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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-22 · Heft 1773 (22.1.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1773 (22.1.1924)
Date
1924-01-22
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite« Dien, Dienstag Wiener MornenzeiLung. dir. 1778 fleißigte. Wehr Beachtung gewannen Karpathen Petroleum! und die Aktien 'der ungarischen Kreditbank, -welch letztere mit einer Avance von 35.000$. croffnoten. Hingegen setzten Timber- Mrien. die mit dem Minuszeichen aufgezogen wurden, um 81.000 K. tiefer em. Die Kurseindnße in diesem Effekt wurde dadurch hervorgeruscn, -daß seitens der bekannten Gruppe, die den Dermin zum Erlag der Aktien für die Generalversammlung versäumt hat, ein sehr großer Teil dieser Aktien auf dem Markte gelaugte. Im weiteren Verlaufe des Verkehrs zeigte sich für Wpinoaktien erhöhtes Interesse, da der gute Geschäftsgang und Gerüchte über Magnesitsunde bei diesen Werken stimulierend wirkten. Bon den Mpirroaktien ausgehend, verpflanzte sich die freundlichere Stimmung auch auf die übrigen Gebiete, so daß der Schluß in ziemlich freundlicher Haltung erfolgte. Bloß Timber-Mien, welche nach wie vor Angeboten waren, erlitten eine abermalige Einbuße. Bon den Kulissenwerten gewannen gegenüber dem letztgemeldeten Stand Südbahn^P-riorrtäten 7000 K., Britffchqmgavische Bank 5000 K., österreichische -Kredit 6000 K^ ungarische Kredit 65.000 K., Unionbank 4000 St, Mp ine 84.000 K., Coburg 11.000 K., Felten 15.000 K-, A. E. G. Union 4000 K. Hingegen büßten Z-ivNbstenska 80M K., Lombarden 6000 K-. Krupp 9000 St., Poldihütte 7500 K., Waagner 7000 K. und Brünner Maschinen 38.000 St. im Kurse ein. Der G.'samtrückgang der Tintber-Wtien betrug 150.000 K. gegenüber der Freitagnotierung. Ungarische Hofherr, welche ex Bezugsrecht, daS mit 56.000 K. bewertet wurde, verloren 10.000 K. Im Schranken war Geschästsstille vorherrschend, da eS an privaten Orders fast gänzlich schlre. Die Kurse bröckelten äb, erfuhren jedoch keine wesentlichen Einbußen. Bon den fließenden Werten büßten Dampfschiff 50.000 K., Prager Eisen 20.000 St, Inwald Glas 35.000 K.. Urckanp 18.000 K., Fanto 100.000 St. und österreichische Eisenbahn Verkehr 38.000 K. ein. Hingegen gewannen Berg und Hütten 10.000 St., Vereinigte Elektrische 8000 St., Gutünann Holz 40.000 K., Oberungarische Hütten R000 K., ungarische allgemeine .Kohlen 50.000 K., BrSitfelb-Danek 30.000 K.» Schoeller Zucker 20.000 St. und die Aktien der ungarffchen Zuckerfabrik 280.000 K. Von den übrigen Schrankenpapieren wurden Novdbahn um 150.000 St. niedriger bewertet, wogegen Navigazione um 27.000 St. höher bewertet wurde. Von den Petroleumwerten gaben Schodn-ica 20.000 K., Galiizia 100.000 K. und Naphtha 50.000 St. im Kurs ab. Auf dem Anlage markte bestand erhöhtes Interesse für Lsterreichffche .und ungarische Renten. Tschecho-flowakffche Obligationen blieben behauptet. Don den Exote« notierten: Erdöl 40.000 bis 41.000K., HM-evband 31.000 bis 22.000 St, Mraznica 195.200 bis A8.060 St., Schubert u. Co. 14-500 bis 15.000 St., T-e-pege 88.000 -bis 106.000 St., Wiener Waffen 20.000 K. WienerUckbörfe. