Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1798 (17.2.1924)
- Date
- 1924-02-17
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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WtzWWHWM T <V Seite 12 Men. Sonntag Wiener Mor-enzeitunA. 17. Februar 1924 Nr. 17V8 sich auf der ganzen Welt durchgesetzt hat. Kleider, Kostüme, Handschuhe, Kopsputz in reicher, origineller Fülle, wobei dem Stoffmuster ein gewichtiger Platz eingeräumt ist, lassen den künstlerischen Geschmack und Ideenreichtum der Wiener Modeschule deutlich erkennen. o. r. Aus dem Burgtheater. Für die nächste Zeit ist im Burgtheater bloß eine Premiere augesetzt, und zwar Srrindbergs „Ge sperrst er-So na re", die am 28. d. im Akademieiheater in Szene geht. — Die bereits ntitgeterltc Erstaufführung von S ch ö n h e r r s ncriem Drama, „D e r K o m ö d i a n t", wurde auf die nächste Spielzeit verschoben. — Wie man erfährt, wurden am Kündigungstermine, dem 15. d., am Burgtheater keine K ü n d i g u rr g c n vorgenommen. Mit Rücksicht darauf, daß das S ch ö u b r u n n e r S ch l o ß t h e a t e r wieder eröffnet werden w i r d, hat inan im Burgtheater nicht „abgebaut". Literarische Nachmittage im Modernen Theater. Direktor B l u m veranstaltet ab nächsten Monat im Modernen Tlreater an Samstagen und Sonntagen literarische Nachmittage. Für diele Vorstellungen wurden bisher nachstehende 26 e r k e zur Aufführung angenommen: „Flucht nach Venedig" von Georg Kaiser, „D i e Welt ist krau k" von Herbert E u l e n b e r g, „Komödie u m Rosa" von Fred Antoine A n g e r m e v e r. „S ch w a n e nw e i ß" und „S a m u m" von Auzust Strindberg, „S ch ä f e r st u n d e n" D o u r-d e t. „D i e B ü r g e r v o n R o u e n" von Guy de M a u v a s ' a n t, „Besuch in d e r D ä m m e r n n g" von Thaddäus R i i t n e r. „Don G i l v o n d e n g r ü n e n H o s e n" von Jirso de M o l i n a und ein 26 e d e k i n d -> Z v k I '.i Kunst-Rout im Unterrichtsministerium. Zur Förderung einiger Aktionen aus dem Gcbiere der schönen Künste und der Musik veranstaltet der Bundesniinistcr für Unterricht am Donnerstag den 28. d. um 9 Uhr abends in den Festräumen des Unterrichtsministeriums, 1. Bez.. Minoritcnplatz 5, unter Mitwirkung hervorragender Mitglieder der Staatsoper, des Burgtheaters und der' Musikakademie einen Kunst-Rout. Die zuin Eintritt berechtigenden Ausweise, die nur in beschränkter Zahl ausgegvben werden, sind durch das Präsidium des Unterrichtsministeriums erhältlich. Besondere Einladungen ergehen nicht. Wilhelm Wachtel, der bekannte jüdische Maler, tritt dieser Tage eine Studienreise nach Palästina an. Ter Künstler gedenkt, sich zwei Monate in Erez Israel aufzuhalten. Tie Berliner Philharmoniker bei den Baireuther Festspielen. Das Orchester zu den Baireuther Fest-lpielen. das früher regelmäßig aus Orchestcrmitglicdern der verschiedenen deutschen O-pernbükmen zusameno-estellt war, wird dieses Jahr lediglich aus Berliner Philharmonikern bestehen. Eine Erstaufführung von Franz Schreker. „Fünf Gesänge für eine mittlere Stimme und kleines Orch ster" von Franz Schreker kamen unter Leituna des Komponisten in Duisburg zur Erstaufführung. Maria Schreker war eine ausgezeichnete Interpretin intb sicherte ihnen eine überaus günstige Aufnahme. Moderner Ballettabend in München. Unter Leitung des Ballettmeisters Kroll er werden am Mittwoch den 20. d. im Münchner Nationaltheater drei neue Ballette aufgoführt, und -zwar als Uraufführung „Pierrots Sommernacht", eine Balltt-tpantomime in einen: Aufzug