 Uhr abends. Seteine, Tortröge und Versammlungen. ZionistischeSektion XVI/XVII. Der für beute mgesetzte Vortrag c n t f ft 111. — Zionistische B e« .irkssektion Brigittenau. Herr Doktor Canel 9 e e r bält im Lokale der Sektion einen mehrstündigen Kurs iberKinderpslegesür Frauen und Mädchen ab. Der rste Vortrag sindrt beute Donnerstag um 8 Uhr abends statt. Kinderfest und Kindervariet«-. Sonntag den 84. d. um mlb 4 Uhr nachmit'agkvera"sta^tet der bekannte Zauber« Änstler und Kinderfeftarrangeur M Alexanderin mittleren Konzerthaussaalr ent großes Kludertest verbunden mit Kinder« tariete: Eine halbe Stunde im Traumland, Zaubertheater, ounde« und Affentheater. The Tafts, indische Jongleur« ■cnjation, mustkaliscli-e Clowns. Tierstimmeninntatoren und Kindermärchenerzähler. Zum Schluß großer Faschingskinder« reigen. Karten im Vorverkauf im Äonzerthause und in den bekannten Kartenbnreaus. Alland und Einschlägiges. Am 18. d. hielt Frau Henriette Weiß im Fostsaale des Niederösierreichischen Gewerbe« -ereins einen Vortrag übe" „Alland und ein'chlägige Fragen". Sie berichtete zuerst über die Verhältnisse in der Heilanstalt Alland, Heilungserfolge und Ovgauisationssragen; von der Schwierigkeit der Lösung des Problems zur Erlangung von geeignetem' Pflege- und Fnrsorgepersvnal kam sie auf sie Schaffung eines MädchendienstjahreL zu sprechen, welches jedes Mädchen aus wohlhabender Familie gesetzlich verpflichten sollte, ein Iabr lang in Wohlfahrtsinstitutionen tätig zu sein. Dann kam Frau Henriette Weiß auf die Schaffung eines AltersversorgungsheiweS für den intelligenten Mittelsians zu sprechen und propagierte, ein solches im Anschluß an das bereits bestehende Heim in Mauer zu gründen, dessen Kosten etwa eineinhalb Milliarden betragen würden. Die Vortragende erntete für ihr« Ausführungen reichen Beifall. Zionistische Ser!rl»rrktk»i, Ecopoldstaflt vormetrlsg den 21. Februar, prazsie 6 Uhr abends, im UlUntr BütflCT-ßaU, 2. Bezirk, Praterstraße 11 Vortrag figmund Haber: „Ms Humoristen 8n der jütf. Literatur“ Jeden Mittwoch zwanglose Zusammenkünfte mit Vorträgen NonWsche Sektion «.-8. Berirk Heute, 10 Uhr abends. Im Maria Dherefien-Mno, 6. »ez., MarlahUferstrabe 70 (Ecke Neubaugasse) Wiener ZI. Februar 192* Seite 5 Meinl-Kaffee mmsrnrnsamamaamsKmuamn MUteilungen aus dem Publikum.? *b/' Tee von sicherer Wirkuntr, angenehmem Ge«chmick, voUstLndlx, nr,. schädlich, stellt schlanke, graziöse . ipur h.er ohne Aendemng der Lebensweise, prompte Gewteh’sabnahme. Hel Vorelnsendane dev Betrages vor. 5. K. 31.000 für ein Paket, erfolg t die Zustellung franko Waldhelms Apotheke, Wien, I. Himmalpforlsaue 13 si janwpwiiwi"— iiuiassBMemeeBaeaBBWBswaaaAAKWssa^wsweeawaMaewBawean DAMENWESTEN SfHckwarett, Wirkwaren u. Sportartikel in grosser Auswahl Lgav cAi.A. IK. Glockengasse A a^BCiiK MPSglASSBl Telephon 40-00» 802 Bühne und Kunst. Maria Srska in „Schloß Wetterstein". (Kammerspiele.) Nach längerer Pause wurde die Seriewanfführnng von Wedekinds „Schloß Metierstein" wieder ausgenommen. Di« Leute wissen n-ach wie vor mit diesem Stück nichts