Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1788 (7.2.1924)
- Date
- 1924-02-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Donnerstag Wiener MoraenzeitunA. 7. Februar 192^ Nr. 178b Gerichtssaal. Die SeschSfte des „Profeffors" Wetz. Die Leichtgläubigkeit der Geschädigten. Gestern wurden die Z enge n im Beirugsprvze« Wetz vernommen. Bankbeamte., leitende Furckrionäre der von Wetz geschädigten Lombardbank, Kanftcutt. die mit ihm Valuten- Geschäfte gemacht haben, und Privatpersonen, denen Wetz gegen d:e falschen Schecks der sagenhasien Rio la Plara-Bant Darlehen vor: Hunderten Aülliancn Kronen cr&qenommcn hat. Sie besten sich durch die Zusage hoher Verzinsung und reicher Gewinne zu den von dem Betrüger Tolncy eingeteiteierr schwindelhaften Häusertransakt tonen verleiten. V'iele dieser Geschäfte hat Wen am Bankschalter ab gewickelt. Dadurch wurden seine Kommittenten in bau Glauben b-fiarft, daß sie ihr Geld der Lombardban? anvertrauen und daß dem Wetz vermöge seiner anscheinend hervorragenden Stellung besonders günstige Konditionen einaeräumt wurden. Der erste Geschädigte, Zeuge Wischiusky, erklärte, er habe damals, als er im Kassensaal mir Wetz das Geschäft wegen Ueberlassunq von Sraatsbahnaktien abichloß, als sicher anaenommen. daß er ein liebereinkommen mit der Bank schließe. E^r hatte dem Wetz am 25. November 1922 eine Post von 150 Staatsbalmakrien zum damaligen Kurswert von 900.000 K. pro Stück überbrachi. Zerrge Bayer, ehemaliger Beamter der Lombardbank, gab an. Wetz habe eine von allen geachtete Stellung eingenommen und sei als Vorgesetzter angesehen worden. W citn s ewand zu Wetz kam. war das genau sv, wir wenn man imn Direktor Meyer k a m. Gr harte eine Kreditvollmacht. Bargeld in jeder Hohe für die Bank cmfyundjmtn, bk sonst nur Diretroren oder B e r w a! l u n g » r ä : c v. zugestanden wurde. Er hatte sich sogar Depots, die gesperrt waren, herausgenommen. Als ein Schalter im Kasse ns aal frei wurde,- hatte er unter dem Porgeben. daß er in der nächsten Zeit zum Direktionsrar aewählr würde, diesen Schalter bezogen, ohne irgend welche Verrichtungen -eines Beamten zu besorgen, und das alles m i t W i s s e n d e r T i r. •: l t1 o u. Die Zeugin H a m p e l, die dem Angsftagter'. Zdimera 25.000 tschechische Kronen zur Anlage übergeben und dafür Schecks auf 1096 Dollar der La Plata-Bcmk als Deckung erhalten hatte, sagt ans. sie hätte von Zdimera ein Schreiben der Bank erhalten, worin bestätigt wurde, daß sie an der Kasia 1000 Dollar erlegt habe, die bis 15. März 1923 zugunsten der Frau Hampel gesperrt und aus ihr Verlangen zur Auszahlung zu bringen' seien. Das Schreiben sei von zwei Personen unterfertigt gewesen. Wetz mußte zugeben, daß die beiden Unterschriften von ihm stammen. Hieraus wurden die Bankzeugen vernommen, als erster der ehemalige Leiter der Wechselstubenabieilung der Lombardbank Figdor, der zugibt, daß er dem Weh nach und nach 140 Millionen privat zur Verfügung stellte, wofür 1 Prozent pro Tag gerechnet wurde. Als Sicherstellung gab Wetz Valuten. Nun wird die Gutschrincmgelsgenheii besprochen. Der Zeuge gibt hierüber an: Wetz kam eines