Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1764 (13.1.1924)
- Date
- 1924-01-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Getöe 8 Men, Sonntag Tagesbericht. ver Wiener jüdische Sammeltag. «m 20. und 21. Jänner. Mit Büvilligung des Bürgermeisteramtes wird am 80. d. in Wien ein allgemeiner jüdischer Sammeltag stattfinden, welchen die Fürsorgezentralstelle der Wiener jüdischen Kultusgemeinde und die Agudas Jisroeil veranstalten. Das in Bildung begriffene Jüdische Jugendfürsorgeamt unserer KultuSgemeinde wird die Aufgabe haben, sich jener jüdischen Jugendlichen anzunehmen, welche der öffentlichen Fürsorge nicht teilhaftig werden, weil sie nach Oesterreich nicht zuständig sind. Es muß ein Zentralami und eine Anzahl von Bezirksfürsorgestellen errichtet werden. Für dieses unbedingt nötige jüdische Fürsorgsinstrtut soll der Sammeltag die ersten Mittel beistellen. Die Agudas Jisroel, die sich durch ihr soziales Hilfswerk um die Errichtung und Erhaltung von Waisenhäusern sehr verdient gemacht hat, will das materielle Ergebnis dieser jüdischen Aktion dazu verwenden, um eine große Zahl jüdischer Jünglinge zu qualifizierten Handwerkern heranzubilden.-Die Agudah hat bereits mit einer jüdischen Lehrwerkstätte für Holzbearbeitung, in der zirka 25 jüdische junge Leute mit sehr gutem Erfolge arbeiten, einen verheißungsvollen Anfang gemacht und hofft zuversichtlich, der jüdische Sammeltag werde sie in die Lage versetzen, 250 jüdische Jünglinge in vorbildlichen Lehrwerkstätten für Schlosserei und Spenglerei zu tüchtigen Gewerbetreibenden zu erziehen. Jeder Jude wird diese Vereinigung sozialer Fürsorgeinstitutionen für produktive Arbeit für die jüdische Jugend begrüßen und nach Kräften fördern müssen. Ist doch wirlliche produktive Fürsorge ein Erfordernis unserer sozialen Konsolidierung, darin es keine Partei- und Gruppenunterschiede geben soll. Mögen dämm alle Jirden Wiens sich in den Dienst des jüdischen Sammeltages stellen! * Der Sammeltag wird am 20. d. in der Weise abgehalten werden, daß Mitglieder des veranstaltenden Komitees die jüdischen Mitbürger in ihren Wohnungen aufsuchen. Von Straßensammlungen wird abgesehen. Am 21. d. (Montag) wird die Sammlung in den Geschäftshäusern fortgesetzt. Heute Sonntag findet zwecks Besprechung der Organisation des Sammeltages im großen Sitzungssaals der Kultusgemeinde eine Sitzung der Vertreter aller in Betracht kommenden Wohlfahrtsanstalten statt. Beginn präzise 11 Nhr vormittags. * Die „Deutsche Z e i t", Wochenblatt der großdeutschey^ Regierungspartei, hat in ihrer letzten Nrnnmer einen dummdreisten antisemitischen Angriff untemommen, der nicht un° beachtet bleiben darf. Das Blatt schreibt, daß Bürgermeister Seitz, vor die Notwendigkeit gestellt, sich zu entscheiden, ob für breite Masten Deutscher oder für Juden gesammelt werden soll, „sich gegen das Sammeln für die Deutschen entschieden und die vom Zentralrat geistiger Arbeiter angesuchte Sammlung, die in Nachbildung des Schneeballenshstems im Wege der Versendung von Posterlagscheinen Gelder für notleidende geistige Arbeiter in Deutschland schäften sollte, verboten hat; dagegen hat -kleine Sammlung am 20. d. in den Häusern und am 21. d. auf der Gasse zugunsten des jüdischen Hilfswerkes in Wien