Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1791 (10.2.1924)
- Date
- 1924-02-10
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelte 18 _ Dien, Sonntag melodischen Linie wie bei der Ausführung des Streichquartetts Von Debussy hat man hier schon lange nicht vernommen. Und wie bewegen sich diese Künstler in den Fluten modernster Kammermusik! Stravinskys „Pieces et concertino", Aphorismen eines genialischen Clowns, der in Rhythmus und Klang stets neue Uvberraschungen bietet, wurden stürmisch beklatscht, da sie vollendet gespielt wurden. Diese vier Rdusiker werden immer mit offenen Armen bei uns ausgenommen werden, dt. . „Drrgma." Ein erfreuliches Zeichen des Aufschwunges des jüdischen Kulturlebens in Siebenbürgen ist das Erscheinen der neuen hebräischen Zeitschrift für weibliche Handarbeit. Die Zeitung führt den Titel „D u g m a" lMuster) und wird von der Mütelschullehrerin Janka Winkler redigiert und vom hebräischen Verlag ,Ieruma" herausgegeben. Das Titelbild ist ein Muster für eine Häckelarbeit. In der Mitte die Umrisse des Grabes Rahels, rinhL herum ein symmetrischer Musterrahmen und darunter auf farbigem Grund die Aufschrift „Kewer Rackel". Im Innern des Blattes finden wir unter anderem ein Muster für ein gesticktes Kissen. Die Zeichnung stellt die von zwei Kohaniten getragene Bundeslade dar. Daneben eine Tischdecke mit der hebräischen Inschrift „Gott segne dich und behüte dich". Auch die übrigen Handarbeitsmuster, verschiedene „Chaledecken" mit hebräischen Buchstabenmotiven geziert, Gobelinmuster mit Motiven a la Lilien sind herrliche Darbietungen. Oskar Bie» der bekannte Berliner Kunstschriftsteller und Qpernkritiker des „Berliner Börsenkurier" ist 60 Jahre alt geworden. Neben Beiträgen zur bildenden Kunst veröffentlichte Bie Arbeiten über „Tanz" und „Tanzmusik", über „Die moderne Musik und Richard Strauß", ferner „Eine Reise um die Kunst" usw. Sein populär gehaltenes Prachtwerk „Die Oper" ist in weiteren Kreisen bekannt geworden Modernes Musikftst in Dortmund. Im Monat April findet in Dortmund ein modernes Musikfest statt, bei dem unter anderen Werken das „Tedeum" von Braunfels, Hauseggers „Patursymphonie" und die Suite „Tag und Nacht" zur Aufführung gelangen. Deutsche Opernanffübrnngen in Spanien. Wie wir spanischen Zeitungen entnehmen, begann' am Grand Theatro liceo in Barcelona.die deutsche Opernsaison mit einer Aufführung der „Walküre" unter Leitung Felix Weingartners. „Parsifal", „R osenkavaller" und ,Iristan", von Klemperer und Weingartner dirigiert, werden folgen. Die gesamte Regie führt Franz Ludwig Hörth von der Berliner Staatsoper. Außerdem wird Weingartner mit der Wiener Boltsoper einen elf Abende umfasienden Mozart-Zyklus in Barcelona veranstalten. Mussorgsky an der Großen Lolksoper in Berlin. Ende .Februar findet an der Großen Volksoper in Berlin die Erstaufführung von Mussorgskys „Boris Godun o w" unter Leitung des Generalmusikdirektors Eugen S z e nkar statt. Eine Umarbeitung von Strauß' „Indigo". Das Deutsche Opernhaus in Berlin bereitet die Aufführung einer Operette von Johann Strauß vor. Sie trägt den Titel „Tausendundeine Nacht" und stellt eine von dem Wiener Komponisten und Kapellmeister Ernst R e i t e r e r durchaeführte Umarbeitung der Operette „Indigo" dar. Das Werk, das in der neuen Fassung den Untertitel Phantastische Operette trägt, machte eine neue Textierung des Librettos erforderlich, deren Autoren Leo Stein und Karl