Tages mit Gutscheinen der Wechselstube Floridsdorf über Effekten im Gegenwert von 185 Millionen. Ich fragte m Floridsdorf an. und als ich die Antwort bekam, daß die Sache in Drdnung gehe, ordnete ich den Verkauf über Konto an und zahlte den Gegenwert an Wetz aus. Taas darauf kam Tr. Goldhammer und erklärte, die Gutscheine gehörten ihm und verlangt das Geld. Ich ließ Wetz rufen und Wetz entschuldigte sich sehr, es sei ein furchtbares Mißverständnis. er habe geglaubr. das seien Gutscheine von Zdimera und bat mich, Goldhammer die Gutscheine auszufolgen, er würde alles in Beweguna setzen und das Geld sofort zur Verfügung stellen. Um einen Skandal zu vermeiden, vereinbarten wir. daß Wetz uns das Auto zur Verfügung stelle. Es wurde ■'r.l: 220 Millionen bewertet. Staatsanwalt: Waren Sie berechtigt, die Gutscheine zu verkaufen? Wetz: Nein. Zeuge Bauer. 'Beamter der Lombardbank, erwähnt, Wey batte infolge seiner freundschaftlichen Beziehungen zum Verwaltungsrat Lemberger eine besondere Vertrauensstellung. Lemb-erger' war ausgesprochener Protektor des Wetz. Es sind über 20 Zeugen vorgeladen. . Tie Verhandlung wurde auf heu:e vertagt. zinsen von 10? Prozent. Die Zentralbodenkreditbank hatte einen Webkvarenhändler auf Zählung von über 8 Millionen Kronen geklagt, wobei 5,8 Millionen davon aus die Zinsen enifaAen. Bei der-Verhandlung vor dem Lan-desgericht wurden als Sachverständige Hofrai Stern von 'aer Bankenkommission und der Vizepräsident der Börse S i e i n b ü b e l vernommen. - -oofrat Stern gab an, es sei üblich, daß Mitielbcmken bis zu 50 Prozent im Jahre -an Zinsen berechnen. Im .fraÄichen Falle wären dann gegen 2.5 Millionen zu zahlen uu-D nichr 5,3 Millionen, die einem Zinsfuß von ungefähr 107 Prozent entsprächen. Eine s o l ch e Zi n sen be r e ch n u n g ist e i n :0c ißbrauch. Wenn dies allgemein üblich wäre, müßten die gesamte „Kaufmannschaft und Industrie zugrunde gehen. Vizepräsident S t -e i n h ü b e l gab an, daß die Bank höchstens 20 bis 21 Prozent hätte berechnen dürfen. Im vorliegenden Jolle Hobe die Zentralbodenkreditbcmk unter dem Z'nd Vvrlägeprovision für das Vi-rrielsahr soviel an Zinsen verlangt, wie sie für das ganze Jahr hätte fordern dürfen. Ter Vertreter der Bank erwiderte, daß die B mk bei der damals herrschenden Geldknappheit selbst Kapital zu hohen isinsen aufnehmerr mußte. Das Urteil wird der: Parteien schriftlich oekanntvegeben '"erden. Wohnungsansorberung einer Luxusvilla. Der Wohnungslommisiär von Hietzing hatte eine Reihe von Anforderungen -in Villen des Hietzinger Cottageviertels durchführen lassen. Ter Privatier Richard W u st l, in dessen Hietzinger Billa drei Z immer im ersten Stock a n g e f o r d e r t wurden. ergriff dagegen die Beschwerde an den Verwaltungsgerichishof, aer' sie abwies, und sodann an den Berfassuugsgerichtshof. In der letzteren Beschwerde wurde Verletzung des verfass mgsmäßigen Eigentumsrechtes geltend - gemacht, da die kostbare Wandverkleidung zerstört werde, wenn ein-e Ersatzheizung durchgesührt werde. Der Vertreter der Gemeinde Wien erwiverte. maßgeibend sei nur, daß die a n g e f o r d e r t e n Räume überzählig und abgesondert zugänglich leien. Beiües sei der Fall. Die Wohnung des Beschwerdeführers bestehe aus elf Zimmern, wobei Di euer;immer -und Netz enräu me nicht gerechnet seien, und werde von sechs Personen Gewohnt. Der. Verfassungsgerichtshof hat >.v Beichwertze gleichfalls abgewiejen. B_.. ■' - fiiiz Pillik Alle Arten oon Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram KrTdit^una Bankgeschäften Wien, I. SeitZergaffe 4 ,E?