Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1755 (4.1.1924)
- Date
- 1924-01-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980838--17315-3004307- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
m. rm Untonescu verwies iu öiüjcut Zusammenhang auf den uov- ,blüffentzeu wirtschüsilicheu Wiederaufbau Oesterreichs, im Gegensatz zu den Zuständen in Rumänien und richtete im An» fchlutz daran eine nachdrückliche Warnung an die Regierung. Donauumschlaaöverkchr. Wogen EinsteUuna der Donauschifsahrl wird die Annahme von Gütern alter Art nach Wien- Praterkai, Wien-Donanuferbahndos und Wien-DonauPaiLahnhr>f für solche Sendungen emgssteM, welche an SchWihrtSste-- sellscha-ften zwecks Weiterbefördcrung aus dem Donmttvsge adressiert snrid. Güterverkehr auf den österreichischen Bundesbahnen. Wegen andauernder Güterftmunngen und UeberKlluna der Bahnma-gazine wurde die Annahme von Getreide- und Mehlsendungen in Wagenladungen nack) den Stationen Wien-Ostbahnhof, Wien-Rordwesthahnhof und Wien-Ätordbalhichos bis einschließlich 12. d. eingestellt. Ausgenommen lint> solche Sendungen an einzelne Parteien, die über eigene Mchakme verfügen. Der Außenhandel Oesterreichs im November 1923. Wie :\'r KandelSstat ist Ische Dienst mitteilt, ist der Wert der Ein» 'fuhr im Monat November dem Vormonat« gegen-Lber von 141,8 ans 189 Millionen Goldkronen (ohne Edelmetalle) gestieaen; der Wert der Ausfuhr hielt sich hingegen mit 83,8 Millionen Goldkronen fast aus der gleichen Höhe wie im L-ktoder. Infolge dieses Anst'MnS des Einfuhrwertes hat sich auch das Passiv um der HairdelsbKanz merV'ch erhöht; es deirug im Noveniber 85,2 Millionen Goldkronen gsgerMer 58,7 im Oktober Niederösterrerchische ElektrizitASwirtschasts-Mtieugesell» schast. Newag. Di« Stawag hat zum Zwecke der Finauzverurrg des Reft^rfockernisses für die Vollendung ihrer Werks- und LeitirnosLaM"n eine AfiiLnÜapstalserhöhuna beschlossen, die von den Bundesbehörden genehmigt wurde. Den alten Aktionären wird vom 5. bis 16. Jänner d. I. die Ausübung eines Bezugsvechtes auf die jungen Aktien angeboren, und zwar auf je 36 alte 6 sunoe Aktien zum Kurse von 29.000 K. Auf lvenjger als 25 alte Aktien kann ein Bezugsrecht nicht geltend gemacht werden. Das Bezugsrecht kann ausaeubt werden: bei der Generaldivektion der Newag. Wien. 1. Be;.. Löwelstratze Nr. 18. Wiener Bankverein, Ni"derösterreichische EsconrptegeseU« schast, Oesteroeichische Kreditanstalt für Handel «und Gewerbe, Zentraleuropäische LLnderbank, Zentralstrarkasse der Gemeinde Wien. Dorotheum. Niederösterreichische Bauernbank und Arbeiterbank und deren Filialen. (Entgeltlich.) Bankenfnstonienma Ut Rumänien Die Banca General«, Banca di Seont und Banca Aerieola in Bukarest haben sich fusioniert. Der Präsident des Aufsichtsrates der fusionierten Institute wird Prinz Stirbev fein. Neuerliche Einstchrfreigabe iu der Tschecho-Slowakri. Das tschechische Amtsblatt setzt die freie Einfuhr von 22 Zollposten säst. Darunter befinden sich: Sanofi«, oememes und nfffimevtes Hcchlglas. elektrische Glasbirnen, Spiegel- und TafcUkaß, sin» gerahmte Svieael, Räder für Fcchrvalder, si-veNaufvorrichtmrgen, Nußsäure, raffinierter Bovax, GtanKveiß. Bartztweiß, Alaune und Essigsäure. Ratioualisiermtg der Obttuugarische» Berg« nick Hütte« A^G. Berichten aius Budapest «tfoilge begann Ne Di- " reEtion der Oberurvgariffche-n Bera- und Hüften A.