gestattet!" Das Blatt hat ferner die Anmaßung, einen Borwurf zu erheben, weil die Gemeinde Wien bloß eine Milliarde für die Notleidenden Deutschlands gespendet hat, unterläßt es natürlich, zu erwähnen, daß der Vorschlag einer Zehnmilliardenspende durch den Bund nur deshalb abgelehnt wurde, weil der Minister a. D. Dr. W a b e r und die anderen großdeutschen Abgeordneten die Ablehnung durch ihren Gegenantrag bewirkt haben. Wenn die ■ Sammlung nach dem Schneeballenfystem verboten wurde, so ist dies anscheinend deshalb geschehen, weil nicht die nötigen Sicherheiten für genügende Kontrolle vorhanden waren. Niemand hat den Zentralrat geisttger Arbeiter gehindert, um eine Sammlung in den Häusern und auf der Straße anzusuchen, und niemand wird eS ihm verbieten. Die „Deutsche Zeit" begeht aber sine Unanständigkeit wie gewöhnlich, in dem sie sagt (wir zitieren hier das Deuftch dieses deutschen Blattes), die Begründung für das Verbot soll gewesen sein, eS seien Ohnehin schon genug derlei Sammlungen für Deutschland bewMgt worden. ES ist Aar, daß das Blatt hier nur seine eigene Ansicht auSspricht und eine nicht nachgewiesene Behauptung aufttellt. DaS Ganze ist ein Bubenstück des Blattes und nicht so schr gegen den Bürgermeister, als vielmehr gegen die Lamrnlung zugunsten des jüdischen Hilfswerkes gerichtet. LÄeurmMelpatete nach Ientfchland. Die Mittelstanbsfürsorqe", HilfSakion für jüdische geistige Arbeiter in Not, 9. Bez., UniversitätSstraße 4 (Präsidium Dollar Edmund Sohn, Frau Lisette Gelber, Hofrat Dr. S. Ehrm a n « und Ernst Simon), übernimmt die Versendung von 5 Kilogramm- und 10 Kilogramm-Paketen ab Freihafen Hamburg nach allen Städten Deutschlands. In Würdigung des rein karitativen Charakters dieser Aktion haben die deutschen Behörden ganz außerordentliche Begünstigungen gewährt, die eine besonders billige, verläßliche und rasche Durchführung sichern, so daß für den gleichen Bettag bei gleicher Qualität um 30 bis 40°/, mehr Lebensmittel nach Deutschland geschickt werden können. Es kommen acht Typen vonPaketen, enthaltend die wichtigstrn Lebensmittel (Mehl, Fett, Reis, Zucker, Kakao, Kaffee. Schokolade, Teigwaren, Milch, ufw.) in bester Qualität zur Versendung, und zwar 6 Kilogramm-Pakete ä 40.000 K. bis 67.000 Kronen; 10 Kilogramm-Pakete k 115.000 K. nnd 140.000 K. inklusive aller Nebenkosten. Wiener MovstMzeMnA. Rein karitative Institutionen, wie Waisenhäuser, Gemeinschaftsküchen usw., können außerhalb der Typen in größeren Mengen beliefert werden. Ausführliche Typenverzeichniste und Erlagscheine sind in allen größeren Trafiken Wiens und im Bureau des Vereines (y. Bez., UniversitätSstraße 4) erhältlich. Die Vereins! eitung erbittet auch Spenden, um möglichst viele der notleidenden deutschen Familien, deren Adresten vorltegen, mit Lebensmitteln versorgen zu können. Die Spenden werden im Einvernehmen mit der Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge verwendet. Bor einem Msenbohnerstreik in kngland. (CSincrjbicnft der „Wiener Modenzeitung") London, 12. Jänner. Die Vertreter 'der Eisenbahngesellschasten haben heute mittags beschlossen, die jüngsten Vorschläge der Lokomotivheizer bezüglich der Löhne abzulehnen. Der AuSstcmd der Lokomotivheizer erscheint dadurch unvermeidlich und