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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-08 · Heft 1789 (8.2.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1789 (8.2.1924)
Date
1924-02-08
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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GZe'W "" m% KeW ' ' lehnt, und bei der Lriui-..>uug des Kongresses erschien es a.-ssichtSlos, den Anrrag im Plenun: wieder einzubringen. Es war dies äußerst kurzsichtig, und ich glaube, daß hierdurch die Gründung der Universität um Jahre hinausgeschoben worden ist. ES wiederholt sich hier, was uns schon so oft geschadet hat; nach großen und schönen Worten versagen wir, wenn es sich darum handelt, die praktischen Konsequenzen zu ziehen und dafür Opfer zu bringen; so war es bei der Bank, beim Nationalfonds, bei der Nationalbibliothek, beim dlordau-Jnstitut, in gewissem Sinne auch Leim Herzl-Wald. Aber wie wir schließlich doch bei allen diesen Unternehmungen durch Ausdauer zu sichtbaren Resultaten gekommen sind, so wird es auch mit der Universität geschehen. Die zwei oder drei naturwissenschaftlichen Forschungsinstitute sowie die Abteilung für Judentumswissenschaft, die demnächst eröffnet werden sollen, bilden den Vortrupp, hoffentlich werden sich alljährlich neue Institute anschließen und neue Wteilungen begründet werden, bis das Ganze so weit gediehen ist, daß wir mit der Eröffnung einer allumfassenden Universitas literarum an die Oeffentlichkeit zu treten vermögen. Das Interesse für die Universität ist, wie sich auf dem letzten Kongreß zeigte, noch ebenso groß wie 1913 auf dem Wiener Kongreß. Zahlreiche Kreise, die sonst für unsere Arbeit wenig übrig haben, sind gerade hierfür leicht zu gewinnen. Der Numerus clausus in Pole,n, Ungarn, Oesterreich, Rumänien und die Schwierigkeit und vielfache Unmöglichkeit für die ostjüdischen Studenten, in Mittel- und Westeuropa an den Universitäten Aufnahme zu' finden, zwingt geradezu, einen Ersatz in Palästina zu schaffen, wozu namentlich die Abiturienten der vielen hebräischen Gymnasien dos beste Studentenmaterial liefern werden. Die Gelegenheit ist also günstig; wenn nichts geschieht, so ist es lediglich unsere Schuld, indem die Exekutive der Zionistischen Organisation, durch die vielen Sorgen der Gegenwart bedrückt,' nicht den Entschluß fassen kann, die Zahl der Sammlungen noch durch eine Univerfitätssammlung zu vermehren, und es daher unterläßt, die Parole dafür auszugeben und am Keren Hajessod die schon 1920 beschlossene Abteilung für Universiiätspropaganda wirklich einzurichten oder wenigstens den in Karlsbad beschlossenen Universitätsverband tatkräftig zu fördern. Aber verhindern läßt sich die Entwicklung der Universität, dieses Schmerzenskind unserer Organisation, nicht mehr, nur einige Jahre länger aufhalten. L'Uuiverfite est en marche. Zur arabischen Bewegung. Eine Kvitik an den Palästinensischen Regierungsmethoden. Captam Racionxer, der fünf Jahre in Palästina militärischen Dienst getan hat, veröffentlichte vor kurzem im Organ der amerikanischen Zionisten, ,;New Palestine", einen Auffatz, den auch der offizielle zionistische „H aolam" übernommen hat und der als die Aeußerung eines Mannes, der durch Jahre mit den Arabern Palästinas in enge Berührung gekommen ist, nicht ohneweiters mit Stillschweigen zu übergehen wäre. Ter Autor geht von der Feststellung ans, daß infolge einer besorgten Betrachtung der arabisch«^ Frage in verschrienen jüdischen Kreisen der Glaube ^n das jüdische Palästina-Werk geschwächt worden sei, während gegenwärtig die Zionistische Arbeit in Palästina zu ihrem Ausbau in höchstem Maße des vollständigen Vertrauens des jüdischen Volkes bedürfe. Eine Existenz der arabischen