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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-06 · Heft 1757 (6.1.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1757 (6.1.1924)
Date
1924-01-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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m iM Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung. 6. Jänner 1924 Seite 3 STOFFE SEIDEN- FUTTER¬ DAMEN in bester Oualität billigst bei WILHELM LANGER 2. Bezirk, Schmelzgasse 4 Telephon 41-6-43 Strafverfahren gegen 60 Berliner Banken «egen Wuchers. Berlin, 5. Jänner. (Tel. der,/Wiener Morgenzeitung".) Die Einleitung eines Strasberfahrens gegen 60 Berliner Banken wegen wucherischer Ansbeutung der Kundschaft, ist teils auf die Razzie n des D e v i s e n k o m m i s s ä r s, teils aus das Borgohe u der WucherPolizei zu.rückzusühren. Wenn auch bei diesen Razzien nur selten größere Dsvistnbeträge beschlagnahmt werdeir konnten, wu^eu doch die B ü ch e r der Banken einer eingehenden Durchsicht unterzogen, wobei sich herauAstellte, daß die Banken nicht nur sehr hohe Provisionen, sondern sich auch derart hohe Zins e n zahlen ließen, daß sie ohneweiters als W u ch e r bezeichnet «werden müssen. . Die „freie Meinungsäußerung". Berlin, 5. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Der Chef der Heeresleitung hat heute dem bekannten Wirtschaftspolitiker und Statistiker Richard K a lder eine Verwarnung zugehen lassen, weil er in einem wirtschaftlichen Artikel am 24. Dezember v. I. >der Rvrchsvegierung vorgeworfen habe, daß sie durch eine neue Inflation das Volk aus Dummheit oder Absicht betrüge. In der Verwarnung heißt es, daß derartige Artikel geeignet seien, das Vortrauen in die wirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung zu untergraben. Der Chef der Heeresleitung hat ferner mitgeteilt, daß er sich im Wiederholungsfälle genötigt sehe, mit dorr Mitteln des A n s n a h m s z u st a n d e s gegen Kalder vorzugehen. Hitler - österreichischer Staatsbürger. München, 6. Jänner. (Teil, der „Wiener Morgettzeitnng".) Im Hinblick auf die bevorstehende Gerichtsverhandlung gegen Hitler und Genossen wird die Frage, ob Hitler die bayrifcheStaatsangehörig« kei besitzt, wieder lebhaft erörtert. War doch nach dem Münchener Putsch in einer Kundgebung der Reichsregievung hervorgchoben worden, Hitler -habe erst jüngst die Staatsangehörigkeit in Deutschland erworben, Jene Meldung «war irrig, Hitler besitzt die bayrische Staatsangehörigkeit nicht, er ist heute noch O e st e r r e i ch e r, und zwar nach L i n z z u st ä n d i g, Beilegung des Berliner Metallarbeiterftreiki. Berlin, 5. Jänner. (Tel. der ,,/Wiener Morgeuzeitung".) Der Lshnkampf in der Metallindustrie ist bei ge legt. Die Verhandlungen, die heute zwischen den Vertretern des Verbandes der Metallindustrie und den Vertretern der Arbeiter den ganzen Tag über geführt wurden, «haben zu einer Einigung geführt, bei der Metallarbeiter fast alle ihre Forderungen durchsetzen konnten. Der Spitzenlohn ist für die Stunde mit 48 Goldpfennige festgesetzt worden. Die Arbeiter haben zuerst 51 Goldpfeunrge derlarlgt, während der Verband nur 40 zugestehen wollte. Montag wird in allen Betrieben die Arbeit wieder ausgenommen. Dentsch-tikrkische Verhandlungen. Berlin, 5. Jänner. Wie die. Blatter von zuständiger Stelle erfahren, hat zwischen der deutschen und der türlischen Regiemng ein-e FM-nugnahme betreffend die Aufnahme von Verhandlungen wegen des Abschluffes eines künftigen Freundschafts Vertrages stattgefundcu. Krkische Kammer. Angora, 4. Jänner. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeituug".) I nfolge des Rücktrittes des F i n a n z m i u -i st e r s soll eine Umbildung des Kabinetts erfolgen. Die National v e r s a m m l u n g hat einen Antrag betreffend -den obligatorischen Gebrauch der' türkischen Sprache bei ausländischen Gefellschaftelk und Unternehmungen abge lehnt. Das javanische Ministerium. Tokio, I. Jänner. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Kiyoura hat das neue Kabinett gebildet. Das Außelknlükisterinm ist dein Grafen- I s h i i, das Kriqgs- -miwsterinm Fakuda und das Marineministermn Iosha n i übertmgLN wordell. (Graf Jshii 'war durch längere Zeit Vertreter Japans im Obersten Rat.) Die italienischen Neuwahlen. Auflösung der Kammer in biefem Monat. Rom, 5. Jänner. (Tel. d. ,/Wr. Morgenzeitnng".) Die amtliche Mitteilung über den „unwiderruflichen Entschluß" Mussolinis wird von den RegiemngsMttern «dahin ausge-legt, daß die Kammerauflösung noch -diesen Monat zu erwartelk sei, damit die N e u w a hleu am 6. Apri-l stattfinden könnten. Die Polemik über die Haltung der verschiedenen Parteien im Wahlkampfe hat daher von neuem sehr lebhaft eingesetzt. Parlamentarische Führer, wie G r o l i t t i und O r l and», gedenken, mit unabhängigen Listen in den Wahlkampf zu treten. Bonll onti strebt vergebens ein Zuisamnrengehen «der parlamentarischen Führer gegen d e n F a s z i s m n s an, mit dem sich wcher G'iolitti noch Orlando oder Salandra Überwerfen «will. Bon hervorragenden «Parteiführern sei vorläufig nur Bonnomi gewillt, offen g e g e n d e n F a s z i s m u s in den Wahlkampf zu treten. Ihm werden sich die A n h ä -n> g e r N i -t t i § mit m e ndola an schließen. Me wieder Krieg! Washington, 0. Jänner. (Tel. d. ,/Wr. Morgenzeitung".) Kriegsminister Werks erklärte, daß die amerikanische RegieMng dem mexikanischen Präsidenten «General Obregou bisher 5000 Gewehre, 5 Millionen -Patronen und 9 Flugzeuge verkauft «habe. Die Bezahlung erfolgte teils in bar, teils nach 30 Tagen. Ban anderer Seite verlautet, daß außerdem 40 -Feldkanonen von drei Zoll Kaliber, an die mexikanische Regierung geliefert worden seien. Verstärkung des englischen Flugzeuggeschwavers. London, 5. Jänner. (M. d. „Wr. M-orgenzeitung".) as britische Lustschiffministevium gibt bekannt, daß die königlichen Luftstvertkräfte sofort 400 neue Piloten einstellen, und Zwar im Hinblick ans die Verstärkung des Effektivbeistaudes der «Flugzeuggefchwader, die gegenwärtig umgebildet werden. Frankreichs Vorfchüfie an die kleine» Staaten. Paris, 5. Jänner. Dem „Bulletin" der ,/Saciete d'Etndes et d'Jnformations Economiques" zufolge >stellten sich die Vorschüsse Frankreichs an die kleinen Staaten am 16. November 1988 folgendermaßen dar: Rußland 5.862,816.540,83, Beilgien 3.772,203.086,07, Jugoslawien 1.740,343.649,49, Rumänien 1.077,822.041,65, Griechenland 722,035.757/02, Polen 413,543.630,49, Tschecho-Slowakei 120,123.416,42, Oesterreich 55,000.000,00. Dazu kommen die Vorschüsse, die Frankreich für die Kosten der Heimbeförde«u>ng de^ in Rußllmd festgehaltehen Gestmgemn au verschiedene Staaten Mitteleuropas gernacht hat, in einer Hohe von rund 3/t22L25 Frauken. Bou diesen Vorschüssen sind im «ganzen in einer Höhe; von 64,122.049,82 Franken Einnahmen einMcmgen, die teils' aus Rückzahkmgen stammen, teils daraus, daß man nachträglich die Vorschußzahlung abändevte. Sie betreffen die Dschecho- Slvwakei, Jugoslawien, Runränien und Oesterreich. Millerand besncht die Staate« der kleinen Mente. Paris, 5. Jänner. (Hävas.) ,/Echo de Paris" bestätigt, daß «der Plan einer Reife -des Präsidenten Millerand nach Warschau und nach den Hauptstädten der Maaten «der kleinen Entente bestes, fügt jedoch hinzu-, daß die. Durchffchrung des Reis-sprograrnms noch von verschiedenen Umständen abhänge. des Warenhauses MrSchiffmann Wien, li; Taborstraße 48 Telephon 47-1.79 Nachstehend einige Beispiele: 'Traget BÖ Schahe!