Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1782 (31.1.1924)
- Date
- 1924-01-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wien: Zum AbHolen in der Expedition, II„ Tabor sfr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle nVafilcl monatl. K 35.000 Stnusenverkauf in Wien dureh die Kolporteure der Firma Goldachmiedt, I. Bex., WoIIreile 11. Mit Postversand für Wien n. öesterr. monatl. K 35.000 Ts ehe eh o-S1owak eit Mon. K18. Jugoslawien: Mon. DinarßO. Polen: Mon. JSeterreich. Kronen 30.000, Deutsch!.: Mon. Goldmark 4.—» Franko Belgien: Mon. Fres. 12 WM* NaehnahluRvea IW hei PrefaerbShunren wwlieh««** Dai Gespenst auf Schloß Brooksvllle Po'bbü Italien: Monatl. 12 Lire, Romanien Mon. 130 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweix und das übrig« Ausland monatlich Fres.,4 Redaktion u. Administration Wien, ÜH Taberstrasseld8 Telephone: 44-0-38.43-3-19, ab 6Uhr abds.19-483,25*282 Tel- Adr.:„Morxenxeifrrng" Wien Oesterreiehischea Postspaf hassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 1782 Bien, Jennewtag, 81. Mmm 1824 6. Jahrgang Briefwechsel Mal Donald Vor der Wiederaufnahme Mutter Verhandlungen. — «erlichte öfter eine Zusammenkunft zwischen den Helden Premiers. (Eigendienst der „Wiener Horgenzeitnng".) London, 80. Jänner. M-ac Donald hat Poincar? tmrch den englisches Botschafter in Paris Lord Creve ein Schreiben überreichen lassen, in welchem er erklärt, daß er anläßlich der Uebernahme der englischen Negierung konstatieren «Me, daß die Beziehungen zwischen England und Frankreich nicht mehr so herzliche seien wie früher. Die französische Politik habe, mit Recht oder Unrecht, zahlreiche Ern wände gegen die englische PoMk erhoben. Sowohl in der Frage der Gesetzlichkeit der französischen Ruhrpolitik wie in der Rheinland- und der Reparationsfrage bestünden zahlreiche Meinungsverschiedenheiten. Die englische öffentliche Meinung fsi darum über die Zukunft Europas sehr beunruhigt und gegen Frankreich verstimmt. Da nun jeder enMche Mmisterprasidont darauf angewiesen sei, auf starke Strömungen in der öffentlichen Meinung seines Landes Rücksicht zu nehmen, spreche Mac Donald die Hoffnung aus, daß die französische Politik ihn -in Zukunst das Zusammenarbeiten mit Frankreich erleichtern werde, und «suche Poincare, ihm bei einer vollständigen und endgültigen Lösung der schwebenden Probleme zu helfen. Er sei zu» den nötigen Zugeständnissen bereit, sofern die französische ßtegierung ihrerseits von dyn Kelchen Geiste beseÄtfti, Poineave hat auf diesen Brief sofort, rmd wie herlautet,' L» einem sehr, freundschaftlich - hMrhM^Ounsch ausdrückt, gemeinsam mit der eng. tischen Regierung an der Lösung der wichtigsten europäischen Fragen zusammenzuarbeiten, „Daily Telegraph" zieht aus diesem Briefwechsel de» Schluß, daß er die Wiederaufnahme direkter Der- Handlungen zwischen Fvankveich und England bedeute. In hiesigen politischen Kreisen'erhält sich das Gerücht, daß Mae Donald bocchsichtige, sich mit Poineare persönlich Über die Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und England auszuftirechen. Eine solche Unterveduug würde nach Ansicht politischer Kreise eine größere Bedeutung haben, als alle ftüheren Konferenzen. Die amtlichen Mitteilungen. London, 30. Jänner. Das Außemmt hat der Presse heute vormittags sin Cmmmmique zugchon lassen, worin ÄstStigt Re SachverftöMgeu in Berlin. Die erste Beratung. — Empfang durch den ReichSkanzLer. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 30. Jänner. Der erste Sachverständigenausschuß hat heute um 11 Uhr/vormittags, seine c r ft e S itzung in Berlin abgehalt-en,-über die folgendes mitgeteilt wird: . Das erste Sachverständigenkomitee trat heute um 11 Uhr vormittags zusammen.- Es?hat beschlossen, sich an den Re ich skanzler zu wenden, um die Verbindung mit den Personen herzustellen, die offiziell befugt sind, über die technischen Fragen, mit denen sich das Komitee zu befassen hat, Auskunft zu geben. Das Komitee hat den Wunsch, seine Untersuchungen in Berlin mit der möglichsten Eile durchzuführen, aber es beabsichtigt nicht, seinen Bericht vor seiner Abreise abzufassen. ' . Das „8 Uhr^Abendblsttt" erfährt dazu, dich die Sachverständigen sich därübergeeinigt haben, zunächst die Budget» f r. a g e n und dam^-die'-M.