Lindau sind. Das Programm des Burgtheaters. Freitag den 15. d. wird, neu einstudiert und neu inszeniert, Georg Hirschfelds Drama „Agnes Iordan" aufgeführt. (Generalprobe Donnerstag.) Der Autor wird der Erstaufführung beiwohnen. Im nächsten Monat wird am Burgtheater das jüngste Buhnenwerk Schönherrs, „Der Komödiant", in Szene gehen. — Im Akademietheater wird als nächste Premiere für den 20. d. die Komödie „Ein wundervoller Tag" von Quinson und Mirande vorbereitet. Es folgt sodann am 23. d. die Premiere von Strindb e r g s.„G e s p e n st e r s o n a t e" und am 26. d. eine Reprise des Lustspiels „Die Liebe wacht" von Fleurs und Caillavet. — Die Adaptiernngsarbeiten im Schönbrunner Schloßtheater sind bereits im Gange. Aller Voraussicht nach werden im Mai die Burgtheatervorstellungen in Schönbrunn beginnen. Würthle-Ausstellungeu. 1. Bez., Weihburggasse 9. In der Kunsthandlung Würthle ist derzeit eine Ausstellung von Bildern, Handzeichnungen und Graphik von Leopold Gott lieb Md Fritz Groß und Plastiken von Jakob L ö w. (Entgeltlich.) Aas de« Matern. O Lerntheater. Morgen Montag. 7 Ubr, „M adameButterfly" mit Kammersänger Richard Tauber als Gast. Dienstag „D e»r fliegende Holländer" mit Frida L e i d e r als Gast. Im R e d o u t e n s a a l der Hofburg beginnt Dienstag den 12. d. das Gastspiel Mary W i e m a n n mit ihrer Tanzgmyve. Zur Darstellung gelangen die Szenen aus einem Tanzdrama. Die Aufführung wird Donnerstag den 14. und Freitag den 15. d. wiederholt. Burgtheater. Morgen. 7 Ubr, „Der Richter v o n Z a l a m e a". Dienstag, 7 Ubr, „D i e r o t e M ü h l e". A ^k a d e m i e t h e a t e-r. Dienstag, */,8 Uhr. „Unter- Das Deutsche Volkstheater veranstaltet Donnerstag den 15. d. im Mittleren .Konzertbaussaale einen Vortragsabend Jakob Feldhammers „Ich bab's gewagt. Dichtungen der Leidenschaft", bei welchem der Vortragende Dichtungen von Ulrich v. Hutten, Walter von der Vogelweide. Grimmelshausen. Paul Flemming, Schiller, Kleist, Grillparzer, Lenau, Goethe und Heine liest. Der Kartenverkauf findet an der Tageskasse des Deutschen VolkStheaterS und an der Konzerthauskasse statt. Für da? R a i m u n d - T e a t e r wurde das neue Werk von Georg Kaiser „Kolvortage* zur Uraufführung erworben. Avollotheater. Im Rahmen der klassischen Operettenauffübrunqen gelangt heute nachmittags bei kleinen Pressen die Operette „Der Overnball" zur Aufführung. Abends 7 Uhr, „Der süße K a v a l i e r". Non;ertnachrichten. Die i» dieser Rubrik veröffentlichten Notizen sind entgeltliche Ankündigungen. Heute um 7 Uhr aberrds im großen Korizerthaussaal Konzert Pietro Mazzini. Ausverkauft. Das zweite Konzert am 15. d. um 7 Ufa abends im großen Konzerthaussaal. Karten an den Konzerthauskassen Guttmann, Schmidt, Kehlendorfer und „Musica", Aspernbrückengasse 1. Berta Swertlm (Riga) gibt am 13. d. im Saal der Sezession einen deulsch-rnssisch-jüöischen Liederabend. Das Programm enthält Gesänge von Gretschaninow, Tschaikowsky, Gndiünö Mch echW Ennchn 9MR Wettet? Morzeirzeftmrtzl^ Klavier: Erich Meller, Violine: Pwf. Emanuel Scharfberg. Karten an der Musikveveinskasse. Jüdischer V.olksliederabend. Samstag den 16. d. veranstaltet der ingoflawische Komponist Ziga HirMer, der bekannte Erforscher und Bearbeiter jüdischer Volkslieder, einen Abertt», bei dem jüdische Volkslieder in seiner Bearbeitung zur Aufführung gelangen. Ausführende sind der K o m p o n i st, Fräulein Berta Swertlin, Oberkantor Gerson M a