Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1785 (4.2.1924)
- Date
- 1924-02-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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fiBZ8hnmmerK120Ö Wien« Zorn Abholen in der Expndftion,n.,Taborstr. 1«S* «der meinerVerachleissteRa (Trafik) monatl. K 35.000 ' Straasenverkauf in Vien doreh die Kolporteure der Firma Goldsehmiedt.1. Bez* Wollzeile 11. . Mit Postversand für Vien n. Oeaterr. monatl. K 85.000 fsehecho-Slowakei: Mon. K18. Jugoslawien: Mon. Dinar 60. Polen: Mon. Österreich. Kronen 30.000, Deutsch!.: Mon. Goldmark 4.—, Frankr„ Belgien: Mon. Fr cs. 12 MT W Prci»«rfc8hoaf«n wW«ta 9t. 1783 Mm. SRontos, 4. Frbrmr 1924 Soitb0N, 3. Fevnnar. 16 Uhr 36 Min. Renterfche Bureau meldet aus Washington: Der frühere Präsident Wilson ist gestorchen. Washington, 3. Februar. (Lel. der «Wiener Morgenzeitung".) Die Erkrankung Wilsons hatte sich Freitag mittags zur Krise gesteigert, die den behandelnden Aerzten keinen Zweifel mehr lieh, daß die Tage des Expräftdenten gezählt sind. Wilson war auch Samstag noch bei vollem Bewußtsein. Mittags begannen seine Kräfte nachzulassen, abends verlor er das Sprachvermügen, in der Nacht verließ ihn das Bewußtsein. Bon seiner Familie umgeben starb Wilson am Sonntag mittags. - Auffallend ist, daß nicht ein einziges Bulletin, ja nicht einmal jenes, das seine» Tod meldete, irgend eine Andeutung über das Wesen der Krankheit Wilsons enthalt. Cs dürfte sich um eine krankhafte VeränberNng des Gehirns — viele Anzeichen sprechen für einen Gehirntumor — gehandelt haben. Re letzte Kundgebung Wllsom. Ein Brief an den amerikanischen Botschafter in Berlin. New Porb, 2. Februar. (Durch Funkspruch.) »New Jork World* veröffentlicht eine von dem früheren amerikanischen Botschafter in Berlin Gerard am Freitag abgesandte Mitteilung, nach der Gerard am Freitag einen Brief des Sekretärs erkrankten früheren Präsidenten Wilson erhalten habe, der besagt, daß Wilson Mitglied des von Gerard gebildeten Komitees zu werden wünsche, das Geld für deutsche Schriftsteller, Aerzte, Künstler und andere Intellektuelle ausbringen will. Gerard bezeichne» es als charakteristisch, daß der schwer leidende Wilson von seinem Krankenlager aus den Willen bekunde, Notleidende» zu Helsen und den Haß zum Verschwinden zu bringen. Mr Donald—Polinäre. BerSffeMchnng der Briefwechsels. . ParR, Ä. Febyuar. , '(Wolff.) Der Meftvechsel. zwischen Rarnsay M a c d o n a l d und P ö i tttar e .; tyM heute veroffenllicht. Das Schreiben Macdonaws an Pomtate lautet: „Unsere beiden Länder haben -Seite an Seite.solche Zeiten der Krise durchlebt und haben gemeinschaftlich solche Opfer gebracht, daß ich Ihnen in dem Augenblick, in dem ich die Regierung übernehme, einen persönlichen Brief übermittle, nicht nur, um Sie von dem Wechsel-des Ministeriums zu unterrichten, sondern auch, um Ihnen meine Grüße und meine Wünsche zu übermitteln. Es ist mit unangenehm, so viele unerlchigte Fragen vorzufinden, die unsere Sorgen und Befürchtungen erwecken, und ich versichere Sie, daß es meine tägliche Sorge sein wird, dabei mitzuhelfen, sie zu unserem gemeinsamen Nutzen zu regeln. Sie haben Ihre öffentliche Meinung, ich habe die meinige. Sie haben Ihre nationalen. Jntereffen sicherzustellen und zu verteidigen, und ich die meimgen. Manchmal, auf den ersten Blick, könnten sie in Widerspruch zu einander zu stehen scheinen, aber ich bin sicher, daß diese Konflikte durch eine äußerste-Anstrengung guten Willens geregelt werden können und daß es möglich sein wird, poli- Mche Mittel zu finden, die es Frankreich -und Großbritannien gestatten werden, das freundschaftliche Zusammenwirken untereinander ausrechtzuerhalten. Wir können offen sein und ohne Feindseligkeit die Jntereffen unserer Länder verteidigen. Auf diese Weise wird die Verständigung viel mehr sein als ein Wort und Frankreich und Großbritannien können Zusammengehen, um den Frieden und die Sicherheit Europas lwiederawszurichten." . Die Antwort Poimeares an Mävdonald hat folgenden Wortlaut: ,^ch binsehr, gerührt von dem liebenswürdigen Brief, mit dem Sie mir die Uebernahme Ihres Amtes 'Mitzuteilen die Güte hatten, und in dem v.We.'