wird in den n ä ch st e n T a g e n ausbrechen. Er wird den AuSstanb sämtlicherEtsenbahnarbeiterzur Folge haben. Mimnetksche tkoMunuen. Rückkehr der deutschen Expedition. (Eigendicust der „Wiener Morgenzeitung".) Kiel» 12. Jänner. Die im September vorigen Jahres aurgefahrene magnetischeForschungSexpedition ist nach der Durchführung zahlreicher Meffungen in der Ostsee und im Finnischen Meerbusen wieder nach Kiel znrückgekehrt. Sie hat zwei große magnetische Störungen entdeckt, ohne bisher deren Ursachen aufllären zu können. DaS Expeditionsschiff ist im hohen Norden im Eisefe st gefroren und muß dott überwintern. Die I n st r u m e n t e und A u S r ü st u n g S g e genstände wurden in Sicherheit gebracht. Mt Masken und Pistolen. «Eigeudienst der „Wiener Morgenzeitung".) Weimar» 12. Jänner. In Grafenroda drangen gestern nachmittags acht maskierte und mit Pistolen und Handgranaten bewaffnete Räuber in ein Bankhaus ein und fordetten die Beamten mit vorgehaltener Schußwaffe auf, die Hände hoch zu halten und sich mit dem Gesicht gegen die Wand zu stellen. Einer der Beamten wurde gezwungen, den Tresor zu öffnen, aus den: die Räuber dann das darin enthaltene Geld raubten, worauf sie unerkannt verschwanden. Zur Sicherheit hatten sie vorher die Telephon leitun gen durchnitten. Dev Revolver in der Kommunrstenversammlrmg. Paris» 11. Jänner. Im Verlaufe einer von den Kommunisten veranstalteten Protestversammlung gegen die Teuerung kam es zu Zusammenstößen. Abgeordneter C a ch i n mußte angesichts der Obstruktion der Anarchisten, die mit der Polittk der kommunistischen Führer unzufrieden sind, die Rednertribüne verlassen. ES wurden Revolverschüsse gewechselt, durch die etwa fünfzehn Personen verletzt lvurden, von denen zweiihren Verletzungen bereit? erlegen sind. Die Warschauer Bomben. Warschau, 11. Jänner. Im Zusammenhang mit dem vor einigen Tagen verübten Bombenattentat gegen daSMilitärgefangniS in Warschau wurden überhundertPersonen verhaftet, die angeblich durchwegs Mitglieder einer geheimen kommunistischen Organisation sein sollen. Unter den Verhafteten find viele Mittel- und Hochschüler. Llotzd George Mer den AutisemMrum». »CH« dumpfes und schädliches Unkraut." Der frühere Premierminister Lloyd George hat jetzt die Aussätze, die er nach seinem Rücktritt für Amerikanische Blätter geschrieben hat, zu einem Buch gesammelt, daS in einer Volksausgabe bei Hodder and Stoughton Ltd. in London herauSgewmmen ist. Eines der interessantesten Kapitel daraus ist jenes, in dem Lloyd George über die Palästina-Frage spricht und sich -bei dieser Gelegenheit mit dem Antisemitismus -beschäftigt. Er schreibt: ,Mon allen Aberglauben, die den menschlichen Charakter verrohen, ist seiner dümmer als der antisemitische. Es fehlt ihm jede Grundlage auf dem Boden der Vernunft; er wurzelt nicht im Erdreich des GlaulbenS; er strebt keinem Ideal nach; er ist lediglich eines jener dumpfen und schädlichen Unkräuter, die ans dem Sumpf des Klassenhasses auftchießen. Wie völlig abseits jeglicher Vernunft er ist, kann schon aus dem Umstand geschöpft werben, daß er fast ausschließlich auf Völker beschränkt ist, We jüdische Propheten und Apostel verehren, die die hebräische Nationalliteratur als die einzige, von der Gottheit alles