-G. Mir den kompetenten Stellen der RachlstÄgestaaten BechandldmUpn, da sivmMche Belckcke des UEevN-chmsnS außer Ungarn rn der DläwoLsi, Sieibonbüugen uatd Bosnien Lieg« mÄ> ihn ttnmarn sich bloß die AnrtSMalitLlen des Untermikmi'snS befinden. Bisher 8st eS jckoch nur gelungen, mÄ der Nchecho^D'oüoavei ein Wöere-m-ommen cm treffe«, und Kvar tottidb m Bratislava -Mter Be>t«r!4MNN der BratiÄiavaer Alboememen BaNk eine Firma ,Syckt Beug- "und Hütten A.^S." gqgoündet. . MR Rrulmanivn umid ItwE-owie« konnte vre GeseUchast Vchn entsprechendes Uebevsmikammen troffen. Der deutsche Holzmarkt. Der ^boßpnaM" vveGot: Man kaum nicht behaupten, daß die MarWaige in deutischeu HA» zem während der setzten Wvchm eine virsschiveidende Bessevma erfahren hat. Gewiß hat sich hm und wieder in einzelnen Sorten RMtldbAzem e!me etwas voaere Nachffvaye aeMrt, doch haickM« s8 sich hierbei wohl hauptsächlich um AniSSufe, die äuS einem domaemde« MawrialimmgÄ vovgeinommen ttzurdsn, EZ Laßt sich aber wicht verrannen, daß ü'ne leicht« Unter» Hä&'lÄÄii' ftwnnmfl vochankmr ist) die eineottenähliche Bastserung des Geschäft es erüvarten läßt, sobald unsere WÄhrunig befSsjjrqt und unsere FLnanqsn auf idem Wm der' Ottdnunig sind. Daß «Sm gewisses IWevesse Kr de-n Rochholgomck-a.'.tls, vorhanden U, haben die ilvanögen' BeOsijgttlckegen flWiiait, die währemd der letzten Wochen sMitigelsiunden haben. Hierbei sind Gvdmarb'pvetüse, indbeisondeve für NadvWvmm» holz. angelegt worden, Vi-e toWweits« die Bovkrk^SpreZse um ein Mehrfaches übertrofifon haberr. Zuvzeit sind Ne SM-evachsitumSfabrAon, inSbeolfndtte dm Bau» und MöbestEchkrei, durchwegs unIbofriMaend bchchäfftat. WM in Anbetracht der verfahrenen WiMchaftSpckitischM BerbEniffe nicht genügend AufivÄge au-gegebon toerdem Die AuMchr von Holz und HotzjiabvNcrten stockt fast ganz. Beü omam ziemlich beschräMen eMänddasn Aupebot bot der ÄLUbruMMmaÄt kein sonderlich belMeS BW, wsM «curch i« «iWeilnen Sooden o'me etwabessere Nachfrage sich zeMe. StarÄe. erisWasffge Eichen waren gesucht und durften -auch weiterhin auf den ^erftefgepMrgen nulte Preise evzieive«. Mr Rotbuche sMchm EiniWwgeslm A- QuaBätt weit stärkerem Durchmesser war em!i>ge KmifW ben^oöbar. PappEammhohz wand« wania und durchwsgs zu hoch dm Preise «mgeboten. so daß gewiss« BerarbeAer dayu Lbergelgan^en sind, als Ersatz Obumre Äl Beoarb-srtu«g zu rvchnien. So willd «S auch mit anderen HoWrben gchen, wenrkt die Prsdse amdowernd ÄberfpanM werden. Die WvapvrÄ'aiuianjstÄten haMn etwas Bedarf. Die Preise Lagen Kmtschm IM bis 200 Goldmark fe