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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-10 · Heft 1791 (10.2.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1791 (10.2.1924)
Date
1924-02-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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« BsnhnhmtrKMOO Wien: Zam Abhofen in der Expedition, II., T abor str. 1 -3, oder in einer Verschleicatelie (Trafik) monatl. K 35.000 Strassen verkant in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I. Bez* Wollzeile 11. Mit Poshrersand für Wien n. Oesterr. monatl. K 35.000 Ts ehe c h o-S I owi k e i: Mob. K 18. Jugoslawien: Mon. DinaröO. Polen: Mon. Österreich. Kronen 30.000, Deutsch).: Mon. Gold* mark 4.—, Frankr„ Belgien: Mon. Pres. 12 DM- Naehvabloafeo ■ W PreiwrholiuDreB Vorbehaltes «r. 1791 v/ T rA \o Das Verbrechen des Uord Savllle 'tu vjAaoäSfTU^S. leitet Wien. Sonntag, 10. Februar 1924 Italien: Monatl. 12 Lire» Rumänien Mon.130Lei, > Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Pres, 4 Redaktion u. Administration Wien, n„ Taborstrassei—*3 Telephone: 44*0-38,43*3*19, ab 6 Uhr abds. 19-483,25-282 Tel.* Adr.:„Morgenzeitoogv Wien Oesterreiehisehes Pestspar' kassen* Konto Nr. 150.693 6. gnhrgnng Poincare erkrantt. Verschiebung des Empfanges des deuMen Botschafters. (Eigendienst der „Wiener Morgeuzeitun^.) Paris, 9. Februar. Wie heute mitgeteilt wird, ist Poincare an leichter Grippe erkrankt und muß aus Anraten der ihn behandelnden Aerzte das Zimmer hüten. Infolgedessen konnte der für heute anberaumte Empfang des neu ernannten deutschen Botschafters v. Hoesch nicht erfolgen. Laut Mitteilungen aus dem Quai d'Orsay handelt es sich um eine tatsächliche U n p a tz l i ch k e i t des Ministerpräsidenten, die ihn nötigt, einige Zeit das Bett zu hüten. Besserung der Beziehungen mit England. Paris, 10. Februar. Die Tatsache der Verbesserung der englisch-französischen Beziehungen wird durch zwei Ereignisse illustriert. Es ist e r st e u s hervorzuheben, -atz gestern der französische Botschafter in London Mae Donald die Antwort P o i u c a r e s auf das Schreiben des englische» Premiers in Angelegenheit des Interviews Lloyd Agnes über die englische Außen- Georges übermittelte, die einen guten Eindruck hervorrief. Die zweite Tatsache ist die K o n f e r e n z, die gestern abends Koblenz stattgesunden hat, an der die englischen, belgischen und französischen Oberkommissarx sowie Vertreter des französischen Eisenbahnregimes teilgenommen haben, und aus der man in allen strittigen Fragen Haupt, sachlich infolge des englischen Entgegenkomme n s zu einem Einvernehmen kam. Am M o n t a g tritt in Mainz eine neue Kon s ereuz zusammen, die Me noch schwebenden Fragen des besetzten Gebietes und hauptsächlich der Kölner Zone bereinigen soll. Ser Sisenbahnkouflitt erledigt. Unterzeichn»«- eines Abkommens. Koblenz, 9. Februar. Es bestätigt sich,, daß die Ober« kommissäre Frankreichs.und Englands ein Abkommen über den Eisenbahnbetrieb in der britischen Zone unterzeichnet haben. Amerika gegen die englische 5 Herbeiführung eines gerechten Friedens. London, 9. Februar. (Tel. b. „Wr, MorgenMung".) ©es geheime Siegelbewahrer Clynes hielt gestern rn Manchester eine Rede über die Außenpolitik, in der er erklärte, daß die Arbeiterregierung eine Politik zu verfolgen gedenke, welche den Wohlstand Englands vermehren werde. Zwischen Frankreich und England sei bereits ein besseres Verhältnis e'mgetreien. Die Opfer, die England im Verlause des Krieges gebracht habe, geben ihm das Recht, mit gleicher Autorität Mitzusprechen, um einen dauernden Frieden zwischen Frankreich und Deutschland herzustellen. Dieser Friede müsse für Frankreich, aber auch für Deutschland und alle übrigen Beteiligten gerecht sein. (hafte Krise unter den englischen Konservativen. Revision