Unzufriedenheit völlig zu leugnen gehe nicht an, aber die jüdische Sorge sei mehr als nötig übertrieben. Seine Erfahrungen — so erklärt der Autor — erlauben ihm zu behaupten, daß die Unzufriedenheit eine bloße Folge lokaler Ursachen sei, deren Wurzeln in die Zeit des militärischen Regimes zurückreichen, eine Unzufriedenheit, die auch jetzt durch die Haltung der zivilen Regierung genährt wird und mit der allgemeinen arabischen Bewegung nichts zu tun habe. Es handle sich nur um den Widerstand einer gewissen Klasse, nämlich der Großgrundbesitzer oder E s e n d i s, deren Angehörige der großen arabischen Masse noch aus der Zeit der Türkenherrschast verhaßt sind. Unter den arabischen Massen Palästinas haben nur die Beduinen und die Fellachen realen politischen Wert. Der Fellache sei naiv, redlich, er arbeite schwer, liebe den Frieden, Politik interessiere ihn wenig oder gar nicht. Der Fellache sei immer unterwürfig wie das Kind, welches der Stimme der Erwachsenen gehorcht. Aus der Sklaverei der Türken ging er in die Freiheit über und begrüßte aus vollem Herzen die neue Regierung, deren Ziel es ist, Ordnung und Recht einzuführen. Der Kern der Frage ist, daß die Vertreter mehrerer einflußreicher Familien und der Rest der Efendis sich über den Verlust ihrer zur Zeit der Türkenherrschaft innegehabten Macht beklagen und ihrem Zorn freien Lauf lassen wollen, indem sie die Devise: „Palästina den Arabern" verbreiten, in der Hoffnung, dadurch in den Massen Erbitterung hervorzurufen. Ter Autor behauptet, die Palästina-Regierung lasse sich von der Angst vor den Folgen einer konkreten Handlung leiten. Herbert Samuel glaube, daß er, wenn es ihm gelän'ge, die arabischen Führer zu beruhigen, mit deren Hilfe auch die. Anhänglichkeit der arabischen Massen gewinnen würde. Darin liegt, so schreibt der englische Offizier, meiner Meinung nach der größte Fehler seiner Politik. Im folgenden einige Beispiele von den zahlreichen Handlungen, mit denen die Regierung gerade durch ihr Verhalten Mißtrauen, ja Verachtung in der öffentlichen Meinung Hervorrufen mußte, und es ist ihr keinesfalls gelungen, der Dreistigkeit dieser Gruppen eine Grenze zu setzen. Dr. Hassan Bei war Arzt in der türkischen Armee und persönlich verantwortlich für die Marter des Fräuleins Sara R a r o n s v n, welche deren Tod hcrbcigeführt hat. Nach . MM» — der Besetzung wurde er verhaftet, vom Berufungsgerick-l verhört und zu 16 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nun gehört Dr. Hastan Bei einer angesehenen Familie in RabluS an und zufällig war fein Vetter MitgliÄ) des Advifory Councils Seiner Exzellenz. Es wurden Vorstellungen erhoben und der Doktor wurde nach achtzehnmonatiger Gefangenschaft auf freien Fuß gesetzt. Dies geschah der Bevölkerung von NabluS und der angesehenen Familie zu Gefallen, der er angehört. Selbstverständlich gefiel es ihnen. Aber um wieviel höher würden dieselben Leute den High Commisfioner und die Regierung geachtet haben, wenn er nicht klein beigegeben» sondern gesagt hätte: „Nein, dieser Mann ist eines abscheulichen und empörenden Verbrechens überführt worden, und es ist nicht meine Sache, den Lauf der Gerechtigkeit zu ändern." — Ich erinnere mich, daß ich vor einiger Zeit ein angesehenes Mitglied der Gemeinde Berscheba wegen Fälschung zu einem Jahr Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 100 Pfund verurteilt habe. Es hatte eine Eigeutumsurkunde gefälscht, durch welches Mittel es Land zu erlangen versuchte, das sich bereits im Besitze eines armen Beduinen befand. Der Mann war ein Schurke und jeder Beduine im ganzen Bezirk kannte ihn. Aber, da er ein einflußreicher Araber war, wurde er nach drei Monaten freigelassen. Was sollten die Beduinen davon denken? — Der