KubAmÄer Kr bmuchbare Ware. Pcchych'chn!ittholLz war 'gefragt. In NadÄjsjMwmncholz war Absatz Kr Me SoMerungen boryiowden. Der internatilmale WeimnaM. Die „Staue We-ru-- zeAu'na" meldet: In Wieil sind die Prsis« fest. AlMebesiente Neulwein« -stierten 7200 bis 7600 K. pro LÄn. Die HäMer sind iu Gowarünma der bevoifftährnden Importe aus Ungam rm WnLauf zurückhaltend. In der BonvchtNooche ttturhen Utnlgarnwodn« zu 9560 österr. K. p« Mer tranlsit Wien ofieriari. In Niederösterrsich wird sartlaufend gMust. In Mistelbach icrfb UmrgMmg uritieren IdWer 5000 ÜiS 6000 K., 1923er 6000 bis 7000 K. pro Mer. In ÄwcmS mid Umgebung werden 1321er zu 10.000 biS 12jOOO K, 7-- bis SpwzeniHge 1022er zu 6000 bis 8800 K., 1923er m 6500 m 7800 K. Pro Mer Merier-t. In Urmarn ist Li« Mark' "««« sehr qMM. Inwlioe der ExportnrÄglirchltait nach Oetsten»ich sind die Preiffe Kr hochgrödige Wckne stark m die K6be gaamMN. In der Sandgegend' rtafiieoett IZPmzemige WÄine 2000 Wtgar. K.. tm wq't- Lichen Teil« UiroarnS. in der Umaetbunig von Mor und des PlMensseeS. werden Kr mchr ÄS 18p«k»enittz?e Weme 3600 bis 4000 iMML. K. geffordevt. Auch die mmdevgvWgen Weine find durch di« Hausse der hocharMaen mitzgellissen worden nnÄ werden hsnt« um 10 bis 30 Poozem teurer auSgvboten ÄS ür der BvMwche. Der MMvÜsche WÄmmM wird durch dos östarrekWche Kow^rvgent in dtzr nächsten Zeit ^smKchr Lebhaftigkeit zu veuzeSchmn hüben, doch Sann man böuibe eins dauevnd aimstöge ProMöfe viichl stellen. Daß Kontingsnt von 16.000 HMMterrr monat'M ist niur om Dropsen mS Dtaer. In IuMlawien ruht das Gewerbe. Trotz Mer QovalM der heurigen Weine kann sich der WÄnbambÄ nicht befriedgend enSWickÄn. was nicht «cketzt M die hcchen Transpootkosten KrruckgWtvt wecken muß. Die Preise variieren ie nach Gradation in Wttschetz und VtmpebrmN Kr IVproqenchn RMvoine nm 2,50 W 3J) Ddrar. Kr Woisiweme derWben Gradation um 2,72 ÄS 3 Dinar pr» Mor. Iür MrSere Wckwe wecken 0W Dinar pro Grad mehr beqabLt. Durchlschn^klich M di« Gvodabiim ba. RMvsime 10 ÄS 16 Grad, der WeMreine 10 m 14 Grad. Ip TE ist der MaM M. der SoSaMmchrm schwach. K'emere QuemMÄerr gehen nach der Achechv- 'SbWÄÄ und Oesterreich, über weni'-asc tftlMföer als oute» Hischer Wsin. Die PvvNe sind infoLge der reichen Ernte nickvig. '. ItvlimischL RMvtzme nochrven ISO bis 17V. Rre, weiße 70 bis ISO Nve Pw HeÄMwr. WKwMche Weitzweiine IS Dve. rote 18 Ä4 14 Are pro HMvm-od, Rvta RvmagM» wome notreren M NS 90 N« pro wienerBUrse. STMY itpaoni «kgm» DCfCfciBu Die SsreitZ am vmcketzte« Lage in GrfcherMug getreten« schwache Hattung nahm bei Beginn der gestrigen Börse größere Formen an, da seitens der Koutemkiew abermals '4. .Mstner 1924 Seite 7 stärlere Abgoban erfolgten. Ungünstigen EiNstuß Mte auch bevorstehende Bersorgung, aus Grund dieser sich die SpekM-fion zu euttajftcu suchte. Das auf den- Markt gelängst« Matarioil fand fodoch bei reduzierten Kursen schlanke Aufnahme, so daß stärkere Ein>bußen verhindert werden konrrten. Immerhin waren