Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-01-23 · Heft 1774 (23.1.1924) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1774 (23.1.1924)
Date
1924-01-23
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980857--17544-3004555
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Skr. 1774 Wien, Miffwoiy sodann hat der Barschatz eine Verminderung nm 220 Milliarden infolge gesteigerter Allsprüche im Devisenclearing erfahren, die zum Teile a>uf die kürzlich in Kraft getwtemn Erleichterungen im Dcvisenverkehre zumckzuführen sein nrögen. Demgegen- Wer weist die Gesamtzirkulation eine Abnahme um den Betrag von 276 Milliarden aus, welcher sich aus der GegenAerstcllung der Verminiddrun'g des effektiven Notenumlaufes' um 318 Milliarden einerseits und der Steigerung des Standes der sofort fälligen Verbindlichkeiten um 42 Milliarden andererseits ergibt. Wenn die Abnahme des Barschatzes und des Eskompbc» portefeuilles in der Gesamtzirkulation nicht voll zur Auswirkung gelangt, und die Differenz sich vielmehr mit den Veränderun^gen bei den anderen Aktiven und Passiven auäMmtctert, so ist drcs auf die nunmehr — vorläufig in diesen Positionen evfolgte —Durchführung der seit längerer Zeit in Verhandlung ^befindlichen Transaktionen zurückzuführen, welche die Gr- Werbung der Realitäten in der Alferftraße durch die Nationalbank und die Sicherung der Benützung ihrer dermaliaen Lokalitäten für die Bank bis M Fertigstellung des Mferftvaßengebäudes zum Ziele haben. ClearingkorsG der österreichischen Natlonalöank vom 22, Jänner 1924. Devisen (Schecks und Auszahlungen) Amsterdam f. 1 holl. Gulden Agram 1 Ju»?. Kronen .... Belgrad 1 Dinar ...... Berlin* 1 deutsche Reichsmark , Brüssel I belgische Pranca . , Budaoest 1 nnpari sehe Kronen . Bukarest 1 Lei . .. Cbrlsttanfa I norwecr, Kronen . Kopenhagen 1 ditnlsche Kronor . London 1 Pfund Sterling ... Madrid 1 Pesetas Mailand | Lire New York I Dollar ...... Paris 1 Francs ....... Prag 1 tschecho-slow. Kronen , Sofia f Lewa ...... Stockholm I achwedtscheKronor . Warschau** I polnische Mark . , ZOrlcfi I schweizerische Francs . Noten Amerlkan. Noten v, 5 Dollar aulw, » . kleinere . . , Belgische Noten 100 Francs . , Bulgarische Noten zu 1000 Leva . . , 100 , . . « kleinere; . . Dänische Noten 100 Kroner . , Deutsche Noten*...... » » lOO » ... „ , kleinere* . , . Ejlgl, Noten von 5 I.lvresf. aufw. . . .... kleinere . Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Gulden , Italienische Noten v. 100 Lire aiifw, * » kleinere . . . Jogosl.Notenungest.ru 1000 Dinar » ■ » 100 , , , kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner , Polnische Noten **;. < . . , . . . kleinere** ..... Rumänische Noten zuldOOtt.500Lel . „ kleinere . . . Ruse. Noten (Roman.) zu 500 Rubel » » i . 100 . , * , ■ kleinere, . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten ICO Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v.lOOOaufw, „ . kleinere Ungar, Noten (neue Em.) zu lOOOKr. , »zu 10.000 Kr. . » , . kleinere. Kurs vom 21. Jlna. Geld Ware Geld Ware 26370— 26470— 26400— 26500— 814_ 818— 8«6— 820- 814— 8*8.