r g ulies und der Jüdische Gesangverein. Karlen an der Konzertkasse Guttmann. Das Tagesgespräch von Wien: Walzer- Redoute (12. Februar, Hofburg). Beginn um 9 Uhr abends. Punkt 10 Uhr Einzug der vollständigen ehemaligen Deutschmeister-Regimentsmusikkape'lle in. Paradeadiustierung mit dem „schönen Pepi". welcher bis zum Umsturz bei diesem Regimente diente und daher mit Recht „d e r l e tz t e Regiment's tambour von Hoch und Spleni" genannt wird und mit ,Molferl" als Tambour an der Spitze. Anschließend findet der Einmarsch der Gruppen, Einzelpersonen, Typen usw. statt. Ganz Wien spricht von dieser Redoute und der genialen Idee, die Deutschmeisterkapelle in der Hofburg, an der Stätte ihrer ehemaligen Wirksamkeit, wieder anfleoen zu «lassen. Die vornehmen Räume der Hofburgsale sind für eine solche Veranstaltung besonders geeignet und die Dekorationen werden gewiß die Bewunderung sämtlicher Besucher dieser Redoute bilden- In der MitternachtSakademi« treten auf: Carlo Böhm, Grete Holm, Brüder Hoppe. Manhattan- Duo, Leo" Morgen ft er n, Inge Lyn usw. Die vorhandenen restlichen Eintrittskarten zu dieser Redoute sind bis zum Tage der Veranstaltung bei Kehlendorfer, Gustj Schmidt, Aida und in den Stadtkartenbureaus sowie Logen zu 1,000.000 Kronen im Ballbureau, 1. Bez., Himmelpsortgasse 11 (auch Sonntag) erhältlich, An der Abendkasse erhöhte Preise. Gerichtssaal. An LbnMrter verle««tzer. ' Opiola widerruft sein« Lügen. Aus Lemberg wird uns berichtet: Am 5. d. fand in dem hiesigen Gefchwornengsvicht die DevhcrMunq d's Bere'mes jüdischer Mediziner gegen den durch seine antisemitische Hetzarbeit bekannte Redakteur Thaddäus Opiola wegen Chrenbcleidlgung statt. Der Anklage log nachistchemder Tatbestand zugrunde: Opiola hat im ,^Kuvjer ipowszechnh" einen Hetzartikel unter dem Titel „Wie die Creme der jüdischen Gesellschaft aussieht" veröffentlicht, worin dem Verein jüdischer Mediziner vorgeworfen wird, aus dem Institut für pathologische Anatomie in Lemberg eine Reihe wertvoller histologischer Präparate entwendet zu haben. Da die Hetzer und Berlchrmder gewöhnlich dort auSkneifen. wo sie -chre Lügen beweisen müssen, gab der Angeklagte noch vor d'r Auslosuna der Geschwornen eine Erklärung ab, in der er feine Beschuldigungen auf unrichtige Informationen aus den Kreisen der polnischen Akademiker zurückfühvl« und sie als grundlos zurückzog. Er willigte ein, daß diese Erklärung in der Press-? veröffentlicht werde. Daraus zog der Privatvertreter die Anklage zurück. Dieser Fall derl-suniderischer Anschuldigungen der polnisch-antifemitsschen Presse gegenüber südlichen Instnutümen und Privatpersonen steht nicht vereinzelt da und stellt das ethische Niveau dieser Kreise in das rechte Licht. Der Gerichtssaaltibitz als Rechtsanwalt. Der chemaüge Vrivatbeamte Karl M. hatte sich gestern we-aen eigenartigen Betruges zu verantworten. Er hatte sich durch länger« Zeit beim Strafbezirks-g^icht 1 in verschiedenen Verhandlungssälen als Krbitz aufgehalten und sich dadurch bemerkbar gebracht, daß er sich in Ermanglung eines Caaldieners bei der Tür aufstellte und die Parteien aufrves. Ms Krbitz suchte der Beschuldigte sich an die Parteien herauzudrängen uud chnen unter der Angabe, daß er rechtskundig sei, seine Dienste anzubieten. Eines Tag-'s drängte er sich an eine Frau heran, die bei Gericht eine mündliche EhvenbelerdigungMage erheben wollte. Er bot ihr seine Dienste an. stellte sich ihr als Rechtsantvalt