atzf einzelnen Gebieten ganz ansehnliche Rückgänge zu verzüichmn. Stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden Alpine und Kvupp. Cchere setzteu mn 17.000 K-, letztere-um 18.000 K. tiefer än. Hingegen bestand erhöhtes Interesse für Arrglobmrk, Zivrwstensba, Karpathen, Petrol-emn, Südbahrr^Pvioritäten und Dimber, welch sämtliche EWtengottu-ngeu mit höheren Kursen eröffneten. .Im werterenWevlauife de§ Berkchves. schritt die Konter-- mme zu Deckungskimstn in ÄlLpirreaktien, und es verpflanzte sich, von diesenr Effekt auSgcherch, di« fvenMich« St'immunfl «uf fast sämtliche Gebiete, so daß die MÄrgUchen Erndußeit Uried« wettgLmacht wurden mck «inyckne .Kategorien sogar Erhöhungen gegenAsr dem letzten Starb zu verzeichnen hatte«. Bloß ungarischL Papiere Lagen in UeLrwnst'MmLMg «fit Budapest nickriger. Südbahn-Prkwrdtäten gewannen 12.000K., Antzlobauk 37.000 K., Ländockarrk 5006 K., Mvn^wnSka 18.006 Kronen, Staatsbahn und Alpine je 3000 K., A. E. G. Union 8600 K., Drmlber Holding 800y «K. und Karpathen Petroleum 00.000 K. Hingegen verloren BrrtifchErgarrsche 4000 K., östarr. Krckit LOoO K., vmgar. Kredit 41.000 K.. Umonbank 6000 K.. SSdb-chn 16.000 K., Foltert 9000 K.. PoWi- Hütte W.M «t., Skoda 36066 K. Trifail^ 18.000 K. Der Schranken konnte an der Besserung, die sich in der JMiffc am Schlüsse S>eS Berkchres gÄtend machte, nicht tLÄnshme», da Konsorders nicht urchr zur Armohm« gelangten. Demzufolge war die Tendenz vorwiegen schwächer, doch waren die Rückgänge eng begrenzt. Bort den Tuanspovtwe.r.ten verloren Adria 30.000 K., Dampfschiffs 70.000 K. Hingegen tviesen Nockbcchrt eine Steigorurrg um 850.000 K. auf. Auf toiut Baumarkte -büßten Union-Bau 22.0ö0 St., Wiensr-Bau. 18.000 K., Königshoftr 00.000 K., PeÄnwcher 30.000 K. ein. tDcsgsgen wurden einzelne Petroleumwerte ufit Etchöhimgsn bedacht. Die ^Umsätze im Cchvarcken.waren geringer als in den letzten Sagen. Bezugs rechte: SteiveckauL 600 K., Ungar.-italiem sche Bank 1L006 StGva^KSflocher 76.000 K. und Mesch 2L000 K. Auf dem AnSlagemarrte rivgaLett sich mtr -Aevitrgc Veränderungen. Bon den Exoten notierten: Apollo-Mkm 36.000 Ä., A^eigen^Neis. 170.000 K., Hoitzverband 28.600 K., Mvasrfica 180.000 bis 188.000 K>, Tepsge 82.000 bis. W.000 K., Nmver.- fafe 87jOOO M 69.500 K., W-ierwr Waffen 30.000 bis 21.000 Kommt. flau,...... Dw WarmmmM. ' lMsefiberichr der „Mener MovgenzeitUing".) Dm Amsinbamer Gummimarkt tendierte fest«, La auch der Markt iu London fest war und die Preise dort etwagestiegen sind. Der Umsatz sedoch blieb äußerst gering weaen Mangels an Verkäufer«. ES notieren: Hevea Creve 0.78, Sheets 0.78 loko, ferner 0.76^/,, respektive 0.76 pro Janner-März, sowie 0.77*/T respektive 0.77 pro Äpril-Inni. Alles in Gulden. ' Tabak. Wie aus Mmuchei« gemeldet wird, brachte die letzte Woche kanster adtzebängter Tabake. Bezahlt wurde« zuletzt in Saudhofen 60, in Viernheim bis zu 80 und in den Orten der Heidelberger Gegend 40 bis 45. Goldmark pro