Menschentums erlassene und inspirierte Botschaft Hochhalten, und deren einzige Hoffnung auf -Erlösung in den Vorschriften und Versprechungen der großen Lchrer Israels -beruht. In der Anschauung jener. Fanatiker jedoch kann ein heutiger Jude nichts Gutes vollbringen. Sind sie reich, so sind sie Raubvögel. Sind sie arm, so sind sie Ungeziefer. Begünstigen sie den Krieg, so ist es, weil sie die Mutigen Lehen der Edlen zu ihrem Nutzen ausbeuten wollen. Bemühen sie sich um -den Frieden, so sind sie entweder Feiglinge oder Verräter aus Instinkt. Spenden sie mit vollen Händen — und es gibt keine freigebigeren Spender als die Inden —, so tun sie es aus irgendeinem selbstsüchtigen Grund. Geben sie nicht — nun, was kann man von einem Juden anderes als Geiz erwarten? Wird die Arbeit vom Großkapital unterdrückt, so wird die Gier der Juden dafür verantwortlich gemacht. Revoltiert die Arbeit geigen das Kapital 7— wie es in Rußland _13. M-ritzr tm " - __ tör. 17N geschah —, so wird der Jude elbenfalls dafür getadelt. Lebt e> in fremdem Land, so muß er durch Verfolgung und Pogrome hinausgejagt werden. Will er in sein eigenes Land zurück, so muß er daran gehindert werden. Was er auch immer in allen Jahrhunderten und unter allen Breiten tut oder zu tun beabsichtigt oder zu tun unterläßt, das Echo des rohen Rufes aus dem Munde t>c§ Auswurfes von Jerusalem heftet sich an seine Fersen, das dem größten aller Inden entgegenschallte:,Kreuziget ihn!" Niemals ist von Völkern, die Juden gekreuzigt haben, Gutes gokomlnen. Es ist ein armseliger, feigherziger Sport, in den: nichts von den wahren Eigenschaften der menschlichen Seele lobt, und die, die ihnl huldigen, wären die ersten, das Werte zu suchen, wenn auch nur irgend etwas Gefahrbvingendes dabei wäre. Jüdcnhetzer sind im allgemeinen Leute vom Typus jener, die immer gute Gründe fanden, f i ch vo m Militärdienst zu drücken, wenn ihre eigen« Heimat in Gefahr war." Leute, die ihre» Beruf verfehlte«. Dichter, Schriftsteller und Erfinder. Daß alle Dichter ohne Ausnahme von Haus aus einen anderen „Lebensberuf" (wie man so schön sagt) hatten, ist eigentlich selbstverständlich. Dichter von „Berufs wegen" oder besser Dichlerprosessionisteu gab es eben seinerzeit nicht. Auch die Berufsschriftsteller gehen meistens von einem ganz anderen Brotberuf aus. Goethe und Schiller führen den großen Reigen der „verfehlten Existenzen", dieser als wohlbestallter Referendar des Reichskammergerichtes unb schließlich Minister-Exzellenz und jener als Regimentsmedikus und schließlich als hochwohlweiser Professor der Historie. Ihnen folgt der große Chor mit Grillparzer als Archivbeamter, Herder als Lehrer und Prediger usw., alle deutschen Dichter des 18. und 19. Jahrhunderts, sie entstammen ausnahmslos „ernsten" und „soliden" Berufen. Und auch die Dichter und Schriftsteller der Neuzeit. Nur einige Beispiele: Gerhcrrt Hauptmann sollte ursprünglich Kunstmaler werden, Thomas Mann war Volontär einer Feuerversicherungsgesellschaft, Gottfried Keller war bekanntlich Zürcher Staatsschreiber, Ibsen war Zlpotheker und Tolstoi war ursprünglich Arzt. Die feinen Interpreten lyrischer Stimmungen Maeterlinck und Hugo Hoffmann Sthal begannen als trockene Juristen, desgleichen Eulenberg, und Hart leben war