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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-07 · Heft 1758 (7.1.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1758 (7.1.1924)
Date
1924-01-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ElnzeTtjnmtrRr K 7P0 Wien Zum Abholen in «* er Expedition, H., Tabors tr. 1 *3, oder meiner Verachleiastelle (Trafikt monatl. K 98.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold*chmiedt,I, Bez» Wollzeile 11. Mit Poatversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 28.000 Ta che e h o-S 1 owak eit Mon. K17 lu?os(awien: Mon Dinar50 Pole"-v*on. polnische Mark 2,200 "00. Deut acht. Mon Gold* merk 3.—. Frankr,. Belgien: Mon. Frcs. 10 mr Na«K»ablnof«>a MW bei PrelMrfcShanraa vorbebaHea I Dar Mann dar aaln Gedächtnis varlar V'AaöaöTR/^i M»MstWM»WW»«MWWaMWWWWWW>»WVMWWMW>aWWW«WWW>^^ imp ul' l lilHIl ,«W,DU,«>,,raWWWW»W» Nr. 1758 - Wie«, Montag, 7. Wnner 1924 Po'enrpoIn.Dr lOCOOO i t a I i o n: Monatl. 12 l.ire, Rumänien Mon. 130 Lei, Bulgarien Mon.75 l.ewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Free. 3 Redaktion u. Administration Wien. 1I„ Tehor atrasae 1—3 Telenhone: 44-0-38.43.3-19, ab 6 Uhr abds. 19-483,25-282 Tel- Adr.t.'Morpenzeitimg* Wien OeaterreiehiaehM Pestapar kaasen-Konto Nr. 150.693 6. SnfimattB Paris, 6. Jänncr. (Wolff.) „Echo dc Par'S" kündigt nach der Rückkehr Poineares aus dem Maas- Departement eine Sondersitzung des Kabinetts an, die sich mit den Maßnahmen zum Schutz der Wahrung beschäftigen werde. Nach dem Blatt befaßt sich die vom Finanzusinister eingeleitete Untersuchung mit der Organisation des Devisenmarktes in Paris. Der „Matin" zahlt eine Reihe von Maßnahmen auf, die nach Ansicht sachverständiger Persönl'chkelten der französischen Finanz zurzett am dringendsten sind: 1. Verschärfung per Kontrolle der Register der Maklerfirmen; 2. Sickerung der regulären Feststellung des amtlichen Durchscknittskurses, der durch Transaktionen in der letzten M nule häufig gefälscht wird; 3. Aufklärung der Handels- und Industrickreise, die sich n cht genügend des Dev'senterminmark'es bedienen, um ihren normalen Bedarf zu decken; 4. gerne nsames planmäßiges Vorgehen des Finanzm nisteriums mit den Banken unter Führung der Bank von Frankreich. Paris, 7. Jänner. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".). Finarnrninistcr de Lasteyrie erklärt im „Echo aVfc%.*'•'■*? S g \ t sei der Hauptsi^ der Offensive geeen den französischen Franken. Es handle sich um eine große, vom Auslände ausgehende Finanzossensive. Man wolle im gegebenen Augenblick eine großzügige Aktion der französischen Bankinstitute im Einverständnisse mit dem Finanzministerium einkeiten. Kne EchaßaMon. Paris, 6. Jänner. (Wolfs.) Sie Rheinlandkommission hat eine Verordnung erlassen, « m d e n französischen Franken zu schützen. Nur die Bank- und Weckselbureaus sind berechtgt, im besetzten Gebiet Handel mit Dev'sen zu treiben. Sie mü"'en innerhalb und außerhalb des (pe'chä'tes den Kurs anschlagen, zu welchem sie Devisen kaufen, bez'.ehun^swei e verkaufen. Die Verordnung erstreckt sich auch aus den Brückrnkopf von Kehl. Keine Veränderungen. — Po'.ncare wicdrrgewahlt. Paris, 6. Jänner. (HavoS.) Bei den heute vorgevommenen Senatsersatzwahlen sind im en'ten Wahlgang bisher aewä lt worden: Kön'e vat've und L>- ''erale 17 wiederqewählt. Republikaner 10-wieder ewä'lt. 1 neuoewähli. Llnksrepnblikaner 9 wiedergewahlt. 1 nengewäblt. nnab'wngiqe R^ikäle 1 neugew ih t, Radikale und Sozia isincbradikale 26 wieder kwählt. 3 n »gewählt ^oz'alistttckie Republikaner 3 w eber icn>iiblt. 2 nenaewählt, Sonalisten 1 neu ewählt. Das sind m ganzen 72 endgülllge Ergebnisse. 