Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1786 (5.2.1924)
- Date
- 1924-02-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Cffl» g Men. DienSlag mit einem sehr f d; iu c v c 11 Aia nt p f zu rechnen haben werden. Das Problem der Revision der Reihung werde der Beamtenschaft große Enttäuschungen bereiten, im ganzen werden nur ein bis zwei Besoldungsgruppen hiervon profitieren. Der Hauptausschuß hatte dann nur Sorgen für die Krage des Säbeltragens außer Dienst und das Gesellschaftskleid, dem besonderes Augenmerk zuzuwenden sei. Der Kampf der Sicherheitswache. Die Vertreter der Sicherheitswache haben vorn Bundeskanzler Dr. Seipel vor seiner Abreise die Zusicherung erhalten, daß Sektionschef Uebelhör von der Bundeskauzlei und die betreffenden Funktionäre des Finanzministeriums angewiesen seien, die Verhandlungen über die Wünsche der Sicherheitswache sofort auszunehmen. Xtrartfet und Simm. „In Mitteleuropa herrschen stürmische Winde." Die Lyriker werden sagen, der „Frühling kommt mit Macht". Dem armen Großstädter jedoch kostet jo ein Orkan meistens einen neuen Hut, womtt er aber noch glimpflich davon kommt. Denn h:radstür;eneds Mauerwerk, fliegende Ziegelsteine, fallende Firmenschilder sind nicht so ohne. Bis jetzt ist niemand zu Schaden gekommen. Die Technik der Straßenpassage scheint Fortschritte zu machen, und wenn man an der Wand entlang 'Äichr gehen kann, stürzt man sich oben in das Gewühl der Autos, Straßenbahnen und Handwaaerln. Die Kotspritzer fliegen ins Gcsichr und rauben oft den Ausblick. Auch die nächsten Tage durften im Zeichen der Sürme verlaufen. Wie die Voraussage besagt, aus die man sich immer verlassen kann, wenn iie — nichts Angenehmes ankündigt . . . * Der amtliche Wetterbericht besagt: In den nördlichen Alpen und im Alvenvorlande ist es trübe. In der Donauniederung wehen stürmische westliche Winde. In den Zentral- und südlichen Alpen ist das Wetter vorwiegend heiter. Allgemein herrscht Tauwetter. (Wien plus vier Grad.) Tauwetter und stürmische Winde haben auch die Dschrcho-Slowakei, Deutschland, die Nord- und Ostsee. VoraussaZe: Veränderliche Bewölkung, Regenböen, ttarke westliche Winde. Tauwetter. Unfälle durch den Sturm. Auch gestern hielt der seit Samstag nachts herrschende Sturm mit unverminderter HeftiAett an und verursachte mehrere Unfälle und eine große Zahl von Bauschäden. Die Wiener Berufsfeuerwehr runddie freiwilligen Feuerwehren hatten sehr viel 'zu tun. Nah'zu in jedem Bezirk waren mehrere Bauschäden vorgekommen. So hatte im 4. Bezirk der Sturm twm Dachs der Pcnrlanevkirche ein Blechstuck abgerissen, das auf die Passanten zu stürzen drohte. Nachdem die Feuerwehrden Schaden behoben hatte, riß sich nachmittags ein zweites Blechstück dom Dache los, so daß die Feuerwehr neuerlich ansrucken mußte. In einem Geschäft in der Schönbrunnerstraße hat der Sturm einen Rollbälken aus den Schienen gerissen. Eine Spiegelscheibe ging in Trümmer und das Geschäft mußte von der Polizei bewacht werden. In der Josefstädierstraße wurden mehrere Bogenlampen der Straßenbeleuchtung beschädigt, Dachrinnen losgerissen und auf die Straße geschleudert. Im 9. Bezirk hat der Sturm von einem Turm des Georgsbades eht großes Stück Blech losgerissen. Dom Josephinum auf der Währiug:rs1rahe loste sich ein Test