von Hermann Noetvel, als. erste Aufführung „Scheherezad e", symphonische Suite für Orchester von N. Rimsky-Korsakosf und „Der ho l z g es ch n i k t e Prinz", Tanzspicl in einem Akt von Bela Balasz. Musik von Bela Bartok. (Bekanntlich har die Hellerauer Schule unter der Leituna von Valerie Kranne das ledere Werk bei ihrem Wiener Gastspiel im Äonzerthans zur Aufführung gebracht.'» Maxim Gorki über Lenin. Gorki, der sich gegenwärtig -zur Kur in Marienbad aufhält, äußertsich einem Interviewer gegenüber, daß er gegenwärtta eine Arbeit über Lenin unter der Feder habe, die zunächst in Amerika erscheinen werde. Er sagte anläßlich dieses Gespräches über Lenin folgendes: „Lenin war ein Mensch von großer Bedeutung. Erst die Geschichte wird ihn beurteilen können. Er war ein großer Staatsmann und ein großer Mensch. Alle Nachrichten, lau: denen Lenin ein Tyrann gewesen, find tendenziös. Gleichfalls u nwahr ist alles, was in der Weltpresse über seine (Gewalttaten aeschricben wurde. Ich rechne mir es zur Ehre an, daß ich Lenins Freund fein dürft.." Das Werk Josef Israels holländisches Nationaleigentum. W:e ans dem Haag gemeldet wird, steht Holland noch immer im_ Zeichen der Erinnernngsfeier, für seinen groß eil Maler Josef Israel, der vor hundert Jahren in Groningen geboren wurde. Von den Israels-Ausstellungen find zu erwähnen: eine Ausst llnng seiner Werke aus der Frühzeit in Groningen: im Amsterdamer Reichsmuscum und die Säle mit den Bildern Israels mit Blumen geziert: das Haager Gemeinde-Museum arrangierte eine Ausstellung von Werken aus .Israels reifster Zeit. Der Kultusminister de V i sie r sagte bei der Eröffnung der Ausstillung: „Josef Israels ist Nationaleigentum. Er hat das Niveau des niederländischen Volkes «erhöht" Ein schwedischer Prinz als Theaterautor. Aus Stock- ^.o.^u .wird gemeldet: Im hiesigen Großen Theater fand die Erstausführung des vom Prinzen Wilhelm von Schweden stammenden und in Afrika spielenden Stückes „K inango; i" statt. Tie Premiere ging unter allen Zeichen der Sensation vor sich- Prinz Wilhelm von Schweden war persönlich anwesend. Das ern'icc wurde vom Publikum mit Begeisterung ausgenommen und Prinz Wilhelm leistete den wiederholten Hervorrufen Folge. Die Kritik bczeichncte das Werk als eine hervorragende dramatische Leistung. Kleine Kunstnachrichten. Der Maler I. F. Raffael ein Zeitgenosse und Mitkämpfer der großen französischen Im pressiouisteu Moiret, Pizciro,. Renoir, S-isby ist in Pari« 74 Jahre alt, gestorben. Er schuf sich zu seiner eigenen Stofs Welt eine eigene Technik und erfand auch eine neue Farben art, emen ölhaltigen Pastellstist, der Raffaelisttft genann wird. Rassaelii ist auch als Knnstschriftsteller hervorgetrcter — Eine neue W e l t k u n st g e s ch i ch t e, die eine Zusammen sasjnng^ der Kunst aller Völker und Zeiten bringen soll, be ginnt soeben im ^Propyläenverlag zu erscheinen. Der gesamt Komplex wird nicht von einem einzelnen Forscher dargestelß vielmehr erhält jedes Gebiet einen eigenen Fachkenner. Diese Werk bildet auch nach einer anderen Hinsicht einen Typ fü sich: es geht von der Anschauung, Abbildung ans. Bis her sind drei Bände erschienen und zwar: „Die Kunst de Naturvölker und der Borzeit" von Eckart v Sydow, „Di Kunst der Frührenaissanccin Italien" von'Wilhelm Bod, und von Professor Friedlander „Die niederländische Maler des 17. Iahrynirderts". Diese neue Kunstgeschichte der spricht auch verlagSrechiiisch eine monumentale Leistung a: werden. - Im Haag starb der hervorragende holländisch Maier