anzufangen, aber sie Hallen sich an die erotischen Sensationen, suchen lsinler dle Perversitäten zu kommen und sagen es Dem lieben Nachbarn nicht, daß ihnen die Vorgänge ziemlich dunkel blieben. An der AbendSasse stauen sich die Massen . . . Maria O r 8 k a als Effie ist insbesondere in der grauenhaften Schlußszene mit Hugo Werner-Kahles jetzt schon berühmten Tschamper „hervorragend". Bei ihren Schlangenwindnngen und Bauche Pantomimen wird dem Publikum schwül. Diese Bravourszene gelingt ihr. Bemerkenswertes Virtuosentum — aber ein arges Manko an Schauspielkunst. „Der blaue Heinrich." Roland-Bühne. Man kann, darf und soll nicht böse sein. Denn die Firma OÄar S ch w a r h u. Co. hat die Marc geliefert, die in der Roland-Bühne sichern Absatz findet. Und der andere Kompagnon Georg Lengbach, ein routinierter Schauspieler, lyv. für drei alle aussteigenden Gewissensbisse besiegende Männerrollen gesorgt, einen alten jüdischen Fabriksbesitzer mit Heirarsschmerzen, den Sigi Hofer mit ssinem bekannten trockenen Humor wiedergibt, einen jungen jüdischen Papierfabrikamen. der als Gatte in doppeltem Versuche alle Freuden und Schmerzen der Ehe auskostet und den Fritz Strehlen mit gut dosierter Vonhomi« ausstattet, und einen degenerierten Grasen, dessen uralter Adel in der Gestalt Gustav Müllers eine nicht mehr ganz neue, aber immer wirkungsvolle Verkörperung findet. Die Damen Maria W e st und Jda K o s s o w bilden nur eine hübsche Fassade. Fräulein Lina. Frank als Tippfräulein stellt unter Beifall das Mannweib mit Hornbrille dar. Der Schwank heißt „Der blaue Heinrich' und ist wirklich gar nicht rot in seiner Gesinnung. dt. Alba« Berg, der begabte Schönberg^chülcr, kam in Berlin zu Wort. Das Havemann-Qartett brachte ein Streichquartett Bergs, das aus zwei Sätzen besteht, zu eindt ilcksvover Wirkung. Bruno Walter in Amerika. Brunno Walter befindet sich auf einer Reise nach den Bereinigten Staaten, wo er während fünf Wochen das Danirolch-Orchester leiten und in mehreren Städten konzertieren wird. Eine spate Schubert-Erstanfführung in München. Schuberts Messe in As-Dur erlebte in München unter Leitung des Domkapettmeisters Ludwig Berber ich ihre Erstaufführung. M1 (|1TH IR7PM Daunen* g. Steppdecken, OttoiflallliiluJju menen. Diwans, Polstermöbel Relsinger-Ungelin IV., Johann Straussgassc 41 Wiens billigste Öeltwarenand Tapezierer-Werkstätten Umarbeitung samt Reinigen nnd Krampein d. Füllung: 1 Matralze, 8 Teile, 1 Steppdecke K 60000, Diwans, Ottomanen von K 75.000 aufwärts. HUGO BETTAUERS neuester Roman: Ms Emsigem Weiber von Wien erscheint in der Wochenschrift ,ER und SIE* Nummer 2 ist heute in *llen Trafiken zu haben! nnnB*BRsiBBHCinnntg«aaaBi)afli«Ha Ja,auch Sie : müssen im e'genen Interesse M Vertrauen ■ »sssen zum ■ n Die nachweisbar bisher in Oesterreich erzielten hervorragenden » n Die nachweisbar bisher in Oesterreich erzielten hervorragenden » ■ Erfolge veranlassen uns, den weitesten Kreisen die Mögt chheit zum h ge Versuche unserer Apparate zu geben und wir stellen deshalb c : 1000 Wohmuth'Apparate : ■ zu fVläelzwoctc«ri zur Verfügung ■ ■ Aufklärung und Prospekte kosten<01 durch: * S Wohlmuth“^orinpi)l-V«rtrieb für Öesterraich £ o Zentrale: Wien, VIII. Schlösselgaase 22 » 5 Filirt en: Jörgh H.T>il>t>, äram 81; Kumr, Vit. 