24 Stichwahlen sind noiweNdtg. Darnach gewinnen de R pMikan-r 1 Mandat und vnjjeren 3. desaleicheü dre^NksrWidiltau-r/ble dikalen g winneu 1 und verlieren 1 Mandat, die Radikalen Und Sozialisljichrädikalen gewnnen 2 und verlieren 2. die sozialisti'chen Republikaner gew nnen 2 Mandate, d'e Sozialsiten gewinnen 1 Mandat. .Die Konservativen und Liberalen behaupten ih en Sand. Minisiel Präsident Voincar 6 ist mit 7'.'4 von 810 avgegeb nen Stimm.» wiedergewählt worden. KonzMant, jedoch unnachgiebig. Brüssel, 6. Jänner. (Havas.) W'e die „Jndetzrndance Belae" meldet, habe-Au'^enmin ster Iaspar die endgültige Abfassung der belgischen Antwort ans die keßte deutsche Note begonnen. Die Antwort werde bezÜ gewisser deutscher Forderungen Vorbehalte machen und die Ueberslii sigkeit mehrerer Ansuchen darleaen. da sie sich aus bereits gereaelie Fragen bezögen. Die Antwort, die mit der französischen im Mersi«m identisch sü. werde im allgemeinen in konziliantem, aber bezüglich der Fragen des Bcsetzurrsreginie Z. der Ausfuhrbewilligungen und der Zölle ln festem Tone gehalten sein. D'e Note werde am 7. Jänncr vom M'nisterrat geprüft werden. mm HgOffl' Berlin, 7. Jänner (Tel. d. ,.Wiener Morgenzeiwiig") Reichswebrmimster Dr. Gehler hielt g?stern auf dem Landespiirteitag der würt 1 embcrg i sche n Demotraten in Stuttgart eine hochwichtige politische Rede. Nach der Auffassung des'Ministers werde das Jahr 1924 f e i n Friedensjahr, sondern ein Jahr des Kampfes fc:;t. Der Minister erklärte, dre d e utsche A r b e i t e r's ch a f t mache heute überall den E: n d r u ck. vollständig wehrlos zu sein. Diese Tatsache stärke außerordentlich da?' Machtbewußtsein in gewissen Kreisen, .die reaktionäre Methoden in Deutschland einsühren wollen. Dieser Umstand sei außerordentlich verhängnisvoll für die weitere E n t w i ck! u n g -d e r deutschen Politik. Frankreich werde zweifellos alles tun, um die r u s s ische Sowjetrcgicrung zu einem Bündnis zu bewegen, wie es bereits von Frankreich mit der Tschecho-Slowakei abgeschlossen wurde. Aus diese Weise wolle Frankreich Deutschland zwischen zwei Feuer treiben, um es für die Zukunft unterdrücken *u f^nen- Minister appellierte an die Vernunft der Führer der russischen Sowjetrepublik und zahlte die vielen wirtschaftlichen Berührungspunkte zwischen Deutschland und Rußland-auf. chn.nl Schlüsse erklärte der Minister, er sehe mit .) * i» \ri r Ä c j o r g n i s der f t a.nzösische n A h- >l'int«ua des deutschen Memorandums entgegen, die. eine weitere Verschärfung der Gegensätze zwischen den beiden Ländern herbeiführen werde. Gründung der „Re"«Ma«ische» Partei" ln Berlin. Berlin, 7. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Gestern ist die Gründurtg der, R e p u b I \ I ö n ischen Partei" erfolgt. Der pv-visorische Aus'chrß übernahm die Dovtereitung einer großen republikanischen Kundgebung an das deutsche Volk in der für eine Reubel-ebung der republilanischeu Bewegung in. Teui'chland eingetretcn wird. Die Repu-blikanische Partei wird jedes Kompromiß mit Gegnern der republikanischen Staatssorm ablehnen und die Stinnesiernng der deutschen Wirtschaft energisch bekämpfen. Ltresemann in Brrlin. Ver'i'f, 6. Jänner. (Wo'ff.) An'enmm'sier Dr. Stre'ema»n ist hmie vormittags aus Lugano wieder in Berlin einget.offen. Kne nrne Krise in Sachsen. Zwist unter den Sozialdemokraten. Berlin, 7. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeimng") Der mit großer Sponnung erwartete LandLsparteitag der sächsischen SoziMomokrat'ie hat gestern getagt und'hierbei Beschlüsse gefaßt, die dre mit so großer Mühe konsolidierte sächsische Pa'lilÄ cmss nwe in Vnown'M'g 4'türzcn. DerPar.sü'ag hat., mit 74 gegen 22 Stimmen den Rücktritt des neuen sozialdemokratis chcn Ministerprästdenten gefordert, so daß die umer schr großen Schwierigkeiten zustandegekommene Koalition von den Sozialdemokraten ' bis zur deutschen Dolkspartei von neuem in Frage gestellt ist. Der zw hc hochwichtige Beschluß des Parteitages geht dahin, daß mit 74 gegen 19 Stimmen die f o f o r t i g e An flöfung des Landtages gefordert wurde. Die Opposition der Minderheit des rechten Flügels erklärte, daß sie trotz d. s Beschlusses des Landesparteitages an der großen Koalition mit der deutschen Volkspartei fe'thalten toolle. Für sie sei der Beschluß des Landesparteitaaes nicht nraßt-ebend, vielmehr richte nran sich nach der Politik der R e i ch 8 p a r t e i, die die große Koali ion