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitnng".) - Der gestrige Verkehr an der SchMörse verlief in ruhiger Haltung, und uur ganz geringfügige AbschWe gelangten zu nuveränderten Preisen znm Verkaufe. Er notierenr Herren stiefel Makay Boxcalf und Rindrbox 190.000 K.. Naturleder und schwarzes Kuhleder 180.000 Kronen, Braunleder 210.000 K., Goodyear Welt Boxcalf 245.000 Kronen, Rindrbox 225.000 K.. Braunleder 285.000' K., Svortstiefel mit Lederfutter 330.000 K. Damenstiefel Makay Boxcalf und Rindrbox 180.000 St., Nawrleder und schwarzes Kuhleder 170.000 K., Braunleber 205.000 K., Goodyear Welt Boxcalf 255.000 K., Rindrbox 235.000 K., Braunleder 300.000 Krone«. Damenhalbschube Goodyear Boxcalf 195.000 K., Braunleder 230.000 K. S p o r t st i e f e l Herrengoiserrr 216.000 K., Damengoiserer 210.000 K. Wie«« Warenbörse. (Eigenbericht' der ,^Diener Morgenzeitung".) Znm öffentliche« Verkaufe gelangten gemäß Art. 343 des H. G. B. 10 Stück Preßluftbohrmaschinen zu 22,000.000 K. sowie. Niete» und Schrauben zu 13,000.000 K. Mehmörkte in St Marx. (Eigenbericht der „Wiener Mvrgonzeitimg".) Rinder markt. Der Auftrieb auf dem gestrigen Rinder» markte belief sich auf. 1672 Stück Inländischer, 171 Stück ungarischer, 79 Stück tschecho-slowakisches, 746 Smck jugoslawisches, 765 Stück rumänisches und 26 Stück dänischer, zusammen 8449 Stück Schlachtvieh, worunter, sich 2630 Stück Mast- und 819 Stück Veinlvieb befänden. Der Gattung nach waren 2105 Ochsen, 588 Sttere, 743 Kühe Md 13 Büffel. Bei einer Mehrznfuhr von 900 Stück, an der fast ausschließlich einheimische Provenienzen partizipierten, haben die Preise der meisten Qualitäten gegenüber der Vorwoche um 1000 dir 1500 St. wtb für 'Primasorten stellenweise um noch mehr pro Kilogramm nachgegeben. Außerdem war der Verkehr bei reservierter Kauflust schwerfällig. Er notierten: Ochsen prima 14.500 bis 16.000 St., sikunda 12.000 bis 14.500 K., tertia 10.000 bis 12.000 K., Stiere je nach Qualität 12.000 bis 16.000 (17.000) K.. Kühe 10.000 bis 14.000 (17.000) K., Beinlvieh 7000 bis 10.000 K. und Büffel 9000 bis 9500 St. pro Kilogramm Lebendgewicht. B o r ft e n v i e b m 'a r k t. Laut vorliegenden Ausladungen und Anmeldungen dürste sich der Auftrieb auf zirka 2600 bis 2600 Schweine belaufen. Berliner Börse. Berlin, 21. Jänner. Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung der Börse im allgemeinen ztvar als ettvas freundlicher zu bezeichnen, was sich in mäßigen Kursbesserungcn für Dividendenpapiere ausdrückte und die nur bei einzelnen Montan- und Industriewerten 3 bis 6 Billionen Prozent erreichten. An der bisherigen Geschäftsstille hat sich bis auf be-' langlose Ausnahmen nichts geändert. Die Ursachen für die mangelnde Kauflust des Publikums und der Industrie sind nach wie vor die Kredit- und Geldknappheit, über deren Bestehen auch die unverändert starke Flüssigkeit am Geldmärkte nicht hmwegtäuschen kann. Starke Rückgänge erfuhren am Rentenmarkt Reichsauleihe und Konsols auf die bekannte Erklärung des Reichsfinanzmimsters, wonach die Austvertnng dieser Schuldver-' Pflichtungen nicht in Frage kommt. (Alles in Billionen von Mark.) S ch l u sk u r s e: Türkische Lose 26.5, Oesterr. Staatsbahn 45.