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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-19 · Heft 1800 (19.2.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1800 (19.2.1924)
Date
1924-02-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1800 ' gSiffl. Dienstag Wiener Morsenzeitung. ^Das Zebakel der ungarischen Krone. Große Panik in Budapest. — Ratlosigkeit der ungarischen Flnanzbehörden. — Ankanfr- Weigerungen im Anslande. ES scheint, als ob die Ungarkrene sich in u-na.ufhal.tsamem AbwartSglelten be.fin-den würde. Auf dem Wiener und Züricher Platze werden d'.e Ungar krönen nur ungerne gehandelt. Gestern wurden noch für effektive ungarische Kronen 66 Heller bezahlt. ES glaubt niemand wehr daran, daß sich die ungarische Krone wird erholen können. In Budapest selbst ist eine förmliche Panck ausgebrochen. Jeder will sich der Kronen entledigen. Die Lehensmittelpreise steigen sehr stark. Die Regierung selbst ist ratloS. Ter Mnanzmin'ster erklärt, keine gewaltsamen Verfügungen. wie Beschlagnahme der Depots, Sperre der Einladen. Abslompelung des Geldes vornehmen zu wollen. Tatsächlich aber werden im ungarischen Finanzministerium ununterbrochen Beratungen abgehalten, wie dem weiteren Sturze der Krone doch E'mstal-t getan werden könne. Heute soll der Nationalversammlung ein Entwurf voreglegt werden, der den Kronenschmug^el und den Schleichhandel in Devisen verhindern soll. Es ist wahrscheinlich. daß bei dieser Gelegenheit die ganze Geldpolitit der ungarischen Regierung einer scharfen Kritik unterzogen werden wird. Die Devisenzentrale versucht es. künstlich höhere Kurse zu nominieren, doch sind diese Versuche ebenso kindisch -nie erfolglos. Das Mißtrauen ge^en die ungarische Regierung, welches seit jeher im Auslände gehegt wurde, zeigt sich setzt in der völligen Mißachtung des ungarischen Geldes. Auf keinem ausländischen Platze wird es setzt n-och ausgenommen. Gestern verlautete an der Börse, daß. im Falle der Kurssturz andauern lallte, v i e ausländischen Börsen zur Streichung der ungarischen Krone schreiten würden. Unter diesen Umständen wird krampfhaft versucht, irgendwie Devisen für den Verkehr he reinzmhe kommen. So sollen die Bud-apester Mühlen veranlaßt werden, ihre von England erhaltenen Psundmengen der Devisenzentrale zur Verfügung zu stellen. Trotz all dieser Maßnahmen scheint das Schicksal der ungarischen Krone besiegelt. Der finanzielle Au^ammenbruch der ungarischen Währung vollzieht sich rascher als die ärgsten Skeptiker noch vor drei Wochen vermuten konnten. Freigabe in Großbritannien beschlagnahmter Vermögen. Wie die „Morni lg Post" meldet, hat das englische Handelsamt die Vorschläge eines Berichtes des sogenannten Lord BlaneSburgh (früher Lord Aounger) Committeeangenommen, nach welchem Ansuchen von Staatsangehörigen der früher feindlichen Staaten um Freigabe ihres in Großbritannien beschlagnahmten Vermögens oder gewisser Teile desselben behandelt werden sollen. Das Komitee schlägt vor, jedes einzeln« Ansuchen durch eine beratende Körperschaft prüfen zu lassen, die ein je nach den besonderen Umständen des Falles geregeltes Vorschlagsrecht bezüglich der Grenzen der Freigabe haben soll. Derartige Ansuchen müssen vor dem 1. August 1924 gestellt werden. Bulgarische Handelsbeschränkungen. Das bulgarische Fi- «anMinisteri-um hat in Anbetracht des furchtbaren Lova-Sturzeg ein Gesetz eingebracht, durch das die Einfuhr aller Waren, die nicht dringend im Lanlde benötigt werden, verboten wird. In der Sobranje wurde das Gesetz nach kurze r Debatte angenommen. Wie der „European Eommercial" berichtet, werden viele Waren, die absolut nicht zu den Luxusartikeln gezählt werden können, durch dieses Gesetz -betroffen, das sich aus 154 verschiedene Güterklassen bezieht. In dem Gesetz ist auch Vorsorge getroffen, daß ln einzelnen Fällen im Interesse der Inlondsversorgting Ausnahmen bewilligt werden können. Darüber hat eine p'rmanente Kommission, di« mit dem Ministerium in engem Zusammenhang steht, zu entscheiden, vorbehaltlich der Genehmigung burdj den Finanzmimster. In der Kommission sitzen Mitglieder der obersten Zollbehörde, des Hawd'lsministeriums sowie der Handels- und Indnstriekammern und auch ein Repräsentant des Verbandes der Nähr-unesmittelgenossensck>aften. Nur Waren, die ganz oder tcÄweise schon vor dem 16. Dezember lanstnden Jahres bezahlt wurden, fallen absolut nick" uwer das Verbot. Ein Kreditinstitut für italienische Arbeit im Ausland. Aus Rom wird gemeldet: Um italienische Kolonisierungsunternehmen im Ausland *it finanzieren, soweit sie vorwiegend italienisch? Arbeitskräste verwenden, ist ein Kreditinstitut für die italienische Arbeit im Ausland gegründet worden Es gewähr: auch Borschülle für Kautionen, Anschaffung von Werkzeugen usw. und bezweckt die Sammlung der Er'parnisse der italienischen Auswanderer. Das Iw'ti-'ut hat seinen Sitz in Rom und gedenkt, in den wichtigsten AuÄranderunaszentven Filialen zu eröffnen. Erhöhte Raphthafärderung in den Petrolemnseldern von Baku. Aus Moskau. 17. Jänner (Rosta), wird gemeldet: Nach offiziellen Daten wurden im Dezember des Vorjahres in den ■ » » ■ ■ m ■ » » » » » ■ ■ » » 0 ■ ■ » 0 0 0 0 0 0 0 » » 0 N m * 0 0 0 0 0 0 0 ■ 0 0 0 0 0 0 0 0 0 ■ 0 Der gute Kaufmann sucht Verbindungen im Ausland und mit den Besuchern der Frühjahrsmesse durch Insertion in unserem Blade, welches dur^i seine grosse Verbreitung in der Gesrbar swelt aller Auslands- Staaten Gewähr für den Erfolg bietet Die ,.\VJener Mortrenzeitun^“ wird tu der Ze t vom 9. Ms 15. März >. J, In bedeutend verstärkter Auflage mit einem ,,Fühl er durch die Truhjahrsmesse“ erscheinen und vie’en fallenden Handelsfirmen des Auslandes sowie allen Besuchern d r Messe kostenfrei zugesendet Werden Bestellen Sie elies'ens Ihr Inserat Auf VtUiiscli unverbi di’cher Besuch unseres Vertreters Administration der „Wiener Morgenzeitun?", 2. Bez., Taborstrasse 1—3, Teleph. 44 0 38 u. 43-3-19 a 0 0 0 0 i b > a » 0 a 't a ' * ■ M 0 0 ■ 0 0 ■ B a 0 a a a » ■ » » b » 0 B B 0 ft ft ft ft ft 0 0 0 0 m A ■ 0 B ft Petroleumfeldern von Baku 22,805.660 Pud Naphtha gefördert. Die Förderung stieg geg-nüber der Novemberförderuwg um 1,606.000 Pud. In den Monaten Oktober-Dezember 1928 wurden insgesamt 63,573.000 Pud Naphtha gefördert, also um 24 Prozent mehr als in dem gleichen Zeitraum« des Vorjahres. M<"«er Börse. Schwächer. Die gestrige Börse stand unter dem Eindrücke deS Bankbeamtenstreiks, der bereits bei den vier Großbanken ausgehrochen ist. Im Anfangsstadium übte derselbe wohl keine tiefgehende Wirkung auf daS Kursniveau auS, doch verhielt sich die Spekulation äußerst reserviert, so daß der Verkehr sich in den allerbescheidensten Grenzen abwickelte. Stärker gedrückt waren die Werte ungarischer Provenienz mit Rücksicht auf den Tiefstand der ungarischen Krone. Hingegen wiesen einzelne tschechische Papiere, wie Skoda, in denen Kaufe für Prager Rechnung zur Ausführung gelangten, Kurserhöhungen auf. Im weiteren Verlaufe des Verkehres wurde bekannt, daß der Bankenverband eine allgemeine Aussperrung der Bankbeamten durchführen will. Dies übte insofern ungünstig auf die Tendenz des Marktes, als