Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1791 (10.2.1924)
- Date
- 1924-02-10
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 1791 Wien, Sonntag Wiener Moraen-ieitung. Seite 15 10. Februar 1924;v. Fußball. Der Verbandstaft des Jüdischen Fufrballverbandes der Tschecho-Slowakei. Nack) einjähriger Pause kamen Sonntag den 2(l. Jänner die prominentesten Vertreter des jüdischen Fußballsports der tschechoslowakischen Republik in Prag zuammen.' Ein Jahr schwieriger, nicht immer erfolgreicher Arbeit lag hinter den Verbandssunktionären. Das; die Mängel kritisiert wurden, ist als Fortschritt zu werten. Der Sitz der Opposition war Süd« mähren. Brünn und in erster Linie Prosmitz waren die unzufriedenen Elemente, die in Dr. Baru einen beredten Anwalt hatten Die von ihm vorgebrachten Argumente war-cn fast durchwegs stichhältig. Daß er aber, obwohl es in seiner Macht stand, vor der letzten Konsequenz (für die Verlegung des Verbandes nach Brünn zu stimmen) zurückschente, stellt' dem hohen Ernst, mit dem er sein Mandat ausübte, das beste Zeugnis aus. Der Verbcmdstag nahm trotz der großen Differenzen, die die einzelnen Herren trennten, einen ruhigen Verlauf. Eröffnet wurde die Tagung mit einem Nachruf für das verstorbene Verbandsausschutzmitglie.d Ernst Friedmann. Die warm empfundenen Worte des Gedenkens wurden von den Anwesenden stehend angchört. Hierauf erstatteten die einzelnen Funktionäre ihre Referate, die ein deutliches Bild über das ereignisreiche Arbvitsjahr 1923 ergaben. Kaminski streifte in einem sehr genauen Bericht alle Einzelheiten der Berbandstätigieit. Die K. M. K. R. I., sagte er, ist mehr als eine bloße Organisation von Fußballvereinen zur Aufrechterhaltung des Sportbetrivbes. Aus der abnormalen Situation des jüdischen Vollkes überhaupt ergibt sich die zwingende Notwendigkeit, daß fast jede Institution, die sich jüdisch nennt und irgend Weilchen praktischen, bestimmten Zwecken dient, eine über den nächsten Ztveck hinausgehende nationale Bedeutung hat. Bei unserem Verband hatten wir Gelegenheit, diese Erscheinung nach jeder Richtung hin zu beobachten. Die Gründung einer selbständigen jüdischen Sportorganisation, die den anderen Vereinigungen vollkommen koordiniert ist, war für die breiteste OeffentlichVeit ein Zeichen, daß wir so viel sind wie die anderen, daß wir so viel können wie die Tschechen und die Deutschen. Dr. Weil berichtete über seine Tätigkeit im Staatsvevband der C. S. A. F. Das Verhältnis zum Staatsverband als auch zu den einzelnen nationalen Unterverbänden ist zufriedenstellend. Hierauf entwickelte sich eine überaus rege Debatte, in der die Herren Jarolim (Olmütz), Tvaub (Mähr.-Ostrau) und Szamek (Bratislava) als Pro-, die Herren Dr. Baru, Architekt Ritter und Goldberg als Kontraredner auftraten. Der Vertreter der jüdischen Fürsorgezentrale, Herr Prokurist Pick, der als Gast anwesend war, plädierte für den Eintritt der einzelnen Vereine in seine Organisation. Dieser Anregung sind, wie wir erfahren, ein großer Teil der Klubs bereits gefolgt. Weiter wurde beschlossen, den Vereinen nahezulegen, für jedes ihrer Mitglieder einen Schekel zu kaufen. Der Antrag, dem Verbandsausschuß den Dank und die Anerkennung auszusprechen, wurde stimmeneinhellig, mit Enthaltung der Stimmen des Brünner Vertreters, angenommen. Der freie Antrag der Makkabäa (Bratislava), den jüdischen Vereinen die Deilnahrne an andersnattonalen Meisterschaften zu ermöglichen, wurde angenommen und dürfte, soweit es den M. L. Sz. betrdfft, einer positiven Erledigung zugeführt werden. Die Tagung .schloß nach achtstündiger Beratungsdauer um halb 8 Uhr ibends. Hakoah—Vienna. Obwohl Hakooh und Vienna heute in der Krieau nur ein« Spielhälste als Meisterschaftsspiel