und Graphiker Earel Storm van's Gravesand im Alter von 34 Jahren. Er malte das Meer, Landschafter Stillebeo. Weltruf erlangte er durch seine Marineradierunge und Sitbographre». Jokef Israels Einfluß ist bisweilen ii »e'nen Arbeitet z» verspüren — Demnächst werden, heranS gegeben von Professor H. D 8 : * g e c int Seemann-Berlac BiiiniitsElUili Fraiz Ptllik Alle Arten von Bankgeschäften Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram i, I. Seitzergass e 4 (Ecke Bosrnergasse beim Oraben) Kredituna Warengeschäfte Telephone: 60-4*82, 60-4-93, 63-4-85. 64-4-42. 68-4 78, 69-4-82 10465 Telegrammadresse r Frapebank veranstaltet anläßlich seines hundertjährigen Bestandes eme Jubiläumsausstellung, die einen Ueberblick über die Münchner 'Malerei von 1820 bis 1850 gewähren wird. — In Paris wurde vorige Woche eine Ausstellung moderner tschechischer Maler eröffnet. Die meisten Aussteller gehbreil dem tschechischen Künstlerbund „Maues" in Prag an. Jfa Palastkino, 2. Bez., Taborstraße 1. Heute Sonntag, 11 Uhr vormittags, große (Kinder-)Jugendvorstellung der Tante Andree, mit folgendem Programm: 1. 1 inal 1 ist 1. 2. Bögleins Bitte. 3. Vögleins Tod. 4. Der kleine Jäger. 5. Der Nußknacker. 6 Muttis Geburtstag. 7. Hund und Katze. 8. Meine Puppe ist so krank. 9. Neck und Nynlphe. 10 Schneeballschlacht. Kinderlieber mit farbigen Bildern und zwei schöne, lustige Filme. Karten im Vorverkauf an der Kinokasse. Normale Kinopreisc. (Entgeltlich.) Aas den Theatern. O p e r n tb e a t e r. Morgen, 7,6 Uhr abends. „M a rg a r e t e" (Faustö mit 51anunersänger Karl Günther von der Staatsoper in Berlin als Gast. Dienstag den 19. d.. 7 Nkr abends, „Der Barbier vonBagdad". Hierauf die „Z o i e v b 8 - Le g e n d e". Musikalische Leitung Herr Doktor Richard Strauß. , Burqtbeater. Marge», 6 Ubr abends „Der junge l'ebaib'it 8". Dienstag, 7 Uhr abends, „D i e r o t e M ü h l e". Akademie tbeater. Morgen, '/,8 Uhr abends, „W ö l f e i n d e r N a ch t". V o l k s o p e r. Heute, 2 Uhr nachmittags, „Margarete" (Faust). 7,8 Ubr abends „Die Stumme von P o r t i c i". Morgen (Morltag) „L o h e n er r t n". — Mattia Battistini be rinnt sein mehrabendliches Gastspiel am 2. März als Rigoletto. Im D e u t-s ch e n V o l k s t b e a t e r gelangt Donnerstag den 20. d. Artur Schnitzlers Komödie „P r o f e s s o r B e r n h a r d i" neu einstudiert zur Aufführung. — Die Redoute des Deutschen VolkstbeaterS firrdet diesmal zugunsten der Pensionsanstalt der Mitglieder am 1. Lllärz statt. In den K a m m e r s p i e l e n findet morgen Montag. 10 Uhr abends, die l e tz t e V o r st e l l u n g von Verneuils „Karussell" mit Maria O r s k a statt. Dienstag den 19. d. geht neu einstudiert Frank Wedekinds Schauspiel „Schloß W e i t e r st e i n" in Szene. Maria O r s k a spielt die Effie. Im Theaterander Wien wird Pietro M a z z i n i. der sechsjährige Klaviervirtuose, Dienstag. Mittwoch und Donnerstag im Rahmen der Abendvorstellung „Eine Nacht in Benidig", sein besonderes außerordentliches Programm zum Vortrag bringen. Diese Produktionen sind zugleich für Oesterreich die letzten, da Mazzini am Samstag bereits Wien verläßt, um seinen zahlreichen Verpflichtungen im Ausland nachzukommen. Im Railnun d-Theater spielt Max Pallenberg als nächste Rolle den Jacques Breard in dem Lustspiel „A r m e r 5t l e i n e r... I" von Jacques Deväl, desien deutsche Uraufführung am 21. d. stattfindet. — Mit der Inszenierung dieses Stückes beginnt zugleich Karlheinz Martin seine diesjährige Regietätigkeit in Wien. Iru