—,. Rordd. Lloyd 9.—, Der. Elbeschiffährt 5.9, Berliner Handelsgesellschaft .61.—. Kommerz. Privatbank 7.5, Darmstädter Bank 16.—, Deutsche Bank 16.7, Diskonto- Kouunandit 19.37, Dresdner Bank 9.87, Nationalbank für Deutschland —, Oesterr. Kredit 0.8, Oefterr. Länderbank —, ReichSbauk 36. Wiener Bankverein 0.5, Wr. Unionbank 0.7, Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft 13.5, Bockumer Gußstahl 70.— , Daimler Motoren 4.1. Deutsch-Luxenchurger 60.—, Deutsche Maschinen. ' 9.6, Ttmamit Nobel 9.5, Felten u. Guilleaume 34.5, Gelsenkirckener Berg. 65.—, 2$. Goldschmidt 22.—, Harpener Bergbau 80.25, Hirsch Kupfer 45.25. Höchster Farben 20.3, Hohenlohe-Werke 37.—. Laurabütte 23.1, ManneSmannröhren 44.1, Phönix Bergbau 42.—, Schuckert u. Co. 52.—, Siemens u. Halske 47.— Telephon Berliner 6.48, Dollarschatzauweisungen 4.2. Träger Börte. Prag, 21. Jänner. An der tjcutigcu Börse herrschte wiederum eine schwache Stimmung vpr, der auch Banken- und Indusirreaktien untenlagen. Eine Ausnahine bildete der Anlägemarkt, wo eine rege Nachfrage nach Staatspapieren bei befestigten Kursen herrschte. Bankaktien lagen schwächer. Auf drm Industriemarkte waren Zuckerwerte ziemlich fest, Eisen-, Chemische- und Vauwerte senkten sich langsam. Von TranS- Portwerten schwächten sich Nordbahn- und Aussig-Teplitzeraktren ab. In Exoten machte sich mit Rücksicht auf die geplante Emission und die Aufwertung des Nominales große Nachfrage nach Ipar-aktien geltend, die aber im weiteren Verlaufe den ganzen Gewinn wieder verloren. Gegen Schluß flauten die Kui^e durchwegs ab. Schlußjcndenz cckgeschwächt. S ch! u ß k u r s e: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Frauken —, Böhm. Unionbank 479.—. Böhm. Eskompteban? 461.—, | WerbetAbonnentensürdie I 1 „Meuer Morgenzeitung" 1 22. Jänner 1924 Böhm. Induftrialbank 485.—, Zivnoftenska Bmka 458.60, Anglobank 171.—, Oefterr. Kredit 150.—, Wiener Unionbank 161.60, Wiener Bankverein 102.56, Buschtiehrader Eisevbab« Sit. A —, Lit. B —, Ferdinauds-Nordbahn 9260, Prag-Duxer 206.-, Aussig-Teplitzer Eisenbahn 1255.— Neftomitzer Zuckerindustrie 1920.—. Vereinigte Elektrizität Wien 226.—, Brosche —.—, Koliner Spiritus 1365.—, KLnigShoser Zement 1340.-. Breitfeld-Danek 567.50, Ringboffer 848.- Simmeriuger 174.—, Notbkosteletzer Textil 380.—, Alpine Montan 350.—, Poldihütte 447.—, Prager Eisen 1096.—, Oesterr. Berg u. Hütten 3130.-, Skoda 646 50. Inwald 485.