—- 816— 820— 15.90 16.50 15.50 16.10 2834— 2846— 2904— 2916— 2.41 2.51 2.41 2.51 352— 354— 355— 357- 9680— »720— 9830— 9870— 11780— 11820— 11880— 11920— 298500— 299500— 298200— 299200— 8780.- 8820— 9010— 9070— 30R9— 3101 — 3084— 3096— 70935— 71185— 70935— 71185— 3142.— 3158— 3102— 3118— 2062— 2072— 2060— 2070— 5^2— 506— 500— 504— 18170— 18230— 18420— 18480— 12245— I239&- 12225— 1230*5— . 7C8Ö0— 71260— 70860— 71280.- 70760— 71160— 70760— 71180— 2795— 2825— 2835— 2895— 480— 488— 478— . 4M— 460— 468— 458— 466— 11640— 11720— 11740— 11820— 15.40 16— 15.20 15.80 I4JO 15i39 Ä »Ä 296700.- 298300.- 298430.- 29B',aO.- 296500.- 298100.— 296200.- 297800— 3105.- 3135.- 3065.— 3095— 26170.- 26370— 26200— 264 0.- 3085— 3105— 3ot0— 3090.- 3055— 3075— 3050.- 3070— 813— «IS— 8|5— 821— 801— 9660— 71— 66— 346— 326— 17960— 12130— 8660— 2039— 2034— 1.76 1.71 809— 805— 811— 9640— 9710— 9790— 81— 67— 73— 70— 58— 68— 348— 352— % 328— 33?.- 18060— 18210— 18310— 12210— 12160— 12240— 8740— 89t0— 8990—' 2055— 2637.— 2053— 2050— 2032— ,2048— 1.96 1.82 2.92 1:91 1*77 L97 * Für 1000 kl.-Mark, ** für 10.000 poln. Mark. Die KundiMng der 1896er Markprioritäten der Oesterteichisch-ungaris<^n StaatsersenbahMesellschast. Beka>mrtlrch wurden im Marz vorigsn Jahres säinvlll'iche noch auslhaft enden dreihvoHentigen Priorität SaiÄeihen vom Jahre-1896 im Nominale von hundert Millionen deutscher Reichsmark der Ocfterroichisch-ungarischen Staat sriseNbahMAsellischaift, deren Laufzeit bis zum Jahre 1995 laufen sollen, mit 1. Mai 1963 gekündigt. Diese Mnatznhame, die namsutlich die Ae>'mM Rentner ungemein schwer trifft, da bei der fast totale« Entwertung der Mark die RückzMnnig der Ti'ives in Mark fast einem völligen Verlust ojl-eichkommt, hat unter den Besitzern natürlich schwere Be-unruhMmg erre-K. Es bÄdete sich - eine Schiützorganisation zur Wahrung der Interessen der Priovrtäre, welche durch Dr. Heinrich M i ttel er beim HanIdMgevicht ^nächst um Einsetzung eines Kurators yur Währung der g-osÄhildot-M .Interessen ansuch!en. In der Eingabe wurde darauf verwichen, daß mit einem BruchteHl eines Cents das Ml^c Ansehen bchahlt werden könnte, daß die Unternehmung eine gsönMde Bilanz auswies und den Müianären für die letzten drei Jahre hunderttausond Kronen bezahlt wurden, woigsaien nun die Beisitzer dieser Prioritäten sich nunmehr mit entwerteten ' Mark abfinden lassen sollen. Das Handslsgericht hat in erster Instanz der Beetellunig eines Kurators zur Wahrung der Interessen der - Besitzer der «kündigen Pv'horitäten zugchtimmt, und Dr. Heinrich Mittler zum Zweck der Berlbandliung. eventuell auch der Prozetzfüihrung als Kurator bestellt. Kommerzialisierung der staatlichen Unternehmungen in Rumänien. Balarast. 2t. Jänner.. (Orient-Radio.) Im Minifterium^ für Industrie wird ein Entwurf betrchfend die Kommerz>iaWernng der staMichen llnteMehmunia^n, anisigeapböiitet, wobei als oberster Grundsatz der Gedanke gelten solß daß kein Staatsgut in die Hände von Ausländern ülbergeihe- Das für diese llu'ernehmungen benlätigite BÄrieibslahital würde vom Staat beiigeltellt und die Betriebe nach ihrer Kommerizialisierunig von einem dem Jinanymiuisterium untevsielltou Allgemeinen Kontrollbureaubea>uWchli!g>t werden. Die Unternchmungen, würden in eine A k t i e n g >e s e l l s ch a ft