Glattstellungen erfolgten und die Kontermine. namentlich ht den Alpineaktien, zu Leerverkäufen schritt. Diese übten einen Druck äuf das KurSniveau und man schloß, mit geringen Ausnahmen, zu den tiefsten Tageskursen. Bankverein verloren 4000 K-, ungarische Kredit 77.000 K, Anglobank 3000 K, Staatsbahn 44.000 K-, Lombarden 14.000 K-, Alpine 9000 K.. Felten 7000 K-, Poldihütte 48.000 K., Rima 14.000 K, Waagner 14.000 K , Timber-Holding 41.000 K., Salgo Kohlen 73.000 K. und Semperit 6000 K. Hingegen waren die mit dem Frankenknrs im Zusammenhang stehenden Werte gefragt und höher. So gewannen Südbahn-Prioritäten 16.000 K, Länderbank 16.100 Kronen. Auch tschechische Werte wurden mit Erhöhungen bedacht. Skoda profitierten 8000 K. Ferner gewannen österreichische Kredit 4300 K. und Unionbank 2000 K. Auch im Schranken war das Geschäft fast belanglos und zumeist niedrigere Kurse in Geltung. Bon den fließenden Werten büßten Dampfschiff 5000 K., Allgemeine Bau 10.000 K., Berg und Hütten 60 000 K., Hutter u. Schrantz 15.000 K-, Oberungar. Hütten 36 000 K., Ungar, allgem. Kohlen 122.000 K., Unikanv 85.000 K., Fanto 40.000 K., Schoeller Zucker 40000 K., Ungar. Zucker 880.000 K. ein. Hingegen besserten sich Aussig chemische um 10.000 K., Prager Eisen um 70.000 K. und Kroatische Znckeraktien um 77.000 K. Bon den zu Einheitskursen gehandelten Papieren waren Nordbahn um 150.000 K., Golleschauer um 65.000 K., Perlmooser um 80.000 K., Wienerberger Ziegel um 05.000 K., Pilsner Brau um 60 000 K. niedriger. Auch die Aktien der Papierfabriken wurden billiger abgegeben. Von den Petroleumaktien gewannen Galieia 120.000 Bezngsrechte: Hvpothekenbank Lemberg 2800, Jugoslawische Bank 1000, Unionbau Materialien 10.000, l-razer Brau 59.000, Warchalowski 7000, Grazer Waggon 4000. Galieia 16.100000, Naphtha 1,450.000, Färberei Trust 12.000 und Sascha 50. Auf dem Anlagemarkt war die österreichische Goldrcnte schwächer. Bon den Exoten notierten: Apollo-Film 20 000, Eos 8200, Effeff 42.000, Erdöl 40.000 bis 42.000, Iriag 250 000 bis 255.000, Hvhverband 21.500, Mraznicq 162.000 bis 170.000, Schubert u. Co. 13.000, Tepege 88.000 bis 93.000. Wiener SchuWrfe. Moenber'cht der ..Wiener Margenzeitnng"> Die aestrloe SchuhbSrse verlief in rußiger Haltung und einige Umsätze erfolgten zu unveränderten Prellen. Es notieren: H e r r e.n st i e f e l Makay Boxcalf und NindSbox 1Y5.000 K., Naturleder und schwarzes Kuhleder 190.000, Brannleder 215.000 Kronen, Goodhear Welt Boxcalf 245.000 K., RindSbox 225.000 Kronen, Svortstiefel mit Lederfntter 300.00t» K. Dame nft t e f e l Biakav Boxcalf und RindSbox 185.000 K.. Naturleder und schwarzes Knbleder 175.090 K., Brannleder 210.000 Kronen, Goodyear Wett Boxcalf 255. 0 > K., RindSbox 235'0 > Kronen. Brannleder8' 0.0'Oft. D amenb albfchub e Goodv'ear Welt Boxcalf 195.090 ft., Brannleder 280.00» K. K n a bensch u b e Makay Boxcalf und RindSbox 172.000 K,, Braunleder 175009 K., Sportstiefet Herrengoiserer 215.000 K., Tamengotserer LlO.sO) K. ....... - Zum ästentlichen Verkaufe gelangten laut Arb 848 de» H.-G.-B. 375 Paar Herren-, Damen und Knaben-Gnmmischuhe Llartt Wimpassinzu 1500 Schweizer Franke» ad Wie». IS. Fehnwr 1924 Seite ) Men, 17. Februar 1924. Die Unterzeichnete« Institute teilen mit, daß sie infolge des Streiks ihrer Angestellten bis auf weiterer die Verantwortung für die Durchführung erteilter Auf« trüge abrnlehnen gezwungen sind. 8n de» Sentraien der Institute wird ein für Wechfeiverpflichtungen bestimmter Rottaffendiensi in der Seit von 11 bis 12 Uhr vormittags eingerichtet werden. Allgemeine Depositenbank. Allgemeine Berkehrsbank. Angio Austrian Bank Ltd. Niederlassung Men. Unionbank. Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenze-imng".) Der öffentliche Verkauf von »irka 70.009 Kubikmeter Hol) Gösing-Puchenstuben wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Diebmnrtte ln St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Ri n de r m a r k t. Der aestriae Auftrieb belief sich aus 889 Stück inländisches, 480 Stück ungarisches. 3 Stück tschechoslowakisches. 454 Stück luaollawisches und 819 Stück rnmänischeS. zusammen 2558 Stück Schlachtvieb, worunter sich 2178 Stück Mast- und 410 Stück Beinlvie'' befanden. Der Gattung noch waren 179^ Ochsen. 418 Stiere und 375 Kühe. Unter dem Einfluß des flockenden RindflellchablatzeS und da außerdem gestern in der Großmarktballe 109 Tonnen. Rindfleisch einlanaten, war die Tendenz bei gegenüber ter Vorwoche unveränderten Preisen eine vorwiegend rußige. ES notierten Ochsen vrima 14.*oo bis 13.500 St., ertrem bis 18.000 St., Wmiba 12.500 bis 14.000 St., tertia in.ooo bis 19 00'» ff., Stiere 11.000 bi» 18.000 St., Knbe 9000 bis 14.000 K. rin.000 St. und Beinlvieh 7000 bis 9000 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Bor ft envieb markt. Laut vorliegenden Ausladungen und Anmeldungen dürste sich der Auftrieb auf zirka 2000 bis 2500 Schweine bel^uien. Baumwollmartt. Kew-Norh, 16. £ ebinar Barimwallzufußren in den atlaM und Golfböfen 9000. im Znnern 7000 Ausfuhr nach Groß» britannien 8000 nach dem Kontinent 34.000 Lokalmarkt 31.45 (letz! Kurs 31.85^. Tendenz r Stetig. — Termine: Februar 30 87 Mär, 31.14. Avril Mai 31.50, Sunt -. - Juli 30.33. Angu-t 28.05. Sevtember 27 70 Oktober 26.97. Aovember —Dezember 28.45, Jänner 26.15. Berliner Börse. Berlin. 18. Februar. Der heutige Monlap bedeutete eins» R>'kordl-a>g in der an der hiesigen Börse l^rrschen-drn Goschäftsstille. Da Anregungen von Bedcirtung nicht vorlagrn. hielten sich die Umsätze auf allen Marktgebieten in den denkbar e.nastm Grenzen. Der Kursstcmd war nur wenig verändert, überwiegend aber für die führenden Papier? um 1 b's vcr ingelt 8 Billionen Prk>i"nte niedriger. Shrf dem Gold- und Devisenmärkte hat sich nichls von Bedeutung geändert. «Alles m Billionen von Mark.« S ch l u ß k u r '^e: Türkische Lose 28.1, Lieflerr StaatSbatzn 42.5, yiordd. Llovd 85, Ber Elbeschifsahrt 6.1, Berliner H,mdelsge!ellschakt 61.75, Kounner^. Privatbank 8.G2, Tarmflädter B«mk 16.6, T'emfd«' Bank 16.25. Diskonto- Kommandit 20.--, Dresdner Bank 10.—, Nationalbank für Deutschland —, Ceftm. Kredit 0.7, Ccfterc. ^«rderbank . ReichSbant 45.—, Wiener Bankverein 0.5, Wr. Unionbank —. Allg. lllektrizitätS-Geiellschaft 14.1, Bochumer vußstalil 70,5, Daimler Motoren 5.3 Deutsch-Luxemburger 58.'. Deutsche Maschinen' 10.7, Tnnamit Nobel 11.6. gelten U. Guilleaum? 35.5, Gelsenkirchener Berg. 86,75. Tb. Goldschmidt 21.75, varvener Bergbau 85.—, Hirsch Kupfer 48.-. Höchster Garden 20.75. Hobenloße-Werke 5».— . Lamal-ütte 24.-, AianneSmannröliren 46.25, Phönix Bergbau 43 75, Schuckert u. (So. 55.75, Siemens u Halske 52.5. Telephon Berliner 625. Tollarschatzanwellungen Prager Börse. Prag, 18. Februar. Der Streik der Wiener Bankbeamten blieb aus, den hiesige!: Markt ohne Einfluß. Hcimi-sd)« Papiere zeigten durchwegs eine bessere Haltung. Zucker-, Textil- und Dauwerto lagen freundlich. Arbitragew-'rte schtvächten sich nach festerem Beginne ab, desgleichen Brauersipapicre. In der Kulisse waren Danek- und Skado-Aktien gut behaupM. Einzelne

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