der Partei. (Eigendienst der „Wiener Morgeuzeitung".) London, 9. Februar. Ms Folge ihrer Niederlage bei sen letzten Parlamentswahlen ist nun eine ernste Krise in der konservativen Partei ausgebrochen. Scharfe Krii i t wird nicht nur an der von der Partei verfolgten Po-- M, sondern auch an der Schwäche des Partei- Betriebes geübt. Aus der großen BerfammLung der Konservativen in L a n c a s h i r e, dem historischen Zentrum des Freihandels, wurde eine Entschließung ange-- MMmen, in welcher der Schutzzoll fallen gelassen und eine Revision der Partei- Maschinerie empfohlen wird. - Der hervorragende Führer der Konservativen, der frühere Schatzkanzler Sive Robert Horn«, der heute aus Amerika zuvückgekehrt ist, sprach seine Uebervaschung über die Niederlage der Konservativen aus, die geeignet sei, die Lage der britischen Industrie zu erschweren. Die Neuwahlen in Zapau. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Tokio, 9. Februar. Die Neuwahlen in das Parlakmt finden am 10. Mai statt. Dieser Beschluß ist eine Folge der durch die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse hervorgerufenen Unruhen im Lande und stellt den Versuch dar, durch eine Neuregelung der parlamentarischen Ver- Wtniffe der immxr lauter werdenden Unzufriedenheit '$crt zn werden. Ir. Ninrir leicht erkrankt. ' Belgrad, 9. Februar. (Tschecho-slow. P.-B.) Ministe des Aeußern Dr. Nincic ist leicht erkrankt. Auch "IUI uisterpräsident Pasic war während der ganzen verflosst m Mtm PP j Paris, .9., Margenzeitung".) „Evening Standard^ tW mit, daß Mac" Donald der amerikanischen Regierung vorgeschlagen habe, sich an einer Konferenz' über die allgemeine A b r ü st u n g zu beteiligen. Das Weiße Haus habe sich jedoch g e w e i g e r t, an einer solchen Konferenz unter den gegenwärtigen Umständen teilzunehm e n, und forderte, daß man sich zuerst vergewissere, ob eine solche Konferenz derzeit überhaupt verwirklicht werden könnte.. Putschbewegung kn Griechenland. Geplante Verhinderung des Zusammentrittes der Nationalversammlung. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Athen, 9. Februar. General Kondilis hat als Führer der republikanisch gesinnten Offiziere eine Bewegung gegen die Regierung eingeleitet, welche den für Montag bestimmten Zusammentritt der Nationalversammlung verhindern soll. Ein Athener Regiment ist für Kondilis gewonnen, so daß die Regierung die in Athen stehenden Divisionen aufgeboten hat, um einen Putsch z uv er hüten. Man hofft, ohne Blutvergießen des Aufruhrs Herr zu werden. König Georg hat von Rumänien aus an den Erzbischof von Athen ein Schreiben gerichtet, in dem er der Hoffnung Ausdruck gibt, daß er im Mai nach dem Plebiszit wieder in Griechenland sein wird. Die Reform der deutschen Wahlrechts. Herabsetzung der Abgeordnetenmandate von 460 auf 399. Berlin, 9. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Nach dem nunmehr vom Reichskanzler genehmigten Entwurf zur R e s o r m d e s Wahlrechtes wird die Zahl der Reichstagsmitglieder auf 329 gegenüber bisher 460 festgesetzt. Jedem Wahlvovschilag mtd jeder Gruppe verbundener Mahlvorschläge sollen so viel Abgeordneten'inandate zugewiesen werden,, daß je eines aus 75.000 abgegebene Stimmen kommt. Der Hitler-Prozeß verscho den. München, 9. Februar. Da der Verhandlullgsraum des Volksgerichtes für den Hitler-Prozeß zu klein ist, wird der Prozeß in den Räumen der ehemaligen Kriegsschule in der Blutenburgstraße stattfinden. Um, den Wünschen der Verteidiger in bezug auf die noch zu treffenden technischen Vorbereitungen des Prozesses entgegenzukommen, wurde der Verhandlungstermin auf den 26. d. verschoben. Bisher liegen bereits 60 Anmeldungen, voll Berichtersr-.Utern auswärtiger Blätter vor. »»-»»».»ch»» n»i»> Aus dem Anhalt der heutigen Nummer: Das Land des chronische» Pogroms. Börsenderoute. Gedanke» über