u>m.gewandeli Werden, deren Leitung wie -bei allen HardclAgtzsellschaften e>in Verwaltungsrat inuehätte. Die Eisenbaihmn, die Monotchibetriebe, die Post, das Telephon und der Telegraph solle>n in diese Gesellschaft nicht eindeizoigrn werden. In Regieruugskreisen .uinemt »non an, daß tote' Verwirklichung dieses Planes höchstens zjtvei Jahre erfordern tind dem Staat, der gegenwärtig bei diesen Betrieben dra-uWahlt,- .viele hundert Millionen an Einnahmen.bringen würde. Wiederaufnahme des Wertbriefverkehrs zwischen Oesterreich und Jugoslawien. Die. Handelskammer in.Wien ^61 den Interessenten auf diesem Wege ^bekannt, daß der Wertbriefvorkchr zwischen Oesterreich unid JugoPiawien wieder aufgenommen^ wurde. Der Höchstbetrag für Wertbrisfe aus Ocsterrsich nach ^Jugoslawien ist mit 10-000 Golldfranlen (das sind derzeit 140,OWE Kranen), jener, für -Wertibrie.se aus J?.!go- Mowien nach Oesterreich mit 50 Dinar stistgofetzt. We-vtschachtvln sind nicht Melassen. Wlener MoraenzeltunK. 28. Jännev 1924 5 .. Seite 9 Drohung Des Wiener Platzes mit Rrtorfionrmaßnahmen. - Andauernde Erpressungen der ungarische« Behörden. - Die Lönderbank Mbeschuldigt. Die durch vie Unfähigkeit der ungarischen Dödisen- Mtrale heraufbeschivorene Kronengffyre, welche nnx dadurch entstand, weil die ungarische Devisentzentrake nicht imstande war, den Unterschied im Handel zwischen Inlands- und Auslandskrvnen genau zu pra-isiereN, ' zieht immer weitere Kreise. Der ungarische Justizminifter, welcher gegen österveichische Untertanen einseitig voxgegangen ist und wögen desselben DelW über einen österreichischen Stcratsangchorigen die Hast wegen des Verbrechens des Betruges verhängen ließ, wahrend er die ungarischen Händler ftei ließ, weil er diesen Kauffeuten, trotzdem sie dieselben Handlungen begangen hatten, nur eine Uebertretung vorwarf, mußte jetzt infolge seines ungerschb« fertigten Vorgehens und der dadurch zugezogenen Bovwürse sich zu einer GesinnuntzSanderung bequemen -und hat gestern neuerlich die ungarischen Kaust lte-ute Julius Agai, Zoltan Biro, Armin Stein, Zol-tan Ga rat, Hörmann Kürschner und Eugen Schweizer verhaften lassen. Wahrend die ungarische Polizei sich wieder in Untersuchungen, die gar kern Resultat evgqLen, wichtig macht und die bisher bekannten Ergebnisse neuerlich Verlautbart, versucht die Devisenzentrale durch einen Druck die österreichischen Banken zur Gewährung, einer größeren Summe als Abschlagszahlung zu veranlassen. Zü^ den Wiener Banken, welche beschuldigt werden, gehört auch die L ä n d e r b a n k, der Vorgewovfen wird', daß sie im Wege der Budapester Kommissionäre die ungarische Krone in riefigen Beträgen konterminiert habe. Die Wiener Banken sind über das einseitige Vorgehen der ungarischen Devisenzentvalc äußerst aufgebracht und »«»>!»»