Äabfr Warengeschäfte Telephone: 60-4-S2, 60*4*93, 63*4*85, 64:4*42. 68-4 78, 69*4*82 10465 Telegrammadresse! Frapobank »ollswirt. SestempeUe Krone — 0.0081 *4 Centimes. Auszahlung Wien --- S.8Ü81 Sentimer. In Züricki notierte 6./2. o.l2. die ösierr. gestemvelte Kronv . V * M 0.0081V, i 0.0081 V4 die österreickiisckie Krone ...... 0.0081 0.0081 die tschechische Krone.. « 16.66 & 16.66'/, die Mark.. pro Milliarde £*9Tft*Utb 215.60 215 65 574.75 574.50 London «»»»»»»»»»»s» 24.76 24.73 Paris 26.65 26.60 Mailand 25.15 » «ewoteoo 6.75 6.75 O»a«»»GOa«o» 2.91 2.97 4.20 4.15 0.02 0.0201 2BcXfCx)OU —v— Süstchriilmm des Geschäftes der «Mvdank Unter den Beamten der Anglo-öfterwichischen Bank herrscht große Aufregung, weil die Anglobank größere Abbaumaßnahmen 'zu treffen beabsichtigt. Die Baw: will einen Teil ihrer Filialen, und. Niederlassungen infolge Restriktion des Geschäftes überhaupt auflösen. Diese Maßnahmen stehen in Zusammenhang mit den sonstigen Bestrebungen der Bacst, welche in der letzten Zeit besonders bemerkbar waren und die darauf abzielen, die Bank rein nach dem Muster der englischen Banken zu reorganisieren. Zu diesem Zwecke wurde schon bisher ein Teil der Jndustriebere'rligungen. äbgestoßen und auch das Kreditgeschäft nach englischem Muster umgeformt. Die Ausgaben sollen möglichst reduziert und das Tätig-- k-itsgcbiet der Bank in erster Reihe auf das reine Bankgeschäft konzentriert werden. Die ßrhShung der kffettenumsMeuer. Bezüglich der Frage der Effektenumsatzsteuer wird der Korrespondenz Hevwei von maßgebender parlamentarischer Seite mitgeieilt, daß der Finanzministers Dr. Kienböck ztta-r die Wünsche und Be chwerdeu, welche die Bank- und Börsenkreffe gegen die Erhöhung dieser Steuer vorbrachtcn, entgegengenommen habe, daß er aber nicht geneigt sein soll, von dem erhöhten Satze abzugehen. Die Bundesbahnen fordern genaue Tcrrifknntnis der Parteien. Eine Reihe von Korporationen der Bundesländer hat gegenüber den letzten Tavffmaßnahinen der Generaldirektion der Bundesbahnen in verschiedenen Kundgebungen und Eingaben ihre schwersten Bedenken zum Ausdrucke gebracht. Insbesondere gilt dies für die Ausuahmetarife, die für die Kaufmannschaft ihren praktischen Wert dadurch nahezu vollständig verlieren, daß der Absender nur dann auf f!Pfi W rnfTTTTTHT Gross - Steuerpflichtige Achtung! Sie können Ibr errraeea Einkommen und Ewerbatener *of ein MlnlmHm rednsteren, wenn Sie sich bei einem Baa beteiligen. Sie erhalten dadurch beinahe geschenkte H&nser nnd aniordercrguf-oie Wohnungen. Auskunft erteilt Baugesollschait, Wien. X. Zllsabetbfltnasae 1. 