sogar Referendar. Anzengruber verschleuderte seine beste Kraft als nüchterner Beamter. Sudermann und Fontane waren in ihrer Jugend Apotheker. Und auch Peter Altenberg war vor seiner Bohemezeit berufstätig, und zwar gleich Cäsar Flaischlen als Buchhändler. Bekannt ist, daß Schnitzler und Schönherr Aerzte sind. Meyrink, der Okkultist, war Bankier, wohl eine der merkwürdigsten Entwicklungen. Aus jedem Schullesebuch weiß man, daß Rosegger Schneiderlehrling war. Man könnte die Reihe ins Unendliche fortsetzen. Bei den Erfindern kann man es als Regel annehmeu, daß sie anderen Berufsschichten als denen, die ihre Erfindung berührte, angehörten. Man sagt, das Außenstehende nicht so sehr dem Berufsdünkel derer, die da alles Neue mit dem unvermeidlichen „Das gibt es nicht" abtun, unterliegen. Und so findet man hier vielleicht die kurioseste Reihe. So war Morse (Telegraph) Maler, Fulton (Dampfschiff) ebenfalls, Hughes (Mikrophon) ein Musikprofessor, Arkwright, der die Spinnmaschine erfand, gar ein Barbier und der Oesterveicher Ressel (Schvisfsschvaube) Forsibeamler. Der erste Erzeuger von Gußstahl Benjamin Hunts man war Uhrmacher und der Begründer der größten Telegraphenanstatt Europas Werner v. Siemens Artillerieoffizier. Franklin (Blitzableiter) begann als Postbeamter und der Erfinder der Neuzeit Edison als Zeitungsjunge. Jnteressant ist, daß Joule, der Entdecker des Wärmeäquivalents, Brauereibesitzer und Faraday, der Erfinder der Elektrolyse, Buchbinder war. Skue Frledenssyuagoge iu Budapest. In Budapest wurde, wie uns von dort berichtet wurde, die neu« Synagoge der Budapester KülttlsgMMude in de,r Pava-utcza fe-i-svlich eingeweiht. Wie erinnerlich, ist es einem r-eknen Zufall zu -danken, daß der Ban bis zur Einweihung. gediehen und nicht knapp vor der Fertigstellung durch eine Bombe in die Luft geflogen ist. Kurze Zeit vor dem ebenfalls rechtzeitig entdeckten Bom'benattenta-t auf die französische Botschaft in Budapest ivurde beim Eingang zur Syrwgoge gleichfalls eine Bombe gesunden, Re, wenn die Zündschnur, die schon geglommen hatte, zu Ende gebrannt hätte, die Synagoge i-n die. Lust gesprengt hätte. Die Affäre wurde -damals vertuscht. Anläßlich der Uebernahme der Synagoge hielt der Präsident der Kultusgomeinde Dr. Alexander Ledere, r die Einwei-Huugsrede, die tiefen Eindruck machte. Unsere Kraft, unsere. Literatur, unsere Hoffnung — führte er aus — sind durch die drei Säulen versinnbildlicht, auf denen di-e Synagoge ruht. Mau verfolgt uns, inan beraubt uns unserer Rechte — wir beten bei der T h o r a für das Wi-cdeperftehen unseres Vaterlandes. Ma-n zerstört unsere Institutionell, vertreibt unsere. Kinder aus -den Schulell — wir beten beim Gottesdienst für -das Glück und Gedeihen unseres Vaterlandes. Man verunglimpft und schmäht uns, erhebt gegen uns falsche Anklagen — wir tun Gutes und bitten bei der dritten Sänke, bei de.r Wohltätigkeit, Gott mnt . gnädige Barmherzigkeit für -das in den Staub geworfene arnw Vaterland, in unserer unerschütterlichen Glaübeustveue und unabänderlichen Vaterlandsliebe. Nach dieser Rede begrüßten der Vertreter der res» rm i e r i e n. nnd der Delegierte ■ der evangelisch e n Kirche die jüdische Knltusgemeinde. Von katholischer Seite ivar kein Vertreter erschienen.