A p o l l o t h e a t e r geht als nächste Novität Stolz' Operette „D e r K a v a l i e r v o n 10—4" in Szene. ♦ Sie Lebenrrente der Kammerstau. Eine bemerkenswerte Entscheidung. Dü Kammerfrau Julie C. hatte mit dem Erben einer verstorbenen Gräfin, bei der sie durch 26 Jahre fecbicuftct war, eine Vereinbarung getroffen, wonach sich der Graf im Oktober 1919 verpflichtete/ der Kammerfrau eine Reme von hundert Kronen monatlich lebenslänglich zu bezahlen. Die Kammerfrau brachte durch Dr. Zahlmann beim Zivillandesgericht eine Klage auf Erhöhung der Rente von hundert Kronen auf 150.000 Kronen monatlich ein, die mit der Begründung abgewiesen wurde, daß der Gesetzgeber durch die Bestimmungen über die Erhöhung von Ausgedingeleistungen und über die Valorisierung bei Versorgungsgenüsse landwirtschaftlicher Dienstboten zu erkennen gegeben hat, daß er die Valorisierung von Versorgungsansprchen städtischer Dienstpersonen nicht verfügen wollte. Die gegen dieses Urteil an das Obcrlandcsgericht eingebrachte Berufung blieb erfolglos. Der Oberste Gerichtshof hat nun der von Dr. Zahlmann eingebrachren Revision st a t t g e g e b e n und den Grafen verpflichtet. rückwirkend die Rente von hundert Kronen im Ausmaß von 15 0.0 0 0 K r o n e n m o n a t l i ch bis an das Lebensende der Kammerfrau zu leisten. Diü.e für die ganze Frage der Valorisierung von weittragender Bedeutung erscheinende Entscheidung wird damit begründet, daß eS sich hier um einen jener Fälle handelt, die in dem Gutachten des Obersten Gerichtshofes über den Verzögerungsschaden als Unterhaltsanspruch in weiterem Sinne bezeichnet und daher hon der Geldentwertung nicht betroffen werden könne. GS wird in der Entscheidung auch erkört, daß auS den Spezialgefetzen, ly« das Gesetz über die Erhöhung von Au-«L>rn»en um) da» Fa«nl^n-!äobig«rges«tz, nicht der geri » gst e Al* i darauf zulässig ist, ob nicht auch andere in dieian O»f«tznt »ich: bchandelte Ansprüche zu valori- 'l'tötMt wären. Beleidigt« Funktionäre des Wohnungsamtes. Gestern wurde das Urteil im Ehrenbeleidigungsprozeß gefällt, den, wie seinerzeit gemeldet, der Leiter des Wohnungsamtes Dr. Mayer und der Sokretär des Stadtrates Weber, Wowerka, gegen den Juwelier Gmtmann wegen beschimpfender Ausdrücke feiten» des Angoklagten angestrerrgt hatten. Der AnAsklagte wurde wegen Ehvendeleidigung -u vierzehn Tagen Arrest Beaurttttt. lieber die ftloa« wegen bt» von Guttmann erhöhen«, Voovuche» der Pr orek.tionö Wirtschaft w, wooi||4»mt ■ i e 4 Volkswirt. Auszahlung Wien ----- 0.0081 Seutlmer. In Zürich notierte 16./2. 15./2. die österreickiicke Krone ...... 0.0081 0,0081 die tschechische Krone .. 16.70 16.72V* die Mark.pro Milliarde fcoflaitb •••••••»••«** 215 — 215.- •••••«•••»•• 575.25 574.75 London.. 24.67 24.78 Paris. 26 30 25.57 ailanb ••«»»•••«•»• 2495 26.02 7.55 7.05 Bukarest 302 2.95 Sofia ..«.»,»»»»«»» 4.37 4.32 Budapest .,»...»»«»»» 0.0201 0.0202 Warschau . . . . ..- . — Kreditnot. 2ln der Börse haben sich bei geringem GeschaftSmnfang die Geldverhältnissc endlich normalisiert. Vorläufig beläuft sich der Reportgeldsatz auf zirka 0,5 Prozent pro Woche. Dafür ist die Geldknappheit auf den übrigen Gebieten der Privatwirtschaft um so drückender. Handel. Industrie und Gewerbe leiden unter der Kreditnot. Diese Geldknappheit ist es, welche einen wesentlichen Faktor für den schlechten Geschäftsgang bei der Kaufmannschaft bildet, Geldknappheit spielt jetzt die erste Rolle, wenn sich die Jndustrieunternehmungen entschließen, ihre Betriebe zu reftringieren