gutgeheißen hat. Während der en:standen'.'n hos.igen Debatte verließen schließlich die Verir-ter des rechten Flügels sowie die Delegierten der Berliner Parteivorsiandes Wels/ Diltmann und Dr. Hilferding unter Protest -den Saas, Iurchbreckm» der Achtstundentages in der Berliner Metastindustrle. Berlin, 7. Jennner. (Tel. der „Wiener Morgen» zeitnng".) Die Versammlung der Betriebsräte der Berliner Metallindustrie bat das zwischen den Arbcitervertvetern und den Beniner Aretallindnstriellen geschlossene Kompromißabkommen genehmigt. Die Arbeit wird heute früh in allen Betrieben wieder a u f g e n o m m e ni Als Mindest>stundenza.bl wurde ztvar die 48stünd>e Arbeitswoche fcstzelegt, d-rch kann darüber hinaus auch LStundenim Tag mit Genehmigung des Betriebrates sogar 10 Stunden gearbeitet werden. Der Stundenlohn wuvde mit 38 bis 40 Golpfennige fixiert. Benizelor — VrWent der griechischen Nationalversammlung. Volksabstimmung über die Staatsform. Athen. 5. Jänner^ (Havaß.).B e n i.zek o S ist mrt 345 von 385 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt worden. Während der Absirmmung hatte Benizelos den Saal verlassen, da er sich unwohl fühlte. At^n, 5. Jänner. (Agmoe d'Athenes.) Auf dem Wege zur Nationalersammlung wurde V e n i z e l o.s von einer v'ellau''endköpsigen Menge, die sich in der Umgebung des Pn"samen!^es und in den umliegenden Straßen angesammelt batte, mit b e g e ist e t,e n. .£> b a-t k o n e n begrüßt. Bei seinem Wttitt. in dMsSitziMgHchas. und die LangakAktÄe Hochrufe aus. Die Kundgebungen erneuerten ^sich, als Benizelos dm Abgeordne'e-e'd leistete. . Unmittelbar darauf schritt die.Nationalversammlung zur Wahl des Präsidenten. Der' Republikaner P a p a n ast a si n begrüßte die Kandidatur Venrzelos', da er und seine Partei Vensielos mehr als jeden anderen für berufen hielten, dic Arbeiten der Nationalversammlung, von denen die Zukunft Griechenlands abhänge, zu fetten. L mienschis'skapitän §> a ds ch ikyria kos bemerkte, er werde erst dann für Benizelos stimmen, wenn er erfahre, welcher Porte! dieser nach der Absetzung der Dynastie durch Armee und Flotte an gehöre. P a p a n a st a s i u erklärte hieräuf, daß i die Worte Hadschiky'-iakos' bloß se'ne persönliche Anschauung Wiedergaben. nicht aber jene der republikanischen Partei. - ' De Liberalen wollten erwidern, doch wurde der Zwis^en'all unter neuerlichm Kundgebungen für'Bemzelos für geschlossen erllärt und dieser zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt. . . ■ ' Athen, 5. Jänner. (Haidas.) y „Eleftheron Bima" schreibt, Benizelos würde den König als - auf U r l äub befindlich betrachten, obne daß damit seitens des Königs die Anerkennung der Beseitigung der Monarchie ausgesprochen wäre. Die Volksabstimmung würde sich für oder gegen die Dynastie und für bas Königtum oder die Republik auf-usprecken haben. Wenn sich das Volk rugunften der Dynastie erEläre. würde der König zurückkebren: wenn es sich gegen .sw aussprechen sollte, wüvde ein neuer König gewählt werden. Sollte. sich das Volk für die Republik aussprechen, würde die -epüblikaNische Staatssorm durch die Nationalversammlung geregelt werden. Man glaube, daß. wenn Venizelo^ den Posten deS Ministerpräsidenten ablebne, er das Portefeuille des Äeußern übernehmen würde. Bombenanschlag ml -n« kaiserliche Schloß in Tokio. Tokio. 6. Jänner. (Reuter.) D^r d-m ka^er- Nchen Pala' e der geoerrwsirtii «nbewohni ist, kam es restern zu e uer Kundgebung. Ein Kor arer warf eine Bombe, die «icht zur Explosiv kam. B»" dem Attenkä'er, der verhallet wurde, find dr.r weitete Bombe» g fanden worden. Reue kuthMuuge« Mer die Prag« Spirit«» affiire. . Prag, 7. Jänner. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Las gestrige kommun'st; )s Organ, ,Fkude Pravo", bringt neue Enthüllungen über die Spiritusaffare und teilt mit, daß ei« sogenannter „Tisposilionssonds" bestanden habe, aus welchem Schweiggelder an die Po« lirischen Parteien im Betrage vou etni- - grn Millionen gezahlt worden sei««. Senats,

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