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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-20 · Heft 1771 (20.1.1924) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1771 (20.1.1924)
Date
1924-01-20
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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I « * Nr. 1771 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung. Strümpfe u. Stoffhandschuhe EN GROS EXPORT ADOLF TARLER WIEN, I. KOHLMESSEROASSE 6 Dannen-u. Steppdecken, Ottomanen, Diwans, Polstermöbel Reisinger-Uugelin IV., Johann Straussgasse 41 Wiens billigste Bett waren- und Tapezierer-W erkstätteai Umarbeitung samt Reinigen end Krampeln d. Füllung: 1 Matratze, S Teile, 1 Steppdecke K 60.000. Diwans, Ottomanen von K 75.000 aufwärts. Kundmachung. Die altrenommierte orthodoxe Mazzothfabrik Israel Vortrefflich gibt den P. T. Kunden bekannt, dass sie von der Wintergasse 28 in den n. Bezirk, Obere Augartenstrasse 52 übersiedelt ist. Dur ob die Schaffung einer neuen Mascbinenanlage ist die Firma in die Lage versetzt, den weitgehendsten Anforderungen betreffend Menge und Qualität gerecht zu werden. Bestellungen en gros werden bereits jetzt im Bureau der Mazzothfabrik, II. Bsz, Obere Augartenstrasse 52, entgegengenommen. 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Jänner 1934 im Cafe „Roichihof“, II., PraterstrasBe 60, Chamischa Assar-Akademie mit anschliessendem Tanz 104 SS Festrede: Dr. N. M. Gelber Mitwirkende: Prof. Ehrlich, Oberkantor Fri. Swertiin Marguliei, Am Klavier: Frau Alexa Winter-Witzleben Aufführung von Perez’ „MPkkubalim“ in hebr. Sprache und Schoiem Aleichem-Rezitationen von Schwager, Kadary (Palästina) u. a. Beginn '/,8 Uhr abends Kasseneröffnung 7 Uhr Wer ist der wirtliche Berteurer der Lebensmittel? Von Franz Wiener. Trotz der durch die Sanierung seit vielen Mo neuen stabilen Kurse der Westdevisen müssen wir uns daran getvühnen, Monat für Monat erhöhte .Kosten unserer Lebenshaltung festzustellen. Die breiten Schichten der Bevölkerung treffen diese Ntchrauslagen hauptsächlich in bezug der seit Monaten fortschreitenden Verteuerung der Lebensmittel. Immer wieder taucht die Frage auf, wer eigentlich schuld daran ist, daß speziell Lebensmittel solchen Preisschwankungen ausgesetzt sind und eine konstante Richtung nach aufwärts zeigen. Vergessen wir in erster Linie nicht, daß wir kein Agrarstaat sind, sondern den Großteil unserer Lebensmittel einführen müssen. Zn diesem Bchufe müssen wir auf dem Weltmärkte und dort die Ware., die wir branchen, ebenso 'bezahlen wie die anderen importbedürftigen Staaten, ohne Rücksicht darauf, daß uns nicht die hochwertigen Valuten der Schweizer, Engländer und Amerikaner zur Verfügung stehen. Nehmen wir als Beispiel den Artikel Butter an: Kaum beginnen die Einkäufe Englands und Amerikas in Dänemark und Holland, setzt auch schon ein Pveiswivbel ein und wir armen Oesterreicher müssen, wollen wir dänische oder holländische Butter einführen, die Konkurrenz mit den beiden reichsten Ländern der Welt aufnehmen. Das demzufolge der Import bei uns stark leidet, oder mit anderen Worten, der Butterverbrauch viel niedriger ist als vor dein Kriege, ist eine natürliche Folge. Ebenso verhält es sich mit ollen anderen Artikeln, wie Getreide^,Zucker, Feit, Fleisch, Eier, Milch usw. _ 50. Jänner 1924_' Geile 15 Ein zweiter wichtiger Faktor bei der PreisbrWumg ist der Ausfall der Ernten und indirekt dernzuifolige die Wittevungsvechältnisft in den Produktionsländern. Gin schr feuchtes oder zu trockenes Jahr in Amerika bedeutet für uns. höhere Brot- und Mehl-, geringe Rarchfutterernten in Ungarn, Jugoslawien und Rumänien, steigende Milchend Fleischpreise. Weite,rs spielen die Verhältnisse auf dem Gebiete des Transportwesens und vielfach die irmerPoMschen Vevhültnisst in unseren Nachbarstaaten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Bis anfangs November wurden sämtliche nordamerikanischen Transporte, welche für Oesterreich bestimmt lvaven, über Hamburg abgeläden. Das Ehaos in Deutschland vervielfachte das Transportristko und demzufolge die Transportverstcherungsspesen; der Verfall der Währung bedingte die Berechnung der Transporte in Goldmark, so daß wir gegenwärtig gezwungen sind, sämtliche Waren über Trieft zu beziehen, wollen wir nicht Fvachtspefen >haben, welche der Konsum nie bezahlen kann. Abgesehen davon, daß die Transporte übe-- Triest keineswegs so schnell und glatt äbgefertigt werten -wie über Hamburg, ist auch die geographische