Zentner. Die Nachfrage seitens der Schneidefabrikatio» nach Grumveu und Sandblott hält Copyright t«84. StoöktBtf verdate». J, Ladyeölmtkoö-Y»rlag, S«Ua. (4*. gsrtjetzmrs«^ Snkel Moses. Roman von Schalom Asch. Zn der letzten Zeit hatte Onkel Moses sich mit Dingen zn beschäftigen begonnen, welche für einen Kaufmann, der Anfchen in seinen Kreisen beansprucht, nicht paffem Onkel Moses war fromm geworden, er beschäfiigte sich mit der Schuil' für die Landsleute und ging daran, das aus-uführen, was er für die Hochze.it versprochen, aber nicht gehalten hatte — nämlich, den Landsleuten von Kusmin eine eigene Schul" zu kaufen. Bisher war er nur auf dem Papier der „Präsides der KuSminer Landsleute gewesen. Doch nach der Hochzeit begaM Onkel MoseS, sich m der „Tociety" zu beschäftigen; er verwendete feine ganzen kaufmännischen Fähigkeiten und seine kaufmännische Erfahrung zugunsten der Society". Onkel Moses kaufte der „Soeieth" einen neuen Platz für den Friedhof und verkaufte die HAfte davon sofort einer anderen ,-Society". Der Gewinn dabei war so groß, daß die KuSminer Society" ihren Begräbnisplatz fast umsonst hatte. Und jetzt war Onkel Moses damit beschäftigt, seine ganzen brufmamri scheu Fähigkeiten zur Erwerbung einer Schul' für die „Society" auszunützen. Durch einen GeschaftSkmff hatte er bereits einen Platz für die Schul' halb umsonst bekommen und jetzt unterhandelte er. um ihn gegen ein Haus auszuiauschen. Der Erfolg konnte nicht anMerben. Seit Onkel Moses sich mit der Knsminer ,/Sociech" befaßte, wuchs und blühte sie, wurde reich und hatte bereits ein paar kleine re Vereine aufgesogen. Seme verdienstvolle Tätigkeit in Genreindedingen machte Hn bald weit über die Grenzen der Kusmmer Landsmanschast hinaus berühmt. Alle möglichen „Soeietys" waren bemüht, Onkel Moses für grüße« Unternehmamgey zum allgemeinen Wohl zu inteveffieren. Onkel MoseS wurde Vizepräsident eines Gveisenasyls. Kassier einer Talmud-Thora und Direktor eines Keilten Spitals — sein Ruhm als Philanthrop und^ Mann der wuchs m der ganzen Stadt» Die Beziehungen zu der RestaurateurSstr«. welche a« ihn Ansprüche wegen ihrer Kinder gestellt hatte, hatte Onkel MoseS fckbstvechandkich gänzlich abgebrochen. Er begann, sei« Heim z« lieben, häng an seiner Frau und wuche ein durch und durch moralischer Mensch. Er Lebte die Rem* he.it seines Hauses und kormta gar mcht mehr verstehen, wie er einmal, hatte anders leben können; wen« er ftbneS früheren LckbmS gedachte, so schüttette er sich wie in der Erinnerung an einen bösen Traum. Za, Onkel Moses begann, seinen Angestellten und allen sei««« Landsleute« Moral zu predigen. Allmählich wurde er eme Art Richter uick Patriarch unter seinen Landsleuten. Me vertvimten, ihm die intimsten Geheimnisse ihres Lebens m und fragten ihn um Rat. Onkel MoseS wurde aufgebracht, wenn eS Eveigmffe unmovalrfcher Art gab, rief ikn Schuldigen vor sich und jagte chm feine Meinung. Er Mtete Frieden zwischen Ghekenten und ermahnte sie, es