des Dachaesimses durch den Sturm los. In den Vororten waren Dächer akbaehoben, Rauchfänge eingestürzt. Tafelschilder herabgerisien worden. In der ehemaligen Kagramer Jnfanteriekaserwe mußte die Räumung der Wrhnunaen verfügt werden, da der Sturm die G'rpsdielenwcmd umzustürzen drohte. In der Zentral« der Feuerwehr am Hof folgte infolge dieser vielen Unfälle eine Anzeige nach. der anderen. Die aufopfernde Tätigkeit der Feuerwehr wird allseits gerühmt. Eiserrbatzrrrmfall durch eine Lawine. Gstern ging zwischen den Stationen G ö s i n g und Puchenstuben der Mariazeller-Bahn eine Lawine in der Länge von ungefähr 200 Meter nieder. Zugslokomotive, Dienstwagen und zwei Personenwagen des Zuges Nr. 16 wurden um gestürzt. Die Reisenden, von denen einig« geringfügige Verletzungen durch Glassplitter erlitten, wurden durch die Fenster aus den Wagen herausgchoben. Hilfszüge wurden von Mariazell und von St. Pölten aus eingeloitet. Der Verkehr bleibt durch Umsteigen aufrecht. Schneestürme in Norditalien. Aus Ankona wird gemeldet: Unter Blitz und Donner tobte hier ein Schnee-sturm. Di- Schneehöhe 'beträgt 25 Zentimeter. Auch in Umbrien wüten Schneestürme. Die Straßen in den höher geligogenen Gebieten sind nicht benützbar. Stellenweise liegt der Schnee zwei Meter hoch. Eine Anzahl von PostautoS ist im Schnee stecken geblieben. Zke Auslastung der NordwWahMofer. Die Gemeinde Wien gegen eine dauernd« Sperrung. Die letzte Sitzung des Gemeinderatsausschusies für technische Angelegenheiten beschäftigte sich eingehend mit der Auflassung des Nordwestbahnhofes. Es wurde eine Erklärung beschlossen, in der sich die Gemeind« Wien grundsätzlich gegen eine dauernde Auflassung des Nordwestbahnhofes ansspricht. Als Begründung für diesen Standpunkt wird angeführt, daß bei dem Mangel eines modernen Zentralbahnhofes die Stillegung eines für den Verkehr nach dem Norden und Nordwesten Oesterreichs wich- Wiener Moraen^ltunff. tigen Bahnhofes eine Schädigung Wiens als Großstadt und Verkehrsknotenpunkt darstcllt. Durch die Auslassung des Nordwestbahnhoses wird die beste Verbindung nach Dresden, Berlin und Hamburg zerstört. Der Franz-Josefs- Bahn Hof ist für den Sommerverkehr unzulänglich und überlastet. Dieser Bahnhof könnte leicht auf Kost'n des Nordwestbahnhofes entlastet werden. Der Nordbohnhof scheint nichr geeignet, den äußerst, entwicklungsfähigen Verkehr der Nordwestbahn klaglos zu bewältigen. Die Gemeinde verlangt daher, daß die zeitweise Sperrung des Nordwrftbahnhofes. und des Bahnhofes Jsdlerfee nur von kurzer Dauer sein soll. Aus der Werkstatt des Staatsanwalts. Gestern abends hielt der gewesene Staatsanwalt Doktor Anton Formanek, d-.r sich bekanntlich pensionieren ließ urrd Rechtsanwalt wurde, Werl er mit dem kärglichen Einkommen, das der Staat ihul gab, nicht auskommen konnte, einen von der Kan zettdirekt ion „Musica" im Neuen Saal der Hofburg veranstalteten Vortrag über „Stellung und Aufgaben des Staatsanwaltes". Die Wien, r scheinen keine Sympathie für Staatsanwälte zu haben, selbst wenn sie in Pension sind, denn der Vortrag war sehr schlecht besucht. Allerdings kam u-och dazu, daß im gogemkbevl legenden Festfaal Dr. Stecket einen Vortrag über „Sadismus und Masochismus" hielt, zu dem sich befauders die holde Weiblichkeit drängte. Und doch