ühMiüFsf!rA'g'e'»M>b^mÄ>ÄM' Gegenständ -'deps UntersnHing-''bildendie Frage '.her Reichs-, bahnen, die Ertragnisse-der/deutschen Steuern, der <Iteuerlasten der einzelnen-8^gerM»d>^üstüe», ferner '^ die Frage, ob eine CrWüntz?geWDWbi:auch8stMnr?in^Frage kommt. Erst dann soll^8r. MhlA tUi\ GolbnoteNhank J geprüft werden. ■ .V.-*-'';!;1;,iVvv'’;-.f . Nach der Sitzung <begaM^sich - die MitgMder in-die Reichskanzlei, wo sie der R^chD-ä et ite SBctfcih des Außenministers Dr. sMaM destzinanPinisterS und' des MirtschaftSministers. emHtrtz, - tzncheürer Mpräche versicherte der Reichskanzler derLwnünissiön) vM sMtzs ' der deutschen Verwaltung alles geschehen werde, um sie in ihrer M tzeMnWrtnnMallen Aufgabe z» unterstützen. wird, daß der - Premierminister. 'an den französischen Ministerpräsidenten ein privates.Schreiben fre undschaftlich sten Ch ar a kter s gerichtet.habe, in welchem er die Hoffnung ausdrückt, daß die ernsten Meinungsverschiedenheiten, die er bei seinem Amtsantritt in den Beziehungen der beiden Länder vorgefunden habe, alsbald in befriedigender Weise würden geregelt werden könnend ' ' Paris, 30. Jänner. Amtlich wird vvchmtüart: Ministerpräsident Po-ineare hat'einen von Mac Donald persönlich an ihn gerichteten Brief empfangen, der chm durch den englischen Botschafter ' Lord' C r e w e überreicht wurde. Die Antwort des Ministerpräsidenten ist sofort an.den französischen Botschafter in London Saint A u l a i r abgegangen, der sie dem Premierminiswr sogleich nach dessen Rückkehr aus Schottland überbringen wird. ’ ■ Poineare hat heute vormittags den Botschafter Lord Crews enstifangen. Wie man glaubt, hat hie Unterredung die Frage der Pfalzbetroffen. Urotest Mar tzastialdr in Paris. Wegen des gestörten BrGchettehrs i« besetzte« Gebiet. uMdchn Wt^ik MWüHK- Mergibt'Hheme e'renz^. ,Heftminster Gazette" schacht, daß die Anhaldt^geiner" Bahnladung mil-.tärischer ÄnegSdorrLte in' R ü'n d e rot eine vvnste Angelegenheit sei:, Das/Abschneiden wichtiger militärischer Vorräte werde die Stellung der Engländer in Köln unerträglich machen. -Mae Donald erhob in Paris energischen Protest. vir Anerlemumg Rutzlaads. ' (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 30. Jänner. Wie das Reutevsche Bureau erfährt, nehmen die. Unterhandlungen über , die Beziehungen Englands zu Rußland ihren Fortgang. Indessen sei gegen- 'ärtig von der Entsenidmig einer Mission nach Rußland nicht die Rebe. "Der Vorsitzende SeS.Ausschusses, General D a w e s, h ob inseiner Erwiderung die große . Bedeutung einer gemeinsamen Verständigung der Mnerten über eine Lösung der vorliegenden Probleme hervor und erklärte, es erscheine dem Ausschüsse höchst wünschenswert und wichtig, daß die'deutsche Regierung daran .teilnehme.-Erchoffe, daß eine solche Berständigmig erreicht werde. Heute abends trafen die Mitglieder des zweiten Sachverständigenausschusses. in Berlin ein, darunter- Mae K e nn-a, Henri' R o b i ns o n,> Dr. Mario A lb e r t i -und - Ja ns s a-n. Nüdwl« geWüt. (Eigendienst der.„Wiener Morgenzsitung".) : , L«wo«, - 30. -JänMr/ Die - konservative Partei irtr-i am 11.. Fchmm zu einer Kocherenz' zusammön. Balldwr-n wurdegei a-del>t, und zum R ück4 r i tt nach feiner nvedeÄage von der FLhvir^ a u f g a f o r der t. Md>er rinHevarattstrnfShrer enaordet. - - -DsL..pvLrts BüMö»- mePer von- RFxAes.m.(WlA^'dsrsich der. a ut o.nÄm rstrs ch e>u. Bew.egü n.gVa n.g e s-ch-l o ss.s n h a t-ts, ist in der Nacht, dhrch- Unb'Httttte e r -m o r-d^sL worden, Die Uinwvsuchung ist eingelMt. . .'