austrbgrn, ist dieses Treffen doch das wichtigste des Tages. Wir haben gestern bei der Besprechung der Chancen der beiden Mannschaften darauf verwiesen, daß die Hakoah mit mehreren Ersatzleuten antveten wird, so daß die Vienna-als hoher Favorit in den Kampf geht. Nun hat sich die Situation insoferne geändert, als sich Gutmann. der famose Mittelläufer, wieder zerr Verfügung gestellt bat. Gutmann wird aller'Voraussicht nach auch in Zukunft das Rückgrat der HakoalnElf bilden. Dl- Blau-Weißen treten heute in folgender Aufstellung.an: Duldig; Gald, Grünfeld; Slnzki, Gntmann, Pollak; Katz. Wortmann 2, Heß. Grünwald, Neufeld. HakaN —, Sporlplatz Krieau Strassenbahnl nien. A, Ak, 11. 5. C bis zum Sportplatz Heute Sonntag: den 10. Februar 1024, 7a3 Uhr Heistsrschnfts-Hochtrßgs- und Freundschaftsspiel (je eine Halbzeit) VIENNA—HAKOKH Dev Länderkampf ge^cn Jugoslawien. Der Sportverk hr zwischen Wien und Agram war in den letzten Jahren ein sehr reger. Die führenden Wiener Mannschaften waren wiederholt in der kroatischen Hauptstadt zu Gaste, wo sie oft erst nach schwerstem Kampfe den Widerstand ihrer Gegner brechen konnten. Ern oder das andere Mal mußten sie sogar die Ueberlegenheit der Einheimischen anerkennen. Aber auch gelegentlich seines Wiener Gastspieles konnte der Agramer Spitzenverein Gradjqnski sehr gnt gefallen.. Heute stehen nun zürn ersten Male die Repräsentativen Oesterreichs und Jugoslawiens einander in Agram gegenüber. Die jugoslawische Auswahlmannschaft ist sicherlich höher einzuschähen als irgend eine Dereinsmannschast, da der Sport nicht nurin Agram, sondern auch in Belgrad und. m der ganzen Provinz aus sehr hoher Stufe steht. , Die Jugoslawen stellen folgende Mannschaft ins Feld: Vrdjuka (Grads anski); Vrboncic, Dasovic (Hast); Rodin i.Hajduk). Roupec (Gradjanski), Kurir (Hajduk): Babie (Gradjansti), Jovgnovic (Juigoslavija), Dnbravcic. (Concordia), Potkovic (Jugoflavija), Schefer (Novisad). Die Spieler sind sechs Vereinen entr.^rnmen, die in vier verschiedenen Städten zu Hause sind. Die Mannschaft ist wohl vorbereitet worden. Ihre Hauptstävke liegt in der Verteidigung. Den Mittelläuferposten hat der Ex-Rapidmann Roupec (früher Rupeh) imte, Der Angriff soll überaus durchWagskräfttg sein Die östervcichisckie AnswMmannschaft setzt sich wie folgt zusammen: Konnhänsor; Beer, Teufel (Sportklub); Geher (Amateure). Brandstetter. Ritsch: Wondrak (Rapid), Horvath (Simmering), Jszda (F. A. C.). Wieser (Amateure), Wessely (Rapid). Zur Sporvklitbvcrteidignng. die diesnratl in ihrer Gesamtheit eingestellt wurde, darf man volles Vertrauen haben. In der Deckung erscheint wieder Brandstetter, der, wenn er im Training ist, sicherlich, wie schon so oft. feinen Mann stellen wird. Der Angriff weist gegenüber der Zusammensetzung gegen Süddeutschland und Italien einige Veränderung auf, dürfte aber an, Gefechtswert mindestens anf d.'r derselben Höhe stehen. Die österreichische, Mannschaft stcht bestimmt vor einer sehr schweren Aufgabe. Sind die Jugoslawen schon an und für sich sehr spielstark, so haben sie noch überdies den Vorteil, auf eigenem Boden zu kämpfen, vor einer national begeisterten Zuschauennenae. die die Einheimischm zur letzten Kraftentfaltung ausstacheln wird.' Erreichen die Gäste die m Italien gezeigte Form, bann werden sich die Jugoslawen, wenn auch nach hartem Widerstande, ihrer höheren Spielkunist beugen müssen. Das sicherlich nicht leichte Schicdsrichteramt versieht Herr Herstes (Prag). Fußballer als Ringer. Für die heute abends im Cafe Atlashof stattfindenden Ringkämpfe gibt sich allseits das größte Interesse kund. Außer den bereits gestern genannten Fußballern wird auch Bela Gntmann an der Konkurrenz teilnehmen. Der Beamn ist um 0 Uhr, nicht, wie.irrtümlich