Fall des jetzigen G r o ß - M u f t i v o n Jerusalem ist vielleicht der verblüffendste der mir bekannten Fälle mib keiner hat dem Prestige der Regierung mehr geschadet. Die erste öffentliche Kundgebung der arabischen Unzufriedenheit waren die Jerusalemer Unruhen im April 1920. Seine Eminenz der Groß- Mufti von Jerusalem und A s e f e l Ares -Efendi, gegenwärtig 'Distriktsbeamter, waren die fiihrenden Geister dieser Bewegung. Seine. Eminenz wurde auf eine Anklage hin verhaftet, die unter dem türkischen Gesetz Todesstrafe verdient hätte; es war eine sehr ernste Anklage, aber auf die energische Befürwortung der Distrittsverwaltung hin wurde er gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Der Mufti hielt es indessen für unter seiner Würde, seine geheiligte Person zum Gegenstand einer Gerichtsverhandlung zu machen; er reiste also ruhig nach Transjordanien und blieb dort so lange, bis eine wohlwollende Regierung ihn bat, zurückzukehren, und ihm versprach, die Klage gegen ihn fallen zu lassen. Er kehrte zurück, und heute ist er Groß-Mufti von Jerusalem, das Haupt des obersten „Scherie"-Rates and bezieht ein Gehalt von 1000 Pfund im Jahre. Wie es kam, daß er für diesen Posten gewählt wurde, trotzdem drei andere den Vorrang gehabt hatten, ist eine andere Geschichte. Doch er gehört zu der angesehenen Familie der H u s s e i n i t e n und das dürfte die Erklärung sein. Man kömrte, so schreibt Captain Racionxer, noch viele solche Fälle anführen, aber die angeführten genügen, um zu beweisen, wie die Regierung die Unzufriedenheit st ä r k t, welche keinesfalls tiefe Wurzeln hat. Aus einer genauen Kenntnis der Araber kommt der Autor zu dem Schlüsse, daß ihm die Unzufriedenheit der Araber gar keine Sorgen mache. Die Regierung aber verfalle in den Irrtum, daß sie sich das Herz des Volkes durch eine Methode des Verzichtes den Führern gegenüber gewinnen werde. Aber diese Politik habe den Einfluß der Führer nur gesteigert und die Folge davon sei, daß diese immer kühner würden. Eine Politik der S t ä r k e, hauptsächlich den arabischen Führern, den Efendis, gegenüber, sei dringend zu fordern. km arabischer Urteil Uber die arabischen Berhältniffe. Die in Kairo, erscheinende arabische Zoiiung „El W a t i n i e h" veröffentlicht einen Anssatz eines Korrespondenten aus Palästina, welcher ein höchst bezeichnendes Licht arff die arabischen Verhältnisse wirst. Der Korrespondent schreibt' Ich will hier von dem Frieden melden, welcher zwischen der Familie Nassisibi, des Oberhauptes der Dtadtverwalturrg von Jerusalem, und zwischen Emir Al Bitar von Jaffa geschlossen wurde. Meiner Meinung nach hat dieser Friede eine große Bedeutung. Unser armes Land ie:der stark unter der ..Fai':i f:e nkrankhe: t". Es gibt hier vornehme Familien, welche den armen Fellachen das Blut aus saugen und nicht zulassen, daß diese das Haupt erheben und selchtändig werden. Unser Land ist cmfgetei'Ü in Interessensphären von — Familien. Eine Familie har nicht das Recht, das Gebiet einer ztvciten zu überjchr:iren, jede ha: ihre eigeuen Fellachen, welche in Wahrheit die Sklaven ihrer Herren sind. Diese Sklaverei hat verschiedene Gründe. Es gibt Dörfer, welche Eigentum einer Familie' sind, die Fellachen bearbeiten den Boden und zahlen außer allen Regiernngsabgaben noch ein Viertel ihrer Einkünfte aus ihrem Ernteertrag an die Besitzer. Es gibt Dörfer, welche irrfolge der voll den Fellache:: eingegangenen Schulden in «Sklaverei geraten sind. Die Fellachen zahlen einen Prozentsatz von 30 bis 40 Prozent. Sie leben von der Gnade der Efendis, fiibren ihre Känrpse und Streitigkeiten, -wenn es die Herren wollen und nahmen auch Kr sie Rache; und obwohl die Fellachen verstehen, daß es ihrren unter einer arabischen