-. Budavester Börse. Budapest, 21. Iänmer. Die heut'lge Bövse evüffnel« ohne größere Kursvar-schiebungon. Boverist war die GuuMtiminnrny etwas, fveuM-icher, später b^astigte sich die Ha,l>t«wng lenksam und die Schlußku-rse wiesen gegenüber dom Erö-ffn-urrgswiveau Gewinne von 3—5 und veve'inMl bis zu 10 Prozenit auf. Seitens des PvidatpuMilkums zeigite sich l-ÄMe Nachfrage, da das billtge Wvchein>ge''ld vielt zu Kausen beitrug. Der Schluß war weiterhin freundlich und der Verkehr leibhaft (Alles in Tausenden von Kronen.) Scklußkurser Britisch-Ung. Bank 99, Ung. Kretztz 630, Oesterr. Kredit 170, Salgo Kohlen 646, Rimanmranyer 135, Siidbahn 103, Staatsbahn 405, Anglobank —, Gran- Szaszvarer 450, Obernng. Bergu. Hütten 950, Dräsche Ziegel 330, Ung. allg. Kohlen 2760. Urikany Kohlen 860 Koburg —, Spodium 186, Clotilde chem. Fabrik 115, Ung. Eisenbahnverkehr 290, Verein. Holz 38, Adria —. Re Devisenkurse. Berlin, 21. Jänner. ^Devisenkurse.)*) Amsterdmn 1,671.063 (1,676.050), Belgien 173.665 (175.560), Chriftiania 594.510 (595.508), Kopenhagen 719.013 (732.165), Stockholm 1,101.240 (1,102.238), Italienische 182.543 (185.535), London 17,855.250 (17,950.100), New-PoA 4,189.500 (4,189.600), Paris 180.031 (192.268), Schweiz 733.163 (732.664), Spanien 536.157 (536.127), Wien 59 550 (59 550), Prag 123.090 (122.692), Budapest 147.630 (147'630). Sosia 30.147 (30.147), Belgrad 48.079 (48.578). *) In Millionen von Mark. Berlin, 21. Jänner, (Notenkurse.)*) — Note»: Dollar 4,189.500 (4,189.500), Pfund 17,755.500 (17.950.100), Italienische 185.535 (188.628). Polnische 346.000 (351.000), Tschechoslowakische 132.194 (120.698), Oesterr. gestempelte 58'104 (57-855). *) In Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Prag» 21. Jänner. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tschecho-stowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 8.20 (8.17»/,). Zürich 603.25 (601.-), Paris 151.25 (159.25), London 146.80 (147.55). Rew-Aork 34.80 (34.70), Belgrad 39.87 (39.87»/,), Bukarest 16.90 (16.86), Wien 4.77 (4.76), Warschau-?-) 3.47'/, (9.35), Agram -.- (-.-), Budapest 12.35 (12.30) Jugoslawisch« 39.62»/, (39.62»/,), Oesterreichische gestempelte Krone 4.80 <4.77) Polnisches) 3.35 (3.35), Ungarische 9.75 (10.15). *) pro Billion, f) pvo Million. Budapest» 21. Jänner. (Kurse der Deviseuzenträle.) — Amsterdam 11.205 bis 12.305, Bukarest 154.— bis 169.—, Kopenhagen 5160 bis 5660, Chriftiania 4250 bis 4760, London 127.660 bis 139.460, Berlin-.- bis —Italien 1810.- bis 1435.-, Paris 1355.- bis 1605.—, Prag 876.- bis 976.-, Stockholm 7930 bis 8680, Zürich 5216 bis 5715, Wien 0.4235 bis 0.4735, Sofia 216.— bis 236.-, Belgrad 344.— bis 376.-, New-Aork 30.176 bis 39.275, Warschau bis —, Brüssel 1245.- biS 1870.-. Agram, 21. Immer. (Devisen.) Wien 0.1220 bis . Berlin —.— bis —. Budapest 0.30 bis—.—, Bukarest 43.50 bis Italien 379.75 bis —London 368.25 bis New-Dork 86.75 bis —, Paris 387.50 bis , Prag 259.— bis —.—, Sofia bis —.—, Schweiz 1510.— bis —, Brüssel —bis —, Warschau —.— bis — Amsterdam 8216.— bis —, Stockholm —bis —. Belgrad, 21. Jänner. (Devisenkurse.) London 368.90 bis Paris 394.25 bis New-York 87.25 bis Genf 1612.50 bis —Saloniki -.- bis Mailand 381.30 bis —Prag 254.25 bis Berlin —.— bis Wien 0.1227 bis Bukarest 43.50 bis Sofia 61.