jüdischen Einfluß aus Denken und Dichte« von St A. v. Gteicherr- Rutzwurm. Die Zündhölzer. Aus dem Litauischen des K. Zasiukajtis. Peter Alte berg «nd sein hebräischer Aeberjetzer von I. Tiger. Privatlehrer-LoS von Klara Mautner. Der Streit um die Armee. —y. Wien, 10. Februar. Der General Körner, der in einer Denkschrift an den Nationalrat das Verdorren der Armee eindringlich dargelegt hat, wird von der sozialdemokratischen Partei für den politisch wichtigen Posten Zeines stellvertretenden Zivilkommissärs rm Heeresminrsterium kandidiert. Er ist der Exponent des seit längerem zwischen den Sozialdemokraten und dem Bundesminister für Heerwesen schwebenden Streites. Die sozialdemokratischen Antimilitaristen sind gegen Baugoin, weil er die Armee ihnen entftemde und. sie in einem republikfemdlichen .Geist erziehe. Sie haben die Schrift, in welcher der /Offizier nach seiner im. Zuge, des Abbaues erfolgten Hensionierung sich seine Stimmung vom Herzen schrieb und in der er dem'Minister allerhand sachverständige Vorhaltungen machte, mit stürmisther Freude begrüßt und drücken nunmehr dem Generäl ihre Anerkennung aus, indem sie ihn nunmehr als Parteibeauftragten dem Minister auf den Hals setzen. Weshalb freuen sie. sich eigentlich? Herr Körner erhebt gegen Vaugoin die Beschuldigung, daß er die Auflösung des Heeres begünstige und sogar seine Zerstörung plane. Ist dies wahr, so müßten die Sozialdemokraten den Minister aus Kräf-, ten unterstützen. Denn es gehört ja zu den Grundsätzen dieser Partei, daß der unproduktive Militarismus in das politische System der.modernen Zeit nicht mehr hineingehört. Das „Nie wieder Krieg!" fordert g<2, bieterisch, daß die werktätige Menschheit mit der Idee des Krieges auch seine Institutionen verschwinden lasse. Eine Armee hat die Zweckbestimmung des Krieges, , und solange sie da ist, solange sie als geschlossene Organs sation mit Korpsgeist und Korpsgesetzen besteht, solange hat sie der Idee des Krieges in ihrer Weise zu dienen. Soldaten und Offiziere können, wenn sie ihren Beruf ehrlich auffassen, nicht Pazifisten sein. Negiert also eine Partei grundsätzlich den Krieg, dann muß sie auch seine Werkzeuge verneinen, und die Vorkriegssozialdemokratie in Deutschland war, solange sie Bebel .führte,, konsequent: Keinen Mann und. deinen Groschen! Oesterreich braucht keine. Armee, wenigstens'solange nicht, als es ein Eigenleben führt und .an der im Friedensvertrag'und im Genfer Protokoll ausgesprochenen Unabhängigkeit festhält. Kein Staat will Oesterreich angreifen, schon deshalb nicht, weil man nicht wüßte, wie man es ansteilen solle, ohne nicht wieder Krieg -führen zu müssen. Zudem haben sich die-Garanten der Genfer Konvention ausdrücklich verpflichtet, die Integrität Oesterreichs zu respektieren, unter ihnen auch die beiden Nachbarn Italien und die Tschecho-Slowakei. Eine Gefahr könnte nur Won Ungarn drohen, und hier würde sich im gegebenen Falle der durch Gens und durch Lana geschaffene Sicherungsmechanismus automatisch auslösen. Welche Idee kann also die österreichische Armee beseelen? Ist sie ein Werkzeug der Konterrevolution, so müßte man sie erst rechi auslösen und aus dein Wege räumen. Es liegt für alle Fälle in der Haltung der Sozialdemokratie ein Rärsel, das sich aber vollkommen aufhellt, wenn mau die europäisch-politische Einstellung dieser Partei schärfer ins Äuge fahr. Sie hat gegen, die Gerifer Konvention angekämpft, nicht bloß aus wirtschaflliä)eu Gründen, sondern auch deshalb, weil der Sanierung der Gedanke der Lebensfähigkeit Oesterreichs als. eines unabhängigen Staats- Uesens zugrunde liegt. Die Anerkennung und Feststellung der Zmegrstät der Nepübltt schalte; ine. An* schlußbesrredungen wenigstens für di« Dauer der Sa, l wmng gut»» «ch d» f& g*

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