Regierung nach viel ärger ergehen würde, müssen sie mit den Efendis ftimmcn. Biele Scheichs haben mir erklärt, wenn das Land, Gott behüte, in die .Hände der. „Familien" fiele, müßten 30 Prozent der Fellachen ouswaudern, :md dann erst würde das Land den Zionisten Kusallem Denn was ist sonst das Ziel der Efendis in ihrem Kampfe gegen die Regierung, wenn nicht jenes, das Land in ihre Hände zu bekommen und es für gutes Geld an die Zionisten .zu verkamen... Es gibt mir wenige Dörfer, welche nicht in den Wirkungslo s der Efendis fallen. Die Mehrzahl der Dörfer in Jehuda gehört der Hussein- Familie. Diese Familie hat sich nicht damit begnügt, ihre Herrschaft auf die Fellachen, auszudchnen, sondern sie hat mit Hilfe der Regierung auch dir religiösen Heiligtümer des Volkes in . Besitz genommen und es gibt niemand, der sich ihnen entgegenstellen würde. Einer von ihnen ist der Scheich ul JSlam des Landes geworden (religiöses Oberhaupt der Mohammedaner), obwohl 'der wahre Ans-erwählk des Volkes rin viel 8. MvüÄ 'IM .. . M. MS bedeutenderer Kenner religiöser Fragen -.st und auch an allgo« meiner Bildimg viel höher steht. Alle Gelder aus den veligiösen Quellen der Mohammedaner, welche bis zu 60.000 ägyptische Pfund im Jahre betragen, sind gegenwärtig Privateigentum dieser Familie. ES gibt kein Land, wo so viele Müßiggänger. Säufer und Kaffeehaussitzer vorhanden wären wie bei uns. Aus wem setzt sich diese Gesellschaft zusammen? AuL den Kindern der Familien, die von den schrecklich hoher: Prozenten leben, die sie von den Fellachen nehmen. Das ganze Volk von Palästina ist in die Sklaverei von ein paar Familien geraten. Ae ungemeine Hypothekenbank. Bekanntlich ist die allgemeine Hypothekenbarck nach laugen Bemühungen vor kurzem autorisiert worden, Pfandbrief« herauszu geben, so daß man in Bälde nach Ueberwmdüng der Schwierigkeiten an die Herausgabe der Zertifikate schreiten dürfte. Die Hypothekenbank, di« zu Beginn vorigen Jahres zu arbeiten begann, ist eine Gründung des Keren Hajessod, mit -einem Kapital von 200.000 Pfund, von denen bisher 65.000 eingezahlt sind (50.000 Pfund hat die jüdische Kolonialbank übernommen, 15.000 Pfund der Keren Hajessod). Außerdem hat der Keren Hajessod für Hypotheken in der Bank noch 39.5 0 8 Pfund nwestieri. Eine bestimmte Summe hat die A n g l o Palestine Company zur Verfügung gestellt, für welche sie Pfandbriefe erhalten soll. Aus diesen Beträgen wurden bis Errde November 324 Anleihen in der Höhe von 63.947 Pfund gewährt. Aus diesen Anleihen wurden 15 0 Hä>user in der Nordo.u- Siedlung bei Tel-Awiw gebaut. 32 Anleihen wurden zum Häuserbau im neuen jüdischen Viertel Kiriath Schmuel ber Liberias gegeben, 25 der neuen jüdischen Siedlung Hadar Hakarmel in Haifa, 27 in N e w e h S ch a a n a lt bei Haifa, 70 für einzelne Häuser meistens in Tel-Awiw; außerdem wurden im Borochow-Viertel der Gartenstadt bei Haifa 20 Häuser errichtet. So hat sich die Hypochekenbarrk schon bisher als sehr wertvoller Faktor erwiesen und die Bautätigkeit sehr stark gefördert. Eine neue kooperative Darlehensbank in Jaffa. Die Bus Benjamin Association hat in Jaffa mit einem Kapital von 25.000 äghpt. Pfund eine neue Cooperative Loau Bank eröffnet. Auflösung des Einwanderungs- und des Arbeitsdepartes ments. Aus Jerusalem meldet I. T. A.: Die Palästinensische Regierung hat die Departements Kr Einwanderung und Arbeit geschloffen und derer: Agenden dem Hauptsekretär unterstellt. Die Direktoren beider geschloffener Departements waren Juden. Das Einwanderungs- und Verkehrsdepartement wurde im September 1920 eingerichtet. Das Arbeitsdcpartement wucrde Ende 1921 zwecks Regelung von Arbeitsangebot rrnd -Nachfrage gebildet. Das Arbmtsdepartement hatte auch die Aufgabe. Fragen