5.0SS den billigeren Tarif Anspruch hat, wenn er schon im Frachtbrief die Anwendung des Ausnahmetarifs unter Anfühmng der Tarifbezeichmmg sowie der begünstigten Station vor-- schreibt; bisher hat die Eisenbahn automatisch die billigste Frachtberechnungskombinarion angewendet. In der Eingabe, des Handelsgrem'iums Salzburg an die Generaldirektiou heißt es daher: „Nach Ansicht des Gremiums und aller seinerbeteiligten Mitglieder stellt es.eine ungeheuerliche Zumutung dar, in die Geheimnisse des Ciisenbahngüdertarffes eingeweiht lein zu müssen, um Tarifbegünstigungen in Anspruch nehmen zu können, welche man nicht den einen oder anderen Betrieb, der gerade über einen Fachbeamten verfügt, zuerkennen sollte, sondern die man der Wirtschaft als solcher deswegen geivichrte, weil man sie eben für unerläßlich hielt, wenn man ihr dm Konkurrenzkampf mit dem Auslande nicht unmöglich machen wolle Nun macht man tatsächlich die Inanspruchnahme -der Begünstigungen u n m ö g l i ch. wenn man sie an die Voraussetzung knüpsi, daß jeder, der auf die Begünstigung Anspruch erheben will, genaue tarifmäßige Angaben bereits im Frachtbrief machen müsse. Es heißt dies direkt die Begünstigungen sabotieren. Die vorjährigen Kepitalserhohungen in Oesterreich. Nach einer Zusammenstellung betncgen die Kapitalsvermchrungen der österreichischen Miienge'ellschasten im Vorjahre 885.771 Millionen Kronen. Aus diesen Kapitalserhöhungen floß den Gesellschaften neues Kapital im Betrags von 5998 Milliarden Kronen zu. Glearinffksrse der Österreichischen Nationalbanfe vom 5. Februar 1924. Devisen (Schecks und Aus- Kura vom s. Febr, Zahlungen) Geld Ware Geld Ware AmRierdam i. 1 bo11. Guldea 26550.— 26650.— 26670.- 26770.- Agram t iusr. Kronen » . . xrii.— 839.- 838.- «42.- Belgrad 1 Dinar .' 935.- Bi«».— 838.- 842.- Berlin“ 1 deutsche Pe?chBtnarie 15.50 16.10 15.7.) 16.3C Brüssel I belefsrlte Francs . ’ 29-4. 29R- 8899. 2911.- Bndanest 1 ungarische Kronen . 2.43 -*.53 2.43 2.53 BnVhrpst! Lei.?R3.— 365.- 359.- 361.— Christian!* 1 norwee>. Kronen . qafto. - 952o.- 8430.- 9470.- Konanhaeen I dSnlsche Kronor . 11 «30.- 11570.- 11700.— 11740.- London 1 Pfund Sterllne . „ . 306««.- 307^.— 3n5<w\- 30fVW).— Madrid I Pesetas ...... f-930.- 8970,— 8980.- tyv’O.— Mailand , Lire. 3124.- 3116.- 3104.- 3116.- New York t Dollar. 70035.- 71185.— 70935.- 71195.- Paris t Francs 3302.- 3318.— 3252.— 3268.- Prs«! tsehecho-slow. Kronen 2059.- 2060.— 2053.- 20fi3.~ Sofia 1 Lewa . 518.- 522.- 513.- 517.- Stockholm 1 schwedlscheKronor . 18370.- 18410.— 18370.- 18430.- Warschau*0 1 polnische Mark. . Zthrlch I schweizerische Francs . 12355.- 12405.- 12355,— 124C5.- Noten . AwcrJkan, Koten v. 5 Dollar autvy, ■jrflfio.- 71260.- 70869.- 71260.— . . kleinere ... 70730.— 71160.- 7«7R0.- 71160.— Betplsche Noten MO Francs . . 2855.- 2895.- 2860. - 2890.— Bulgarische Noten zu imo Levs . 496.- 5ü4.— 491.- 499.— * „ kleinere, , . 476.- 481.- *71.~ 475.- Dänische Noten 100 Kroner . . 11490.— 11570.- 11560.— 11640.- Deutsche Noten*. . . . , , 15.10 15.7o 15.30 15.93 . , . >00 , , . « „ kleinere* « . , 14.70 1530 14*.70 15.30 Engl. Noten von R Llvrest. aufw. 304200.— B05800.- 303290.- 304800.— . . kleinere. 304030. - 305619.— 303000.- 3046'0.- Französische Noten 10D Francs . 