>»»»» i» i« Generalversammlung der Südbäh«. Gestern um 10 Uhr vormittags fand im Jndustrichaust die 74. Generalvevsammluing der Süddahn, welche nunmehr Drmau-Save-Adria?Bahn heißt, statt.' Zu derselben waren 88 Aktionäre erschienen, welche 397.917 - Mtien mit 9911 Stimmen vevtraten Der Vorsitzende, Präsident Dr. Weeber, konstatierte die Beschlußfähigkeit. Von der Verlesung deö GeschästSbsrichtes, der sichbereits.seit längerer Zeit in den Händen der AUionare befindet, wurde Umgang genommen, und dem VerwÄtungSrate einstimmig.das Absolutörium erteilt. .Ebenso wurde die vorgeschlagene Statutenänderung einhellig beschlossen. Hierauf wurden die Neuwahlen vorgenommen. - Der Vevwaltungsrat besteht nunmehr qus folgenden Mitgliedern: Präsentiert von der Regierung der RepuMck Ovstervvich: .Dr. Egon Manz-Eicha^ Adolf Grnedl. Präsentiert ' von der Regierung des Königreiches Italien: Graud'Uff.'Dr. Jgmo Brocchi. GvandNIff. Jngenicur Ottavio Vigiiorve. .Präsentiert von der Regierung des Königreiches der Sevben. Kroaten und Slowenen: Ingenieur Ranislav Ahramovitsch, Dr. Frau Boncina. Präsentiert von der Regierung des Königreiches Ungarn: Dr. Paul Ernyei, Dr. Bela v. Jinac,zy. Präsentievt von der Association Nationale des Porteurs fvancais de Valeurs mobilieres: Gustav Rendü, Gaston Leverve. Gabriel de Vellesvetz und Rene Lisle. Freigewahlt von der Generalversammlung ohne Rücksicht auf Staatsangehörigkeit und 'Wohnsitz: Comn'i. Mancher-!, 'Ing.-' Pietro Biraghi, Granld'Uff. Bonifacio. Ciancarelli, Gran-d'Uff. Dr. Carlo Conlti-Rossin-i, Comrn. Avv. Torquato de Cupis, Comln. Leopoldo Ermolli, Dr. Gustav Iall. Grand'Uff. Jrore. Dragotin Hribar, ' Dr. Hans Mcmihner, Dr. Otto Müller-Martini, Graind'Uff.Nicv'la «Muratore, Eav. di qr. Cr. Dr. Angela di Nola, Louis Rothschild, Siegmund SoHis, Adolf Baron Ullmann und Dr. Angnst Weeber.. Wiener BSrse. Die estrige Börse trug, den Stempel der Geschäftslosigkeit. Die Spekulation zeigte sich sowohl in der Kulisse als auch . im Schranken untätig, so daß " da§ Geschäft zeitweilig^ fast vollends stockte.^ Aufträge s-e-itens des Privatpublikmns fehlten gänzlich. . Demzufolge eröffneten einzelne Werte, mit etwas niedrigeren Kursen. Eine Ausnahme machten bloß einige Werte ' ungarischer Provenienz, welche in Uebeveinstimmung' mit der niedrigeren Bewertung der ungarischen Krone mit Besserungen bedacht wurden. Auch Timber-Aktien konnten nach dem letzten starken Rückgang eine mäßige Steigerung verzeichnen.. Einige Beachtung'zu höheren Kursen fanden auch Felten und Waagner-Aktien. Mit. dem Fortschreiten, des Verkehrs verminderten sich die geringen Umsätze, so daß der Schluß in ausgesprochen lustloser Haltung erfolgte. Elektrizitätswerte haben sich gut gehalten. Von den Kulis s e n'w e r t e n verloren Britisch-ungarische Bank 8800 K., österreichische Kredit 6000 K., ungarische Kredit 32.000 K., Länderbank 7500 K., Unionbank. 6000 K., Staatsbahn 5600 . K., . Alpine 11.000 K.,- Koburg '9000 K., Poldihütte 12.500 K. Hingegen wurden Krupp um 8000 K., Maagner um 8900 K., Timber Holding um 10.000 K. und Karpathen Petroleum um 6000 K. höher gehalten. An der Nachbörse besserten sich Karpathen Petroleum um weitere 10.000 K. Auch im Schranken hielt sich das Geschäft in den allcvenasten Grenzen bei vorherrschender GeschäftLlosigkeit. Bon den .fließenden Schrankenpapieren büßten Dampfschiff 20.000 K., Clotilde 9000 K., Berg« und Hütten 95.000 K., Prager.Eisen 66.000 K., Vereinigte Elektrizität 32.000 K.,' Scholler Zucker 30.000 K. ein. Hingegen stiegen Allgemeine Ban um 13.000 K., Jnivald Glas um 36.000 K., Oberungavische Kohlen llm 