der Löhne, der Arbeitszeit rijstv. zu untersuchen. zwischen den Regierungsdepartements, den militärischen Behörden und den organisierten Arbeiterverbänden zu vermitteln, Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu schlichten, Sachverständigen- und Handelsberichte einzuvichten. die Fragen kooperativer Arbeit zu nnterfuchen, Gesetze über Fabriksarbeit sowie Frauen- und Kinderarbeit vorzubereiteu. endlich auch sich 'mit der Berufsausbildung zu befassen. Ein Fonds Kr konstruktive Arbeiten. Der Waad Leumi hat an die Inden in Palästina einen Aufruf erlassen, worin er auf die >im Lande herrschende Arbeitslosigkeit hinweist. Die Zionistische Organisation habe alles, was ihr :rur möglich war, getan, um Arbeitsgelegenheiten zu schaffen, ebenso der Waad Leunn und die verschiedenen Organisationen im Lande. Die Kolonisten hätten beschlossen, hei der Tabakernte jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Während des Winters werden Hunderte Vau jüdischen Arbeitern bei der Felderbestellung Beschäftigung finden. Dies alles reiche jedoch nicht aus. Der Ausruf weist darauf hin, daß cs an und für sich au Arbeitsgelegenheiten nicht fehle, und daß es mir verhältnismäßig ' unbeträchtlicher Mittel bedürfe, um die geplanten Arbeiten wirklich in Angriff nehmen zu kömren. Er richtet deshalb an den Jischuw in Palästina einen Aufruf, daß ein jeder, ohne Unterschied der Vermögensverhältnisse, seine Einkünfte von drei Tagen einem ständigen Fonds für konstruktive Arbeiten zuführen solle, mit besten Hilfe dann in den Städten und Kolonien Arbeiten für m i n d c st e u s 20.000 Pfund werden ausgenommen werden können, und der auch dazu dienen wird, ständig Darlehen ollen jknen zu gewähren, die jetzt unter der Arbeitslosigkeit leiden. Der Waad Leumi fei sicher, daß sich der Jischuw seiner Pflicht nicht entziehen lverde. Die Zahl der Arbeitsloseu im Dezember betrug in Jaffa ' und in Tel-Awiw 1302, in Jerusalem 103 und in Haifa 183, zusarumen gab es also Ende Dezember 15 88 Arbeitslose. 650 von diesen wurden vom Arbeitsdeparbement der zionistischen Exekutive durch kleine Anleihen unterstützt. „Tag der Arbeit." Unter vielem Rainen wurde für de>n 10. Sehrat im ganzer: Lande ein S a m m e l t a g z u g u n st c. n der Arbeitslosen angesetzt. Der vorjährige „Tag der Arbeit" brachte einen Ertrag von 1700 Pfund, die einem Fonds zur Gewährung von Darlehen an Arbeitslose zugeführt wurden. Forderungen des Waad Leumi. Vertreter des Waad Leumi (Nationalrat der palästinensische:: Juden, erschienet bei dem Oberkommissär Sir Herbert Samuel und besprachen mit ihin die Wahlen in den Rabbinerrat und andere Angelegenheiten. Sie gaben dem Wunsche Ausdruck, daß die diesen Rat wählende Körperschaft in ihrer Mehrheit aus tveltlichei: Elementen zusammengesetzt sein möge. Weiter wiesen sie darauf hin, daß die Anzahl der Juden in der palästinensischen G e ndarmerie nicht der Regierunäsznsage entspreche. Sir Herbert Samuel versprach, den zuständigen Abteilungen entsprechende Anweisungen zu gebem D:e Delegation ersuchte auch Sir -Herbert Samuel, zu veranlassen^ daß dem Waad Leu:::: genaue Zahlen über die in hebrärscher Sprache abgefaßten Teleramme zugehen, um die Frage der Uobermittlu-ng der hcräischen Telegramme in hebräischen Lettern erwägen zu können. (I. T. A.) Die Anglo Jewish Affociation für das Technikum ln Haifa. Auf der am 27. Jänner in London abgehaltenen Monatssitzmm der Anglo I e w i s h A s s o c i a t i o n wurde beschlossen, u. a. mich dem Technikum in Haifa eine Zuwerckung von 100 Pfund zu machen. Die ägyptische« Juden für das Ruthenberg-Werk. Aegyp tische Juden haben Kr das R n t h c n b erg- Werk 10.000 Pfund gezeichnet.

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