/ rie.Sombenseache. ««schlag in der Hauptstadt Litauens - Earf^a»^ 30. Jänner. (Poln. Tel--Ag.) Wie auS ' K o w n v gemeldet wird, ist dort während' der Vorstellung im ' O'p e r n th e a te t, der zahlreiche höhere Staatsbeamte I beiwohnten, .gegen das Gebäude eine Bombe geschleudert I wochm- - Die 3dee des Horthtz-Syftem. —7. Me», 31. Jauner. Gruf Bethlen ist nach. Hause zurückgekehrt. Ungarn hat es nicht mehr notwendig, die Maske der Kultur und der Konsolidierung zu tragen.. Die Anleihe stoßt .am Schwierigkeiten, die sich aus dem Mißtrauen der kleinen. Entente gegen die friedlichen Absichten des Horthy- Systems ergeben. Es wird noch geraume Zeit währen, ehe es den-verschiedenen Pariser Protektoren möglich sein wird, diese Stimmung einzudämmen. Bis daHn kann sich die Gesellschaft, die Ungarn beherrscht, wieder ein wenig von den Strapazen' der kurzen Pause erholen: Sie hatte einige Wochen schweigen müssen, und' seit Csongrad ist keine neue Lebensäußerung der Erwachen-- den Brachialgewalt zu verzeichnen gewesen. Btthlen hat der Opposition, ehe' er abreiste, einige, schöne Versicherungen gegeben, sein ministerieller Stellvertreter Pass hatte ein auch - für die Sozialisten annehmbares' Bekenntnis zur Konsolidierung abgelegt. Ueber Reden freilich kam es nicht hinaus. Hejjäs wurde nicht verhaftet, die Pütschgesellschast des Ulain schonüngsvöll behandelt. Immerhin — Bethlen und Kallay wurden nicht sonderlich gestört, wenn sie vor der BölLrbundkommrssion sich europäisch trugen. ' Run ist die Schonzeit wieder zu Ende urck -das Leben auf dem ungarischen Globus form wieder beginnen. Rakovszky, der Innenminister, leitet das Kon- .zerti ein. Voll und rauschend klingt, die Zimbel und. dgs Judenmotiv. dringt wieder mit der altem Staicke durch. Dieser Minister/wieder---aüf^.'die Meorie ' daß die-Akte des weißen. Terrors eine MirrWüt 'WM HauiMltzMM Orgovaich: Ett D Mer diesen- Szamuelh sp viel zusammengelogen worden, daß man heute kaum mehr unterscheiden kann, was er wirklich begangen hat. Er ist tot und kann sich gegen die Erzählungen nicht wchren, die auf-sein Konto gehen. Aber dieser Szamuelh hat doch seine Taten im Namey einer Idee begangen und -wenngleich das -keine Rechtjertigung. seines Wütens sein darf, so ist doch ein Pergleich. zum Hejjas und Pronah und Francia-Kiss niM. statthaft. Welche Idee vertreten denn diese Mörder? Der eine hat die Konkurrentendes väterlichen Weinhandels weggeschafst, der andere kämpft für Kaserne urw Profösen, der dritte stiehlt und raubt. Bor dem Szamuely aber gab es den Krieg,, das, große Schlachten der .Menschen— für welche Idee? Für die- Rache anden Seiten. - . . Äe ungarische Regierung fteilich sieht die Dinge mnders an. Sie hat den Frieden von Tvianon - als bequeme Handhabe. Ist der Szamuelydie Äusr^ - für Orgovany —- was -war denn mtt den anderen Morden, was mit dem Banditeneinsall im Burgenland, was. mit der - Bombe vor - der französischen- Gesarchtschaft? —, so muß der Frieden von Trianon dazu herhaltey, damit Graf -Klebelsberg. den Numerus clausus - erklären uM rechtfertigenkann. Man habe das Land vor einer Uebßrprodiütton an geistigem Proletariat bewahren wollen urw darum sei es notwendig-- gewesen,- die Juden an dqu. Hochschulen aus einen reduzierten und - fixierten- Stand zu setzen. Eine andere Regierung , hätte zm: Hebung des' LaMs. aus der Kriegsversuchpfung einen anderen Weg gewählt. Sie. hätte für eiM Mveisetung der BilduMman die /Hassen und die. MeHchen darüber aufilärt, 7 daß sie nieNrals, Vollstrecker 'ftemhen Willens s«y Kr- - fen, daß., sie nicht morden und. sticht WWW-ttjÄW'chM Gesetz stellen dürfen, desto , besser.und.,rascher Molen' sie sich' von dein' Grauen des Schützengrahens,, desto staWr .aber wird auch ihr Abschen. gegen , den'-Hrieg. Däs^aherwpllen die-nicht, die ihre- SäM'.aH-Hn^W^k'Ml-lP^ .das eben wollen die verhindern, die sich Ungarn mächtiat haben, Me wollen Bildung, Erziehung und H Hre Herrschaft befestigen, - ivenn - sie'die Schiä^en> W . Pokkrs-gegenHiständer verhetzen. . : : . Wollte aber die ungarische" RegierNntz - auf^ GruH hätte die Mittelschulen, die Whschnlen - vernttWM tonnen — was wir ftMch nichtrbLsürworteN hätte die PMmgsanftrderunW ^verschärsen - könnest.- Aber sie ließ^sich von HMr-atzcheMchÄl^Jsttttzä^t^^' Gefolge der BrachiawiÄcher,. Wst-ch?nngm^^^^ d»«