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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-07 · Heft 1788 (7.2.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1788 (7.2.1924)
Date
1924-02-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Donnerstag 15 Gehirn und Seele. Mit den neueren Erkenntnissen ans dem GesanrlgoLiete des Seelenlebens machte eine Vortragsreihe des Dozenten Dr. Paul Schilder, Assistenten der psychiatrischen Klinik Wagner-Jauregg bekannt. Ter Vortragende führte zunächst in die Gvundkonntnisse der G e h i r n a n a t o m i e ein. Der äußere Teil des Gehirn besteht ans grauer Nerv.-nfellensn^ stanz, zum Unterschiede von den weißen NcrvMsascrn, die das Innere bilden. Auch in di.ser eingelagert finden sich graue Gan'glien(Nerven;ellen)knoten, von denen der bedeutendste das Hngeilstreifensvstnn ist, das an der Unterserte des Gchirnes liegt. Durch Versuche gelang es, sestznstcllen. daß jode- Parine der Großhirnrinde ganz bcstimmee Funknonen zucpordnct sind, und Zwar beherrscht die linke Hirnhälfle die rechte Seite des Körpers und umgekehrt. Genau re Untersuchungen haben gelehrt, daß die unbedingt lebensnotwendigen Funktionen ihren Sitz in den «inneren Partien des Gehirnes, zum Beispiel m dem erwähnten Hügelstreifensystem und im Verlängerten Mark (der Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark), das die Atemtätigkeit reguliert, haben, während die höheren, nur dem Menschen eigenen Fähigkeiten von der Großhirnrinde ansgchen. Hier sei auch darauf verwiesen, daß die Furchung und Lap-p e n b ildu ng, die ja gleichbedeutend mit einer ganz beträchtlichen Vergrößerung der oberflächlichen Hirnrinde ist, sich nur beim Menschen und in geringerem Grade auch bei höherstehenden Affenarten findet. Besondere Aufschluss? verdankte die Wissenschaft dein Studium einiger H a n d I u n g s st ö r u n g e n sowie der Sprach störunge n. Ein Kranker der erstgenanrrten Art wird wohl den Kreis der ihm anbefohlenen Arbeit wissen, im einzelnen aber versagen. So ahmt er mit einer ihm gereichten Flöte die Bewegung des V i o l i n s p i e l e n s nach oder putzt mit einer Zahnbürste die «Schuhe. Ein an Aphasie Leidender bezeichnet etwa einen Tisch, der chm gezeigt wird, als Möbelstück oder als Kasten, ohne aber das richtige Wort aussprechen zu können. Oft auch ist seine Antwort: Ein Tisch ist es nicht, es ist ein Tischtuch, Wenn wir chm nacheinander zwei Bilder, die eine Maus und ein Gebäude vorst.llen, zeigen, wird er das erste wohl als irgendein Tier bezeichnen, während das Wort „Maus" erst beim zweiten Teil des Versuches zum Vorschein kommt. Einige Arten von Sprachstörungen äußern sich auch in der Weise, daß der Kranke die Reihenfolge der Buchstaben im Worte nicht mehr inne hat. Alles das weist darauf hin, daß die einzelnen Begriffe nicht, wie man früher annahm, ausgelöscht seien, sondern daß der Kranke nicht mehr die richtige Verbindung zwischen ihnen herzustellen imstande ist. Hier schlägt nun Schilder m -interessanter Weise eine Brücke zu Freuds Psychoanalyse hinüber. Die Freudsche Auffassung lehrt, daß die int Traume auftretenden Gegenstände nur Symbole für andere, ähnlich geformte feien, die eben durch Verdrängung dieser, meist dem Gebiete des Sexualtriebes cmgchörigen entstanden sind. Ebendies gilt auch für im Traume austretende Handlungen, die erst durch die Rückersetzung der ursprünglich gemeinten Handlungen und Gegenstände, oben die „Analyse", einen Sinn erhalten. Der Vortragende kam zum Schlüsse, daß wir es rm Gehirn mit nichts anderem als mit einem Organ zu tun haben, das — ebenso wie wir es in unseren Maschinen mit den aus der Physik bekannten Energieformen tun — psychische Energie um setzt und .dorthin dirigiert, wo sie eben benötigt wird. Diese aus den Tiefen des Gehirns stammende Energie wird in die Hirnrinde geleitet und kann auch von dort wieder zurückkehren. Wenn auch wir heute noch nicht ganz im klaren sind über diese ..vis psychic a". so können wir doch schon sagen, daß sie es ist, die sich im Gehirn ihren Sitz geschaffen hat, und daß nicht etwa umgekehrt an das bloße Entstehen eines differzierten Gehirns auch schon Auftreten geistiger Kräfte gebunden sei. R. Dldr. läi Ja» FllunmaM in Rnm. Eine Löwin zerfleischt einen Darsteller. Rom, 6. Februar. (Tel. d. „Wr. Moraenzeit-uwg".) Die heutigen Blätter schildern ausführlich die Szenen, die sich gestern bei der Ausnahme des Filmes „D-ito vadis" zugetragen haben. Die Inszenierung wurde von dem deutschen Regisseur Jacobi und dem Sohne d'Annu nz ios, Gabrielino, geleitet. Für die Zirkusszene, in der Christen den Löwen vcrgeworsen werden, hatte der in Rem befindliche Zirkus B e k e t o w 50 Löwen mit dem Tierbändiger Schneider zur Verfügung gestellt. Auf der Filmbühne war eine Ecke des Colosseums nachgebiidet worden, in der die Freumde Neros voll Freude dom Martyriu m der Chri sten zu schauen. Die Darstellung dieser Szene mit verschiedenen Tricks war beinahe erfolgreich zu Ende geführt. Abw:ch'elnd waren die Löwen und die Statisten in die Arena gelassen worden, als Plötzlich die Löwin „Europa" mit einem Satz in die Lege sprang, in der sich als zuschauende Römer verkleidete Statisten sowie der Darsteller Palombi. der einen Senator gab, befanden. Das Tier war schon zwei Tage lang im Käfig eingeschlossen gewesen umd daher sehr erregt und wild. . Der plötzliche Sprung der Löwin verursachte ein-e un-- öejchreibliche Panik unter den Statisten, die den Ausgang zu erreichen suchten. Allen gelang es, sich zu retten, bis auf P a t o m b i, auf den die Löwin sich stürzte und in dessen Fleisch sie ihre Krallen bohrte. Sie packte i h n a n de r G u rge l. Er suchte sich zu verteid'.Hen, verlor jedoch das Gleichgewi^t und fiel in die Arena hinunter. Die Löwin, welche vom Ge^cch des Blutes betäubt war, stürzte" sich nochmals auf .ch» und 'H&t$ itzn. Wiener Morftenzetturrg._7. Februar 1924 _Nr. 1788 Me Rechtspflege in Sefterreich. Die Angriff weaen der immer desolater werdenden Zustände in der österreichischen Iustizpflege hoben gestern im Bvdgewusschuß dem Vizekanzler Dr. Frank, der für das Iustiz'.essort verantwortlich ist. die Zim.e-e gelöst. Dr. Frank setzte sich namentlich gegen dre Bebci'.'pwng des Abgeordneten Dr. Eisler zur Wehr. daß der Richterstand und die Rechtspflege heute nicht mehr das Betrauen großer Schichten der Bevölkerung genießen. Kein Mensch, weder die Inslizverwaltung noch die R'.ckstcrschaft. wünsche, daß sich .Ae N'chesvflecie zur Verfolgung irgend einer Partei hergebe. Wenn tatsächlich bei der Arbeiterschaft dos Vertrauen in den Richecrstand gesunken sei. meinte der Vizekanzler, so sei das bacauf zurückzuführen, daß in den Zeitungen jeden Tag von Urteilen der Klassenjustiz geschrieben werde. Dem Vorwurf, daß im Justizministerium die lc-g'slatorijch-? Tätigkeit jetzt zum Stillstand gekommen sei, beg:gn?'c Dr. Frank mit der Auszählung einiger Novellen zu besteh-end.