Lage Triests 'keine günstige. Der Transport für Schmalz kann iw Sommer nicht via Triest durchge,führt werden, lveil die Temperaturen im Mittelmeer und bei der Ausladung in Triest das Fett zum Schmelzen bringen würden. T-emz-nsoige mnß mit Beginn der wärmeren Jahreszeit Schweinefett wieder über Hamburg verladen werden, wodurch di: Transportspesen eine wesentliche Erhöhung erfahren. Di: eben angeführten Gründe find äußere Einflüsse der Preisbildung, und zwar beeinflussen sie bloß die reinen Warenpreise. Die Sanierung bedingt die Zusammenarbeit sämtlicher Wirtschaftskräfte. Das ist sehr schön gesagt, doch schaut es in der Praxis ganz anders aus. Die größte Steuerlast ruht auf den städtischen Erwerbskveisen; außer Einkommen und Erwerbsteuer, «welche. als Regien gar nicht oder nur in den seltensten Fällen kalkuliert werden können, lasten auf dem Handel die sonstigen mannigfachen Steuevbürden, sowohl staalliche wie auch städtische, verteuern die Waren und beschränken den Konsum. „ Die letzte Erhöhung, die Verdopplung der W a r e n n m s a tz st e u e r, wirkt in vielen Belangen direkt katastrophal und ist last not least Mtursache der neu begonnenen Teuerungswelle. Dadurch zeigt der Judex eine eigende Bewegung, parallel damit steigen die Löhne und. Gehälter nicht nur der eigenen, sondern auch der staatlichen Bediensteten, und dies bedingt neuerlich eine Erhöhung der Monopolpreise wie auch der Preise für die Leistungen der staatlichen Betriebe; ein Rad greift in das andere und das letzte Rad ist dasjenige, welches uns die Preise der Bedarfsgegenstände in stets aufsteigender Kurve zeigt. Bedenkt mau, daß für 1 Kilogramm Schweinefett gegenwärtig zirka 1200 K. für Warennmsatzsteuer bezahlt werden mutz, ein Betrag, welcher in d-ielen Fällen von Importeur und Detailleur zusammen nicht vevdient wird, dann muß man verstehen, dvß es nicht der Kaufmann ist. welcher das Steigen der Preise verursacht. Speziell im Le'bensnrittelhandel, und da wieder in den Hauptkonsumartikeln wie Mehl, Zucker und Fett, ist eine derart ausgebreitete Konkurrenz, ein derartiges Unterbieten der Preise, Äaß im Großhandel oft mit Bruchteilen von Bvuttopvozenten gearbeitet wird, so daß selbst bei größten Umsätzen oft nicht einmal die bloßen Regien gedeckt werden können, während der Staat unbeschadet, ob der Kaufmann reüssieren kann oder nicht, schon beim Import seine schwer ins Gewicht fallenden Taxen in Form der Zölle, und der Wa-- renuimsatzsteuer ernhebt. Für die Richtigkeit meiner Behauptungen stelle ich nur den Antrag, die Preise der Konsumvereine mit denen der Detailkaufleute zu vergleichen, und jefcer wird finden müssen, daß trotzdem die Konsumvereine Importeure und Detailleur e in einer Person vereinigen, nicht auf Gewinn berechnete Unternehmungen sind, mch vielfache Subventionen genießen, während der Detatlkaufmann bestenfalls die zweite oder dritte Hand darstellt, ebenso wie Importeur und Grossist große Steuerlasten hat, auf Gewinn basier, die Konsumvereine es sind, bei welchen in iten meisten Fällen teurer eingekauft wird. Es erübrigt sich demnach von selbst, den lvahren Verursacher der Teuerung mit der Hand zu weisen. Lftenero Lasuente verschwunden. (Eine Bankanweisung von beinahe einer halben Milliarde gefälscht? Ter spanische Gesandte in Wien hatte aan 2H. November 1923 bei der Polizeidivektion die Anzeige erstattet, daß der bei der Gesandtschaft im Kanzleidünst verwendete spanische Staatsangchörige Louis Ostenero Lasuente, der am 26. November nach einer zweitägigen Urlaubsreife nach Baden den Dienst wieder härte cnüreten sollen, nach Wien nicht z u r ii ckge k e h r t sei. Es wurde festgestellt, daß der Spanier über' Haupt nicht nach Baden, sondern vielmehr bereits am 24. November mit einem Fern; ug der Westbahw a b g e r e i st war. Am 7. Dezenkber teilte der spanische Gesandte der Polizewirel rion mit, es sei durch ein Schreiben einer Pariser Bank, das er vorwies, herausgekommen, das; Lasuente eine aus bo.it Betrag von 457.060 K. lautende, vom spanischen Gesandten selbst nmerfertigte Bankanweisung ans den Betrag von 457,060.00t) K. g e sä ls ch t und den angewiesenen Betrag e i U' kassiert habe. Die Erhebungen der Polizei haben bisher nicht Kur. Feststellung des Ausenthatteä Lafueni.es geführt. Die Fr-an des Flüchtigen hat der Polizei betanntgegebru, daß sie kurz nach ihrer Rückkehr ans der Schweiz durch Vermittlung eines Wiener PekamUen 50 'IKidv.nu'u erhalten habe, die ihr

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