.My.-UrL GrM^ - Hahey. Ich ' wünsche - vM BöükchüWn um dü's- Wohl'Mres Batzrlandesvon-ErsÄg MÄntisein mögen. Die Bande, die' unsere beiden Länder miteinander verknüpfen, und Ae sie'uns ins (Ädächtnis rufen, sind durch gemeinsani« Prüfungen und Opfer geschlungen worden. Die Erinnerung an jene Zeiten — dessen können Sie sicher sein — wird mir wie -Ihnen unaufhörlich gegenwärtig sein. ' Damit habe ich' bereits ausgesprochen, daß auch ich lebhaft bsdaure, daß mehrere für unsere beiden Länder wichtige Fragen noch nicht geregelt worden sind. Wie Sie, werde auch ich mein Mölichstes tun, um sie gemeinsam mit Ihnen zu unserem. beiderseitigen Nutzen zu lösen. Wenn wir beiderseits auf unsere öffeiÄliche Meinung Rücksicht nehmen, wenn wir beide unsere nationalen Jntereffen zu sichern haben, so habe ich das Vertrauen, daß uns,- wenn wir jeder für seinen Teil, bei der Regelung der etwrr austretenden Fragen mit der Entschiedenheit und dem guten Willen,- von dem Sie gesprochen haben, Vorgehen, Lösungen gelingen werden, die dazu angetan sind, zwischen Großbritannien und Frankreich die Politik der für unsere beiden Länder und für die Ruhe der Welt notwendigen Zusammenarbeit auftechtKuerhalten. Mein Freimut wird stets dem Ihren entsprechen, und wenn ich die fmnzösischen Jntereffen mit dem gleichen Eifer verteidigen werde wie Sie di« englischen, so wird nichtsdestoweniger — -dessen dürfen Sie sicher sein — niemals etwas die Herzlichkeit meiner Empfindungen beeinträchtigen. Cs ist nicht möglich, daß wir, wenn wir beiderseits von derartigen Empfindungen beseelt sind, die Entente nicht wieder effÄtiv gestalten,' und daß es uns nicht gelingt, ihr die Früchte abzugewinnen, die sie tragen kann und muß, Wenn Europa «Mich den Frieden, die Sicherheit und die Freiheit der Arbeit wiederfinden soll. ■ , Mac Donalds nächste Plane. Eine neue Weltkonferenz. London, 2. Februar. (Wolff.) Wie. der. biploma» ryche Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet, werde eine internationale Konferenz ' fast sicher in nicht allzu ser»er Zeit einberufen werden» jedoch müsse ihr ein informeller Meinungsaustausch vorausgehen. Zusammenkunft mit Poineave? London, 3. Februar. Die Blätter betonen die Wichtvgfett, des Briefwechsels zwischen Mac Donald und Pomcare. „ ^ch dem „Star" werde sich Mac Donald bei erster Gelegenheit nach Paris begeben. Attaches für Sozialpolitik. - London, 2. Februar. (Wolff.) Wie der politi Berichterstatter der „Daily Mailerfährt, soll M Donald die Ernennung von Attaches bei den britis. Botschaften erwägen, deren besondere Aufgabe es werde, Fiihlung mit der sozialen Bewegung in den treffenden Länder« z« hatten» Wow — Nachfolger Lenins. Moskau» 3. Februar. (WoW Wie die Russische Telegraphen-Agentur meldet, hat der zentrale Vollzugsausschuß des Sowjetbünd den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare Rykow an Stelle Lenins zum Borsthenddu deS Rates gewählt. K: RSlttritt Beniselos? Uebernahme der Regierung durch die Republikaner. P a r i s, 3. Februar. (Wolff.) Rach einer Meldung der „Chicago Tribuns" aus Athen soll Benis«los gestern vom Krankenbett aus dem Kabinett brieflich mitgeteilt haben, daß er am Montag endgültig zurücktreten werde. In Erwartung des Sturzes der Regierung schicken sich d!c Republikaner an, die Regierung ihrerseits