uns Arbeiterentlassungen vorzunehmen. . . Ueberall hört man die Klagen über den Geldmangel. Dabei ist der Geldumlauf in der letzten Zeit ziemlich groß. Nach den letzten Äuswei en der NationalbanE beträgt er 6656 Milliarden. Es ist im Umlauf eigentlich eine genügende Geldmenge vorhanden, vielleicht mchr, als in demselben Gebiete vor dem Kriege der Privatwirtschaft zur Verfügung stand. Dennoch macht sich die Knappheit so furchtbar fühlbar. Solange diese nur als Mittel der politischen Demagogie der einen oder anderen Partei angeführt wurde, war es ganz recht, wenn man chr wenig Be-achtung schenkte. Heute haben sich die Verhältnisse geändert. Das Problem muß um so aufmerksamer ins Kalkül gezogen werden, da es tatsächlich die Entwicklung der ganzen Wirtschaft zu untergraben droht. Vorgestern hat in der Oesterreichischen Natiönalbank eine Beratung der Bankenvertreter und der Regierung stattgefunden, welche sich mit diesem Problem befaßte und eine Herabsetzung der enormen Zinssätze -anstrebte. Es sollen 2>er- Handlungen zwischen den einzelnen Einlagestcllen gepflogen und Vereinbarungen getroffen werden, daß einzelne Einl-ageninstitute sich gegenseitig bei der Entgegennahme vo-n Einlage» nicht konkurrieren. Es wurden noch andere vernünftige Maßnahmen in Erwägung gezogen. Es ist gut, daß sich die obersten Stellen endlich mit diesem Problem ernstlich zu befaßen beginnen. Ob sie aber tatsächlich irgrndeinen Erfolg erringen werden, ist fraglich. Schon vor vier Mcmaten wurde im Generalrat der tionalbawk die Frage der hohen Geldzinssätze vom Vertreter der Arbeiterkammer einer Erörterung unterzogen. Es wurde ins Feld geführt, daß es unmöglich der Wirtschaft entsprechen könne, daß der offizielle Diskontsatz der Oesterreichischen Nationalbank 9 Prozent betrage, während im Priva'leben mchr als 30 Prozent an Zinsen gefordert werden. Seil damals ist das Problem auf der Tagesordnung aller Finanzbesprechungen, und dennoch ist bis heute kein Ausweg gefunden worden. Das Problem und seine 29'ung liegen wo anders. Geradeso wie die Inflation mit der Geldknappheit innig verknüpft ist, geradeso bewirkt auch die Rückbildung der J-fflationswirkungen gewiffe Unregelmäßigkeiten in der. Wirtschaft, die in der abnormalen Funktion dcS Geldmarktes wie in> anderen Gebieten ihren Ausdruck finden. Wohl ist schon jetzt so viel Geld im Umlauf wie im Frieden. Die Einlagen aber, die bei den einzelnen Instituten hin<erleot wurde:', Haber: noch lange nicht die Friedenshöhe erreicht. Der Kredit ist ein« Aeußerung des Vertrauens. Er kann nur dann funktionieren, wenn wirklich die Wrtschastspsychologie derart geartet ist, daß sie nicht mchr außerordentliche Ereignisie befürchtet, daß sie mit normalen Verhältnissen in jeder Hinsicht rechrwt. Diese psychologische Beruhigung enttvickelt sich nicht von einem Tag auf de-n anderen. Dazrl sind Monate und Jahre notwendig. Es ist ein Beweis des wachsenden Vertrauens, daß die Einlagen bei den Banken und Sparkassen von Monat za Monat steigen. Das Dorkrie-gsveotrauen ist nochlange nicht hergestellt. So steht dem kreditverteilenden Instituten viel wenig« Kapital zur Verfügung als es früher der Fall war. Schon daraus ergibt sich eine getvisse Knappheit der Kredite. Der zweite Faktor ist die noch immer-mangelnde Ausbildung deA Kreditsystems. Das Kassegeschüst» dasich wichreich de» Krieges und nach dvmselben eingebürgert hatte, ist in vielen FAlen noch immer nicht dem Kreditgeschäft« genfichn. Hem, wir« I afai aty$| mm »gtz N» Vertrauen» fetc ftMfefeQcbfll