ermangelt« der Dortvag nicht des allgemeinen Interesses. Dr. Formanek schildere die Arbeit des Staatsanwaltes von der Anzeige einer strafbaren Handlung angefangrn bis zur Verhandlung und ‘legte dar. daß der Staatsanwalt nicht einzugrifen habe, wenn ein halbwüchsiger Knabe einem anderen einen Stoß gibt, um ihm ein Butterbrot zu nehmen. Wahrscheinlich spielte er hier auf die Tatfache an, daß Hofrat Holzinoer zur Zctt der Monarchie einem Knaben, der gerade 14 Jahre a>tt geworden war, und ein-om anderen ein Butterbrot raubte, zu zwei Jahren Kerker verurteilte. Zahlreich« Fälle kommen dem Staatsanwalt unter, wo dieser mehr als ein Auge zudrücken muß. Das Strafgericht ist kein Exekuttonsgericht und hat daher auch nicht privaten Wünschen von Gläubigern mnttzugeben. Anonyme Anzeigen finden keine Behandlung. Der Vortrag erschien wie das Plädoyer eines Rechtsanwaltes, der früher als Staatsanwalt den bösen Buben spielte und jetzt brav werden will. Die Ausführungen, die mit der Besprechung der Tätigkeit des Preff-staatsanwattes und des § 26 Wer die Kreuzelinserate schlossen, für dessen Abfassung er größere Aufmerksamkeit gewünscht hätte, fanden den lebhaften Beifall der wenigen, die zu dmr Bortrag erschienen waren. Auffallend war, daß nahezu keiner der ehemaligen Kollegen Ws der Staatsanwaltschaft und dem Richterslande zu scheu war; es schien, als hätten sie dm Vortrag boykottiert. Ler zirkm Stammt niedergebrannt. AuS Bridgeport im Staate Connecticut wird gemeldet, daß dort das Winterquartier des großen Ringland Barnum-Zirkus niedergebrannt ist. Der ganze Ort wird gegenwärtig von einem mit Gewehren bewaffneten Polizeikordon umzingelt gehalten, weil die Gefahr besteht, daß die zahlreichen w i l d e n T i e r e, die dort gefangen gehalten werden, ausbrechen und die Bevölkerung der Stadt bedrohen könnten. Seew gab« geftorbi«. Ein Londoner Telegramm bringt uns die Trauernachricht von dem Hinfcheiden des bekannten hebräischen Schriftstellers und Historikers Seaw I a b e z. Die literarische Tätigkeit dieses Gelehrten, der 1&47 in Kvljno (im russisch-polnischen Gouvernement Lomza) geboren ist, reicht wert in die Aufklämngszeit zurück. Ms konservativer Jude vertrat er mit großem Eiftr di« Idee einer ,Mfgsklävten", lebenbejahenden Orthodoxie Md gehörte zugleich zu den ersten Cttowswe-Zion. In den Achtzigevjahren ging er nach Jerusalem, wo er zeitweilig Sammelbücher unter dem Namen ,Haarsz" herausgäb. Anfangs der Neunzigcrjahre wurde er in die Kolonie Sichron Jakob als Rabbiner und Schulleiter berufen. Hier schrieb er seine sehr bekannte hebräische Chrestomathie und in hebräischer Sprache eine jüdische Geschichte für Kmdw, denen später «in nur zum Teil« vollendetes jüdisches Geschichtswerk folgte. Da er sich dem Regiment der Rothfchkldschen Verwaltung nicht fügen wollte, verließ er nach einigen Jahren Sichron Jakob Md war gezwungen, fern von Palästina von seiner wissenschaftlichen und literarischen Arbeit zu leben. Sv redigiert« er mit dem bekannten Rabbiner Reines zusammen eine misrachisttsche literarische Zeitschrift Md gab eine Sammlung von Nachdichtungen <vuS dem jüdischen Legendenschahe sowie Erzählungen auS dem Leben der jüdischen Kolonisten Palästinas heraus. Seit Ausbruch des Krieges lebte er in London. Gesellschaftsreise« «ach