gemeldet, um 7 Uhr. Poldi Grün wurde in Anbetracht seiner Verdienste um die Fußballsektion des I. S. V. Hechawer einstimmig zum Ehrenkapitän der ersten Mannschaft gewählt. Der S. C. Kadimah veranstaltet heute im Cafe Landtmann einen großen Gesellschaftsabend, Akademie un^ Tanz, und werden die Mitglieder auf diesem Wege herzlichs. eingeladen. Freigabe einiger Rapid-Svieler. Die Klubleitung des S. C. Rapid hat die Spieler Bauer und Brandstetter freigegeben, während sie die übrigen abgemeldeten Spieler zu neuerlichen Unterhandlungen eingeladen hat. Es verlautet, daß einige Spieler, unter anderen Wessely, beim Stammverein verbleiben werden. Heute treten die Hütteldorfer im Cupspiel mit folricuber Mannschaft an: Tiller: Uridil 8, Klär;; Beran, Machet, Hamac-ek; Kirbes, Uridil 1, Kuthan, Wesselik, Uridil 2. j Der ungarische Verband hat auf die Dauer der Olymi piade vom 18. Mai bis 9. Juni einen olympischen Cup ausgeschrieben, an dem zwölf erstklassige und zwei Provinzvereine teilnehmen werden. Hasmonea trägt heute, Sonntag um 10 Ubr vormittags out der Hohen Warte ein Wettspiel gegen die Bierma- Reserve ans. Spanischer FußboL. In Barcelona fand am vorigen Sonntag ein großes Treffen statt: Katalonien gegen BiSoaya oder Barcelona gegen Bilbao. Im Pwvinzteam Kataloniens spielte Zamorra als Goolkeeper. fcrn:r von bekannten Leuten Planas. Sancho, Corullo, Marti, Samitier Sagi-Barba (sämtlich von F C Barcelona), die übrigen waren Europa und Eivagnol entnommen. Für Biscaya spielten sechs Mann des Athl'tic Club Bilbao usw. Katalonien gewann knapp mit 1:0, verdankt aber seine,. Sieg der phänomenalen Abwehrkunst Zamorras: die Ncrdspaniec spielt-m hervorragend. Das einzige Tor schoß Marti in der 20 Minute. Leichtathletik. Die Terminliste des Leichtathletikverbandes. Der Oe. L. V. har in der letzten Sitzung bereits die Terminliste seiner Veranstaltungen ausgestellt. Gegen das Vorjahr wurde das Laufen Rund um die Alte Donau aus der Liste der Verbandsvcranstaltungen gestrichen, um den Vereinen nicht zuviel Termine zu entziehen. Hier die Liste: 30. März: Frühjahrslauf (nicht mehr im Prater, sondern in Neuwaldegg, zirka 7 Kilometer); 13. April: Anfängermcetiug des Verbandes; 1. Juni: 25 Kilometermeisterschaft; 14. und 16. Juni: Der erste Teil der Meisterschaften (gleichzeitig als Ausscheidungsmeeting für die Olympiade); 3. August': Länderkampf Oesterreich—Ungarn (in Budapest); 16. und 17. August: Zweiter Teil der Meisterschaften; 14. September: Quer durch Wien (wurde in den Herbst verlegt, um den Athleten den schweren Kampf vor der Olympiade zu ersparen). Im September findet außerdem noch die Geländemeisterschaft statt, welche wieder dem Wiener Sportklub zur Durchführung übertragen wird. Für den österreichischen Stundenlauf wird der Termin erst bestimmt, bis die Vereine ihre Terminlisten eingereicht haben und auch für den Länderkampf gegen die Tschecho- Slowakei, der heuer in Prag statffindet, wunde noch kein Dermin bestimmt. Die Fünfkampfmeisterschaft (deren Austragung in der Generalversammlung beschlossen wuvde), wird vermutlich dom Grazer A. C. zur Durchführung überlassen. Am 20. d. hält der Wettkampfansschuß die Terminsitzung für das Jahr 1924 ab: bis dorthin haben alle Verein«, welche in der kommenden Saison Meetings veranstalten, ihre genauen Terminlisten einzusenden. Wen zwingt9 die lehnfache Autosteuer ** 1 . Hi llilll HIBIIIII Bl _ zur Auflösung des Autobetriebes 1 den Arzt den Kaufmann den Gewerbetreibenden den mittleren Betrieb sott bekannte Milliardäre grosse Schieber gewisse Bankdirektoren bei Jeder Steuer ruhid weiter 1 mmmiiMMiniii>iwii'N»i'iiii i iiminiii'iiiiB - ***** Denn diese flbarwglian die Steuern auf dis breite Masse Uwe! dins so!! ml iale Abgabe seih!