Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1789 (8.2.1924)
- Date
- 1924-02-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Das Verbrochen TA *0 R PoTen:poIu.Hi.2CI000f Italien: Monatl. 12 Lire R n m ä n i e n Mon. ISO Le: Bulgarien Mon. 80 Lewa Schweiz und das übrig* Ansland monatlich Frcs. Redaktion u. Administrator Wien, I!., Taborstrasse 1-—J Telephone: 44*0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds. 19-483.25-285 Tel- Adr.:„Morgenieitnng“ Wien Oösterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Me«, Freitag, 8. Februar 1924 6. Fahrgang Aalien anerkennt Sowjetrußland. Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen. Litwiuowr. (EigEenst der „Wiener Morgerizeitung".) Moskau, 7. Februar. Einer Mitteilung des stellvertretenden Volkskommissars des Auswärtigen, Litwin o w, an die Presse zufolge hat M u s s o l i n i der Sowjetregierung mitgeteilt, daß er die S o w j e t r e g i e r u n g vom 31. Jänner ab als anerkannt und die diplomatischen Beziehungen als wiederhergestellt betrachte. Die Ernennung von Botschaftern nach Unterzeichnung des Vertrages sei erwünscht. Wie der stellvertretende Volkskommissar des Auswärtigen mitteilt, sind die Verhandlungen mit Italien so weit gediehen, daß die Unterzeichnung des Vertrages bereits hätte erfolgen können, wenn nicht die Vertretung der Sowjetregierung in Rom hinsichtlich einiger Einzelheiten sich nach Moskau um Instruktionen gewendet hätte, wodurch eine kleine Verzögerung entstanden sei. Ier Vertrag unterzeichnet. Rom, 7.. Februar. (Stefans.) Heute abends wurde der itMenisch-'russjsche Vertrag unterzeichnet. . rschWcherkn Mer die englische,Anerkem«»g. Berlin, 7 >Febmar.i Rach einem^ Moskauer Telegramm des „Berliner Tageblattes" erklärte Tschitscherin gegenüber Pressevertretern, die englische Anerkennung habe keinen vorläufigen, sondern endgültigen Ch arak- Eine Erklärung t e r in aller Form. Es sei wichtig, daß sich die grsitztt Wirtschaftsmacht der Entente zuerst zu diesem Schritt entschlossen habe. Gewisse Grundsätze der Sowjetrepublik seien unantastbar, so ihre Stellung zu den Völkern des erwachenden Ostens. Zur Frage der Schulden, führte Tschitscherin aus, daß die englische Regierung die Reziprozität der gegenseitigen Verpflichtungen anerkannt habe. Die Kreditgewährung sei die notwendige Vorbedingung für die Möglichkeit, die Schulden zu bezahlen. Tschitscherin bezeichnete heute die englische Anerkennung als ein Ereignis, das die Herstellung des Weltfriedens beschleunigen werde. Ohne die Mitwirkung Sowjetrußlands sei die Ucherwmdung der Weltwirtschaftskrise ausgeschlossen. London, 7. Februar. Artur B a l s o u r, der Präsident der englischen Handelskaurmervereinigung, erklärte heute, daß er den Sowjetvertreteru in London erklärt habe, sie könnte», wenn auch die Sowjetregierung polithch anerkannt sei, völlig überzeugt sein, daß sie von.E n g 1 a ad keinerlei Krediie erhalten werden, bevor Rußland seine Vorkriegsschulden bezahlt und das Vorkriegseigentnm zurückerstattet hätte. Die englische Regierung werde aus Geschäftsleuten und Politikern ein Komitee zur Besprechung der russisch-britischen Probleme einsetzen. Maßnahmen zur Begründung des europäischen Friedens. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Elnzelmnnmer K1200 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II^Taboratr. 1-3, •der in einerVerschleißteile § Trafik! monatl.. K 35.000* trassenverkauf m Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt, I. Bex„ Wollzeile 11. Mit Postveraand für Wien u. Oeaterr. monatl. K 35.000 Tscheeh o-S I owak ei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dinar 60; Polen: Mon. osterreich. Kronen 30.000, Deutschi.: Mon. Goldmark 4.