3295.- 3305.- 3215.-» 3775.- Holländische Noten inn fluiden . 26350.— 26550.- 26479.- 26670.— Italienische Noten v. 100Lire auiw. 3179.- 3140.- 3109.- 3170.— . . kleinere . . . 3090.- 3110.- 307.1.- 3Ti90.— Jn^os!, Noten ungest. zu 1000 Dinar 834.- 840.- §37.- 343.— . , . „ 100 . 833.— . p » kleinere . „ 824.- 830.— 827.- Norwegische Noten 100 Krone? „ 9960.- 9440.- 9310.- 9390.— Polnische Noten **.. * 75.- 85.- 71.— 81.— » „ kleinere** . . . 70.— 80.— 66.- 76.- NumSnlschs Nuten zi>I000u.S00Lel 356.- 361.- 354.- 358.- „ » kleinere . . . 336.- 340.- 334.- 338»w Kuss. Note» (Roman.) zu 500 Kübel — , — — »E' „ „ , kleinere . » Schwedische Noten 100 Kronor » 18160,— 18260,- 18160,— 18260.— Schweizerische Noten 100 France. 12340,- 12470.- 12240.- 12178.— Spanische Noten 100 Pesetas . » 88 iO,- 8090.- 8860.- 8940.— Tschecho-slow. Not. v.tOOOaulw. 2050.— 2066.- 2030.- 2046.— „ „ kleinere 2045.- 206t.- 2025.- 204!.- Ungar. Noten (neue Em.) zu lOOOKr. 1.66 1.86 1.66 1.89 D .zu 10.000 Kr. . , . „ . kleinere. 1.6! 1.81 1.61 1.81 „ . Kleinere. 1.01 »e» »>' * Für 1000 rs.-Mark. ** für 10.0A» vvln. Mark. Medererwachendes Auslandsintereffe für Österreich. Lie WrsenaustrSge aus Fraukrelch. — Die Fraukeuflucht. An der Wiener Börse wurde gestern lebhaft die Tatsache besprochen, -daß QUsländische Kaufaufträge 'an der Wiener Börse zur Durchsühmng kamen. Zwei Banken standen hinter diesen Aufträgen. Aeber die Proveroienz derselben wird Stillschweigen bewahrt, doch scheint es, daß sie in erster Reihe aus Belgien und Fra nkre i ch herrühren. Es spielt sich also die merkwürdige Erscheinung ab, daß, während ein Teil des bisher in Oesterreich tätigen Kapitals nach Paris abgetvandert ist, um dort von der Jn-- flation zu profitieren, das Kapital jener Gegenden wiederum im Auslände Schutz gegen die Entwertung der eigenen Valuta sucht. Es spielt sich hier d a s s e l b e a b, was seinerzeit auch in Deutschland der Fall gewesen, als von dort infolge der Markslucht größere Kaufaufträge für österreichische Effekten zur Durchführung gelangten. Die jetzige Bewegung des französischen Kapitals sch e i nt in d er F rante nflu ch t ih re U rsa ch e zu "^aben- Wenn auch in den letzten Tagen sich der Franken «aif einem verhältnismäßig stabilen Niveau hält und nur geringe Mbschwächung aufzuweisen hat, so zeigt doch -bic Bewegung aus dem Pariser Markte, daß das dortige Publikum gerne seine Engagements in anderen Währungen t-urchzuführen beginnt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch de» österreichische Markt von dieser Bewegung des französischen Publikums in größerem Maße profitiert. Vom Auslande sind zumeist die österreichischen Bovkriegspapiere begehrt. Es scheint, daß hier auch Erwägungen über die Folgen der Aufwertung irgendwie mitspielen. Vorläufig sind nur die Anfänge dieser Auslandsbe'wegung zu konstatieren. Welchen Umfang diese Bewegung des Auslandes nehmen wird, ist vorläufig schwer abzusehen. Wohl aber bietet sie den Beweis, daß das Interesse -des Auslandes an der österreichischen Wirtschaft trotz aller > gegenteiligen Hiobsmeldungen noch nicht erloschen ist- 8988396519485901