zu übernehmen und die Republik aus- -»rufen. Poiaii:pebülk.2004nM Italien; Monatl.,12 Urei Roma nj enMon* 130 h«- Balgarien Mon.80 Lewa, Schweix «nd-dasndchl« Amland monatlich Frei. 4 Redaktion p. Administration Wien, n„ Taboratraasel—'3 Telephone: 44-0-38,43^-19, ab6lÄrabda.l9483i25-»2 Tel- Adr.: »Morxernreitnnx* Wien Vedtewekchiaehea Postepar». knesen-Konto Nr. 150.693 8. Fahrgau« Grotz'31alleu. MnffoNnr über feiste vränie. Ra«, 2. Februar. MinipechrGde« Rufs ».link «ahm heute im Teatro Anizusteydie Huldiguug-vou zirka 4000 Mikizoffiziere« entgegen. Er er- Karte, daß die NHeziehnng der Miliz in die Armee bei voller Wahrung ihres faszistischen Charakters erwogen werde. I« der Wahlbeweguug «og^u die Faszisteu die Wahlzellen beschützeu «vd vielleicht: auch die, die hinemgehen, um gegen die Regierung zu stüumnL Erhitzt euch nicht zu schr, seyte Muffoliu^ bei diesen k l e i« »e« Wahlspiel er eie«, souder» betrachtet fie als eine harte Notwendigkeit. Verschwendet eure Kräste uicht au Episoden. Es gibt nichts Lächerlicheres, als fich eine« Mussolini vorzupelleu, der sich mit der ZusammeysteLunK von Wahlliste» plagt. Ich befasse mich iu diese«; Tagen mit anderen, für' die ZuksufL Italiens viel inte,esfa»tereit D4«gen. Wir beabsichtigen, ei« Grod-Italie» zst realisieren. Hierauf fand em HuldigungSzug zum Denkmal des unbekannten Soldaten «nd eß» Empfang d^" MilizoWere durch den König patt, , Jic BeschlKüm« der amerLmisch w Nw waudenmg. -Vashdl^a^.-S.' Fckmar.^ ..WoM 'Dar-' derimgSäüsfchuß^ des Repräsentantenhauses' hat gestern Ben'^t betreffend'den Gesetzentwurf Kür Beschränkung der' Eimvatröetmng -WstE^wonach,- dtt ME zukWtza^AtD^ von Einwanderern auf -zwei Prozent der M ZoDe, Ä . in 'Amerika vertretenen verschiedenen NÄronm- MchrSHKk! werden soll. Die Gesamtzahl' der jährlichen Eimmmderer^ würde damit von 357M0 <ürf 169.060 beschrärckt Lr. Seaesch tritt am der »ationalsoMWchr» Partei am. Prag, 4. Febmar. (Del. d. Mr. MovgerySrimrg".) D»s Spivituspana-ma scheint immnehr seine A)lgoevscheirmngen^ zu zeitigen. Wie in Parlamentarischen Kreisen toetÄmtteiJ soll Dr. Be ne sch aus der n a tionals ozial ist r-' schen Partes der er'noch gar nicht so larige angehSrt-- austreter^ Harsch — Sesmdter m Paris. , Berlin, 3. Februar.' (Wolff.) Der ReichtzprästdM. hat den Geschäftsträger in Paris, Dr.Leopold v. H o ef ch,! zum Botschafter in Paris und den bisherig« Gesandten! in Belgrad Dr. v. Keller zum Gesandte» in Brüffcl ernannt. / Siußkand und Rmnänir» verhaadün inWieu. Bukarest, 3. Februare (Orient-Radio.) In der Aut-' wortrwte der russischen Regierung betreffend den Ort, a», dem die Verhandlungen über die zwischen R u ß l a n d und Rumänien strittigen Fragen erfolgen Men, wird Wien vorge-schlatzen.' Die rumänische Regrernng HÄ in zuftimmendem Siime' geantwortet. Seidü in Bukarest. Bundeskanzler Dr. .Seipel und Bmidesmmiste« für Aeußeres Dr. Gründe r g e r sind vorgestern. in Begleitung der Sektionschefs Peter und Dr. Schüller,' des Gesandten Dr. Jünar und des Regierungsrates Bodo nach Bukarest abgexeist. WlosiaaMtastraplje». - .25 r»te. Pari-, 3. Februar. (Havas.) „Le Journal" meldet aus New Jork: Eine furchtbare Gasexplosion verursachte in den Geschäftsräumen der Kansas City Company eiyyn Brand, dem 2S Angestellte zum Opfer fielen; bisher wurden drei Leichen geborgen. . Moskau, 1. Kbrimr. (Wolff.) Im siebenstöckigen Hause des Verpflegsamtes von. Charkow ereignete sich Freitag mittags in einer im Gebäude untergebrachten. Wassenhandlung eine.gewaltige Sprengstoffexplopon, durch die ^e Decken dreier Stockwerke zum Einsturz gebracht wurtzcn. Die in der Waffenhandlung anwesenden Personen und ein vorüberfahrender Fuhrmann wurden getötet, mehrere AstJtze npaganstn vstlejst.