— bis —, Budapest 0.35 bis —, Brüssel — .— bis —Amsterdam —bis —Warschau —bis Warschau, 21. Jänner. (Devisen.) Berlin —, London ‘41,100.000, New-Pork 9,750.000, Prag 283.400, Wien 136.—. Copyright 1929 br Nachdruck verboten. »«ychMe-errelchlsch« Ferlag, Wie«. i. Fortsetzung. Die Heimatlosey. Roman von Wilma v. Bukelich, Seine Mutter aber war trostlos. Sre versuchte es erst mit täglichen erbitterten Svenen. Sie nützten nichts. Und sie wollte nicht begreifen, daß em oingeschlasenes Genie sich auch durch äe wohlgemeintesten Vorwüvse nicht wieder erwecken läßt. Sie versuchte alles. Anregung und Ablenkung, Strenge und Nachsicht. Aber Alfred reagierte nicht . . . und schließlich verlor Frau Marianne jedes Interesse an chm. Wirklich ... ein mittelmäßiger Sohn intevessievte sie nicht. Sie, haßte MttelmäßigAevt. UM) war empört, daß sie, die sich der Wtzlt gegenüber verpflichtet fühlte, einen besonderen Sohn zu haben, den Wechsel nicht emlösen konnte. Rein, sie konnte es nicht. Denn Alfred zog es vor, fein Knabenleben in den banalsten Formen ausKUleben, anstatt die delikate und edle' Kulturblüte zu werden, die Frau Marianne in ihrem Treibhaus zu züchten beabsichtigte. . Und wenn sie sich bisher zu viel mit Alfteds Erziehung besaßt hatte, so kümmerte sie sich nun zu wenig um ihn. Ja, sie vergaß seiner förmlich, da sich gerade um jene Zeit ein neuer Modewahn der Geister bemächtigte, auf den die reichen und beschäftigungslosen Frauen -kritiklos hinemsielen, denn er versprach denjenigen Sensationen, die ein Leben bang auf der Suche nach solchen waren. Frau Marianne wurde. Okkultistin. Und sie lebte sich in die Rolle eines Mediums ein, wie sie sich bisher in die Rolle der Weltdame, der Grande amoureuise und der Mutter eingelebt hatte. Mit Feuereffer. Mt völliger Hingabe. Indem sie restlos in ihrer Rolle aufzugehen schien, Seancen abhielt, die die interessantesten Phänomene zeitigten, die ^berühmtesten und berüchtigtesten Geister der Gegenwart und Vergangenheit •WL« Mtüfe MMtz M tzs »m zöcktheit einer Inspirierten... als dreimal geweihte Pvveftvrin der sieben chaldäffchen Geheimtviffenschaften ... Ja, sie machte aus ihren Empfangsräumlichkeiten Tempel mystischer Gottheiten, die nur tut Dunkeln gedeihen. 0ie verbrannte stickiges Räucherwerk in rätselhaften Urnen, wovon sie sich ungeheure Wirkungen auf ihr Gemütsleben versprach. Sie rauchte. Nargileh, wovon ihr übel wurde. Uwd ließ sich mit allerlei liedeMchenr und be-trügerischem Gesindel ein, das ihr durch seinen Hokuspokus impomertc. Verliebte, sich schließlich in einen .Halbnarren und Apostel... und behauptete, nachts nicht emschlasen zu Wunen, ehe „Elagabel" — eigentlich hieß er Elias Gabrilovitsch und ''war in Groß'becskerek geboren — sie durch die nchstische Gewalt seiner schwarzen Feueraugen, die er be.denklich zu rollen verstand, und durch das Auslegen seiner langen, wunderbar kühlen Hände in eine angenehme Trance versetzt hatte, die auf wohliger Willenserschlasfung und auf der Erregung gewisser Zentren 'beruhte, die -im