künftighin zu keinem Zwist mehr kommen zu lassen. Und jeder Frau, der 4t Moral predigte, sah er tief in die Augen ... # Onkel Moses kam zeitig aus dour Geschäft heim. Er konnte e§ im Geschäft nicht aus-halten. seit Maschas Stunde naher kain. Zu Hause traf er Aaron und Rosa, /welche, feit Mascha schwanger geworden war, die Herren in Onkel Moses' Hause geworden waren. Es war geradezu ein Wunder, wie sehr sich das. Ber* hAtnis des stets verprügelten Juden zu Öewi allmächtigen Onkel geändert hatte, seit seine Tochter dessen Frau geworden war. Der ehemalige Arbeiter hatte nicht nur jÄe Furcht und jeden Respekt vor denr Hausherrn Verlören, sondern Aaron fühlte sich bald mehr als im Hause, denn der Onkel seW. Und über Rosa war über diestin Punkte nicht erst zu reden. Seit ihr „Maschala" den Onkel geheiratet hatte und seit ihr Maschala noch m andere Umstände gekommen war, dd fühlte sie sich nicht nur üls die Herrin im Hause, sondern begann sich auch in goMftliche Angelegenheiten emzumischen, und wurde ein schr wichtiger Faktor in dem diplomatischen Korps im Geschäfte de§ Onkels. Noch ehe Onkel Moseö Zeit gefunden hatte, sich »ucherDusetzev^ mch Mascha zu fragen, fcgoou Rojs. bereits chr belielnes Thoina, mit welchem sie m der letztsn Zeit den Onkel rmaufhöMch belästigte: ,$kt Schnorrer ist wieder dagelvefen, der gallische Schmierfink. Er hat nach dir gefragt. Ich verstehe nicht, MoseS, warum uruß gerade der Hausadministwtor stin? WaS ist da§, bis du denn mit ihur verheiratet? Oder hast du dich mit ihm verschwägert, daß Är chn by dir halten mußt?" > ,^Schwiegermutter, taffen Sie ufich iu Ruhe. WaS macht Mascha? Hat sie etwas gegessen? Ist Dr. Goldstern hier gewesen? Ich tvünsche, daß er jeden Tag kommt. H^ben Sie gehLvt, Schwiegermutter — joden Dag'." ^Schwiegervater." Onkel Moses wendete sich zu Aaron, „rufen Sie ihn an, den Doktor." ,Mozu braucht mau den Doktor? Sei nicht närrisch, Dkosts. Mascha gcht es gut, quäle sie nicht «fit Doktoren. Dr. ^Gockstem wrck schon kommen, wenn man ihn brÄtcht." ,Min, ich Will, daß er jeden Tag heÄommt," sprach der Onkel halb zu sich und ging auf den Fußspitzen die Treppe» empor, wo sich daZ Schlafzünmer befand. Doch ba^> blieb er mit fvqrckMr Miene auf der Treppe stehen und stammelte in freudigem Schreck: „Langsam, Mascha, pleast, lauf nicht"; ohne es tvvllen, breitete der Onkel unruhig die Avnw au^, als wäre qe bereit für jeden Zufall. Mascha kam die Treppe hinab. Sie Ivar nicht so vorsichtig, wie es der Onkel wünschte. Seinen fragenden, freudigen Blick beantwortet sie nicht. Ohne ihn anzusehen, ging sie weiter mS Eßzimmer ihrer Eltem. OM MoseS ging ihr nach und sprach hinter ihr her: „Mascha, mein Kind, wie gcht «§ dir heute? Ich habe Dr. Goldstern rufen lassen." ,^Jch brauche keinen Doktor. Bater, setze dich dort wsgl" „Liebste Mascha, was liegt dir daran?" „Pleasem, quäle mich nicht!" ein Blick traf ihre« Mann. „Setze dich da Weg!" Gchvrsam setzte sich der Cnfel weq. -Fottfttzmrg m*