-n Gesetzen. Die Valorisierungssrage dürfe nur sehr Vorsicht t angeschnitten werden. Das neue Strafgeses sollte gleichzeitig mit dem neuen Strafgesetz des Deutschen Reiches ein gebracht werden, da wegen -der gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland mit der Einbringung des Strasg.e'etzenrwnrfcs dort nicht zu rechnen sei, werde man sich hier m.i: einer Novelle begnügen müssen. Otktor Frank bezeichnet die Novellierung des Prcistreibereigesctzes als zeitgemäß, 'a die hauplsächl.chsien Farmen der Ausbeutung mit der allmähl"'chcn Wiederkehr mrmalcr Vcrbültniste obsolet geworden sind. Was die Frage der Novellierung der strafflesetzlichen Bestimmungen über du Fruckiabtreib u n g betrifft, so wäre eine Straflosigkeit der Fruch^abtreibung und die Einführrng der sogenannten Indikation nicht gangbar. Die im 'oz:tld'"nokr.ttischen Antrag betreffend die Richterernennungen Hvr.tpincit llcbelstände treffen nicht zu. W.un sich, wie Abg. Etsl r ermiimt -'r. da-d Mißstände ergeb.n haben sollen, so nbermhme der Vizekanzler für alle diese Fälle die Verantwor'n.tg. Es ist gewiß auch nick? richtig — und der Vizekanzler müsse dagegen protestieren —, wenn Abg. Doktor Eisler die Richterveroiniguug als Hakenkreuzlerverem bezeichnet hat. Die Aenderung, die im Vorstande der Richter- Vereinigung vorgenommen wurde, ist nicht auf politische Motive zurückzuführen. Wenn sich ietzt Abg. Dr. Eisler darüber aufaehaltsn hat. daß ein Richter vor der Wahl in den Personalsenat für sich agitiert und erklärt habe, er sei ein Anhänger des Numerus clausus. so halte auch der Vizekanzler sine solche Art der Agitation für nicht vereinbarl«ich mit der Würde eines Richters. Der Großdentsche Dr. Angerer meinte, wenn immer wiederum von hakenkreuzberischen Richtern gesprochen wird, so müßte endlich eine Definition des Wortes Hakenkreuzler gv geben werden. Die Sozialdemokraten scheinen damit alles zu bezeichnen, was ibnen unangenehm ist. Generalintendant Kramberger beantwortet eme Aw frage über den Fall Aman. Der ehemalige Direktor des Carl-Theaters Aman hatte int Jahre 1917 das ihm gehörige Bad Ein öd in Kärnten einer Militär-Witwen- und Waisenstiftung aewidmet und sich hierfür eine lebenslängliche Renke von jährlich 10.000 K. ansbedungen. die durch sine Aenderung der Währung oder sin Agio nicht verkürzt werden dürfe. Er erhält jetzt 60.000 K. 'ä'hrlich und hat darum einen Prozeß gegen das Zlerax angestrengt. Der Reaierunasvertreter erklärte, daß das Finanzministerium zu einem billigen Ausgleich bereit sei. Abgl S c v e r böschäftigte sich mit der Wiereform und forderte den Vizekanzler auf. den Richtern, die über Dispensehen zu urteilen haben, die gesetzlichen Bestimmungen in Erinnerung zu br'ngen. Bis jetzt wurden über 80.000 Dispens eyen geschlossen; ihre Notwendigkeit ergebe sich schon -ra"s. daß von den sogenannten Kriegsehen bereits 85 Prozent geschieden sind. Abg. Austerlitz forderte, daß der Justizminister die Staatsanwälte von den Instruktionen befreie, die ihnen irgend eine h-akenkreuzlcrifche Stelle gegeben hat. Der Krebsschaden liege beim Vizekanzler, der die Anklagebefugnisse der Staatsanwälte zu gemeinster Rachsucht und wirklich niedriger Papteilichkeit entarten ließ. Abg. W'ittern«igg kritisierte die Jnt-erpellationsbeantwortnng wegen Tötung des Eisenbahners Huber, der im Czerninschen Revier in Groß-Arl beim Wildern betreten und erschossen worden