—, Frankr., Belgien: Mon. Frcs. 12 Naefcsahlantren, "MW PreiaarfaShanreB vorbehalteo mmmmmmmmmwmmmmm Jlr. 1789 Sie Außenpolitik der Arbeiterresiernng. (Von unserem Londoner W-Korrespondent.en.) Als am Tage nach der Ueber nähme der Regierung Ramsay Mae Donald zum Entsetzen der Beamten des Auswärtigen Amtes im Bureau zu ungewöhnlich früher Stunde erschien, deutete dies die hiesige Presse als ein Zeichen des festeren Zugverfens in Fragen der Außenpolitik. Die Spekulationen der sensatiouslustigen Blätter erfüllten sich zwar nicht ganz, aber die bisherigen Aeußerungen und auch zum Teil begonnenen Handlungen rechtfertigen doch die Hoffnung, daß die neue ArbertervegreMng das Prestige Englands auf dem Kontinent stärker stützen wird. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Labour-Regierung eine energische Politik auf dem Festlande nicht'nur aus lieber-. Zeugung und Friedensliebe führen wird, sondern auch zu einem großen Teil mit Rücksicht auf die rnnerenglischen Verhältnisse. Denn das Programm des Herrn Mac Donald in Hinsicht seiner Außenpolitik wird außer von der Labour- Party und den Liberalen bis weit in die Kreise der Konservativen lebhaft unterstützt. Die Außenpolitik Lord Curzons konnte niemandem gefallen. Eine Geltendmachung der englischen Position in Europa würde daher den größten Teil der Engländer hinter die Regierung stellen. Ein anderer nicht zu unterschätzender Umstand ist die Erwartung der Arbeitermassen Englands, daß nunmehr etwas Großes geleistet wird, nachdem ihre eigene Re>giemttfl ün Amte ist. Die Wähler beginnen sich plötzlich all der Programmpunkte der Wahlpropaganda und aller Versprechen -zu erinnern. Sie merken aber gleichzeitig^ein wenig enttäuscht, daß zwischen den Worten ihres früheren Ge-' Werkschaftssekretärs und heutigen Ministers oder Unteristüätssekretars ein eigentümlicher Unterschied besteht. Aeußerlich sagt er eigentlich dasselbe, aber mit mehr Vorsicht; er wählt die Worte, mildert die Aussprüche über die Gegner usw. Daß diese Einsicht der Arbeiter nicht gerade begeisternd auf die Massen wirkt und daß sie nicht zur Stärkung der Reihen der Regierungsanhänger, führt, ist ja klar genug. Daß jedoch die Labonr Party andererseits nicht geneigt ist, ruhig zuzuschen, wie ihre Anhänger von ihr abfallen, ist begreiflich. So kommt es, daß Ramsay Mae Donald gezwungen ist, Konzessionen an die eigene Partei zu machen. Nun könnte man natürlich die eigenen Leute am besten auf dem Gebiete der inneren Politik zufrieden stellen. Sie wollen ja eigentlich nur den Beginn der Verwirklichung aller Versprechen: Nationalisierung der Bergwerke, Vermögensabgabe usw. Aus dem Gesagten wird es. leicht verständlich fern, daß Ramsay Mac Donald seine Leute auf dem Gebiete der Außenpolitik zu befriedigen suchen wird. Damit läßt sich auch erklären, daß trotz der anfänglichen offiziösen Verlautbarungen, die Frage der Anerkennung Rußlands müsse studiert werden, der Anerkeunungsbefchluß ganz unerwartet während einer der letzten Sitzungen des Ministerrates gefaßt wurde. Im allgemeinen beftiedigt dieser Schritt die breiten Schichten der Bevölkerung. Die City Londons freilich ist formellen Erwägungen nicht leicht zugänglich. Sie wird Rußland trotz der de jure-Änerkennung keinen Penny Kredit gewähren, solange keine genügenden Sicherheiten geboten sind. Sie wird keineswegs stillschweigend über die Frage der Borkviegsschulden zur Tagesordnung übergehen. Und was soll mit all dem Vermögen der in Rußland ansässigen Engländer geschehen, daß die Bolschewiken nach dem Sturze Kerenskis konfisziert haben? Während Russen in England beliebig Eigentum erwerben können, ist das Gleiche im umgekehrten Falle noch immer unmöglich. Die ibc juve-Anerkermuug ändert an diesen Tatsachen noch gar nichts. Die englischen Banken sind sehr vorsichtig P bert Anleihen. Wie viele anerkannte Staaten bemühen sich in London um Geld und erhalten keines? Man wird daher in manchen Kreisen der City erwartet haben, daß