Dr. B o k a w t a vor und erklärte sich bereit, für sie die EhrenfalsidigungsKage zu verfassen und sie auch bei der Verhandlung dann zu vertreten. Ms Vorschuß für seine Tätigkeit verlangte und erhielt er von der Frau 200.000 K. Einige Tage später erschien er wieder bei der Frau, erzählte ihr. daß Gm bei Gericht . ein großes M-^heur passiert sei. daß ihm sein Winterrock mit der Brieftasche und seine Aktentasche gestohlen worden seien. Er verlangte von der Frau, da er momentan in großer Geldverlegenheit sei, einen weiteren Vorschuß von 300.000 St. Die Frau, die inzwischen erfahren hatte, daß der Beschuldigte me Rechtsanwalt war und daß er -ein SchwiMer sei, ließ ihn verhaften. Es wurde gegen ihn die Anklage wegen Betruges erhoben. In der heute durchgeführten Verhandlung war der AngeÄagte der ihm zur Last gelegten Handlung vollkommen geständig, erklärte., daß er infolge Arbeitslosigkeit in großer Not war und mit seinem Kinde halb verhungert sei. weshalb er auf die Idee gekommen fei. sich in dem einen Falle als Rechtsanwalt austzugÄen. Der Richter verurteilte den bisher unbescholtenen und gut beleumundeten Angeklagten zu vierzehn Tagen strengen Arrests, jedoch bedingt unter Einreihting einer einjährigen Bewährungsfrist. Krank oder schamlos? Der Hilfsarbeiter Cz. war wegen gröblicher Verletzung der Sittlichkeit und Schamhaftigkeit vor dem Strafgericht angeklagt, weil er auf der Straße vor einem Mädchen sich entblößt hatte. Bei der Verhandlung stellte sich heraus, daß er bereits wegen desselben Deliktes vor einigen Monaten zu' einem Monat Arrest verurteilt wurde, infolge Bevufung das Urteil aber in ein bedingtes verwandelt worden war. Die Frau des Mannes, die unaufhörlich weinte, beteuerte dem Richter, daß ihr Mann sehr brav sei und nur in der letzten Zeit von einem krankhaften Trieb befallen werde. Der Angeklagte gab an, er wisse nicht, fafa sei. so etwas zu tun. Er sei krank. Daraufhin erklärte der Richter Dr. Koellner, er solle sich behandeln lassen oder ein ärztliches Zeugnis vorweisen, daß er das tun müsse. „Ein schamloser, unverschämter Mensch sind Sie und, wie e8 scheint, Mch unverbesserlich." Der Angeklagte wurde zu einer strengen Arrestrafe von zwei Monaten verurteilt. Da die Bewährungsfrist in dem ersten Falle noch nicht äbgeilari.frn ist, hat der Man» auch den einen Monat far bedinnterr Verurteilung gleichfalls ahzubu^en. 16. Febwira« '192°4' Nr. 1TW! Volkswirt. Seftmoeve Krone — 0.0081V* Centimes. Auszahlung Wien 0.0081 Centimes. In Zürich notierte S./2. 8/2. die österr. gestemvelte Krone . Y. » 0.0081*/« 0.0081V« die österreichische Krone. 0.0081 0.0081 die tschechische Krone.. . 16.70 16.68»/« die Mark ...... pro MMarde 215.25 215.70 576.- 573.66 London 24.70 24.82 Paris »•«••■. **• ... 26.- 26.62 Mailand 25.10 25.17 Belgrad 6.86 6.80 Bukarest 2.95 2.92 €?üflCI •••««aaoaooa* 4.27 4.25 Bndavest 0.02 0.0201 Warschau ... . Börsenderoute. Die Abstinenz des Börsenpublikums. — Kienböck eunetator. — Das Duell Bosel—Banken. In der letzten Woche ist das Börsenchermometer weiter stark gefunken. Die meisten Werte haben Tieskurse erreicht, die seit einem Jahre nicht mehr zu konstatieren waren. Es hatte den Anschein, als ob die Depression ihren Höhepunkt erreicht hätte. Verzweiflung ans allen Linien. Das Bövsenpuiblikuinr fürchtet einzusteigen. Die Börsentbefucher sind niedergedrückt. Nirgends ein Lichtstrahl, aus dem man auf die Aendevung der Situation schließen könnte. Pesiimrsmus <mtf allen Linien. Es soll hier nicht erörtert.werden, ob die Bezweiflung, welche einen Teil der Börseaner zu ergreifen beginnt, tatsächlich gerechtfertigt ist. Schließlich hat jede Börsenomotion, ob sie sich nun in der Hausse oder der Baiffe aus- ^drückt, immer das ein« für sich, daß die Mitagierettden überzeugt sind, daß eine Aenderung des momentanen Zustandes nicht rasch eintveten werde. Wie man zur Haussezeit glaubte, daß die Kurse noch immer weitersteigen müßten, ist jetzt zur Baiffezeit die Ansicht verbreitet, daß die Kurse noch immer weiter fallen können. Aeuherungen der Börsen- Psychologie, die das ganze Wesen des Börsenspieles und die Ue-berze-ugung der Börseaner ausmachen. Zweifellos sind die. Symptome nicht allzu verlockend. Der Nnauzminister hat die Ungeschicklichkeit aller bisheriger: österreichischen Finauzminister wieder an den Tag gelegt, die gerade mit den Finanzprojekten zur ungünstigsten Zeit heransrücken. Statt eilte Verdopplung der Effektensteuer bei haussierender Tendenz anzudmten, hat er es als richtig angesehen, gerade im Moment der Kurssenkung-mit einer solchen Maßnahme hemusznrücken. Ob düs' geschickt zu nennen ist? Er scheint in dieser Hinsicht, jetzt nicht mehr aus noch ein zu wissen. Die ganze <Äche scheint ihm.selbst unangenehin zu werden. Schon sieht ein Teil der bürgerlichen Abgeordneten ein, daß schließlich eine starke Erhöhung der Berkehrssteuern das Geschäft überhaupt. zugrunde richten könnte. Me unangenehmen Erfahrungen bei der Warenumfatzsteuer bewirken es, daß man analoge Befürchtungen fai der EssektenMnsatzsteüer hetzt. Wenn die Börse sich gar nicht scheut und selbst dem sozialdemokratischen Vertreter der Bankangestellten klipp und klar darlegte, er möge dir Sache bei Bekämpfung der Effektensteuer zur seinigen machen, so zeigt dies, wie weit die Ansicht schon gedrungen ist, daß mit Erhöhungen allein die Finanzen eines Staates nicht saniert werden können. Es hat den Anschein, als ob der Fmanzmin'ister dies selbst evnzusehen begänne und ht der zögernden Behandlung der Frage dies zum Ausdruck bringen würde. Vorläufig wirkt aber dieses Zögern nur um so deprimierender. Die ungeschickte Fassung der Erklärung -über die Aufwertungssteuer hat auch nicht bu$u be.getragen, den Optimismus zu stärke::. Die Lohnforderungen der Bankbeamten, denen bei der jetzigen fortwährend steigenden Teuerung ein gewisser Kern der Berechtigung nicht abgesprochen werden kann, tragen zur Flauheit das Ihrige bei. Wesentlich dürfte auch die Resistenz des Publikums einwirken. Ein Teil der Spekulation ist nach Paris gewandert. Der andere Teil hat seine Taschen mit Aktien der neuen und alten Emission vollgepfropft und wartet auf die günstige Gelegenheit, endlich einen Teil der Aktien lps zu werden. Die Sünden der Ueberemissionen und ^eukoti^. rrmgen mit ihrer Reklame und dem Animiertum rächen sich. Der außenstehende Borsenspieler ist verärgert, legt sein Geld zu Wucherzinsen in Berlin oder in anderen Inflationsländern an oder vevlvendet es selbst in Oesterreich für solche Zwecke. Die Börse bietet ihn: jetzt nur Derlustchancen. Er müßte wahnsinnig sein, um sein Kapital diesem Nisiko aus- AUe x*n von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank. Agram Kredit. ung Bankgeschäften WSeit, I. LStttSkSSNS 4 '“ta oSf' Wa,eGeschäfte Telephone: 60-4-82, 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42. 68-4-78, 69-4-82 t0465 Telegrammadresser Frapobank