war. Die Angelegenheit sei durch die Anrragebeantwortnng nicht genügend geklärt. Der Tatbestand sollte durch eine öffentliche Verhandlung vor Gericht seine unbestrittene Aufklärung finden. Was ist Hakenkreuzjustiz? Dr. Eisler erklärte schließlich: Wenn der Vizekanzler wisten wollte, was die Sozialdemokraten unter hakenkveuzleri-- scher Auffassung der Richter ve'.stehen, so möge er zur Kenntnis nehmen, daß sie darunter jenen Ge-ist der Gehässigkeit und der vottständigrn Beugung jedes Rechtes und demokratischen Gefühles meinen, der jetzt diejenigen Kreife, die unter dem Einflüsse der hakenkreuzlerischen Schlagworte stehen und leider auch viele Richter beherrscht. Unsere Kritik richtet sich gerade gegen diejenigen Richter, bei denen der Geist des Couleur st udententums nicht ausgerottet ist. Bon einer Verallgemeinerung kann da keine Rede sein; aber es kann die Häufigkeit von Urteilen einer bestimmten Richtung sicherlich als Symptom gewertet werden. Nach einer Replik Dr. Franks wurde die Verhandlung abgebrochen. Ein kunst g ew erb lieber finbft ab Montag dr« 11. Februar l.J. in den Räumen der 1. Wi-ner TePPtchwedkchule. 1. Be-..Falkeftr I. statt. Telephon Voran sicht- Iiche Dauer L—3 Monate. Sostenbeinag 80 000 K. Zum 1. M ile Montag, it. d. 7 Uhr abends. Den Kurs leitet die bekannte Kunstgewerblerin Gustt Stein. Der Do-mpteur trieb sofort die Bestien in ihre Käfige zurück, da sie infolge des Blutgeruches bereits unmhig wurden. Einer der jungen Operateure, Gra na to, der einen Revolver bei sich hatte, feuerte sechs Schüsse auf die Löwin ab und verwundete sie im Rücken. Die Löwin ließ dann von Palombi ab, der aber bereits fürchterlich hergerichtet war. Palombi starb kurze Zeit darauf in dom nahegelegenen Militärfpital, wohin er überführt wurde. Die Leiter des Films wie die beiden Regisseure sind u n a u f f i n d b a r. Die Polizeiquästur hat Recherchen eingeleitet. Sine gewaltige Vnlkaneruptlon auf Alaska. New-Zork, 6. Februar. (Tel. d. ,,Wr. Morgenzeitung".) Ein Funkspruch des Dampfers .Latc-uche" meldet aus Be-lkow'ski auf der Halbinsel Alaska, daß durch eine ungeheure Eruption die ganze südliche Kante des Vulkans P a v l o, 120 Meilen östlich von Dutch Harbor, abgesprengt wurde. Schon durch diese Eruption wurde das Land auf hunderte von Meilen im Umkreis derart erschüttert, daß die Bewohner der Ortschaften in panischem Schrecken aus den Häusern flohen. Dem Vulkanausbruch folgte ein Erdbeben, das sieben Minuten dauerte. Der Vulkan Pavlo ist einer der tätigsten der Erde. Sein letzter Ausbruch erfolgte im Herbst 1923. 81« sevsallonelles Schllchmeisterturnler. Am 16. März beginnt in den Vereinigten Staaten von Amerika ein G r o ß m e i st e r-T u r n i e r, welches das größteallerZeitenzu werden verspricht. Zum ersten Male tritt der Fall ein, daß ein Ex-Weltnieister (Dri Emanuel L a s k e r) mit dem Weltmeister Jofs Raoul Eapablanca zum Schachwettkampfe antritt. wobei die weiteren Teilnehmer Aljechin, Bogoljubow. Doktor T a r r a s ch, M a r s h a l l, Eduard LaSker, Rubin-- stein, Spielmann, Njemzowitsch u. v. o. m. an Spielstarke nur um ein geringes schwächer gewertet werden. Von den Wiener Meistern wurden Dr.Tartak o w e r, R e t i und G r ü n f e l d zu diesem Turnier ringelnden und reisen am 22. d. ab. Welch ungeheure Mittel für dieses schachliche Weltereignis aufgeboten werden, ergibt sich aus der Tatsache, daß sämtliche aus allen Weltteilen nach Amerika