Palästina. Die nächste Gesellschaftsreise nach Ercz Israel, welche vom Wiener Palästina-Amte veranstaltet wird, wird, wie nunmehr feststsht, mit dem am Freitag den 7. März dies S Jahres von Triest auslausenden Expreßdampfer .Helouau" des Lloyd Triestino unternommen werden. Bon Wien erfolgt die Abreise DvMerStag den 6. Marz mit dem um 20 Uhr 10 Minuten vom Südbahnhofe nach Trieft abg heuden Schnellzuge. Bei einem dreitägigen Aufenthalt in Aegypten und einem vierzchntägigen Verweilen in Erez Israel werden die Reise- Mtichmw schon am 1. ApM wieder in Wien' emtreffen könneu. Wer auf den Besuch in Aegypten verzichten will, wird 17 Tage lang in Palästina sich aufhalten können. Es wird aber auch möglich sein, die Aufenthaltsdauer in Palästina auf noch «inen längeren Zeitraum auszudchnen und sodann di« Rück- S. Februar 1921 ' Nr. 1786 fahrt zu dem vereinbarten ermäßigten Fahrpreis vorzut nahmen. Mit Rücksicht darans, daß die Schiffsplätze vechtzettig reserviert werden müssen, können weitere Anmeldungen zu dieser Gesellschaftsreise bloß bis spätestens 8. d. euigogeugenommen w.rdrn. Zugleich mit der Anmeldung ist eine ent« sprechende Anzahlung zu leisten. Das nähere Reiseprogramm können die Jnteresseriieij beim Wiener Palästina-Amt, 1. Baz.. Bauernmarkt 24 (Telephon 63-1-27) erfahren, woselbst auch wettere Auskünfte bes züglich der Reisekosten nfw. erteilt werden. Die Rettuuq der unqarischrn -achschtle». Jüdisches Geld für den Numerus clausus gesucht. Wie bereits berichtet, hat die ungarische Regierung nach dem Wiener Muster eine Nstattion zur Rettung der ungarischen Hochschulen und ihrer Institute eingelettet. Wie in Wien, sollten auch in Ungarn vor allem und fast ausschließlich di« Juden die Mittel für die Universitäten des Numerus clausus zur Verfügung stellen. Verschiedene jüdische Kreise haben diese erniedrigende Zumutung zurückgewiesen. Zur Ködevung der Juden war an die Spitze des Aktionskomitees der Universitätsprofessor Dr. Emil Graß, ein getaufter Jude, gestellt worden. Dieser Professor Groß hatte nun die Unverfrorenheit, den Oberrabbiner Dr. Hevesi aufzusuchen, um ihn zur Förderung der Rettungsattion zu bewegen. Dr. Hevesi lehnte dies selbstverständlich ab und autwortote, er wisse sich in dieser Frage mit Baron Adolf Ulltnanti solidarisch, der erklärt hat, daß er, so lange der NnmeruS clausus in Kraft ist, an keiner solchen oder ähnlichen Mion teilnohmen könne. Dr. Hevisi fügte daun noch hinzu: ,Hätte der Numerus clausus auch schon vor Jahrzehnten bestanden, io hätte aus dem Sohn des Großwardeiner jüdischen Arztes nicht der berühmte Augerifpezialist Pvofeffor Emil Groß, -der seht vor mir steht, werden können, und der Direktor der Augenklinik wäre nicht er, der heute allerdings schon getaufte Jude, sondern der rassenschützlerische Pvofeffor Doktor Karl H o o r." Dr. Emil Gwß erwiderte: ,Ms herrscht also der Geist der Rache und nicht der Geist der Versöhnung." Oberrabb'mer' Hevesi antwortet«: ,^Jn der Tat herrscht der Geist der Rache, aber nicht in unseren Kreisen, sondern in jenen, die fett Jahren an der gesamten ungarisch-jüdischen Jugend Rache nehmen und sie von den ungarischen Hochschulen «uS» schließen. Was jedoch den Geist der Vergebung betrifft, so erinnere ich Sie daran, daß wir Juden immer nach den Grundsätzen