\ Frankreich ratifiziert den Laasanner «ertrag. Parts, 5. Aiinnrr. (-HoVas.) Dir „M a t i n" jMt zu tvissen, daß P o i n e a r e auf Grund -der vom Obersten Mougin eingelangten ausführlichen Berichte demnächst vom Parlament «die Ratifizierun-g de s La n sa nne.r Vertrages verlangen werde. Las polnische Smiichttgnnssgesetz angenommen. Warschau, 6. Jänner. (Tel. der Wiener Morgeuzeitung".) Das Ermächtigungsgesetz über die Sanierung der Staatssinanzen und die Valutareform ist vom S e j m in dritter Lesung fast einstimmig angenommen worden. Das Haus nahm sodann in allen drei Lesungen das Budgetproviforinm für das vierte Quartal 1923 und das erste Quartal 1924 an. Auch der Gesetzentwurf über die Ratifizierung des Poln i s ch - d e u t s ch e n A b k o m m e n s vom 14. Juli 1923 wurde angenoimnen. kraennnag zamotzirkir zum Anbenminlfter. Warschau, 5. Jänner. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitnng^.) Wie Ihr Korrespondent erfährt, ist die Ernennung des Parffer Gesandten, Grafen Zamoyiskis, beschlossene Tatsache. Zamoyiski hat heute mit dem Staatspräsidenten vechandelt, nachdem er sich vorher bereits mit dem Ministerpräsidenten über die Politik der Regierung geeinigt hatte. Die von Zamoyiski vorgebrachten Wünsche wurden als berechtigt anerkannt, und so wird morgen die amtliche Ernennung erfolgen. Pilsndski - SenerMabschrf. Warschau, 5. Jänner. (Thl. d. „Wiener Morgenzeitung".) Wie Ihr Korrespondent aus gut informierten Kreisen erfährt, steht die Ernennung des Marschalls Pilsndski zum Chef des polnischen Generalstabes unmittelbar bevor. Kriegsminister Sosnkowski, ein persönlicher Freund Pilsudskis, führt zur Stunde die letzt eit Beratungen mit dem Staatsoberhaupt. Ae polnische Regierung und die Answande« mag «ach PaMina. Warschau, 6, Jänner . (I. T. A.) Das Auswande- «nngSaurt bemr Ministerium des Innern weigert sich bisherden vom Warschauer Palästina-Amt. empfohlenen Personen Visa für Palästina auszufolgen. Der frühere Innenminister Dr. Ladislaus Kiornik hat die Statuten des Paläst'iina-Amtes nicht legalisier en wollen, weshalb es auch der neuen Regierung unmöglich «ist, Empfehlungen dieses Amtes auzuerkennell. Nach «den letzten Informationen wird jedoch der jetzige Minister des Innern, M. Sol t au, binnen kurzem die Statuten des Palästina-Amtes legal-ifieren; auf diese Weise werden die bestehenden Schwierigkeiten beseitigt sein. AaürioaMche kathMche Kulturpropaganda in PaMina. Aus R o -m meldet I. T. A.: Der kachoksche Priester Benedetto Galbiati, der soeben aus 'Palästina zurückgekehrt ist, sprach iir Mailand in einer öffentlichen Versammlung über die Lage in Palästina undüber die Tätigkeit der „Opera Cardinal Ferrari", die sich mit kultureller Tätigkeit in PalMna befaßt, und auch die Gründung einer Nniverf«ität in Jernsaleln plant. Galbiati gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die heutige Lage in Palästina sehr labil sei und daß mau auch in Aegypten und Mesopotamien auf -baldige politische Veränderungen gefaßt fein müsse. Aus diesem Grunde glaubte die ,/OPem Cardinal Ferrari", in dieser Stunde in Palästina nicht fchlen zu dürfen. Mit den Erfolgen kann man deshalb zufrieden sein, -tveil zwischen Ehristen und Arabern ein Bündnis besteht. Der Redner sagte, die „Opera Cardinal Ferrari" solle ein Kanrpfszentvum der a u t o ch t h o n e n E l e m e n t e für «die Unabhängigkeit und gegen jede englische und jüdische Vormacht werden. In solcher Weise wird „Opera" den. Fortschritt des Araber fördern und gleichzeitig auch die Führung der Bewegung behalten, da die Amber den Katholiken für diese [Barchente und Wasch waren! Wäscheflanelle.per Meter K 18 800 Velourbarchente .... per Meter 18.900 IC 13 900 Waschebarchente.per Meter K 1« 500 Französische Waschveloure, 80 cm, p. Meter K 27.800 Etamine, grosse Auswahl, weiss und färbig, 0 3J per Meter K 14 ÖOO Seidencloth, alle Farben . . . . per Meter K 35.000 Blaudruck ..per Meter K 18 800 Jackenfutter, neueste Muster. . per Meter K 84 500 1 Damenwäsche und Wirkwaren | Garnituren, Hemd und Hose ....... 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