76.000 K., Fanto um 86.000 K-, ungar. Zucker um 160.000 K. Bon den übrigen Schrankenwerten wurden Nordbahn um 400.000 K. billiger abgegeben. Perlmooser verloren 80.000 K., Pilsner Brau 160.000 K. und Nahhta, 40.000 K. Das Geschäft konnte sich nicht beleben, die Geschäftslosigkeit hielt bis zum Schlüsse. an. Der A n l a g e m a r k t warbehauptet. Von den Exoten notierten: Esseff 36^000 bis 37.600 K., Erdöl 40.M) bis 40.600 K., Mraznica 192.000 bis 196.000 K., Depege 96.000 bis 99.000 & drohen, die österreichische Devisenzentrale zur Streichung vor Devise Budapest auf dem Wiener Platze im Clearing zu veranlassen, im Falle nicht die ungarischen Behörden mit ihren ungerechtfertigten Verfolgungen auMren sollten. Auf dem Wiener Platze wich die ungarische Inlandskrone nicht .mehr gehandelt. Auch der Hlrbitragcverkehr zwischen Wien und Budapest hat vollständig aufgehört. In Budapest waren gestern die Kurse viel höher als in Wien. Die Marge konnte nicht wett gemacht werden. Der gesamte Geldverckehr. zwischen Wien und Budapest ist jetzt' unterbunden. Die Rassenschützle«. (Eigendienst der „Wiener Morgenzettung".) Budapest, 22. Jauner. Die „Nepszava" verweist auf die riesigen Plakate,.m denen die standrechtliche Aburteilung bei Uebertretung der Val Uten Vorschriften verkündet wird, und erklärt, daß de.rartige Delikte, sofern sie von R a f s e n s ch ü tz l e r n oder Personen des herrschenden. Regimes verübt werden, in der Praxis meist umgangen werden. In informierten Kreisen verlautet, daß die Position des Justizministers N a g h erschüttert sei. und zwar infolge. seines nicht ganz delikaten Einschreitens gegenüber den verhafteten Bankdirektoren und Bövsenkommisfären. Es scheint, daß- Nagh . die Wwosercheit. des Finanzmwisters Kallah ausnützen wollte, um sich mit ferner HaMungsweise die Popularität der antisemitischen Kreise zu erringen. Ministerpräsident Bethlen wird zwischen Kallay und Nagy Wahlen müssen, da es unmöglich ist, daß zwei politisch und wirtschaftlich so gegensätzliche Auffassungen und persönliche Feinde in einem Kabinett verbleiben. Bezugsrechte: ungarische .Hofherr 60.000 biS 64.000 K. Re Warenmärkte. (Eigenbericht der ,Meyer Morgenzeidung".) Zucker. Die Stimmung blieb in der Berichtswoche zumeist behauptet; die Preise .stellen sich wie folgt! Zkristall 3.86 tschech. Kronen, Würfel 4.15 tschech. K. prompt ab Grenze unverzollt unversteuert, ferner 10.800 K-, resp. 11.700 K. ab Lager Wien. - Am Weltmarkt.für. Zucker Neigte die Tendenz in den letzten vier Wochen, also bei Nebergang vom alten zum neuen Jahve, besonders zu Veränderungen. Eine bestimmte Richtung vermochte sich nur vorübergchend M behaupten' und die Preis« waren vielfachen Schwankungen unterworfen. Allerdings bestand zu keiner Zeit eine besonders ins Auge fallende Spainnung zwischen dem tiefften und -dem höchsten Preiswie denn überhaupt die Neigung des Ausgleichs und der Anpasiung der Preise an den Ausgangspunkt innerhalb der Schwankungen herdortrat. Dabei war aber zu beobachten, daß sich im Unterton bereits eine zuversichtlichere"Grundstimmung vorbereitete. Hevvorgetreten ist sie zwar nicht, wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr lange auf sich