geladenen Schachmeister Schiffslarten l. Klasse für die-Hinu n d R ü ck r e i s e, volle Verpflegung, hohe TageSpauschälien im voraus erhalten und außerdem Preise in einer Höhe auSgesetzt werden, die den Gewinner dieses Turniers zu einem nach österreichischen Begriffen wohlhabenden Manne machen; beträgt doch allein der erste Preis rund 100 Millionen . Krone». Der Multimillionär als Banlnotenfälscher. Die Bnkarester Blätter veröffentlichen die sensationelle Nachricht von der Entlarvung des bekannten Multimillionärs Iljan D u m i t r e s c u, der falsche Tausend-Lei-Noten sabriksmäßig herstellte. Geheimagenten gelang es, Dumitrescu beim Abtransport dreier mit Banknoten gefüllter Kisten auf seinem Landgut zu überraschen, wo Dumitrescu eine Filiale seiner Fabrik in Krajova hatte errichten lassen. Eine ganze Bande 'hatte unter Führung Dmnitrescus sich mit der Fabrikation der falschen Banknoten befaßt, die massenhaftinRumänienkursieren. Las Februarprogramm bei Hageabell. Auf die Sensationen des Jännier ein muerlich spannendes, künstlerisch vollendetes Programm. Hervorragende Varietenummern neben «den entzückendsten Pfevdodressuren und nervenaufpoitschettden Löwen- und Tigervorführungen, urkomische Szenen mit Eisbären und Elefanten. Man mag welche Nummer auch immer aus dem reichhaltigen Programnt herattsgreifen, es ist durchwegs erstklassige Leistung. Die neuen hippischen Spiele und die Freiheitsdressuren des Herrn Petoletti enlfeffeln wahre Beifallsstürme. Ein Schauern ergreift einen, wenn man den Kraftmenschen Heros mit einem 100 Kilogramm schweren Torpedo jonglieren unb es schließlich mit seinem Stiernacken auffangen steht. Eine Erleichterung spürt man nach diesem Akt, wenn die drei famosen C a r t e l l a s ihre komischen Iongleurkünste zeigen. Der Luftoft der B ier Wortleys mit dem „Todessprung" von der Zirkuskuppel spannt die Nerven bis zum Zerreißen. Die akrobatischen Meisterstücke der F ü n f Patty Frank-Gruppe, die lustigen Bronetts und die urkomische Eisbärengrnppe sowie die klugen Elefanten und Kamele entschädigen in vollstem Maße für das Gruseln, das wir einige Minuten hindurch empfunden. Mit höchster Bewunderung verfolgt man die Vorführung von acht gewaltigen Berberlowen durch Frau Berta Haupt. Allen Respekt vor dieser kleinen, zierlichen Dame, die es zustande bringt, mit schwacher Stimme aber starkem Willen die Bestien durch den Blick zu bannen. gt. Die Forderungen der BaMeamte«. Günstiger Stand der Verhandlungen. Wie wir erfahren, hat der Banken verband s i ch b e r e i t erklärt, von der geforderten 1b°/,igen Gehaltserhöhung 8 bis 10»/, zuzugesteben, verknüpft jedoch dieses Zugeständnis noch immer mit der Forderung, daß täglich eine halbe Stunde rnehr gearbeitet werde und dreiFeiertage entfallen müßten. Die strittige Forderung ist die Pragmatisierung der Bertragsangestellten. Bei ehtgetucu Banken haben die Betriebsräte zwar den Bankbeamten mitgeteilt, daß man sich auf einen Streik gefaßt machen müsse, doch wird in unterrichteten Kreisen erklärt, daß der Stand der Angelegenheit günstiger geworden sei. Der Zentralvorstaud des Reichsvereins derBankbeamten hält heute Mittags eine S i tz u n g ab. in der wichtige Beschlüssegefaßt werden. Es wird angenommen, daß der Bankenverband mit seiner endgültigen Stellungnahme warten möchte, bis der Nationalrat die Nachlässe bei der Efiektenumsatzsteuer bewilligt hat.

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