'Witibchnstrasse 8ä; 5 v 'fer^.VT. Ü<\titidi>rf«ritr. öS; Xaj:r. :ifm. .WI». Jk^tur Ihupiit. 48 v ■ c:B(«BBsiatMaaBBisnis«HBasnaaaiRnBiB^BHB!BBB»aa Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen^ 7 Uhr, »Cirano von B e r g e r a c". V o l k s o p e r. Alestan^ro B o n c i verabschiedet sich heute als Richard im „Maskenball" vom Wiener Publikum. - Morgen (Freitag) i b «li o". Im DeutscheuVolkStbeater gelangt morgen (Freitag), neu einstudiert.' Franz MolnarS Komödie ,$cr G a rdeoffizier" zur Aufführung. Die Vorstellung beginnt um 7 Uhr. Im Neuen Wiener Stadttheater findet Sonntag den 2. März, Uhr nachmittags, zugunsten de8 FerialfondS eine Festvorstellung der „Tannbäuserv a r o d i e" von Job. Nestron und Karl Binder statt. Die Hauptrollen sind find besetzt mit den Damen: Haust Aie'e, Vikt. Pohl-Mriser, den Herren r Rudolf Bäudler, Josef König, Kammersänger Artur Preuß, Armin Springer, Burgschanlpieler Willy Thaller. Im Raimund-Theater spielt Max Pallenb er« heute zum ersten Male in der deutschen U raufführun« des Lustspieles „Armer Kleiner...!" von IargneS Deval den Br^ard. Tie Vorstellung beginnt pünktlich um 7 Uhr. Modernes Theater. Nach Anhörung des ZensurbeirateS Hat die Landesregierung das Bübnenwerkes „I o s H iwara" zur Aufführung am Modernen Tbeater fneige g e b e r. Die Prem irre findet, wie bereits angekündigt, F r e i t a g den 22. d., 7 Ubr abends, statt. In der I ü d i s ch e n B ü b n e. 2. Bez., Taborsiraße 12. gelangt heute, '/»** Uhr abends. Schalem As<b' Drama „Gott d„e r Rache" zur Aufführung. (Jankel Schapschowitz — Isaak Deutsch). Nvnrertnachrichken. (Die nachstehenden Ankündigungen sind entgeltlich.) Äilöa Dulitzkaj« veranstaltet Montag den 2?>. b. um V*8 Uhr abends im großen Saale des Ingenienr- und Architektenvereines, 1. Bez., Eschenbachgasse 9. einen internationolen Liederabend. TaS Programm wird deutsche, russische, srainösische und jüdische Lieder enthalten. Die Sänoerin, die aus ihren früheren Konzerten allgemein bekannt 'st, zählt zu den besten Intervretinnen ded jüdischen Volksliedes und singt diesmal neue Jemeniten- Lieder. Dem Auftreten der Künstlerin wird mit großem Interest.' entgegengesehen. H Eia Roman m der jüdischen Gesellschaft BudapMs 1 eas —---- ~= i DieHeimatloten I S von ttltma v. Vukeiloii s S siwet Dt«str vor allem lagen dielen Roman vemerkenswe« und tcsielnd « M au« der ReUv der oirleti hervonreren: die üb-nnlchrndc NrafI, mt bei S SS das sozial» Bild einer Zelt und eine» Kreisch qcarven und die unberümmcrie — — Külmdrit und e:schurtec!>de EhrUidlril. mir der seti, Gegenstand g»^dracht w'.rd. a.Y«w tretet Fresse* ~ M Preis geh «fiel K 48.000 1r Halblelnwand K 56.000 M Ku beziehen durch Jede Buchhondlun? Deutsch-Oestoi-roichiaoher Verla' iilllnif oder dtrokt vom Vsrlag sss . Wien, i. Fischerstiege 8 Hz

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