warten lasten, denn die ganzen Verhältnisse am.internationalen Zuckermarkt sind danach angetan. Besondere Bedeutung wird-naturgemäß den sewriligen Nachrichten über die Entwicklung der Starsttik beigemesten werden. Heute steht fest, daß die Erzeugungshöhe in den' meisten Zuckerländevn niedriger ausfallen dürfte, als noch vor einigen Wochen gegen Ende des Vorjahres angenommen worden war. Di« ei-nzejnen Schätzungen sind denn auch -bereits in der letzten Zeit merklich herabgesetzt worden, sowohl in bezug auf den Rübenals auch den Rohrzucker. Andererseits befindet sich der Weltverbrüuch m fortgesetzter Zunahme. Gewürze. Gewürze lagen in der letzten Zeit hindurch behauptet; %\ Markte kamen Cassta lignea zu 47.000, Kümmel zu 42.000 K., Pfeffer Singapore schwarz zu 36.000 K., Piment zu 29.750 K. ab Wien. Am Hamburger Markte beschränkte sich die Nachfrage nach Gewürzen im allgemeinen wohl nur auf Ware fiir nabeliegenden Bedarf, doch war.das trotzdem befeiedigend. Malisnüffe und Marisblüte verfolgen weiter scharf steigende Preisricktungen. Es stellten sich zuletzt die Preise pro 50 Kilogramm unverzollter.Ware wie folgt: Pfeffer weißer Jänner-Februar Abladung von Indien 1 Kilogramm 71 Schilling, weiß Singavorevfeffer verzollt 112 Schilling. Ingwer Cochin Jänner-Marz Abladung von Indien 175 Schilling, Piment Kurant Originalware 22 Schilling, Malisnüsse in Kiffen von zirka 30 Kilogramm 80 bis 60 Stück pro */, Kilogramm 175 Schilling, Cassia liqnea in Kisten von 30 Kilogramm verzollt 85 Schilling, spanischer A n i 8 in Säcken von zirka 52 Kilogramm 74 Schilling. Starke. Das Geschäft ist ruhig bei behaupteter Tendenz. ES notieren: Hochprima Kartoffelstärkemehl 7000 K., Weiz'enffärke 8800 K., Kernweizenffarke 3000 K., Maispnder 7450 K., hochprima MaiSbrockenstärke 7650 K., hochprima Dextrin 9450 K., Kartoffelstärke- . Shnip 9400 K., Traubenzucker 8600' K., Reisstärke 8400 K. Die Preise verstehen sich inklusive Zoll und Umsatzsteuer ab Wien Lager. . Rohseide. Der Rohseidenmarkt in Mailand ließ sich von der dauernden Baiffe des'ftanzöüschen Franken beeinffuffen. - Es zeigten sich plötzlich viele Verkäufer und keine Nachfragen. Die ausländische Fabrik erhöhte trotz dem steigenden Lirekurs ihre Preist nicht, während der Spinner erst nachg'ab, als auch die Kokonpreise schwächer wurden. Was die Konkons betrifft, kann man von großer Unsicherheit sprechen. Sie waren ohne Abschlüsse zu 86 Lire offeriert, während später wieder ein Lot zu 90V, .Lire gekauft wurde. , Lyon ist natürlich durch den schwankenden KmS zur Untätigkeit ventrteilt. Interesse fanden einige engagierte Lots in asiatischen Gregen, die noch zu den alten Preisen Käufer fanden. Japan meldet gute Geschäfte mit Aufschlag von lO.biS 15 Franken, alles jedoch für den amerikanischen Konsum. ' Wiener WareMrse. (Eigenbericht der /„Wiener Morgenze-itn-ng".) Der Verkehr an der gestrigen Warenbörse war mäßig, da sich sowohl Ausgebot als auch Nachfrage in den engsten Grenzen hielten. Die Tendenz war eher um eine Ätuance schwächer. Autzgeboten wurden r Natriumphosphat zu 14 Pfund 50 Schilling pro; 1000 Kilogramm und Oxalsäure zu 35 Pfund pro 1000 StUo«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.