letzten Sinne nichts mit Okkultismus zu tun hatten. Wobei Frau Atarianne das wundervolle, ^Meitze Kvschmirgewand des Pseudofakirs am meisten imponierte, denn dieses ließ einen 'gewaltigen Brustkasten und prachtvolle Glieder erraten; auch barg sich eine Kraft unter den Blumengewinden seiner prophetischen Reden . . . Frau Marianne war starr . . . Sie fand es nur zu natürlich, daß sich ihr wunderlicher Heiliger sanft moralisierend durch sämtliche DEkatessen der Gövgeischen Küche fraß ... den Weinkeller Herrn. Görgeis halb leer soff . . . vbwohl er aus Ws und Wasser schwor . . . Der Unfug brachte jedoch den Borteil mit sich, daß Msred völlig frei war. Seine Mutter hatte keine Zeit mehr für ihn. Und er nützte seine Freiheit aus, indem er sich vor allem dem Bunde anschloß, einer Jugendvereinigung nnt bombastischen Zielen und geheimnisvollen Riten... im Grunde ein Stück geistiger .Heimat, in der sich die fünf jüdischen Knaben, die gemeinsam das dortige Zilsterzienfer-- sich den Rücken stärkten durch den feste,ven Zusammen- Muß und ihre Vereinsamung in der Hierarchie der klerikalen Zuchtanstalt durchbrachen. Und sich einen Herd schufen für alle ihre Ideen. Kinder waren und Jünglinge zugleich. Sich ernst nahmen, antrieben und stützten. Indem sie an ihren Gegensätzlichkeiten Meinungen anpaßten und Meinungen stärkten . . . und die Welt neu aufbauten aus dem Nichts, aus dem Chaos der eigenen Gedanken und Neigungen, die in verschiedene Richtungen drängten . . . und dennoch eines Zentrums bedurften. Indem sie ihre Heimallofigkeit vergaßen, und vergaßen, daß sie im Gymnasium, in der Gesellschaft, im Leben geduldete Gäste waren. Sich stark und frei dünkten: „Welt" spielten im Keinen. Und dabei die Gaben, die Talente, den Ehrgeiz und das Wollen der Großen einsetzten. Unbewußt. Ungewollt. Wirklich aus dem Nichts heraus. Durch Zufälligr-eiten zufawmengefühvt, aus den verschiedensten Gesellschaftsklassen. . . und dennoch wunderbar eins in ihrem gemeinsamen Schicksal. Kinder. Aber füdffche Kinder. Die einsam sind und ihre Einsamkeit nur durch den gsmemsanten Zusammenschluß durchbve.chen können. Und auseinander angewiesen sind. Und doppelt froh, alles durcheinander und miteinander zu erleben. . . Man hatte ganz unten begomven. Irgendwo bei Karl May und den romantischen Instinkten der Naturvölker. Aber man wuchs, man entwickelte sich. Hatte Methoden und Ziele. Gewann Aussichtspunkte und Gesichtsweite. Und ging von Karl May zu Darwin über. Schwärmte in seligen Fußwanderungen aus und eroberte die Welt. Schritt' um Schritt, Gedanken um Gedanken. Und Alfred schwärmte mit, als ob er mit einem Male seine Jugend entdeckt hätte.. Er holte sich glühende Wangen und cigem Erfahrungen. Er lvar entzückt, denn die Freude am Finden war ein völlig neuer Eindruck für ihn. Und dieser Eindruck wog alle Schönheitseindrücke auf, die ihm von seiner Mutter jemals in der Forni von Nußschalenpräparaten geboten jvuvden. MMLetzMa.iolat^ '!!! '"viv’T 'H'

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