der Nächstenliebe handelten. Wir beide, Sie und ich» nahmen während des Krieges an einer Sitzung teil, in welcher Graf Apponhi den Vorsitz führte. Damals führten Sie Klage darüber, daß die Hochschüler wegen ihrer FrontdienstteistMg nicht in der Vage seien, ihre medizinischen Rlgoroferttaxen zu bezahlen. Währender Sitzung kam Simon Krausz auf mich zu und stellt« mir di« Prüfunastaxen für hundert Univevsitätshorer zur Verfügung. Sie erinnern sich noch, daß ich mich sofort zu Ihnen begab und erklärte, von diesem Betrag Ihnen die für fünfzig christliche HochfchAer erforderliche Summe zur Verfügung zn stellen. Das tat ich, der jüdische Seelsorger, ans einer Spende des jüdischen Philanchvopen. Das ist der Geist 'der Vergebung, der Toleranz und der Liebe, Herr Profeffor!" Damtt war die Unterredung zwischen dem Budapester Oberrabbiner und dem getauften Sohn des Großwavdeiner Mischen Arztes zu Ende. HebMche« im Se«tfche«. Ein deutscher Sprachforscher hat einmal die kühne Behauptung ausgestellt, daß das Wort „Haube" in der Wendung „unter die Haube kommen" mit dem hebräischen Worte „chuppe" identisch fei. Das klingt sehr plausibel, zumal da man auch im Jüdisch-Deut'chen sagt: „unter die Chuppe kommen"; aber sprachgefchichtlich läßt sich die Nichtigkeit dieser Ableitung nicht erhärten. Das eine ist sicher: in dar deutschen Sprache ist ein ansehnlicher Teil latentes Hebräisch vorhanden, wie denn überhaupt der semitische Einfluß auf die deutsche Kultur und die deutsche Sprache nicht unerheblich ist. So weist Dr. Emst Waferzieher, ein Mann, der feit einem Menschenalter mit deutscher Sprachgeschichte emsig büschäftigl ist, in seinem vortrefflichen etymologischen Wörterbuch „Woher?" (Ferdinand Dürmnlers Verlagsbuchhandlung, Berlin) an der Hanrd zahlrsicher Beispiele nach, daß der hebräische Einfluß auf die deutsche Sprache weit stärker ist, als mau bisher geglaubt hat. Schon daß das deutsche Wort ,Horn" im Hebräischen als „keren", also mit genau denselben Hauptkonsonanten auftritt, gibt zu denken. „Sind die JndogermaNen," schreibt Wasierzieher, „wirklich von Hochasien nach Europa gewandert, so haben fie den semitischen Gürtel passiert oder gestreift. Da müflen sprachliche und kulttrrelile Einflüsse stattgefunden haben, von denen wir heute noch keine Kenntnis haben." Der Verfasssr meint ferner, aus dem Umstand, daß di« europäischen Alphabete nachgewiesenermaßen semitischen Ursprungs find, lassen sich tiefgehende Einwirkungen ai'ch anderer Art annehmen. Bei vielen deutschen Wörtern ist der hebrätz'che Ursprung sofort zu erkennen, so die Wörter Amen, Bisam, Hosianna, Jubel, koscher, Krelhi und Plethi, Mammon, Manna, Mene Tekel, Philister, pleite, Sabbath, Sack, Satan, schachten, Schibobech, Seraph, Tohuwabohu und andere. Weniger kfantnt ist es, daß „Ebenholz" («in schwarzes, steiuschweves Holz) vom hebräischen hobnim (Ezech. 27,18) und „eben" (Stein) abstammt. DaS Fremdwort „genieren", dom französischen gene, Zwang, Qual, leitet sich vom kirchenlateiudschen gehenna, somit von dem hebräischen gehinnom ab. „Ghetto" führt Wasserzieher auf das hebräische Wort ghet, Absonderung, zurück. ,Kabale", List, Ränke, stammt vom rabbinischen kabbala, Geheimlehve, vom hebräischen kabal, empfangen, also eigentlich empfangene Gcheimlehre; der Pe-