eine bedingungslose, lediglich die Arbeiter befriedigende Anerkennung nicht stattsinden wird. Die' Aengstlichen befürchten sogar, daß damit ein Präzedenzfall für die Reparationen und interalliierten Schulden geschaffen wurde. Wie dem auch sei, auf dem Sowjethaus in London wird die Flagge der Bauern- und Arbelbevregierung aufgezogen und James O'Grady wird wahrscheinlich das Boalaubigungsschveiben Seiner britischen Majestät den: Nachfolger Lenins zu überreichen haben. Ob diese Tatsache von so großer Bedeutung für den britischen Handel und die Industrie Englands sein wird, ist ein Problem, das ztvar schon heute von den Theoretikern verschiedentlich betrachtet wird, das jedoch nur die .Entwicklung der Dinge löfeZ kaM. London, 7. Februar. Die Presse veröffeMicht inter- . essante Angaben über die außevpolitdschen Richtlinien der neuen britischen Regierung. Danach könne die Frage der französischen Schulden an Großbritaüuten erst behandelt werden, wenn die Regievuug im Besitz der Berichte der ReparationsauMMse sei. Es sei nicht die Absicht der Regierung, diese Frage als * eine abgesonderte anzufehen, sondern im Zusammenhang mit anderen zwischen den . beiden Ländern schwebenden Fragen zu behandeln. Der Premierminister sei, wie verlautet, sehr bestrebt, ein Uebereinkommen zwischen Großbritannien und Frankreich über eine Politik zu erzielen, die ein wirklicher und wirksamer Beitrag zur Begründüng des e u r o p äisch e n Friedens sei. Er sei bestrebt, die Mitwirkung der Bereinigten Staaten ' zu erreichen und die Sympathien der kleinen europäischen Nationen zu erhalten. Die Regierung würde bereit sein, einer . - allgemeinen Konferenz vorzuschlageu, den Völkerbund oder den Haager Gerichtshof anzunehmen - oder irgendeine Methode anzuwenden, Hie zu einer Lösung führen könnte. Es sei aber noch kein Beschluß zugunsten der Einberufung einer Konferenz gefaßt worden, Der Eintritt Deutschlands und Rußlands in de» Völkerbund werde von der Regierung als wünschens w e r fc angesehen. Es werde darauf hingewiesen,. daß Deutschland keinesfalls als untergeordneter Staat ausgenommen werden soll. Die wünschenswerte Zusammenkunft zwischen Mae Donald und Pomeare werde nicht ftatlfhvb-en, bevor die Berichte der Re» p a r a t i o n s a u s s ch ü s s e eingegangen seien. Es sei einer der Hauptpunkte der Politik Alac Donalds, daß eine Abrüsümgskonserenz stattfindeu müsse. Seit die neue Regierung zur Macht gekommen sei, seien die Beziehungen zwischen Paris und Loüdon von freundschaftlichem Charakter. ■ Taft schwer erkrankt. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 7. Februar. Nach einer Meldung aus Washington leidet der ehemalige Präsident T a f t, der zurzeit Präsident des Obersten Gerichtshofes ist, au einer schweren Magenkrankheit. Sein Zustand werde von seiner Umgebung als .ernst angesehen. Jas französische Ermächtigungsgesetz angenommen. Ern Erfolg Porrreares. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 7. Februar. Die Kammer nahm in der heutigen Sitzung mit 3 3 3 gegen 2 0 5 S1 i m m c n die von der Regierung verlangte u Ermächtigung sg e s e tz c für die Dauer von vier M v n a t e it an. Mac Kemm nach London abgmist. Berlin, 7. Februar. (Woilff.) Wie' die „B. Z. am Mittags" meldet. ist Mac K e n n a heute vormittags nach London aibgereiist. Gras Kamohski in Wien. Der polnische Außemninistcr Graf Moritz Z a m o h s k l ist auf der Reise von Paris nach Warschau gestern früh in Wien Mngetroffen. Mit Rücksicht auf bic jüngst überstandeue Krankheit hat der Minister, der abends seine Reise nach Warschau fortfetzte, alle Empfänge abgesagt. Petroleum in Palästina. (Eigendienst der .Wiener Morgenzeitung".) London, 7. Februar. Nach einer Meldung der „Times" aus Jerusalem ist die Standard Oil Com- » in O st - H e b r o n au sat!MwaMsiEg^xa^x^iBn»T»iinimrow WL'»MWS»IWW»«W